Peter Hahnes Klartext-Kolumnen sind inzwischen Kult. Millionen Leser warten stets gespannt auf einen neuen Band. Und sie werden wieder nicht enttäuscht. 30 Texte zu Kapriolen und Kuriositäten der aktuellen Politik und des Zeitgeschehens, voller Sarkasmus und Kahlrückige Waldameisen blockieren 2500 Wohnungen, die Krankheit namens Kontaktverbot, das Sitzenbleib-Verbot der linken Leistungsverweigerer und der Mißbrauch unserer Kinder für Krieg und Schulden. Der alltägliche Wahnsinn deutscher Bürokratie wird von Hahne genauso gnadenlos aufgespießt wie das nicht enden wollende nervige Gender-Gaga. Und er beschreibt, wie wichtig es ist, lesetüchtige Kinder zu erziehen, die Buchhandlungen statt Internetchats als Lebensraum entdecken. Alles topaktuell, denn der Redaktionsschluss ist erst kurz vor dem Erscheinen.
WUTREDE ODER ENDLICH KLARTEXT? Kurzmeinung: Über alles, was nicht rund läuft.
Präliminarien: Gleich am Anfang der Lektüre schnappe ich nach Luft. Welchen Ton schlägt Peter Hahne da an? Mit wem redet er eigentlich? Mit dem Stammtisch?
Inhalt: In diesem kleinen Büchlein geht es um eine Wutrede. Das ist legitim und vielleicht auch einmal notwendig. Peter Hahne macht sich Luft und schreibt alles auf, was ihn aufregt an der deutschen Politik. Und das ist eine ganze Menge:
von der aufgeblasenen Bürokratie, von der sich die Taschen-füllende Beamtenschaft (je höher die Position, desto dreister/legitim, aber dreist), Hahne nennt dies „Wein saufen und Wasser predigen“, unter anderem, weil die Beamten nichts in die Rentenkasse einzahlen, höhere Beamte und Politiker horrende Vergütungen erhalten (oft haben sie mehrere Ämter nebeneinander).
Peter Hahne redet davon, dass an den falschen Stellen kaputtgespart wird, bei der Bildung, Pflege, Erhalt der Infrastruktur; dem Vernichten des Mittelstands, er redet von der Altersarmut, der Medienzensur, der Kriegstreiberei, dem Ausverkauf der Wirtschaft nach China.
Das ist noch längst nicht alles: der sogenannte woke Virus mache alles kaputt, er beschränke die Meinungsfreiheit (stimmt), fördere Schubladen- und Blasendenken (stimmt), die sogenannte Sprachhygiene zerstöre literarisches Kulturgut und andere gewachsene Strukturen (stimmt), das Gender-Gaga treibe seltsame Blüten (stimmt) und bediene linksideologisches Gedankengut (stimmt auch, siehe das Konstrukt der Kontaktschuld). Deutsches Kulturgut wie Weihnachtsmarkt, Volksfest, Theater, Volkslieder, Chorkultur, etc. würde bedroht sein (stimmt auch).
Darüber hinaus beklagt Peter Hahne die zunehmende Islamisierung der Schulen (stimmt) und redet von Corona-Verbrechen; hier gehen unsere Ansichten diametral auseinander, obwohl natürlich gravierende Fehler gemacht wurden, für die niemand gerade stehen muss (Massenvernichtung von Masken, die keiner gebrauchen konnte, etc. etc.). Nicht zu vergessen, beklagt sich Peter Hahne über gebrochene Wahlversprechen. Wer nicht?
Der Kommentar und das Leseerlebnis: Bei diesem Themenwust ist klar, dass eine Differenzierung nicht möglich ist. Ist es aber klug, ohne jegliche Differenzierungen eine solche Wutrede vom Stapel zu lassen, die gedruckt unters Volk kommt? Ich meine nicht. Sie trägt zum besseren Debattenklima keineswegs bei. Und wenn Peter Hahne meinen sollte, einer müsste ja endlich mal Klartext reden, dann halte ich dagegen, dass Franz Josef Strauß und Donald Trump für mich keine adäquaten Vorbilder sind. So wie anscheinend für ihn. Keinesfalls!
Es gibt ja durchaus für jede der von Hahne vorgebrachten Klagen, Argumente und Statements begründete Gegenmeinungen. Es ist nicht alles dummes Zeug oder bösartige Zerstörungswut, darum sollte man seine Meinungsgegner immer mit Respekt behandeln und nicht mit diffamierenden Formulierungen bedenken wie solchen: - Unfähigkeit gepaart mit Selbstüberschätzung“, „halbgebildeten Studienabbrechern mit ihrer klimasozialistischen Politik“, „Die gefühlte Mehrheit im Politikbetrieb setzt sich zusammen aus Studienabbrechern, Apparatschiks, Leuten ohne Berufs- und Lebenserfahrung“, „die Luxus-Luisa von der Klimasekte“, „Annalena lässt grüßen (dicke Lippe)“ womit Hahne sogar das allgemeine Medien-Baerbockbashing nicht auslässt. Müsste er nicht als Vorbild vorangehen, wenn er das Verschwinden journalistischer Standards beklagt? Respekt ist keine Einbahnstraße, Herr Hahne.
Mag man zu den vorgebrachten Themen stehen, wie man will, diskutieren muss man sie allemal. Aber doch nicht alle auf einmal! Und bitte differenzierter!
Fazit: Wutrede, die einem wahrscheinlich gefällt, wenn man gerade selber wütend ist. Unbestritten ist, dass nicht alles rund läuft. Unbestritten ist, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer. Und unbestritten ist auch, dass das christliche Abendland in Gefahr ist und dass diese Tatsache gewissen Gruppierungen in die Karten spielt. Aber Wutreden helfen meiner Meinung nach überhaupt nicht. Und Polemik mag ich nicht.
Kategorie: Politisches Buch Verlag: Langen Müller, 2026
Dieses Buch gehört in die Kategorie "Alter Mann motzt" .... Inhaltlich: Nichts neues hinter der Brandmauer. Leider sind auch etliche Unwahrheiten drin, und Dinge, die er bis zur Unkenntlichkeit verdreht hat.
Peter Hahne ist ehem. ZDF Journalist und egal ob ich alles so sehe/ formulieren würde wie er oder nicht, er weiß von politischen Umständen von denen ich nichts mitbekomme. Hilft mir auf jeden Fall, ein größeres Bild zu bekommen.