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Mathilde und Marie

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»Bei uns geht es nicht darum, möglichst viele Dinge in immer kürzerer Zeit zu erledigen, sondern sich den Dingen mit vollständiger Hingabe und Aufmerksamkeit zuzuwenden. Weniger ist mehr, mehr ist weniger.«

In Redu, einem kleinen Bücherdorf inmitten der belgischen Ardennen, wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden: Umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen gibt es hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur eine Stunde am Tag verfügbar ist. Dass der Kirchturm windschief in den Himmel ragt und man sein baldiges Herabstürzen befürchten muss, stört die 390 Einwohner ebenso wenig wie die gehörig aus dem Takt geratene Turmuhr.
Eine Begegnung, die alles verändern wird
Als die junge Französin Marie kurzentschlossen ihr Leben in Paris hinter sich lässt und zu einer Reise mit unbekanntem Ziel aufbricht, ahnt sie nicht, dass sie bald an diesem bemerkenswerten Ort ankommen wird. Im Zug begegnet sie Jónína, einer Isländerin, die Menschen mit ungewöhnlicher Klarheit zu lesen vermag und somit auch Maries Situation schnell erfasst. Sie nimmt Marie mit zu sich nach Hause, nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung betreibt.
Eine Gemeinschaft, liebenswert und verschroben
Mit jedem Tag fühlt sich Marie in Redu wohler. Hier lernt sie nicht nur neue Seiten des Lebens, sondern auch sich selbst kennen. Und sie trifft auf eine ganz besondere Gemeinschaft.
Wenn eine Freundschaft zur Rettung wird
Als der Frühling vollends Einzug hält, wird nicht nur die Natur zu neuer Blüte erweckt, sondern es werden Veränderungen in Gang gesetzt, denen sich selbst die mürrische Mathilde nicht entziehen kann …
Ein wohltuender, mutmachender Roman über die heilende Kraft der Gemeinschaft und das, was im Leben wirklich zählt.

336 pages, Hardcover

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About the author

Torsten Woywod

6 books2 followers

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20 (18%)
1 star
3 (2%)
Displaying 1 - 30 of 55 reviews
Profile Image for LeserinLu.
341 reviews39 followers
February 8, 2026
„Mathilde und Marie“ hat ein Setting, das sofort entschleunigt: Redu, ein kleines Bücherdorf in den belgischen Ardennen, in dem es kaum Internet und viel Natur gibt . Deshalb handelt es sich um einen absoluten Wohlfühlroman.

Die junge Französin Marie lässt ihr Leben in Paris hinter sich und reist ohne konkretes Ziel los. Eine zufällige Begegnung im Zug mit der Isländerin Jónína führt sie schließlich nach Redu, wo Jónína eine kleine Buchhandlung betreibt. Jeden Tag wächst das Örtchen Marie mehr ans Herz und sie fügt sich mehr in die Gemeinschaft ein. Dass dies mehrfach explizit mit Maries Empathie begründet wird, empfand ich als etwas zu deutlich formuliert, hier hätte ich mir mehr „show, don’t tell“ gewünscht. Ähnlich ging es mir mit wiederkehrenden Beschreibungen wie „die junge Französin“, die sich mit der Zeit redundant anfühlen.

Inhaltlich passiert lange nicht besonders viel, was für einen Wohlfühlroman völlig in Ordnung ist. Trotzdem hätte ich mir stellenweise mehr Tiefe oder Ausgestaltung gewünscht, etwa beim Bücherfestival, das für mich gern mehr Raum hätte einnehmen dürfen – gerade weil mir die eingestreuten Buchtipps ausgesprochen gut gefallen haben. Sehr schön fand ich die vielen kleinen Achtsamkeitsideen: das bewusste Wahrnehmen der Natur, das Bestimmen von Pflanzen und Tieren, Marmeladekochen. Etwas zu plakativ geraten ist mir dagegen stellenweise die Gegenüberstellung von Dorfleben und Großstadt, die mir zu pauschal ausfällt.

Insgesamt ist „Mathilde und Marie“ ein warmherziger Roman mit vielen schönen Ideen, Schwächen in der sprachlichen Ausarbeitung, aber einem starken Wohlfühlfaktor.
Profile Image for Sarah Sophie.
283 reviews260 followers
December 27, 2025
Dies ist eine Frühlingsgeschichte - sie blüht erst nach und nach auf! Man merkt deutlich, dass Torsten Woywod Buchhändler war und Bücher (und Hunde) über alles liebt! Das Dörfchen Redu ist ein Ort zum Runterfahren, still werden und Natur genießen. Die Örtlichkeiten im Wald und im Dorf sind liebevoll ausstaffiert und man sieht sie (vor Allem die Buchhandlung und das Antiquariat) bildlich vor Augen.

Leider fühlten sich die Dialoge häufig nicht natürlich an, sondern blieben etwas zu gewollt. So würden Menschen im Alltag meiner Meinung nach nicht sprechen. Ich sehe aber in einigen Formulierungen, Gedankenspielen der Figuren und Naturbeschreibungen deutlich Potenzial! Der Schreibstil schwankte daher in meinen Augen zwischen blumig-poetisch und noch ungelenk. Die Figuren wurden liebevoll gezeichnet und haben Herz - was es zu einer Wohlfühlgeschichte mit vorhersehbarem Ausgang macht.
Profile Image for Gitti.
1,179 reviews
January 19, 2026
Marie ist auf der Flucht vor ihrem Leben in Paris, als sie im Zug Jonina kennenlernt. Die bietet ihr an, mit nach Redu zu kommen, einem Ort, in dem Zeit nicht der Feind ist. Hier kommt Marie zur Ruhe und kann entscheiden, was ihr wirklich wichtig im Leben ist.

Torsten Woywod beschert uns mit diesem Roman ein Plädoyer für die Entschleunigung. In Redu gibt es kein Handynetz, Zugang zum Internet nur an einer Stunde am Tag. So bleibt mehr Zeit sich den schönen Dingen des Lebens zu widmen und Dingen auch beim Werden zuzusehen. Genau das ist schön beschrieben, es gibt hier keine Hektik. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob es mir nicht zu ruhig wäre, um dort dauerhaft zu leben.

Das Buch ist an sich schön geschrieben, auch wenn die Dialoge manchmal etwas sperrig sind. Wer setzt denn heute noch ein „meine Liebe“ ans Ende eines Satzes. Das kam mir gerade bei Marie oft genug zu gestelzt vor. Was mich gegen Ende dann sehr genervt hat, war die ständige Wiederholung der Erkenntnis, wie sehr man in Redu doch entschleunigen kann und wie wunderbar das doch ist.

Was mir außerdem gefehlt hat, war die Dorfgemeinschaft, die im Buch eigentlich gar nicht stattgefunden hat. Neben den beiden namensgebenden Frauen treten nur noch 4 weitere Personen auf. Alle anderen 390 Dorfbewohner tauchen über die Geschichte hinweg, wenn dann nur als Schemen auf. Das fand ich schade, da ich bei den Umständen erwartet hatte, dass es ein reges Dorfleben in Redu gibt. Irgendwie hat das der Geschichte auch die Lebendigkeit entzogen.

So interessant die Geschichte war, am Ende war ich froh, das Buch beendet zu haben. Die Redundanzen haben mich am Schluss wirklich sehr genervt, vor allem da sie die Handlung irgendwann auch nicht mehr vorangebracht haben.

Von mir daher eine begrenzte Leseempfehlung.
Profile Image for Marie.
192 reviews14 followers
January 15, 2026
"Man las, man schrieb, man ging spazieren, man aß und trank, man mähte Rasen oder hackte Holz [...] man saß einfach da und machte sich Gedanken oder genoss den Augenblick [...]."

Das Leben im belgischen Redu ist beschaulich. Internet gibt es nur für eine Stunde am Tag, die Kirchturmuhren zeigen zwei verschiedenen Uhrzeiten und technische Geräte sucht man (beinahe) vergeblich. Dafür zeichnet das Dorf eine großer Herzlichkeit, ein verbindendes Miteinander und tiefe Gespräche aus - und nicht zu letzte Bücher. Denn Redu ist ein Bücherdorf. Auf gut vierhundert Einwohner kommen je nach dem, wie man zählt, fünf Buchhandlungen. Das Lesen, Empfehlen und Diskutieren von Büchern steht hier im Vordergrund. Ein Ort, an dem jeder Bücherfreund gerne leben würde. Das Setting aus "Mathilde und Marie", dem literarischen Debüt von Torsten Woywod (Sachbücher zu schönen Buchhandlungen hat er bereits veröffentlicht), ist eines, in das man direkt einziehen möchte.

So wundert es auch wenig, dass Marie, die ehr zufällig in das Dorf kommt, beschließt, zu bleiben. Die Studentin aus Frankreich steckt gerade selbst in einer schwierigen Phase und findet bei den alten Bewohnern des Dorfes Unterstützung und Ruhe. Gleichzeitig lernt sie das entschleunigte Leben zu schätzen und entdeckt ihre Beobachtungsgabe für Menschen und Natur. Sympathische Figuren wie die Isländerin Jónína sind liebevoll gezeichnet und werden nicht nur für die Protagonistin zur Freundin und Ratgeberin. Auch die Liebe zum Lesen und zur Literatur (im Roman verstecken sich viele gute Literaturtipps) erhält einen angemessenen Platz. Wie sollte es auch anders sein, wenn der Autor selbst Buchhändler gewesen und im Verlagswesen tätig ist.

"Mathilde und Marie" ist langsam erzählt. Es gibt einen zentralen Handlungsstrang, der sich aber eher langsam entfaltet. Das passt gut zu der Ruhe und inneren Einkehr, die in Redu zentrale Werte darstellen. So passiert zwar nicht wirklich viel auf den gut 336 Seiten. Dafür ist die Lektüre aber durchaus entspannend. Man fühlt sich nach dem Lesen einiger Kapitel so ruhig und geerdet wie die Figuren, oder sehnt sich nach einem tiefgehenden Gepräch mit Freunden.

Handlung, Setting und die Figuren haben das Potential zum Lieblingsbuch, wäre da nicht die umständliche und teilweise gestelzte Ausdrucksweise der Figuren. Auch wenn Marie eine belesene und nachdenkliche junge Frau ist, kam mir ihre Art zu sprechen oft unpassend vor. So lässt Woywod sie Sätze formulieren wie "Erst kürzlich habe ich mich mit Jónína über die Kunst des Wartens unterhalten." oder "Das freut mich sehr, liebe Mathilde. Und diesen Eindruck möchte ich eins zu eins zurückgeben." Hier schleichen sich so viele schriftsprachliche Formulierungen ein, dass man leider das Schreiben durch das Sprechen der Figuren hindurchschimmern sieht. Leider kommt das sehr häufig vor.

Insgesamt ist die Geschichte für mich auch ein wenig zu glatt erzählt. Die Probleme und Sorgen von Marie, Jónína und Mathilde sind wirklich essenziell. Ein gutes Gespräch kann sicher bei der Bewältigung helfen. Allerdings werden mir alle Probleme und Sorgen zu schnell und zu reibungslos aufgelöst. Die Figuren wachsen nicht durch Herausforderungen, sondern gleiten einfach in ein anderes Leben über. So driftet der Roman stellenweise arg in kitschige Dorfromantik und Gegenwartskritik ab.
Profile Image for Michael Madel.
557 reviews11 followers
February 8, 2026
Das Wichtigste im Leben ist "Empathie im täglichen Miteinander": Die Quintessenz der beschaulich erzählten und berührenden und Mut machenden Geschichte ist durchaus lobenswert. Störend jedoch ist die zuweilen ins Kitschige, Schmalzige und Klischeehafte abdriftende Sprache und der manchmal therapeutische Ton, der ein wenig oberlehrerhaft daherkommt. Die Figuren sprechen eine hölzerne Schriftsprache, als ob sie sich in einem Coaching mit dem Titel "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" befänden.
Profile Image for Dunja Brala.
627 reviews49 followers
January 14, 2026
22 Bücherdörfer gibt es in Europa. Das sind oft Orte, in den überproportional viele Buchläden und Antiquariate zu finden sind und die sich auch sonst dem geschriebenen Wort zwischen zwei Buchdeckel widmen. Redu ist eines davon.

Es liegt in den belgischen Ardennen, und als Marie die Zelte in Frankreich hinter sich abbricht, weiß sie noch nicht, dass die genau dort wieder glücklich werden wird. Momentan fällt dir das schwer, denn ihre Tante ist gestorben und zu ihr hatte sie eine sehr innige Beziehung. Sie setzt sich also in den Zug, kauft sich ein Ticket nach Brüssel und lässt den Tränen freien Lauf. Jonina und Thomas, die mit im Abteil sitzen, nehmen die unglückliche junge Frau unter ihre Fittiche und Jonina sogar mit in ihr Haus.
Marie ist fasziniert von diesem besonderen Ort, in dem das Häuschen mit dem Buchladen steht. Alles wirkt entspannter, Internet ist hier Fehlanzeige und doch liegt eine gewisse Melancholie über allem. Erst wie in Trance, doch zunehmend sicherer, bewegt sie sich in diesem neuen Kosmos und hat eine treue Begleiterin an ihrer Seite – Anneliese, eine Labradorhündin. Und dann ist da noch Mathilde, die knorrig und unwirsch wirkt und verzweifelt etwas sucht. Vielleicht kann Marie ihr dabei helfen?

Dieses Buch ist mit ganz viel Herz fürs Buch und kleine unabhängige Buchhandlungen geschrieben. Torsten Woywod trägt so viel Zuneigung für diese Branche in sich, da wundert einen der Inhalt seines Debütromans nicht. Das uns lesen alle ruhiger, klüger und gesünder macht vermittelt er auf ruhige Art und Weise. Dabei kommt die Liebe zum Detail nicht so kurz. Man merkt sofort, wie gut er sich in diesem Ort auskennt. Er hat ihn schon mehrfach besucht.
Auch die Protagonisten scheinen echten Menschen nachempfunden zu sein. Und dass eine dunkelbraune Labradorhündin auftaucht, scheint ebenfalls selbstverständlich zu sein, auf jeden Fall für alle, die dem Instagram Account des Autors schon länger folgen.

Hier steckt sehr viel von Torsten drin. Nicht nur die 20 Jahre Erfahrung in der Buchbranchen, sondern auch die vielen Kontakte, die er zu anderen Büchermenschen pflegt. Die Lektüre soll uns glücklich machen, und das schafft sie, denn was gibt es Schöneres, als ich auch lesend, mit Büchern zu beschäftigen.

Wer also Orte liebt, an denen die Zeit still zu stehen scheint, Menschen begegnen möchte, die in einer entschleunigten Realität klarkommen und den Duft von Büchern in ihrem natürlichen Habitat einatmen will, dem empfehle ich dieses Buch!
Profile Image for Ricarda Lange.
11 reviews1 follower
February 8, 2026
A book about books. If you love reading, bookstores and crave solitude, this is the right book for you. This story is like a hug, soup on a cold winters day and the comfort of your own home. Take a mini-vacation from the everyday stress and dive into Redu.
Profile Image for Sabrina.
561 reviews3 followers
January 29, 2026
Ruhige Story, tut gut in einer hektischen Zeit!
Profile Image for Charis Grande.
3 reviews
February 1, 2026
„Ein erfülltes Leben lässt sich nicht am Reißbrett planen.“ Manchmal finden einen Bücher genau zur rechten Zeit…
3 reviews1 follower
January 27, 2026
I rarely leave negative reviews, but this book was a complete disappointment. I found it extremely boring and a waste of time. Very little actually happens, and the story is made up of random, loosely connected scenes that never build momentum. The writing is overly descriptive without adding depth or meaning, which made it difficult to stay engaged. I kept waiting for something, anything, to happen, but it never did. It it wasn’t for book club, would’ve stopped a while ago. This is by far the worst book I’ve read in years, and I would not recommend it.
Profile Image for Julebu.
188 reviews3 followers
January 5, 2026
2,5 Sterne. Ich kann es mir nicht erklären, warum ich es eigentlich nicht abgebrochen habe. 100% vorhersehbare Figuren und Entwicklungen, unendliches Geschwurbel. Gestelzte Dialoge aus der Erbauungsbüchlein-Hölle. Der Grundgedanke, das Einfache und Jetzige zu schätzen natürlich fantastisch. Nach Alchemistenart sind mir die Figuren trotz Ablehnung plastisch vor Augen.
Profile Image for Seitenmusik.
401 reviews22 followers
February 17, 2026
Mit Mathilde und Marie (336 Seiten, erschienen am 15.01.2026 bei dtv Verlag) legt Torsten Woywod seinen ersten eigenen Roman vor. Er arbeitete als Buchhändler und im Online-Marketing. Das Buch wurde mir freundlicherweise vom dtv Verlag und lovelybooks.de als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke dafür.

Zum Inhalt

Im Mittelpunkt steht das belgische Bücherdorf Redu, ein Ort der Entschleunigung: kaum Internet, viel Natur, eine enge Gemeinschaft. Die Französin Marie strandet dort eher zufällig und begegnet Jónína, einer Buchhändlerin, die Menschen zu lesen versteht. Nach und nach findet Marie nicht nur Anschluss an die Dorfgemeinschaft, sondern auch ein Stück weit zu sich selbst und schließlich auch zur titelgebenden Mathilde.

Meine Meinung

Was mir wirklich gut gefallen hat, war das Vorwort und die Motivation des Autors. Besonders dieser Satz ist mir hängen geblieben:
„In einer Zeit, in der wir uns immer häufiger mit der Frage konfrontiert sehen, ob die Welt allmählich aus den Fugen gerät … dürfen wir all das Gute nicht aus den Augen verlieren, das weiterhin existiert.“ (S. 9) Diese Haltung, also die Dankbarkeit gegenüber Buchhändler:innen und eine Liebeserklärung an das Lesen zieht sich spürbar durch den gesamten Roman. Alleine das hat mich auf jeden Fall schonmal sehr angesprochen.

Atmosphärisch ist Redu wunderschön gezeichnet. Wälder, Walnussbrot, Vögel, Pflanzen. Das Dorf wirkt fast magisch, wie ein Gegenentwurf zur schnellen, digitalen Welt. Und auch das Grundthema des Buches wird mit einigen traurig schönen Zitaten gut rübergebracht:
„Die Trauer ist für mich eine Sackgasse. Ein dunkler Schatten, der mir überallhin folgt. Sie hält sich an keine Regel, nur die Vehemenz ihres Auftretens variiert. Manchmal kommt sie langsam herangerollt wie ein Sommergewitter, das schon in der Ferne grollt und kracht. Wenn es dann da ist, lässt es keinen klaren Gedanken mehr zu. Ein anderes Mal erscheint sie plötzlich und mit voller Wucht. Wie ein Hexenschuss und dessen körperliches Echo.“ (S. 79)

Schwieriger wurde es für mich bei den zahlreichen Lebensweisheiten, die sich teilweise wie aneinandergereihte Kalendersprüche lesen:
„Ein erfülltes Leben lässt sich nicht am Reißbrett planen.“ (S. 60) oder „Vielleicht bedeutet dieses vermeintlich einfache Leben auf dem Land gar keinen Rückschritt, sondern eine leise Heimkehr zu mir selbst.“ (S. 260/261) Hier hatte ich oft das Gefühl, eher einen Ratgeber in Romanform zu lesen. Auch die Dialoge wirkten auf mich stellenweise konstruiert und sehr pathetisch, was es mir erschwert hat, emotional wirklich einzutauchen. Konflikte lösten sich zudem recht schnell auf, vieles blieb harmonisch und „zu glatt“.

Was ich wiederum mochte: die Grundidee eines Ortes, an dem Bücher Menschen zusammenbringen, und der Gedanke, dass Literatur Gemeinschaft stiften kann. Der abschließende Wunsch „auf ein Mehr an Miteinander“ (S. 332) ist zweifellos schön, nur hat mich der Weg dorthin erzählerisch leider nicht überzeugt.

Fazit
Mathilde und Marie ist eine sanfte, naturverbundene Liebeserklärung an Bücher und Gemeinschaft. Für Leser:innen, die entschleunigte Dorfgeschichten, viel Naturbeschreibung und lebensphilosophische Gedanken mögen, dürfte dieser Roman genau richtig sein. Wer jedoch kantigere Figuren, natürlichere Dialoge und mehr erzählerische Reibung sucht, wird sich – so wie ich – möglicherweise schwertun.
425 reviews4 followers
January 20, 2026
Mathilde und Marie ist ein Roman, den man nicht „verschlingt“, sondern in den man sich hineinsetzt – wie auf eine Bank vor einer Buchhandlung, mit Zeit, Ruhe und der Bereitschaft, sich auf Langsamkeit einzulassen. Torsten Woywod erzählt in seinem ersten eigenen Roman eine sehr persönliche Geschichte, das spürt man auf jeder Seite. Und genau darin liegt zugleich seine Stärke und seine Schwäche.
Die Ausgangssituation ist klassisch, fast märchenhaft: Marie, 26, verlässt Paris überstürzt, innerlich erschöpft, äußerlich orientierungslos. Eine Zugfahrt wird zum Wendepunkt, eine Begegnung zur Einladung in ein anderes Leben. Redu, das reale Bücherdorf in den Ardennen, wirkt wie ein Gegenentwurf zur modernen Welt: wenig Internet, viel Natur, Bücher statt Bildschirme, Menschen statt Profile. Ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann – oder soll.
Woywod entfaltet diese Welt mit großer Liebe. Die Naturbeschreibungen sind detailliert, oft sehr schön, manchmal fast meditativ. Jahreszeiten, Spaziergänge, Licht, Wälder, Hunde – all das trägt zu einer Atmosphäre bei, die eindeutig auf Entschleunigung zielt. Auch das Thema Lesen und der stationäre Buchhandel werden sichtbar als Herzensangelegenheit des Autors eingebettet. Wer Bücher liebt, wird sich hier verstanden fühlen.
Im Zentrum stehen die Beziehungen: die warme, fast sofortige Nähe zwischen Marie und Jónína, später die vorsichtige Annäherung an Mathilde, die lange abweisend bleibt und doch eine tiefe Verletzlichkeit in sich trägt. Die Idee, zwei Frauen mit ähnlichen biografischen Wunden langsam zueinander finden zu lassen, ist schön und berührend gedacht. Die wechselnden Perspektiven erlauben Einblicke in ihre Gefühlswelten und verleihen dem Roman eine gewisse Sanftheit.
Und doch blieb bei mir eine Distanz. Viele Figuren sind sehr wohlwollend gezeichnet – vielleicht zu wohlwollend. Konflikte werden kaum zugespitzt, Ecken und Kanten fast vollständig abgeschliffen. Redu erscheint wie ein Ort, an dem alle verständnisvoll, freundlich und geduldig sind (mit wenigen Ausnahmen, die erwartbar aufgelöst werden). Das erzeugt eine starke Wohlfühlatmosphäre, nimmt der Geschichte aber auch Spannung und Tiefe. Entwicklungen sind vorhersehbar, Überraschungen bleiben aus, und echte Reibung entsteht selten.
So wurde das Lesen für mich stellenweise zäh. Nicht, weil der Stil schlecht wäre – im Gegenteil, er ist ruhig und sauber –, sondern weil der Roman kaum Sog entwickelt. Er trägt, aber er zieht nicht. Man bleibt eher aus Sympathie und Wohlwollen dran als aus innerem Drang.
Unterm Strich ist Mathilde und Marie ein warmherziges, stilles Buch über Freundschaft, Verlust, Neubeginn und die Sehnsucht nach einem anderen Rhythmus des Lebens. Es ist ein echtes Wohlfühlbuch, das wichtige Werte hochhält: Achtsamkeit, Menschlichkeit, Nähe zur Natur. Literarisch bleibt es jedoch eher an der Oberfläche, wo man sich manchmal mehr Tiefe, mehr Mut zur Unbequemlichkeit wünschen würde.
Für Leser:innen, die leise Geschichten lieben, die entschleunigen möchten und sich gern in Bücherorte träumen, ist dieser Roman genau richtig. Wer jedoch Spannung, Ambivalenz oder psychologische Schärfe sucht, könnte enttäuscht zurückbleiben. Für mich bleibt ein sympathisches Buch mit schöner Idee – aber auch mit verpasstem Potenzial.
258 reviews1 follower
February 16, 2026
Ein leises Buch über Leben, Verlust und Fragen – mit erzählerischen Umwegen

Es gibt Bücher, die einen nachhaltig beeindrucken, aber auch welche die einen enttäuschen. Und dann gibt es immer wieder welche, die einen etwas ratlos zurücklassen und man nicht so recht weiß, was man mit ihnen anfangen soll. Dieses ist für mich definitiv ein Buch der letzten Kategorie, wobei es auch eventuell mit dem Medium Hörbuch zusammenhängt.

Spannend fand ich an diesem Buch, dass ein männlicher Autor ein doch sehr feminines Buch schreibt. Mir ist bewusst, dass ich hierbei tief in die Klischeekiste greife und dies dem einen oder der anderen sauer aufstoßen wird. Dabei geht es nicht nur um die Wahl der Großteils weiblichen Protagonisten, sondern auch um die Herangehensweise an das ganze Thema und das vorherrschende Motiv.

Auffallend ist wieviel Zeit der Autor sich für die Beschreibung der Umgebung, der Natur, aber auch von Düften nimmt. Prinzipiell habe ich dagegen auch nichts einzuwenden und kann solche ruhigen Passagen genießen. Einige Teile davon fand ich wirklich interessant und lustigerweise ist dies nun schon das zweite Buch, in dem der Begriff Petrichor, der typische Regengeruch, vorgekommen ist. Dennoch war mir in diesem Buch alles zu viel des Guten und einige Passagen hätte man meiner Meinung nach deutlich straffen und kürzen können.

So seltsam es auch klingen mag, aber die eigentliche Handlung des Buches geriet im Laufe des Romans immer mehr in den Hintergrund und in Vergessenheit. So dass ich ab einem gewissen Punkt nicht einmal mehr genau nachvollziehen konnte, worum es in dem Buch überhaupt geht, was das zentrale Thema ist. Möglicherweise lag dies bei mir aber an der Kombination an den ausschweifenden Beschreibungen des Autors und der einlullenden Stimme von Sabine Arnhold. Wobei ich hierbei betonen muss, dass das Wort einlullend auf keinen Fall negativ gemeint ist. Viel mehr hat es die Erzählerin Sabine Arnhold geschafft mich komplett in die Geschichte hineinzuziehen. Ich konnte eintauchen in die ruhige und entschleunigte Lebensweise der Bewohner des kleinen Bücherdorfs Redu.

Ein wenig irritierend fand ich, dass die Titelgebende Mathilde erst in der zweiten Hälfte des Buches wirklich eine Rolle gespielt hat. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit Jonina, einer vom Leben gebeutelten und dennoch lebenslustigen Isländerin, die Marie eine Vielzahl von Ratschlägen gibt. Mathilde ist auf den ersten Eindruck das genau Gegenteil von Jonina. Dies spiegelt sich auch in der Stimmung des Buches wider. Der erste Teil des Buches erschein mir deutlich wärmer und fröhlicher, wohingegen es danach deutlich schwerer und düsterer wurde.

Thorsten Woywods Debütroman ist anders als andere Bücher und lädt eindeutig zum Nachdenken, Sinnieren und Hinterfragen ein. Dieses Buch richtet sich an alle, die eine kleine Auszeit von ihrem hektischen Leben brauchen und offen dafür sind dieses moderne Leben zu hinterfragen. All jenen die Spannung, eine fesselnde Handlung und ein wenig Action brauchen, damit sie ein Buch genießen können, würde ich von diesem Buch entschieden abraten.
Profile Image for Magnolia .
589 reviews3 followers
January 15, 2026
Einfach mal innehalten

So schön Paris auch sein kann, so laut und rastlos kommt es Marie vor - sie fühlt sich gefangen in der Hektik der Großstadt. Kurzerhand setzt sie sich in einen Zug mit unbekanntem Ziel. Unterwegs begegnet ihr Jónína, die in Redu ihr Zuhause gefunden hat. Dort betreibt sie eine kleine Buchhandlung, es ist beileibe nicht die einzige in diesem Ort, in dem es sehr viel gemächlicher zugeht als Marie das je erlebt hätte. Sie steigt mit Jónína hier, in diesem so wundersamen Bücherdorf inmitten der belgischen Ardennen, aus.

Das Leben in Redu ist der krasse Gegensatz zu ihrem bisherigen Dasein. Schon der Name ist Programm. Redu – réduire – reduzieren. Es ist das zweitälteste Bücherdorf der Welt, dieses Dorf gibt es wirklich. Und auch ansonsten ist vieles real wie etwa die Zeiger der Kirchturmuhr, die asynchron laufen. Dies und noch so einiges mehr verrät der Autor in seiner Nachbemerkung, lediglich seine titelgebenden Protagonistinnen sind fast ausschließlich seiner Fantasie entsprungen wie auch die weiteren Figuren, allesamt liebenswerte Charaktere, die ich – so sie denn existieren würden – gerne näher kennenlernen würde.

390 Einwohner sind es, die überwiegend ohne Internet sind. Gut, so dann und wann haben sie Empfang, was vollkommen ausreichend ist. Auch ansonsten verzichten die Bewohner auf viele moderne Errungenschaften, was Marie zunächst erstaunt, bald aber schätzt sie die entschleunigte Lebensweise. Zuvor hatte sie ihr Studium, zwei Nebenjobs und Schulden obendrein. Und nun ist sie hier. Sie trifft auf Thomas, den Bäcker, der ihr stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Eines schönen Tages setzt sie sich neben Mathilde auf die Bank, beide haben nicht das Bedürfnis, zu reden. Sie begegnen sich wieder, lassen die Landschaft auf sich wirken, kommen sich näher und auch wenn Marie mit Flora und Fauna nicht viel anzufangen weiß, lernt sie, ihre Sinne zu schärfen. Sie hört auf ihre innere Uhr, hört auf das Vogelgezwitscher, folgt dem Stand der Sonne – sie schätzt diese Lebensart mehr und mehr. Und auch Mathilde, die ihre Lebensfreude verloren hat, blüht auf.

Wir hetzten durch den Alltag, schauen nicht nach links oder rechts, sind eher mit Scheuklappen unterwegs, dabei hat die Natur so viel zu bieten. Man muss nur genau hinsehen, sich so viel Zeit nehmen, wie es braucht, um die Schönheit um uns herum zu erfassen.

Das Buch regt zum Nachdenken an und auch wenn wir nicht in diesem zauberhaften Redu leben, so sind es doch die kleinen Alltagsfluchten, die man sich gönnen sollte, um wieder aufzutanken. Und mittendrin sind es Mathilde und Marie und noch einige mehr, die sich gegenseitig unterstützen, die miteinander leben. Ein leises Buch, das so viel vermittelt und das mich mahnt, so manches Mal innezuhalten.
1,430 reviews7 followers
January 15, 2026
Redu-ein kleines Bücherdorf

Klappentext:
In Redu, einem kleinen Bücherdorf inmitten der belgischen Ardennen, wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden: Umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen gibt es hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur eine Stunde am Tag verfügbar ist. Dass der Kirchturm windschief in den Himmel ragt und man sein baldiges Herabstürzen befürchten muss, stört die 390 Einwohner ebenso wenig wie die gehörig aus dem Takt geratene Turmuhr.
Als die junge Französin Marie kurzentschlossen ihr Leben in Paris hinter sich lässt und zu einer Reise mit unbekanntem Ziel aufbricht, ahnt sie nicht, dass sie bald an diesem bemerkenswerten Ort ankommen wird. Im Zug begegnet sie Jónína, einer Isländerin, die Menschen mit ungewöhnlicher Klarheit zu lesen vermag und somit auch Maries Situation schnell erfasst. Sie nimmt Marie mit zu sich nach Hause, nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung betreibt.

„Mathilde und Marie“ ist der Debütroman von Torsten Woywod.
Es ist eine ganz ruhige und leise Geschichte, nichts Aufregendes, doch ich bin nach wenigen Seiten ganz tief in die Geschichte eingesunken.

Der Schauplatz ist Redu. Dieses Dorf gibt es wirklich. Es ist das zweitälteste Bücherdorf der Welt und liegt in der Wallonie, in Belgien.
Das Dorf wird wunderschön beschrieben und ich weiß jetzt schon, dass ich es mir anschauen muss.

Neben dem Bücherdorf, dass unbestritten die Hauptrolle in der Geschichte spielt, sind natürlich noch Marie wichtig in der Geschichte.
Marie ist Französin und hat ihr Leben in Parias hinter sich gelassen und lässt sich treiben. Im Zug trifft Marie auf Jónína, eine junge Isländerin, die in den Menschen lesen kann. Sie spürt die Erschöpfung Maries und nimmt sie mit nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung besitzt und sich die Uhren langsamer drehen.
Dort erwartet Marie ein Leben voll Ruhe und Geborgenheit und sie lernt die verschlossene und mürrische Mathilde kennen.

Torsten Woywod erzählt die Geschichte in einem ganz ruhigen Ton und in einer feinen Sprache. Die Geschichte ist geprägt von der Beschreibung des Schauplatzes Redu und durch die recht sympathischen Charaktere.
Diese führt der Autor spielend durch die Geschichte. Es ist eine Geschichte über Begegnung, Veränderung und Gemeinschaft.

Der Schreibstil von Torsten Woywod ist flüssig und gut verständlich. Der Autor versteht es mit seiner ruhigen Geschichte sich in die Herzen seiner Leser*innen zu schreiben.

„Mathilde und Marie“ ist ein wunderschöner und ruhiger Wohlfühlroman, mit einem schönen und interessanten Setting.
Profile Image for Kerstin Cornils.
518 reviews1 follower
February 11, 2026
Das Cover wirkt wie ein Ölgemälde eines kleinen Dorfes. Im Hintergrund ragen die Berge in den Himmel und rahmen den Ort mit seinen vielen roten Dächern ein. Auf mich wirkt es einfach idyllisch und lässt auf eine ruhige, atmosphärische Geschichte hoffen.

Mathilde und Marie von Torsten Woywod erschien im Argon Verlag. Das Hörbuch wurde von Sabine Arnhold eingelesen. Sie verleiht den Bewohnern von Redu ihre Stimme und trägt maßgeblich zur ganz besonderen Atmosphäre dieses Bücherdorfes bei.

Eine kleine Anmerkung vorab: Das Bücherdorf Redu gibt es tatsächlich in Belgien. Die Figuren hingegen sind der Fantasie des Autors entsprungen. Ich muss gestehen, dass ich vor der Lektüre nicht wusste, dass es solche Orte überhaupt gibt. Eine kurze Recherche zeigte mir jedoch, dass es durchaus mehrere davon gibt. Übrigens auch einen Ort namens Damme, genauso wie der Ort, in dem ich wohne, nur dass dieser ebenfalls in Belgien liegt. Ich glaube, einen solchen Ort mit ganz vielen Antiquariaten und Buchhandlungen möchte ich mir unbedingt einmal live ansehen.

Nun zurück zur Geschichte. Sie wird aus mehreren Perspektiven erzählt, überwiegend in der dritten Person. Einzig Mathilde nimmt mich als Ich-Erzählerin mit und lädt direkt dazu ein, sich mit ihrer Einsamkeit auseinanderzusetzen. Ihre Schilderungen gehen einher mit tagebuchähnlichen Einträgen, die auf einen bestimmten Tag vor mehr als 100 Tagen anspielen. Was genau dahintersteckt, verrät dir die Geschichte selbst.

Der Fokus lag für mich jedoch klar auf Marie. Sie ist Französin und strandet eher zufällig in Redu. Nach und nach freundet sie sich mit den Gegebenheiten des Dorfes an und stellt sich sogar auf nur eine Stunde Internet am Tag ein. Allein dieser Aspekt, schon im Klappentext erwähnt hat mich schmunzeln lassen.

Mit dem Hörbuch hatte ich einige ruhige, intensive Hörmomente. Ich habe die Zeit im Dorf genossen und die Eigenheiten der Bewohner nach und nach ins Herz geschlossen. Dabei durfte ich miterleben, wie Marie an ihren Herausforderungen wächst und wie Mathilde langsam einen Zugang zu den anderen findet. Für mich war es eine anrührende Geschichte, die mich so schnell nicht wieder loslassen wird.

Magst du Geschichten über Bücher und die Liebe zu ihnen? Tauchst du gern in Erzählungen ein, die das Leben selbst schreibt? Dann freue dich auf "Mathilde und Marie" von Torsten Woywod und begleite die beiden Frauen auf ihrem Weg. Dich erwarten leise Töne, eine ganz besondere Atmosphäre im Bücherdorf und das Fest der Bücher, das zahlreiche Besucher ins Dorf lockt. Von mir gibt es eine klare Lese- und Hörempfehlung.
1,307 reviews2 followers
February 10, 2026
Hörbuchrezension:
In Redu, einem kleinen Bücherdorf inmitten der belgischen Ardennen, wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden: Umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen gibt es hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur eine Stunde am Tag verfügbar ist. Dass der Kirchturm windschief in den Himmel ragt und man sein baldiges Herabstürzen befürchten muss, stört die 390 Einwohner ebenso wenig wie die gehörig aus dem Takt geratene Turmuhr. Als die junge Französin Marie kurzentschlossen ihr Leben in Paris hinter sich lässt und zu einer Reise mit unbekanntem Ziel aufbricht, ahnt sie nicht, dass sie bald an diesem bemerkenswerten Ort ankommen wird. Im Zug begegnet sie Jónína, einer Isländerin, die Menschen mit ungewöhnlicher Klarheit zu lesen vermag und somit auch Maries Situation schnell erfasst. Sie nimmt Marie mit zu sich nach Hause, nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung betreibt. Mit jedem Tag fühlt sich Marie in Redu wohler. Hier lernt sie nicht nur neue Seiten des Lebens, sondern auch sich selbst kennen. Und sie trifft auf eine ganz besondere Gemeinschaft.

Ich bin sehr schnell in das Hörbuch reingekommen, denn der Schreibstil ist leicht und schnörkellos, so kann man sich gut auf die Geschichte konzentrieren. Dennoch muss man auch sagen, dass der Autor einen Hang hat die Geschichte sehr ausschweifend zu erzählen und gerade den ersten Teil der Geschichte, indem man auch kaum etwas von Mathilde erfährt, hätte doch in meinen Augen etwas gekürzt werden dürfen. Der Autor hat es geschafft eine Geschichte über Entschleunigung zu schreiben, weg von Handy und Stress, hin zu Natur, Büchern und selbstgemachtem Essen. Das Bücherdorf Redu wird auch sehr bildhaft und lebendig beschrieben und man merkt dem Autor seine Liebe zu diesem Ort an. Die Geschichte zwischen Marie und Mathilde, die eigentlich erst richtig in der zweiten Hälfte beginnt, konnte mich berühren, auch wenn alles ein bisschen an eine märchenhafte Erzählung erinnert und auch zum Ende hin ein wenig zu kitschig wird, aber das ist ja immer auch Geschmackssache. Insgesamt habe ich der Geschichte gerne gelauscht und finde es toll, dass es das Bücherdorf Redu auch tatsächlich gibt, wie der Autor im Nachwort kurz erklärt. Dadurch das die Geschichte für meinen Geschmack ein wenig zu ausschweifend erzählt wurde, erhält das Hörbuch 3,5 Sterne.

Die Sprecherin hat gut zur Geschichte gepasst und hat diese schön vorgelesen. Ein Hörbuch das selbst ein wenig entschleunigt.
155 reviews
February 8, 2026
Authentisch

Wie lebt es sich in einem Dorf, wo es kaum TV und Internet gibt? Das ist der Schauplatz von „Mathilde und Marie“.

Marie flüchtet aus den hektischen Paris. Ihr Ziel ist zunächst unklar, ehe sie Jónina trifft und ihr in das Bücherdorf Redu in Ardennen folgt. Neben der Arbeit im Buchladen wartet eine besonderer Gemeinschaft auf Marie. Wie zum Beispiel die verschlossene ältere Dame Mathilde….

Zunächst einmal gefällt mir, dass der Autor die Leser an einem real existierenden Ort mitnimmt. Redu, in den belgischen Ardennen gelegen, ist wirklich ein Bücherdorf mitten in der Natur- so wie es Woywod darstellt. Das ist sehr interessant und unterstreicht die Authentizität des Romans.

Die Authentizität ist auch Teil der Protagonisten. Marie kommt zunächst unangepasst und wie ein Fremdkörper rüber. Was für die Einwohner von Redu Gang und Gebe ist, muss sie noch üben. So weiß sie zunächst wenig über die Natur und das Verhalten der Vögel. Gerade das macht Marie zu einem realistischen Charakter.

Ähnlich verhält es sich mit Mathilde. Die ältere Dame ist ein wenig festgefahren in ihrem Denken. Sie kennt es nicht anders und sieht es nicht ein, etwas zu ändern. Solche Charaktere gibt es gerade, aber nicht nur, in ländlichen Gebieten zuhauf. Doch auch Mathilde lernt, sich zu öffnen- ein Prozess, der sehr spannend beschrieben wird.

So authentisch Schauplatz und Protagonistinnen auch sind- der Roman zieht sich. Es kommt mir teils vor, als würde seitenlang nichts passieren, nur damit gewaltige Zeitsprünge folgen. Ich komme nicht umher, die Intention dahinter zu suchen. Das Zeitgefühl im Bücherdorf? Der spezielle Umgang mit Zeit und Raum? Bei mir bleibt diesbezüglich ein Fragezeichen und Ratlosigkeit.

Insgesamt finde ich den Roman sehr authentisch. Ein Bücherdorf als Schauplatz hat seinen Reiz, genauso die entsprechenden Charaktere. Allerdings lässt mich das Zeitgefühl zweigespalten zurück. Insgesamt gebe ich vier Sterne.
Profile Image for Elke Sonne.
534 reviews
February 10, 2026
Entschleunigend & eine Hommage an das Leben

"Mathilde und Marie" ist der Debütroman des Autors Torsten Woywod.

Mitten in den Bergen, umgeben von wundervoller Natur liegt das Bücherdorf Redu in den Ardennen von Belgien. Redu hat gerade einmal 390 Einwohner, 13 Buchhandlungen und das Internet steht den Bewohner täglich nur eine Stunde zur Verfügung.
Hierhin verschlägt es die 25-jährige Studentin Marie als sie total ausgebrannt und unglücklich aus der hektischen Großstadt Paris fliehen will. Im Zug trifft sie auf die Isländerin Jónína, die sie dorthin einlädt. Jónína hat ein sehr feines Gespür für Menschen und die beiden freunden sich an.
Neben Marie und Jónína gibt es nur wenige weitere Charakter, wie die verbitterte Witwe Mathilde und den Bäcker Thomas. Diese werden so gelungen beschrieben, dass ich direkt das Gefühl hatte sie zu kennen.

Die Handlung ist sehr ruhig und viel entscheidender als diese sind die Botschaften, die zwischen den Zeilen stecken. Durch detaillierte Beschreibungen der Natur und der Landschaft hatte ich diese direkt vor Augen und hatte das Gefühl direkt in Redu zu sein und die Einwohner – samt liebenswerter Hündin Anneliese – kennenzulernen.
Ich habe gespürt, wie Marie in Redu an- und zur Ruhe kommt. Genauso bin ich beim Lesen zur Ruhe gekommen, es hatte auf mich eine sehr entschleunigende Wirkung.
Es geht um Achtsamkeit, Freundschaft, Liebe, Geheimnisse und vieles mehr - alles zeitlose, wichtige Themen, die zum Nachdenken anregen und mich auch nach Beendigung des Buches beschäftigen.

Für mich war es ein richtiger Wohlfühlroman, mit bedeutungsvollen Botschaften und liebenswerten Charakteren, deren Entwicklung ich gerne verfolgt habe. Es ist ein leises aber bedeutsames Buch mit einer angenehmen Atmosphäre.

Mit einem treffenden Vor- und Nachwort rahmt Torsten Woywod seinen Roman gelungen ein.
Ich kann diese Reise nach Redu jedem empfehlen, der einmal durchatmen möchte.
Profile Image for Kerstin.
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January 26, 2026
Mathilde und Marie / Torsten Woywod

Nach persönlichen Krisen verlässt die 26-jährige Marie überstürzt Paris, ohne klares Ziel, innerlich erschöpft und orientierungslos. In einem Zug begegnet sie Jónína, einer warmherzigen Frau aus Redu, einem kleinen belgischen Bücherdorf in den Ardennen. Spontan folgt Marie ihrer Einladung und findet sich in einem Ort wieder, der wie ein Gegenentwurf zur modernen Welt wirkt: kaum Internet, kein Mobilfunknetz, dafür Natur, Stille und unzählige Buchläden.

Während Marie langsam zur Ruhe kommt, beginnt ein Prozess der Selbstfindung. Sie lernt Mathilde kennen, die zunächst verschlossen wirkt, aber eigene seelische Wunden trägt. Zwischen Spaziergängen, Jahreszeitenwechseln und Gesprächen über Bücher entstehen vorsichtige Beziehungen. Redu wird zum Schutzraum, in dem beide Frauen sich ihren Verletzungen stellen und überlegen, welchen Weg sie künftig gehen wollen – fern von Hektik, näher an Achtsamkeit und echten Begegnungen.


Torsten Woywod, der mit Leonard und Paul eines meiner Alltime-Favourite-Bücher nach Deutschland gebracht hat, legt nun einen eigenen Roman vor, und auch hier stehen besondere Menschen mit feinen Charakterzügen im Mittelpunkt. Gleichzeitig spürt man auf jeder Seite seine Liebe zu Büchern, denn Mathilde und Marie erzählt eine Geschichte voller Bücherliebe.

Ich habe die warme Grundstimmung, die Liebe zu Büchern und die ruhige Atmosphäre sehr gespürt und mag die Botschaft zur Entschleunigung – auch wenn sie doch sehr häufig wiederholt wird. Die Geschichte ist ruhig, bietet keine Aufreger oder unnötigen Konflikte, liest sich dadurch ab der zweiten Buchhälfte jedoch auch ein wenig langatmig. Ich habe mich in Redu wohlgefühlt, und Mathilde und Marie bleiben mir in guter Erinnerung.

Wer auf der Suche nach einer unaufgeregten Geschichte ist, wird das Buch mögen.
Profile Image for Karola.
833 reviews7 followers
January 2, 2026
Neustart in dörflicher Idylle zwischen Büchern – realistisch?
Dieses Dorf Redu gibt es tatsächlich, in landschaftlicher Idylle im südlichen Belgien gelegen. Bekannt ist es als eines der Bücherdörfer in Europa mit mehr als 20 Antiquariaten und Buchhandlungen. In drei Teilen entpuppt sich der entschleunigte Ort ohne Internet und Fernsehen als Gegenpol zu einer Welt voller Lärm, Hektik und Oberflächlichkeit. Begrenzt auf wenige Dorfbewohner geht es bei der Isländerin Jónína, der jungen Pariserin Marie und bei Mathilde um ihr körperliches und seelisches Un-Gleichgewicht. Mit Hilfe einfühlsamer, hilfreicher Randfiguren und der Beschreibung aufblühender Natur entsteht eine zu heile Welt inmitten von Büchern – mit relativ wenig Dynamik und Twists. Die existentielle Sinnsuche der seelisch angeschlagenen Marie Ledoux, 26, durchzieht ruhig den Roman zwischen den älteren Charakteren von Jónína und Mathilde, deren Dialoge miteinander wenig Tiefe, eher viel Schweigen miteinander aufweisen. Der monatelange Reykjavík-Rückzug von Jónína zur dringendst empfohlenen Gesundung widerspricht sich eigentlich inhaltlich, da doch diese dörfliche Idylle in Redu als idealer, beschaulicher Rückzugsort bereits heilend wirken sollte.
Dass es manchmal nur einer Person, Idee oder Initiative bedarf, um nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen herbei zu führen, mag als Botschaft hier stimmen.
Die kurz erwähnte Figur des Eremiten mit seinem verlorenen Schlüssel knüpft entfernt an die Satelliten-Bodenstation an, die zu ESTRACK, dem Netzwerk der Bodenstationen der Europäischen Weltraumorganisation gehört.
Insgesamt ein Zuviel an mitmenschlicher Harmonie und heilender Naturidylle zwischen geschätzter Bücherwelt. 2,5*
94 reviews1 follower
January 3, 2026
Wohlfühlbuch
Was soll ich zu diesem Buch noch sagen? Der Autor hat im Vorwort und in der Nachbemerkung alles zusammengefasst.
Der Roman spielt in Redu, ein aus der Zeit gefallenes Dorf mit ca. 400 Einwohnern und 13 Buchhandlungen. Internet gibt es nur eine Stunde am Tag, dafür das beste Brot der Welt und viele sehr nette Menschen. Es geht um die junge Marie, die nach einem Schikcsalsschlag ihrem alten leben in der lauten Großstadt ohne Ziel entflieht. Dabei wird sie von der isländischen Buchhändlerin Jónína aufgegabelt und kurzerhand mit nach Hause genommen. Der Bäcker Thomas unterstützt sie dabei. Die Nachbarin Mathilde, erscheint erst auf Seite 40 und ist vor Trauer ganz gelähmt und hat sich total in sich selbst zurückgezogen.
Aus verschiedenen Perspektiven erzählt Woywood von einem Leben (fast) ohne Technik, im Einklang mit der Natur, viel Lust an der Literatur und schönen Dingen. Meine Lieblingsfigur hat vier Beine Anneliese. Diese wird bei jeder Gelegenheit von verschiedenen Menschen gefüttert, geht sehr gerne mit Mathilde spazieren und sich von jedem ausgiebig streicheln.
Woywood schreibt im Vorwort, dass das Buch Hoffnung geben soll, und einfach guttun soll. Das erfüllt er. Das ist keine hohe Literatur, aber auch schlimme Ereignisse werden sanft reflektiert und aufgearbeitet. Dabei hilft das ganze Dorf. Zieht jemand neues ein, muss diese Person erstmal einen eigenen Platz finden und sich in die symbiotische Dorfgemeinschaft einfügen. Das gelingt Marie ganz wunderbar.
Viele Schicksale werden nur angeteasert, dafür bekommt die Natur der Ardennen viel Raum. Das Buch entschleunigt ungemein, so wie es ein Besuch in Redu auch tun sollte. Das muss ich unbedingt mal ausprobieren, denn dieses Bücherdorf gibt es wirklich.
665 reviews
January 5, 2026
Wo Zeit keine Rolle spielt
In Redu, einem kleinen Dorf, umgeben von Wäldern und Flüssen, geht alles langsamer. Die Menschen leben ruhig und wirken ein wenig aus der Zeit gefallen. Technik gibt es kaum, Ablenkung selten. Die Menschen haben ihre festen Gewohnheiten.
Marie kommt aus Paris und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich. Nicht wegen eines großen Dramas, sondern weil sie merkt, dass ihr Leben so nicht weitergeht. Ohne genaues Ziel beginnt sie ihre Reise. Im Zug trifft sie Jónína, eine Isländerin, die schnell erkennt, wie es ihr geht. Jónína bringt sie nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung führt.
Marie findet nach und nach ihren Platz im Dorf. Sie beobachtet, hört zu und wird ein Teil des Alltags. Das Leben in Redu ist nicht perfekt, aber ehrlich. Die Menschen sind eigenwillig, manchmal verschroben, aber auf ihre Weise herzlich. Die Gemeinschaft zeigt sich still und selbstverständlich.
Mathilde fällt sofort auf. Sie wirkt abweisend und streng, fast unnahbar. Doch nach und nach zeigen sich Risse in ihrer harten Schale. Ihre Entwicklung geschieht langsam und wirkt echt. Kleine Veränderungen sagen viel über sie aus. Und genau das macht sie menschlich.
Die Geschichte erzählt ruhig. Große Höhepunkte gibt es nicht, dafür viele kleine Momente: Gespräche, Blicke, gemeinsame Tage. Gefühle werden nicht erklärt, sondern entstehen beim Lesen von selbst. Das sorgt für Nähe und lässt sich gut lesen.
Das Buch zeigt, wie wichtig Freundschaft, Vertrauen und Zeit sind. Es ist keine Geschichte, die drängt, sondern eine, die ruhig begleitet.
Für Leserinnen und Leser, die sich gern Zeit nehmen und die kleinen Dinge des Lebens genießen, ist dieses Buch eine schöne Wahl. 4 Sterne.
Profile Image for Melanie.
476 reviews5 followers
February 11, 2026
Mathilde und Marie ist ein Roman, der beim Lesen wirkt wie ein Beruhigungsmittel.

Als die junge Französin Marie der hektischen Großstadt Paris den Rücken kehrt und zufällig über eine Bekanntschaft im Zug im verschlafenen Ort Redu ankommt, ändert sich auf einen Schlag ihr ganzes Leben. Statt Hektik, Lärm und Geldsorgen lebt sie nun von Tag zu Tag in einem Dorf mit 400 Einwohnern, in dem es am Tag nur eine Stunde Internet gibt, dafür aber an jeder Ecke einen Buchladen.

Maries Ankunft ändert aber nicht nur ihr eigenes Leben zum Vorteil, sondern wirkt auch auf die Dorfgemeinschaft und allen voran auf die einsame und zurückgezogen lebende Mathilde, die einen schweren Verlust zu verarbeiten hat.

Ich habe das Buch beim Lesen wirklich genossen. Die Stimmung und Atmosphäre ist absolut besonders und wie schon eingangs gesagt wirkt sofort entschleunigend auf mich. Der Roman ist - wie es der Autor auch im Vorwort erklärt - ein durchweg positiver Roman, eine Geschichte, die guttut.

Es gibt keine unerwarteten oder schlimmen Wendungen, die Gespräche und Beobachtungen, die die Figuren miteinander teilen, sind empathisch und warmherzig und es gibt im Grunde nichts und niemanden, was einem beim Lesen "aufregen" oder stören könnte. Ich habe das Lesen des Romans als absolut positiven Kontrapunkt zum aktuellen Weltgeschehen wahrgenommen und es wie eine Flucht vor dem manchmal zu stressigen Alltag erleben können. Die vielen Bezüge zu guten Büchern sind ein Bonus, den der Autor, der aus der Buchbranche kommt, uns Buchmenschen noch zusätzlich beim Lesen schenkt.

Ich habe nichts zu bemängeln und kann diesen Roman einfach nur von Herzen weiterempfehlen - die Lektüre tut im wahrsten Sinne des Wortes wirklich von Herzen gut!
25 reviews
February 8, 2026
Eine Lesemeditation für alle, die die Pausentaste im Alltag suchen

Torsten Woywod erschuf mit seinem detailreichen Schreibstil eine Geschichte, die einen eher unaufdringlichen, aber tiefen Sog entwickelt. Marie landet über einen schicksalhaften Umweg im Bücherdorf Redu und findet dort Stück für Stück zurück zu ihrer wahren Natur. Fernab von Hektik und den üblichen gesellschaftlichen Erwartungen lernt sie Menschen kennen, die zeigen, wie bereichernd Einfachheit, Gemeinschaft und die Konzentration auf das Wesentliche sein können.

Besonders gut gefielen mir diese vielen kleinen "Lektionen“ und die fast schon meditativen Naturszenen, die beim Lesen ein herrliches Kopfkino auslösen. Dadurch wirkt das Buch wunderbar kontemplativ.

Interessant war für mich die Dynamik der Figuren. Während viele Dorfbewohner direkt präsent sind, bleibt Mathilde - obwohl ihr Name im Titel steht - lange Zeit eine geheimnisvolle Beobachterin im Hintergrund. Ich gebe zu, anfangs war ich ungeduldig und habe sogar vorgeblättert, um zu sehen, wann sie endlich "richtig“ auftaucht. Aber genau das ist der Punkt, den das Buch vermittelt. Die Geschichte erzählt sich in ihrem ganz eigenen Tempo. Ich musste erst lernen, dass Ungeduld hier völlig fehl am Platz ist.

Wie im echten Leben sind es die leisen Töne, die uns innehalten und den Wert des Augenblicks erkennen lassen. Manchmal braucht es diesen bewussten Schritt zurück, um aus dem ständigen Konsum-Modus wieder ins echte Genießen zu kommen. Für mich war es genau das richtige Buch zur rechten Zeit. Eine warme Empfehlung für alle, die mal kurz die Welt anhalten wollen.
Profile Image for Karolin Senftleben.
91 reviews
January 4, 2026
Als ich Mathilde und Marie beendet habe, hatte ich irgendwie das Gefühl, noch ein bisschen in diesem Buch weiterleben zu wollen. Es ist kein „Action-Buch“ und kein Thriller – sondern eines davon, das dich ganz langsam umarmt und dann nicht mehr loslässt.

Die Geschichte beginnt damit, dass Marie, eine junge Frau aus Paris, plötzlich beschließt, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und einfach zu reisen. So landet sie in Redu, einem kleinen Bücherdorf in den belgischen Ardennen, wo die Zeit ganz anders tickt und die Menschen sich mehr um echte Begegnungen als um ständige Erreichbarkeit kümmern.

Das Buch fühlt sich an wie eine sanfte Auszeit vom hektischen Alltag. Redu ist so liebevoll beschrieben – als Ort, an dem man spürt, wie entschleunigend echte Gemeinschaft sein kann. Es geht unglaublich viel um Bücher, Gespräche, Spaziergänge und darum, wieder zu sich selbst zu finden.
Was mir besonders gefallen hat, war die Freundschaft zwischen Marie und Mathilde. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein, trotzdem oder gerade deswegen, entsteht etwas sehr Schönes und Echt‑es zwischen ihnen. Und irgendwie zeigt das Buch, dass Freundschaft, Achtsamkeit und kleine Gesten viel mehr verändern können als große Worte.

Fazit:
Mathilde und Marie ist für mich ein Buch, das man nicht „verschlingt“, sondern genießt. Es hat mich zum Nachdenken gebracht, über Freundschaft, über das, was wirklich zählt, und darüber, wie gut es tut, sich einfach mal Zeit zu nehmen. Absolut empfehlenswert, wenn du eine Geschichte suchst, die wärmt und berührt.
556 reviews
January 19, 2026
Ich habe bereits die Sachbücher von Torsten Woywood über die Bibliotheken gelesen und waren sehr neugierig auf seinen ersten Roman.
Marie lebt in Paris und ist ganz in dem „gefangen“, was die Pariser Métro-Boulot-Dodo nennen, war jedenfalls mein erster Gedanke. Keine Freizeit, nur Hektik, nur in der Métro sitzen, arbeiten und schlafen. Aber damit ist nun Schluss und sie setzt sich einfach in einen Zug, steigt um in einen kleineren Zug und trifft dort zufällig auf die Isländerin Jónina, die sie überredet, doch mit ihr nach Redu zu kommen. Und da ist sie nun. Der schweigsame Bäcker Thomas holt die beiden ab und Marie lernt die Natur zu schätzen, kommt zur Ruhe und lebt nun ohne Smartphone und wlan (gibt es nur eine Stunde pro Tag), stattdessen nach der Kirchturmuhr, die zwei Uhrzeiten anzeigt. Und dann ist da noch der Labrador Anneliese, der sich an Marie „hängt“ und so nach und nach verändert sich Marie.
Redu in den Ardennen ist ein Bücherdorf und auch wenn die Personen fiktiv sind, so beschreibt Torsten Woywood dennoch gut dieses Dorf mit seinen vielen Buchhandlungen und dem ganz eigenen Leben.
Auch Mathilde spielt im Verlauf des Buches eine Rolle, auf die ich ohne Spoiler nicht eingehen mag.
Ein wunderbar poetischer Schreibstil, ein Roman, um die innere Ruhe zu finden, ein Buch über Bücher und (Bücher-)Menschen. Von mir gibt es eine große Empfehlung.
Profile Image for Hannah.
212 reviews1 follower
Review of advance copy
December 24, 2025
Durch eine Zufallsbekanntschaft auf ihrer Flucht aus Paris gelangt die junge Französin Marie in das kleine belgische Dörfchen Redu, welches aus der Zeit gefallen scheint. Dort kann sie tief durchatmen, auch im übertragenen Sinne und lernt nach und nach die Besonderheiten dieser Gemeinschaft kennen.

Die Erzählung beschreibt eine Ruhe, die sich nur in der Natur finden lässt, fernab von Großstädten, dem Lärm, dem Trubel, dem Schmutz und den Abgasen. Dabei entwickelt sich die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, die dem Dorfgeschehen und den zwischenmenschlichen Aspekten mehrere Dimensionen verleihen. Der Autor ergießt sich glücklicherweise nicht in seitenlangen Beschreibungen der Natur, was ich fast schon erwartet hatte und sonst gerne überspringe. Stattdessen haben die Kapitel eine angenehme Länge man kann immer doch noch ein weiteres lesen. Manche Sätze waren mir etwas zu pathetisch-philosophisch und klangen nach gewollt tiefgründigen Lebensweisheiten. Die Handlung des Buches spricht oft für sich, sodass allzu viele Weisheiten gar nicht notwendig gewesen wären. Dennoch liest es sich insgesamt sehr stimmig und berührend.
Gerade jetzt zu Beginn des neuen Jahres lädt das Buch zum innehalten, runterkommen, sich dem wesentlichen bewusst werden ein.
19 reviews
January 3, 2026
In „Mathilde und Marie“ nimmt uns Torsten Woywod mit in das kleine belgische Bücherdorf Redu. Redu ist ein Ort, an dem die Zeit langsamer zu laufen scheint und das Leben bewusst einfacher ist. Die junge Französin Marie lässt ihr bisheriges Leben in Paris hinter sich und strandet eher zufällig hier, wo sie auf eine Gemeinschaft trifft, die ihr fremd und gleichzeitig überraschend vertraut vorkommt. Zwischen Buchläden und besonderen Begegnungen beginnt für sie ein leiser Neuanfang.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und ruhig, fast poetisch. Gerade im ersten Teil wird viel Raum für Naturbeschreibungen und Atmosphäre gelassen – mir persönlich war das stellenweise etwas zu langatmig und handlungsarm. Dafür hat mich der zweite Teil deutlich mehr abgeholt: Die Figuren gewinnen an Tiefe, Dynamiken werden greifbarer und vor allem die Entwicklung einzelner Charaktere – insbesondere auch Mathildes – hat mir gut gefallen.
Außerdem mochte ich die wechselnden Perspektiven und die Grundstimmung des Romans, die viel Wärme und Menschlichkeit transportiert.

Alles in allem ein ruhiger, gemütlicher Wohlfühlroman mit schöner Sprache und liebenswerten Figuren, mit kleinen Längen, aber auch mit vielen stillen, berührenden Momenten.
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