Manchmal kommt alles anders. Und das muss noch nicht einmal schlecht sein.
Eigentlich will Isabelle nur für ein paar unbeschwerte Tage in den Urlaub nach Italien fliegen. Doch dann bricht der ältere Herr, der ihr am Bahnhof zum Flughafen freundlicherweise den Koffer zu den Gleisen hinaufträgt, plötzlich tot zusammen. An Urlaub ist daraufhin für Isabelle nicht mehr zu denken. Denn nicht nur fühlt sie sich unschuldig schuldig an dem Tod des Unbekannten, sondern sie möchte auch unbedingt herausfinden, wer der Verstorbene gewesen ist. Und damit gerät sie in eine ebenso ungeheuerliche wie geheimnisvolle Geschichte, die ihr gewohntes Leben völlig durcheinander rüttelt.
Hohler wuchs in Olten auf und besuchte die Kantonsschule Aarau bis zur Matura 1963. Dann begann er das Studium der Germanistik und Romanistik an der Universität Zürich. Während des Studiums führte er sein erstes Soloprogramm pizzicato auf (1965). Dessen Erfolg ermutigte ihn, das Studium abzubrechen und sich ganz der Kunst zu widmen. Sein Werk umfasst unter anderem Kabarettprogramme, Theaterstücke, Film- und Fernseh-Produktionen, Kinderbücher, Kurzgeschichten und Romane. Er arbeitete immer wieder mit anderen Künstlern zusammen, beispielsweise auf der Bühne und am Fernsehen mit dem Pantomimen René Quellet, mit Hanns Dieter Hüsch oder als Autor und Produzent für Emil Steinberger. Charakteristisch für Hohlers Werk ist der Wechsel zwischen politischem Engagement und reiner Fabulierlust. Oft geht er auch von feinen Alltagsbeobachtungen aus, die unversehens ins Absurde kippen. Hohler begleitet sich bei seinen Auftritten oft selbst auf dem Cello (Celloballaden). Am 8. Dezember 2011 trat er mit seinem Programm "Das Grosse Buch – Kindergeschichten für Erwachsene" an der 20. Jubiläumsausgabe des Arosa Humor-Festivals auf. Er ist seit 1969 mit der Germanistin und Psychologin Ursula Nagel verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er wohnt in Zürich-Oerlikon.[1][2] Hohler ist Präsident der Prix-Courage-Jury. Er ist Mitglied beim Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz und bei International PEN.
Franz Hohler currently lives in Zurich. He is the author of many one-man shows and satirical programs for television and radio.He wrote theater pieces, children's books, stories and novels, and is equally loved and feared for his sharp, witted and pointy humor. In 2002 he received the Kassel Literary Prize for Grotesque Humor. One of his most famous works is the "Totemügerli". A "Swiss-German" story based upon a fabulous creature using word- creations, which do not exist.
Um sich von einer Operation zu erholen, möchte die Schweizerin Isabelle, ein paar Tag nach Italien fliegen, doch als sie sich am Bahnhof auf dem Weg zum Flughafen, von einem hilfsbereiten älteren Herrn, ihren Koffer tragen lässt, bricht dieser plötzlich tot zusammen. Als sachkundige Altenpflegerin versucht Isabelle noch erste Hilfe zu leisten, jedoch vergebens. Die Frau verpasst ihren Flug und fährt nach den aufregenden Geschehnissen in ihre Wohnung zurück. Zu Hause angekommen, bemerkt Isabelle, dass sie versehentlich eine Mappe des Verstorbenen mitgenommen hat, die auch sein Handy beinhaltet und es dauert nicht lange, bis darauf mysteriöse und anonyme Anrufe an einen gewissen Marcel eingehen. Inzwischen klärt die Polizei die Identität des Fremden und gibt bekannt, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen kanadischen Staatsbürger Namens Martin handelt. In dessen Hotelzimmer wurde sein Handy und sein Ausweis gefunden. Isabelles Neugierde ist geweckt! Wer war dieser Mann wirklich und warum besaß er zwei Mobiltelefone? Was wollte er in der Schweiz und wer steckt hinter den anonymen Anrufen? War die Begegnung zwischen Isabelle und dem Fremden tatsächlich bloß Zufall? Als schließlich die Witwe des Verstorbenen, Veronique, in der Schweiz eintrifft und Isabelle kennenlernen will, beschließen die beiden Frauen, Nachforschungen anzustellen, denn die Ehefrau hat wenig Informationen über die Kindheit und Jugend ihres verstorbenen Mannes. Mit der Unterstützung von Isabelles Tochter, stoßen die drei Frauen schließlich auf eine geheime Familiengeschichte.
Einerseits konnte mich der interessante und durchaus spannende Roman von Franz Hohler sehr gut unterhalten aber andererseits musste ich vor allem gegen Ende der Geschichte feststellen, dass einige Entwicklungen sehr konstruiert wirkten und etliche Details unpassend und überflüssig waren.
Auch die fehlende Emotion hat mich stellenweise etwas irritiert, schreibt der Autor doch über ein empfindliches Thema der Schweizer Geschichte, das durchaus mehr Tiefgang verdient hätte. So empfang ich den Schreibstil oft zu nüchtern und die Dialoge zu geradlinig.
Dennoch schafft es der Autor, einen gewissen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, denn wir begleiten das Trio bei den interessanten Recherchen und Stück für Stück setzt sich für den Leser die trostlose Biographie des Verstorbenen zusammen. Am Ende entwickelte sich der Roman vom Krimi zum Familiendrama und die zentralen Themen, Diskriminierung, Ausgrenzung und Ungerechtigkeit werden deutlich.
Besonders überflüssig fand ich, dass auf die afrikanischen Wuzeln von Isabelles Tochter in der Geschichte eingegangen wird und Voodoo Zauber und afrikanische Medizin mit in das Buch eingearbeitet wurden. Diese Elemente der Hexerei waren äußerst unnötig und leider ein wenig grotesk.
Im Großen und Ganzen, hat Franz Hohler aber einen lesenswerten Roman geschafften. Wer sich beispielsweise für die Geschichte der Schweiz interessiert und gerne Familiendramen enträtselt, findet in diesem Buch sicher ein paar aufschlussreiche Informationen und eine schöne Portion Spannung.
KURZBESCHREIBUNG: Um sich von einer Operation zu erholen, möchte Isabelle zu ihrer Freundin nach Italien fliegen. An der Bahnhofstreppe zu Gleis 4, von wo der Transfer zum Flughafen stattfinden soll, bietet ein älterer Herr seine Hilfe beim Tragen ihres Koffers an, die Isabelle wohl besser abgelehnt hätte. Denn als die beiden den Bahnsteig erreichen, fasst sich der ältere Mann an die Brust und bricht tot zusammen. Herzinfarkt. Als ausgebildete Pflegefachfrau versucht Isabelle sofort ihr Möglichstes, jedoch vergebens, denn jede Hilfe kommt bereits zu spät. Versehentlich nimmt sie das Handy des Mannes mit nach Hause, das aufgrund fehlender Ausweispapiere als einziger Anhaltspunkt zu seiner Identität dient, und es dauert nicht lange, bis darauf anonyme (Droh-)Anrufe eingehen. Isabelle und ihre Tochter Sarah nehmen sich selbstlos der Sache an, lernen die Witwe Véronique kennen und erhalten Einsicht in das Leben des verstorbenen Martin, … oder Marcel?
MEINE MEINUNG: Durch Franz Hohlers, zunächst ungewohnten, überzeugenden indirekten Schreibstil ist es ein Leichtes, dem Geschehen durchgehend mit gespannter Erwartung zu folgen. Auch die bedrückte Stimmung wird gekonnt wiedergegeben und balanciert galant von Anfang bis Ende durch die raffiniert durchdachte Handlung. Die positiv kurzweilige "Schnitzeljagd" kreuzt nur selten die wörtliche Rede, sodass ein Kennenlernen der Charaktere möglich, aber nicht zu aufdringlich ist.
Besonders charmant gelungen sind die französisch eingeworfenen Worte bzw. Sätze, die die sprachliche Distanz der Protagonisten verdeutlicht, da die Witwe Veronique hauptsächlich Französisch spricht. "Sie sei so lieb, sagte Véronique und schneuzte sich, >>vous êtes tellement gentille.<<" (S. 49) So gewannen die Figuren nicht nur an Transparenz, sondern auch an Sympathie. Alles in allem ist die dramatisch schöne Geschichte wirklich gelungen, besitzt durch die Charaktere sehr viel Herz und glänzt im Endeffekt durch die unerwarteten Wendungen. Für Fans des Autors und für alle, die es werden wollen, empfehle ich „Gleis 4“ gern weiter.
Als auf dem Perron von Gleis 4 (Bahnsteig Nummer vier) ein Mann plötzlich tot umfällt, nimmt eine Verkettung von Umständen ihren Lauf und drei Frauen machen sich auf die Spur eines Geheimnisses aus der Vergangenheit. Mit Spannung und gut unterhalten lasse ich mich gerne von einem Meister seines Fachs durch dieses stilsichere und durchaus auch informative Buch führen.
Der sozialkritische Aspekt war das Einzige, was mich an diesem Buch interessiert hat. Die Problematik der Verdingbuben war mir neu und hat mich erschüttert. Nach einer kurzen Recherche, habe ich auch einen Film gefunden, der das Thema behandelt:
"Der Verdingbub" Max Hubacher (Darsteller, Hauptdarsteller), Katja Riemann (Darsteller, Hauptdarsteller), Markus Imboden (Regisseur)
Ansonsten fand ich das Buch voller Klischees (die fotografierenden Japaner, Kunstlehrer mit Pferdeschawnz usw), gegen Ende fast kitschig (siehe die Freundschaft der beiden Frauen). Mir hat insgesamt auch die Atmosphäre gefehlt, ich habe das Buch einfach zur Kenntnis genommen.
Stilistisch gab es für mich auch keinen Reiz. Schade, ich habe mir das erste Treffen mit Franz Holhler anders vorgestellt ...
Perfekti summerlektüre eigentlich, z wenig spannend und komplex, dassmer iwie invested wär aber jz au z wenig langwilig, dass es schlimm wär..paar inhaltssträng hend für mich nöd so sinn ergeh (VOODOOPUPPE USEM NÜT??) und iwie isch denn s grosse gheimnis sooooo medium crazy. wenigstens e chli kritik ade verding-chind-politik wo die schöni schwiz früener betriebe het aber villvill meh chan ich dem buech nöd abgwünne
Ich mag Franz Hohler. Besonders "Das Päckchen". Dieses hier war auch gut zu lesen, allerdings tu ich mir ein bisschen schwer mit dem Verhalten der Charaktere. Ich glaube nicht, dass ich so reagieren würde. Andererseits ist das auch die "Masche" seiner Bücher. Auch im Päckchen waren manche Verhaltensweisen für mich nicht so ganz nachvollziehbar.
Spannende (auf relativ ruhige Weise) Geschichte mit sympathischen Charakteren. Ich werde es sicher weiter empfehlen...meine Tochter wird es demnächst lesen.
Das Buch habe ich gekauft, weil ich ein dünnes brauchte, was in meine kleine Tasche passt. So sind wir bekannt geworden und so ging es auch Isabelle in dem Buch, als sie ganz zufällig ein freundlicher Mann den Koffer hochtragen will.
Hätte nie gedacht wie es endet, doch durch die lockere Schreibweise hat es echt Spaß gemacht.
Gute 4 Sterne für ein paar Lacher, die Ungerechtigkeit der Welt und einem unverhoften Ende.
Eine recht gute Geschichte, leider nicht so gut erzählt. Sprachlich bin ich von Hohler anderes gewohnt und die eher lineare Erzählstruktur wird bisweilen durch Abschnitte in die Länge gezogen, die weder der Atmospähre noch der Handlung dienlich sind. Dadurch bleibt auch von der sehr berechtigten Kritik an gewissen Zügen der Schweiz (und ihrem Umgang damit) nicht gerade viel hängen. Die Geschichte hat das Potential, ergreifend zu sein, ist es aber nicht wirklich.