"Keinen Ausweg aus der Misere zu kennen bedeutet nicht, dass es keinen Ausweg gibt." (Erhard Schümmelfeder) Es war geplant, ein entspanntes Wochenende mit fünf Schulfreunden im Schwarzwald zu verbringen. Gemeinsam wollen sie eine Escape-Challenge in einem alten Sanatorium spielen, bei der man zehntausend Euro gewinnen kann. Zunächst scheint es harmlos zu sein, doch es entwickelt sich immer mehr zu einem Alptraum mit fatalem Ausgang. Die Räume werden realistisch dargestellt, mit Fallen, die vorher unsichtbar scheinen. Der einzige Ausweg besteht in dem jeweiligen Rätsel, das sie in jedem Raum lösen müssen. Die Angst und der Zeitdruck sind jedoch ihr ständiger Begleiter, da der Täter genau weiß, welche Ängste jeder Einzelne hat. Aber wer hat sie in dieses Sanatorium gelockt und warum ist er hinter ihrem Leben her? Werden sie einen Ausweg finden?
Meine Meinung: Bereits das geheimnisvolle und düstere Cover sorgt für ein gewisses Unbehagen. Doch besonders der Klappentext hat mein Interesse an diesem Buch geweckt. Die Geschichte wird anhand zwei Handlungssträngen aufgebaut. Bisher kannte ich Escape Rooms nur aus Büchern, aber dass ein solches Spiel für eine infame Racheaktion genutzt wird, hatte ich nicht erwartet. Jedoch, wenn ein Preisgeld von 10.000 Euro lockt, ist jeder neugierig. Keiner der fünf Schulfreunde konnte ja ahnen, dass sie mit diesem Spiel in eine Falle gelockt wurden. Zuerst war ich der Meinung, in diesem Spiel handelt es sich nur um eine Abreibung. Es hat mich allerdings schon schockiert, dass es für die meisten extremer enden würde. Wer spielt hier ein Spiel, oder sind es vielleicht Rachegelüste, die den Täter antreiben? Hinzu kommt der Zeitdruck, der ihnen in jedem Raum im Nacken sitzt und sie zu einer Entscheidung drängt. Die Falle im ersten Raum hat mich besonders schockiert. Ich möchte mir ein solches Spiel in der Realität lieber nicht vorstellen. Allerdings fällt mir mit der Zeit auf, wie gut der Täter die fünf Freunde kennt. Könnte es eventuell jemand aus ihrer gemeinsamen Schulzeit sein? Um dies zu erreichen, blicken wir im zweiten Handlungsstrang immer wieder in die Vergangenheit. Der Autor hat die einzelnen Escape-Räume mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Das Setting des tatsächlich existierenden, leerstehenden Sanatoriums auf der Charlottenhöhe wird ebenfalls sehr gut dargestellt. Augenblicklich hatte ich eine Vorstellung von diesem Lost Place, der sich hervorragend als Todesfalle eignet. Ich konnte mich auch in die einzelnen Protagonisten sehr gut hineinversetzen und habe mit ihnen gezittert und mitgelitten. Als ich es las, fragte ich mich: Wer kommt auf so etwas? Warum empfindet er so einen großen Hass? Gibt es für irgendjemanden einen Ausweg? Diese Geschichte hat mich bis zum Schluss gefesselt, und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Eine Geschichte, die ich jedem ans Herz legen möchte und für die ich gerne 5 Sterne vergebe.
Nachdem ich Stefan Zeh letztes Jahr für mich entdeckt habe, war klar: Die überarbeitete Neuauflage muss her. Cover? Genau mein Beuteschema. Klappentext? Direkt gekauft.
Die Grundidee ist nicht komplett neu – und relativ früh ahnt man, in welche Richtung es gehen wird. Aber ganz ehrlich? Das ist völlig egal. Denn die Umsetzung sitzt.
Fünf Freunde. Ein abgelegenes Sanatorium. Ein Escape-Game, das plötzlich viel realer wird als gedacht. Raum für Raum werden sie mit ihren größten Ängsten konfrontiert – und Raum für Raum werden es weniger.
Was mir besonders gefallen hat: Auch wenn man die grobe Richtung erahnt, bleibt die Spannung konstant hoch. Kein Durchhänger, kein „zieh dich“, sondern ein klares, gnadenloses Vorwärts. Die Dynamik innerhalb der Gruppe kippt spürbar. Misstrauen wächst. Panik kriecht unter die Haut.
Und dann das Ende. Schnell. Laut. Unerwartet.
Für Fans von Filmen wie Saw oder Escape Room und für Leser, die Geschichten wie Playground feiern, ist „Ohne Ausweg“ eine klare Empfehlung. Kein literarisches Rätselwerk. Aber ein verdammt gut funktionierender Thriller.
Der Thriller wirkte auf mich wie eine Mischung aus *Squid Game* und Escape-Room-Szenarien – allerdings ohne deren fesselnde Intensität. Schon der Einstieg fiel mir schwer, da die Handlung nur langsam in Gang kam und ich nur schwer Zugang zur Geschichte fand. Immer wenn die Spannung gerade anzog, wechselte die Perspektive abrupt zu einer anderen Figur, wodurch die aufgebaute Atmosphäre sofort wieder verpuffte.
Obwohl den Charakteren in den Escape Rooms grausame Dinge widerfahren, konnte ich keinerlei Mitgefühl für sie entwickeln. Ihre Ängste und Emotionen blieben für mich nicht greifbar, sodass ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte. Insgesamt fühlte sich der Thriller für mich an wie ein Film mit schwachen Darstellern – vieles wirkte konstruiert und wenig überzeugend.
Relativ früh hatte ich eine Vermutung, warum all das den Freunden widerfährt, und diese bestätigte sich am Ende auch. Zwar gab es einen kleinen Plot-Twist, mit dem ich nicht gerechnet hatte, doch selbst dieser konnte die Geschichte für mich nicht retten. Von einem guten Thriller erwarte ich ein echtes Gänsehaut-Feeling – das blieb hier leider völlig aus.
Relativ kurzer und blutiger Escape Room Thriller, der mich gut unterhalten hat. Die Charaktere waren jetzt nicht besonders tiefgründig und ich konnte auch nicht gross mitfühlen, weil sie mir einfach fremd blieben, aber das hat mich nicht gestört. Der Schreibstil war recht einfach gehalten und manche Phrasen gingen mir mit der Zeit etwas auf die Nerven, aber da es sich um ein kurzes Buch handelt, konnte ich es dann doch gut lesen.