Dieser Roman lässt Sie wieder an das Gute im Menschen glauben
Diesmal ist es etwas anderes. Darauf hofft Ina jedes Mal, wenn sie sich verliebt. Doch es geht immer schief. Sie arbeitet in einem Tattoostudio und wohnt mit ihrem Sohn Henry in der Siedlung "Am Kastanienbaum", irgendwo mitten in einer großen Stadt. Dort gibt es noch mehr Menschen wie Ina, 1.583 genauer gesagt. Sie leben nah beisammen und bleiben doch allein. Da ist Herr Bello, der am liebsten im Faltenrock tanzt. Samy, der davon träumt, eine Ente zu streicheln. Und Frau Arslan, die Gedichte in Pralinenschachteln versteckt. Sie alle eint die Sehnsucht nach Glück und Verbundenheit. Eines Tages macht Baggerfahrer Paco eine schicksalhafte Eine Weltkriegsbombe liegt unter der Erde. Darauf geschieht in der Siedlung etwas Wundersames. Die Menschen kommen einander näher, als es möglich schien. Und Ina begegnet dem Mann, mit dem es etwas anderes ist.
Guten Morgen, schönes Wetter heute, von Tanja Kokoska
Cover: Viel zu grafisch, für diesen wunderbar warmen Roman. Wenn auch die vielen Wohnungen passen, denn im Buch geht es um viele Bewohnern einer Siedlung.
Inhalt und meine Meinung:
Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest. Und lass die jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken lässt .
Dieses wunderbare Gedicht spielt eine zentrale Rolle in diesem berührenden Roman. Wir sehen von oben auf eine x-beliebige Siedlung und ihre Bewohner. Sie leben nicht miteinander, sondern nebeneinander her. Jeder in seinem Alltagstrott und mit seinen eigenen Problemen beschäftigt. Mitten drin Ina und ihr Sohn Henry. Doch eines Tages gibt es einen Cut der sie zu einer Pause zwingt und das Schicksal in andere Bahnen lenkt.
Die Autorin erzählt in einer poetischen und wunderbar warmen Art die Geschichtete von vielen Menschen und wie es ausreichen kann wenn eine kleine Unterbrechung viele Steine ins Rollen bringt und sich das Leben von vielen auf einmal positiv ändert.
Autorin: Tanja Kokoska wurde 1971 in Frankfurt am Main geboren. Sie war viele Jahre Redakteurin der Frankfurter Rundschau. Inzwischen arbeitet sie als freischaffende Journalistin und Autorin, unter anderem für die Satireseite "Die Wahrheit" (taz). Sie lebt nach wie vor in Frankfurt.
Mein Fazit: Ein wunderbarer Roman, voller Emotionen und Wärme der die Hoffnung stärkt, dass das Leben sich immer wieder und jederzeit, zum besseren wenden kann ohne große Anstrengung und eigene dazutun. Ich habe jede Seite genossen. Von mir eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.
Das Hardcover ist sehr hochwertig gestaltet, mit Lesebändchen und Schutzumschlag. Die Vorder- und Rückseite sind als bunte Hausfassade mit vielen einzelnen Wohnungen gestaltet. Vorne durch den Titel unterbrochen und hinten mit einer Inhaltszusammenfassung und zwei Zitaten. Auf der vorderen Klappe ist fast schon eine Art Leseprobe abgedruckt, auf der hinteren ein Autorinnen-Portrait.
Der Schauplatz der Geschichte ist die Siedlung “Am Kastanienbaum”. Dort leben 1583 Menschen, mehr oder weniger nebeneinander her. Als roten Faden würde ich jedoch Ina, alleinerziehende Mutter mit zwei Jobs und ihren fast 18 jährigen Sohn Henry bezeichnen. Nach und nach lernen wir auch noch ein paar weitere Bewohner der Siedlung kennen. Der Wendepunkt dieses nebeneinander her Lebens ist der Fund einer Weltkriegsbombe und die Evakuierung der Siedlung.
Mir hat das Buch gut gefallen, der Schreibstil ist mal was anderes. Die Geschichte wirkt im ersten Moment nicht zusammenhängend, ist sie aber dann doch. Sie springt zwischen den einzelnen Bewohnern der Siedlung hin und her, lässt uns einen Einblick in die verschiedenen Welten bekommen und führt am Ende alles zu einem guten Ende zusammen. Vielleicht sollten auch wir wieder mehr hinsehen, uns Dazusetzen und weniger nebeneinander her leben.