Mit „Denialism“ reagieren die Herausgeber:innen auf das Fehlen von feministischer Kritik, die sich explizit mit der systematischen Verleugnung und Verharmlosung sexualisierter und antisemitischer Gewalt im Zusammenhang mit den Massakern des 7. Oktober beschäftigt.
Ausgehend von einer Neukontextualisierung von Antisemitismus als Weltanschauung und globales Phänomen der Gegenwart widmen sich die Autor:innen der Täter-Opfer-Umkehr, den Widersprüchen der Queer Theory sowie dem Islamismus als einem nicht nur autoritär-patriarchalen, sondern auch einem neoliberalen Projekt. In strikter Abgrenzung zu rechtspopulistischen Narrativen, die Antisemitismus für rassistische Hetze und Antigenderismus instrumentalisieren, bietet der Band Gelegenheit zu diskursiver Komplexität und die Chance, neue, solidarische Allianzen zu schließen.
Beiträge von Havîn Al-Sîndy, Kübra Atasoy, Livia Erdösi, Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Eva Illouz, Morgane Koresh / YiddishFeminist & Nicole Schweiß, Rebecca Schönenbach, Nora Sternfeld und Isolde Vogel.
"Die Verleugnung der Gegenwart ist nicht ein simples Absprechen der Fakten, zumindest nicht immpostmodernen Kulturbetrieb: Diese äußert sich durch ein subtiles Geflecht an Verdrehnungen, der undialektischen Übertragung antikolonialer und antirassistischer Diskurse gegen den einzigen Staat für und von Jüdinnen:Juden." (16)
"Die aktive Rechtfertigung der Hamas-Gewalt durch feministische Gruppierungen aber macht alle Frtauen wieder zu einem legitimen Ziel sexualisierter Gewalt." (56)
"Die pseudo-diskursive Sexualisierung der Selbstmordattentäter:innen als queer hat sicherlich dazu beigetragen, die sexulaisierte Gewalt der Hamas als Befreiungsakt zu verkennen." (107)
"Die intellektuelle Arena ist zu einem Schlachtfeld der Verletztren geworden." (118)