Sörensen wird von seiner Vergangenheit eingeholt und hadert mit der Gegenwart - sein sechster und bisher persönlichster Fall! Veränderungen stehen an bei Sörensen - und Veränderungen sind wie saure braucht man nicht. Nachdem er seinen kranken Vater bei sich aufgenommen hat, taucht überraschend auch noch ein alter Schulfreund auf. Schiefel heißt er, und er bringt einen Sack voller Probleme mit. Hinter seinem Haus werden menschliche Leichenteile gefunden. Handelt es sich um die Überreste eines vor Jahren verschwundenen Mädchens? Schon wird aus einem Cold Case ein heißer, steckt Sörensen in der nächsten Mordermittlung. Für die er dringend seine Kollegin Jennifer braucht - die sich allerdings ebenfalls verändern möchte ...
Sven Stricker wurde 1970 in Tönning geboren. Er studierte Komparatistik, Anglistik und Neuere Geschichte und versuchte sich als Musiker und Nachwuchsjournalist. Heute ist er freier Autor und Hörspielregisseur und lebt in Potsdam.
"Sörensen geht aufs Haus" von Sven Stricker: Ich habe mehrmals geweint und viel geschmunzelt, Sörensen at his best!
Sörensen kann es nicht fassen: Seine Kollegin Jenny möchte wirklich kündigen. So in echt, mit offiziellem Schreiben und allem. Als wäre das nicht genug, stellt er auch noch fest, dass sein ehemals bester Freund Schiefel aus Schulzeiten ebenfalls in Katenbüll wohnt. Die Begegnung verläuft allerdings unter nicht so idealen Umständen, denn auf Schiefels Grundstück wurden menschliche Knochen gefunden. Stehen die eventuell in Verbindung mit einer jungen Frau, die schon seit Jahren als vermisst gilt? Während Sörensen versucht, genau das herauszufinden, stellt er sich gleichzeitig seiner Vergangenheit. Wir erfahren von seiner, alles andere als rosigen Kindheit und welchen großen Stellenwert die Freundschaft mit Stiefel in seinem Leben hatte, wie sehr dessen Familie eine Insel für ihn war.
Ich sage, wie es ist: Dieser Sörensen-Band hat mir das Herz gebrochen. So richtig doll! Ich kann jetzt hier schlecht verraten, warum, aber vieles daran ist wirklich uff und ich wollte Sörensen mehr als einmal dringend in den Arm nehmen und knuddeln (hätte er nicht zugelassen, ist mir schon klar, aber der Gedanke zählt vielleicht auch).
Nach wie vor ist ja "Sörensen fängt Feuer" mein Lieblingsband, aber "Sörensen geht aufs Haus" drängelt sich da doll mit aufs oberste Treppchen. Ich liebe diesen Band wirklich sehr und wollte beim Lesen nicht, dass er vorbeigeht, während ich gleichzeitig der Auflösung entgegengefiebert bin. Wie Sven Stricker es hier schafft, genau die richtige Mischung aus tiefem Ernst und bittersüßer Komik zusammenzubringen, wie er von tiefen Wunden und transgenerationalen Traumata erzählt und wie er uns allen auch ein bisschen den moralischen Spiegel vorhält, ist tief berührend und hallt immer noch in mir nach. Denn in "Sörensen geht aufs Haus" geht es auch ums Weggucken in Situationen, bei denen eigentlich Handeln gefragt wäre. Aus Bequemlichkeit, aus Überforderung, aus Angst oder, weil man selbst so in seiner Blase gefangen ist, dass man die der anderen gar nicht erst erkennt. Das alles ist klug beobachtet und grandios geschrieben, hiermit spreche ich eine nachdrückliche Leseempfehlung aus!
Am liebsten wäre es Sörensen, wenn alle Tage immer gleich verliefen, vielleicht hin und wieder etwas zu tun auf der Wache, aber sonst keine Veränderung. Aber bei wem haut so etwas schon hin? Bei Sörensen jedenfalls nicht. Nach dessen Erkrankung hat er seinen Vater aufgenommen. Seine Kollegin Jenni Holstenbeck spricht von Veränderungen, eine neue Polizeianwärterin hat angefangen und nun wurden auch noch Knochen im Garten der Familie Göttlich gefunden. Das an sich ist schon schlimm genug. Es stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei dem Herrn Göttlich um Sörensens alten Schulfreund Schiefel handelt. Einfach zu viele Veränderungen.
Morde in Katenbüll - seit seinem Umzug von Hamburg nach Katenbüll ermittelt KHK Sörensen nun zum sechsten Mal. Obwohl es erstmal nicht direkt um Mord geht. Aber anscheinend wurden menschliche Knochen auf einem Grundstück gefunden. Die Nachbarn meldeten den Fund und tischen eine wahrlich abenteuerliche Geschichte auf. Das muss Sörensen erstmal sortieren. Aber die Tatsache mit den Knochen bleibt. Tja, und der Garten gehört seinem alten und einzigen Freund Schiefel. Sörensen wusste nicht einmal, dass der in Katenbüll wohnt. Der Kontakt war auch abgerissen. Noch ahnt Sörensen nicht, dass auch die Eltern einer Sechzehnjährigen, die seit über zwei Jahren verschwunden ist, auf dem Weg nach Katenbüll sind.
Wenn am Anfang die Lachmuskeln einmal ordentlich durchgerüttelt wurden, kann man sich so langsam auf den Fall konzentrieren. Ein Cold Case, der nicht so kalt ist wie man vielleicht gemeint hat. Sörensen, der Veränderungen tatsächlich überhaupt nicht mag, muss hier mit etlichen Neuerungen klarkommen. Das fängt schon mit Schiefel an, der eigentlich aus seinem Leben verschwunden war. Dabei werden in Sörensen Erinnerungen wach, so dass man beim Lesen mehr von seiner Vergangenheit erfährt. Vergangenheit und Gegenwart, Cold Case, und die verhassten Veränderungen, auf Sörensen stürzt einiges ein. Zusammengefügt ergibt sich ein fesselnder Kriminalroman mit einem Sörensen, der einen Schritt weiterkommt. Vielleicht sind Veränderungen nicht immer schlecht, vielleicht ist es manchmal gut, wenn sie ausbleiben. Dieser Sörensen macht Vorfreude auf den nächsten.
Ein Nachbarschaftsstreit eskaliert und nach einem bösen Streich findet sich eine menschliche Hand im Garten der Göttlichs. Sörensen erkennt, dass Herr Göttlich sein alter Schulfreund Schiefel ist, den er schon viele Jahre nicht mehr gesehen hat und den er gerne für unschuldig halten möchte. Urplötzlich taucht der Vater von Mia auf, die zwei Jahre zuvor verschwunden ist. Und Jennifer knallt ihre Kündigung auf den Tisch.
So fand ich’s:
Die Bücher mit Kommissar Sörensen, dem unter einer Angststörung leidenden Ermittler ohne Vornamen, gehören zu meinen Lieblingsbüchern. Auf diese sechste Episode habe ich mich gefreut, seit ich Band 5 zu Ende gehört hatte und es war schon lange klar, dass ich wieder die Hörversion wählen würde, wunderbar gelesen vom Autor selbst.
Die im Garten gefundene menschliche Hand scheint die Tür zu einem Cold Case aufzustoßen. Doch so einfach liegt die Sache nicht und es gelingt erst einmal nicht, die Indizien zu einer sinnvollen Geschichte zu ordnen. Außerdem stellt Sörensen fest, dass er mit den Besitzern des Fundhauses zur Schule gegangen ist und der Ehemann sein früher bester Freund war. Das stößt einige Erinnerungen an und wir LeserInnen erfahren so einige neue Dinge über Sörensens Jugend, die auch ein wenig beleuchten, wieso Sörensen heute so ist, wie er ist.
Seine Kollegin Jennifer fühlt sich eingeengt und will kündigen, um neue Wege auszuprobieren. Das gefällt Sörensen zwar nicht, aber er weiß nicht, wie er es verhindern soll. Sein Vater hat nach seiner Krebsbehandlung jede Kraft verloren, ist bei Sörensen untergekommen und der Sohn macht sich große Sorgen um ihn.
Wie eigentlich in jedem Band sammelt sich großes und kleines Elend um Sörensen herum. Wir blicken auf schlimme Schicksale, diverse Krankheiten, die das Leben viel viel schwerer machen, aussichtslose Lagen. Und Sven Stricker nimmt kein Blatt vor den Mund und taucht kopfüber rein, mit allen Details.
Und doch liebe ich die Bücher total. Sie sind in all dem Elend sehr unterhaltsam. Weil eigentlich niemand wirklich negativ und voller Selbstmitleid ist (mal kurz, aber nicht dauerhaft), sondern alle irgendwie weitermachen. Und Stricker bzw. Sörensen hat einen so bissigen Humor, den ich richtig klasse finde. Der Kriminalfall ist auch wie immer anspruchsvoll und gut konstruiert und hat natürlich seine ganz eigene Version von Schmerz und Selbstironie.
Sörensens Angststörung ist immer im Hintergrund präsent, auch wenn sie gerade akut keinen Ärger macht, und ich fühle mich mit meiner dauerhaften Depression in Strickers Darstellung von Sörensen wiedererkannt. Genauso auch darin, dass Sörensen diese vielen psychischen Probleme hat und trotzdem ein toller Ermittler ist. Die zwei Facetten kann es tatsächlich nebeneinander geben. Blöd nur, dass die Gesellschaft, der Arbeitgeber, der Freundeskreis einen oft aussortiert, weil viele denken, es gäbe nur die Facette Angststörung / Depression und sonst nichts mehr. Genau darum mag ich die Serie so, denn sie zeigt viel mehr als nur diese eine Facette.
Und obwohl die Krimis immer viel ernster sind als ich sie im nachhinein in Erinnerung habe, sind sie auch durchdrungen von einem köstlich schwarzen Humor und einem liebevollen Blick auf skurrile Menschen, von denen ich immer wieder gerne lese.
Sörensen bekommt für alle sechs Bände eine begeisterte Leseempfehlung und für die Hörversion noch eine Kirsche auf der Sahne obendrauf.
Sörensen geht aufs Haus ist nun schon das sechste Buch, welches der Autor Sven Stricker selber eingelesen hat. Sörensen bekommt von seiner besten Kollegin die Kündigungspapiere und ist völlig aus dem Häuschen. So geht das nicht, sie kann doch nicht einfach kündigen. Ausgerechnet sie, die ihm doch so viel bedeutet! Und dann kommt auch noch ein Anruf rein: während eines Nachbarschaftsstreits sind Leichenknochen durch die Gegend geflogen! Verdammt schon wieder ein Mord in dem beschaulichen Katenbül! Seitdem Sörensen in dem beschaulichen Örtchen in Friesland den Posten übernommen hat, gibt es immer wieder Mordfälle.
Ich bin inzwischen ein absoluter Fan von dem Kommissar. Ich mag seine norddeutsche Art und ich liebe es, wie der Autor seinen Text so wunderbar vorliest. Die typischen norddeutschen Tonlagen sind perfekt. Auch weiß natürlich Sven Stricker am besten, wie sich der Kommissar oder die anderen Figuren sich benehmen, ob einer wieder mal genervt ist oder überfordert. Klar, er hat ja diesen Darstellern Leben eingeschrieben. Wenn Sörensen mal wieder herumdruckst und eigentlich nicht weiß wie die Worte aus ihm kommen sollen oder wenn er neben dem Nachbarn auf dem Dach sitzt und Sörensen wieder einen Angstanfall bekommt.
Dann kommen auch noch die komischen Momente dazu. Sörensen versucht einen Menschen für sein Leben zu finden und trifft sich mit einer Frau in dem einzigen möglichen Lokal am Platz. Ich hätte Tränen lachen können, als ich diese Geschichte auf den Ohren hatte. Und obwohl es recht traurig ist, dass Sörensen Papa sterbenskrank ist und derzeit bei seinem Sohn in dem Haus am Deich wohnt, entstehen da auch wieder Situationen die Urkomisch sind.
Sörensen geht aufs Haus ist aber auch ein Krimi, der im Laufe der Geschichte natürlich auch wieder gelöst wird. Auch spannend und unterhaltsam. Dabei trifft Sörensen, dessen Vornamen wir immer noch nicht kennen, auf einen alten Freund Schiefel. Früher war er der beste Kumpel aber die beiden haben sich auseinandergelebt. Dabei lebt Schiefel mit seiner Familie ebenfalls in Katenbül und ist der Nachbar, dem die Knochen in den Garten geflogen sind.
Ich habe nun schon das sechste Hörbuch von und mit Sven Stricker gehört. Ich liebe einfach seine Art die Bücher selber einzusprechen. Jedes Mal bin ich traurig, wenn ein Fall gelöst wurde und erwarte dann den nächsten Teil. Bei diesem Teil hätte ich am Ende fast Beifall geklatscht, weil es endlich dazu kam, dass Sörensen über sich hinausgewachsen ist. Aber was das war, das werde ich hier bestimmt nicht laut machen, das kannst du dir alleine anhören oder lesen. Von mir bekommt das Buch 🐭🐭🐭🐭
Es war mir wieder mal ein Fest, ganz ehrlich, diese Buchreihe feiere ich total.
Natürlich ist das kein "cosy crime" im eigentlichen Sinne, aber fuck it , ich genieße wirklich jedes Buch, denn ich kann beim "Mitermitteln" ohne Ende lachen und die allzu menschliche Schrulligkeit abfeiern. Am Ende des Tages sind wir doch alle mit einem (hoffentlich halbwegs formschönen) *Knacks* versehen und versuchen trotzdem das Beste aus der eigenen Existenz zu machen.
Jedenfalls geht es dieses Mal im weiteren Sinn um Beziehungen: Freundschaften, Liebe, Familie und natürlich auch die Beziehung zu sich selbst. Wie sich diese Beziehungen wandeln können, im guten wie schlechten, und wie sie eigentlich aussehen, wenn man aus anderer Perspektive draufschaut und dabei weder beschönigt noch verdammt.
Ich hab mich auch sehr darüber gefreut endlich mehr über Sörensens Vergangenheit zu lesen, denn so konnte man besser nachvollziehen, warum beispielsweise seine Beziehung zu Sörensen Senior ist wie sie ist. Und es sorgt dafür, dass man unseren KHK des Herzens nur noch mehr mag. Schön ist das, sehr schön, sag ich mal.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band und hoffe hiermit schamlos, dass die Reihe niemals endet.
Wie immer, bin ich beeindruckt von der scharfen Beobachtungsgabe des Autors, sowie seinem trockenen Humor.
Er spricht sehr ernste Themen an (wie zum Beispiel Angststörungen, Krebs, Kindesentführung, Mord), schafft es aber, dass man sich trotzdem sehr gut amüsiert.
Ich weiß nicht, ob man hier oben in Nordfriesland geboren und aufgewachsen sein muss, um das alles so amüsant zu finden. Ich zumindest erkenne unglaublich vieles wieder, und fühle mich absolut zuhause in den Sörensen Romanen.
Wie immer liest Stricker selbst, und wie immer macht er das großartig.
Seit ich die Verfilmung der ersten zwei Sörensen Bände gesehen habe, habe ich ständig Bjarne Mädel vor Augen, der die absolut perfekte Besetzung für die Rolle ist, und Stricker schafft es. wie Mädel zu klingen wenn Sörensen spricht oder denkt. Einfach großartig!
Wer Schleswig-Holstein mag, wer die Schleswig-Holsteinischen Menschen mag, kommt um Sörensen nicht rum⚓ Das neueste Buch ist der persönlichste Sörensen bisher. Man möchte ihn jetzt noch mehr behüten, ihn als Menschen an seiner Seite und als Kommissar in seiner Stadt/Region haben und vor allem, ihn noch unzählige weitere Bücher begleiten. Die ersten ca. 500 Seiten vergingen vor Begeisterung im Leserausch, die letzten 20 nur noch etappenweise - weil der Abschied bevorsteht bis es wieder Neues von Sven Stricker gibt. Danke für mein Buch des Jahres (das wage ich jetzt schon zu behaupten) 🙏 Ach und übrigens - wer Bjarne Mädel mag, kommt um Sörensen auch nicht rum. Niemand sollte an Sörensen vorbei kommen. Es lohnt sich in jedem Fall ☝️
Großartig! Dieser Band hat mir durchwegs sehr gut gefallen - sowohl von den zwischenmenschlichen Themen zwischen Sörensen und seiner Familie sowie seinem Team als auch vom Kriminalfall her. Sehr spannend, gut aufgebaut, sehr kurzatmig!
Das erste Buch dieser Serie, welches ich etwas betrüblich fand, da Sörensens traurige Kindheit geschildert wird. Den Fall an sich fand ich wieder sehr gut.
Der 6. Teil der Reihe führt Sörensen erneut an die Abgründe der nordfriesischen Provinz. Das Buch verbindet Spannung mit trockenem Humor und lebt vom Blick auf das, was hinter verschlossenen Türen passiert.