Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes bricht für Gesa die vertraute Welt zusammen. Tagsüber funktioniert sie im Beruf, nachts schreibt sie sich die Verzweiflung in ihr Tagebuch – der einzige Ort, an dem sie ihre Schuldgefühle, Wut und Leere zulässt. Halt findet sie nur noch bei Therese, ihrer betagten Freundin, die sie mit kleinen Aufgaben behutsam aus ihrer Komfortzone schubst.
Als Gesas Tagebuch verschwindet und Therese ins Heim verlegt wird, droht ihr letzter Halt zu zerbrechen. Doch inmitten von Krankenhausfluren, Pflegeheim-Alltag und familiären Spannungen öffnen sich neue Wege: Begegnungen mit Menschen, die selbst schweres Gepäck tragen, lassen Gesa vorsichtig spüren, dass es vielleicht doch wieder grünes Licht für das Leben geben kann.
Gesa existiert nur noch, seitdem sie ihren Mann plötzlich verloren hat. Erst die Freundschaft zur 50 Jahre älteren Therese lässt sie wieder Mut fassen. Therese wird nicht nur zu Gesas Lebensmittelpunkt, sondern schenkt ihr auch das Tagebuchschreiben. Als dann ihr Tagebuch verschwindet und Therese immer schwächer wird, droht Gesas Leben erneut auseinanderzubrechen. „Grünes Licht“ von Corina Minzlaff kann ich nicht objektiv bewerten. Ich kenne diese beeindruckende Autorin und durfte sie auf ihrem Weg zum fertigen Roman und der Verlagssuche begleiten. Es ist also nicht verwunderlich, dass „Grünes Licht“ sofort den Weg in mein Herzen gefunden hat. Er vermittelt nicht nur die große Liebe und den Nutzen des Tagebuchschreibens, welches in meinem Leben ebenso einen Fixpunkt bildet, sondern zeigt auch einen Weg heraus aus der Trauer, die einen zu zerreißen droht und den Wert von Freundschaften, so ungewöhnlich diese sein mögen. Und gerade die Tagebucheinträge ließen mich oft schlucken, weil sie so direkt, pur und schmerzhaft waren. Trotzdem verliert Gesa die Hoffnung nicht und wenn, dann nur kurz, obwohl sie es wirklich nicht leicht hat. Neben dem Thema Trauer und dessen Bewältigung spielt das Pflegesystem in Deutschland eine zentrale Rolle. Etwas, was wir oft von uns wegschieben. Auch das packt Corina Minzlaff behutsam und eindrücklich an. Ein Roman der Hoffnung schenkt, und Mut für all jene die gerade am Hadern und Verzweifeln sind.