Die YDA geht in die nächste Runde und nachdem Raven Stone das Buch von Joss Stirling war, das mir bis zu diesem Zeitpunkt am wenigsten gefallen hatte, hatte ich auch hohe Hoffnungen in Stung gesetzt. Leider wurden meine Hoffnungen enttäuscht, denn Stung war auch nicht besser als Struck.
Während ich bei Struck die Liebesgeschichte unheimlich gern mochte und mir der ganze Rest zu wenig Action bot (und mich das mit dem Mobbing etwas genervt hat), war es in diesem zweiten Teil eher andersherum. Ich fand, dass das Buch sehr actionreich gestaltet war, dafür ist das hier aber auch die schwächste Liebesgeschichte von ALLEN Büchern gewesen.
Das Problem dabei ist, dass alles so schnell geht. Nathan ist ja schon in sie verliebt, bevor das Buch überhaupt richtig losgeht. Die beiden kennen sich von früher und er liebt sie einfach schon seitdem. Punkt. Fand ich persönlich ziemlich langweilig. Entsprechend schnell geht das dann auch auf der Flucht, wo die beiden sich nach wenigen Tagen auch zum ersten Mal küssen. An sich ist das ja keine so lange Zeit, aber auf der Flucht, wo man dem jeweils anderen eigentlich nicht trauen sollte?! Dann schon. Auch ist mir hier aufgefallen, wie wenig Zeit die Autorin auf Kussszenen verwendet. Eigentlich hat mich das bisher nie gestört. Sie hat die Emotionen auch so herübergebracht und brauchte dazu keine Schmetterlinge im Bauch, wenn die Lippen sich berühren und sich bewegen und die Hand in die Haare des Gegenübers fährt... Ihr wisst ja, wie das läuft. Normalerweise brauchte die Autorin das nicht. Hier allerdings fehlten für mich die Emotionen außerhalb des Körperlichen und deshalb haben sie mir genau da gefehlt. Der erste Kuss kam für mich auch total plötzlich. So "He kissed her" und weiter im Text mäßig. Also da ist bei mir wirklich NICHTS angekommen.
Unrealistisch war der Action-Teil auch, aber da das bei allen Büchern der Reihe der Fall ist, stört mich das irgendwie nicht so wirklich.
Natürlich mag ich den Schreibstil noch immer und aus genau diesem Grund bekommt das Buch auch nicht noch weniger Sterne. Außerdem mochte ich Nathan wirklich gern und ich finde, so richtig falsch machen kann man mit Joss Stirlings Büchern eigentlich nichts. Ich werde jedenfalls definitiv wieder zu Büchern der Autorin greifen.