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Zum Töten bereit: Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen

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»Wir sehen uns im Paradies«, schrieben die fünfzehnjährige Sabina und ihre Freundin Samra an ihre Eltern, bevor sie spurlos nach Syrien verschwanden. Ahmed C. ist in Ennepetal geboren und liebte Fußball – bevor er sich als Selbstmordattentäter in Bagdad in die Luft sprengte. Über fünfhundertfünfzig deutsche Dschihadisten, der jüngste von ihnen dreizehn Jahre alt, befinden sich zurzeit unter den IS-Kämpfern und dienen als »Gotteskrieger«, während ihre Freunde zu Hause in Deutschland Abitur machen. Die islamische Religionslehrerin und Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor kennt selbst zahlreiche junge Menschen, die auf der Suche nach Anerkennung und Akzeptanz der Dschihad-Romantik verfallen sind. Sie berichtet von einer orientierungslosen Generation und erklärt, was wir tun können und müssen, um die Radikalisierung unserer Kinder zu stoppen.

252 pages, Kindle Edition

First published February 6, 2015

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Lamya Kaddor

11 books4 followers

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Profile Image for Reiner.
29 reviews1 follower
May 24, 2015
Lamy Kaddor liefert mit ihrem Buch eine intensive Diskussion über die Hintergründe von Jugendlichen ab, sich extremistischen Tendenzen und Gruppierungen anzuschließen. Auch wenn ihr Augenmerk auf Jugendlichen aus muslimischem Mileu liegt, die sich den salafistischen Bewegungen anschließen, so können doch grundlegende Erkenntnisse für Erklärungsansätze jedes Abtriften in extremistische Richtungen Verwendung finden.
Die Autorin widersteht souverän der Versuchung, den Diskurs einseitig zu führen. Stattdessen beleuchtet sie, warum die Resentiments der deutschen Gesellschaft gegenüber Muslimen o.g. Tendenzen verschärfen, hinterfragt aber gleichzeitig scharf, welchen Anteil die inneren Gegebenheiten der muslimischen Gesellschaft in unserem Land daran haben. So bleibt weder das externe noch das interne Umfeld der Muslimen in Deutschland von Kritik verschont, die aber bei genauer Betrachtung der Argumentation der Autorin angemessen scheint.

Nicht nur wegen dieses beschriebenen wichtigen Diskurs ist dieses Buch wirklich lesenswert. Der Leser jeder religiösen Coleur erhält einen intensiven Einblick in das Innenleben muslimischer Familien und Gruppierungen. Es wird deutlich vermittelt, dass der Islam keinerlei innere "kirchliche" Organisation kennt (und fordert), wie es in christlichen Glaubensgruppierungen der Fall ist. Allein dadurch tut sich unser Staat schwer damit, den Islam als "Gruppierung" zu erkennen, zu verstehen und zu integrieren. Deutlich wird auch, und das ist uns Christen ja bestens bekannt, dass es "den" Islam nicht gibt, sondern dieser sich aus einer Reihe von unterschiedlichen Strömungen zusammensetzt. Allein die kritische Auseinandersetzung mit diesen Strömungen beginnt offensichtlich erst jetzt. Sie wird durch die Umgangsformen im Islam allerdings erschwert, die jegliche – auch noch so berechtigte Kritik – an Älteren und "Gelehrteren" ohne Ausnahme verbietet.

Es bleibt nach der Literatur dieses Buches mit seiner wertvollen Innensicht die Feststellung, dass es Prozesse innerhalb und außerhalb der muslimischen Gesellschaft gibt, die Hoffnung machen, dass extremistische Bewegungen innerhalb des Islam an Einfluss verlieren könnten. Kaddor lässt aber keinen Zweifel daran, dass diese Prozesse mit aller Antrengung weiter geführt werden und wir uns dennoch damit abfinden müssen, dass positive Ergebnisse noch viele Jahre, ja vielleicht Generationen brauchen, um sicht- und greifbar zu werden.
Profile Image for Vici.
37 reviews
November 30, 2020
Ich war zuerst etwas abgeschreckt von dem Titel, weil ich Angst hatte, dass das Buch sehr populistisch geschrieben ist. Aber die Autorin, die Islamwissenschaftlerin ist und den islamischen Religionsunterricht in Deutschland mitaufgebaut hat, weiß wovon sie spricht. Sie erklärt islamische Begriffe leicht verständlich und beschreibt, wie sich (Neo-)Salafisten eben diese Begriffe aneignen und für ihre Anschauungen verkehren. Die Autorin geht auf die Verantwortlichkeit für die Prävention gegen islamistischen Extremismus ein und benennt damit viele Bereiche, sodass natürlich nicht nur muslimische Gemeinden ihren pädagogischen Islamunterricht überdenken sollten, sondern auch die Schulen, die Politik, die Medien, die Familien und letztendlich eben die gesamte Gesellschaft.
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