Manche Menschen sind füreinander bestimmt. So wie Nicki und Canon. Sie haben ihre eigene Welt. U-Bahnfahren in der morgengrauen Großstadt. Verstehen sich fast ohne Worte. Und doch wissen sie nicht viel voneinander. Ihre wahren Namen zum Beispiel kennen sie nicht. Und als Canon verschwindet, kommt Nicki einem noch viel größeren Geheimnis in seinem Leben auf die Spur. Denn sie teilt Canon mit einem Dämon – einem Dämon, der in üblen Schwierigkeiten steckt ...
Jenny-Mai Nuyen wurde 1988 als Tochter deutsch-vietnamesischer Eltern in München geboren. Geschichten schreibt sie, seit sie fünf ist, und mit dreizehn verfasste sie ihren ersten Roman. Ihr literarisches Debüt "Nijura – Das Erbe der Elfenkrone" gilt sie als eine der aufregendsten Entdeckungen der letzten Jahre. Jenny-Mai Nuyen studiert Filmwissenschaft an der New York University.
"Als Nicki das Handy in ihre Pullovertasche zurückschob, stellte sie sich das Gespräch vor, dass sie mit ihrer Mutter geführt hätte, wäre sie interessierter gewesen: "Was hast du denn so Wichtiges zu tun, liebes Kind? "Ach, ein Inkubus hat mich aus einer Drogenhöhle gerettet, jetzt gehört ihm mein Körper, aber der Pakt hat ein paar Unstimmigkeiten, die müssen wir noch aus dem Weg räumen." "Ach so. Ich hoffe, du hast etwas Warmes zu Abend gegessen?" "Ja, Mutter, der Inkubus hat mich eingeladen."
Dieses Buch ist sehr schwierig zu bewerten. Einerseits stand mir ein sehr ausdrucksreicher Schreibstil, viel Mystik und eine geniale Idee gegenüber, andererseits wirkte aber die Handlung etwas zu konstruiert, kompliziert und die Charakter konnten mir nicht wirklich zusagen. Zu Beginn hat es mich sehr gefesselt, doch irgendwann habe ich einfach nichts mehr verstanden. Ich verstehe also die Leser, die sehr von dem Buch schwärmen, wahrscheinlich sind sie einfach nur schlauer als ich. ;)
Das Cover ist zwar recht hübsch anzusehen und von den Farben her ansprechend, allerdings passt es für mich nicht zum Buch. Der Titel neigt sich leicht nach hinten, als würde er verschwinden wollen. Zwischendrin befinden sich ein paar unordentliche rote Flecken, wie Blut. Dahinter ist ein Mädchen zusehen, vermutlich Nicki, und die Skyline von Berlin. Die Ränder sind geschwärzt, als greift die Nacht nach der Stadt. Das Modelbild hat mir wieder nicht gefallen, da ich mir Nicki sehr anderes vorgestellt hatte.
"Die Unwelt ist ein absonderlicher Ort, wenn man sie überhaupt einen Ort nennen kann. Sie ist der Nabel der Fließwelt und doch kann kein Fließwesen sie betreten, jedenfalls nicht aus eigener Kraft. Ebenso wie Menschen nie ganz im Nabel ihrer Welt stehen, nämlich der Gegenwart, sondern stets an den Grenzen von Vergangenheit und Zukunft wanken. Ihr hängt an der Zeit und könnt sie nicht wirklich halten, wir hängen im Raum und können ihn nicht wirklich betreten."
Das war mein erstes Buch von Jenny - Mai Nuyen und ihr Stil war zu Beginn etwas verwirrend für mich. Sehr verworren und mit vielen sprachlichen Schnörkeln und Umwegen schafft sie eine Atmosphäre, die super zum Buch passt. Da ich ein absoluter Schnell-Leser bin, musste ich oft nochmal zurück blättern und eine Stelle nochmals lesen, das war aber mehr meine Schuld. Sehr mystisch, metaphorisch und reich an Umschreibungen nimmt sie genauso oft Tempo aus der Geschichte, wie sie es steigert.
"Die Gewalt war ehrlich neben der Liebe, die, verkleidet in romantischen Flitter, geschminkt mit buttrigen Pasten der Fürsorge und behängt mit Eitelkeiten, doch nie lange haltbar blieb. Wenn man die Liebe untersuchte, fand man früher oder später die zersetzenden Bakterien des Neids, der Furcht, des Selbstbetrugs. Die Liebe! Frisiert und mit Kullertränen besprenkelt."
Ich finde, dieses Zitat beschreibt ihren Stil ganz gut, seltsame Wort Kombinationen, irgendwie eigenwillig interessant und doch irgendwie seltsam. Oft versteht man schon nach nochmaligen Nachlesen, was sie meint, doch manchmal dachte ich auch einfach nur "HÄ?". Nicht zuletzt durch Tallis kam etwas Schwung in den Stil und brachte viel Humor mit sich.
"Drei Minuten später saßen sie wieder vor der Eisdiele. Tallis hatte seinen Mantel auf der Toilette gewaschen, er lag neben ihm in der Sonne zum Trocknen. Völlig traumatisiert starrte er in die Ferne. Nicki konnte kaum den Blick von ihm wenden. Er gefiel ihr einfach, wenn er litt. "Wie ist es eigentlich möglich, dass jemand, der fliegen kann, vom Fahrrad fällt?", fragte sie. "Ich nehme an, das ist eine rhetorische Frage, deshalb werde ich sie einfach mal einstecken und wann anders rausholen, wenn mir nach Selbstironie ist oder das Klopapier fehlt."
Die Handlung an sich, stand auf sehr wackeligen Beinen. Wie auch der Stil ist der Verlauf des Geschehens alles andere als geradlinig und zerrüttet meine Vorstellungen jedes Mal, wenn ich dachte, ich hätte verstanden, was gerade passiert. Wenige, unrealistische Logiklücken und eine plötzliche Verstrickung in tiefste "Urban-Phantasy" ließen den Plot dann so konfus erscheinen, dass ich kurz davor war, das Buch abzubrechen.
Den Klapptext finde ich absolut unzureichend, da er den wesentlichen Punkt des Buches nicht erfasst. Ich versuche mal das wichtigste zusammenzufassen, das ihr versteht, was ich meine, ohne etwa zu verraten: Nicki und Canon haben sich zwei Jahre lang zum Zeichnen in der Bahn getroffen, doch wirklich kennen sie sich eigentlich nicht. Nicht einmal ihre Namen wissen sie! Die beiden heißen nicht wirklich Nicki und Canon, sie haben sie diese Namen selbst gegeben, aufgrund ihrer Kameranamen. Eines Nachts wird Nicki von ihrer Mutter ans Telefon geholt. Es sei wichtig. Am Apparat ist Canon, der ziemlich gehetzt klingt und sich von ihr verabschiedet. Er muss weg und sie können sich nicht mehr sehen. Er ruft ihr extra an um sie zu beten, ihm nicht zu helfen, dann kommt sie und sucht ihn? Aufgrund einer Zeichnung von Canon, kann sie nachvollziehen, wo er wohnt. Sie bricht in seine Wohnung ein und stellt fest, dass er dort offensichtlich alleine wohnt. Sie findet einen Zettel mit zwei Namen. „Titanic“ und „Frau La Psie“. Sie sucht und findet ein Lokal diesen Namens uns fragt nach Frau La Psie. Diese führt sie durch einen Aufzug zu einem seltsamen Ort. Dort wird sie plötzlich von einem Jungen angesprochen, als ob der sie schon ewig kenne. Er reißt sie aus dem Raum und flieht mit ihr aufs Dach. Dort stürzt er sich mit ihr in die Tiefe – und fliegt. Er ist ein Dämon. Geschaffen durch menschliche Gedanken und ausgestattet mit besonderen Fähigkeiten, er ist der einzige Charakter, der mir wirklich zu gesagt hat. Tallis ist charmant und sehr gewieft, er legt Nicki sofort rein und man weiß nicht, ob man ihm trauen kann. Nicht ganz uneigennützig begleitet er Nicki auf ihrer Suche nach Canon, die sie in die "Unwelt" führt. Sie findet dort neue Freunde, muss Pakte mit Dämonen eingehen und ihren Körper vermieten - wie die anderen auch. Manchmal werden mit ihren Körpern Dinge verübt, an die sie sich nicht mehr erinnern können. Verbrechen werden begangen - und schnell sind Nicki und ihre neuen Freunde und Verbündete in Gefahr.
"Zwischen dem, was glänzt, und dem, was leuchtet, liegt der größte denkbare Unterschied."
Sehr spannend und mitreißend wird alles geschildert, mit viel Phantasie und Einfallsreichtum, doch leider konnte ich nicht mehr ganz folgen. Der Anfang hat mich sehr mitgerissen und eigentlich liegt der Geschichte eine tolle Idee zu Grunde. Die "Unwelt", die die Autorin beschreibt, ist sehr interessant, die Stimmung sehr düster, mystisch und geheimnisvoll. Durch die vielen abstrakten Geschehnissen, welche wenig greifbar sind, wird es aber bald schwierig, sich alles vorzustellen. Die Idee mit der „Gedanken aussprechenden Wand“ wieder fand ich total großartig, aber vieles andere passte wie gesagt irgendwie nicht ganz zusammen.
Wie ich schon sagte, sind mir die Hauptpersonen zu blass geblieben. Nicki, die die Geschichte aus der 3. Person erzählt, konnte ich mir nicht richtig vorstellen, da sie irgendwie immer knapp außerhalb meiner Fassung blieb. Man bekommt zwar viele ihrer Gedanken und Gefühle mit, doch diese wirkten immer viel zu pessimistisch, fast schon depressiv und einfach nur seltsam auf mich. Das einsame unverstandene Mädchen mit Eltern die sie vernachlässigen und keine Vorbilder für sie waren, so sollte wohl noch Mitleid und Verständnis für sie geweckt werden - hat bei mir aber nicht so ganz geklappt. Sie stand aber auch nicht wirklich im Fokus des Buches, weshalb das eigentlich in Ordnung wäre.
„Weil jede Liebe den Tod enthält, ist das Herz eine Phiole giftiges Parfüm.“
Von Canon bekommt man zu wenig mit, um sich überhaupt ein Bild machen zu können und auch seine Freunde sind irgendwie klischeebeladen und selbst dabei farblos und wenig greifbar. Wie gesagt hat mir einzig Tallis gefallen. Obwohl er ein Dämon ist, der raffiniert handelt und eigentlich hinterlistig ist, kommt er nett rüber und man weiß, dass er zu ihr halten wird, wenn es hart auf hart kommt. Mit seiner sarkastischen und humorvollen Art hat er mich etwas an Roth aus "Dark Elements" erinnert.
"... Fließende und Fleischliche schließen gelegentlich Pakte. Wir kriegen was von euch, ihr kriegt was von uns. Realität gegen Fließendes Wort. Das heißt, wir können die Gesetze der Natur für euch ein wenig biegen, dafür kriegen wir was von eurer Realität ab. Wir existieren nämlich nicht von uns aus in dieser Welt. Nur durch euch." Er öffnete seine zweite Cola und beobachtete nun sie mit einiger Skepsis. "Du sagst gar nichts." "Ich soll doch mit den Fragen warten, bis du fertig bist." "Ach so, ja. Im Prinzip bin ich fertig." Nicki zupfte an einem Salatblatt, das aus ihrem Wrap regte. Eine Weile schwiegen sie sich an. "Das Rülpsen hat den Auftritt ruiniert, oder?", fragte er schließlich."
Auch das Zusammenspiel mit anderen Personen, Dialoge und anderes war irgendwie seltsam. So zum Beispiel ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, mit denen man als Leser gar nichts anfangen kann. Die Personen, mit denen sie in der "Unwelt" gegen die Dämonen kämpft, Gretchen, Theo und Chips sind dagegen recht gut dargestellt, bleiben aber auch viel zu blass. Das Schicksal der Figuren war mir irgendwann ziemlich egal und das ist eigentlich nie eine gute Voraussetzung für ein Leseerlebnis.
Das Ende ist nochmals sehr verwirrend und lässt einen mit vielen Fragen zurück, die vielleicht in einem weiteren Band beantwortet werden können. Ob ich dieses Buch lesen werde, ist dann schon eine ganz andere Frage. Ich denke, ich muss dieses Buch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal wieder lesen und vielleicht verstehe ich dann mehr und es gefällt mir somit besser.
"Vertraust du mir?" "Ha? Nein!"
Fazit:
Wenn ich an dieses Buch zurück denke, erinnere ich mich an einen einzigen Wirbel aus verschiedenen Farben, verworrenes Kuddel-Muddel, Sarkasmus und seltsame Vormulierungen mit sehr viel Potenzial, das aber für mich etwas zu abstrakt und kompliziert war. Also eigentlich eine geniale Idee mit für ein Jugendbuch etwas mangelhafter Umsetzung.
Trotz der recht mittelmäßigen Bewertung würde ich das Buch dennoch an alle, die verstrickte, außergewöhnliche "Urban-Fantasy" lesen, weiterempfehlen!
Jenny-Mai Nuyen und ich hatte es in der Vergangenheit nicht unbedingt leicht miteinander, denn ich konnte mich nicht immer mit ihren Büchern anfreunden. Dementsprechend neugierig war ich auf ihr neuestes Werk "Nacht ohne Namen", denn die Kurzbeschreibung klang richtig gut, sodass ich ihrem Buch eine Chance geben wollte. An sich hat mir die Geschichte gut gefallen, allerdings muss ich leider auch sagen, dass mich die Geschichte nicht vollends überzeugen konnte und auch nicht allzu lange im Gedächtnis bleibt.
Die Autorin besitzt einen angenehmen Schreibstil, der dafür gesorgt hat, dass ich durch den recht dicken Schinken relativ schnell geflogen bin. Die Dialoge waren stimmig und flüssig, die Figuren gut ausgearbeitet und auch die Orte wurden detailliert und spannend erzählt. Dennoch hätte man aus der Geschichte noch deutlich mehr machen können, denn das Potential war massenhaft vorhanden. Ich hatte nur stellenweise das Gefühl, dass die Autorin fast schon zu viele Ideen hatte und diese leider nicht alle unterbringen konnte, sodass das Buch an einigen Stellen noch unfertig wirkte. Trotzdem muss ich sagen, dass mir die Mischung aus Realität und Fantasy-Welt sehr gut gefallen hat.
Nicki, Tallis und Canon sind zwar an sich recht nette und gut ausgearbeitete Figuren, allerdings nicht immer sympathisch und somit wurde ich mit ihnen auch leider nicht warm, was ich persönlich sehr schade finde, denn hier wäre mehr drin gewesen. Ich mag es zwar sehr, wenn Menschen und Dämonen aufeinander treffen, da sich dieses oftmals sehr gut miteinander ergänzen, allerdings wollte der Funke hierbei auf mich nicht übergehen. Außerdem finde ich es sehr schade, dass ich so wenig über Canon erfahren durfte, obwohl er für die Geschichte und besonders für Nicki eine sehr wichtige Rolle spielt.
Das Cover ist sehr schön anzusehen und von den Farben her sehr ansprechend. Allerdings wusste ich zunächst nicht, wohin die Geschichte allein durch das Cover hinaus wollte. Die Kurzbeschreibung hat dagegen schon mehr Aussagekraft und konnte mich direkt überzeugen.
Insgesamt ist "Nacht ohne Namen" eine gute Geschichte, die viele interessante Ansätze hatte, mich jedoch nicht immer überzeugen konnte. Das Buch besitzt jede Menge Potential, allerdings wurde dies auf weiten Strecken nicht genutzt, sodass ich mich mit den Figuren leider nicht anfreunden konnte und die Geschichte bei mir wohl nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Sehr schade, hier war mehr drin!
Manche Menschen sind füreinander bestimmt. So wie Nicki und Canon. Sie haben ihre eigene Welt. U-Bahnfahren in der morgengrauen Großstadt. Verstehen sich fast ohne Worte. Und doch wissen sie nicht viel voneinander. Ihre wahren Namen zum Beispiel kennen sie nicht. Und als Canon verschwindet, kommt Nicki einem noch viel größeren Geheimnis in seinem Leben auf die Spur. Denn sie teilt Canon mit einem Dämon – einem Dämon, der in üblen Schwierigkeiten steckt...
Meine Meinung
„Nacht ohne Namen“ ist bzw. war mein erstes Buch von Jenny-Mai Nuyen, weshalb ich un Vorfeld natürlich sehr neugierig darauf war, wie es mir letztendlich gefallen wird – vor allem nach dem ich bereits einige begeisterte Meinungen zu ihren anderen Geschichten gehört habe. Doch obwohl mir „Nacht ohne Namen“ an sich gut gefallen hat, muss ich leider sagen, dass ich bis zum Schluss nicht richtig warm mit den Charakteren geworden bin und letztendlich mit eher gemischten Gefühlen zurückbleibe.
Dabei sind der Anfang des Buches und der weitere Verlauf wirklich vielversprechend. Das Verschwinden von Nickis Freund Canon, den sie in der U-Bahn kennengelernt und mit dem sie seitdem den Großteil ihrer Zeit verbracht hat, sorgt sofort für eine gewisse Grundspannung, da man unbedingt wissen möchte, was mit ihm passiert ist und warum er auf einmal spurlos verschwunden ist. Die Suche, auf die sich Nicki schließlich begibt, hält für sie nicht nur einiges an Überraschungen und Gefahren parat, sondern konfrontiert sie auch mit einer ganz neuen Sicht auf die Welt. Eher unfreiwillig macht sie nämlich die Bekanntschaft mit dem Inkubus Jucitell Tallis, der ihr von da an nicht mehr von der Seite weicht…
So gut wie mir die Idee, dieses Verschmelzen von Realität und fantastischen Elementen, auch gefallen hat, hatte ich auf den ersten 100 Seiten erst einmal meine Mühen mit all den neuen Informationen über Dämonen und ihre Welt zurechtzukommen. Ich musste mich erst in die Geschichte einfinden. Als mir das halbwegs gelungen war, konnte mich Jenny-Mai Nuyen an die Seiten fesseln und ich wollte - mit Ausnahmen von vereinzelten Stellen im Mittelteil - stets weiterlesen. Ich habe jedes neue Detail in mich aufgesogen, um die Hintergründe noch besser verstehen zu können. Von Seite zu Seite wird die Handlung interessanter und rasanter – die kleinen Durststrecken, in denen es ruhig mehr Spannung und Action hätte geben können, mal außen vorgelassen – denn die Dämonen scheinen nur auf den ersten Blick harmlos zu sein. Doch wie heißt es so schön? Der Schein trügt. Wie Nicki schnell feststellen muss, können die Dämonen die Menschen, mit denen sie einen Pakt geschlossen haben, in ganz schön große Schwierigkeiten bringen.
Jenny Mai- Nuyens Schreibstil lässt sich leicht und flüssig zu lesen. Sie beschreibt sehr detailliert, sodass man sich die Umgebung und spezielle Orte bildhaft vorstellen kann. Desweiteren weiß sie gut mit Worten umzugehen und formuliert Sachen so, dass sie nicht 08/15 klingen.
Nicki ist eine schwierige Protagonistin, mit der ich bis zum Schluss nicht richtig warm geworden bin. Sie ist nicht nur eine Einzelgängerin, sondern auch sehr verschlossen und in sich selbst zurückgezogen. Einzig und allein wenn sie mit Canon zusammen ist, kommt sie aus ihrem Schneckenhaus heraus. Obwohl die beiden so gut wie nichts voneinander wissen, fühlen sie sich miteinander verbunden. Nicki vertraut ihm blind und dieses Vertrauen lässt sich auch im Laufe der Geschichte durch nichts erschüttern, was als gut oder weniger gut angesehen werden kann. Im Übrigen war sie mir in einigen Momenten zu naiv und gutgläubig. Desweiteren ist es mir schwer gefallen die Gefühle zwischen ihr und Canon nachzuvollziehen, denn dafür habe ich ihn nicht gut genug kennengelernt.
Der Dämon Tallis war mein persönliches Highlight in diesem Buch. Er ist sympathisch, unterhaltsam und ständig damit beschäftigt seinen spitzbübischen Charme zu versprühen. Allerdings kann er auch ziemlich hinterlistig und für die eine oder andere Überraschung gut sein. Insgesamt ein wirklich interessanter Charakter.
Mein Fazit
Während mich „Nacht ohne Namen“ von Jenny-Mai Nuyen in Sachen Kreativität und Ideenreichtum wirklich begeistern konnte, lässt mich die Geschichte insgesamt doch eher mit gemischten Gefühlen zurück. Das lag hauptsächlich daran, dass ich bis zum Schluss nicht mit der Protagonistin Nicki warm geworden bin und demnach auch nicht richtig mit ihr mitgefühlt bzw. mitgefiebert habe, obwohl sich die Handlung von Seite zu Seite zu spitzt und gefährlicher wird. Desweiteren gab es im Mittelteil vereinzelt kleine Längen, in denen ich mich zum weiterlesen antreiben musste. Als Highlight würde ich definitiv den Dämon Tallis erwähnen, da er mich mit seinen Sprüchen stets zum Schmunzeln gebracht hat.
Erste Sätze Der Tag, an dem Nicki die Kanzlei zum ersten Mal betrat, begann um vier Uhr morgens mit dem Klingeln des Telefons. Keiner ihrer Schulfreunde hatte je auf dem Festnetz angerufen.
Klappentext Manche Menschen sind füreinander bestimmt. So wie Nicki und Canon. Sie haben ihre eigene Welt. U-Bahnfahren in der morgengrauen Großstadt. Verstehen sich fast ohne Worte. Und doch wissen sie nicht viel voneinander. Ihre wahren Namen zum Beispiel kennen sie nicht. Und als Canon verschwindet, kommt Nicki einem noch viel größeren Geheimnis in seinem Leben auf die Spur. Denn sie teilt Canon mit einem Dämon – einem Dämon, der in üblen Schwierigkeiten steckt...
Meine Meinung Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben und zwar hauptsächlich aus der Sicht von der Protagonistin Nicki. Nicki, die eigentlich Estella heißt, lebt seit zwei Jahren bei ihrer Mutter, nachdem ein Schicksalsschlag diese von ihrem Vater getrennt hat, aber überwunden hat sie es immer noch nicht ganz. Daher hat sie sich von ihren Freunden und ihrem Namen distanziert, um dieses Trauma zu überwinden. Den einzigen Menschen, dem sie in der Zeit irgendwie vertraut hat, war Canon, den sie eines Morgens in der Straßenbahn traf, wo sie gemeinsam anfingen zu zeichnen. Nach und nach lernten sie sich mehr kennen, obwohl sie nie über etwas Privates sprachen, aber die normalen Diskussionen und die ähnlichen Ansichten, brachten sie einander näher. Nicki ist ein sehr starkes Mädchen, das im Laufe des Buches irgendwie zu sich selbst findet, neue Welten entdeckt und ein wenig über sich hinaus wächst. Ich mag ihre Denkweise und fand ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehbar. Sie ist eine sympathische Protagonistin.
Die Idee mit den Fließwesen und dem fließenden Wort hat mir wirklich gut gefallen, denn sie gibt einem eine ganz andere, aber wirklich realistische Sicht auf die Welt. Sie konnte mich begeistern, hat mich aber auch nachdenklich gemacht. Man erfährt viel, aber auch nicht zu viel darüber. Die Geschichte an sich ist spannend, dramatisch, emotional und an manchen Stellen actionreich. Sie konnte mich mit den Charakteren von der ersten Seite an fesseln. Es gibt einige überraschende Wendungen und Entwicklungen. Der Schreibstil der Autorin ist teilweise voller Philosophie, was mir sehr gut gefallen hat. Sie gibt damit dem Buch eine ganz eigene Atmosphäre, die mir wirklich gut gefallen hat.
Bewertung Ein wirklich gelungenes Buch mit einer einzigartigen Idee und Atmosphäre, was mich begeistern konnte, aber dessen Ende mich nicht komplett überzeugen konnte, daher bekommt es von mir
Ich mag Jenny-Mai Nuyens Bücher sehr gerne, Drachentor ist weiterhin mein allerliebstes Buch (auch der Nostalgie geschuldet, aber es war das erste Buch, das mich nie wieder komplett losgelassen hat), aber NoN ist leider nicht ganz mein Fall gewesen. Ich mag das Setting in Berlin, eine perfekte, chaotische Großstadt, die sehr gut das gewünschte Chaos, das auch im Buch behandelt wird, widerspiegelt. Richtig in die Atmosphäre, die Charaktere und die Story konnte ich mich trotzdem bis kurz vor Schluss nicht einfinden. Die Ideen hinter NoN sind fantastisch, eine Welt über der unsrigen, die von Gedanken gefüttert wird und vollkommen an unsere gebunden, wow, was für ein Konzept, was für ein Bauplan. Aber es hat sich zu wirr angefühlt. Ich konnte folgen, aber gerade die Verbildlichung von großen Konzepten wie Sucht, Religion, Liebe und Sex mithilfe von Dämonen, hat sich als nicht komplett erfolgreich herausgestellt. Ich hätte mir mehr Realität gewünscht (kein Wortwitz), mehr Details, dass genauer auf die Auswirkungen eingegangen wird. Ein guter Geschichtenerzähler nimmt sich großen Themen an und legt sie in die Hände einzelner Charaktere. Dies hat Jenny-Mai Nguyen gemacht, aber Balance ist auch wichtig. Ich muss sie sehen, die Unterschiede in der Welt, muss sehen wie Nicky plötzlich alles durch einen anderen Filter sieht, nicht nur, *dass* sie merkt, dass alles anders ist. Mehr konkrete Beispiele quasi, Details einer lebenden, echten Welt. Zu viele Charaktere gab es auch, ich habe schnell den Überblick verloren und der einzige, der mir wirklich wichtig war, war Tallis, mein Herz. Das Ende hat NoN aber gerettet, sehr schön, sehr tiefgründig und passend. Ich denke ich werde NoN nicht erneut lesen, aber wer weiß, ich vergesse schnell und die Fließwelt ist interessant.
Inhalt: Canon ist verschwunden. Das Treffen mit Nicki hat er einfach abgesagt. Etwas scheint nicht in Ordnung zu sein. Nicki ist außer sich vor Sorge und begibt sich auf die Suche nach Canon. Und sie findet Blut. Sehr viel Blut.
Nicki folgt den Hinweisen, die sie in Canons Wohnung findet. Doch sie gerät dabei in große Gefahr. Und so trifft sie auf Tallis, ihren Retter in der Not. Plötzlich ist Nicki Teil einer ihr bis dahin unbekannten Welt. Die Grenzen zwischen den Welten verschwimmen. Wie weit wird Nicki für ihre große Liebe gehen?
Meinung: Die Bücher von Jenny-Mai Nuyen scheinen irgendwie zu polarisieren. Ihre bisherigen Geschichten wurden entweder fantastisch gefunden oder eben auch das genaue Gegenteil. Ein Grund mehr für mich, endlich auch den Stil der Autorin kennenlernen zu wollen. Und deshalb war es umso besser, dass „Nacht ohne Namen“ schon für mich bereit lag und ich nur zugreifen musste.
Ich war wirklich überrascht. Denn schon von der ersten Seite an fand den Schreibstil von Jenny-Mai Nuyen locker leicht und mitreißend. Sie verstand es, mich von Beginn an einzufangen und mir ihre Charaktere näherzubringen.
Auch wenn ich anfangs ein wenig im Unklaren blieb, wohin die Geschichte steuern wird, las ich fasziniert weiter und die Seiten flogen irgendwann nur noch so dahin. Natürlich wurde mir nicht alles mundgerecht serviert, denn dann wäre die Spannung ein wenig auf der Strecke geblieben. Aber so konnte ich die von der Autorin erschaffene Welt Stück für Stück erkunden und mich absolut darauf einlassen.
Mit Nicki wurde mir eine Protagonistin an die Seite gestellt, die zwar selbstbewusst und unerschrocken voranschreitet, dennoch auch ihre verletzlichen Seiten nicht verschweigt. Nicki hat ein Ziel vor Augen. Und auch, wenn sie auf dem Weg dahin immer wieder in größte Bedrängnis gerät, weicht sie nicht von diesem ab. Mit dieser totalen Konsequenz konnte mir Nicki imponieren und wurde mir schnell sympathisch. Auch die Souveränität, mit der Nicki den Kontakt mit der Fließwelt meistert und Entscheidungen trifft, erhält meine größte Anerkennung. Denn trotz der fantastischen Elemente wirkt die Umsetzung der Autorenidee sehr authentisch und nicht abwegig. Zumindest würde ich mir niemals ein Urteil über die Existenz bestehender Parallelrealitäten erlauben wollen und demzufolge auch nicht ausschließen.
Jenny-Mai Nuyen präsentiert ihre Geschichte aus Nickis Sicht in Vergangenheitsform. Hierbei hat sie den Erzählstil in der dritten Person gewählt. Natürlich kann das, was die Autorin ihrem Leser nicht erzählt, kurzzeitig für so einige Verstörung sorgen. Doch hier darf man nicht zu ungeduldig sein, die Erklärungen folgen nach und nach; dabei bleibt einiges der eigenen Fantasie vorbehalten, was ich wirklich gut fand.
Jenny-Mai Nuyen stellt mit ihrer Geschichte ein eigenes Weltgefüge zusammen, das nachvollziehbar dargestellt wird. Der Weltentwurf der Autorin beinhaltet Fließwesen und Pakte bzw. Verpacktungen, in denen mit realen Ereignissen und Empfindungen bezahlt und so diese Welt am Bestehen und Entwickeln gehalten wird. Manche Wesen erhalten durch die gesammelten und vereinnahmten Realitäten entsprechende Macht, die so mitunter auf andere Fließwesen übertragen oder für eine eigene Einflussnahme genutzt wird. Ich konnte mich definitiv auf diese Idee und ihre Umsetzung einlassen und sie genießen.
Die in die Geschichte eingebauten Dialoge, vor allem zwischen Nicki und Tallis, fand ich wirklich sehr erfrischend und abwechslungsreich. Gerade Nicki und Tallis werfen sich den Spielball immer wieder zu, was bei mir für so manche Erheiterung sorgte. Doch auch ernste Themen bleiben zwischen den beiden nicht außen vor, so dass sie auf mich authentisch wirkten. Auch war hier ein gewisses Kribbeln zu bemerken, was den Reiz insofern noch erhöhte und im entferntesten Sinne damit ein sogenanntes Liebesdreieck entwarf.
Mit dem Ende der Geschichte lässt sich Jenny-Mai Nuyen definitiv noch eine Möglichkeit offen, um eventuell eine Fortsetzung platzieren zu können. Vorerst schon für mich eindeutig befriedigend abgeschlossen, erahne ich hier eine kleine Hintertür. Dennoch kann ich im Moment mit dieser Geschichte abschließen und das Buch nun zur Seite legen.
Urteil: „Nacht ohne Namen“ überraschte mich mit einer wirklich gut umgesetzten Idee, spannenden Szenen und humorvollen Dialogen, die jedoch nie den Ernst der Lage vergessen ließen. Mit Nicki schickt Jenny-Mai Nuyen eine starke Protagonistin ins Rennen, die mich sofort für sich einnehmen konnte. Für die Idee und deren Umsetzung komme ich nicht umhin, an dieser Stelle verdiente 5 Bücher zu vergeben.
Für alle, die nicht auf starren Realitäten beharren, sich von einer Idee tragen lassen können, spannender Unterhaltung nicht abgeneigt sind und einfach nur in Geschichten versinken können.
Nicki und Canon führen eine ungewöhnliche Freundschaft, sie wissen kaum etwas voneinander und verbringen die Zeit auch mal stillschweigend nebeneinander, dennoch ist das Band um sie herum stark und als Canon verschwindet, will Nicki unbedingt herausfinden was geschehen ist. Sie begibt sich auf die Suche nach ihn und muss dabei erkennen, dass die Welt viel mehr verbirgt als sie sich je hat vorstellen können. Sie findet heraus, dass Canon von einem Dämon besessen ist, einen Dämon der auf einmal andere angreift, als sie der Sache weiter nachgehen wollen, schließt Nicki ebenfalls einen Pakt mit einem Dämon...
Gestaltung: Ich mag das Cover, auf der einen Seite empfidne ich es als ziemlich schlicht auf der anderen Seite sticht es aber auch dadurch hervor. Zudem ist die Farbgebung weiß und rot recht bedrohlich. Finds sehr passend und mag es unglaublich gerne leiden. :)
Meinung: Ich hab mich sehr auf das Buch gefreut, Jenny-Mai Nuyen konnte mich mit "Noir" ziemlich begeistern und ich war wirklich gespannt auf ihr neuestes Werk, zudem mag ich Dämonen an und für sich sehr gerne und war gespannt darauf, wie sie das Thema behandelt.
Tatsächlich konnte mich die Autorin hier auch wirklich überzeugen, sie hat eine neue Idee von Dämonen geschaffen und da steckt viel Liebe zum Detail drinnen. Natürlich sind gewise Dinge noch die gleichen, es gibt Veträge zwischen Mensch und Dämon und der Dämon ergreift besitz vom Menschen, die Hintergründe sind hier aber ganz neu. Ich mochte das sehr und war auch ziemlich neugierig mehr über ihre Welt der Dämonen zu erfahren, tatsächlich bekommt man hier auch wirklich viele Informationen geliefert und auch wenn das gut und wichtig war, so wurde es meinem Lesevergnügen auch manches Mal zum Verhängnis.
Die Autorin wartet mit vielen Informationen auf und baut kleinere Ereignisse mit ein, die einen besseren Einblick in diese Welt verschaffen, von der eigentlichen Begebenheit aber ablenken. Bei mir führte das zu häufigen Phasen in denen alles ziemlich zäh zu lesen war und meine Lust auch ein bisschen dahin schwand. Zu mal ich einfachd as Gefühl hatte nicht voran zu kommen und das frustrierte mich zuweilen schon ein bisschen.
Letztendlich war ich aber auch immer wieder vollkommen begesitert vond em was sie geschaffen hat, ein ganz eigenes Geflecht rund um das Thema Dämonen, das nicht nur schlüssig und gut konstruiert ist sondern auch sehr viel Fantasie beinhaltet, ich war einfach sehr angetan von diesen Ideen und habe die Autorin wirklich dafür bewundert. Außerdem sind da ziemlich poetische Einflüsse mit dabei, wodurch diese Welt für mich auch eine gewisse Schönheit versprühte. :) Dazu passte dann auch der Schreibstil der Autorin, den ich shr mochte. Sie erschafft wirklich tolle Bilder, die man sich wunderbar vorstellen kann und spielt häufig mit metaphorischen Bildern, die schon recht abstrakt erscheinen können. Ich fand das toll.
Die Personen waren dann aber leider wieder ziemlich schwach, gerade wenn man mal Nicki und ihren Dämon Tallis außenvor lässt. Die Nebencharaktere waren teils für mich nicht zu unterscheiden und stachen dann auch nur mi einer Eigenschaft hervor. Da die Autorin sehr auf die Umgebung und der Erschaffungd er Dämonen fokusiert war (so schien es) kamen die Protagonisten, leider zu kurz.
Auch Nicki ist nicht unbedingt klar zu spüren, dennoch ergibt es für mich bei ihr einen ganz eigenen Sinn. Nicki ist ziemlich unzufrieden mit ihrem Leben und in ihr sind viele negative Gefühle vorhanden, die sie aber nicht zeigen will, mit denen sie sich noch nicht einmal beschäftigen will, aber sie erschafft sich so ein bisschen ein neues Ich und das lebt sie dann. Das fand ich ziemlich interessant.
Auch ihren Dämon mochte ich gerne, er ist eigensinnig und schwer zu durchschauen. Seine Handlungen sind zum Teil ganz schön widersprüchlich und man lernt ihn erst zum Ende hin wirklich kennen, dennoch konnte ich von Anfang an eine gewisse Sympathie für ihn aufbringen und hab gerne von ihm gelesen. :)
Fazit: Dieses Buch hat außergewöhnlich viel zu bieten und letztendlich ist es hier vielleicht zu viel geworden. Man braucht volle Konzentration um die Fülle an Informationen aufnehmen zu können, dadurch wurde es teils anstrengend und langatmig. Dennoch bin ich absolut begeistert von den Ideen und wie sie in der Geschichte fungieren, so dass ich schon eine Leseempfehlung aussprechen würde.
Dies war das erste Buch, das ich von Jenny-Mai Nuyen gelesen habe. Am Anfang habe ich es sehr gemocht, aber gegen Ende habe ich mich eher gequält, als die Geschichte noch zu genießen.
Die aus schwierigen Verhältnissen kommende Nicki verliebt sich in Canon, den sie mehrmals die Woche in der S-Bahn trifft, um mit ihm gemeinsam zu zeichnen. Eines Tages verschwindet Canon nach einer kurzen, geheimnisvollen Nachricht. Als Nicki versucht ihn zu finden, wird sie in die Welt der Dämonen verstrickt.
Jenny-Mai Nuyen schafft mit Nicki und Canon zwei sehr schöne, gut ausgearbeitete Charaktere. Mit der Randfiguren gelingt ihr das schon nicht mehr ganz so gut. Jede von ihnen hat eine interessante Geschichte, aber Seiten werden eher auf belanglose Szenen verschwendet, als diese Geschichten besser auszuarbeiten. Die Szenen in der Kanzlei fand ich zum Beispiel unglaublich langgezogen und öde. Überhaupt verliert sich die Autorin derart in unwesentlichen Passagen, dass ich mir mehrmals wünschte, ein Lektor hätte hier lenkender eingegriffen. Auch die mit erschreckender Belanglosigkeit eingeworfene Beschreibung der Belästigung im Auto und des sexuellen Kontakts ohne Zustimmung fand ich unpassend. Was haben sie zur Geschichte beigetragen? Nichts. Sie wurden auch nicht wirklich weiter verarbeitet. Also warum waren sie dann da? Nur um den Horror eines Themas abzugreifen, das wirklich einen sensibleren Umgang verdient hätte?
Es kam mir so vor, als wollte die Autorin in diesem Buch unbedingt ihre Kreativität und ihren Tiefgang beweisen. Dabei sind ihre Beschreibungen weder besonders originell noch künstlerisch wertvoll. Ich kenne viele Künstler und Autoren, die um einiges mehr aus ihrem Schubladendenken ausbrechen und verstaubten Ideen aus neuen Blickwinkeln betrachten oder uns an der einen oder anderen Stelle sogar etwas wirklich neues geben. Der künstlerische Anspruch dieses Buches kam mir nur erzwungen und nicht gelungen vor.
Was mich aber vor allem gestört hat ist Jenny-Mai Nuyens Wortwahl. Auch hier hatte ich das Gefühl, dass sie so unbedingt versucht künstlerisch wertvoll zu schreiben, dass sie komplett am Ziel vorbeischießt. Die Worte die sie wählt machen die Passagen nicht eleganter, sondern lesen sich dadurch so, als würde jemand konstant schlecht aus einer anderen Sprache ins Deutsche übersetzen. Einfach inkorrekte Bezüge und unlogische Sprachbilder zu verwenden, macht Dinge nicht künstlerisch wertvoll und macht sie erst recht nicht lyrisch oder elegant.
Einige Passagen haben sich dann aber wieder wirklich schön gelesen. Meist die Interaktionen zwischen Nicki und Canon. Ich hatte das Gefühl, hätte sich die Autorin darauf beschränkt diese Beziehung herauszuarbeiten, dann wäre es wirklich eine wunderschöne Geschichte geworden. Sie hat mit der Geschichte einfach zuviel versucht und wie so oft ist dadurch nichts wirklich gut gelungen. Es gab Ansätze vieler guter Ideen, aber sie haben sich gegenseitig erstickt.
Das Ende wirkt etwas gezwungen, aber es rundet die Geschichte genug ab, als das sie einigermaßen stimmig ist. Der Autorin gelingt es nicht, alle Handlungsstränge aufzunehmen, die sie begonnen hat, aber genug um das gröbste Chaos zu beseitigen.
Worum gehts? Als Nicki eines Tages einen mysteriösen Anruf von Canon erhält, welcher sie bittet, an einen Treffpunkt zu kommen, ist dieser spurlos verschwunden. Und so beginnt für Nicki die Suche nach Canon. Unterwegs lauern viele Gefahren und sie trifft auf Tallis, der sie nach und nach über ihre Berufung aufklärt....
Was halte ich von dem Buch? Allein der Klappentext weckte in mir schon eine gewisse Neugier. Und das Buch begann auch schon richtig gut. Zu Beginn lernten wir Nicki kennen und ihr eigentlich total normales Leben in Berlin. Als sie dann Canon aufsuchte, begann die Reise und die Autorin brachte Spannung auf, welche auch durchweg anhielt. Man begleitete also Nicki auf der spannenden Suche nach Canon, welche einige Kapitel beinhaltete. Als sie dann auf Tallis stieß, erfuhr man schon einiges mehr. Gut fand ich, dass man anhand des Klappentextes nicht wirklich viel von der Story erfahren hatte. So konnte ich mir anfangs nicht so wirklich vorstellen, womit ich es in der Geschichte zu tun hatte. Diese wirkte eher mysteriös. Als dann endlich etwas Klarheit ins Spiel kam, wollte ich einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Es machte richtig Spaß, die Charaktere und die laufende Story zu verfolgen, was aber auch am flüssigen und jugendlichen Schreibstil lag. Ich kam also wunderbar mit dem Lesen zurecht und fand auch das Ende total gelungen. Leider und weshalb ich nur 4 Palmen vergeben kann, kam es in der Story ab und zu mal zu einigen Längen. Die Geschichte zog sich teilweise sehr, was man mit weniger Seiten vielleicht hätte besser machen können, doch für mich war dies kein großer Kritikpunkt, denn so wurde auch der Spannungsbogen aufrecht gehalten.
Nicki: Ich mochte sie total. Sie war ein richtig toller Charakter, der den Leser durch das ganze Buch begleitet hatte. Sie war zwar ein Teenie, aber man merkte es ihr nicht wirklich an. Oft handelte sie wie eine erwachsene Person. Sie war mutig, tapfer und wusste immer, was sie wollte. Ich war schon etwas traurig, dass ich mich am Ende dann von ihr verabschieden musste. Zu Canon hatte sie eine besondere Beziehung. Sie wussten nicht viel voneinander, doch trafen sie sich immer in der U-Bahn. Sie waren sozusagen verbunden.
Tallis: Ein für mich sehr mysteriöser Charakter. Über ihn wurde erst nach und nach einige Details bekannt. Er wirkte auf Nicki als Freund, aber auch als Feind. Ich wusste lange Zeit nicht, was es mit ihm auf sich hatte und was ich von ihm halten sollte. Doch er wurde von der Autorin gut gewählt und ist ein sehr wichtiger Charakter in der Geschichte.
Das Cover des Buches zeigt vermutlich Nicki, im Hintergrund die Stadt. Die helle, lilane und rote Farbgebung gefällt mir super und macht Lust auf mehr.
Fazit: Für mich war das Buch eine absolut gelungene Story mit viel Spannung, tollen Charakteren und einem guten Hauch Fantasy! Ein MUST READ für mich!
Manche Menschen sind füreinander bestimmt. So wie Nicki und Canon. Sie haben ihre eigene Welt. U-Bahnfahren in der morgengrauen Großstadt. Verstehen sich fast ohne Worte. Und doch wissen sie nicht viel voneinander. Ihre wahren Namen zum Beispiel kennen sie nicht. Und als Canon verschwindet, kommt Nicki einem noch viel größeren Geheimnis in seinem Leben auf die Spur. Denn sie teilt Canon mit einem Dämon - einem Dämon, der in üblen Schwierigkeiten steckt ... (Quelle: Klappentext, Dtv)
Meine Meinung:
Ich hatte auf Lovelybooks mal wieder Glück - letzten Monat konnte ich mein erstes Buch von Jenny entgegennehmen und mich sofort in das Cover verlieben. Darauf zu sehen ist Nicki, die Protagonistin des Buches, die in Berlin lebt und ein gar normales Leben führt. Bis zu dem Tag, an dem sie Canon in einer U-Bahn trifft und von seinen Zeichenkünsten begeistert ist. Eine Freundschaft entwickelt sich und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Dämonen, Pakte und gefährliche Geheimnisse umegeben von nun an Nickis Welt und wirbeln alles durcheinander.
Das Cover ist wirklich eine Augenweide, oder? Die Ränder auf alt gemacht und die Schrift an Resident Evil vs. Star Wars erinnernt (zumindest muss ich daran denken). Und dann diese Berliner Skyline im Hintergrund. Schön, mysteriös und auf jeden fall neugierig machend.
Ich muss sagen, dass ich den Schreibstil von Jenny sehr genossen habe. Leicht zu lesen, aber toll ausformuliert. Gerade die detailreichen Beschreibungen haben alles sehr bildlich vorstellbar gemacht. Einzig die Namen haben mich am Anfang etwas verwirrt. Zu viele auf einmal und sind das jetzt Damönen oder Menschen? Zum Glück gab es eine kleine Übersicht auf den ersten Seiten.Ohne die wäre ich wohl aufgeschmissen gewesen. Besonders den Damönen Tallis habe ich ins Herz geschlossen, weil er immer so vorlaut aber auch herzlich ist :) Ein wahrer Gentlemen, wenn er denn will.
Insgesamt baut die Geschichte einen guten Spannungsbogen auf, der jedoch bei etwa 75% kurz abfällt und dann nochmal zu Höchstleistung aufläuft! Gerade die letzten 20% sind wirklich rasant und voller Action. Grandios! Das Ende hat mich etwas allein zurückgelassen. Ich hoffe so sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird! Bitte, liebe Jenny!
Fazit:
Nacht ohne Namen von Jenny-Mai Nuyen war mein erstes Buch der Autorin, aber bestimmt nicht das letzte. Sie hat mich gefangen genommen in Nickis damönischer Welt mit all den bösen und guten Dämonen und ihren Geheimnissen. Ein Urban-Fantasy-Roman, der nur wenige langatmige Stellen hatte und gerade zumEnde hin zu überzeugen wusste. Wo bekomme ich jetzt einen Tallis her??Dafür gibt es fast die volle Punktzahl!
Als Nicki einen mysteriösen Anruf von ihrem Freund Canon bekommt und dieser am nächsten Tag plötzlich verschwindet, begibt sich Nicki auf die Suche und stößt dabei auf unglaubliche Geheimnisse und eine düstere Welt...
Zum ersten Mal aufmerksam auf das Buch wurde ich irgendwann Ende letzten Jahres, mir gefiel das Cover auf Anhieb und der Klappentext klang interessant.
Leider wurde ich mit dem Buch dann aber überhaupt nicht warm, was zu einem Teil wohl am sehr detaillierten und ausschweifenden Schreibstil der Autorin lag. Sie schreibt sehr verschnörkelt und verliert sich in ihren Sätzen, so das es mir manchmal richtiggehend schwerfiel ihr zu folgen.
Auch die Handlung entwickelt sich zunehmend verwirrender. Nicki sucht ihren Freund Canon, der nach einem mysteriösen Anruf wie vom Erdboden verschluckt scheint. Die Beziehung die die beiden haben, war mir duchweg unklar und auch ein bisschen zu unrealistisch. Nicki und Canon haben sich zwei Jahre lang zum Zeichnen in der Bahn getroffen, doch so wirklich kennen tun sie sich eigentlich nicht. Auf ihrer Suche rutscht sie gleich zu Beginn in eine brenzlige Situation aus der ihr Tallis heraushilft. Tallis ist ein Dämon und ein wirklich unterhaltsamer Kerl. Nicht ganz uneigennützig begleitet er Nicki auf ihrer Suche, die sie in die "Unwelt" führt...
So lass ich es an dieser Stelle stehen, denn ich will niemandem etwas vorweg nehmen. Ganz klar sagen kann ich, das es sich hier um einen Urban Fantasy Roman handelt und sowas muss man scheinbar wirklich mögen um sich ganz fallenlassen zu können.
Mir fiel es sehr schwer mich auf die Geschichte einzulassen und ich musste das Buch mehrere Male zur Seite legen und mich dann auch wieder zwingen es zu Ende zu lesen. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, dann hätte ich vermutlich abgebrochen. Mir war die Handlung zu konfus, die Protagonisten waren mir zu oberflächlich gestaltet und der Stil war einfach nur verwirrend.
Die Atmosphäre empfand ich als recht düster und durchweg bedrückend, was ich auf Nicki zurückführe, die mir für ihr Alter viel zu depressiv und vom Leben gelangweilt erschien.
Das Ende war okay, es bleiben einige Fragen offen, die vielleicht in Folgebänden geklärt werden, die ich wohl nicht mehr lesen werde.
Fazit: Leider hat es Jenny-Mai Nuyen, trotz vieler guter Ansätze nicht geschafft mich mit "Nacht ohne Namen" für sich gewinnen zu können. Ihr ausschweifender Schreibstil hatte oft zur Folge, das ich den Faden verlor, die Protagonistin wirkte auf mich zu gelangweilt und die Handlung war nicht immer ganz nachvollziehbar und teilweise viel zu abgehoben. Schade.
Nicki und Canon verbindet eine außergewöhnliche und dennoch sehr innige Freundschaft - denn obwohl sie kaum etwas voneinander wissen, verstehen sie sich ganz ohne Worte! Die Ringbahn ist am frühen Morgen ihr geheimer Treffpunkt; doch als Canon eines Morgens nicht wie gewohnt am Treffpunkt erscheint, muss Nicki schmerzlich feststellen, dass sie wirklich überhaupt nichts über ihren besten Freund weiß! Auf ihrer verzweifelten Suche nach dem wahren Grund seines Verschwindens, stößt Nicki auf Canons stark gehütetes Geheimnis und führt sie in die Welt in denen Dämonen ihr Unwesen treiben.
Um Canon zu retten willigt sie dem größten Fehler ihres Lebens ein...!
Meine Meinung:
Jenny-Mai Nuyen hat mit ihrem neuen Jugendroman " Nacht ohne Namen " eine Parallelwelt erschaffen, die ich in dieser Form noch nicht genießen durfte. Mit ihrer Idee die Welt der Dämonen und der Welt der Hauptprotagonistin Nicki zu kombinieren, ist bestimmt nichts neu erfundenes und gibt es bestimmt schon in irgendeiner Form, dennoch hat sie viele neue Aspekte und Details eingebracht, welche ihre Liebe zum Schreiben wiederspiegelt und um sich so mit ihrer Handlung von der Vielzahl abzuheben. Genau diese Begeisterung wirkt auf den Leser ansteckend und zieht ihn in den Bann des Buches!
Die Autorin hat wie ihre Charaktere einen sehr speziellen und ausdrucksstarken Schreibstil mit dem sie es in nur wenigen Zeilen schafft den Leser mit Begeisterung und einer magischen Fessel ans Buch zu binden, so dass man nicht mehr aufhören will aus der bildhaft gestalteten Welt der Dämonen und den charakterstarken Protagonisten, aus zusteigen.
Nicki lebt in Berlin und hat eine Ansicht zum Leben die mit ihrem derzeitigen Lebensstil nicht übereinstimmt und sie so unglücklich stimmt. Sie wünscht sich "gehört " zu werden. wirkt eher als Außenseiterin und flüchtet in die eher außergewöhnliche Freundschaft mit Canon, in der sie den Respekt und die Anerkennung findet, die ihr Leben wieder lebenswert macht. Dies ändert sich jedoch schlagartig als Canon urplötzlich, ohne jegliche Vorwarnung verschwindet und wie vom Erdboden verschluckt scheint. Genau dieser Moment ist auch der in dem sich ihr Leben um 180° Grad zu wenden scheint und sie eine großartige Entwicklung durchleben lässt! Vom kleinem unscheinbaren Prota zur strahlenden Hauptdarstellerin!
Fazit:
Ein spannender Urban-Fantasie-Jugendroman der Realität & Fantasie so glaubhaft vermischt, dass man selbst nach seinem Dämon an seiner Seite zu forschen bzw. suchen beginnt! :-D
"Zwischen dem, was glänzt, und dem, was leuchtet, liegt der größte denkbare Unterschied."
Dies war mein erstes Buch von Jenny-Mai Nuyen, ich kaufte es auf einer Lesung von ihr. Nachdem ich länger mit ihr gesprochen hatte, sie mein Buch liebevoll signierte und ich sie unglaublich sympathisch und intelligent fand, war ich sehr gespannt auf das, was mich wohl in diesem neuen Jugend-, Fantasybuch erwarten würde.
Die Geschichte von Nicki und Canon hält viele Überraschungen für den Leser bereit; es werden Themen wie Liebe, Verlust, zerrüttete Familien, Drogen, Geld, Macht und Religion angesprochen. Verpackt sind diese ernsten Themen in eine magische Geschichte in der es unter anderem um Pakte zwischen Menschen und Dämonen geht.
Es gibt keine Längen, die Kapitel sind sehr kurz gehalten und das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Viele unvorhersehbare Wendungen und ein durchgehend interessanter Spannungsbogen lassen keine Langeweile aufkommen.
Jenny-Mai Nuyens Schreibstil hat mich in die Geschichte reingezogen und mir das Gefühl gegeben, ich wäre bei allem leibhaftig mit dabei. Sie beschreibt die kleinsten Dinge unglaublich präzise und gefühlvoll, sodass man sich einbildet die düstere Atmosphäre spüren zu können.
Man merkt, dass die Autorin Philosophie und Religionswissenschaft studiert, denn religiöse und philosophische Themen nehmen in diesem Buch einen großen Platz ein; auf eine wunderbare Art schafft sie es, den Leser über viele verschiedene Themen nachdenken zu lassen. Viele magische "Fließwesen" stehen als Metapher echter Güter und Probleme unserer zivilisierten Welt, wie Geld und Drogen.
Es ist daher ein sehr gesellschaftskritisches Buch, welches ich erst Jugendlichen ab 16 Jahren und natürlich allen Erwachsenen empfehlen würde, die Lust auf eine spannende Geschichte mit vielen Wendungen und ernsten Themen haben, die den Leser berühren.
Noch nie, noch nie hat eins von Jenny-Mai Nuyen Romanen es geschafft mich zu enttäuschen und auch jetzt hat sich das nicht geändert. Dieses Buch war fantastisch von Vorne bis Hinten? Wie kann man so etwas nur zu Papier bringen? Es hat sich zu sooo viel mehr entwickelt als ich zu Beginn des Buches erwartet hab und vor allem das letzte Drittel war voller Überraschungen. Jedem der urban Fantasy liest würde ich dieses Buch dringend empfehlen (und generell alle anderen Bücher von Jenny-Mai ). Ich mag mit was für einer Liebe fürs Detail sie schreibt und wie sie mich mit ihrer Welt total in den Bann zieht. Jedes Mal wenn ich eins ihrer Bücher in den Händen Halte werde ich hineingesogen und wenn ich fertig bin fühlt es sich an als wäre ich aus einem langen langen Traum erwacht. War es diesmal genau so? Ja das war es. Ich liebe dieses Buch! Ist das ein alleinstehenden Buch? Ich weiß Ja dass Nuyen nicht so gerne Serien schreibt aber so vieles ist noch ungeklärt! Das war eins dieser perfekten Enden bei denen man sich fragt was weiter geschieht, es aber nicht so wichtig ist sodass man seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. (In diesem Fall (Vorsicht Spoiler!! Entscheide ich mich dafür dass Nicki und Tallis zusammenfinden und Tallis glücklich ist und und die Brunnendämonin nicht allzu oft Gebrauch von Nickis Körper macht und und und!!)
An sich fand ich die Idee hinter dem Buch gar nicht so schlecht. Doch für mich war die Geschichte etwas schleppend.
Nicki ist auf der Suche nach Canon, der verschwunden zu sein scheint. In seiner Wohnung findet sie Kleidung mit Blut und weiteren Hinweisen wo Canon stecken könnten und was ihm passiert ist. Dabei stolpert in eine Welt hinein, die ihr bis dato unbekannt wahr. Statt das sie in Panik verfällt, bleibt sie recht locker. Doch kann sie Tallis ihrem Retter wirklich vertrauen? Und kann er ihr wirklich helfen was Canon an geht?
Dies war mein erster Roman der Autorin. Der Schreibstil an sich hat mir gefallen auch wie alles beschrieben worden ist. Aber so recht konnte mich die Geschichte nicht packen. Stellenweise war es zwar interessant aber mir ist nicht genug Spannung aufgekommen. Die Grundidee fand ich sehr gut, doch ich fand die Umsetzung sehr holprig. Nicki macht während der Geschichte eine interessante Entwicklung ihres Charakters durch. Canon war mir eher unsympathisch und Tallis fand ich witzig. Mit den Nebenfiguren konnte ich meist nichts anfangen, irgendwie hat mir da was gefehlt, eine gewisse tiefe. Für mich waren sie nicht real genug. Die Geschichte hat in meinen Augen viel mehr Potenzial gehabt als umgesetzt wurde..
Um ehrlich zu sein habe ich nicht wirklich erwartet, dass mich dieses Buch so dermaßen fesseln würde, aber das hat es getan. Nachdem ich von Jenny-Mai Nuyens "Noir" zuletzt eher enttäuscht war (ich mochte die Bücher die sie wiederum davor geschrieben hat sehr), habe ich mich gefragt was wohl von "Nacht ohne Namen" erwarten sein würde. Was mir so sehr gefallen hat: -> der Schreibstil! Die Bilder die die Autorin in meinem Kopf zum Leben erweckt hat, waren so lebendig; ihre -zugegeben ab und zu vielleicht etwas umständliche- Art, Dinge in ihrem Aussehen und Charakter so eindrucksvoll so greifbar erscheinen zu lassen, hat mich persönlich begeistert. -> die Fließwelt und die Dämonen an sich als Thema waren relativ neu für mich, aber diese mystische, übernatürliche aber auch gefährliche Welt hatte ihre eigene Magie. -> Nicki, Canon, Tallis aber auch Gretchen, deren Entwicklungen und Handlungen ich gespannt mitverfolgt habe!
Ich bin sehr überzeugt von dem Buch. Der Schreibstil war fantastisch; die Geschichte war mitreißend; es wurde eine fantastische Welt erschaffen und... es war einfach wundervoll. Ich habe von manchen gelesen sie finden die Geschichte/ Welt, die erschaffen wurde, sollte mehr ausgearbeitet werden, was ich zwar verstehen kann, aber nach meinem Empfinden nicht notwendig ist. Für mich war es die richtige Portion 'Ausgearbeitete Welt' und ich bin gut mitgekommen. Es war nicht zu knapp. Außerdem mag ich es die Welt für mich persönlich auszuarbeiten. Mehr muss ich nicht sagen...macht euch selbst ein Bild und kauft es..für mich hat es sich sehr gelohnt dieses Buch zu kaufen und zu lesen. :)
War's das schon? Kommt da noch was? Ein Band oder vielleicht Zwei? Würde sich zumindest anbieten, und ich wäre dabei!
Ein Tick mehr Berlin hätte ich mir gewünscht. Aber das mag ja nicht jeder. Auch wenn es zur Mitte hin eine wenig schwächelte, war ich im großen und ganzen doch sehr begeistert! Jenny-Mai Nguyen hat mich mal wieder nicht enttäuscht!
Tolle Charaktere, abwechslungsreiche Story und vor allem mal was anders. Oder zumindest fällt mir nichts vergleichbares ein.
Die Auflösung ist streckenweise etwas kompliziert und das Ende leider ziemlich offen, aber ansonsten ein tolles Leseerlebnis, die Schreibe von Frau Nuyen ist etwas ganz Besonderes. Ich wünsche mir eine Fortsetzung!