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Wind in meinem Kopftuch

Aufgewachsen zwischen zwei Welten

In Deutschland in einer iranisch-deutschen Familie aufgewachsen, fühlt sich Roya der persischen Kultur vertraut und fremd zugleich. Bei Gesprächen am Tisch ihrer iranischen Familie versteht sie kaum ein Wort, obwohl ihr der Klang so vertraut ist. Immer größer wird ihre Sehnsucht, den Iran und damit einen Teil ihrer Wurzeln kennenzulernen. Eines Tages ist es endlich soweit: Gemeinsam mit ihrem Vater begibt Roya sich auf eine Reise durch den Iran und erlebt dort als queere Frau eine intensive Zeit zwischen Faszination und Angst, Schönheit und Unterdrückung – ohne zu ahnen, dass dies die letzte Reise mit ihrem Vater sein wird.

Roya Sorayas autobiografische Graphic Novel erzählt von Identitätssuche, dem Leben zwischen zwei Kulturen, von politischer Unterdrückung und der Kraft, die in Erinnerungen liegt. Ein eindrucksvolles Porträt über das Erwachsenwerden im Spannungsfeld kultureller Unterschiede, Verlust und Selbstfindung.

192 pages, Hardcover

Published April 28, 2026

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About the author

Roya Soraya

3 books

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Community Reviews

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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Elif.
48 reviews
September 2, 2026
Danke an Carlsen Comics für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung ist meine eigene.

Eine wunderschön illustrierte und eindrucksvolle Graphic Novel! Ich musste am Ende Tränen vergießen.
Roya Soraya erzählt von ihrer ersten Reise in ihr Heimatland Iran, welche gleichzeitig ihre letzte Reise mit ihrem Vater ist. Auch wenn ich mir gewünscht hätte, der Comic wäre noch länger gewesen, hat es Soraya hinbekommen, in wenigen Seiten soviele Gefühle hervorzurufen. Als Migra-Kind konnte ich mit vielen Aspekten über Heimat, Muttersprache und Familie mitfühlen.
Die Schwierigkeit, sich selbst zu sein, aber gleichzeitig die Heimat vermissen, in der man dafür bestraft werden würde, für das, was man ist, wo man als Frau kaum Rechte hat.
Dieser Zwiespalt wurde sehr realistisch dargestellt. Denn es ist okay, und es ist erlaubt, diese Gefühle zu haben. Denn sehr viele haben sie.

Besonders gefallen haben mir: Bilder der beiden Städte, die Seite in der Roya ihren Kopf an die Schulter ihres Vaters lehnt, gegen Ende, wo Roya zu einem Lied in ihrem Zimmer tanzt, der Part indem sie den "Geist" ihres Vaters umarmt (hier kamen die Tränen).

Ein sehr wichtiger Comic, gerade in diesen Zeiten - jeder sollte es mal in die Hand nehmen!
Profile Image for Tutankhamun18.
1,573 reviews34 followers
April 29, 2026
In diesem Graphic Memoir erzählt die Autorin über ihre Reise in die Heimat ihres Vaters, den Iran. Sie blickt zurück auf ihre Reise mit ihrem Vater nach seinem Tod. Die Geschichte ist sehr kurz und in einer Gewissenweise würde ich als Leser gerne mehr wissen, aber auf der anderen Seite erfassen diese Bilder ihre Erfahrung gut.

Der Kunststil ist einfach, aber überzeugend. Vorallem haben mir einige Panels sehr gefallen die Vergangenheit mit Gegenwart verbinden und eine ganze Seite einnehmen.
Profile Image for WildesKopfkino .
1,298 reviews11 followers
May 24, 2026
Manchmal reicht schon ein leiser Comic, um innerlich richtig laut zu werden. Wind in meinem Kopftuch hat mich nicht mit großen Gesten gepackt, sondern mit diesen kleinen, stillen Momenten, die plötzlich mitten ins Herz treffen.

Ich begleite Roya auf einer Reise, die sich anfühlt wie ein vorsichtiges Tasten nach den eigenen Wurzeln. Deutschland ist ihr Zuhause, der Iran lebt in den Erzählungen ihrer Familie weiter. Als sie mit ihrem Vater dorthin reist, wird aus Erinnerung endlich Wirklichkeit. Und genau da entsteht diese besondere Spannung zwischen Sehnsucht und Vorsicht, zwischen Schönheit und Angst.

Die Graphic Novel zeigt ein Land voller Wärme, Landschaften, Familiennähe und kultureller Kraft. Gleichzeitig liegt über allem ein Druck, der beim Lesen spürbar wird. Besonders als queere Frau bewegt sich Roya durch Situationen, in denen Freiheit nicht selbstverständlich ist. Das macht viele Szenen unglaublich intensiv, ohne dass die Geschichte laut werden muss.

Sehr berührt hat mich die Beziehung zu ihrem Vater. Diese letzte gemeinsame Reise bekommt eine Schwere, die man erst nach und nach richtig begreift. Die Erinnerungen wirken dadurch noch kostbarer, fast wie kleine Bilder, die man festhalten möchte, bevor sie verblassen.

Für mich ist das eine eindrucksvolle, persönliche und wunderschön erzählte Graphic Novel über Herkunft, Identität, Verlust und den Mut, sich selbst nicht zu verlieren.
Profile Image for Frank Lang.
1,565 reviews15 followers
May 14, 2026
Ich habe im Laufe meines Lebens zwar viele Menschen kennengelernt, deren Wurzeln nicht in Deutschland liegen, aber so richtig konnte ich es nicht nachempfinden, wie es ist, zwischen diesen Welten zu leben. Dass dieses Gefühl selbst bei jenen zu Hause ist, die in Deutschland geboren wurden, zeigt Roya Soraya mit ihrer autobiografischen Erzählung über ihre Reise in den Iran.

Ihre Erzählung beginnt mit den ersten Empfindungen, die sie als Kind hatte. Aufgewachsen als Scheidungskind pendelte sie zwischen der deutschen und der iranischen Welt, je nachdem, ob sie gerade bei ihrer Mutter und ihrem Vater war. Und es liegt auf der Hand, dass die iranische Welt für die Künstlerin fremd war, zumal sie auch die Sprache nicht verstand. Und so gab es diesen kleinen Samen in ihr, der mit Zeit stetig anwuchs. Der Wunsch, in den Iran zu fahren, um dort ihre Wurzeln kennenzulernen.

Sie ist im Jahre 2019 in den Iran geflogen, natürlich mit all den Berichten über die Unterdrückung der Menschen im Hinterkopf. Ich finde, dass sie sehr gut ihre Ängste und Sorgen vermittelt hat, dass die Angst vor den Repressalien des Regimes eine handfeste Angst ist und keine Eventualität.

Ebenso gut geschildert fand ich die zweigeteilte Darstellung von ihren Erlebnissen und Empfindungen. Auf der einen Seite ein sehr schönes Land mit einer reichhaltigen Kultur und auf der anderen Seite die permanente Angst, irgendetwas falsch zu machen, was immer zu drakonischen Strafen führen kann. Auch Touristen gegenüber.

Die Graphic Novel erzählt aber nicht nur von der Reise in den Iran, sondern auch von der Trauer Sorayas gegenüber ihrem mittlerweile verstorbenen Vater, mit dem sie die Reise durchgeführt hat. Es ist sehr berührend, wie die Künstlerin die Momente der Erinnerung in die Geschichte hat einfließen lassen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sehr sich die Trauer manifestiert, wenn sie über ihre Reise nachdenkt.

Im Nachwort erzählt Roya Soraya, wie sie die ersten größeren Unruhen miterlebt hat, die durch den gewaltsamen Tod von Jina Mahsa Aminis im Jahre 2022 hervorgerufen wurden. Aber auch die Ereignisse, die in den Folgejahren geschahen, machten ein ums andere Mal sprachlos. Sie hat ihr Nachwort vom Januar 2026 mit folgendem Satz beendet:

„Wir alle freuen uns auf den Tag, an dem der Iran endlich frei sein wird.“

Wie wir alle wissen, ist leider genau das Gegenteil der Fall, hervorgerufen durch einen unbedachten Angriff Irans durch den US-Präsidenten Donald Trump, der diesen Krieg ohne Rückhalt des amerikanischen Volks entfachte, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was er damit bezwecken wollte und wie er ihn wieder beenden kann.
109 reviews
June 8, 2026
Roya erzählt nach dem Tod ihres geliebten Vaters davon, wie es war, als Halb-Iranerin in Deutschland großzuwerden und sich immer zu fragen, wie ihre Verbindung zum Iran eigentlich ist. Sie spricht kein farsi, versteht darum die liebevolle Großmutter nicht, wenn sie sich mit dem Vater und der Tante unterhält - und eines Tages, nach dem Tod der Oma, beschließt sie, die Heimat ihrer Vorfahren zu besuchen: Roya reist mit ihrem Vater in den Iran.

Eine mehrwöchige Reise zeigt ihr die unglaubliche Schönheit des Landes, die vielen Köstlichkeiten und Freundlichkeiten - und die Grausamkeit des Regimes. Roya ist hin- und hergerissen, will unbedingt eine tiefe Verbindung spüren, ist aber auch abgestoßen und verängstigt. Auch ihrem Vater fällt ein Stein vom Herzen, als sie endlich wieder im Flugzeug nach Hause sitzen.

Als Roya die Wohnung ihres Vaters ausräumt, kommen die Erinnerungen wieder hoch, und sie tanzt im Geiste mit dem Papa, der sie so sehr geliebt hat.

***

Ein leichter und sanft fließender Comic, dessen Sanftheit die Schrecken eines Terrorregimes nicht übertüncht. Wunderschön!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Annabel.
54 reviews
June 21, 2026
Jin Jiyan Azadi - Frau Leben Freiheit

Dieses Graphic novel hat mich absolut berührt. Roya Soraya schreibt über das Aufwachsen in Deutschland als Halbiranerin. Sie geht auf die Suche nach Zugehörigkeit und ihrer Heimat, in den Iran. Mit ihrem Vater zusammen erlebt sie dort viele wunderschöne aber gleichzeitig von Gefahren und Unterdrückung durch das Regime geprägte Dinge. Immer versucht sie dabei die Zugehörigkeit für die sie gekommen ist zu finden. Aber trotz all der Gefahren die sie sich als queere Frau aussetzt, lernt sie die Heimat ihres Vaters und ihrer Großeltern kennen.

Ein unglaublich schönes und tiefgründiges graphic novel welches sehr lang im Gedächtnis bleibt. Eine absolute Empfehlung!
Profile Image for Jelka.
1,202 reviews
July 9, 2026
Sehr schöne Illustrationen, die die Atmosphäre der Reise eindrucksvoll transportieren. Sowohl die Angst und Verunsicherung wegen der strikten Verhaltensregeln als auch die Schönheit des Irans. Gleichzeitig streut Roya Soraya auch immer wieder lustige Momente durch ihre Kunst ein.

Insgesamt eine berührende, reflektierte und visuell eindrucksvolle Erzählung über Identität und Zugehörigkeit.
Profile Image for Andrea.
636 reviews4 followers
September 4, 2026
One of the better graphic novel memoirs I've read. The artwork beautifully reflected the author's mixed feelings: growing up between two cultures without truly knowing one of them, losing her father and remembering their one trip to Iran. I look forward to re-reading it to savor the artwork.
Displaying 1 - 8 of 8 reviews