Jump to ratings and reviews
Rate this book

Partypeople

Rate this book
Der Ich-Erzähler im neuen Roman von Stefan Sommer hat alles und nichts: Als erfolgreicher Techno-DJ wird er auf private Partys von Superreichen eingeflogen, lässt sich von Haute-Cuisine-Chefs bekochen, nächtigt in Grand Hotels. Ein luxuriöses Leben zwischen Helikopterflügen, Infinity- Pools, Champagner und den immer groteskeren Wünschen eines Superstars, der von sich und der Welt gelangweilt ist. Dazwischen: Loneliness. Designerdrogen und Schmerzmittel helfen nur vorübergehend, und auch Christian, ein verheirateter Mann, ist schnell wieder aus dem Leben des DJs verschwunden. Während seiner gnadenlosen Hetze um die Welt erkennt der Erzähler irgendwann, dass er davonläuft: Vor dem Verlust der Mutter, die Jahre zuvor verstorben ist. Seither trägt er ihre Lieblingsblumen als Tattoo auf der Haut – ein zarter Versuch, der Härte der Erfolgsindustrie etwas entgegenzusetzen.

Partypeople blickt mit kalter Komik in die Welt des großen Geldes: erzählt von Rich Kids, Tech-Oligarchen, performativer Männlichkeit und neuem Kapitalismus. Man hofft auf einen Ausweg, und ahnt doch, dass es keinen geben kann.

162 pages, Hardcover

Published February 14, 2026

Loading...
Loading...

About the author

Stefan Sommer

26 books1 follower
Stefan Sommer’s research focus is on modeling and statistics of non-linear data with application to shape spaces, functional data analysis, and image registration. This includes foundational and algorithmic aspects of statistics on manifold valued data, and computational modeling and statistical analysis of deformations occurring in computational anatomy.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
8 (23%)
4 stars
10 (29%)
3 stars
11 (32%)
2 stars
3 (8%)
1 star
2 (5%)
Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Dunja Brala.
681 reviews62 followers
March 5, 2026
Es gab auch in meinem Leben eine heiße Partyphase. Allerdings lag die eher so im Mainstreambereich. Die ganze Techno- und Houseszene hat mich zwar peripher berührt, aber so richtig drin im Game war ich nicht. Eine Faszination hat das auf mich trotzdem immer ausgübt – und den Style mag ich schon.

Der ICH- Erzähler in diesem Roman ist als DJ sehr erfolgreich, so erfolgreich, dass er sich erlauben kann, Dinge auf sein Hotelzimmer zu bestellen, die er gar nicht benötigt. Oft sind sie einfach nur ein Test um zu sehen, ob das möglich gemacht wird. Ziemlich dekadent und abgehoben, denkt ihr zurecht! Er hadert aber mit seinem Fame. Tief drinnen ist er ziemlich einsam und versucht mit einer Palette an Drogen und Medikamenten sein Leben interessanter zu gestalten. Doch die Trauer um seine verstorbene Mutter kann er damit nicht kompensieren.

Das ganze Buch wirkt wie ein einziger MDMA Trip. Mit einer großen Bildgewalt entführt uns der Autor in die Welt der Reichen und Megareichen. Das Territorium ist gepflastert von Ansprüchen und Langeweile. Mega fand ich die Eingangs-Szene, genau so stell ich mir das Machtgefühl vor, dass ein DJ über eine Menschenmasse besitzt. Dass seine Gedanken sehr ambivalent zum Geschehen sind, macht die Geschichte erst so richtig interessant.

Ich musste durchaus, ab und zu den Kopf schütteln, über die Selbstverständlichkeit, mit der hier Geld auf den Kopf gehauen wird. Die Sorge um den verlebten und langsam verfallenenden Körper kann ich zwar nachvollziehen. Der finanziellen und zeitliche Aufwand, der dafür betrieben wird aber nicht. Ich bin so froh, ein Auskommen zu haben, aber auf dem Boden der Tatsachen geblieben zu sein (einen Lottogewinn würde ich jetzt trotzdem nicht ablehnen).

Sprachlich ist das Buch sehr ausdrucksstark. Sommer arbeitet viel mit Anglizismen, und manche Dialoge sind komplett in Englisch, teilweise auch in Französisch. Aber in diesem Roman passt es perfekt. Das eingeworfen „Anyway“ wirkt weder aufgesetzt noch random. Der Autor versteht es einfach die popkulturellen Vibes auch sprachlich in den Roman einfließen zu lassen. Die Beschreibung der einzelnen Szenarien in den Jetset Hotspots dieser Welt waren sehr fesselnd, auch wenn ich aber zu googeln musste mir mal ein Bild davon zu verschaffen, was dort gerade in die Haut gespritzt und in den Mund geschoben wurde.

Dieser Roman ist mal was ganz anderes und besonders das hat mir gut gefallen. Er gibt Einblick in eine Welt, die mir verschlossen bleiben wird und die mich gleichzeitig fasziniert und unterhält. Wenn ihr vor dem Slang nicht zurückschreckt und auf der Suche nach was Neuem seid, dann ist dieser Roman sicherlich einen Blick wert. Ich spreche auf jeden Fall eine Leseempfehlung aus.
Profile Image for Literatur Fangirl.
64 reviews10 followers
April 6, 2026
Ich mag Bücher, die einen in Lebensrealitäten ziehen, die sich wie ein komplettes Paralleluniversum anfühlen, und genau das war hier für mich der Fall. Ein international gefragter DJ, der bei einer privaten Firmenfeier im Versailler Schloss auflegt, war ein herrlich skurriler Einstieg. Der nächste Abschnitt rund um Berlin hat mich dann leider überhaupt nicht überzeugt und irgendwie auch nicht gepasst, weder im Tempo noch in der Tonalität, und fast hätte ich da abgebrochen. Gegen Ende wurde das Buch aber wieder deutlich stärker. Hat Spaß gemacht zu lesen, umgehauen hat es mich am Ende aber nicht.
Profile Image for Christiane Fischer.
564 reviews8 followers
April 12, 2026
PARTY PEOPLE
Stefan Sommer
ET: 24.02.26

Ui, da bin ich wieder… Ich habe gerade durchgetanzt, den Beat im ganzen Körper gespürt, der Schweiß lief aus allen Poren – und die Drogen haben ihr Übriges getan. Was für ein Ritt, den ich gemeinsam mit dem Ich-Erzähler erlebt habe!

Er ist DJ – entweder ganz oben, vollgepumpt mit allem, was man sich so einwerfen kann, immer an der Grenze zum „Over the Top“, oder ganz unten: vom Leben gelangweilt, einsam und genervt von den Menschen, die es eigentlich nur gut mit ihm meinen.

Stefan Sommer beschreibt das Leben eines Techno-DJs unglaublich intensiv, bildgewaltig und authentisch. Die vielen englischen Dialoge passen perfekt zur Szene und wirken keineswegs aufgesetzt.

Dass der Protagonist nicht besonders sympathisch ist, scheint klar beabsichtigt – und passt meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte. Weniger gefallen hat mir allerdings, dass es keinen durchgehenden Handlungsstrang gibt, sondern eher einzelne Episoden und Momentaufnahmen aus seinem Leben.

Besonders stark fand ich das erste Kapitel: das Intro, wenn der DJ die Bühne betritt, der ganze Park ausrastet, der Boden bebt und die Hände in die Höhe schnellen – das war richtig intensiv und hat mich sofort gepackt.

Fazit:
Ein wilder, atmosphärischer Trip, der mich an meine eigene Techno-Zeit erinnert hat.
Empfehlen würde ich das Buch vor allem jüngeren Leser:innen oder allen, die eine Affinität zur elektronischen Musikszene haben.
3½/5

Profile Image for hand.verlesen.
245 reviews46 followers
March 7, 2026
Der Ich-Erzähler ist ein international bekannter DJ und scheint alles zu haben: Geld, Erfolg, Follower, Affären. Doch egal, ob er gerade auf Festivals auflegt, im Luxushotel liegt oder mit Millionären im Privatjet fliegt, überall schimmert seine Einsamkeit durch.
Der Text ist durchgehend dicht, rasant und witzig. Beim Lesen bleibt kaum Raum zum Abschweifen – nicht, weil man sonst den Faden verlieren würde, sondern weil man Angst hat, etwas Interessantes zu verpassen. Der Erzähler wirft mit Namen, Marken und englischen Begriffen um sich. Sowas kann schnell nervig wirken, ist in diesem Fall aber sehr passend und unterhaltsam.
Schnell wird klar, dass der Erzähler nicht okay ist. Er ist einsam, hat den Tod der Mutter noch nicht verarbeitet, betäubt sich mit Substanzen und Erlebnissen. Auch in der Beziehung zu Christian, einem verheirateten Mann, sucht er Halt.
Fazit: Zeitgemäß, wild und besonders.
Displaying 1 - 4 of 4 reviews