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Partypeople

Der Ich-Erzähler im neuen Roman von Stefan Sommer hat alles und nichts: Als erfolgreicher Techno-DJ wird er auf private Partys von Superreichen eingeflogen, lässt sich von Haute-Cuisine-Chefs bekochen, nächtigt in Grand Hotels. Ein luxuriöses Leben zwischen Helikopterflügen, Infinity- Pools, Champagner und den immer groteskeren Wünschen eines Superstars, der von sich und der Welt gelangweilt ist. Dazwischen: Loneliness. Designerdrogen und Schmerzmittel helfen nur vorübergehend, und auch Christian, ein verheirateter Mann, ist schnell wieder aus dem Leben des DJs verschwunden. Während seiner gnadenlosen Hetze um die Welt erkennt der Erzähler irgendwann, dass er davonläuft: Vor dem Verlust der Mutter, die Jahre zuvor verstorben ist. Seither trägt er ihre Lieblingsblumen als Tattoo auf der Haut – ein zarter Versuch, der Härte der Erfolgsindustrie etwas entgegenzusetzen.

Partypeople blickt mit kalter Komik in die Welt des großen Geldes: erzählt von Rich Kids, Tech-Oligarchen, performativer Männlichkeit und neuem Kapitalismus. Man hofft auf einen Ausweg, und ahnt doch, dass es keinen geben kann.

162 pages, Hardcover

Published February 14, 2026

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About the author

Stefan Sommer

28 books2 followers
Stefan Sommer’s research focus is on modeling and statistics of non-linear data with application to shape spaces, functional data analysis, and image registration. This includes foundational and algorithmic aspects of statistics on manifold valued data, and computational modeling and statistical analysis of deformations occurring in computational anatomy.

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Community Reviews

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1 star
3 (4%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Literatur Fangirl.
71 reviews20 followers
April 4, 2026
Ich mag Bücher, die einen in Lebensrealitäten ziehen, die sich wie ein komplettes Paralleluniversum anfühlen, und genau das war hier für mich der Fall. Ein international gefragter DJ, der bei einer privaten Firmenfeier im Versailler Schloss auflegt, war ein herrlich skurriler Einstieg. Der nächste Abschnitt rund um Berlin hat mich dann leider überhaupt nicht überzeugt und irgendwie auch nicht gepasst, weder im Tempo noch in der Tonalität, und fast hätte ich da abgebrochen. Gegen Ende wurde das Buch aber wieder deutlich stärker. Hat Spaß gemacht zu lesen, umgehauen hat es mich am Ende aber nicht.
Profile Image for Fiona.
188 reviews66 followers
June 20, 2026
Ein kurzes, intensives & rauschhaftes Buch über das Leben im Rampenlicht: Exzessive Partys, Drogen, Geld, aber auch Einsamkeit. Macht Fame wirklich glücklich?
Profile Image for Dunja Brala.
684 reviews71 followers
March 5, 2026
Es gab auch in meinem Leben eine heiße Partyphase. Allerdings lag die eher so im Mainstreambereich. Die ganze Techno- und Houseszene hat mich zwar peripher berührt, aber so richtig drin im Game war ich nicht. Eine Faszination hat das auf mich trotzdem immer ausgübt – und den Style mag ich schon.

Der ICH- Erzähler in diesem Roman ist als DJ sehr erfolgreich, so erfolgreich, dass er sich erlauben kann, Dinge auf sein Hotelzimmer zu bestellen, die er gar nicht benötigt. Oft sind sie einfach nur ein Test um zu sehen, ob das möglich gemacht wird. Ziemlich dekadent und abgehoben, denkt ihr zurecht! Er hadert aber mit seinem Fame. Tief drinnen ist er ziemlich einsam und versucht mit einer Palette an Drogen und Medikamenten sein Leben interessanter zu gestalten. Doch die Trauer um seine verstorbene Mutter kann er damit nicht kompensieren.

Das ganze Buch wirkt wie ein einziger MDMA Trip. Mit einer großen Bildgewalt entführt uns der Autor in die Welt der Reichen und Megareichen. Das Territorium ist gepflastert von Ansprüchen und Langeweile. Mega fand ich die Eingangs-Szene, genau so stell ich mir das Machtgefühl vor, dass ein DJ über eine Menschenmasse besitzt. Dass seine Gedanken sehr ambivalent zum Geschehen sind, macht die Geschichte erst so richtig interessant.

Ich musste durchaus, ab und zu den Kopf schütteln, über die Selbstverständlichkeit, mit der hier Geld auf den Kopf gehauen wird. Die Sorge um den verlebten und langsam verfallenenden Körper kann ich zwar nachvollziehen. Der finanziellen und zeitliche Aufwand, der dafür betrieben wird aber nicht. Ich bin so froh, ein Auskommen zu haben, aber auf dem Boden der Tatsachen geblieben zu sein (einen Lottogewinn würde ich jetzt trotzdem nicht ablehnen).

Sprachlich ist das Buch sehr ausdrucksstark. Sommer arbeitet viel mit Anglizismen, und manche Dialoge sind komplett in Englisch, teilweise auch in Französisch. Aber in diesem Roman passt es perfekt. Das eingeworfen „Anyway“ wirkt weder aufgesetzt noch random. Der Autor versteht es einfach die popkulturellen Vibes auch sprachlich in den Roman einfließen zu lassen. Die Beschreibung der einzelnen Szenarien in den Jetset Hotspots dieser Welt waren sehr fesselnd, auch wenn ich aber zu googeln musste mir mal ein Bild davon zu verschaffen, was dort gerade in die Haut gespritzt und in den Mund geschoben wurde.

Dieser Roman ist mal was ganz anderes und besonders das hat mir gut gefallen. Er gibt Einblick in eine Welt, die mir verschlossen bleiben wird und die mich gleichzeitig fasziniert und unterhält. Wenn ihr vor dem Slang nicht zurückschreckt und auf der Suche nach was Neuem seid, dann ist dieser Roman sicherlich einen Blick wert. Ich spreche auf jeden Fall eine Leseempfehlung aus.
Profile Image for Markus.
72 reviews
Read
August 17, 2026
18 Stellen aus dem Buch:

„Die Epidermis, glatt und elastisch und hyper-hydriert. Als wäre ich hinter durchsichtiger Polyethylenfolie. Ich sehe sie, und sie denken, sie sehen mich auch.“ (Sommer 2026: 14)

„Ich recke die Arme zum Himmel, als kämen die taghellen Einschläge tatsächlich von da, als könnte ich sie kontrollieren. Da, endlich, höre ich auch meinen Namen. Nicht den Namen, den ich von Geburt an trage. Den Namen, den ich mir selbst gegeben habe. Er trifft mich von überall, als ich den Sandisk-USB-Stick in den CDJ 3000 NEXUS hineinstecke. In einem Folder liegt der Openingtrack, die Ouvertüre. Der Sohn eines Hollywood-Schauspielers — nennen wir ihn Michael — hat ihn produziert. In einer schwülen Septembernacht hat er ihn mir aus seiner Villa hoch über dem Pazifik in Calabasas gemailt, weil ihm sein Vater, ein bildschöner Mann, dazu geraten hat. Ein brutaler 145-BPM-Edit eines amerikanischen Raptracks über diese besondere Form der Einsamkeit, wenn alle Freunde jung verstorben sind. Erst die Vocals. „All my friends are dead, push me to the edge." Ich lasse den Beat dann aber nicht einsetzen, sondern stoppe den Sound.“ (Sommer 2026: 15)

„Als Mann müsse man sich zurücknehmen, sagt er. Er lerne — und das Folgende sagt er so, als wüsste er gar nicht, wie er es anders sagen sollte —, er lerne von seinen „Praktikant*innen“. Den Glottisschlag betont er besonders und lässt ihn nachhallen. Er sei beeindruckt, mit welchem Idealismus junge Menschen ihre sechzig Wochenstunden in der Agentur „durchpowern“ würden. Bis in die Nacht säßen die am Schreibtisch. Auch wenn er nicht mehr als 12,50 Euro die Stunde bezahlen könne, schreibe er den „Praktikant*innen“ — wieder der Glottisschlag — vorzügliche Zeugnisse.“ (Sommer 2026: 26)

„Dieses Jahr gelte Kobayashi als Favorit, sagt ein rotbäckiger Kärntner Ex-Skispringer in einem miserabel ausgeleuchteten Fernsehstudio über ihn in die TV-Kameras, als ich einen Sportsender finde. Während der kleine Mann dann weiter über Ryoyus aerodynamische Fähigkeiten ins Schwärmen gerät, merke ich, wie mir endlich wolkige Schwere ins Hirn sickert. Und irgendwann merke ich auch das nicht mehr.“ (Sommer 2026: 38)

„Wenn ich nicht filme, wie Seidengardinen bei offener Balkontür im Pariser Wind wogen, wer dann?“ (Sommer 2026: 41)

„Stillleben in Hotelsuiten. Nicht als voyeuristischer Blick durch das Schlüsselloch. I'm thinking Kayije Kagame. Auch Wolfgang Tillmans. David Lynch in der zenbuddhistischen Era, aber mit nietzscheanischer Metaebene durch ein iPhone 17. Ich suche noch nach dem Wording.“ (Sommer 2026: 42)

„Zögerlich nippe ich an einem Smoothie. Ein Heart Healthy aus Weintrauben, Rote Bete, Leinsamen, Cranberrysaft und geraspelter Kokosnuss, den mir der Bartender für meine Verdauung empfohlen hat, auch wenn ich nicht danach gefragt habe.“ (Sommer 2026: 51)

„Ein Smoothie wird ihm gereicht. Er ist waldgrün und zähflüssig und soll seinen Nieren guttun, wie ihm der Barkeeper sagt. Dann überprüft dieses Arschloch auch noch sein Smartphone auf diese selbstzufriedene Manier, wie es nur Arschlöcher können. Ich linse auf sein Display. Er scrollt durch Direktflüge. Sein Gesicht scheint doch zu Falten fähig. Über den buschigen Augenbrauen und unter dem vollen Haaransatz knickt die Haut in ein Valley der Sorge.“ (Sommer 2026: 53)

„Allerdings existiert ein Männertyp, mit dem auch ich Schweigen schwer ertrage. Solche, die dieses Aushalten von Stille als Beweis innerer Stärke deuten. Ich hätte meinen Sitznachbarn für so einen Mann gehalten. Für einen, der keine Gegenfragen stellt, weil er das als Unterwürfigkeit missversteht. Es ist so sad, wenn Männer sich ihres Selbstwertes durch Desinteresse an ihren Mitmenschen versichern müssen.“ (Sommer 2026: 56)

„„Schlaf gut“, sagt er, aber geht nicht. Das Klingeln hallt nach. Er rührt sich immer noch nicht. Wir stehen voreinander. Ich biete ihm die Hand an. Er umarmt mich. Irgendwann muss er loslassen, weil es sonst ein Vorfall wird. Und dann geht er doch hoch zur Tür.
Noch Tage später frage ich mich, ob ich mir diese Schritte auf der Treppe, die nachts vor meiner Tür stoppen und erst nach Sekunden zurück nach oben schleichen, doch nicht eingebildet habe.“ (Sommer 2026: 71)

„Nachts spüre ich, wie er sich wieder zu mir auf die Matratze legt. Er robbt sich an mich heran. Er sagt nichts. Er nimmt nur meinen rechten Arm und legt ihn über sich wie eine Decke. Später höre ich, wie er ruhiger atmet, und schlucke hinunter, was ich mir zurechtgelegt habe. Vor mir die Wohnung im Halbdunkel. Baklava von der anatolischen Bäckerei hat er auf einem Pappteller vor der Matratze auf den Boden gestellt. Ich habe ihm einmal gesagt, dass ich das immer essen könne.“ (Sommer 2026: 87)

„Ich spüre die nächste Welle. Meine Hand in seiner Hand. Meine Hand an seiner Wange. Er zieht sie sich über den Mund und die Lippen hinunter auf seine Kehle. Da liegt sie. Und bleibt da, bis er sie sich runter über seine Brust schiebt. Über seine Arme. In seine Hand. Die Finger. Die Lücken dazwischen. Da ist eine Hitze in seinem Blick. Und plötzlich ist es hell. Plötzlich ist nicht mehr Nacht.“ (Sommer 2026: 92)

„Altglas für Jahre am Rand des Dancefloors. Ein Erdbeereis in einer Waffel, an dem Männer zusammen lecken. Sie stehen in einem Kreis. Ihre Zungen im hellroten Sorbet.“ (Sommer 2026: 93)

„„You're a dinosaur, meine Liebe“, sagt Derrick. „Right, Left ... das ist doch vorbei ... it's dead and gone. Manchmal erschreckt es mich, was ihr da oben in der Kathedrale Denken nennt.““ (Sommer 2026: 116)

„„An inclusive space“, sagt Salvatore und schaut in nickende Gesichter. Deshalb — und er bleibt pastoral — wolle man die Ticketpreise auch in Zukunft zweistellig halten. Ibiza sei anderer Meinung gewesen, lacht er und sieht wieder zu den Männern am anderen Ende des Tisches, aber er hätte darauf bestanden. Ein Club trage eine soziale Verantwortung.“ (Sommer 2026: 131)

„Im salzigen Meerwasser, das aus der Bucht heraufgepumpt wird, schwebe ich an der Oberfläche. Als ich die Augen öffne, sehe ich keine Sterne. Nur ein Mitternachtsblau, das über mir, in der Ferne, wo sich die Erde krümmt, in Pfirsichorange zerfließt.“ (Sommer 2026: 134)

„Ich verstehe, warum er denkt, sein Leben würde leichter, wenn er sich für sie und ein Kind entscheidet. Ich verstehe, was er mit ,für immer’ meint, denke aber trotzdem, dass er unterschätzt, wie lange das werden wird. Vielleicht kann er besser lügen, als ich dachte? Vielleicht muss er weniger lügen, als ich gehofft hatte.“ (Sommer 2026: 138)

„Vielleicht die Playlist für die erste Show im Berghain? Mein Closer war Everything In Its Right Place von Radiohead. Ich dachte, dort gehöre ich hin. Es kommt mir heute vor, als hätte das jemand anderes gedacht. Ist von dieser Person, die ich war, denn noch irgendetwas übrig?“ (Sommer 2026: 143)
Profile Image for Christiane Fischer.
612 reviews7 followers
April 12, 2026
PARTY PEOPLE
Stefan Sommer
ET: 24.02.26

Ui, da bin ich wieder… Ich habe gerade durchgetanzt, den Beat im ganzen Körper gespürt, der Schweiß lief aus allen Poren – und die Drogen haben ihr Übriges getan. Was für ein Ritt, den ich gemeinsam mit dem Ich-Erzähler erlebt habe!

Er ist DJ – entweder ganz oben, vollgepumpt mit allem, was man sich so einwerfen kann, immer an der Grenze zum „Over the Top“, oder ganz unten: vom Leben gelangweilt, einsam und genervt von den Menschen, die es eigentlich nur gut mit ihm meinen.

Stefan Sommer beschreibt das Leben eines Techno-DJs unglaublich intensiv, bildgewaltig und authentisch. Die vielen englischen Dialoge passen perfekt zur Szene und wirken keineswegs aufgesetzt.

Dass der Protagonist nicht besonders sympathisch ist, scheint klar beabsichtigt – und passt meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte. Weniger gefallen hat mir allerdings, dass es keinen durchgehenden Handlungsstrang gibt, sondern eher einzelne Episoden und Momentaufnahmen aus seinem Leben.

Besonders stark fand ich das erste Kapitel: das Intro, wenn der DJ die Bühne betritt, der ganze Park ausrastet, der Boden bebt und die Hände in die Höhe schnellen – das war richtig intensiv und hat mich sofort gepackt.

Fazit:
Ein wilder, atmosphärischer Trip, der mich an meine eigene Techno-Zeit erinnert hat.
Empfehlen würde ich das Buch vor allem jüngeren Leser:innen oder allen, die eine Affinität zur elektronischen Musikszene haben.
3½/5

Profile Image for hand.verlesen.
264 reviews49 followers
March 7, 2026
Der Ich-Erzähler ist ein international bekannter DJ und scheint alles zu haben: Geld, Erfolg, Follower, Affären. Doch egal, ob er gerade auf Festivals auflegt, im Luxushotel liegt oder mit Millionären im Privatjet fliegt, überall schimmert seine Einsamkeit durch.
Der Text ist durchgehend dicht, rasant und witzig. Beim Lesen bleibt kaum Raum zum Abschweifen – nicht, weil man sonst den Faden verlieren würde, sondern weil man Angst hat, etwas Interessantes zu verpassen. Der Erzähler wirft mit Namen, Marken und englischen Begriffen um sich. Sowas kann schnell nervig wirken, ist in diesem Fall aber sehr passend und unterhaltsam.
Schnell wird klar, dass der Erzähler nicht okay ist. Er ist einsam, hat den Tod der Mutter noch nicht verarbeitet, betäubt sich mit Substanzen und Erlebnissen. Auch in der Beziehung zu Christian, einem verheirateten Mann, sucht er Halt.
Fazit: Zeitgemäß, wild und besonders.
8 reviews
May 27, 2026
hat mich nicht abgeholt. der schreibstile zu verzettelt, zu flüchtig. die storyline all over the place. war aber sad - das war toll.
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