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Panthertage

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Sarah ist zwanzig, hat gerade die Schule hinter sich und startet nun mit Vollgas ins Leben – das war zumindest der Plan. Doch dann erleidet sie einen Epilepsieanfall. Und noch einen und noch einen. Plötzlich sieht die lebenslustige Sarah sich mit einer Krankheit konfrontiert, die ihre Pläne ins Wanken bringt und ihr Leben mit einem Schlag verändert. Was folgt, sind kräftezehrende Zeiten voller Anfälle und Medikamente, Momente der Einsamkeit, Wut und Scham, die Konfrontation mit zahllosen Vorurteilen durch ihre Mitmenschen – aber auch Hoffnungsschimmer, Momente des Glücks und große Erkenntnisse über die Welt und das Leben. Zehn Jahre, sieben Antiepileptika und unzählige Arztbesuche und Klinikaufenthalte später ist Sarah eine junge, selbstbewusste Frau, die hartnäckig ihre Ziele verfolgt und in »Panthertage« voller Stolz auf ihre Geschichte zurückblickt: Eine Geschichte über das Leben mit Epilepsie, das nicht immer einfach, dafür aber jederzeit lebenswert ist.

208 pages, Paperback

First published March 20, 2015

20 people want to read

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Displaying 1 - 12 of 12 reviews
Profile Image for Pixelnische.
93 reviews12 followers
March 29, 2015
»Panthertage: Mein Leben mit Epilepsie« ist kein gewöhnliches Buch, denn Sarah Elise Bischof schreibt autobiografisch über ihr Leben mit einer Krankheit, die vielen Menschen überhaupt nicht oder nur sehr wage bekannt ist. Der Erscheinungstermin des Buches, der 26. März 2015, hätte nicht treffender gewählt werden können. Pünktlich zum Purple Day for Epilepsy Awareness, dem internationalen Gedenktag, der auf diese heimtückische Krankheit aufmerksam machen möchte, lag Sarahs Buch in den Buchhandlungen und schon zwei Tage später hielt ich es überraschend in der Hand. Warum mich dieses zartrosane Buch von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen hat und ich nun, da ich es fertig gelesen habe, am liebsten die Zeit zurückdrehen und noch einmal von vorne beginnen möchte, berichte ich euch nun in meiner Rezension. Vorsicht, die nächsten Zeilen enthalten möglicherweise Äußerungen, welche unter Umständen zum sofortigen Kauf dieses Buches führen könnten. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Wo fange ich an? Am besten direkt mit den Fakten. Dieses Buch hat mich umgehauen, wortwörtlich und ohne zu übertreiben. Ich saß gestern Abend für etwa sechs Stunden wirklich wie festgewachsen in meinem roten Lesesessel, neben mir eine Tasse heißen Kaffee, die aus mir unerklärlichen Gründen nach einer Weile wieder nachgefüllt worden war (man munkelt, Herr Büchernische könnte dafür verantwortlich sein) – und las. Nein, lesen trifft es eigentlich nur ansatzweise, denn ich verschlang Sarahs Autobiografie; ich atmete förmlich Wort für Wort dieses so unglaublich eloquent und humorvoll formulierten Textes ein und bemerkte gar nicht, wie schnell die Zeit dahin flog.

Kapitel für Kapitel sog ich in mir auf und ertappte mich immer wieder dabei, auf die Seitenzahl zu schielen, in der Hoffnung, dass ich noch möglichst viel von der Geschichte vor mir habe. An dieser Stelle sei eines gleich einmal vorweg gesagt: ich hätte wahnsinnig gerne noch viel, viel mehr über Sarahs Müßigtage und Panthertage, Spaziergänge an der Isar, unbezahlbaren Aufwachmomenten mit Havanna oder ihren Erlebnissen zwischen München und ihrer schwedischen Heimat Lomma gelesen. Doch leider ist Sarahs Geschichte erstens auf 207 Seiten beschränkt und zweitens versagte meine Fähigkeit, meine müden Augen nach 02:00 Uhr morgens offen zu halten, jämmerlichst.

[…] die Diagnose Epilepsie war mitnichten meine Endstation. Sie ist vielmehr eine Weiche gewesen, die den Streckenverlauf meines Lebens änderte. Die Strecke, der mein Leben nun folgt, usr sicherlich wesentlich kurviger. Dennoch ist die Fahrt voller Erlebnisse, die ich nicht missen möchte, und ich empfinde Dankbarkeit für dieses eine zauberschöne Leben, wie ich sie sonst womöglich nie in diesem Maße empfunden hätte. – Seite 27

Sarah schreibt pur, ehrlich und aus dem Herzen. Die studierte Literaturwissenschaftlerin nimmt kein Blatt vor den Mund und so mancher sarkastischer Ausspruch brachte mich schallend zum Lachen. Wenn sie mich nicht zum Schmunzeln brachte, dann umarmte sie mich mit ihren warmen Worten so sehr, dass ich mir die eine oder andere Träne aus dem Augenwinkel wischen musste. Ja, das klingt nun schnulzig, aber dieses fabelhafte Debüt hat mich einfach berührt. Nicht nur das Thema an sich, sondern vor allem Sarahs Art zu formulieren. Man merkt ihr einfach an, dass sie selbst eine große Buchliebhaberin ist. Ich weiß noch, wie sehr ich mich gestern an einer bestimmten Stelle für sie gefreut habe und eben jene Rührung in mir aufstieg. Doch Sarahs Story machte mich auch sehr nachdenklich.

Stigmatisierung

Epilepsie wurde vor bereits im 16. Jahrhundert erstmalig diagnostiziert. Viele Menschen kennen vielleicht das Bild eines Gewitters im Kopf, doch bis heute wissen viele nicht, was genau im Gehirn eines Epileptikers während eines Anfalls passiert. Auch ich erlebe oft genug, mit welchen Vorurteilen Menschen jemandem begegnen, dem man seine Erkrankung vielleicht nicht sofort auf den ersten Blick ansieht. In vielen Köpfen formt sich bereits Sekunden, nachdem man das jeweilige Kind beim Namen genannt hat, eine geballte Ladung Vorurteile und Schubladendenken. Als ob man einen Stempel auf die Stirn gedrückt bekommt – kein schönes Gefühl, das allerhöchstens dazu führt, dass sich Betroffene mehr und mehr in sich selbst zurückziehen. Weltweit leben viele Millionen Menschen mit Epilepsie oder vergleichbar stigmatisierten Erkrankungen und hoffen darauf, einfach ein ganz normales, selbstbestimmtes Leben führen zu können.


Zuversicht & Lebensfreude

Normalerweise kann ich mich nicht auf das Lesen konzentrieren, wenn die Geräuschkulisse um mich herum den Lautstärkepegel einer Kindergartentruppe annimmt. Doch gestern blendete ich meine Umgebung völlig aus, Stimmen erklangen nur wie durch Watte gedämpft oder drangen erst gar nicht mehr zu mir durch. Es gab nur mich, das Buch und diese so lebendig wiedergegebene Geschichte einer Person, die ich zu meinem Bedauern nicht persönlich kenne, doch in diesen sechs Stunden – zumindest ansatzweise – meine, ein wenig kennengelernt zu haben. Diese junge Frau weiß, wie man lebendig schreibt, den Leser an der Hand nimmt und einfach mit sich zieht. Widerstandslos.

Ich träume so lange davon. Aber meine Träume können nur dann wahr werden, wenn ich sie nach dem Aufwachen mit in den Tag nehme und sie lebe. – Seite 192

Sarah schreibt über ihre Krankheit, die mit ihrer Epilepsie verbundenen Vorverurteilungen ihrer Mitmenschen, ihren Alltag und seine Tücken, aber auch über Menschen, mit deren Hilfe sie überhaupt erst ein selbstständiges Leben führen kann. Sie schreibt über die Liebe und bedingungslose Freundschaft eines kleinen Tieres, das ihr sogar schon mehrmals das Leben gerettet hat. Dabei verwischt sie die Grenze zwischen tatsächlich gelebter Realität und ausschmückender Fiktion so geschickt, dass ich am Ende das Gefühl hatte, etwas über sie als Menschen erfahren zu haben, ohne dass Sarah ihr gesamtes Privatleben nackt vor mir ausbreiten musste. Am Ende des Buches angekommen, nahm ich mir ganz fest vor, dass ich zum Einen unbedingt mal Schweden und (wieder einmal meinen Geburtstort) München besuchen muss und zum Anderen den Freitagabend zu meinem ganz persönlichen Myskväll (schwedisch, dt. “Müßigabend”) beziehungsweise Fredagsmys (schwedisch, dt. “Freitagsmuße”) zu erklären.

Ein Mutmachbuch.

Schlussendlich konnte ich für mich selbst mitnehmen, dass es ok ist, hinzufallen, wenn man danach wieder aufsteht, sein Krönchen gerade rückt und weiter seinen Weg bestreitet, wie steinig er auch sein mag. Sarah meistert ihr Leben mit viel Zuversicht, und einer großen Portion Einhornglitzer, bunter Luftballons und schillernden Seifenblasen. Gleichzeitig regt ihre Geschichte sehr zum Nachdenken an, denn der Mensch neigt sehr schnell zu Schubladendenken und Vorurteilen. Es ist erschreckend, wie sehr dieses Krankheitsbild selbst im 21. Jahrhundert für eine regelrechte Stigmatisierung der Erkrankten sorgt – von Ausgrenzung aus dem Freundschaftskreis bis über weitreichende berufliche Konsequenzen. Sarahs Buch sorgt hoffentlich dafür, dass Betroffenen Mut gemacht wird, über ihre Krankheit zu sprechen und allen anderen Menschen, die bisher nur wage Vermutungen über das Leben mit diesem chronischen Leiden haben, die Augen zu öffnen. Ich kann euch nur wärmstens ans Herz legen, dieses starke, vor Zuversicht strahlende Debüt zu lesen und zu verinnerlichen.

Mein Fazit: Lest dieses Buch. Punkt. Und wenn ihr noch nie ein Sachbuch oder eine Biografie gelesen haben solltet, dann solltet ihr jetzt genau in diesem Augenblick damit anfangen. Mehr gibt es zu diesem fabelhaften Werk dieser jungen, starken Frau einfach nicht zu sagen. Danke liebe Sarah, dass du mit deinem Debüt so farbenfroh und leuchtend in mein Leben gerauscht bist und damit auch mir ein Stückchen vom Zuversichtskuchen abgegeben hast.

Text © buechernische-blog.de
Profile Image for primeballerina.
286 reviews63 followers
March 27, 2015
“Panthertage – Mein Leben mit Epilepsie” ist das Debüt von Autorin Sarah Elise Bischof und wurde bereits seit Monaten freudig erwartet. Passend dazu erfolgte die Veröffentlichung übrigens am Purple Day for Epilepsy Awareness

Seit nunmehr zehn Jahren lebt Sarah mit ihrer Diagnose, der Grand-Mal-Epilepsie. Als die Diagnose kam, war Sarah gerade einmal 20 Jahre alt, ihr stand die Welt offen, sie wollte so viel erleben – dann der Schock. Doch für sie ist diese Krankheit noch lange kein Grund, sich ihr kampflos zu ergeben oder auf die schönen Seiten des Lebens zu verzichten.

Während ihr ein Neurologe runterbetet, welche Einschränkungen solch eine Diagnose (angeblich) mit sich bringt, dass sie zwar ein Studium anfangen kann, es aber bestimmt nicht zu Ende bringen wird, packt Sarah ihre Koffer und zieht vom elterlichen Nest in Schweden nach München. An der LMU geht sie ihr Hauptstudium an, trifft auf einige Barrieren, die sie erfolgreich durchstößt, bis sie schließlich ihre Magister-Urkunde in den Händen hält. Mit der Zeit hat sie sich in München ein sicheres Netz aus Ärzten und Freunden geschaffen, welche sie unterstützen, wenn es mal wieder zu einem Anfall kommt. Auf jeden Anfall folgen zwei, drei, oder auch mehrere, schwarze Tage, die sogenannten Panthertage, in denen Sarah sich erholen muss und eben nicht alles schaffen kann. Doch wenn sie fällt, dann steht sie auch auf. Und sie versucht, jeden einzelnen Tag zum allerbesten Tag zu machen.

Ich persönlich halte mich wirklich nicht für jemanden, der vorschnell oder überhaupt über etwaige Krankheiten urteilt, insbesondere nicht, wenn man eigentlich gar nicht weiß, was es mit jener Krankheit auf sich hat. Glücklicherweise bin ich bisher auch nur Menschen begegnet, die sich meiner “Krankheit” (Skoliose – das ist, im Gegensatz zu Epilepsie, jedoch nichts, mit dem ich tagtäglich zu kämpfen hätte) gegenüber relativ offen und interessiert gezeigt haben, oftmals kam aber im Nachhinein auch raus, dass viele sich nicht trauen, nachzufragen. Auch gab es bei meinen Erklärungen auf deren Nachfrage den ein oder anderen verdutzten Blick – weil viele eben gar nicht, fälschlich oder kaum Bescheid wissen und sich mit solchen “unschönen” Dingen nicht beschäftigen möchten. Dabei gehören diese ja zum Leben dazu. Doch auch ich hatte, wenn ich ehrlich bin, nicht wirklich eine Ahnung, was denn Epilepsie tatsächlich ist, was sie mit sich bringt und inwiefern sie sich denn erkenntlich zeigt. Mittlerweile weiß ich Bescheid und freue mich darüber, da ich so eventuell auch mal helfen oder aufklären kann. Denn so selten wie man vielleicht denkt, ist diese Erkrankung gar nicht. 600.000 Menschen leben in Deutschland mit dieser Diagnose, etwa 50 Millionen weltweit. Das ist alles andere als wenig. Erst vor einigen Monaten bekam eine 18-Jährige Bekannte diese Diagnose und tut sich seither sehr schwer damit. Zum großen Teil auch deswegen, weil niemand in ihrer Umgebung darüber Bescheid weiß, keiner aufgeklärt genug ist. Gerade auch wegen ihr habe ich mich so über diesen Roman gefreut, der zum jetzigen Zeitpunkt auch schon bei ihr liegt.

Wer jetzt jedoch denkt, “Panthertage” würde sich wie ein trockener Ratgeber voller Fakten und to-do-Listen lesen, könnte nicht falscher liegen. Ihre Erfahrungen hat Sarah nämlich in eine interessante, berührende aber auch wunderbar humorvolle Geschichte gepackt, mit ihr selbst als Protagonistin. Die meisten Elemente sind natürlich autobiographisch, aber genauso sind auch erfundene Personen und Handlungen dabei. Ihr Roman liest sich tatsächlich wie ein ganz gewöhnliches Buch. Nur eben mit dem großen Unterschied, dass dies alles andere als ein gewöhnliches Buch ist. Sarah, die selbst Literaturwissenschaftlerin und Buchliebhaberin ist, begeistert mit einem grandios humorvollen Schreibstil, der mich von der ersten Seite an gefangen nahm. So habe ich ihre Geschichte in quasi einem Atemzug verschlungen, was eigentlich schon zu schade war, aber ich hoffe nun einfach darauf, dass ich in Zukunft noch weitere von ihr geschriebene Bücher verschlingen darf.

Es ist im Übrigen erschreckend, wie manche Menschen bei dem Begriff “Epilepsie” reagieren, wie unwissend sie eigentlich sind und wie sie dann Betroffene wie Sarah behandeln. Bei Sarahs Beschreibungen von ihrem Besuch beim Arbeitsamt wusste ich stellenweise nicht, ob ich jetzt weinen oder lachen sollte. Schließlich habe ich mich aber, genauso wie Sarah, für’s Lachen entschieden – schon einfach deshalb, weil es manchmal so absurd ist. Ich finde es fantastisch, dass auch Sarah selbst über solche Situationen lachen kann und sich nicht entmutigen lässt. Vielmehr zeigt sie mit ihrer Geschichte das, was genau genommen sowieso schon selbstverständlich sein sollte: versuchen, jeden Tag zum allerbesten zu machen und das Leben so zu leben wie es eben kommt. Mit ein bisschen Glitzer, gelegentlichen Müssigabenden mit der besten Freundin und einer (oder auch zwei…) Flasche Rotwein sowie einer ordentlichen Prise Humor lässt sich schon sehr vieles meistern. Da Sarah trotz ihrer aktuellen Wahlheimat München und der Liebe zum FC Bayern München ein wahres Ostseemädchen ist, bekommt man während der Lektüre nebenbei auch eine ordentliche Portion Fernweh und Lust auf Schweden verpasst – das noch so als “Warnung” zum Abschluss.

Würde jeder “Panthertage” lesen, wäre die Welt mit Sicherheit ein kleines bisschen besser. Nun gut, zumindest wären die Menschen ein wenig aufgeklärter und der Umgang mit Epileptikern wäre um einiges weniger befangen, hoffe ich. Ich bin mir leider sicher, dass ich mit meinen Worten immer noch nicht begreifbar machen kann, wie unheimlich lesenswert dieses Buch ist, würde mich aber sehr freuen, wenn ich es doch ein wenig geschafft habe. Auch wenn ihr euch absolut nicht für Epilepsie oder biografische Geschichten interessiert, könnt (solltet) ihr ganz bedenkenlos diese Geschichte lesen. Denn auch ohne die wissenswerten Hintergründe bleibt Sarahs Erzählung immer noch ein unheimlich humorvoller, einfühlsamer und wunderbar geschriebener Roman, der mit Sicherheit nicht nur mich so sehr begeistern kann.
Profile Image for Booklunatic.
1,118 reviews
April 4, 2015
Auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden, weil ich Sarah auf Instagram folge. Ich lese sonst eher selten "Erfahrungsberichte", aber hierauf war ich neugierig. Und es hat sich definitiv gelohnt, zu dem Buch zu greifen.

Man merkt schnell, dass hier jemand nicht nur etwas zu erzählen hat, sondern auch richtig gut schreiben kann. (Ersteres ist bei "Erfahrungsberichten" ja immer der Fall, zweiteres aber eben nicht unbedingt.) Der Schreibstil ist klug, humorvoll, machmal sogar ein bißchen poetisch. Die Geschichte liest sich mehr wie ein autobiographischer Roman, was ich sehr angenehm fand. Wir leiden und lachen abwechselnd mit Sarah und lernen dabei auch einiges über Epilepsie und was diese Krankheit eigentlich bedeutet und traurigerweise auch an Nachteilen und Vorurteilen im täglichen Leben mit sich bringt. Bei so mancher Episode (ich sage nur: Arbeitsamt. Uni.) möchte man fassungslos den Kopf schütteln und zweifelt doch nicht daran, dass es sich genau so zugetragen hat. Trotz meines Entsetzens muss ich sagen, dass es mich auch selber wieder ein wenig hat reflektieren lassen, ob wir nicht alle manchmal dazu neigen, zu schnell auf Basis von Halbwissen oder vermeintlichem Wissen über unsere Mitmenschen zu urteilen. Ich werde auf jeden Fall versuchen, mir das noch öfter und bewusster ins Gedächtnis zu rufen.

Obwohl Sarah dem Leser auch ihre Ängste und ihre düsteren Momente nicht verschweigt, ist es insgesamt ein, wie ich finde, sehr lebensbejahendes Buch, was mich gleichermaßen beeindruckt wie inspiriert hat. Ich habe gelacht, war traurig, habe mir Sätze angestrichen, einiges gelernt und war so gebannt, dass ich mich kaum von dem Buch lösen konnte - somit verdient es zweifellos 5 Sterne. Lesen!
Profile Image for Anna 🫀.
99 reviews18 followers
January 8, 2021
Epilepsie ist für die meisten Menschen in der Gesellschaft des 21 Jahrhunderts entweder “nur” ein Anfall oder ihr Wissen beschränkt sich auf andere Dinge, was nicht schlimm ist. Nicht jeder muss über alles Bescheid wissen und schon gar nicht alle Krankheitsbilder im Kopf haben. Schließlich studieren unter anderen für diesen Bereich Ärzte jahrelang. Jedoch sollte jeder Mensch sich für andere Umstände sensibilisieren können.
Ich gebe zu, dass sich mein Wissen vorher auch sehr vermindert gewesen ist. Mir ist zwar bewusst gewesen, dass eine Epilepsie sich nicht bei jeden Anfallsleidenen gleich äußert, dafür gibt es zu viele Unterscheidungen der einzelnen Formen.

Aus dem Buch geht klar heraus, dass man sich von seiner Erkrankung (egal ob Epilepsie oder bspw. irgendeiner anderen Erkrankungen, welche im ICD-10 aufgeführt wird) nicht herunterziehen lassen darf oder kann. Natürlich ist jeder Mensch unterschiedlich und zudem machen gewissen Erkrankungen einen den Alltag zu Höllen auf Erden, aber warum sollten (um beim Buch zu bleiben) Epileptiker kein eigenständiges Leben führen, studieren oder eine Beziehungen führen.
Aufgrund der Unwissentheit der Gesellschaft oder auch dem nicht auseinandersetzen mit den Störungsbild führt dazu, dass Anfallsleidene (ich werde Epileptiker mal so bezeichnen) von der Gesellschaft mit Vorurteilen und Stigmata betrachtet sowie anschließend kategorisiert.
Akademische Leistungen finden bei einen Bewerbungsgespräch und beim Arbeitsamt oder Allgm. Fremden, neuen Menschen keine Relevanz und man mochte sich damit nicht auseinandersetzen, ist nur zu freundlich diesen Wunsch auszudrücken.

All diese Punkte und mehr beschreibt Sarah Bischof in ihrer Autobiografie für jedermann verständlich. Sie selbst ist keine Ärztin und daher sind es meine Wissenschaftliche Publikation, wo jeder medizinisch unkenntliche Menschen vllt bei einigen Fachbegriffen zweifeln würde, nun wie in der Schule von einen Mitschüler anders als wie von einen Lehrer beschrieben worden.
Nach dem Lesen ist man für das Thema “Epilepsie” und seinen ganzen Drum und Dran sensibilisiert.
Profile Image for Corinna.
114 reviews21 followers
April 30, 2015
Sarah lebt seit zehn Jahren mit Epilepsie. Sie musste in ihrem Leben einiges einstecken und berichtet mit viel Humor und Sarkasmus aus ihrem Leben mit Epilepsie. Da ich in einem medizinischen Bereich tätig bin, war ich sehr interessiert an diesem Buch. Klar, in der Berufsschule lernt man einiges über Epilepsie, ich kenne womöglich auch einige Medikamente die Krampfanfälle vermeiden sollen. Was einem jedoch nicht gelehrt werden kann ist wie es sich mit Epilepsie lebt. Wie es den betroffenen Menschen damit geht, welche Ängste sie ausstehen müssen. Wie es ist nach einem Krampfanfall aufzuwachen und von den letzten Stunden nichts mehr zu wissen. Wie sich der Freundeskreis unter solch einer Diagnose wandelt. Was alles daran hängt ein eigenständiges und vor allem selbständiges Leben führen zu können.
Als der Neurologe Sarah, zu diesem Zeitpunkt gerade 20 Jahre alt, die Diagnose mitteilt und ihr runter betet was sie ab jetzt alles nicht mehr machen kann lässt Sarah sich nicht unterkriegen packt ihre Koffer und zieht von Schweden, dort leben ihre Eltern, nach München um an der LMU zu studieren. Nach einigen Schwierigkeit hat sie ihre Magister-Urkunde in der Hand. Dennoch bleiben die Anfälle nicht aus, trotz Medikamente und nach solchen Anfällen ist Sarah nicht wirklich fit. Daraufhin folgen die sogenannten Panthertage, an denen Sarah sich furchtbar schwach fühlt und erst wieder zu Kräften kommen muss. Mittlerweile hat sie sich in München ein Netz aus Ärzten und Freunden, Helfern geschaffen, die nach einem Anfall kommen und sie tatkräftig unterstützen.
Während des Lesens war die Situation im Arbeitsamt eine für mich unerträgliche Situation. Da wusste ich als Leser nicht ob ich wütend sein soll, in das Buch springen und die Frau vom Arbeitsamt mal ordentlich schütteln, einfach nur schreien vor lauter Irrsinn oder das alles mit Humor sehen. Ich bewundere Sarah für ihren unerschütterlichen Mut und Willen sich von solchen Sachen nicht unterkriegen zu lassen. Wobei das alles schon ein bisschen an Schikane grenzte.
Genau so erschreckend war es zu sehen wie Menschen auf die Aussage Epilepsie reagieren und wie wenig sie eigentlich über diese Erkrankung wissen. Ich war richtiggehend schockiert. Anstatt zu helfen, wenden sich viele einfach ab. Das Schlimmste ist doch aus Unwissenheit nicht zu helfen.
Ich hoffe es werden viele Menschen Sarahs Buch lesen und lernen was es wirklich mit dieser Erkrankung auf sich hat und wie auch ein Außenstehender helfen kann.

Fazit
Panthertage ist ein berührendes und biografisches Buch über Epilepsie. Auch wenn ich kein großer Fan von Biografien bin -> Lest dieses Buch! Es ist mit so viel Humor und Liebe geschrieben, vor allem der Liebe zum Leben. Ein kleines bisschen Fernweh habe ich dabei auch noch bekommen. Aber wirklich: Lest dieses Buch! Mehr kann ich dazu gar nicht sagen.

Profile Image for Ascari Vau.
418 reviews
May 27, 2015
Durch Lovelybooks bzw. Sarah Bischofs Online-Lesung wurde ich auf das Buch aufmerksam und kämpfte mich schlussendlich durch unsere Buchhandlungen, um ein Exemplar von Panthertage zu ergattern ...

Zum Inhalt:

Sarah ist 20, als sie die Diagnose erhält, dass sie Epilepsie hat. Zehn Jahre und mehrere Antiepileptika später ist sie zu einer selbstbewussten jungen Frau herangewachsen, die nicht mehr bereit ist, mit den Vorurteilen und Einschränkungen zu leben, die die Gesellschaft ihr auferlegt ...

Meine Meinung:

Schon bei der Lesung war ich restlos begeistert, sowohl von Sarahs humorvoller und charmanter Lesung als auch von dem Buch selbst. Leider wanderte das Buch danach direkt auf den SuB, da ich noch einige Rezi-Exemplare und andere Dinge vorziehen musste ...

Anfänglich erwartete ich, dass Sarah ihr Leben beschreibt, all die Dinge, die einem im Alltag als Epileptiker begegnen. Dies passiert in dem Buch auch - aber man bekommt wesentlich mehr, sogar eine Liebesgeschichte, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann ... Und das alles mit einfachen, berührenden Worten geschildert, die einem direkt ans Herz gehen.

Mehr als einmal dachte ich mir beim Lesen, dass man sich das als "normaler", gesunder Mensch überhaupt nicht vorstellen kann, wie es einem mit dieser Krankheit geht, deren Anfälle sich ja nicht ankündigen und auf die man eigentlich immer gefasst sein muss - jederzeit, ausnahmslos, 365 Tage im Jahr.

Umso bemerkenswerter finde ich den Umstand, wie souverän Sarah mittlerweile damit umgeht, dass sie sich nicht unterkriegen lässt, ihre Träume zu verfolgen, ganz gleich wieviele Stolpersteine ihr bewusst oder unbewusst zwischen die Beine geworfen werden (Alleine die Szene beim Arbeitsamt, ich hätte schreien mögen, so viel Unverständnis, Dummheit und Ignoranz auf einem Haufen).

Eines sollte man sich beim Lesen auf jeden Fall bewusst machen: Sarah möchte nicht über die Krankheit selbst, sondern über ihr Leben damit aufklären. Dass es nicht leicht ist, sieht man in jedem Kapitel mit all den kleinen Details, die Sarah fast nebenbei einstreut, wo man sich mehr als einmal an den Kopf greift. Und trotz all dieser Dinge hat Sarah ihren Humor nicht verloren, sodass ich mehrmals am liebsten gleichzeitig gelacht und geweint hätte ...

Der Schluss ist nüchtern betrachtet vielleicht ein wenig kitschig, allerdings litt ich zu diesem Zeitpunkt bereits so sehr mit, dass mir beim Lesen mehrmals die Tränen kamen. Gleichzeitig war es tröstlich, dass es Menschen gibt, die über diese Krankheit hinwegsehen und trotzdem den Menschen und nicht den Behinderten in den Vordergrund stellen.

Mein Fazit:

Ein Roman, den man gelesen haben muss! Punkt. Aus.
Profile Image for Janice.
170 reviews50 followers
May 6, 2015
Diese Geschichte ist bewegend und erweckt einiges an Emotionen. Natürlich geht es auch viel um die Krankheit selbst aber nicht in einem trockenen, medizinischen Berichtsstil. Mich hat das Buch wirklich gefesselt, es ist sehr offen und sehr persönlich. Sarah zeigt Mut und bringt diese Krankheit endlich ins Licht, zeigt was es bedeutet und welche Folgen diese Erkrankung mit sich bringt. Es wäre höchste Zeit, dass Menschen mit Epilepsie so behandelt werden, wie sie es verdienen; mit Respekt, wie jeden anderen auch! Wir sind es, die gesunden Menschen, die sich schämen sollten, für unsere Ignoranz und Intoleranz. Ich hoffe sehr, dass dieses Buch etwas bewirkt, und wünsche Sarah alles Gute für ihren weiteren Lebensweg.

Zur Rezension:
http://lesenist.com/panthertage-mein-...
Profile Image for Sandra.
87 reviews
October 4, 2018
Wer Sarah kennenlernt, würde niemals vermuten, dass sie krank oder gar behindert ist. Und das ist genau der Punkt.
Man sieht Menschen ihre Krankheit in vielen Fällen nicht an.

Bei Sarah wurde im Alter von zwanzig Jahren Epilepsie diagnostiziert und sie lebt mittlerweile seit über zehn Jahren mit der Krankheit. 2015 hat sie ein Buch über ihre eigene Geschichte und über ihr Leben geschrieben.

Von Epilepsie hatte ich davor schon gehört. Ich wusste grob, wie sich die Krankheit äußert, aber ich habe nie wirklich Kontakt mit Betroffenen oder der Krankheit gehabt, habe nie einen Anfall gesehen.
Sarah schafft es, in ihrem Buch über die Krankheit aufzuklären und zu informieren, ohne zu belehren.
Mit ganz viel Humor und Persönlichkeit erzählt sie auch von den schwärzesten Tagen.
Ich war bewegt, an manchen Stellen war ich schockiert oder habe den Kopf geschüttelt, dann habe ich wieder gelacht.

Oft konnte ich nicht anders, als mich zu fragen, ob das Beschriebene wirklich so passiert ist. Vieles war erschreckend, dann gab es aber wieder Stellen, die Hoffnung machen.

Was ich mir beim Lesen gewünscht hätte, wäre noch mehr Information über die Krankheit. Ich hatte doch noch ein paar Fragen nach der Lektüre. Aber diese hat Sarah in ihrem Nachwort weitestgehend beantwortet, auch wenn sie, wie sie sagt, nur Laienwissen weitergibt. Mir hat vor allem geholfen, zu erfahren, wie man sich verhalten soll, wenn man einen Anfall mitbekommt.

"Panthertage" öffnet die Augen und hilft, die Vorurteile und Stigmatisierung gegenüber der Epilepsie zu bekämpfen, weswegen es ein unglaublich wichtiges Buch ist.
Dazu kommt aber noch, dass es wirklich gut geschrieben ist!
1 review
June 26, 2022
Es ist ein sehr interessantes und aufklärendes Buch
Wo spannend und erklärend geschrieben ist.
Man bekommt Eindrücke in das damalige Leben der Autorin
Profile Image for Nadine ♥.
288 reviews19 followers
April 21, 2015
Inhalt:

Sarah ist zwanzig, hat gerade die Schule hinter sich und will mit Vollgas ins Leben starten – doch dann erleidet sie einen epileptischen Anfall. Und noch einen und noch einen. Plötzlich sieht die lebenslustige Sarah sich mit einer Krankheit konfrontiert, die ihr Leben mit einem Schlag komplett verändert. Was folgt, sind eine Zeit voller Anfälle und Medikamente, viele Momente der Einsamkeit, Wut und Scham und die Konfrontation mit zahllosen Vorurteilen. Aber Sarah gibt sich und ihre Träume nicht auf. Heute, zehn Jahre, sieben Antiepileptika und unzählige Arztbesuche und Klinikaufenthalte später, ist Sarah eine junge, selbstbewusste Frau und steht mit beiden Beinen im Leben. In Panthertage blickt sie auf ihre Geschichte zurück: eine Geschichte über das Leben mit Epilepsie, das nicht immer einfach, dafür aber jederzeit lebenswert ist… (Klappentext)

Meine Meinung:

Sarahs Geschichte hat mich von Beginn an ins Herz getroffen. Als ich mit dem Buch begann hatte ich wenig bis gar keine Ahnung was Epilepsie angeht. Schon nach wenigen Seiten habe ich Sarah für ihre Kämpfernatur bewundert. Ich hatte keine Ahnung was die Krankheit mit sich bringt.

In ihrem Buch erzählt Sarah von ihrem Leben mit Epilepsie. Und das völlig frei von der Seele. Während dem Lesen ist mir immer mehr bewusst geworden, wie intim und schonungslos manche Situationen sind und beschrieben werden. Teilweise musste ich über ihre charmante traumtänzerische Art lachen, teilweise wollte ich sie schütteln und sagen "Nimm das nicht so hin! Nicht jeder ist so unverschämt und so blind von Vorurteilen."
Soll ich ehrlich sein? Selbst wenn Dinge nur so ähnlich passiert sind wie Sarah sie beschreibt, habe ich mich für diese unglaublich taktlosen Menschen geschämt. Ich konnte nicht fassen das es so in unserer Gesellschaft zu geht.
Doch trotz der oft harten Worte die ihr entgegen schlagen, hält Sarah den Kopf immer oben, sie hat ein Buch geschrieben das nicht um Mitleid bettelt. Es ist toll von so viel Lebensfreude zu lesen.

Zum Punkt Charaktere lässt sich bein einem autobiographischen Roman wenig sagen. Die "Darstellerin Sarah" würde ich nicht ändern wollen. Es ist schließlich ihre Geschichte.
Doch die Widmungen am Ende sind einfach zauberhaft. Als ich bei den Dankesworten zu Havanna angekommen bin hatte ich ein paar Tränchen in den Augen. Oh ja ich stehe dazu! Auch wenn das in einer seltsamen Art und Weise peinlich ist (und in letzter Zeit häufiger als sonst passiert?!), die Schlussworte waren einfach wundervoll gewählt.

Panthertage ist in einer "fluffigen" Sprache geschrieben. Was meine ich mit fluffig? Ruhig und laut, lächerlich und ernst, fantastisch und bodenständig, unterhaltsam und traurig. Sarahs Gedanken schienen mir so natürlich dass ich teilweise nicht das Gefühl hatte ein Buch zu lesen, sondern in der Gedankenwelt einer Freundin herum zu schwirren.

Das Cover finde ich sehr schön gewählt. Es ist sympathisch das Sarah selbst auf dem Cover ist, genauso gefällt mir die "Rosa Roter Panther"-Farbe.

"...ich brauche jemand, der meine Epi(lepsie) nicht nur akzeptiert, sondern sich auch mit ihr auseinandersetzte." S. 90

"Aber meine Träume können nur dann wahr werden, wenn ich sie nach dem Aufwachen mit in den Tag nehme und sie lebe." S. 192

Mein Fazit:

Ich habe viel gelernt in diesem Buch, nicht nur über Epilepsie. Ich habe mit Sarah gelitten, gelebt, geflucht, getanzt und verabschiede mich mit einer Verbeugung vor so viel ehrlichen Worten.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
April 22, 2015
Das Leben gerät aus den Fugen und nichts ist mehr wie es war. Die Diagnose Epilepsie trifft Sarah kurz nach dem Abitur als sie eigentlich frohen Mutes voll ins Leben starten wollte. Ist man nicht unmittelbar mit dieser Krankheit konfrontiert, kann man sich nur ein vages Bild davon machen, was sie bedeutet. Sarah Elise Bischof gewährt uns mit ihrem Buch „Panthertage“ einen Blick hinein in ihr ganz persönliches Reich und öffnet eine Tür zu dem, was aus Scham oder diffusen Ängsten oft ungesagt und verborgen bleibt. Wie verändern sich Beziehungen und Freundschaften, kann man mit dieser Diagnose überhaupt einen Partner finden oder schreckt sie zu sehr ab? Wie stark wirkt ein Anfall nach und wie geht es einem danach, an einem wie die Autorin sie nennt, „Panthertag“? Welches Netz von Unterstützung ist überlebensnotwendig und welche absurden Begegnungen schafft diese Krankheit, wenn man beispielsweise trotz abgeschlossenen Studiums gefragt wird, ob man des Lesens und Schreibens mächtig ist. Sehr persönliche Dinge, unliebsame und beschämende Begegnungen bringt sie zu Papier ohne dabei um Mitleid zu werben. Im Gegenteil, sie nennt Sorgen und Probleme beim Namen, so dass sie dem Leser schlichtweg bewusst werden und ein reales Bild der Epilepsie und ihrer Auswirkungen entsteht.

Man muss der Autorin als Leser danken. Es erfordert viel Courage, so viele sehr persönliche Aspekte von sich preiszugeben, die eher ein Tabu in unserer Gesellschaft sind und über die man nur mit den allerengsten Freunden sprechen würde. Ihr gelingt der Spagat zwischen unterhaltsamer, bisweilen auch humorvollen Erzählung und gleichzeitig der nackten Wahrheit über die Epilepsie, die oft einfach grausam ist. Mehrfach habe ich den Kopf geschüttelt ob der Erlebnisse, bisweilen auch die Luft angehalten, geht es einem doch sehr nahe. Der offene, vertrauensvolle Ton gibt einem das Gefühl als wenn eine gute Freundin erzählen, einem in ihre intimsten Geheimnisse einweihen würde. Möchte man sie zum Trösten manchmal in den Arm nehmen, will man ihr an anderer Stelle bewundernd applaudieren, weil sie sich gegen Widerstände durchsetzt und sich nicht über die Krankheit und die Ignoranz der Umwelt definieren lässt.

Man kann dem Buch wie allen Betroffenen dieser oder auch ähnlicher Erkrankungen nur wünschen, dass es viele Leser findet, die sich emotional darauf einlassen und ihre geglaubte Toleranz nochmals überprüfen. Echte Teilhabe am „normalen“ Leben ist mehr als das Nichtaufbauen von besonderen Hürden.

Fazit: 5 Sterne sind keine Bewertung, die diesem Buch gerecht werden könnte. Ein herzlicher Dank an die Autorin für den Mut, ihr Leben mit uns zu teilen.
Profile Image for Melanie.
27 reviews1 follower
May 3, 2015
Ein wirklich außergewöhnlich tolles Buch, welches ich jedem empfehlen kann. Ich wusste nicht sehr viel über Epilepsie aber die Autorin schildert ihre Erfahrungen nicht nur sehr ausführlich und intensiv als auch immer noch mit einem gewissen Humor. An manchen Stellen (Jobcenter, Uni) kann man dann ob so viel Intoleranz dann aber doch nur wütend den Kopf schütteln.
Dies ist keinesfalls ein rein medizinischer Bericht sondern umfasst den Alltag der Autorin mit all seinen Facetten, Job, Männern, Familie und der besten Freundin und eben wie sich die Krankheit darauf auswirkt.
Ich habe durch Panthertage auf jeden Fall ein viel besseres Verständnis für Epilepsie entwickelt und hoffe, dass noch viele dieses Buch lesen.
Displaying 1 - 12 of 12 reviews

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