Mit ihren Chansons bezauberte sie Millionen, ihre Bühnenpräsenz war legendär. Als »Spatz von Paris« wurde sie zum Mythos. Jens Rosteck schildert den dramatischen Lebensweg Édith Piafs vom halbverhungerten Gossenkind zum international gefeierten Star und zeigt die Ausnahmesängerin als ebenso zerbrechliche wie kompromisslose Künstlerin, die sich buchstäblich für ihre Leidenschaft verzehrte.
Dr. Jens Rosteck, 1962 in Hameln geboren, dort und in Spanien aufgewachsen, war nacheinander für je ein Jahrzehnt zunächst in Berlin, dann in Paris ansässig. Heute lebt er in Südfrankreich. Der promovierte Musikologe und Literaturwissenschaftler arbeitet dort als Musikforscher, Kulturgeschichtler und Buchautor.
Er dozierte an der Pariser Sorbonne und an den Universitäten von Osnabrück und Aachen. Zur französischen, deutschen und spanischen Musik- und Literaturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts hat er zahlreiche wissenschaftliche, biographische, literarische und journalistische Publikationen vorgelegt und gilt insbesondere als ausgewiesener Kenner von Ästhetik, Werdegang und Œuvre der "Groupe des Six". Darüber hinaus ist er Herausgeber mehrerer Urtext-Ausgaben von Klavierwerken Erik Saties.
Edith Piaf ist für mich eine Kindheitserinnerung, da meine Mutter ein großer Fan ihrer Chansons ist und wir dem entsprechend oft Schallplatten der "Môme", wie sie in Frankreich genannt wird, gehört haben. In dem Buch wird Ediths Leben in chronologisch geordneten Kapiteln Stück für Stück erzählt, von ihrer Kindheit in materieller und emotionaler Armut über ihren Weg zur gefeierten Chanson-Sängerin bis hin zu ihrem frühen Tod. Parallel dazu wird die Enstehung und der Hintergrund jeweils eines der wichtigsten Piaf-Chansons am Ende der Kapitel erläutert. Der Autor hat sehr genau recherchiert und seine Aussagen durchwegs mit Quellenangaben belegt. Vor dem Lesen dieser Biografie war ich mir nicht ganz sicher, ob die Geschichte der Piaf mich fesseln würde, da ich selbst kein wirklicher Fan von ihr bin. Schon nach wenigen Seiten hat mich das Buch jedoch völlig in seinen Bann gezogen. Die Lebensgeschichte von Edith liest sich wie ein Drehbuch und bietet mehr Drama als so mancher Film. Der Autor hat mir die Person Edith Piaf sehr nahe gebracht. Auch die Idee, ihre Chansons parallel dazu zu behandeln, fand ich super! Wie soll man Edith ohne ihr musikalisches Schaffen verstehen können? Ich habe selbst auch neben dem Lesen die Lieder gehört. Von "L'accordeoniste" über "La vie en rose", "Milord", "La foule" und natürlich "Non, je ne regrette rien". Ein sehr empfehlenswertes, toll geschriebenes Buch!