Es braucht oft nur ein Saatkorn, um Hoffnung zu pflanzen. Setzlinge strecken sich nach dem Licht und verändern sich. Manchmal fehlt es ihnen an Nahrung oder es braucht helfende Hände für üppiges Grün und bunte Blüten.
Potenzielle Zukünfte ruhen in frisch gedüngter Erde, wachsen an Stangen gen Himmel oder brechen zu den Sternen auf. In 16 Geschichten beobachten und erleben Pflanzen Abenteuer. Gemeinsam mit den Protagonist*innen erkunden Autor*innen mit und durch Pflanzen die Möglichkeiten auf ein ertragreiches Morgen – auf der Erde, im Weltraum, wo Hoffnung gedeiht.
Sehr gelungene und homogene (Pl)Anthologie mit 16 Kurzgeschichten auf konstant hohem Niveau, wie man es von ohneohren kennt! Insbesondere die Beiträge in der zweiten Hälfte des Buches haben mich voll abgeholt. Zuvor fand ich es schade, dass der Grundplot mit der Ausgangssituation Klimakatastrophe und (zufälliger?) Pflanzerfolg doch etwas häufiger vorkam. Aber auch diese Geschichten haben mich gut unterhalten. Insgesamt ist "Zu den Wurzeln" eine Wohlfühlanthologie, die trotz manchmal dystopisch anmutender Ausgangssituation am Ende Hoffnung (und mehr) spendet, und ich beende sie mit einem guten Gefühl und einem Lächeln im Gesicht. :-)
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘ Als begeisterte Hobbygärtnerin mit grünem Daumen hat mich der Titel „Planthologie“ sofort neugierig gemacht – und ich wurde nicht enttäuscht. Die kreative Wortschöpfung aus Plant (engl. Pflanze) und Anthologie verdient bereits einen Stern für sich und stimmt perfekt auf das ein, was einen erwartet. In den Kurzgeschichten teilen sich Pflanzen aller Arten mit Menschen jeden Geschlechts die Hauptrolle. Wer Wert auf Genreeinteilungen legt, findet hier vor allem Fantasy und Science-Fiction. Doch der wahre Reiz liegt in der bunten Vielfalt: von romantischen und nostalgischen Momenten über verrückte Ideen bis hin zu humorvollen und hoffnungsvollen Erzählungen ist alles dabei. Die Geschichten sprießen nur so vor Einfallsreichtum. Besonders begeistert hat mich die sprachliche Kreativität. Wie der Titel bereits andeutet, wimmelt es von pflanzlichen Wortspielen und cleveren Abwandlungen; eine Freude für jeden Sprachliebhaber. Doch „Planthologie“ bietet mehr als nur Unterhaltung: Viele Geschichten transportieren wichtige Botschaften über Zusammenhalt, Respekt vor der Natur und die Schönheit der Vielfalt, die in unserer Zeit relevanter denn je sind. Wer tieferer Sinn in Geschichten bevorzugt, sollte sich diese Sprösslinge zu Gemüte führen. Trotz der vielen verschiedenen Autorinnen und Autoren wirken die Schreibstile erstaunlich harmonisch, auch wenn jeder Beitrag seinen eigenen Charakter hat. Die Abenteuer lösen keine Allergien aus; im Gegenteil: Sie hinterlassen ein warmes Gefühl und den Wunsch nach mehr. Daher vergebe ich gerne 5 Pflanzen-Sterne. Ich hoffe, es gibt eine zweite Planthologie, denn mir fehlte schon ein bisschen das „Der kleine Horrorladen“-Feeling (wenn du verstehst, was ich meine). ‘*‘ Klappentext ‘*‘ Es braucht oft nur ein Saatkorn, um Hoffnung zu pflanzen. Setzlinge strecken sich nach dem Licht und verändern sich. Manchmal fehlt es ihnen an Nahrung oder es braucht helfende Hände für üppiges Grün und bunte Blüten. Potenzielle Zukünfte ruhen in frisch gedüngter Erde, wachsen an Stangen gen Himmel oder brechen zu den Sternen auf. In 16 Geschichten beobachten und erleben Pflanzen Abenteuer. Gemeinsam mit den Protagonist*innen erkunden Autor*innen mit und durch Pflanzen die Möglichkeiten auf ein ertragreiches Morgen – auf der Erde, im Weltraum, wo Hoffnung gedeiht.
Zu den Wurzeln versammelt unterschiedlichste Geschichten. Egal ob auf der Erde, fremden Planeten oder auf Raumschiffen, ob voller Technik oder nach der Zerstörung, sie alle haben trotzdem eine Gemeinsamkeit. Abseits vom offensichtlich zusammenhaltenden Thema der Pflanzen, ist es die Hoffnung, die in all den Geschichten immanent spürbar ist. Und das ist erfrischend schön, das muss man so sagen. Es tut gut, mal nicht dauernd von Zerstörung und Aussichtslosigkeit zu lesen. Wobei es durchaus auch in Zu den Wurzeln Zerstörung gibt, doch selbst da zeigt sich, dass es, wo Wachstum (meist in Form von Pflanzen) existiert, auch ein Keim der Hoffnung vorhanden ist, dass das Leben nicht vollständig verschwinden wird.
Die beiden Herausgeberinnern Birgit Schwäbe und Ingrid Pointecker haben in ihrer Auswahl der Geschichten ein gutes Händchen bewiesen. Was sich hier bietet ist eine Erkundung unterschiedlicher Szenarien, wie mit und durch Pflanzen eine Zukunft möglich ist. Eine Zukunft, die den von Menschen geschaffenen Kollaps überwinden könnte. Nicht alle diese Geschichten spielen dabei auf der Erde. Darin sind die Hoffnung für unsere Heimat wohl zu grabe getragen, doch man lernt eventuell aus den Fehlern und macht es auf dem nächsten Planeten besser – auch wenn das der guten alten Erde wohl nicht mehr viel bringen wird, aber wer weiß.
Zu den Wurzeln ist eine wunderbare Anthologie mit ganz fabelhaften Geschichten. Naturgemäß gibt es bei solchen Kurzgeschichtensammlungen immer wieder Ausrutscher, vereinzelte Geschichten, die einem nicht gefallen, und das ist letztlich immer Geschmackssache. Hier wird man sich aber wohl schwer tun, Geschichten zu finden, die nicht in diese Sammlung passen, denn sie alle sind von hoher erzählerischer Qualität und voller Einfallsreichtum. Manche der Stories wirken sogar so, als wären sie aufeinander abgestimmt. Unabhängig davon, ist Zu den Wurzeln eine Anthologie, die man nicht zuletzt dank des enorm wichtigen Themas einfach lesen sollte. Egal ob alle Geschichten hintereinander und auf einen Schwung oder verteilt über Tage und Wochen, man bekommt definitiv was geboten.