Ein Mailänder Garten. Zwei Kindheitsfreunde, ein Familiengeheimnis und eine unmögliche Liebe im Italien der goldenen sechziger Jahre.
Zwei Kinder im Garten einer Mailänder Piero, der strahlende Sohn des großbürgerlichen Automobilunternehmers Renzo Rivolta. Und Valeria, die eigensinnige Tochter des Dienstmädchens. Sie versprechen sich, Freunde fürs Leben zu werden.
Verbunden durch ein altes Familiengeheimnis erleben sie eine Jugend in den goldenen Jahren Mailands mondäne Eleganz zwischen Dolce Vita und kultureller Revolution. Doch als Piero die Nachfolge seines Vaters antreten muss, verliebt sich Valeria in den Arbeitersohn Flavio, der Pieros Welt den Kampf ansagt.
Bestseller-Autor Daniel Speck (»Bella Germania«) erzählt uns eine epische Geschichte über Leidenschaft, Verlust und den Preis dafür, zu werden, wer wir wirklich sind.
Daniel Speck is an award-winning screenwriter for film and TV and a bestselling novelist. He was born in 1969 in Munich and studied literature, film history, and screenwriting in Munich and Rome. A passionate traveler, lover of Mediterranean countries, and builder of bridges between cultures, he draws his inspirations for his films and novels from the personal stories of people he encounters. His debut novel, Anywhere But Home, originally published as Bella Germania and translated into seven languages, was on the Spiegel bestseller list for eighty-five weeks.
„Eine Familiensaga zwischen Dolce Vita und Revolution“
Daniel Speck nimmt mich mit nach Bella Italia, in die 1950er und 1960er Jahre, direkt hinein in die Mailänder „Villa Rivolta“ und deren Bewohner.
Alles beginnt jedoch später (1979), als der 14jährige Tonino auf einer Baustelle eine Wehrmachtspistole findet, für die sich auch die Polizei interessiert. Toninos Mutter Valeria packt kurzerhand ihre Sachen und fährt mit ihm Richtung Maremma zu Piero.
Es sind diese beiden Zeitebenen, die im Wechsel erzählt werden, wobei das Hauptaugenmerk auf den früheren Jahren liegt. Als Kinder begegnen sich Piero Rivolta und Valeria im Garten der Mailänder Villa. Sie freunden sich an, verbringen viel Zeit miteinander, allerdings geschieht dies heimlich, denn Valerias Mutter, die für die Familie Rivolta in deren Villa arbeitet, findet es nicht schicklich, dass die Tochter eines Dienstmädchens sich mit dem Sohn des Hauses trifft.
Es ist u. a. die Geschichte von Iso Rivolta, dem von Renzo Rivolta gegründeten Hersteller von Sportwagen, deren Anfänge Kühlgeräte waren. Über Motorroller war es dann die Isetta, die heute noch jeder zumindest dem Namen nach kennen dürfte, bis hin zu luxuriösen Sportwagen. Die Produktionsanlagen befanden sich in Bresso, die Produktpalette mitsamt den Konstrukteuren ist anschaulich beschrieben wie auch der ewige Kampf um die Finanzierung. Das Buch ist aber sehr viel mehr als der Alltag in der Fabrik mitsamt den Arbeitern, unter ihnen waren auch die im Norden Italiens nicht sonderlich beliebten Sizilianer.
Und es ist vor allem die Geschichte von Piero und Valeria und ihrer Zeit. „Wir leben in einer Männerwelt“ dachte Valeria - die Rolle der Frau damals schwingt stets mit. Und nicht nur das. Es sind die Nachkriegsjahre. Die italienische Wirtschaft erholt sich langsam, geprägt auch von Klassenunterschieden und dem Nord-Süd-Gefälle Italiens - Modernität gegen traditionelle Werte. Die Binnenmigration war in vollem Gange. Daniel Speck erzählt davon. Vom industriellen Aufschwung, vom Dolce Vita und von der kulturellen Revolution, vom sizilianischen Arbeitersohn Flavio, der eines Tages auf Valeria trifft. Beide verlieben sich, Flavio jedoch kann seinen Kampf gegen Diskriminierung nicht aufgeben. Und er erzählt von Piero, der in jungen Jahren Verantwortung für das familieneigene Unternehmen übernehmen muss. Und auch ist es die Freundschaft zwischen ihm und Valeria, die diesen Roman prägt. Eine Freundschaft, die ein Leben lang anhält.
Es ist mein Italien, von dem ich lese. Auch wenn ich das Land erst sehr viel später kennen- und liebengelernt habe, so bin ich doch tief eingetaucht in diese Geschichte, die über mehrere Jahrzehnte von einem Land und dessen Menschen erzählt. Von Freundschaft und Liebe, von Nähe und Verlust, von Glück und Unglück, von Existenznöten über alle Schichten hinweg – und dies generationenübergreifend. Ein wundervolles Buch, das ich nicht missen möchte und das mich anregt, mehr von dem Autor zu lesen.
Klappentext: Zwei Kinder im Garten einer Mailänder Villa: Piero, der strahlende Sohn des großbürgerlichen Automobilunternehmers Renzo Rivolta. Und Valeria, die eigensinnige Tochter des Dienstmädchens. Sie versprechen sich, Freunde fürs Leben zu werden. Verbunden durch ein altes Familiengeheimnis erleben sie eine Jugend in den goldenen Jahren Italiens: Mailands mondäne Eleganz zwischen Dolce Vita und kultureller Revolution. Doch als Piero die Nachfolge seines Vaters antreten muss, verliebt sich Valeria in den Arbeitersohn Flavio, der Pieros Welt den Kampf ansagt.
„Villa Rivolta“ von Daniel Speck ist eine Familiengeschichte, die in den 1950er und 1960er spielt. Daniel Speck begeistert mich immer wieder mit seinen Romanen. Auf das neue Werk habe ich schon sehnsüchtig gewartet.
Die Geschichte beginnt 1979, die Journalistin Valeria Fabrizi kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur. Das bewirkt, dass Valeria mit ihrem Sohn Tonino vor der Polizei fliehen muss. Bei Piero, ihrem Freund aus Kindertagen will sie Schutz suchen. Auf der Fahrt erzählt sie ihrem Sohn, ihre Geschichte. Eine Geschichte aus Kinder- und Jugendtagen. Eine Geschichte als Valeria als Tochter einer Hausangestellten noch in der Vila Rivolta lebte. Zusammen mit Piero, der Sohn des Patrons erlebte sie eine schöne Kindheit.
Daniel Speck ist zurück in Italien. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal die Gegenwart, in der Valeria mit ihrem Sohn Tonino zu Piero reist. Und dann die Vergangenheit in der Villa Rivolta. Beide zeitebenen haben mir gut gefallen. Die Vergangenheit, der größere Teil der Geschichte hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Die Leser*innen lernen Mailand in seinen goldenen Jahren kennen. Ich glaube niemand kann das so gut erzählen wie Daniel Speck.
Der Autor beschreibt das Leben in der Villa sehr lebendig und anschaulich. Auch das Mailand der 1950er und 1960er Jahre wird gut vermittelt. Endlich gab es nach dem Krieg wieder Aufschwung. Mailand erlebte die goldenen Jahre. Wie auch die Familie Rivolta, die Automobile herstellte.
Daniel Speck hat seine Charaktere gut gezeichnet und sie wirken richtig lebendig. Im Anhang gibt es ein Personenregister, in dem viele reale Persönlichkeiten zu finden sind. So wie die realen Persönlichkeiten; so ist auch die Geschichte einer wahren Begebenheit entsprungen. Die Villa Rivolta gibt es wirklich, genau wie die Familie Rivolta. In vielen Gesprächen mit Piero Rivolta, fand Daniel Speck Inspirationen für seinen Roman.
„Villa Rivolta“ ist wieder einmal ein echtes Lesehighlight. Ich habe die fast 600 Seiten an 3 Abenden verschlungen.
Villa Rivolta war für mich vor allem wegen des Schauplatzes interessant – Italien, Mailand, Dolce Vita, gesellschaftlicher Wandel. Genau das habe ich auch bekommen, und allein dafür hat sich das Lesen schon gelohnt. Es war mein erstes Buch von Daniel Speck, und insgesamt hat er mich neugierig auf mehr gemacht, auch wenn nicht alles ganz rund für mich war.
Die Geschichte beginnt mit zwei Kindern, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Piero, Sohn eines wohlhabenden Automobilunternehmers, und Valeria, die Tochter der Hausangestellten. In der Villa in Mailand schließen sie ein Versprechen, das sie über Jahre hinweg verbindet. Gemeinsam wachsen sie auf in einer Zeit des Aufbruchs – inmitten von wirtschaftlichem Boom, kultureller Revolution und dem Glanz der goldenen Jahre Italiens. Ein altes Familiengeheimnis schwebt dabei immer im Hintergrund und verleiht ihrer Beziehung zusätzliche Tiefe.
Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen Piero und Valeria: ihre Nähe, ihre Konflikte und die unausgesprochenen Gefühle, die sie ein Leben lang begleiten. Als Valeria sich später in Flavio, den sizilianischen Arbeitersohn, verliebt, verschieben sich die Machtverhältnisse und Emotionen spürbar – und genau hier begann für mich auch die kleine Distanz zur Geschichte. Mit Flavio bin ich leider nie richtig warm geworden; seine Figur blieb für mich schwer greifbar und emotional weniger zugänglich als die anderen.
Sehr gefallen hat mir hingegen die atmosphärische Dichte: Italien wird lebendig, sei es durch gesellschaftliche Spannungen, politische Umbrüche oder die ganz persönlichen Entscheidungen der Figuren. Man merkt, dass der Roman große Themen verhandeln will – Freundschaft über Klassen hinweg, Loyalität, Herkunft und Verlust.
Das Ende kam für meinen Geschmack allerdings zu abrupt. Einige Entwicklungen wurden schnell abgehandelt, und es blieben Fragen offen, bei denen ich mir mehr Raum oder Klarheit gewünscht hätte. Das hat den starken Gesamteindruck ein wenig abgeschwächt.
Trotzdem ist Villa Rivolta ein lesenswerter, emotionaler Roman mit einem großartigen Setting und einer fesselnden Grundkonstellation. Wer Italien liebt und Geschichten über lebenslange Verbindungen mag, wird hier viel entdecken – auch wenn nicht jede Figur und nicht jedes Ende vollständig überzeugt.
Mailand, Italien 1945: Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Valeria und Piero, die sich seit Kindertagen kennen. Doch während Piero der Sohn des großen Automobilherstellers Renzo Rivolta ist und in der prächtigen Villa lebt, arbeitet Valerias Mutter als Haushälterin für die Familie. Schon früh hat Valerias Mutter ihr eingeschärft, dass sie nichts anfassen oder annehmen darf, dass ihre Grenze die Küche ist und sie im Haus eigentlich nicht willkommen ist. Trotzdem besucht Valeria immer wieder Piero, und zwischen den beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft.
Wir begleiten sie bis ins Erwachsenenalter durch die goldenen Jahre Italiens. Während Piero Valeria nur freundschaftlich verbunden bleibt, verliebt sie sich in ihn. Zu spät erkennt sie, dass ihre unterschiedlichen gesellschaftlichen Hintergründe immer zwischen ihnen stehen werden.
Mailand, Italien 1979: Der 14-jährige Tonino, der Sohn der alleinerziehenden Valeria, findet in einem Graben im Garten eine deutsche Pistole aus dem Zweiten Weltkrieg. Er macht den Fehler, die Waffe mit in die Schule zu nehmen. Als er versucht, sie mit einem Freund gegen einen Walkman zu tauschen, werden die beiden von einem Lehrer erwischt. Tonino wird daraufhin von der Schule suspendiert. Als er seine Mutter fragt, wie die Pistole überhaupt in den Garten gekommen ist, beschließt Valeria, ihm endlich die Wahrheit zu erzählen – eine Wahrheit, über die bislang geschwiegen wurde.
Daniel Speck erzählt hier eine große Familiengeschichte. Es geht um politische Umbrüche, um soziale Ungleichheit und um eine Liebe, die von Anfang an unter schwierigen Vorzeichen steht.
Besonders gut gefallen hat mir das eingewobene Stück Zeitgeschichte: der Bau der Isetta, die Höhen und Tiefen des Familienunternehmens, soziale Missstände sowie das Dolce Vita der Reichen. Gleichzeitig gibt der Roman spannende Einblicke in die Unterschiede und Spannungen zwischen Nord- und Süditalien.
Ich durfte das Buch lesen und hören. Sehr gerne habe ich dem Autor gelauscht.
Fazit: Eine feinsinnige Erzählung, die mich sehr gut unterhalten hat. Wer bereits „Bella Germania“ mochte, wird auch hier wieder auf seine Kosten kommen. 4/5
Seit Bella Germania bin ich Fan von Daniel Speck und auch sein neuestes Werk hat mich nicht enttäuscht. Wieder erzählt er auf zwei Zeitebenen und verbindet persönliche Schicksale mit italienischer Zeitgeschichte.
Im Mittelpunkt steht Valeria, die Tochter einer Angestellten der Rivoltas – jener Familie, die im 20. Jahrhundert in Italien Sportwagen produziert. Und ich wiederhole mich gern: Wenn mich jemand für Autos begeistern kann, dann Daniel Speck. Mit viel Detailwissen, aber nie überladen, beschreibt er die Entstehung der Maschinen. Von ersten Skizzen über einzelne Bauteile bis hin zu dem besonderen Lebensgefühl hinter dem Steuer.
Doch Villa Rivolta ist weit mehr als eine Hommage an italienische Ingenieurskunst. Im Zentrum steht die soziale Schere zwischen arm und reich. Piero Rivolta, der Sohn der Unternehmerfamilie, begegnet den Menschen offen und herzlich. Er hat Freundschaft mit Valeria geschlossen, sieht die Arbeiter als Teil einer großen Familie und führt mit jedem brüderliche Gespräche. Gleichzeitig bleibt ihm verborgen, welchen täglichen Kampf Menschen wie Valeria führen, die den Klassenunterschied schmerzhaft spüren.
Behutsam steuert der Roman auf die Anfänge gesellschaftlicher Unruhen zu. Speck zeigt eindrucksvoll, wie Unmut im Volk entsteht und wie unterschiedlich Lebensrealitäten sein können. Viele Sätze habe ich markiert: Worte, die aus einem Sprüchebuch stammen könnten, aber so klug eingebettet sind, dass sie nie klischeehaft wirken.
Besonders berührt haben mich die realen Bezüge. Speck führte lange Gespräche mit Piero Rivolta persönlich, reiste selbst an die Schauplätze und verleiht dem Setting dadurch spürbare Authentizität. Auch sprachlich schafft er Atmosphäre, indem er immer wieder italienische Begriffe einwebt. Leicht verständlich und doch voller Flair.
Lediglich das Ende ließ mich etwas unbefriedigt zurück. Alles fügt sich stimmig zusammen, doch ein klarer Höhepunkt fehlt. Vielleicht, weil es weniger um dramatische Wendungen geht als um die Erkenntnisse, die das Leben bereithält und darum, dass es eben nicht immer das erhoffte Ende schenkt.
Ich bin ganz ehrlich: Dieses Buch war gar nicht meins. Die Geschichte und die Charaktere haben mich leider nicht berühren können. Das liegt nicht daran, dass auf den fast 600 Seiten nichts passiert. Allerdings hatte ich beim Lesen ständig das Gefühl, dass über der Geschichte eine Art Dunstglocke liegt, die alle Höhen und Tiefen der Story abstumpft und die Emotionen der Protagonisten irgendwie banal erscheinen lässt. Entscheidende Szenen unterschieden sich vom Feeling kaum von unbedeutenden Szenen. Es gab keinen Spannungsaufbau, kein Abtauchen in die Geschichte, keine Lieblingsfiguren. Sondern viel gefühlte Eintönigkeit, trotz einer eigentlich ereignisreichen Erzählung. Es ist schwer, das irgendwie in Worte zu fassen, aber vielleicht kann man ansatzweise verstehen, was ich meine. Schwer getan habe ich mich auch mit den Hauptprotagonisten und deren Beziehungen zueinander und Gefühle füreinander. Die waren für mich nahezu nicht nachvollziehbar und erkennbar. Ein Beispiel ist die im Buch viel zitierte Seelenverwandtschaft zwischen Piero und Valeria – die meiner Meinung nach keine Seelenverwandtschaft ist. Dazu ist die ganze Beziehung viel zu einseitig. Ebenso seltsam ist die Beziehung zu Flavio. Oder aber, dass Valeria immer wieder erzählt, wie erbärmlich ihr Leben ist, ich das beim Lesen aber leider gar nicht so sah. Da scheint irgendwie eine Diskrepanz zwischen der Erzählung der Geschehnisse und der Gefühlswelt der Protagonisten zu sein. Folge: Ich wurde gar nicht warm mit den Charakteren. Und zu guter Letzt gab es dann auch noch nach fast 600 Seiten ein für mich nicht befriedigendes Ende. Sehr vieles blieb offen, der Aufhänger der Geschichte wurde kurzerhand als kleine Randgeschichte abgefrühstückt und plötzlich gab es Gefühlsregungen, die nicht vorhersehbar waren. Und dennoch würde ich niemals behaupten, dass das Buch schlecht ist. Ich bin mir aber sicher, dass viele das Buch auch lieben werden und ich sehe darin auch die harte Arbeit des Autors. Dennoch hat es meine persönlichen Erwartungen nicht erfüllen können.
Zwischen Dolce Vita und Veränderungen Alles beginnt in einer Villa bei Mailand. Zwei Kinder wachsen dort nebeneinander auf und versprechen sich, einander nicht zu verlieren. Es ist eine ruhige Zeit, von der man ahnt, dass sie nicht so bleiben kann. Die Nähe der Kindheit verändert sich mit den Jahren. Piero, der Sohn eines wohlhabenden Automobilunternehmers, und Valeria, die Tochter der Hausangestellten, bleiben eng verbunden, auch als sich ihre Wege ändern. Familiengeheimnisse und neue Gefühle bringen Herausforderungen, besonders als Valeria sich in Flavio verliebt. Herkunft, Familie und Erwartungen prägen die Handlungen der Protagonisten. Die Liebe wird nicht romantisch verklärt, sondern zeigt, wie sie das Leben beeinflusst und nicht immer zusammenführt. Die Geschichte erzählt von Nähe und Verlust. Sie zeigt, wie Lebenswege auseinandergehen können, selbst wenn eine tiefe Verbindung bleibt. Die ruhige Erzählweise macht alles glaubwürdig. Nichts wirkt übertrieben, vieles bleibt offen, und die Figuren wirken echt. Man kann gut nachvollziehen, was sie fühlen. Am Ende bleibt ein warmes Gefühl. Die Figuren wirken lange nach, und die Geschichte entfaltet ihre Wirkung ruhig und sanft. 5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die eine einfache und schöne Geschichte über Freundschaft, Liebe und Familie in Italien mögen.
Daniel Speck erzählt in vertrautem Stil eine große Geschichte über Freundschaft, Liebe und Identitätssuche. Wie in seinen vorherigen Romanen haben mir auch hier die authentischen und nahbaren Figuren besonders gut gefallen. Man kann mitfühlen und -fiebern und sich in die meisten Charaktere sehr gut hineinversetzen. Auch die Atmosphäre Italiens zu dieser Zeit kommt gut herüber und trägt sehr zur Gesamtstimmung im Buch und während des Lesens bei. Die zweite Zeitebene, die aus Sicht von Valerias Sohn Tonino erzählt wird, wird gekonnt mit der ersten verwebt und trägt dazu bei, dass man vor allem Valeria noch besser kennenlernt. Auch die Vielschichtigkeit der Charaktere insgesamt hat mir gut gefallen: es sind nicht alle nur schwarz oder weiß, sondern haben unterschiedliche Seiten und vor allem nachvollziehbar geschilderte Beweggründe für ihre Handlungen, sodass es insgesamt differenzierte und authentische Persönlichkeiten sind. Zwei kleine Formulierungen sind mir ein bisschen aufgestoßen, da man durch diese gewisse Klischees oder Falschinformationen aufrechterhalten werden, zum einen die wiederholte misogyne Formulierung „die Geschminkte“ auf S. 324 (für den Plot irrelevant und somit definitiv möglich es anders auszudrücken) und zum anderen die Darstellung von Valerias erstem Mal mit Flavio, da Daniel Speck den Charakter von Flavio hier ausschließlich durch den „Fleck“ auf dem Sofa darauf schließen lässt, dass es ihr erstes Mal gewesen sein muss, was das Narrativ des Jungfernhäutchens reproduziert. Insgesamt sind das aber nur zwei Kleinigkeiten in einem ansonsten fantastisch erzählten Roman. Das Ende wirkt ein wenig abrupt, lässt aber Raum für eine mögliche Fortsetzung, über die ich mich sehr freuen würde. Vor allem auf Toninos Entwicklung und eine genauere Auseinandersetzung und Aussprache mit Flavio und vielleicht auch Antonio wäre ich gespannt. Insgesamt eine große Empfehlung, da man wunderbar in das Lebensgefühl Italiens eintauchen kann.
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Auch dieses Buch ist hervorragend geschrieben – spannend, atmosphärisch und voller interessanter historischer und kultureller Details, wie man es von Daniel Speck kennt.
Was dieses Buch jedoch von seinen anderen Werken unterscheidet, ist die Tatsache, dass Piedro Rivolta und Lele reale Personen sind. Genau hier liegt für mich das Problem: Der Autor hat mit Valeria eine fiktive Figur eingeführt. Da Lele im wirklichen Leben die große Liebe von Piedro ist, wirkt die Beziehung zwischen dem Buchcharakter Piedro und Valeria seltsam konstruiert und letztlich wenig glaubwürdig.
Mich persönlich hat dieser Punkt beim Lesen tatsächlich sehr gestört, weil die emotionale Logik der Geschichte dadurch ins Wanken gerät.
Gleichzeitig bleiben die recherchierten Hintergründe und Informationen – wie immer bei Daniel Speck – äußerst interessant und lesenswert.
Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass genau dieser Aspekt auch bei einer möglichen Verfilmung Schwierigkeiten bereiten könnte.
Große Gefühle Der Roman ist eine schöne Mischung aus persönlichem Schicksal und italienischer Zeitgeschichte und erzählt die Geschichte von Freundschaft, Liebe und gesellschaftlichen Gegensätzen sehr berührend. Die Familien- und Freundschaftssaga spannt sich über mehrere Jahrzehnte italienischer Geschichte – vom Nachkriegsitalien über das Wirtschaftswunder bis in die 1970er-Jahre. Im Zentrum stehen Valeria Fabrizi, Tochter einer Hausangestellten und spätere Journalistin, und Piero Rivolta, Sohn eines Automobilunternehmers, deren Leben und Gefühle von Kindheit an eng miteinander verbunden sind. Die Figuren sind sehr vielschichtig und interessant. Der Roman ist spannend und gefühlvoll und wird sehr atmosphärisch, bildreich und flüssig erzählt. Das italienische Lebensgefühl wird dadurch sehr spürbar. Ein berührender und sehr gut recherchierter Roman, der Unterhaltung und Zeitgeschichte gut verbindet. In der Hörbuchversion sehr angenehm vorgelesen und betont.
Wie im Film! Daniel Speck entführt ins Italien der Nachkriegszeit
Bei Daniel Speck Romanen kann man immer ganz wunderbar eintauchen in Zeitgeschichte, in Lebensrealitäten anderer Länder, ganz tief in den Alltag der porträtierten Figuren. Auch der neueste Roman „Villa Rivolta“ folgt diesem Muster. Die Ausgangslage liest sich fast ein bisschen klischeehaft: Zwei Kinder aus unterschiedlichen Welten begegnen sich im Garten einer Mailänder Villa. Piero ist der Sohn des renommierten Industriellen Renzo Rivolta, Valeria die Tochter einer Hausangestellten. Verlieben sie sich? Oder entwickeln sie etwas, das noch fast bedeutsamer scheint – eine Freundschaft über Klassengrenzen hinweg, die sie ein Leben lang begleiten wird? Speck manövriert Valeria und Piero durch das Italien der Nachkriegszeit, durch politische Spannungen, ein Aufbruchsgefühl in der Gesellschaft, die Arbeiterbewegung und das ein oder andere Familiengeheimnis. Besonders mochte ich, wie real sich alles anfühlt. Vielleicht, weil vieles eben nicht komplett erfunden ist. Piero Rivolta gibt es wirklich (ich glaube, er lebt noch?) und soll Speck nach dem Erfolg von „Bella Germania“ selbst gebeten haben, seine Geschichte aufzuschreiben. Das verleiht dem Ganzen und vor allem den Figuren eine besondere Authentizität. Die Szenen sind unglaublich dicht, fast filmisch beschrieben: schnelle Autos, Mailänder Villen, sizilianische Hitze, Fabrikhallen, politische Unruhen. Vieles davon konnte ich mir so klar vorstellen, dass ich mich mehr als einmal gefragt habe, ob das nicht wieder nach einer Verfilmung schreit, wie schon bei „Bella Germania“, dessen Protagonistin Giulietta in „Villa Rivolta“ eine Nebenrolle einnimmt (und für „Bella Germania“ habe ich eh einen Soft Spot, weil ich damals mehrfach als Komparsin gebucht war). Ja, Villa Rivolta ist ein ziemlicher Wälzer, aber man fliegt wirklich durch die Seiten (Phrasenschwein, ich weiß, aber es passt halt). Nur gelegentlich waren mir die Sprünge zwischen Figuren und Zeiten etwas zu abrupt. Am Ende blieb vor allem ein leicht wehmütiges Gefühl: eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und Herkunft, über Privilegien und Aufbruch und persönliche Schicksale, perfekt eingebettet in Zeitgeschichte. Freue mich schon auf die Fortsetzung, die der Autor in einem Interview bereits angekündigt hat.
A great character study with class commentary and Italian flair. The story and the complex characters had me hooked. Sadly it lost a lot of moment for me in the last third, and I didn't think the story being told from the mother's perspective had a bunch of inconsistencies and things that were illogical in general. The atmosphere was amazing though, it pulled me right into the story.
Zum Inhalt: Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Valeria und Piero, die unterschiedlicher nicht sein können. Er, der Sohn eines Automobilherstellers, sie die Tochter der Hausangestellten. Sie werden Freunde und versprechen sich auch ewige Freundschaft. Während Piero das Erbe seines Vaters antritt, verliebt sich Valeria in den Sizilianer Flavio und ihrer beider Leben ändert sich komplett. Meine Meinung: Das ist so eine Geschichte in die man voll eintauchen kann und die auch Potenzial hat noch weiter erzählt zu werden, vielleicht sogar mit der nachfolgenden Generation. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die ganze zeitliche Einordnung und die Geschehnisse in Italien, gerade auch was die politischen Verhältnisse anging. Aber auch wie gerade Valeria sich entwickelt, wie ihr Verhältnis zu Flavio und dessen Familie sich entwickelt, fand ich sehr interessant. Es gibt wie im wahren Leben natürlich auch Dramen, gerade auch zwischen Flavio und Valeria, aber auch in Pieros Leben. Ich hatte das Glück Buch und hörbuch genießen zu dürfen jnd beide Versionen haben mir auf ihre Art gut gefallen. Fazit: Schöne Geschichte