This is one of those books that isn’t what you think it is. It’s left me wondering, still, hours after finishing it.
What you think you are reading is an epistolary novel between Hans Christian Andersen and his longtime “sisterly” friend, Henrietta “Jette” Wulff. Andersen and Wulff were in fact friends, from their early twenties, and Wulff’s father was apparently an important patron of Andersen’s early in his career. In an afterword, Kutzenberger explains he made extensive use of their real-life correspondence as he was doing research for this book.
Lars Björnsten runs a H.C.Andersen website which claims this is a portrait of Henriette Wulff, but he provided neither artist nor source information so I haven't been able to verify that.
It quickly becomes clear, though, that this is no normal correspondence: Wulff composes her letters only in her mind. She has no paper, no pen, no desk, no stamps, no envelopes, no clothing, no postal service. She is lying down, naked, on a door, floating in the Atlantic Ocean, within sight of the wreckage of a burning ship that has carried her most of the way, but not all the way, to America. It is the S.S. Austria, an early steamer, and the fire that took the lives of most of its passengers and crew is considered one of the greatest maritime catastrophes of the nineteenth century, a story carried in major newspapers for days but, weirdly, not yet the subject of a fictional account.
Josef Püttner - Untergang des Auswandererschiffes "Austria" am 13. September 1858 (courtesy of the Deutsches Historisches Museum) (Note that the historic catastrophe occurred on calm seas, despite the drama of the waves depicted here.)
The nature of Wulff’s letters – that she is thinking them, not writing them – is revealed very early on and I’ll allow myself to claim it isn’t a spoiler. It is not what makes the book, ultimately, such a twist on itself. I can’t say more about that without major spoilers, so if you’ve read it and want to talk about what kind of correspondence you think this is, let’s do so in the comments. And if you haven’t read it, consider not reading the comments, just in case.
As a non-native speaker of German, I found the title more interesting after finishing the book. Die Liste der Lebenden means quite literally The List of the Living – but “die List” (plural “Die Listen”) is German for a trick or ruse. Die Liste = the list. Die List = the ruse.
I did not read this to find out more about Hans Christian Andersen. For me, personally, it didn’t really matter that there was once a real man with this name who wrote real stories and novels and who was genuinely strange and whose sexuality was infamously ambiguous. And I think the novel would work just as well for a reader who had never heard of Hans Christian Andersen. It doesn’t “piggy back” on his fame or accomplishments, as it were (unlike a terrible book I read recently about Schiele which was utterly meaningless in the absence of the historic Schiele’s accomplishments and biography). Of the two correspondents, Wulff, or “Jette,” is by far the more interesting one.
I hope this one comes out in English. I think many people will enjoy it. I certainly did.
PS. I found it distracting that Wulff was lying on a door. For some reason I couldn’t stop thinking about Rose and the Titanic and the apparently passionate arguments about whether or not Jack could also have fit on the door with her (and because I found this so distracting I looked it up and it seems that Rose was not on a door, but on something more like a large piece of a door frame).
Eine Reise in die Vergangenheit, die berührt Mitten auf dem Meer beginnt diese Geschichte. Eine Frau treibt allein im Wasser und hält sich an einem Stück Holz fest. Während sie ums Überleben kämpft, kehren ihre Gedanken immer wieder nach Dänemark zurück. Schon nach wenigen Seiten entsteht ein klares Bild von Henriette Wulff. Ihr Leben in Kopenhagen, ihre vielen Kontakte und vor allem die enge Verbindung zu Hans Christian Andersen werden ruhig und verständlich gezeigt. Es braucht keine großen Worte, um zu spüren, was sie bewegt. Im weiteren Verlauf wechseln sich die Gedanken auf dem Meer mit Erinnerungen an ihr früheres Leben ab. So entsteht nach und nach ein stilles Bild von Henriette und dem, was sie erlebt hat. Besonders die Briefe zeigen, was sie denkt und fühlt, auch wenn vieles unausgesprochen bleibt. Die Verbindung zu Hans Christian Andersen ist wichtig für die Geschichte. Sie entwickelt sich nach und nach und bleibt ruhig. Der Schreibstil ist klar und einfach. Die Geschichte braucht etwas Zeit, entfaltet aber eine eigene Wirkung. Vor allem die leisen Töne bleiben im Gedächtnis. Historische und erfundene Ereignisse greifen dabei gut ineinander, sodass ein glaubwürdiges Gesamtbild entsteht. Die Übergänge wirken ruhig und passend. Manche Stellen sind länger erzählt oder wiederholen sich leicht, wodurch der Lesefluss zwischendurch langsamer wird. Trotzdem fügt sich am Ende alles gut zusammen. Es ist eine Geschichte, die lange nachklingt. Wer historische Geschichten mag und sehen möchte, wie Gedanken, Erinnerungen und Gefühle Menschen über Zeit und Entfernung verbinden, sollte dieses Buch lesen. 4 Sterne.
"Die Liste der Lebenden" von Stefan Kutzenberger ist ein sehr lebendig geschriebener Briefroman, der über die fiktive Korrespondenz zwischen Henriette Wulff und dem dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen uns das Schiffsunglück der "Austria" und die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten näher bringt. Henriette (Jette) Wulff entschliesst sich Dänemark zu verlassen und nach Amerika auszuwandern. Ihr brüderlicher Freund, Hans Christian Andersen, jedoch - als treuer Anhänger der Monarchie - entscheidet sich in Dänemark zu verbleiben. Erhält er doch vom König Stipendien, um seine Werke weiter veröffentlichen und schreiben zu können. Während der Überfahrt nach Amerika gerät dann aber die "Austria" in Brand und zahlreiche Reisende als auch die Besatzung kommen dabei ums Leben. Jette kann sich völlig entblösst auf eine im Meer treibende Tür retten. Hilflos, sie auf dem Ozean treibend und er auf Nachricht von ihr wartend, beginnen beide eine fiktive Korrespondenz, in dem sie ihre Gefühle, Gedanken austauschen und ihr gemeinsames Leben Revue passieren lassen.
Mit diesem Briefroman ist Stefan Kutzenberger ein sehr überzeugender und wunderbar lebendig erzählter Roman gelungen. Er stellt uns Leser/innen nicht nur ein sehr authentisches Gesellschaftsbild der damaligen Zeit vor Augen, sondern bringt uns auch sowohl bildhaft als auch stilistisch die Verbundenheit der beiden Protagonisten näher. Besonders erwähnenswert sei hier die Verkettung der "Briefe" miteinander erwähnt. Jeder neue Brief greift das Schlusswort, den letzten Gedanken des vorherigen Briefes/ Gedanken des anderen wieder auf. Das ist zum einen sehr erfrischend zu lesen als auch emotional gekonnt in Szene gesetzt. Wir tauchen bei der Lektüre tief in die Seele der beiden ein und erleben hautnah die Seekatastrophe und auch die zerrüttende Hoffnung und das schier endlose Bangen auf Nachricht mit. Der Briefroman greift dabei auf sehr abwechslungsreiche Art und Weise das damalige Gesellschaftsbild auf; die Unabhängigkeitskriege, die nie völlig geklärte Homosexualität von Hans Christian Andersen und vieles mehr.
"Die Liste der Lebenden" ist trotz des basierenden Schiffsunglücks eine sehr positiv erzählte Geschichte, die obgleich der historisch belegten Fakten über die Toten der Katastrophe seine Spannung durch die beiden Persönlichkeiten und deren lebendigen Austausches bezieht. Eine wunderbare Verknüpfung zwischen Fiktion und Historie in dem heute doch eher ungewöhnlichen Kleid eines Briefromanes gestaltet. Ein Muss für Liebhaber von Historienromane!
In dem Roman “Die Liste der Lebenden” greift der österreichische Autor Stefan Kutzenberger einen historischen Stoff auf, der in der Literatur bislang kaum Beachtung gefunden hat: den Brand und den Untergang des Auswanderschiffes SS Austria im September 1858, mitten auf dem Atlantik. Unter den Schiffbrüchigen befindet sich auch Henriette Wulff, jahrzehntelange Brieffreundin und enge Vertraute des wohl größten dänischen Autors Hans Christian Andersen.
Kutzenberger nutzt das Feuer, das brennende Deck und die treibenden Wrackteile als dramaturgischen Rahmen für ein Porträt zweier Menschen, die einander ein Leben lang nahe waren.
Nackt auf einer Schiffstür treibend, verfasst Jette nun im Geiste Briefe an Andersen, die er, ahnend, was geschehen ist, so stellt sie sich vor, zur selben Stunde in seiner Schreibstube beantwortet. Die körperliche Entblößung ist hier auch kein beiläufiges Detail; sie ist ein Herzstück des Romans. Denn Henriette ist nicht nur ihres Kleides beraubt, sondern aller gesellschaftlichen Hüllen, die sie als Frau ihres Standes in den Salons Kopenhagens ein Leben lang getragen hat. Es gibt jetzt nur noch die ehrliche und schonungslose Wahrheit.
Und so erfahren wir in diesem imaginären Briefroman nicht nur mehr über die Geschehnisse an Bord vor der Katastrophe, über die eigentliche Katastrophe und die folgenden Stunden, sondern erfahren auch mehr über diesen höchst widersprüchlichen Menschen Hans Christian Andersen.
Die Sprache Kutzenbergers ist präzise und von verhaltener Wärme durchzogen. Sätze wie “[...] denn wir sind doch Reisende, meine Liebe, keine Auswanderer, und Reisende kommen wieder, wie die Störche aus dem fernen Ägypten.” oder “[...] und ließ mein Blick der schäumenden Spur der Schiffsschraube folgen, die wie eine lange weiße, sich langsam auflösende Linie Europa mit mir verband.” fangen den “Sound” jener Tage für mich sehr gut ein.
Für alle, die literarische Romane schätzen, die unter der Oberfläche einer Liebesgeschichte über größere Dinge sprechen: über gesellschaftliche Zwänge, über die Feigheit des Herzens, über die erschreckende Erkenntnis, dass wir oft erst dann vollkommen ehrlich sind, wenn wir nichts mehr zu verlieren haben.
Offenlegung von wahren Gefühlen im Angesicht des Todes – berührend! Das Cover zeigt die SS Austria während ihrer Überfahrt von Hamburg nach New York auf dem ruhigen Atlantik. Das eiserne, überbelegte Dampfschiff sank am 13. September 1858 nach einem Brand, wobei nur 89 der 542 Passagiere gerettet wurden – historisch belegt. Durch Leichtsinn brach dort ein Feuer aus, nachdem zur Desinfektion des Zwischendecks statt Essig zum Auswaschen Teer zum Ausräuchern verwendet wurde und ein benutztes Gefäß umgestürzt war. Die Ära war geprägt vom Übergang von reinen Segelschiffen zu dampfunterstützten Schiffen (Mischantrieb). Dieser historische Roman porträtiert nicht nur Hans Christian Andersen und seine tiefe Verbindung zu seiner Seelenverwandten Henriette Wulff in Form eines Briefromans, seine Queerness, sondern auch sein karges Leben mit literarischen Verknüpfungen zu seinen Märchen, auch in Verbindung mit Zeitgenossen wie z.B. Kierkegaard, Alexander Friedländer oder Theodor Eisfeld. Angerissen wird die gescheiterte Revolution von 1848/49 mit Verbannten und politisch Enttäuschten und deren Vorstellungen von ökonomischen Erfolgsaussichten und politischer Selbstbestimmung in den USA. Der Schreibstil des 19. Jahrhunderts, mit dem eher intimen, melancholischen Briefwechsel als Stilmittel, gibt dem Roman eine authentische Wirkung. Mit Jette, 53, nackt auf einer Holztür dahintreibend, nur vier Tage vom rettenden, verheißungsvollen New York entfernt, wird ein dramatisches, berührendes Ambiente aufgebaut. In gewählter Ausdrucksweise werden auch existenzielle, philosophische Gedanken aufgeworfen, ehrlich, offen und weit entfernt von einengenden Konventionen und prüdem Standesdenken. Eine unglückliche, bisher unbekannte Liebesgeschichte mit einem leisen Tod inmitten von großem Sterben.
Die Liste der Lebenden ist ein historischer Roman von Stefan Kutzenberger. Auf 208 Seiten erzählt das Buch die Briefwechsel und die Liebesgeschichte zwischen Henriette Wulff und Hans Christian Andersen.
Die Geschichte spielt im Jahr 1858. Henriette Wulff, die Tochter eines dänischen Admirals, befindet sich an Bord des Dampfers »Austria« mit der Absicht, in die USA auszuwandern. Ihr enger Freund, der berühmte Dichter und Schriftsteller Hans Christian Andersen, ist in Dänemark und hält Briefkontakt zu ihr. Doch ein Brand an Bord lässt das Dampfschiff sinken, wobei die meisten Passagiere ums Leben kommen; weniger als 100 überleben. Als Andersen von der Katastrophe erfährt, wird ihm seine Liebe zu Henriette bewusst. Er weiß nicht, ob sie überleben wird.
Der Roman basiert auf wahren Begebenheiten, und ich muss zugeben, dass ich vor dem Lesen dieses Buches nichts von diesem Schiffsunglück wusste. Die Beschreibungen des Unfalls und des Briefwechsels zwischen den beiden Protagonisten sind unglaublich realistisch und versetzten mich in die damalige Zeit. Die Geschichte liest sich flüssig, die Atmosphäre ist düster und die Detailgenauigkeit hervorragend; der Autor hat offensichtlich umfassend recherchiert. Es ist ein zutiefst bewegender Roman, der mir sehr gut gefallen hat.
Die Liste der Lebenden – Stefan Kutzenberger In einem Briefroman verarbeitet der Autor historisch gesicherte Ereignisse, wie den Untergang des Auswandererschiffes Austria. Henriette "Jette" Wulff ist 1858 als Passagierin der Austria in Seenot geraten. Nackt und mit 57 Jahren auch nicht mehr ganz jung findet sie sich auf einer Tür mitten im Atlantik wieder und verfasst im Angesicht des sicheren Todes imaginäre Briefe an ihren langjährigen Vertrauten, den berühmten Dichter Hans Christian Andersen, der sich währenddessen in Kopenhagen noch in Unwissenheit befindet und reale Briefe an Jette schreibt. Wartend auf eine Adresse in Amerika legt er diese auf einen Stapel. Im halb imaginären, hab realen Dialog zeigt sich nach und nach das Ausmaß und die wahre Tiefe dieser Beziehung, der beide Beteiligte nie eine Chance gegeben haben. Sprachlich passt das Werk gut in die damalige Zeit. Wie auch der Stand der beiden ist auch die Ausdrucksweise eher gehoben, leicht antiquiert, beispielsweise sprechen sie einander mit Sie an. Gerade an Jette auf ihrer Tür kommt man sehr nah heran. Sie wirkt authentisch, die Geschichte ist spannend und berührend. Das war mal etwas ganz anderes und ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. 4 Sterne.
Der Schriftsteller Stefan Kutzenberger entführt uns in seinem Buch, Liste der Lebenden, in den Atlantik. Er schreibt über echte Personen, denen er ein tolle Geschichte zuteilt. Es geht ins Jahr 1858. Da ist Hans Christian Andersen, der tolle Märchen erfand. Er ist mit Henriette Wulff befreundet. Die reist von Stockholm nach Amerika. Das Schiffsunglück des Dampfers Austria war tatsächlich im September 1858. Das Schiff brennt. Henriette rettet sich auf eine Tür und denkt sich Briefe an Hans Christian aus. Das ist an vielen Stellen witzig zu lesen. Zuhause erhält Hans Christian Andersen Listen der Geretteten. Die Namen will er erst gar nicht lesen, er will das Henriette überlebt hat. Das alles hat der Autor besonders gut zu Papier gebracht. Teils hat er gut recherchiert und dann das besondere Etwas dazu gedichtet. So wird es ein spannendes fesselndes Leseerlebnis.