Er jagt im Schatten verborgen verlorene Seelen, doch sie kann ihn sehen …
Seit ihrer Kindheit sieht Gabriella die Schatten zwischen den Welten – lautlose Gestalten, die kein anderer Mensch wahrnimmt. Jäger aus der Grauen Welt, die Verdammte aufspüren und zurück in die Dunkelheit bringen.
Einer von ihnen beobachtet Gabriella schon seit Jahren.
Darran ist ein Jä gefühllos, unsterblich und dem Willen seines Herrschers unterworfen. Gefühle sind ihm verboten, Nähe zu Menschen ebenfalls. Doch als Gabriella durch ihn hindurchläuft, geschieht das Unmögliche – der Jäger beginnt zu fühlen.
Als Wesen aus der Grauen Welt Jagd auf Gabriella machen, gerät Darran zwischen zwei Welten. Um sie zu retten, müsste er alles verraten, wofür er geschaffen wurde.
Denn wenn die Mörder Gabriella finden, bevor Darran sie beschützen kann, wird niemand ihr Schicksal aufhalten.
„Jäger der Schatten“ von Mona Vara ist eine spicy Urban Fantasy, in der die Grenzen zwischen der realen und der grauen Schattenwelt verschwimmen. Schon seit ihrer Kindheit kann Gabriella diese seltsamen und emotionslosen grauen Männer sehen, die sonst niemand wahrnimmt. Nur ihre Mutter scheint zu wissen, was hinter den geheimnisvollen Erscheinungen steckt, aber sie bewahrt das Geheimnis und lebt stattdessen allein mit ihrer Tochter im Verborgenen. Gabriella ahnt nicht, dass einer dieser Schattenjäger sie schon seit Jahren beobachtet. Er ist fasziniert davon, dass Gabriella ihn sehen kann und in ihm erstmals so etwas wie Gefühle und ein Bewusstsein auslöst. Darren sind als Jäger Gefühle verboten und wenn der Herrscher der Grauen Welt wüsste, dass Darren diese empfinden kann, wäre das sein Todesurteil. Trotzdem kann er sich von Gabriella nicht fernhalten, vor allem, als seine Welt ihr Leben bedroht.
Das Buch ist komplett eigenständig zu den anderen Fantasy Romanen der Autorin und auch ansonsten völlig anders als die Geschichten, die ich bisher von Mona Vara kenne. Das Setting wechselt von Venedig, wo Gabriella ihre Kindheit verbrachte, nach München, wo die erwachsene Gabriella lebt. Und natürlich gibt es noch die geheimnisvolle graue Schattenwelt, deren Regeln und Grundlagen ich ehrlich gesagt bis zum Ende nicht richtig durchschaut habe. Gabriella ist etwas Besonderes, denn sie sieht Dinge, die anderen verborgen bleiben. Das macht sie aber gleichzeitig unglaublich einsam, besonders nach dem Tod ihrer Mutter. Darren ist ein Schattenjäger, der durch die Berührung von Gabriella plötzlich Gefühle empfindet und diese weiterhin spüren möchte. Er hat irgendetwas Unschuldiges, wie er unbeholfen immer wieder ihre Nähe sucht. Also so richtig ist bei mir persönlich der Funke nicht übergesprungen. Ich konnte die Motive der unterschiedlichen Charaktere zum großen Teil nicht nachvollziehen. Auch die schnelle Anziehung zwischen Gabriella und Darren wirkt auf mich eher aus der Einsamkeit entstanden als aus echten Gefühlen. Die gesamte Dynamik konnte mich im Gegensatz zu anderen Büchern der Autorin nicht so ganz mitreißen, obwohl einige Twists durchaus gelungen sind. Die gesamte Grundstimmung empfand ich als grau und bedrückend, genau wie der Nebel und daher vielleicht beabsichtigt. Am stärksten ist definitiv der Anfang in Venedig.
Mein Fazit: Nicht das beste Werk der Autorin, aber trotzdem lesenswert.
Jäger der Schatten erzählt von Gabriella, die seit ihrer Kindheit Wesen aus einer grauen Zwischenwelt sehen kann. Einer dieser Jäger ist Darran, der emotionslos, unsterblich und an strenge Regeln gebunden ist. Als eine Berührung zwischen ihnen etwas Unmögliches auslöst, beginnt für beide eine gefährliche Entwicklung. Während dunkle Kräfte Gabriella bedrohen, gerät Darran immer stärker in einen Konflikt zwischen seiner Bestimmung und den Gefühlen, die er eigentlich nicht haben dürfte.
Der Roman lebt stark von seiner Atmosphäre. Diese graue, leicht bedrückende Stimmung zieht sich konsequent durch das Buch und wirkt überraschend intensiv. Gerade dieses Gefühl von Einsamkeit und Distanz passt gut zu den Figuren und macht den Einstieg besonders eindrücklich. Auch die Grundidee einer verborgenen Schattenwelt mit Jägern, die im Hintergrund agieren hat etwas Eigenes und bleibt im Kopf. Vor allem Darran als Figur kann zudem überzeugen, weil seine Entwicklung leise und eher vorsichtig erzählt wird. Die emotionale Entwicklung zwischen den Hauptfiguren passiert stellenweise jedoch etwas schnell, wodurch die Beziehung nicht immer ganz greifbar erscheint. Auch die Beweggründe einzelner Figuren bleiben teilweise etwas vage, was es schwer machen kann, komplett mitzufühlen. Das Tempo ist insgesamt eher ruhig und legt den Fokus klar auf Stimmung und Emotion statt auf Action. Das passt allerdings sehr gut zur Geschichte.
Ein atmosphärischer Roman mit einer starken, düsteren Grundstimmung und einer interessanten Idee, der mit seiner Geschichte vor allem über Gefühl und Setting punktet.