Sie sind Kämpferinnen, Töchter einer jesidisch-kurdischen Flüchtlingsfamilie, Aufsteigerinnen, Aktivistinnen, Idealistinnen. Sie sind streitbar, sanft, wütend und voller Lebensenergie. Und sie glauben an etwas, das größer ist als sie an das Wir in Zeiten des Ich. Was brauchen wir in Zeiten von Hass, Hetze und Polarisierung? Diese Frage steht am Anfang. Die kraftvolle Antwort der Schwesternschaft und Zusammenhalt. In diesem Buch erzählen die fünf Schwestern, Menschenrechtsaktivistinnen und Kämpferinnen für eine bessere Welt zum ersten Mal gemeinsam ihre Geschichte – und zeigen, was unsere Gesellschaft aus ihr lernen kann und wie wir uns gegenseitig stärken können. Es sind Werte wie Empathie, Mut, Verantwortung, Rebellion, Freude, Fürsorge, die ihr Leben geprägt haben. Sie erzählen von Kindheit und Herkunft, von Brüchen und Bündnissen, von dem, was möglich wird, wenn Frauen sich nicht kleinhalten, sondern gegenseitig groß machen. Dieses Buch ist ein an alle, die sich nach Verbundenheit, Orientierung und Klarheit sehnen – ob im Privaten, im Job, in Politik und Gesellschaft. Ein Buch, das aus familiärer Erfahrung eine gesellschaftliche Vision entwirft. Ein Manifest für ein neues Miteinander.
„Wut und Wärme“ hat mich wirklich positiv überrascht. Was mir direkt aufgefallen ist: wie selbstreflektiert die Frauen sind und wie stark dieser familiäre Zusammenhalt spürbar wird. Gerade mit so vielen Geschwistern stelle ich mir das alles andere als einfach vor, deshalb finde ich das umso beeindruckender.
Was mich auch berührt hat, ist, wie positiv sie trotz allem bleiben. Natürlich heißt das nicht, dass alles einfach ist, aber man merkt, dass es irgendwann auch darum geht, nicht komplett im Negativen hängen zu bleiben.
Ich fand es außerdem richtig schön, dass jede der fünf Schwestern ihre eigenen „Speaking Parts“ bekommt. Dadurch lernt man nicht nur die unterschiedlichen Persönlichkeiten kennen, sondern auch ihre individuellen Projekte, Schwerpunkte und Stärken. Das macht das Buch viel lebendiger und zeigt auch, dass schwierige Themen nicht nur aus Leid bestehen, sondern dass trotzdem Hoffnung, Entwicklung und Zusammenhalt möglich sind.
Man merkt generell sehr stark, dass es um Lebensgeschichten geht – um dieses Spannungsfeld zwischen Leben und Leid und wie schwer es ist, da einen Mittelweg zu finden. Genau das macht das Buch aber auch so ehrlich.
Tatsächlich bin ich zuerst nur durch den Titel und das Cover auf das Buch aufmerksam geworden. Sonst hätte ich wahrscheinlich deutlich später oder vielleicht gar nicht davon erfahren. Umso mehr freue ich mich, dass es mich angesprochen hat, weil ich die Arbeit und die Themen, die darin behandelt werden, wirklich wichtig finde.
Ich finde generell, dass solche Themen viel mehr Aufmerksamkeit verdienen – genauso wie die Arbeit und Projekte, für die sie sich einsetzen. Natürlich kann ich nicht für die Allgemeinheit sprechen, aber in meinem Umfeld haben das viele ehrlich gesagt gar nicht wirklich mitbekommen. Gleichzeitig hat man momentan oft das Gefühl, dass einfach so viel auf der Welt passiert, dass man gegenüber manchen Dingen schon fast abgestumpft wird.
Genau deshalb finde ich das Buch eigentlich so gelungen: Man bekommt einen ehrlichen Einblick in das, was passiert und womit Menschen kämpfen, aber es zieht einen nicht komplett runter. Es bleibt trotzdem irgendwie Hoffnung da. Und genau das fand ich schön – dass das Buch nicht nur betroffen macht, sondern auch Mut gibt, für Dinge einzustehen, die man selbst für richtig hält.
Ein Zitat ist mir besonders hängen geblieben, weil es für mich die zentrale Aussage des Buches ziemlich gut zusammenfasst:
„Es gibt nie nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Opfer- und Täterseite. Schon deshalb, weil Identität immer ein Flickenteppich ist, kann das Gegenüber nie nur aufgrund seiner Herkunft Freund oder Feind, Verbündete oder Gegnerin sein.“
Ich finde, genau das beschreibt sehr gut, warum es so wichtig ist, Menschen differenziert zu betrachten und nicht alles sofort in einfache Kategorien einzuteilen.
Die Tekkal Schwestern sind ein wahres Powerhouse, das unsere Gesellschaft mit einer gewaltigen Kraft aktiviert und elektrisiert. Dieses Buch versprüht diese Energie und beweist, dass das Soziale Kapital gemäß Pierre Bourdieu das Wertvollste überhaupt dieser Zeit ist. Die Schwestern haben ein tief verzweigtes soziales Netzwerk aufgebaut, das ein Schutzschild für Unterdrückte und Diskriminierte bietet. Diese Form von Kapital, der Zusammenhalt, die echte Solidarität ist das Kostbarste, was unsere Gesellschaft aktuell braucht. Es ist das Fundament für eine Zukunft, die auf Teilhabe und Gerechtigkeit baut. Während viele in ihrer egoistischen „Ich schulde niemandem etwas“-Blase ersticken und sich gegenseitig mit Hass ihre Köpfe vernebeln, zeigen die Tekkals, wohin man seine Energie lieber investieren sollte. Ja, Deutschland braucht dieses Powerhouse. Sie leuchten in ihrem Buch einen Weg aus unserer profitgierigen Kälte. Ein Buch, das uns zwingt, den eigenen Spiegel zu putzen und zu fragen: Welche Rolle spiele ich für diese Gesellschaft? Ein poetischer Donnerschlag gegen den Egoismus – absolut unverzichtbar!
Doch trotz all dieser gewaltigen Power verströmt das Buch gleichzeitig eine berührende Leichtigkeit und eine einladende Wärme. Die einzelnen Perspektiven der Schwestern waren sehr berührend zu lesen. Besonders die Einblicke in ihre Kindheit und Jugend lesen sich wie Kurzgeschichten. Sie haben aus zerbrochenen und verletzenden Scherben ein schillerndes ermutigendes Mosaik gezeichnet; Schmerz und Ungerechtigkeit in Stärke und Liebe umgewandelt. Tülin und Düzen habe ich auf einer kurdischen Hochzeit von der Ferne beim Halay Tanzen gesehen und ich kann nur sagen sie wirken wie durch und durch ehrliche Personen, die zu einhundert Prozent hinter dem stehen, was sie tun, und das somit auch einhundert Prozent mit jeder Faser verkörpern. Vielen Dank für euren Beitrag. Vielen Dank an den Verlag für das Drucken ihrer Geschichte.
In dem Buch beschreiben die Tekkal-Schwestern die Werte und Ansichten, die sie in ihrer Arbeit und ihrem Leben vertreten. Diese fünf Frauen zeigen mit ihrem Engagement, dass ihre Leidenschaft sich nicht auf einen bestimmten Rahmen beschränkt, sondern dass sie für das, was sie für wichtig und richtig halten, kompromisslos einstehen. Dieses Buch zu lesen, war eine Bereicherung und Inspiration.