Der Tag als die Notärztin kam, war der Tag, an dem ich wieder zu meinen Eltern gezogen bin. Mit sechsunddreißig.
Nach einem einschneidendem Erlebnis zieht Hanna Hals über Kopf von Berlin in ihre alte Heimat Lüneburg zurück – zu ihren Eltern, in ihr altes Kinderzimmer, das mittlerweile das Büro ihres Vaters ist, samt Drucker, elektrischen Rollos und 90 cm Gästebett. Doch wie soll das ein Familienalltag von null auf hundert mit drei erwachsenen Menschen, die seit jeher Konflikte lieber unter den Teppich kehren, als sie zu klären? Zwischen alten und frischen Wunden muss Hanna lernen, sich selbst zu heilen und ihre Familie mit anderen Augen zu sehen. Und sie entdeckt, dass einen die Liebe auch in den in den hilflosesten Momenten findet …
Ein warmherziges, zart-witziges und ehrliches Buch über Momente am Boden und den langen Weg zur Verarbeitung von Schicksalsschlägen.
"..drei erwachsene Menschen, die seit jeher Konflikte lieber unter den Teppich kehren, als sie zu klären.." Sobald ich diesen Teil der Inhaltsbeschreibung gelesen habe, war klar, dass ich "Pause" unbedingt lesen muss. Ich bin in einem ganz ähnlichen Haushalt groß geworden und weiß daher sehr genau, wie schmerzhaft und schwer es sein kann, diesen Kreislauf zu durchbrechen.. Abgesehen davon gibt es zwischen Hanna's Eltern und meinen aber noch viel mehr Parallelen und das war ebenso unterhalt-/ wie auch heilsam für mich. Ich habe gelacht, geweint und manchmal sogar beides gleichzeitig. Die Mischung aus Tragik und Humor, von der das Buch wunderbar getragen wird, hat für mich bestens funktioniert. Lena Kupke ist eine kluge, moderne, witzige, laute und ungemein mitfühlende Erzählerin, die mutig genug ist aufzuzeigen, dass man sein Leben auch mit Mitte 30 eben nicht immer "im Griff hat". Und das es völlig ok ist, auch mal nicht okay zu sein; auch wenn die Gesellschaft uns gerne etwas anderes weismachen möchte. Jeder Mensch kann aus dem Gleichgewicht geraten. Dank "Pause" habe ich meine ein Stück weit zuruckgefunden. Bücher sind einfach die beste Therapie, ich sag' es immer wieder!
Lang lang lang hat mich kein Buch mehr soooo sauer gemacht wie das hier. Alle bis auf Alexander waren die meiste Zeit unerträglich 😂 ich weiß auch jetzt am Ende noch nicht so wirklich was die Moral von der Geschichte ist, aber das Buch hat mich trotz der ernsten Themen super entertained, ich hatte richtig Spaß und hab mich mit manchen Aussagen sehr repräsentiert gefühlt lol. Ja, keine Ahnung ich bin irgendwie verwirrt aber würde es auf jeden Fall empfehlen
Dieses Buch hat mich komplett abgeholt und war wie Balsam für meine Seele. Ich habe geweint, gelacht und habe Denkanstöße bekommen. Die Parallelen zu Hanna und mir sind verblüffend ähnlich. „Pause“ kann ich wärmstens empfehlen!
In Lena Kupkes Roman „Pause” erzählt die Autorin mit einer schonungslosen Ehrlichkeit, wie es ist, wenn einem der eigene Körper signalisiert, dass es so nicht mehr weitergeht.
Hanna ist 36 Jahre alt, arbeitet selbstständig als Illustratorin und lebt mit ihrem festen Freund in Berlin, weit weg von ihren Eltern und der jüngeren Schwester in Lüneburg. Als sie eines Tages mitten in einer Präsentation plötzlich zusammenbricht und in der Notaufnahme aufwacht, nimmt ihr bisher so scheinbar geregeltes Leben eine Wendung ein. Zurück im Elternhaus versucht Hanna gleichermaßen ihren Verpflichtungen in Job und Beziehung nachzukommen und ihr Leben zusammenzuhalten, als auch, sich diesem zu entziehen. Nur nach und nach werden den Leser:innen Puzzlestücke vorgelegt, aus denen sich ein bruchstückhaftes Gesamtbild zusammensetzen und vage erahnen lässt, welche traumatischen Erlebnisse zu Hannas Zusammenbruch geführt haben. Doch den Rückhalt, den sie sich so sehnlichst von den Eltern und der Schwester wünscht, erfährt sie vorerst nicht und auch ihre Beziehung scheint den gemeinsamen Schicksalsschlägen nicht standhalten zu können.
Einfühlsam, ungeschönt und mit der richtigen Portion Humor erzählt Kupke hier von Niederschlägen, Neuanfängen und dem schwierigen Weg dazwischen.
Ich denke, dass die Autorin mit dieser Geschichte einen Nerv trifft und viele Leser:innen sich in Hanna oder zumindest in ihrer Familiendynamik wiederfinden können. Die unausgesprochenen Konflikte und die Probleme innerhalb der Familie wirken von außen fast harmlos, können aber tiefe Wunden und toxische Muster und damit den Wunsch nach echter Verbundenheit hinterlassen, der es manchmal schwierig macht zu erkennen, welche Menschen einem wirklich guttun. Der Bruch mit ihrem Partner und die Konfrontation mit ihrer Familie am Ende runden die Geschichte damit für mich perfekt ab.
Ein absolut empfehlenswertes Buch, dass sich anfühlt wie eine Umarmung, wenn man einfach nur den Pause-Knopf im Leben drücken möchte.
Eher unfreiwillig kehrt Hanna nach einem unerwarteten und vor allem einschneidenden Zusammenbruch in ihre Heimat in Lüneburg zurück, in ihr altes Kinderzimmer, das nun als Büro für den Vater dient. Und schnell wird sie daran erinnert, wie es auch schon in ihrer Kindheit und Jugend war – eine eingefahrene Familienstruktur, in der man eher nebeneinander als miteinander lebt und in der Konflikte weggelächelt als besprochen werden. Dabei hätte Hanna genau das nun gebraucht – ein liebevolles Nest, in dem sie wieder zu sich finden kann. Mir hat dieser Debütroman wirklich gut gefallen! Es ist ein ernster Stoff, der aber durch einige schräge Momente aufgelockert wird, so dass ich zwischendurch auch schmunzeln musste. Ich konnte Hannas Schmerz und ihre Verzweiflung physisch spüren; besonders die Schilderungen ihrer Panikattacken sind Lena Kupke hervorragend und ohne falsches Pathos gelungen. Es ist schon bedrückend mitzuerleben, wie Hanna versucht, ihre Wunden zu heilen, während sie gleichzeitig gegen die Mauer des Schweigens bei ihren Eltern anrennt. Diese Einsamkeit im vertrauten Umfeld hat mich sehr bewegt. Die Charaktere sind gut gezeichnet, auch wenn die Eltern an einigen Stellen etwas stereotyp wirken; dafür aber ist ihr Zusammenspiel absolut treffend eingefangen; und obwohl überzogen dargestellt doch auch glaubhaft. Ich fand es berührend zu sehen, wie Vater und Mutter als eingespieltes Team funktionieren, solange nichts die Routine stört. Die Mutter, die jedes kritische Wort mit einem Lächeln und Geschäftigkeit wegwischt, und der eher wortkarge Vater, der in seinem eigenen Rhythmus lebt, machen es Hanna fast unmöglich, sich mitzuteilen. Auch Hannas Schwester Sara ist da nicht aners – die Familie hat nie gelernt, über Probleme zu sprechen und damit Entlastung zu schaffen. Und genau diese Unfähigkeit ist einerseits anstrengend, zugleich aber auch authentisch. Der Schreibstil ist angenehm modern, schnell und lässt sich flüssig lesen. Er fängt die Atmosphäre und vor allem die unterschiedlichen Stimmungen sehr gut ein, ist dabei aber nicht zu emotional oder gar blumig. Es gibt einige Wendungen, die ich nicht erwartet habe, nicht ganz so glaubhaft fand ich aber die Tinder-Bekanntschaft von Hanna. Das Ende habe ich dann wieder sehr gelungen empfunden - es ist versöhnlich, verliert sich aber nicht in einer unrealistischen Heile-Welt-Lösung. Es passt zur restlichen Geschichte: ehrlich, ein bisschen schmerzhaft, aber mit einem hoffnungsvollen Ausblick.
Did not finish. Als Hörbuch gehört - etwa 20 %, dann musste ich es abbrechen. Ich habe es wirklich versucht.
Vielleicht schreibe ich irgendwann noch eine ausführlichere Rezension, denn es gab doch einige Punkte, die mich gestört haben. Der Hauptkritikpunkt ist für mich ganz klar die Sprache/der Schreibstil.
Möglicherweise hätte die Geschichte für mich besser funktioniert, wenn der Stil ein anderer gewesen wäre, aber so konnte ich sie jedoch nicht zu Ende hören.
Pause hat mich als Hörbuch wirklich gut mitgenommen. Vor allem, weil Lena Kupke es selbst einspricht. Das hat der Geschichte nochmal extra Charme gegeben. Die Grundidee mochte ich total und ich war überraschend schnell drin.
Besonders mochte ich, dass das Buch trotz der schweren Themen immer wieder richtig witzig war. Dieser trockene Humor hat für mich vieles aufgefangen, ohne dass die ernsten Momente dadurch weniger wirkten. Gleichzeitig gab es aber ein paar Formulierungen und Redewendungen, die sich ziemlich oft wiederholt haben … das hat mich leider etwas genervt.
Am Ende bleibt nun iwie dieses Gefühl, dass mir noch irgendwas fehlt… Vielleicht hätte ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe gewünscht oder ein bisschen mehr Zeit für bestimmte Gedanken und Emotionen. So ganz festmachen kann ich es selbst nicht.
"Wenn Anstrengung ein Gesicht wäre, wäre es ihres."
"Fühlt sich eigentlich ganz gut an so, als wenn ich eine ganz uneitle, entspannte Frau wäre. Eine, die im Bad nur zwei, drei Produkte stehen hat, die auch noch nachhaltig sind. Eine Frau, die trotzdem aussieht, als würde sie jede Woche ein Facial bekommen, und die keine dunkle stoppelige Körperbehaarung hat. Eine, die auch bei dreißig Grad nicht schwitzt, deren Slipeinlage sich nicht in ein Wollknäuel verwandelt und die nie Klopapierreste in ihren Schamlippen hat. Eine, die sich zwar mit Bambusbürste und fluoridfreier Zahnpasta die Zähne putzt, aber trotzdem keinen Zahnstein und keine Karies hat."
"Mir fehlt der Paul, der er nie war, aber den ich immer wollte und immer herbeigesehnt habe."
"An der Art, wie meine Mutter mich »Schatz« nennt, weiß ich, dass unser Streit von gestern vergessen ist. So war das schon immer in unserer Familie mit Konflikten. Wir sprechen einfach nicht mehr darüber. Der Streit ist einfach irgendwann vorbei, lautlos. Nur in mir ist es oft noch lange danach laut."
Die Ausgangslage erinnert mich an Halbinsel von Kristine Bilkau. Dort wird aus Sicht der Mutter erzählt, hier aus der, der Tochter. Nach einer Panikattacke kommt sie ins Krankenhaus und lässt sich dann mangels alternativen von ihren Eltern abholen. Sie ist ein paar Tage dort zur Erholung. Eigentlich sind alle Personen total furchtbar. Sie selbst gesteht sich nicht ein was los ist, ihre Eltern fragen nicht nach und versuchen normal weiterzumachen. Besonders die Mutter ist einerseits irgendwie kalt und fühlt sich durch die Anwesenheit der Tochter scheinbar gestört. Andererseits hat auch sie scheinbar große Emotionen. Die Schwester ist irgendwie kalt und abwesend und interessiert sich gar nicht für die Hauptfigur. Sie hat einen Freund der auch nicht besonders besorgt zu sein scheint und ihr einredet liefert noch länger weg zu bleiben statt sie abzuholen. Das Buch hat definitiv etwas in mir berührt, vor allem Selbstreflexion, wie bin ich eigentlich so zu meinen Eltern und die zu mir? Die Erkenntnis, das man früh sein kann wenn kommuniziert wird... Im Laufe des Buches findet die Hauptfigur Hanna wieder langsam zu sich selbst, aber es braucht noch einen großen äußeren Einfluss um die Familie wach zu rütteln, miteinander zu reden.
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Nachdem Hannas Leben so arg aus den Fugen geraten ist, dass plötzlich nichts mehr geht und sie sich schließlich im Krankenhaus wiederfindet, muss sie, mit ihren 36 Jahren, zurück ins Haus ihrer Eltern ziehen. Von Berlin nach Lüneburg und dann auch noch mitten hinein ins elterliche Familienleben - für Hanna nicht nur eine Niederlage, sondern der reinste Alptraum. Lena Kupke erzählt in ihrem Roman „Pause“ die Geschichte vom langen und schmerzhaften Weg der Selbstfindung. Sie erzählt von Familie, von Verlust, Liebe und der Verarbeitung von Schicksalsschlägen, sowie von Zusammenbruch und Neubeginn.
Vielleicht war ich im ersten Moment vom schonungslos offenen Schreibstil und der, teils überaus humorvollen, Ehrlichkeit der Autorin etwas „schockiert“. Allerdings habe ich diese dann auch ebenso schnell lieben gelernt. Rückblickend betrachtet würde ich sagen, macht genau diese das Buch nicht nur aus, sondern trägt auch dazu bei, dass die Passagen nicht langatmig erscheinen. Auch die Charaktere finde ich großartig gezeichnet und dargestellt. Manchmal vielleicht etwas „drüber“, doch genau deshalb fühlen sie sich auch so ECHT an. Ja, im Buch werden allerhand Klischees bedient, allerdings möchte ich mich nicht davon freisprechen, dass ich diese, genauso wie Hannas gelegentlich doch recht „unpassenden“ Gedanken, nicht manchmal auch genau so in meinem Kopf habe. Auch kenne ich das Gefühl der Hauptprotagonistin nur allzu gut, wenn das Leben plötzlich über einem zusammenbricht, man Schicksalsschläge erleidet, ohne Plan dasteht, das Umfeld mit Schweigen reagiert und man als logische Konsequenz Panikattacken entwickelt. Sich nur noch nach einer PAUSE sehnt. Daher ist die Erzählung aus meiner Sicht absolut authentisch, nachvollziehbar und dabei auch noch herrlich ehrlich, teilweise „rotzig“ und ebenso mutig. Mich hat das Buch jedenfalls komplett abgeholt und auch sehr berührt.
Ich habe übrigens das Hörbuch gehört und war bei der Auswahl zunächst etwas skeptisch, da es sich um eine Autorenlesung handeln sollte. Völlig unbegründet, denn wie sich schnell herausstellte, lag ich mit meinen Befürchtungen völlig falsch! Ich glaube sogar, dass erst das gesprochene, eigene Wort von Lena Kupke der Geschichte so richtig Leben und Tiefgang eingehaucht hat. Durch ihren lebhaften, akzentuierten Vortrag hat sie nicht nur die jeweils vorherrschenden Stimmungen lebensecht transportiert, sondern auch die Einzigartigkeit der jeweiligen Charaktere. Insbesondere die Darstellung der Mutter - ich kenne diese Art von Menschen und konnte sie 1:1 wiedererkennen - ist grandios!
Fazit: Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht diesem Hörbuch zu lauschen! Es hat mich sowohl zum Lachen und Erröten, als auch zum Nachdenken und Weinen gebracht. Aufgrund eigener, ähnlicher Erfahrungen hat es mich darüber hinaus auch sehr berührt, ja, vielleicht sogar Trost und Hoffnung gespendet. Für mich auf jeden Fall ein nachhallendes Jahreshighlight, das ich wärmstens empfehlen kann!
Das Cover ist farbtechnisch äußerst ansprechend gestaltet und die eingeprägten Buchstaben auf dem Schutzumschlag verleihen zusätzlich optischen Anreiz. Hanna lebt in Berlin und arbeitet dort als Illustratorin. Als sie jedoch bei einer Präsentation zusammenbricht und im Krankenhaus landet, zieht sie übergangsweise wieder bei ihren Eltern in Lüneburg ein – zurück in ihr altes Kinderzimmer, zurück an einen Ort, der eigentlich Sicherheit geben sollte und doch voller unausgesprochener Spannungen steckt. Was als kurze Pause gedacht ist, wird zu einem längeren Stillstand, in dem plötzlich alles infrage steht. Während ihres Aufenthalts trifft Hanna auf Menschen aus ihrer Schulzeit, denen sie zunächst ablehnend begegnet. Doch genau darin liegt eine der leisen Fragen des Romans: Muss sie vielleicht ihre selbst auferlegten Prinzipien überdenken, um wieder Zugang zu sich und anderen zu finden? Kupke seziert das Beziehungsgeflecht der Familie mit hoher Präzision und zeigt eindrücklich, wie alte Muster sofort wieder greifen, sobald man die Türschwelle überschreitet. Hanna knallt Türen, igelt sich ein, stößt an das konsequente Vermeidungsverhalten ihrer Eltern – und auch die Auseinandersetzungen mit ihrer Schwester Sara wirken weniger wie erwachsene Konflikte, sondern wie zwei pubertierende Mädchen, die in alten Dynamiken feststecken. Genau das macht die Figuren so glaubwürdig und nahbar. Die Autorin schafft es, durch die realitätsgetreuen Darstellungen der Charaktere und der Interaktionsmuster, die Leserschaft emotional mitschwingen zu lassen. Der Roman lebt nicht von großen Wendungen, sondern von den leisen Zwischentönen. Lena Kupke schreibt nah an ihrer Protagonistin und schafft es, Überforderung, innere Unruhe und dieses Gefühl des „Nicht-mehr-Funktionierens“ greifbar zu machen. Gleichzeitig blitzt immer wieder ein trockener, ehrlicher Humor auf, der die Schwere auffängt, ohne sie kleinzureden. Die Geschichte fließt ruhig vor sich hin und hat mich dabei vollumfänglich mitgenommen. Stück für Stück wird deutlich, dass Hanna bereits schwere Einschläge in ihrem Leben erlebt hat – was genau dahintersteckt, kristallisiert sich jedoch erst nach und nach heraus und verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe.
Fazit: Ein ruhiger, feinfühliger Roman über mentale Erschöpfung, Rückzug und das vorsichtige Wiederannähern an sich selbst. Kein Buch für große Spannung, sondern für leise Momente – aber genau darin sehr treffend und sehr nahbar. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten mögen, die weniger passieren lassen und dafür umso mehr fühlen lassen. Ich wollte den Roman gar nicht beenden um das wohlige Gefühl nicht loslassen zu müssen und kann demnach Caroline Wahl nur zustimmen, denn sie sagte: "Dieses Buch ist wie eine feste Umarmung, nachdem es einen richtig zerlegt hat."
Mit „Pause“ hat Lena Kupke einen Roman geschrieben, der sich sehr nach echtem Leben anfühlt. Im Mittelpunkt steht die 36-jährige Hanna, die merkt, dass ihr Körper nicht mehr mitmacht und sie deshalb zurück in ihr altes Kinderzimmer bei ihren Eltern zieht. Gerade diese Ausgangssituation fand ich unglaublich authentisch, weil nicht nur Hanna überfordert ist, sondern auch ihre Eltern, die inzwischen längst ihren eigenen Alltag gefunden haben. Alle müssen sich erst wieder neu aufeinander einstellen. Genau daraus entstehen viele Reibereien, unausgesprochene Konflikte und dieses ständige Gefühl, dass es unter der Oberfläche brodelt.
Besonders gelungen fand ich die Familiendynamik. Die Kommunikation ist oft schwierig, vieles wird verschwiegen oder nur angedeutet. Auch in Hannas Beziehung zu Paul merkt man schnell, wie wenig offen eigentlich gesprochen wird. Gleichzeitig haben alle Figuren ihre Ecken und Kanten, zum Beispiel die Eltern mit ihren Eigenheiten, Schwester Sara mit ihren schrulligen Macken und Hanna selbst, die sich oft nicht gesehen oder gehört fühlt. Dadurch wirken die Figuren nie glatt oder konstruiert, sondern sehr echt.
Trotz der ernsten Themen gibt es viele humorvolle Szenen, bei denen ich lachen musste. Mein Highlight war definitiv die Szene, in der Hanna halbnackt versucht, eine Straßenlaterne auszutreten und ihr Date ein paar Tage später von einer „verrückten Frau“ erzählt, die genau das getan habe, ohne zu merken, dass es Hanna war. Solche Momente lockern die Geschichte wunderbar auf.
Besonders ins Herz geschlossen habe ich die Nachbarin Helen. Sie ist eigentlich die erste Person, die sich wirklich Zeit für Hannas Gedanken und Gefühle nimmt und ihr zuhört, ohne sie kleinzureden. Sehr berührt in diesem Zusammenhang hat mich auch dieses Zitat: „Ich habe doch sowieso schon immer das Gefühl, dass meine Gefühle und Gedanken eine Zumutung sind, dass ich andere schonen muss, und jetzt mit meiner Geschichte erst recht.“ (S. 254)
An manchen Stellen bleibt die Autorin recht vage. Vor allem bei Themen wie Hannas Fehlgeburt oder der Frage, was letztendlich dazu geführt hat, dass sie im Krankenhaus landet, hätte ich mir etwas mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Vieles wird nur angedeutet. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass genau das eine bewusste Entscheidung war, weil es eben auch im echten Leben oft keine klaren Antworten gibt.
Insgesamt ist „Pause“ ein authentischer, emotionaler und gleichzeitig humorvoller Roman über Überforderung, Familie und das Gefühl, endlich gesehen werden zu wollen.
Rigoros authentisch Das Buch hat ein tolles Cover, das Hörbuch wurde von der Autorin selbst eingesprochen, beides hat seinen Reiz. Wie schon öfter, habe ich mich gefragt, ob ein Buch anders auf mich wirkt, wenn ich es selbst lese oder wenn ich es anhöre. Ich weiß es nicht. Hier durfte es für mich die Audiofassung sein. Lena Kupke ist Comedienne, sie versteht es, vorzutragen. Sie macht das anders als typische Hörbuch-Sprecher:innen. Manchmal klingen die Personen - Vater, Mutter, “Kind”, Schwester usw. fast so, dass ich sie mir als Comicfiguren vorstellen konnte. Das war witzig und vital, bisweilen etwas unstimmig.
Das Thema ist durchaus ernst: Hanna erleidet eine Panikattacke und einen Zusammenbruch, ihr Freund ist zu phlegmatisch, sie aus dem Krankenhaus abzuholen und eine ganz ungeplante Auszeit beginnt: Die Eigentlich-Berlinerin findet sich plötzlich im Elternhaus in Lüneburg wieder.
Wir erfahren, dass Hanna krasse Erfahrungen gemacht hat - sie hatte zweimal zusammen mit ihrem Freund “Pech”, das Geschehene wird nie so richtig ausgeführt, aber durch Triggermomente, die Hanna erlebt, wird klar, dass es sich um Fehl- oder gar Totgeburten handelt.
Das Buch handelt gleichzeitig davon, wie es ist, als erwachsene Frau wieder in den Kosmos der Kindheit und Jugend zurückzukehren. Und vom Schweigen in Familien, denn niemand will Hanna so nahe kommen, dass über das, was sie erlebt hat, geredet würde. Ein Minenfeld für Hanna, die sich unverstanden und ausgegrenzt fühlt, obwohl sie an sich eine freundliche Familie hat.
Diese Situation, wie mitten im “Erwachsenenleben” eine die Kindheitskonstellation wieder einholt, erreicht manchmal geradezu die Belastungsgrenze. Aber Lena Kupke vermag das gut auszubalancieren.
Manchmal ist es für mich too much Information: Wenn es um Konsum und/oder Körperpflege geht zum Beispiel, manchmal kommt auch die Comedienne dann vielleicht doch raus. Und Tante Irmhild hätte es nicht gebraucht, so haben wir uns in der Pubertät tatsächlich die grässlichen Tanten vorgestellt, von denen ich nicht weiß, ob es die in der Realität wirklich gibt. Und ob sie überhaupt jemanden ernsthaft schrecken können. Aber das nur am Rande.
Pause ist ein Buch, das nicht mehr will, als seinen Inhalt durchzuarbeiten, und das gelingt.
Lena Kupke – mir als Stand-up-Comedienne bekannt – hat ein Buch geschrieben. Und das ist mal so gar nicht lustig.
Die 36-jährige Hanna zieht nach einem medizinschen Vorfall erstmal wieder bei ihren Eltern ein. Und muss dort feststellen, dass sich gar nicht so viel verändert hat. Durchaus amüsant stellt die Autorin die wahren Struggles von Millenials dar: alles wird gebügelt, man selbst fällt ins Teenageralter zurüpck (Kupke beschreibt es als „Verlust des erwachsenen Ichs“), das ständige Verstellen, Ignorieren von Konflikten, man verbirgt vor seinen Eltern nichts zu tun. All das werden wohl die allermeisten erwachsenen Kinder kennen und mit jeder Beschreibung fühlt man sich ein wenig mehr ertappt. Der Schreibstil von Kupke ist leicht und flüssig zu lesen, doch oft hat sie mich mit ihrer Beschreibung tiefer Gefühle komplett umgehauen.
Es geht viel um die Beziehung zu den eigenen Eltern, die man als Erwachsene erstmals auch als selbstständige Menschen mit eigenen Persönlichkeiten erfährt und wie man mit dieser Veränderung umgeht und vielleicht auch daran wachsen kann. Die medizinischen Vorfälle, die im Buch nie namentlich benannt werden, aber dennoch klar rüberkommen, belasten Hanna sehr. Sie würde gerne darüber reden, aber ihre Familie traut sich nicht, die Freundinnen leben lieber ihren Hot Girl Summer und auch ihren Freund Paul, der Hanna eigentlich unterstützen sollte, erleben wir nur über Telefonate und Nachrichten. Eine wandelnde Red Flag. Dagegen ist Alexander ein Mann, der von einer Frau geschrieben wurde. Ein absoluter Traumtyp, der besser ist als wahr zu sein. Das macht es gleichzeitig schön zu lesen, aber leider auch ein bisschen unglaubwürdig.
Die erste Hälfte des Buches hat mir besser gefallen. Hanna ist am absoluten Tiefpunkt ihres Lebens angekommen und muss sich wieder zurück ins Leben kämpfen. Diese Gefühlswelt darzustellen gelingt Kupke wirklich meisterhaft. Ich kann den Wunsch nach einem guten Ende für die Protagonistin nachvollziehen, doch mir war das Ende schon fast zu kitschig. Fast wie im Bilderbuch.
Mit diesem Roman hat Lena Kupke ein absolut ergreifendes Buch geschaffen, das die Themen Mental Health sowie das Zusammenspiel von körperlicher und geistiger Gesundheit mitten ins Herz trifft. Nach einem schweren Zusammenbruch mit Panikattacken landet die 35-jährige Protagonistin Hanna im Krankenhaus und zieht gezwungenermaßen vorerst wieder in ihr dörfliches Elternhaus. Gefangen zwischen der Gleichgültigkeit ihres Lebensgefährten in Berlin und dem drastischen Kontrast zum bieder-familiären Alltag, muss Hanna lernen, was es bedeutet, eine echte Pause einzulegen. Das Buch macht auf schmerzhafte, aber feinfühlige Weise greifbar, wie schwer es uns oft fällt, psychische Probleme einzugestehen und aktiv Hilfe einzufordern, wenn das gewohnte Leben plötzlich entgleitet.
Was den Roman so besonders macht, ist die perfekte Balance zwischen tiefgründigem Ernst und einem herrlich heiteren, modernen Ton. Aus Hannas teils trotziger, aber extrem nahbarer Ich-Perspektive werden die familiären Strukturen wunderbar lebendig, ironisch und mit hohem Wiedererkennungswert beschrieben. Ob es die leicht esoterische, dauerplappernde Mutter ist, die Reibereien mit der Schwester oder die skurrilen Erlebnisse in einer Yogastunde – viele Alltagsbeobachtungen sind so treffend aus dem Leben gegriffen, dass man beim Lesen immer wieder schmunzeln muss. Die mit Anglizismen und Popkultur gespickten Dialoge wirken dabei absolut authentisch und modern.
Gleichzeitig blickt die Geschichte tief hinter die Fassaden. Sie hinterfragt das eigene Umfeld und zeigt, wie wichtig verlässliche Beziehungen in Notsituationen sind. Die unter der Oberfläche brodelnden Familienkonflikte entladen sich schließlich in einem intensiven, aufrüttelnden Finale, das den Kreis zum Anfang schließt. Zurück bleibt die tröstliche und wichtige Botschaft, dass man nicht immer stark sein muss, alles allein zu schaffen, und dass Kommunikation der wahre Schlüssel zur Heilung ist. Eine uneingeschränkte Lese- und Hörempfehlung für ein absolut starkes Buch, das bewegt, unterhält und lange nachwirkt!
Auch wenn ich es nicht wollte, habe ich dieses Buch leider nach knapp 100 Seiten abgebrochen. "Pause" hat somit leider dazu geführt, dass ich die Geschichte pausiert habe. Eigentlich hatte ich sehr große Hoffnungen in die Geschichte und auch die positiven Rezensionen, haben mich auf das Buch freuen lassen, allerdings konnte es mich inhaltlich nicht überzeugen. Das Cover und die Gestaltung des Buches finde ich wirklich wunderschön, auch die Message, welcher hinter der Geschichte steckt finde ich wichtig, jedoch ist der Funken einfach nicht übergesprungen! Ich hoffe sehr, dass ich später noch einmal zu diesem Buch greifen werde!
Handlung:
Hanna ist 36 Jahre alt und hat eigentlich nicht vor, jemals wieder zu ihren Eltern zu ziehen, allerdings kommt das Leben häufig anders als geplant und sie zieht vorübergehend wieder bei ihnen ein. Es wimmelt nur so von Konflikten, welche darauf warten gelöst zu werden. Auch mit ihrem Freund in Berlin, der das ein odere andere Konzert, als wichtiger empfindet...
Charaktere:
Auch wenn die Charaktere eigentlich sehr authentisch sein sollten, empfand ich das leider gar nicht... Besonders mit Hannas Eltern bin ich überhaupt nicht warm geworden! Genauso war mir Paul sehr sehr unsympathisch, da er Hannah immer wieder versetzt hat...
Cover:
Das Cover gefällt mir wirklich richtig richtig gut! Es ist einfach mal etwas ganz anderes, dass ich so noch nicht im Regal stehen habe!
Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist definitiv nicht schlecht, allerdings konnte er mich aber auch nicht zu 100% fesseln.
Fazit:
Leider musste ich das Buch abbrechen, ich hoffe jedoch, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal neu in die Geschichte eintauchen werde.
'Es ist der 6. Juli, und ich stecke mit sechsunddreiẞig in einem zu kleinen Nachthemd meiner Mutter in dem Zimmer, das mal mein Kinderzimmer war, neben einem übergroẞen Drucker und habe immer noch meinen vollgepinkelten ausgeleierten String an. Was für ein Tag!' Die Ausgangslage dieses Romans ist alles andere als schön. Hanna, die sich eigentlich ein Leben in Berlin aufgebaut hat, wohnt plötzlich wieder wie eine Jugendliche bei ihren Eltern in Lüneburg. Bei näherem Hinsehen war ihr Leben in Berlin aber gar nicht mal so toll: ein unsensibler Trottel als Partner, illoyale Arbeitskolleginnen, oberflächliche Freundinnen. Und ein nicht verarbeitetes Trauma. Ja und jetzt sitzt sie nun wieder bei den Personen, die zum Glück immer zu ihr halten und die dennoch (besonders die Mutter) gar nicht mal so leicht zu ertragen sind. Hanna verfällt zunächst in die Rolle eines kleinen Kindes und stolpert über alle Unaussprechlichkeiten der Familie, doch nach und nach holt sie sich ihre Handlungskraft zurück. Dieses Buch hat mich zunächst durch das schöne Cover aufmerksam gemacht, weiterhin konnte ich mich (leider) relativ gut mit Hanna identifizieren. Vielleicht, aber nicht nur deswegen, konnte ich "Pause" nicht aus der Hand legen. Das Buch ist voller Cringe, Humor und manchmal auch Tragik. Es ist schonungslos ehrlich und tatsächlich sehr authentisch. Es geht um Familiendynamiken, psychische Gesundheit, Freundschaft, Befreiung und vieles mehr. Ein Roman, der unterhaltsam und tiefgründig zugleich ist und den ich unbedingt weiterempfehlen möchte.
„Ein Geräusch, das ich in Berlin noch nie gehört habe. Die Nachbarschaft meiner Eltern ist das Rasenmäherland. Irgendwo wird immer gemäht, es ist quasi der Soundtrack meiner Kindheit.“
✨Inhalt
Hanna erleidet eine Panikattacke bei der Arbeit, bekommt allerlei Diagnosen und kommt erst mal mit 36 Jahren bei ihren Eltern in Lüneburg unter. In Berlin lässt sie ihren Freund zurück. Ihre Eltern haben eigene Routinen und Abläufe. Und Hanna ist gefangen zwischen Wut und Trauer…
✨Meinung
Ich mochte das Buch sofort. Bereits der Klappentext war mein Geschmack und als ich angefangen habe zu lesen, war direkt klar, dass das passt. Dabei ist die Geschichte mitnichten perfekt. Aber das Leben ist es auch nicht.
Hannas Eltern, ihre Schwester und deren Partnerin waren für mich sehr greifbare Charaktere. Es mag an den nicht wenigen Wiederholungen liegen und daran, dass ihnen bestimmte Rollen innerhalb des Gefüges zugewiesen worden waren. So oder so konnte ich sie mir gut vorstellen. Die Geschichte war tragisch und komisch zugleich. Eine Triggerwarnung wäre nicht schlecht, gibt es in diesen Büchern aber nicht. Muss man auf sich zukommen lassen.
Hanna zeigt uns einerseits echt viel von sich, andererseits wird das Wesentliche nicht zerredet, sondern findet hauptsächlich im Kontext statt. Evtl. ein Hinweis darauf, dass man nicht alle Details über die Traumas anderer wissen muss, um dennoch für sie da zu sein.
✨Fazit
Ich habe Hanna gern begleitet und wünsche ihr alles Gute 🥹🫶🏻.
Lena Kupke erzählt in „Pause“ von Hanna, die nach einem einschneidenden Erlebnis ihr Leben in Berlin hinter sich lässt und zurück in ihre Heimat Lüneburg zieht. Plötzlich findet sie sich wieder im Elternhaus zwischen alten Erinnerungen und der Frage, wie es eigentlich weitergehen soll, wenn das Leben einen ungefragt auf die Pausentaste drückt.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, das von der Autorin selbst eingesprochen wird. Dafür ein großes Lob: Lena Kupke liest mit viel Charme und Humor. Dadurch wirkt die Geschichte besonders authentisch und lebendig.
Der Roman selbst ist kurzweilig, unterhaltsam und hat einen tollen Lesefluss. Ich wollte immer weiterhören und hätte manchmal gleichzeitig lachen und weinen können. Diese Mischung aus Humor und den ernsten Themen hat mir besonders gefallen. Viele Situationen wirken alltäglich und gleichzeitig so treffend beobachtet, dass man sich selbst darin wiederfindet. Das sorgt für ein hohes Identifikationspotenzial und macht die Figuren nahbar.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt betrifft das zentrale Schweigen beziehungsweise einige unausgesprochene Dinge in der Geschichte. Es ist an sich klar, was Hanna passiert ist, aber ich hätte mir gewünscht, dass das noch etwas mehr ausgesprochen wird (gerade um auch Sichtbarkeit für das Thema zu schaffen). Auch wenn ich vermute, dass diese Offenheit von der Autorin bewusst gewählt wurde.
Alles in allem ist „Pause“ ein warmherziger, kluger und sehr unterhaltsamer Roman. Besonders als Hörbuch eine klare Empfehlung.
Das Cover ist ungewöhnlich, das knallige Orange zieht die Aufmerksamkeit auf sich, dazu eine Frau, die im Schlafanzug auf dem Wort "Pause" sitzt. Die Buchstaben sind erhaben und das Buch hat ein Lesebändchen.
"Du weißt nicht, wie stark du bist, bis du stark sein musst" - Damit wird der Roman eröffnet.
Die Ich-Erzählerin Hanna ist bei einer Veranstaltung ohnmächtig geworden und wird ins Krankenhaus verfrachtet. Durch die starken Medikamente darf sie nicht allein nach Hause gehen und versucht, verschiedene Freunde und Bekannte zu erreichen, damit sie jemand abholt und nach Hause bringt. Ihr Freund hat besseres vor, zudem scheint die Beziehung angespannt zu sein. Eine Freundin meint, dass sie erstmal Abstand braucht, nachdem Hanna sie verletzt hat. Und weitere Alternativen hat Hanna nicht, bis auf ihre Eltern. Ihre Mutter schiebt vor, dass ihr das alles zuviel Unruhe reinbringt und es ihr selbst auch nicht gut geht, doch ihr Vater ist sofort zur Stelle, fährt die 200 Kilometer von Lüneburg bis in die Nähe von Berlin und holt seine angeschlagene Tochter nach Hause.
Lüneburg, Hannas Heimat, der Ort, wo auch ihre Schwester Sara mit ihrer Partnerin lebt.
Hanna will eigentlich nur zurück nach Berlin, doch ihr Freund Paul lässt sie hängen, muss sich auch erst mal um sich selbst kümmern und meint, dass der Abstand und die Ruhe voreinander beiden gut tun würde. Auch ihre Mutter zeigt ihr relativ deutlich, dass sie doch gern hätte, dass Hanna ihr altes Leben wieder aufnimmt und auch mit ihrer Schwester kommt es schnell zum Streit. Doch Hanna steckt fest, nicht nur in Lüneburg, sondern auch in ihrem Leben.
Wow, was für eine Situation! Was ist passiert, dass die 36-jährige so fallen gelassen wird? Einzig Helen, die Nachbarin ihrer Eltern nimmt Hanna so an, wie sie ist. Gibt ihr Raum und Halt.
Ich habe den Roman sehr gerne gelesen. Es gibt etliche Situationen, wo ich mit Hanna mitfühlen kann und mich doch frage, warum es in ihrem Freundeskreis niemanden gibt, der ihr helfen will. Aber auch, warum sie nicht deutlicher um Hilfe bittet? Es scheint anerzogen zu sein, denn auch in ihrer Familie redet man nie offen. Hanna hat viel mitgemacht und doch immer wieder durchgehalten, was sich nun rächt.
Sie erschien mir im Roman jünger als 36, vielleicht auch, weil sie oftmals Kind ist und eher trotzig als souverän agiert.
Mich hat "Pause" berührt, ich habe mit der Protagonistin mitgefühlt, konnte aber auch die Eltern in ihrer Überforderung verstehen. Schön war auch immer wieder der Humor, der durchblitzt.
Ein großartiges Buch von Lena Kupke, die die katastrophale Stimmung der Protagonistin super eingefangen und doch mit Sarkasmus und Humor alles wieder aufgelockert hat.
In „Pause“ geht es um eine Frau in ihren 30ern, die nach einem Trauma total den Halt verliert und plötzlich nicht mehr funktioniert. Die, die sonst alles mit Bravour gemacht hat, erleidet einen mentalen Zusammenbruch und kann einfach nicht mehr. Es folgen Angst- und Panikattacken, Klinik- und Arztbesuche und auch privat gerät vieles ins Wanken. Schließlich zieht sie wieder bei ihren Eltern ein. Auch hier läuft es in der chaotischen Familie nicht rund und so stößt die Protagonistin auch hier wieder an ihre Grenzen.
Die fehlende, aber sehr erwünschte Unterstützung und die Einsamkeit könnten nicht greifbarer sein und trotz allem hat neben der Trauer auch Humor einen großen Platz in diesem Buch.
Für mich ist es wunderbar geschrieben. Sowohl Inhalt, als auch Schreibstil haben mir extrem gut gefallen. Streckenweise habe ich das Hörbuch angeh��rt, das auch von Lena Kupke eingesprochen wurde und es fängt diese Atmosphäre perfekt ein.
Ich kann Buch und Hörbuch gleichermaßen empfehlen.
Dieses Buch wird LeserInnen gefallen, die gerne Gegenwartsliteratur lesen und auch intensive Bücher mit vielen Emotionen lieben.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne für dieses wunderbare Werk.
Hanna bricht in ihrer Agentur zusammen und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Obwohl sie eigentlich nach Berlin zu ihrem Partner zurückwill, landet sie bei ihren Eltern in Lüneburg. Ihr Leben steht auf Pause. In Lüneburg ist alles wie damals. Und Hanna ist allein.
"Pause" ist der Debütroman von Lena Kupke und hat mich umgehauen. Ich kenne die Autorin vom Comedyformat "Falsch, aber lustig" und mag ihren Humor. Mit ihrem Roman zeigt sie eine andere, immer noch humorvolle, aber auch verletzliche Seite. Und mit Hanna hat sie eine Figur geschaffen, die ich sofort in mein Millenial-Herz geschlossen habe. Dass Lena Kupke ihren eigenen Roman auch liest, war dann nur noch die Kirsche auf der Sahnetorte.
Hanna ist die älteste Tochter, vom Land in die Großstadt gegangen und ist Freiberuflerin. Was wie der absolute Traum klingt, ist für die Mittdreißigerin im Alltag einfach nur ein Kampf. Als sie nach ihrem Zusammenbruch wieder bei ihren Eltern landet, merkt sie, dass auch ihre Familie Probleme hat, diese aber ungewollt witzig überspielt. Hanna erzählt mit so viel Wut, Liebe, Angst und auch Verleugnung, dass ich laut gelacht habe und mir auch Tränen in den Augen standen.
Die Geschichte ist gespickt mit Humor, schmerzenden Wahrheiten und zeigt gleichzeitig auf, dass nicht alles Selbstliebe ist, was wie Selbstliebe klingt.
Manchmal trifft ein Buch genau diese Stelle im Herzen, an der man selbst gar nicht so genau wusste, dass sie noch weich ist. Pause erzählt von Hanna, die nach einem Zusammenbruch wieder bei ihren Eltern landet, zurück im alten Zuhause, aber längst nicht mehr als das Kind, das dort einmal gelebt hat.
Ich mochte sehr, wie nah Lena Kupke an diesen kleinen, unangenehm echten Momenten bleibt. Das viel zu schmale Gästebett, das Büro im ehemaligen Kinderzimmer, das Schweigen am Familientisch und dieses Gefühl, plötzlich wieder in alte Rollen zu rutschen. Dabei wird die Geschichte nie erdrückend, weil immer wieder ein feiner, warmer Humor durchscheint.
Hannas Weg hat mich berührt, weil er nicht laut ist. Es geht nicht um schnelle Heilung oder große Wunder, sondern um das mühsame Zulassen von Hilfe, um Scham, Verletzlichkeit und um die Erkenntnis, dass man nicht stark sein muss, um liebenswert zu bleiben.
Besonders schön fand ich die Mischung aus Schmerz und Zärtlichkeit. Dieses Buch fühlt sich an wie ein vorsichtig geöffnetes Fenster nach einer langen, schweren Nacht. Frische Luft kommt rein, aber die Spuren bleiben sichtbar.
Pause ist für mich ein ehrlicher, warmherziger Roman über Familie, alte Wunden, Neuanfang und Liebe in Momenten, in denen man sich selbst kaum halten kann. Ein Buch, das leise nachhallt und dabei überraschend oft ein Lächeln schenkt.
Lena Kupke schreib sehr authentisch und emotional über Hannas Zusammenbruch und Strauch im Leben. Nicht nur kämpft sie mit der Verarbeitung eines schwierigen Erlebnisses, vermutlich dem Verlust eines Kindes, darauf wird nicht um Detail eingegangen - sie versucht auch, im Umfeld nicht zur Last zu fallen wodurch sie sich selbst noch mehr Stress und Druck aufführt.
Interessant sind für mich insbesondere die Personen im Umfeld von Hanna charakterisiert: die Mutter, die nicht aus ihrer Haut kann, fast schon zwanghaft ihre Alltags Marotten, durchsetzt, und selbst nicht in der Lage ist ihre Tochter da zu sein, da sie sehr auf sich selbst bezogen ist. Der Vater, der, wie man das bei der Generation kennt, eher ruhig und zurückhaltend ist, aber doch irgendwie halt gibt, weil er Ruhe ausstrahlt. Die Schwester Sara, die zwar physisch anwesend ist, sich jedoch nicht öffnet. Der Freund, Paul, der Hannah mit ihrer Trauer und ihrer Panik alleine lässt. Immer wieder kommt beim Lesen die Wut hoch über dieses Unvermögen von Hannas Umfeld, für Sie da zu sein. Und gleichzeitig erkennt man in den Charakteren doch sehr gut die eigene Realität wieder. Allein deshalb schon eine Leseempfehlung, weil das Buch sehr authentisch und real geschrieben ist.
Der Tag als die Notärztin kam, war der Tag, an dem sie wieder zu ihren Eltern gezogen ist…
Es ist eine sehr ruhige Geschichte, es passiert gar nichts und dennoch so viel. Mir ist Hanna sehr ans Herz gewachsen, auch wenn ich nicht immer ihrer Meinung war. Aber das macht sie – und auch die restlichen Charaktere – so greifbar und realistisch. Vor allem ihre Eltern waren göttlich.
Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl Gast bei dieser Familie zu sein, mit ihnen am Küchentisch – an dem für mich vorgesehenen Platz natürlich! - zu sitzen. Oberflächlich betrachtet eine äußerst harmonische Familie, die jedoch auch distanziert voneinander wirkt.
Eine warme gemütliche Geschichte, die dennoch zum Nachdenken und Reflektieren der eigenen Persönlichkeit anregt.
Wieder eine verdammt kurze Rezension, aber bewusst. Alles Weitere würde zu vieles preisgeben …
Lesegenuss: 🥐🥐🥐🥐🥐 Ein Croissant wie frisch aus der besten Bäckerei – warm, fluffig, zart und unwiderstehlich. Perfekt ausgewogen, rundum gelungen, Genuss pur von der ersten bis zur letzten Seite.
Literarische Qualität: ☕☕☕☕ Vollmundig, aromatisch, komplex – ein literarischer Espresso, der lange nachklingt.