True-Crime-Podcasterin Clio Holloway reist in die kleine Küstenstadt Rye und will nur der verstorbenen Rebecca Adlerd endlich eine Stimme geben. Doch schon ihr erster Interviewpartner stellt sie auf die Probe – Hudson Montgomery, Ex-Polizist und ehemaliger Ermittler in Rebeccas Mordfall. Hudson hält nichts von neugierigen Reporterinnen, die alte Wunden aufreißen. Doch Clio ist anders – hinter ihrer Entschlossenheit verbirgt sich eine Verletzlichkeit, die ihn stärker berührt, als ihm lieb ist. Je tiefer Clio in den Fall eintaucht, desto mehr beginnen Hudsons Mauern zu bröckeln – und zwischen ihnen entsteht eine Anziehung, die ebenso gefährlich ist wie die Wahrheit, der sie auf der Spur sind. Als Clio auf Widersprüche in den alten Ermittlungen stößt, holt die Dunkelheit sie beide ein – und stellt ihre Liebe auf eine tödliche Probe.
Manchmal habe ich einfach Lust auf einen Roman, bei dem ich mich in einen alten Kriminalfall verbeißen und gleichzeitig eine schöne Liebesgeschichte begleiten kann. Bei The Vanished Voices bin ich damit genau richtig gelandet. Was mich am Ende besonders überrascht hat, war, wie sehr mir die Figuren ans Herz gegangen sind.
Besonders gerne habe ich Clio bei ihren Nachforschungen begleitet. Je mehr sie über Rebecca Adler, die damaligen Ermittlungen und die Menschen in Rye herausfindet, desto mehr Fragen tauchen auf. Widersprüche, neue Spuren und falsche Fährten haben mich immer wieder dazu gebracht, meine eigenen Vermutungen zu überdenken. Irgendwann habe ich selbst darüber nachgedacht, ob der damalige Verdächtige wirklich schuldig sein kann oder ob jemand anderes seine Spuren geschickt verwischt hat. Einige Entwicklungen habe ich tatsächlich nicht kommen sehen.
Noch mehr als der Kriminalfall hat mich die Entwicklung von Clio und Hudson beschäftigt. Hudson war mir anfangs mit seiner schroffen und abweisenden Art nicht unbedingt sympathisch. Umso schöner fand ich es, nach und nach zu verstehen, was hinter seinem Verhalten steckt. Zwischen ihm und Clio entsteht Vertrauen nicht über Nacht. Beide müssen sich annähern, zurückweichen, wieder aufeinander zugehen und lernen, über persönliche Verletzungen zu sprechen. Dadurch hat sich ihre Beziehung für mich glaubwürdig entwickelt. Und manchmal waren die beiden einfach herrlich zusammen. Besonders Hudson in seinem betrunkenen Zustand werde ich so schnell nicht vergessen.
Auch Brooke, Floyd und Wilson haben die Geschichte für mich bereichert. Die drei sind längst mehr als Nebenfiguren und ihre gemeinsame Geschichte gibt dem Podcast eine besondere Bedeutung. Wilson hat dabei ohnehin mein Herz gewonnen. Ich frage mich allerdings noch immer, wie dieser großartige Hund die Assistenzhund-Prüfung nicht bestanden haben konnte.
Maike Schmitt verbindet Kriminalfall und Romance so, dass keines von beidem zum bloßen Beiwerk wird. Dazu kommen eine stimmige Küstenatmosphäre, ein gut aufgebauter Spannungsbogen und Themen wie Schuld, Ermittlungsfehler und Justizirrtümer, die dem Fall eine ernstere Ebene geben.
Insgesamt habe ich The Vanished Voices sehr gerne gelesen. Ich mochte das Miträtseln, die Figuren und besonders die Entwicklung zwischen Clio und Hudson. Eine Geschichte, die mich deutlich stärker für sich gewinnen konnte, als ich zunächst erwartet hatte.
Ein True Crime Podcast auf der Suche nach der Wahrheit
Maike Schmitt nimmt ihre Leser mit in das Küstenstädtchen Rye. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Kapitellänge ist sehr unterschiedlich, aber gut gewählt. Die Geschehnisse werden im Wechsel aus Sicht der Hauptprotagonisten wiedergegeben. Die Charaktere wirken sehr unterschiedlich, sympathisch und authentisch. Das Cover ist schön gestaltet, gibt aber wenig Hinweise auf die Geschichte.
Hauptprotagonisten sind Clio und Hudson. Clio ist die Stimme des True Crime Podcast The Vanished Voices und möchte zusammen mit ihrem Team den verstorbenen eine Stimme geben. Die Eltern der getöteten Rebecca stimmen zu, dass sie über den Fall berichten dürfen. Hudson ist ein Ex-Polizist, der nun kellnert. Er hält True Crime Podcaster für geldgierig und möchte nichts mit ihnen zu tun haben. Als Clio und ihr Team in Rye aufschlagen, macht wer seine Abneigung deutlich und möchte nichts zu Rebecca und dem Fall sagen.
Clio lässt sich von dem mürrischen Hudson nicht stoppen und will Rebecca und ihre Geschichte erzählen. Sie möchte dem Wunsch der Eltern nachkommen und sucht Freunde und Bekannte der Verstorbenen auf. Sie besichtigt zusammen mit ihrem Team auch das Haus, wo Rebecca bis zu ihrem Tod gelebt hat. Aber sie kann einfach kein richtiges Bild von ihr erhalten. Niemand scheint Rebecca wirklich gekannt zu haben oder hat Hudson die Bewohner von Rye so gegen den Podcast aufgebracht, dass anderen zwar freundlich sind, aber Informationen zurückhalten. Könnte sogar ein Mann im Gefängnis sitzen, obwohl er nicht der Täter war. Wird Clio doch noch einen Weg finden, Hudson zur Mithilfe zu bringen und dadurch neue Spuren finden? Gibt es neue Spuren oder sind die Ermittlungen damals korrekt abgelaufen? Warum reagiert Hudson immer so ablehnend auf Clio? Hat er vielleicht einen Fehler bei den Ermittlungen gemacht, der jetzt aufgedeckt werden könnte. Und dann schleichen sich auch noch Gefühle zwischen Clio und Hudson ein, die die Mauer von ihm bröckeln lassen. Kommen sie der Wahrheit auf die Schliche oder wird dafür gesorgt, dass diese für immer in den Tiefen des Waldes bleibt?
Kann ein True Crime Podcast Gutes bewirken oder profitieren nur die Leute davon, die diesen produzieren und bewerben? Machen sich die Podcaster die Sensationsgier der Menschen zu Nutze oder wollen sie wirklich den Verstorbenen eine Stimme geben. Ein Thriller mit einigen Wendungen und einer Wahrheit, die tödlich enden kann.
Fast zwei Jahre nach dem Mord an Rebecca Adlerd beginnt die True-Crime-Podcasterin Clio, den Fall für ihren Podcast The Vanished Voices neu aufzurollen. Schnell stößt sie dabei auf Ungereimtheiten in den damaligen Ermittlungen und fragt sich, ob der verurteilte Brady tatsächlich der Täter ist. Unterstützung findet sie ausgerechnet bei Hudson, dem ehemaligen Polizisten, der damals am Fall beteiligt war und zunächst alles andere als begeistert von ihren Nachforschungen ist. Doch gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was damals wirklich passiert ist und kommen sich dabei auch persönlich näher.
Die Mischung aus True Crime, Krimi und Romance funktioniert hier richtig gut, denn vor allem die Podcast-Recherche macht den Fall interessant, weil man gemeinsam mit Clio immer tiefer in Rebeccas Vergangenheit eintaucht. Neue Hinweise, widersprüchliche Aussagen und falsche Fährten sorgen dafür, dass sich immer wieder neue Fragen ergeben und das Miträtseln bis zum Ende Spaß macht. Die Spannung nimmt dabei im Verlauf der Geschichte spürbar zu und gerade gegen Ende gibt es einige überraschende Wendungen. Clio und Hudson sind dazu auch gut gelungen, denn Clio ist sympathisch, empathisch und beharrlich, während Hudson anfangs ziemlich abweisend wirkt, doch durch die wechselnden Perspektiven wird im Laufe verständlich, was hinter seiner harten Fassade steckt. Seine Entwicklung und die langsame Annäherung der beiden wirken dadurch nachvollziehbar und geben der Romance genügend Raum, ohne den Kriminalfall zu verdrängen. Schön sind aber auch auch die Nebenfiguren Brooke, Floyd und Golden Retriever Wilson, die der Geschichte zusätzliche Wärme verleihen. Insgesamt ist der Schreibstil dazu flüssig und atmosphärisch, sodass sich die Geschichte sehr angenehm lesen lässt. Lediglich das letztendliche Motiv hinter dem Verbrechen wirkt angesichts der Tragweite der Ereignisse etwas weniger überzeugend.
Ein spannender und emotionaler Mix aus Krimi, True Crime und Romance, der seine Stärken sowohl in der Ermittlungsarbeit als auch bei den Figuren hat, die Handlung lädt zudem zum Miträtseln ein, während die Liebesgeschichte für die emotionalen Momente sorgt.
Emotionaler Mix aus Romance und True Crime Podcast
Maike Schmitt nutzt eine sensible, gefühlvolle Sprache und entwickelt mit ihrer Geschichte eine unterschwellige Spannung, die Gänsehaut verursacht. Und ihre Charaktere werden nach wenigen Seiten lebendig.
Das Podcast Trio (+ Hund Wilson) hat einen starken Zusammenhalt, wie in einer Familie. Deren Gespräche sind geprägt von kleinen Sticheleien, herzerwärmenden Aufmerksamkeiten und ihre Recherche mit spannenden Fragen. Dadurch bringen sie sich gegenseitig auf gute Fährten oder unterstützen sich in intensiven Momenten. Found Family Vibes vom Feinsten
Ihr Einblick zur Vorarbeit eines True Crime Podcasts ist spannend und detailliert ausgearbeitet. Für mich war im Verlauf fraglich, ob die ungeklärten Fragen auf neue, bestürzende Details zum Täter oder zu einer neuen Spur führen. Meine Vermutungen musste ich beim Lesen immer wieder neu überdenken. Der Part ist unterschwellig spannend und schaurig, Gänsehaut erzeugend, aber für den Lesefluss könnte es etwas mehr Tempo vertragen.
Ihre Recherche betreibt das Trio direkt im Wohnort der verstorbenen Rebecca. Bei der Aufarbeitung der Geschehnisse, den Gesprächen mit Familie und Freunden sowie den weiteren Details, die sie ausarbeiten, musste ich oft hart schlucken. Der Ort ist klein und somit war jeder irgendwie involviert, irgendwie mit Rebecca in Berührung. Sie gehen damit unterschiedlich um, aber zeigen verschiedene Arten von Trauerbewältigung. Traumata und Verlust werden gefühlvoll beleuchtet. Die intensiven, rohen Gefühle gingen beim Lesen nicht spurlos an mir vorbei.
Da kommt Clio mit ihrer Empathie und den oft verständnisvollen Worten gerade richtig. Die sensiblen Interviews sind bei ihr in den richtigen Händen. Ich mochte Clio besonders gerne. Eine liebe Maus, die ich gerne in den Arm genommen hätte und bewundert habe für Ihren Umgang mit Menschen.
Hudson macht es einem da nicht so einfach. Seine damalige Involvierung in den Crime-Fall hat ihn so schwer getroffen, dass er mit seinem Kopf kämpft und schroff reagiert auf Journalisten & den Podcast. Ihn umgibt eine faustdicke Mauer aus Misstrauen und Vorurteilen. Und es bedarf definitiv einiges an Entwicklung, Selbstreflexion und Einblicke in seine Gedankenwelt, einige tiefgründige Gespräche zwischen Clio und ihm, in denen sich Beide verletzlich zeigen. Dieser Prozess wurde langsam und nachvollziehbar über die Seiten hinweg eingewoben.
Fazit:
Insgesamt wird das Buch zu einem gelungenen Read, da Romance und unterschwellige Spannung sich die Waage halten. Zudem erreicht es mit intensiven Gefühlen eine tiefgründige Ebene. Abgerundet wird es mit aus dem Leben gegriffenen Charakteren, die Podcast-Familie und verletzliche Dorfbewohner, die mich total haben abtauchen lassen. Meinetwegen hätte es lediglich noch etwas mehr Tempo haben dürfen.
Zitat:
„Mit dem Wissen, was in den Schatten geschehen kann, sieht man hinter jedem Lächeln Monster lauern.“
"The Vanished Voices" von Maike Schmitt ist ein spannender, interessanter und mitreißender Mix aus Krimi und Romance.
In der Geschichte geht es um einen True Crime Podcast und Nachforschungen über einen zwei Jahre alten Mordfall. Hierbei ergeben sich neue Erkenntnisse. Dazu gibt es eine Romance mit vielen Ecken und Kanten.
Eine Geschichte, die nie langweilig wird. Ein perfekter Mix aus Krimi und Romance.
Die Geschichte und Charaktere wirken authentisch und greifbar. Man hat das Gefühl direkt dabei zu sein.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Clio, die einen Podcast zu dem Mordfall gemeinsam mit ihren Freunden macht. Und Hudson, der Polizist vom damaligen Mordfall. Dadurch bekommt man einen sehr guten Rundumblick.
Die Kapitel haben sehr viel Emotionalität und spiegeln die Gefühle sehr gut wieder.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Bis zum Schluss ist es durchgehend spannend und man fiebert mit den Charakteren mit. Die Auflösung des Mordfalles hat mich total überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber es ist ein schlüssiges und nachvollziehbares Ende.
Ich würde mich über weitere Bände freuen und kann das Buch sehr empfehlen!
Maike Schmitt hat mich mit The Vanished Voices von der ersten Seite an gepackt. Die Mischung aus True Crime, ungelöstem Mordfall, düsterer Atmosphäre und einer sich langsam entwickelnden Liebesgeschichte funktioniert einfach hervorragend. Clio Holloway ist eine Protagonistin, die ich sofort mochte. Sie ist entschlossen, mutig und lässt sich nicht davon abbringen, Rebecca Adler endlich eine Stimme zu geben. Dabei stößt sie jedoch auf immer mehr Widersprüche, die deutlich machen, dass hinter dem alten Fall mehr steckt, als zunächst angenommen.
Besonders gefallen hat mir die Dynamik zwischen Clio und Hudson. Seine verschlossene, skeptische Art trifft wunderbar auf Clios Hartnäckigkeit, und zwischen den beiden knistert es ordentlich. Gleichzeitig bleibt die Spannung durchgehend erhalten, denn je näher Clio der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird es.
Die Atmosphäre der kleinen Küstenstadt, die Geheimnisse und die emotionalen Momente haben mich vollkommen in die Geschichte gezogen. Ein packender Mix aus Crime und Romance, der mich bestens unterhalten hat. Für mich ganz klar 5 von 5 Sternen!