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Frostbiss

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Die Liebe klopft immer bei jenen an, die sie am wenigsten erwarten. Dörte wusste nicht, dass ihr etwas fehlt, bis eine neue Schülerin in ihre Klasse kommt. Philippa ist schweigsam, unabhängig und bringt Dörtes Gefühlswelt durcheinander. Doch der zarten Liebe der zwei Mädchen stehen traditionelle Werte und persönliche Ängste im Weg. Wird es ihnen gelingen, diese zu überwinden?

"FROSTBISS" Ein Roman über die erste Jugendliebe, Geduld und die Verantwortung, mit Herzen nicht zu spielen.

314 pages, Paperback

First published February 6, 2015

6 people want to read

About the author

Julia Mayer

15 books30 followers

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Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Vee.
125 reviews42 followers
February 21, 2015
"Sie ließ mich in ihre Welt, aber ich blieb immer ein Gast."

- ich denke, mit diesem Satz kann ich meine Gefühle, diesem Buch gegenüber, am besten beschreiben. Ich fand Dörte nett, aber ich fühlte mich immer wie ein Gast in dieser Geschichte. Ich war einfach kein Teil davon, obwohl ich mich mit Dörte und Philippa gut identifizieren konnte. Es ist daher auch ziemlich schwierig etwas zu dem Buch zu schreiben.

Das Drama in diesem Buch war nicht so überdramatsich, wie in anderen fiktionalen Büchern, sondern sehr realistisch gehalten. Man kann sich vorstellen, dass das in seiner eigenen Nachbarschaft genau so passieren könnte. Leider fand ich das mit der Mutter ... es war zu einleitend für das kommende Ende des Buches. Ich könnte jetzt nicht sagen, wie es anders hätte sein sollen, aber es fühlte sich als "Gast" in diesem Roman einfach zu sehr danach an. Und ich verstehe auch nicht so ganz, warum das so kommen musste, aber es war auf alle Fälle nicht schädlich für die Geschichte.

Das Ende war anders, als ich erwartet habe, aber sehr passend für den Roman und der Autorin. Gerne würde ich wissen, wie es mit Dörte weiter geht, doch es ist auch schön, dass sich jeder Leser selbst seine Gedanken dazu machen kann.

Die Charaktere hatten alle ihre Tiefe, soweit sie wichtig für die Handlungen waren.
Mit Dörte konnte ich mich schnell identifizieren, ebenso mit Philippa. Ich kann gut nachvollziehen, warum sie die wenigsten leiden können, doch ich stehe ihr immer noch etwas neutral gegenüber. (Ach ja, Dörte hat mir etwas zu viel geweint. Bei vielen Situationen konnte ich es nachvollziehen, aber gegen Ende dachte ich nur, dass sie nichts anderes macht außer zu weinen.)
Uli war mir am Anfang etwas unsympathisch, dann in der Mitte farblos - ich hätte mir da vielleicht etwas mehr Handlung von ihr gewünscht, irgendwelche Anhaltspunkte die das Ende mehr erklären, aber so kommt eben auch gut durch, dass Dörte etwas zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt war. Auch das kann ich gut nachvollziehen, weil ich selbst manchmal so handle, aber wie das eben so ist: Bei anderen nervt einen das mehr als bei einem selbst. (Beim Lesen allerdings hatte ich keine Probleme mit Dörte, außer dass sie so oft rumgeweint hat gegen Ende. Die Probleme mit ihr kommen alle erst nach dem Beenden des Buches.)
Mit Vera wusste ich am Anfang auch nicht viel anzufangen. Sie war da und ... ja ... erst gegen Ende, als sie Dörte mal die Meinung gegeigt hat, hat diesen Mädchen Sympathiepunkte bei mir gesammelt.
Sowieso ist alles irgendwie erst gegen Ende so richtig zusammengelaufen mit den Charakteren und da haben sie ihr "wahres" Gesicht gezeigt und offenbarten mir, ob ich sie mag oder nicht. Als "Gast" ist es sowieso etwas schwierig das dann richtig einzuschätzen. (Ich finde es auch etwas schade, dass ich mich wie ein Gast gefühlt habe, weil ich das sonst bei den Büchern von der Autorin nicht so habe.)
Zu den Familien der beiden Mädchen muss ich sagen, dass ich sie von Anfang an wirklich toll fand und da störte mich überhaupt nichts. Dörtes Vater war toll, die Mutter ebenso und auch bei den Besuchen bei Philippas Eltern fühlte ich mich wohl. Da wirkte alles auch sehr realistisch und nachvollziehbar.

Das Buch war wirklich nicht schlecht, aber ich fand einfach keinen Zugang dazu. Vielleicht lag es daran, dass ich mich zu sehr selbst wiederentdeckte bei Dörte und Philippa oder einfach, dass das für mich zu realistisch war? Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall würde ich aber jedem Raten das Buch einfach mal anzufangen, denn es lässt sich sehr schnell und flüssig lesen. Wenn man einmal anfängt, dann kann man es nur schwer aus der Hand legen. :)

/ So, und jetzt habe ich Angst, was Juls dazu sagen wird xD
Profile Image for Myna.
Author 1 book11 followers
March 31, 2016
"Frostbiss" war für mich eine Premiere: der erste Indie-Roman, den ich mir gekauft habe. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich äußerst kritisch an die Sache herangegangen bin. Ich habe nicht viel erwartet. Schlechte Erfahrungen mit kostenlosen Kurzgeschichten auf Amazon hatten mich abgeschreckt und ich dachte mir: "Für 2,99 € kriegst du nichts, das sich mit einem Verlagsbuch vergleichen lässt." Weit gefehlt! "Frostbiss" hat alles, was ein Roman braucht: liebenswürdige Charaktere, eine spannende Handlung, viel Gefühl und einen tollen Erzählstil.

Was mir besonders gut an "Frostbiss" gefallen hat, ist seine realitätsnahe Handlung. Genau so könnte sich etwas in der eigenen Umgebung zugetragen haben. Keine großen Abenteuer, sondern das Leben, wie es einen trifft: mit allen schönen und weniger schönen Momenten. Auch positiv hervorzuheben: In "Frostbiss" geht es weniger um die Eroberung der großen Liebe, wie in den meisten Liebesgeschichten, sondern darum, wie man eine gute Beziehung führt. Manche der Probleme, wie Eifersüchteleien oder Unsicherheit, lassen sich auch auf heterosexuelle Pärchen übertragen. Doch hauptsächlich kommen in der Geschichte Themen zur Ansprache, mit denen all jene zu kämpfen haben, die sich zum ersten mal in einen Menschen des gleichen Geschlechts verliebt haben. Fragen wie "Bin ich homosexuell oder nur neugierig?", "Wann ist der richtige Moment für das Coming Out?" und "Wie gehe ich mit Anfeindungen von Außen um?" werden gestellt und suchen nach Antworten. Hier hat die Autorin Julia Mayer großartige Arbeit geleistet und ihren Lesern einen Einblick in den Alltag einer jungen Lesbe ermöglicht.

Ich liebe Julia Mayers Schreibstil sehr. Er ist einfach und doch voller schöner Bilder und Vergleiche. Auch bei der Ausarbeitung der Charaktere hat sie ganze Arbeit geleistet. Philippa war mir von Anfang an sympathisch, weil ich mich in ihre verschlossene Art gut hineinversetzen kann. Mit Dörte konnte ich mich ebenfalls gut identifzieren. Ich fand es spannend, die Welt aus ihren Augen zu sehen. Einen ganz großen Pluspunkt bekommen die Familien der beiden Hauptfiguren. Dörtes Eltern sind schon klasse, wenn auch teilweise ein bisschen spießig, doch Philippas Großfamilie ist der absolute Hammer! Die reine Bilderbuchfamilie und man wünscht sich nichts mehr, als auch mal bei denen Weihnachten zu feiern. Vater Theodor ist hier wohl mein heimlicher Liebling, aber auch Mutter Ricarda, die wie eine Glucke ihre Kinder betüttelt. Die Schulkameradin Uli war mir zunächst ziemlich unsympathisch, denn homophobe Äußerungen kann ich überhaupt nicht ausstehen. Doch die Wendung am Schluss gab mir dann doch Verständnis für die Figur. Jede Geschichte braucht ihren Bösewicht. Toll ist, wenn dieser nicht platt "böse" ist, sondern auch Gefühle und Probleme hat. Mit Vera konnte ich mich leider nicht so recht verbünden. Ich kann allerdings auch nicht sagen, was mir bei der Figur gefehlt hat. Vermutlich war sie mir zu blass. Dass sie Dörte am Schluss die Meinung geigt, hat mich ziemlich überrascht. Ich fand diese Wendung gut, auch wenn ich dem, was sie gesagt hat, nicht voll zustimmen kann.

Die Geschichte zieht sich durch eine sehr lange Zeitspanne. Anfangs sind Dörte und Philippa Elftklässler, am Ende sind beide mit dem Gymnasium fertig und gehen ihre eigenen Wege. Ich war über das Ende zuerst sehr zwiegespalten. Insgeheim habe ich mir ein glücklicheres Ende für die beiden gewünscht. Ich bin da wohl einfach zu romantisch veranlagt. Im Nachhinein betrachtet, passt es aber gut zum Rest der Geschichte: Es ist realitätsnah! Alles andere wäre entweder zu dramatisch oder zu märchenhaft gewesen.

Fazit

"Frostbiss" ist eine süße Geschichte über die erste Liebe zwischen zwei Mädchen. Sie ist vor allem für jüngere Leser geeignet und all jene, die gerne Young Adult-Romane lesen. Wer sich nicht davor scheut, einen Indie-Roman zu lesen, dem lege ich "Frostbiss" sehr ans Herz. Die Qualität des Romans kann mit Büchern aus einem Verlag absolut mithalten. Ich bin positiv überrascht und empfehle das Buch gerne weiter!
Profile Image for Alexandra Schäffer.
Author 1 book6 followers
July 10, 2015
Ich war mir nicht ganz sicher wie viel Sterne ich geben sollte. Letzlich würde ich es als 3, 5 Sterne, was ja leider nicht zur Auswahl steht, bewerten.

Nun aber zu meiner eigentlichen Rezension.
Ich habe etwas gebraucht um in die Story richtig eintauchen zu können, da mir der Schreibstil anfangs, auch wenn es aus Dörtes Sicht geschrieben ist, noch etwas zu teenagerlastig war. Das hat sich jedoch im Verlauf des Buches gebessert. Außerdem weiß ich das die Autorin einen wunderbaren Schreibstil hat.

Die Charaktere waren allesamt sehr realistisch gestaltet und auch der Aufbau der Beziehung zwischen den beiden Hauptcharas hat mir sehr gefallen. Generell fand ich die Story und die Reaktionen sehr lebensecht. Lediglich Dörtes Emotionen fand ich stellenweise mit ihrem depressiven Verhalten übertrieben.
Was es mir etwas erschwert hat mein Herz vollkommen mit dem Paar aufgehen zu lassen waren glaube ich die Zeitsprünge in dem mir die Wärme und Verbundenheit zu den Charakteren gefehlt hat. Ich hätte lieber weniger Zeitsprunge die größer sind gehabt und dafür mehr ausgeschriebene Situationen als so viele kleine Sprünge.

vor allem aber das Ende hat mir super gefallen, weil es weder Happy End noch "nicht-happy-end" war, sondern das wahre Leben widergespiegelt hat. Das war wirklich klasse.
an sich aber ein schönes Drama was sich sehr leicht und schnell lesen lässt, weil man es nicht aus der Hand legen möchte.
Profile Image for Sarah.
354 reviews
August 6, 2015
Es fällt mir ein wenig schwer, meine Gedanken zu dem Buch in Einklang zu bringen, aber ich will es mal versuchen.
Ich hatte sehr hohe Erwartungen an Frostbiss, vielleicht etwas zu hohe.
Es ist mir einfach nicht gelungen, so wirklich in die Geschichte einzutauchen, ich habe das ganze Geschehen immer irgendwie von außen beobachtet, aber nie so wirklich mitgefiebert, weil ich mich nie wirklich mitten drin gefühlt habe. Ich denke, das lag vor allem daran, dass mir alles ein wenig zu schnell gegangen ist - das Buch umfasst ja um die zwei, vielleicht sogar drei Jahre Handlung, mir kam es beim Lesen aber nie so lange vor, vielleicht, weil immer wieder mal größere Zeitabschnitte einfach übersprungen wurden.
Auch die Probleme, mit denen Dörte sich im Laufe des Buches auseinandersetzen muss, schienen mir irgendwie... ich weiß nicht, zu kurz geraten aber im Gegenzug dafür dann zahlenmäßig schon fast ein wenig zu viele. Egal, um welche Schwierigkeit es sich handelt, die schlimm genug ist, Dörte über längere Zeit hinweg aus der Bahn zu werfen - und schlimm genug war ja wirklich einiges - irgendwie bekommt man diese längere Zeit eben kaum mit sondern steht nach einigen Seiten schon vor der Lösung des Problems, woraufhin es Dörte dann wieder eine Zeit lang gut geht, und dann passiert eben wieder irgendwas. Ich glaube, es hätte mir besser gefallen, wenn sie mit ein paar weniger Sachen zu kämpfen gehabt hätte, man diese dafür aber als Leser auch wirklich mitgefühlt hätte. Aber vielleicht hatte auch nur ich mit diesem Mitgefühl Probleme, das kann ich natürlich nicht so genau sagen.
Ich glaube, es hätte mir auch insgesamt gut gefallen, wenn das Buch etwas länger gewesen wäre. Ich fand es zwar wirklich sehr interessant, dass das Jahr in Kanada quasi nur durch eine Handvoll E-Mails erzählt wurde, aber ich glaube, es hätte mir großen Spaß gemacht, Dörtes Zeit dort auch miterleben zu dürfen.
Auch die Charaktere sind mir irgendwie immer etwas fremd geblieben. Philippa mochte ich erst ganz gerne, später war sie mir dann richtig zuwider - das war aber auch die größte Gefühlsregung, die ich einer Figur gegenüber hatte. Dörte ist mir aus irgendeinem Grund die ganze Zeit über relativ gleichgültig gewesen (vielleicht konnte ich deshalb auch nicht wirklich mit ihr mitfühlen, wenn sie Probleme hatte), auch die anderen Nebencharaktere - Philippas Geschwister, Uli, Vera und die anderen Freunde, die Dörte so hatte, sind mir nie irgendwie nahe gekommen.

Das klingt jetzt alles sehr negativ, dabei fand ich das Buch gar nicht mal schlecht - ich bin eben nur immer etwas außen vor geblieben.
Ich mochte das Ende zum Beispiel wahnsinnig gerne, es rückt das ganze Buch noch einmal in ein ganz anderes Licht und passt dadurch viel, viel besser als es irgendein anderes Ende getan hätte. Es war einfach... lebensecht.
Ich konnte zum Ende hin auch sehr viel Entwicklung bei Dörte sehen, die mir sehr gut gefallen hat. Sie ist vom verwirrten Schulmädchen zu einer jungen Frau geworden, die irgendwie ihren Platz auf der Welt gefunden hat, und das war gut.
Der Stil hat mir auch - wie eigentlich immer bei Büchern von Julia Mayer - wirklich sehr gut gefallen. Ich habe das Buch außerdem wirklich sehr schnell durchgelesen, obwohl ich zwischendrin einige Tage Pause gemacht habe, es war ein typisches "nur noch ein Kapitel"-Buch für mich.
Ich konnte Dörtes Verzweiflung und Gefühle an vielen Stellen fast etwas zu gut nachvollziehen, ab und an haben sowohl sie als auch Philippa mich auf eher unbequeme Art und Weise an mich selbst erinnert. Auch das ist aber gut weil ich, so verrückt das auch klingen mag, irgendwie das Gefühl habe, mich selbst beim Lesen etwas besser verstanden zu haben - und auch, warum viele meiner Eigenarten schwierig für andere Leute sind und wo ich vielleicht noch an mir arbeiten muss. Wenn ich mir nämlich einen Charakter aussuchen müsste, der mir am meiste ähnelt, dann wäre das wohl Philippa. Ich glaube, allein dadurch bin ich der Autorin schon zu Dank verpflichtet.

Alles in allem würde ich das Buch durchaus weiterempfehlen, und das nicht nur, weil die Welt der Literatur eindeutig mehr lesbische und bisexuelle Protagonistinnen braucht. Frostbiss ist eine Liebgesgeschichte, die so viel mehr als nur eine Liebesgeschichte ist. Würde das weniger kitschig klingen würde ich sagen, es handelt sich um eine Lebensgeschichte. Ich denke, jemand, dem es besser als mir gelingt, sich wirklich in die Geschichte und die Charaktere einzufühlen, wird dieses Buch lieben wie kein anderes.
Profile Image for Lyra.
370 reviews46 followers
August 21, 2015
Inhalt

Als Dörte mit der neuen schweigsamen Mitschülerin Philippa für ein Projekt in eine Gruppe gesteckt wird, ist sie zunächst wenig begeistert. Doch je näher sie diese kennenlernt, desto mehr weicht ihre anfängliche Abneigung Faszination und einer Nervosität, die sich zuerst nicht erklären kann...


Meine Meinung

Ich habe zuvor noch nie ein Buch gelesen, in dem es vorrangig um eine Liebesgeschichte zwischen zwei Mädchen/Jungen ging, doch der Klappentext hat mich sofort angesprochen und ich wurde neugierig. Diese Neugier wurde auch zum Großteil belohnt.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und unaufgeregt, auf klare Weise schön. Die emotionalen Stellen gelingen gut damit. Dieses Buch ist eine kleine Liebeserklärung an den Winter. Die Jahreszeiten werden toll beschrieben und der Winter und November werden einem von einer vollkommen neuen (faszinierenden) Seite gezeigt, so dass ich mich heuer irgendwie schon darauf freue.

Die Personen gefielen mir verschieden gut. Die Nebenpersonen können eigentlich durchwegs überzeugen. Besonders gut gelungen ist sicherlich Uli, die zu Beginn Dörtes Freundin ist.

Die Hauptperson ist eine sehr ruhige, intelligente Person, die mir die ganze Zeit über sympathisch war. Dörte ist keine Freundin von Lästereien und hat hohe moralische Wertvorstellungen. Als die anderen über Philippa, die neue Mitschülerin schlecht reden, macht sie nicht mit und konnte auch damit bei mir Pluspunkte sammeln.

Nicht wirklich konnte mich dagegen Philippa überzeugen. Sie konnte mich nicht gefangen nehmen, so wie es bei Dörte geschehen ist. (Ich bin der Meinung, dass man sich bei Liebesgeschichten schon immer selbst ein Stück weit in die/ den Angebetete/n verlieben sollte.) Ich habe nicht wirklich verstanden, was so unglaublich toll an ihr sein soll. Meiner Meinung nach bemüht sich Philippa nicht genug um die Beziehung, versteht keinen Spaß und macht aus den winzigsten Aussagen gleich ein Drama. Auf mich wirkte sie eigentlich die ganze Zeit über kühl, außer vielleicht in den Szenen, in denen sich die beiden näher gekommen sind, aber auch da bleibt sie distanziert. Es gab einige Situationen, in denen sie mir unsympathisch war, einmal handelt sie auch widersprüchlich. Ihre Familie fand ich viel zugänglicher und sympathischer, und da diese nur selten vorkommt, sagt das, denke ich, einiges.

Leider muss ich sagen, dass die Spannung, oder besser gesagt, der Drang weiterzulesen, in diesem Roman nicht immer gegeben war. Es passierten einfach immer wieder viele Dinge, die irgendwie nicht spannend genug geschildert wurden und somit auch nicht wirklich interessant waren. Aus manchen Dingen wie zum Beispiel dem Urlaub hätte man mehr machen können, man hätte die Atmosphäre und Erlebnisse intensiver schildern und so Spannung erzeugen können. Die Liebesgeschichte stand oft lange oder gar nicht im Mittelpunkt, dafür hätte ich mir mehr Platz gewünscht. Am besten hat mir das Buch vom Beginn bis zur Mitte ungefähr. Da konnte mich die Geschichte am meisten gefangen nehmen, ich konnte Dörtes Zweifel und Gefühle sehr gut nachvollziehen und fand dieses Verlieben wunderschön geschildert.

Bei den Liebesszenen wird nicht ins Detail gegangen, manchmal auch dezent ausgeblendet. Das finde ich in einem Jugendroman absolut passend, auch wenn ich finde, dass manches Mal Dörtes Gefühle noch ein bisschen detaillierter beschrieben hätten werden können.

Die Themen, die dieser Roman behandelt sind vielfältig und gut gewählt. Über die Folgen von Alkohol, über homophobe Menschen bis hin zu psychischen Problemen wird hier einiges abgedeckt. Besonders gut werden sich wohl Jugendliche in diesem Buch wiederfinden, die selbst noch in der Schule sind, optimalerweise vielleicht gerade im letzten Jahr. Dörte verwendet viel Zeit darauf, herauszufinden, was sie im Leben will und wer sie überhaupt ist.


Mein Fazit

Eine süße Liebesgeschichte, die in der Realität spielt. Die sympathische Hauptperson und der angenehme, klare Schreibstil sind gelungen. Für Jugendliche sehr interessante Themen wie Studienwahl und Selbstfindung werden angesprochen. Die Liebesgeschichte hätte meiner Meinung nach mehr Platz einnehmen sollen, Philippa konnte mich nicht verzaubern und gegen Ende fehlte mir ein wenig der Drang, weiterzulesen, aber insgesamt ist dieser Jugendroman gelungen.

Ich empfehle dieses Buch allen, die die ruhigeren Töne mögen, die offen für Neues sind und ganz besonders Jugendlichen, die noch zur Schule gehen und ebenfalls in naher Zukunft lebensverändernde Entscheidungen treffen müssen.


Übersicht

Erzählstil: Ich-Erzähler, Präsens;
Perspektive: aus weiblicher Perspektive (Dörte)

positiv:
* realistisch erzählte, süße Liebesgeschichte
* klarer, angenehmer Schreibstil
* Liebeserklärung an den November/Winter
* für Jugendliche aktuelle Themen wie Selbstfindung, Studienwahl etc. werden angesprochen
* sympathische Hauptperson
* gelungene Nebenpersonen

negativ:
* gegen Ende fehlt mir der Drang zum weiterlesen, die Spannung
* die Liebesgeschichte nimmt nicht genug Platz ein
* Philippa wirkt auf mich kalt und unzugänglich, teilweise auch unsympathisch
* aus manchen Vorkommnissen hätte man mehr machen können
* die Streits wirken oft übertrieben und zu dramatisch


Bewertung:

Idee und Inhalt: 8 /10
Ausführung: 7 /10
Schreibstil: 8 / 10
Personen: 8 /10
Protagonistin: 5 /10

Zusatzkriterien bei diesem Buch:
Liebesgeschichte: 8 / 10
wichtige Themen angesprochen: 10 / 10


Insgesamt:

❀❀❀,5

Ich vergebe 3 1/2 Lilien!


Ist dieses Buch Teil einer Reihe? – Nein.
Profile Image for Dylan.
91 reviews74 followers
August 18, 2015
Blond ist eine warme Farbe :,)

Eine bittersüße Liebesgeschichte, in der es vor allem darum geht, was nach dem Happy End passiert, bei dem Dörte und Philippa zusammenkommen, denn das geschieht bereits mitten im ersten Drittel des Buches.

Nach dem ersten Kuss ist nichts mehr wie zuvor. Beide Mädchen müssen erst einmal mit ihren unerwarteten Gefühlen klarkommen. Aber das Ringen mit der eigenen sexuellen Orientierung ist erst der Anfang der Herausforderungen, die sie während ihrer Beziehung zu meistern haben. Auch wann sie sich wem outen, spielt eine wichtige Rolle und wie sehr sie sich selbst nach dem großen Outing in der Öffentlichkeit als Paar zeigen wollen.

Eine Beziehung tatsächlich zu haben ist aber die größte Herausforderung und über die Monate kommen die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen den beiden immer mehr zum Vorschein.

Die Geschichte begleitet Dörte von der elften Klasse bis in die Zeit nach dem Abi. Mal ist sie sich sicher: Das mit Philippa ist was für die Ewigkeit. Mal hat sie starke Zweifel ob ihrer Meinungsverschiedenheiten.

Die Geschichte endet stark und lässt Dörte zuversichtlich und um viele Erfahrungen reicher zurück

Was mir besonders gefallen hat, war, dass die Erzählerin weder sich selbst noch ihre erste große Liebe als unfehlbar darstellt. Menschen machen nun mal Fehler und haben ihre Macken und nicht alle sind bereit, viel an sich zu arbeiten.

Alles in allem: Eine schöne und zugleich ungeschönte Liebesgeschichte, die ich gerne in kürzester zeit verschlungen habe.

Ich hab sie kostenlos ergattert, aber für einen Euro ist sie immer noch ein richtiges Schnäppchen. Kaufen! :)
Profile Image for Marie.
525 reviews
April 3, 2016
Dörte lernt die Neue besser kennen und verliebt sich. Das Buch beschreibt, wie sie und auch ihre Umwelt darauf reagieren.

Ich fand die Idee interessant einmal über die Problematik einer ersten lesbischen Liebe zu lesen.
Jetzt bin ich aber über das Buch etwas gespalten. Die Geschichte ist gut und beschreibt die Problematik ziemlich genau. Darin liegt nun aber auch die Krux. Es gibt ziemlich langatmige Stellen und manche Dinge werden so langwierig abgehandelt, dass es sich zieht.
Die zwei Mädels leben auf dem Land und sind beide rechte Stubenhocker. Obwohl Dörte dann doch, wenn mal auf einer Party dann auch Spaß hat. Aber irgendwie sind die zwei meistens am Lernen und kochen. Oft werden Geschehnisse beschrieben, die weder die Handlung noch die Charaktere weiter bringen.
Mir hat der Schreibstil auch nicht so gefallen.
Ich denke, das Buch hätte noch mal durch ein Lektorat gemusst und wäre dadurch wesentlich intensiver und griffiger geworden.
Daher nur 3 Sterne.
Profile Image for Juliane Seidel.
Author 31 books33 followers
March 31, 2016
Story:
Auf die meisten Schüler wirkt Philippa, Neuzugang der Klasse, unnahbar, kalt und eigenbrötlerisch. Auch Dörte kann nur wenig mit dem scheuen Mädchen anfangen und hat im Grunde kein Interesse daran ihre neue Mitschülerin näher kennenzulernen. Das ändert sich jedoch, als sie mit Philippa in ein gemeinsames Kunstprojekt gesteckt wird und ihre Partnerin näher kennenlernt. Aus der anfänglichen Faszination wird zunächst Freundschaft, schließlich sogar mehr. Dörte muss sich selbst eingestehen, lesbisch zu sein, eine Sache, die sie zutiefst verstört. Dennoch entschließt sie sich es mit Philippa zu versuchen und die beiden werden ein Paar. Damit müssen sie sich jedoch auch einem Haufen neuer Probleme stellen: Coming-Out, Anfeindungen, Beziehungskrisen und die Unsicherheit, wie es mit ihnen nach ihrem Abitur weitergehen soll …

Eigene Meinung:
„Frostbiss“ ist der erste lesbische Liebesroman der Autorin Julia Mayer, die vorwiegend fantastische Jugendbücher und düstere Dystopien veröffentlicht hat. Mit dem vorliegenden Roman wagt sie sich an eine realistische Geschichte mit lesbischen Charakteren.

Alles in allem legt die Autorin eine sehr authentische, nachvollziehbare Geschichte vor, die sich jedoch hin und wieder etwas schleppend liest. Man lernt Dörte in ihrem letzten Schuljahr vor dem Abschluss kennen und begleitet sie bei ihren ersten Schritten hinsichtlich Liebe und Beziehung. In diesem Zusammenhang erfährt man mehr von ihrer Familie, ihren Freunden und ihrem Leben, ebenso von Philippa, die sich stark von Dörte unterscheidet. Insgesamt umfasst die Geschichte gut zwei Jahre, so dass es immer wieder Sprünge in der Handlung gibt, da man die Entwicklung der Figuren über eine längere Zeit mitverfolgt. Das hat den Nachteil, dass man sich nur teilweise mit den Charakteren identifizieren kann. Man fühlt sich immer ein wenig außen vorgelassen, denn es fällt schwer eine Bindung zu Dörte aufzubauen.
Nichtsdestotrotz ist es angenehm, dass Julia Mayer die Beziehung zwischen Dörte und Philippa in sehr ruhigen, ernsten Tönen beschreibt und auf kitschige Elemente verzichtet. So sind die beiden zwar ineinander verliebt, doch es wird nichts überdramatisiert oder verkitscht. Stattdessen bringt die Autorin ernste Themen zur Sprache, wie das Coming-Out, das Mobbing der Mitschüler und das Unverständnis von Freunden und Familie hinsichtlich der Liebe zwischen zwei jungen Frauen. Ein wenig mehr Tiefgang gerade bei den angesprochenen Problemthemen hätte der Geschichte allerdings gut getan. So plätschert „Frostbiss“ leider einen Teil der Zeit ereignislos vor sich hin. Es passiert wenig Fesselndes, denn auch wenn es sich bei dem Roman um ein Jugendbuch handelt, so hätte man es deutlich spannender und dramatischer umsetzen können, um den Leser die knapp 400 Seiten bei der Stange zu halten. Das fällt ganz besonders am Ende auf, wo Dörtes Auslandsaufenthalt in Kanada nur in Mailform zusammengefasst wird. Hier hat der Leser keinerlei Bindung mehr zu ihr, da man nichts davon miterlebt, sondern nur zusammengefasst erzählt bekommt.

Ein Manko sind auch die Charaktere – das Buch mag zwar aus Dörtes‘ Perspektive geschrieben sein, doch man kann sich nur schwer mit ihr identifizieren. Sie wirkt zumeist unnahbar, aber nicht ganz so kalt und emotionslos wie Philippa. Mit ihr hat man im Laufe der Zeit noch größere Probleme, denn sie scheint fast keine Gefühle zu haben und Dörtes Liebe nur halbherzig zu erwidern. Im Gegenzug zu den beiden Protagonisten kann sich Leser mit den meisten Nebenfiguren anfreunden – gerade die Familien der beiden Mädchen sind sympathisch, ebenso Dörtes Freunde, die sie nach ihrem unfreiwilligen Outing findet. Sie sind einem näher als die eigentlichen Heldinnen der Geschichte, was das Buch ein wenig unausgewogen macht.

Julia Mayer hat einen soliden, etwas unspektakulären Stil, was leider dafür sorgt, das es ihr nicht immer gelingt zu fesseln oder ihre Charaktere den Lesern näher zu bringen. Dennoch ist „Frostbiss“ flüssig geschrieben und lässt sich gut lesen. Insbesondere Fans ruhiger und realistischer Lektüre, werden Julia Mayers Stil angenehm und stimmungsvoll finden.

Fazit:
Julia Mayers „Frostbiss“ ist ein ruhiges, realistisches, mitunter aber auch langatmiges Buch über eine lesbische Liebe, die damit verbundenen Probleme und das Erwachsenwerden einer jungen Frau. Die Charaktere erreichen den Leser leider nicht, ebenso wenig gelingt es der Autorin mit der Geschichte zu fesseln. Zu unnahbar sind die beiden Heldinnen, zu wenig kann man sich mit Dörte und Philippa identifizieren. Auch Probleme werden nur oberflächlich abgehandelt, so dass das Buch sowohl zu lang (da über einen langen Zeitraum berichtet wird), als auch zu kurz (da nicht tiefgängig genug) wirkt. Schade, da hätte man mehr herausholen können.
Profile Image for Sas.
125 reviews7 followers
May 5, 2016
Irgendwie ist "Frostbiss" so ein Blah-Buch: kann man lesen, muss man aber nicht. Ich habe keinen richtigen Zugang zu den Charakteren gefunden, sie waren mir nicht sonderlich sympathisch und auch irgendwie flach. Die Geschichte ist okay und ich empfand sie als relativ realistisch... aber das Ganze ist so an mir vorbei gezogen, ohne einen Eindruck zu hinterlassen.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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