Dürfen wir in dieser Welt noch Kinder kriegen? Elternschaft war noch nie so politisch wie heute. Und sie stand noch nie unter einem solchen Rechtfertigungsdruck. Unter welchen Bedingungen dürfen wir unseren Kindern eine Welt zumuten, in der ganze Länder im Meer versinken? Wie begleiten wir sie ehrlich und auf Augenhöhe, ohne ihnen den Mut zu nehmen? Was erzählen wir ihnen über ihre Zukunft? Marisa Becker, Nachhaltigkeitsexpertin und Mutter, setzt mit ihrem Essay ein gesellschaftliches Statement, das für Diskussionsstoff sorgt. Kühn und kenntnisreich argumentiert sie, warum es Kinder und mutige Eltern braucht, um die Klimakrise zu überleben.
ich persönlich konnte nicht so viel neues durch das buch lernen. außerdem hat sich sehr viel auf den knapp 100 seiten wiederholt und man hatte teils das gefühl, die autorin möchte sich selber davon überzeugen, dass ihre kinder später eine lebenswerte zukunft haben werden. ich hoffe der tochter (an die sich der brief richtet) kann später etwas aus dem buch mitnehmen. ich werde noch zur talkreihe „baby, don’t give up“ am schauspiel köln gehen, bei welcher marina becker ihre ansichten noch einmal erläutern wird. bin gespannt, vielleicht erreicht mich dort mehr :)
Marisa Becker ist mit diesem Buch ein beeindruckender Spagat zwischen Mutmachen und einem eindringlich eingeforderten Umdenken gelungen. Ich bin selber Mama einer bald 18-jährigen Tochter und muss sagen, dass ich mir schon oft denke, dass sich die Situationen an vielen Fronten zunehmend zuspitzen. Ich frage mich, wie sie das sieht und ob sie überhaupt irgendwann Kinder bekommen möchte.
Natürlich spielen dabei noch viele weitere Faktoren als nur die Klimakrise eine Rolle, aber dennoch ist das eine Thematik, der wir uns heute nicht mehr entziehen können. Es gibt kein Entkommen mehr und das geforderte Um- und Neudenken ist allgegenwärtig und notwendig.
Die Autorin hat eine starke und zugleich differenzierte Lanze für das Kinderkriegen gebrochen, ohne dabei blauäugig eine romantische Zukunft zu zeichnen. Stattdessen macht sie Mut, indem sie zeigt, dass uns herausfordernde Zeiten bevorstehen und dass es unsere Aufgabe ist, unsere Kinder darauf vorzubereiten und sie dabei bewusst zu begleiten. Gleichzeitig wird deutlich, dass wir uns aktiv und verantwortungsvoll für den Klimaschutz einsetzen müssen.
Ich fand das Buch richtig gut. An manchen Stellen habe ich mich und meine eigenen Gedankengänge klar wiedererkannt, an anderen Stellen bin ich auf neue, kluge Denkansätze gestoßen.
Für mich ist das Buch weit mehr als ein Ratgeber. Es ist ein Begleiter, eine innere Stimme voller Mut und Liebe verbunden mit der eindringlichen Erinnerung daran, Verantwortung zu übernehmen.
Ein Buch das zum Nachdenken anregt und das ich absolut empfehlen kann..
Durchaus interessant, denn spannend finde ich trotzdem, dass sie sich nach all der schrecklichen Fakten eben gerade für Kinder entscheidet. Mich hat dieser Brief wieder in meiner eigenen Entscheidung bestätigt. Für mich ist vieles sehr widersprüchlich, deutlich wird der Optimus der Autorin an dem aktuellen Beispiel des autofreien Berlins, bei dem ja aktuell sich bestätigt, dass wir uns noch ganz weit entfernt bewegen, von dem was es eigentlich benötigen würde, um die Klimaziele einzuhalten und vor allem auch ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen. Was ja auch unfassbar schade ist, aber einfach der Realität entspricht. Durchaus lesenswert.
Man braucht ab und zu Optimismus, und sie hat mit Fakten sicherlich sowieso recht und mit der Art, auf Kinder zu schauen auch, also da kann ich mitgehen. Und ja, es sind nur 100 Seiten und Klima ist nun mal das Thema, aber der Brief passt leider in ein klassisch grünes Narrativ, das soziale und ökonomische Themen ignoriert. Anyway: unbedingt nicht vom Kinder kriegen abhalten lassen, wenn man denn will!