Dieses Buch entfaltet Beziehungsanarchie als politisches und emanzipatorisches Konzept jenseits von Monogamie, Polyamorie und offenen Beziehungen. Es verbindet feministische, queere und anarchistische Theorie mit persönlicher Reflexion und praktischen Werkzeugen. Ausgehend von der Kritik gesellschaftlicher Beziehungsnormen – Besitzlogik, Hierarchie, Heteronormativität und kapitalistischer Verwertbarkeit – entwickelt die Autorin eine Ethik der Freiheit, Verantwortung und Fürsorge. Beziehungsanarchie erscheint hier nicht als Beziehungsmodell, sondern als Haltung: eine Praxis der Selbstbestimmung und Solidarität im Intimen wie im Kollektiven. Das Buch führt von theoretischen Grundlagen über Dekonstruktion und Alltagswerkzeugen bis hin zu kollektiven Perspektiven und einem abschließenden Manifest. Es lädt dazu ein, Liebe nicht länger als Privatsache zu begreifen, sondern als Ort gesellschaftlicher Transformation – hin zu Beziehungen, die frei, fürsorglich und widerständig sind.
gute Impulse prinzipiell, aber wirklich SEHR grundlegend. Außerdem trotz der Kürze sehr repetitiv und trotz der expliziten Weigerung, Dogmen aufzustellen, irgendwie dogmatisch? Damit meine ich vor allem, dass Punkte, die gemacht werden, mit sich selbst begründet werden und nicht in der Tiefe ergründet werden. Natürlich ist der Anspruch des Buches, ein Gesprächsstarter und ein Manifest zu sein, aber ich hätte mir mehr (psychologische?) Tiefe gewünscht, mehr Erkundung von Gefühlsmustern wie Eifersucht, Angst, Unsicherheit usw. Für mich war hier leider sehr wenig drin, was ich noch nicht kannte.