Judith fährt spontan von Hamburg nach Schweden, zurück zum Sehnsuchtsort ihrer Kindheit, auf eine Insel bei Stockholm. Ihr Mann hat sie nach fast zwanzig Jahren Ehe verlassen. Sie hofft, in dem kleinen roten Gästehaus zur Ruhe zu kommen und ihr Leben neu zu ordnen. Doch die vertraute Umgebung weckt nicht nur Nostalgie, sondern auch schmerzhafte Erinnerungen an ihre einst beste Freundin, deren Freundschaft in einer verhängnisvollen Nacht des Krebsfestes jäh zerbrach.
Doch auch Evi ist auf die Insel zurückgekehrt. Die mittlerweile bekannte Künstlerin kämpft mit einer Taubheit in ihren Händen, ein Umstand, der ihre Existenz bedroht. Als Judith und Evi sich wiedersehen, brechen alte Wunden auf.
Immer dann, wenn der Regen auf das Wasser prasselt, zieht Marga ihre Bahnen. Die alte Dame schwimmt bei Wind und Wetter, angetrieben von einem schweren Schicksalsschlag, der sie lehrte, dass Aufgeben keine Option ist. Sie erzählt Judith und Evi von ihrem Sie möchte noch einmal in ihrem Leben die Nordlichter in ihrer vollen Pracht sehen. Margas unerschütterliche Kraft zeigt den Frauen, dass es sich lohnt, für die eigenen Träume und um ihre Freundschaft zu kämpfen – egal, wie stürmisch die Zeiten sind.
Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren und arbeitete nach ihrem Jurastudium zehn Jahre in einem großen Unternehmen. Sie lebt heute als freie Autorin in Leipzig und in der Nähe von Hamburg. Neben ihren Kriminalromanen schreibt sie Kurzgeschichten für Anthologien und Zeitschriften sowie Rezensionen im belletristischen Bereich. Romy Fölck ist Mitglied im 'Syndikat', dem Verein deutschsprachiger Krimiautoren.
Auf der Insel Färingsö im Umland von Stockholm treffen zwei ehemals eng befreundete Frauen aus Deutschland unerwartet aufeinander und lernen mit der „Regenschwimmerin“ Marga eine über 70jährige Eremitin kennen, die allein durch ihre Anwesenheit dem Leben der Besucherinnen zur unerwarteten Wende verhilft. Judith, Programmleiterin in einem Hamburger Verlag, flüchtet mitten in einer Ehekrise an den Ort unbeschwerter Sommerferien. Eveline, als Eve Sand erfolgreiche Malerin, ist mit dem Ende ihrer Karriere aufgrund von Krankheit konfrontiert - und in Margas Leben ist abzusehen, dass sie den Aufstieg zu ihrer einfachen Hütte nicht mehr lange schaffen wird. Die Wendepunkte im Leben der drei Frauen haben gemeinsam, dass ihre existenziellen Krisen nicht mit Empathie oder spontaner Hilfsbereitschaft zu bewältigen sind. Alle drei betreten eine Art Treppe, auf der mit jeder Stufe, die sie ersteigen, ein neues Problem auf sie zu warten scheint. So sind die Töchter Evi und Judith noch immer in Generationskonflikte ihrer Jugend verstrickt, die bis heute nachwirken. Das Leben auf der Insel scheint den beiden jüngeren Frauen heilsam zu demonstrieren, dass sie sich hier – zumindest im Sommer – auf das Nötigste beschränken können und damit wieder zu sich finden.
Evi und Judith hatten sich vor 30 Jahren im Streit getrennt und nie wieder Kontakt zueinander gesucht, so dass die Beziehung kaum zu kitten scheint. Evi konnte sich noch nicht überwinden, jemand von ihrer Krankheit zu erzählen, als könne sie die Fakten damit ungeschehen machen. Möglich wäre auch, dass sie bisher niemanden für stark genug hielt, die deprimierende Nachricht zu verkraften. Auch die Deutsche Marga, unerschrockene Regenschwimmerin, scheint ein weit schwereres Schicksal zu tragen zu haben, als sie Fremden zumuten würde. In diesem Sommer entsteht eine besondere Beziehung zwischen den knapp 50-jährigen Freundinnen und Marga, sowie dem niederländischen Nachbarn Ruud, die allein durch ihre Anwesenheit eine Art Mentoren-Rolle für die jüngeren Frauen einnehmen. Der liebenswürdige Ruud ist überzeugt davon, dass die Insel ein Kraftort sei, schließlich wurde auch er hier nach einem schmerzlichen Verlust geheilt.
Mit wechselndem Focus erzählt Romy Fölck von drei Frauen am jeweils dramatischen Wendpunkt ihres Lebens, in ruhigem Ton, ohne die Dramatik überzustrapazieren. Zeitpunkt der Handlung sind ein August der unmittelbaren Gegenwart und die Jahre 1994-96. Jedes Kapitel ist mit Ort und Datum überschrieben, so dass man in der Zeit zurückblättern kann – oder die Überschrift einfach ignorieren. Eine wirklich heilende Wirkung haben die atmosphärischen und doch realistischen Naturbeschreibungen, die ich mir von einem Roman erhofft hatte, der auf einer schwedischen Insel samt kleinem See spielt.
In einem Roman über Abschiede von Kompetenzen und sicher geglaubten Gefährten hätte ich mir allerdings einen konsequent schlankeren Stil gewünscht, abgespeckt von einigen Füllwörtern und Wiederholungen.
Fazit Schauplatz und Struktur der Handlung konnten mir berührende Lesestunden vermitteln, auch wenn Judith und Eveline als Figuren durchschnittlich blieben, die für mich interessanteste Figur war Marga.
Romy Fölck ist zurück! Und das in ihrem unverkennbar malerischen, ruhigen Schreibstil.
Diesmal geht es nach Schweden – perfekt für mich, die erst vor einem Monat selbst dort war. Umso mehr habe ich gehofft, dass das Buch mir dieses Gefühl von Schweden vermitteln kann. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Protagonistinnen beziehen ihre (Urlaubs)häuser mitten in der Natur und doch in der Nähe von Stockholm. Erzählt wird aus drei Perspektiven.
Judith und Evi sind alte Freundinnen, seit ihrer Jugend jedoch zerstritten. Die eine wurde gerade von ihrem Mann verlassen, die andere kämpft mit einer Erkrankung, die sie ihren Job kosten könnte. Magda lebt zurückgezogen mitten im Wald und ist mehr als glücklich, dieses Leben mitten im Wald mit einem Fuchs erleben zu dürfen. Allein von Magda und ihren Träumen hätte ich ein ganzes Buch lesen können.
Jede der Frauen hat mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. Dabei gefiel mir besonders, dass jede Thematik auch zu einer Lösung findet, diese aber nicht zwangsläufig ein Happy End oder eine Tragödie bedeutet. Manchmal bietet das Leben einfach keine Antwort.
Alle drei müssen ihr Leben neu denken. Wir alle kennen diese Schwelle, an der Altes abgehakt werden muss und neue Herausforderungen warten. Vielleicht sogar eine Neuerfindung der eigenen Person. Dabei scheinen die Frauen fest in sich verwurzelt und so wirkte gerade Judith oft egoistisch im Umgang mit ihren Problemen. Umso schöner, dass ich bei allen gegen Ende kleine Veränderungen spüren konnte.
Fölck beschreibt diesen Prozess poetisch, malerisch und vor allem ruhig. Das Buch ist keinesfalls ereignislos, aber voller Ruhe. Nichts wird künstlich aufgebauscht, stattdessen fühlt sich die Geschichte nahbar an. Sie erzählt davon, wie wir trotz Differenzen zueinander finden können, von Verbindungen, die nach außen nicht sichtbar sind, und davon, wie wichtig es ist, nach den eigenen Vorstellungen leben zu können. Denn daraus kann persönliche Entwicklung entstehen.
Es ist das, was ich mir von Romy Fölck erwartet habe: Gute Unterhaltung. Wieder erzählt sie von Menschen in persönlichen Krisen, die sich begegnen und sich gegenseitig unterstützen. Ich mag diese Warmherzigkeit und natürlich das schwedische Setting. Ein schönes Buch für zwischendurch, sprachlich überzeugend.
Romy Fölck schreibt gefühlvolle Romane. So ist der Neue auch schön geworden.
„Die Regenschwimmerin“ spielt in Schweden und zeigt das Schicksal dreier Frauen. Die schwedische Natur und die Mentalität der Bewohner ist so perfekt geschildert, das ich Lust bekomme, da auch mal Urlaub zu machen.
Die Regenschwimmerin ist die fünfundsiebzig Marga, die vor dreißig Jahren, ihren Mann und die Tochter, bei einem Fährunglück verloren hat. Seit dem hat sie sich in einer Hütte im Wald vergraben. Judith und Evie waren als Teenager an dem See mit ihren Eltern in Urlaub. Die Beide n freunden sich an, bis es zu einem Zerwürfnis kam. Judith wurde plötzlich von ihrem Mann verlassen und kommt hierher zurück. Und Evi ist erkrankt, das sie ihre Kunst als Malerin nicht mehr ausüben kann. Die drei Frauen treffen wieder zusammen und wir erfahren von ihrem Leben. Am meisten war ich von Margas Schicksal gefangen. Die Autorin versteht es gut, die Emotionen zu erfassen. Es hat Spaß gemacht diesen -roman zu lesen.
Drei Frauen sind es, deren Leben aus den Fugen gerät. Dass es sie ausgerechnet nach Schweden zieht, an einen Ort ihrer Kindheit, ist nachvollziehbar. Denn hier haben sie einst viele heitere Stunden und unbeschwerte Tage verbracht.
Judith, Evi und Marga sind diese Frauen, wobei Marga schon lange hier lebt. Dreißig Jahre schon. Damals hatte sie einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften, der sie hierbleiben ließ. Zunächst war diese Waldhütte am See dazu gedacht, mit Mann und Tochter glückliche Stunden hier zu verbringen, das Leben hatte anderes vor.
Und da sind Judith und Evi, die ehemals beste Freundinnen waren. Ein Streit hat sie auseinandergebracht, seitdem haben sie nie mehr ein Wort miteinander gewechselt. Und nun flieht Judith regelrecht hierher, auf diese kleine Insel, nachdem sie vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens steht. Evi dagegen hat ganz andere Probleme, die sie als erfolgreiche Künstlerin innehalten lassen, eine Krankheit schleicht sich unbarmherzig an.
Romy Fölck schreibt von schmerzhaften Trennungen, von Verlusten und Veränderungen, von verletzten Gefühlen und von Abschieden. Sie zeigt das Leben in all seinen Facetten, zeigt die unweigerlichen Schattenseiten auf, durch die wir alle durch müssen. Irgendwann dann scheint auch wieder die Sonne, Erinnerungen blitzen auf, gute Gefühle gilt es zuzulassen. Und - können lange gekappte Verbindungen neu belebt werden?
Dazwischen sind es die Beschreibungen der Hütten und Sommerhäuser, die direkt einladen, sich gen Norden aufzumachen, um dann mit Marga sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Bei ihr sind es die Nordlichter, die sie einmal in ihrem Leben sehen will.
Von Romy Fölck habe ich schon etliche Romane gelesen, jeder für sich ist ein Juwel. So auch Die Regenschwimmerin, die eine Fülle an Weisheiten bereit hält. Wenn etwa Evi ihre Krankheit zunächst als Katastrophe wahrnimmt, so sieht sie mit einem gewissen Abstand die Chance darin auf einen Neuanfang. Es ist eine leise Geschichte, es ist ein kluges Buch, untermalt mit sinnigen Sprüchen, die so wahr sind. „Vertraue auf die Zeit, sie heilt alle Wunden.“
Sind es nicht die Veränderungen, die unserem Leben eine neue Wendung geben? Auch wenn es viel Überwindung kostet und äußerst schmerzhaft ist, derjenige zu sein, der geht, als jener, der stillsteht.
Ich mag sowohl die Krimis als auch die belletristischen Romane von Romy Fölck sehr gerne. Bisher waren die Geschichten in Norddeutschland angesiedelt, doch „Die Regenschwimmerin“ spielt am Mälarensee in Schweden.
Für drei Frauen bedeutet dieser Ort mehr, für sie ist es ein Zufluchtsort, an dem sie zur Ruhe kommen und sich neu sortieren können.
Marga lebt seit über dreißig Jahren in einer einfachen Hütte direkt am See, nachdem ihr das Schicksal Mann und Tochter genommen hat. Dieser Verlust schmerzt immer noch, doch die über Siebzigjährige kommt zurecht und hat auch noch einen Traum: Sie möchte zu gerne in den Norden reisen, um Nordlichter zu sehen.
Judith flüchtet nach Schweden, als ihr Mann sich aus heiterem Himmel von ihr trennt. Sie ist beruflich stark eingespannt und ihr Mann und ihre Tochter mussten oft zurückstecken, doch eigentlich wollte das Paar in den Urlaub fahren,als aus einem Streit eine Trennung wird. Es zieht sie an den Ort ihrer Kindheit, den Mälarensee, wo sie glückliche Zeiten verbracht hat. Evi, gefeierte Künstlerin, zieht sich ebenfalls nach Schweden zurück, in das Ferienhaus ihres Onkels, weil sie unter einer Krankheit leidet, die es ihr unmöglich machen wird, ihre Malerei weiterhin auszuüben. Doch eine Ausstellung steht bevor und Evi möchte nochmal alles geben und letzte Bilder malen, bevor es zu spät ist.
Evi und Judith waren einst beste Freundinnen, doch ein Streit hat alles zerstört. Nun treffen sie nach über 20 Jahren wieder aufeinander. Können sie sich eine Stütze sein in diesen Krisenzeiten?
Abwechselnd wird die Geschichte aus der Sicht der drei Frauen geschildert. Jede macht viel mit sich selbst aus, doch erst die Sichtweise der anderen komplettiert die Story. Ein Punkt war auch immer, ob die eigenen Träume erfüllt werden können oder ob man sich vielleicht mit der Zeit und im Alltag selbst verloren hat.
Liebenswerte Nebenfigur war für mich Ruud, ein Holländer, der auch schon einige Jahre am Mälarensee lebt und eine ganz besondere Art hat, den Frauen Klarheit in ihr Wirrwarr zu bringen.
Die schwedische Lebensart und die Stimmung am See wurden anschaulich geschildert.
Am Ende muss ich jedoch sagen, dass mir die beiden belletristischen Romane davor (Die Rückkehr der Kraniche bzw. Das Licht in den Birken) besser gefallen haben. Ich kann nicht genau benennen, woran es lag
Auf der schwedischen Insel Färingsö bei Stockholm verbrachten Judith und Evi als Kinder viele schöne Sommer. Mit dem idyllischen Fleckchen Erde verbinden sie Unbeschwertheit, Ruhe und Natur, zumindest bis zu einem verhängnisvollen Sommer, in dem ihre Freundschaft zerbrach. Viele Jahre später stehen die beiden Frauen plötzlich beide vor den Scherben ihres Lebens: Judith aus Hamburg wird unverhofft von ihrem Mann verlassen und ihre Tochter Josi, die bereits zum Studium ausgezogen und sowieso nicht mehr sehr präsent in Judiths Leben ist, gibt ihr die alleinige Schuld. Judith hat sich jahrelang nur auf ihre Karriere als Programmleiterin in einem Verlag konzentriert und muss sich nun erst einmal sammeln. Evelin ist freischaffende Künstlerin und lebt ein erfülltes Leben in London, doch eine unaufhaltsame Arthrose bringt Taubheit in ihre Finger und bedeutet das Ende ihrer Karriere. Ein letztes Bild will sie noch malen, bevor sie ihr Leben neu ausrichten muss. Beide Frauen “fliehen” an den Sehnsuchtsort ihrer Kindheit und begegnen sich nach so vielen Jahren wieder.
Und dann ist da noch Marga, die bereits seit sehr langer Zeit im selbstgewählten Exil auf der Insel lebt. Über sie wissen wir zunächst nur, dass sie früh Mann und Tochter verlor, scheinbar an das Wasser. Seitdem lebt sie in einer einsamen Waldhütte, lässt bloß Tiere nah an sich heran und schwimmt aus Trotz ihre Bahnen im See, auch und vor allem gerne bei Regen. Sie darf die Angst über das Element Wasser nicht die Oberhand gewinnen lassen. Auch sie wird im Laufe des Buches mit Neuerungen konfrontiert und muss gemeinsam mit Judith und Evi überlegen, wie es weitergehen wird.
Anhand dieser ganzen Informationen, die wirklich nur den Beginn des Buches und die Ausgangssituation darlegen, wird schnell klar, dass es sich bei “Die Regenschwimmerin” um einen vielschichtigen Roman mit ganz starken Figuren handelt. Die Autorin gibt den Frauen viel Raum, sich zu entfalten, und den Leser:Innen viele Gelegenheiten, diesen Frauen nah zu kommen. Ganz authentisch und offen werden die Emotionen beschrieben. Mir hat gut gefallen, wie reflektiert die Charaktere sind. Sie machen Fehler, heute wie damals, aber sie setzen sich mit ihren Handlungen auseinander. Offene Kommunikation und ein wenig Nachsicht mit sich selbst und anderen können wir von Judith, Evi, Marga und den anderen Charakteren mitnehmen.
Obwohl mir das Tempo meist gut gefallen hat, kam es in der Mitte für mich zu leichten Längen. Judiths und Evis erstes Aufeinandertreffen wühlt so viel auf, dass die beiden erst einmal viel mit sich selbst ausmachen müssen und sich in ihren Gefühlen auch ein wenig im Kreis drehen. Das fühlte sich beim Lesen zwar realistisch an, aber es wurde auch ein bisschen die Spannung und der Lesefluss an der Stelle rausgenommen. Ein zweiter Kritikpunkt bezieht sich nur auf ein Detail am Ende. Ich möchte in der Rezension nur so viel sagen: Zu Beginn des Buches empfand ich das Thema Mutterschaft als sehr präsent, gegen Ende blieb dann eine Frage für mich offen, da das Thema irgendwie komplett aus dem Fokus gerutscht ist und mich die Beziehung zwischen Judith und Tochter Josi am Ende doch noch mehr interessiert hätte.
Der ruhige Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und vor allem die Atmosphäre der schwedischen Insel hat Romy Fölck perfekt eingefangen. Ich war zwar noch nicht im Speziellen dort, aber schon einige Male in Schweden. Die Naturbeschreibungen, die erwähnten Tiere und Vogelarten und auch der beliebte ICA Supermarkt nahmen mich auf eine schöne literarische Reise mit. An jedem Kapitelende ist ein schwedisches Sprichwort auf Schwedisch und auf Deutsch abgedruckt. Auch das war ein schönes Detail.
Ein toll geschriebener Roman mit sachtem, ruhigen aber detaillierten Blick auf drei Frauen, ihre Schicksale und die schwedische Natur. Hat mir sehr gefallen, auch wenn es zwei kleine Kritikpunkte für mich gab. Ansonsten ein Roman, der Mut macht, Hoffnung schenkt und Lust auf einen Schwedenurlaub macht!
Das neue Buch von Romy Fölck, einer Autorin, die ich erst vor kurzem für mich entdeckt habe – und nein, nicht aufgrund ihrer Krimis, sondern aufgrund ihrer „normalen“ Belletristik, die sie wohl auch erst seit relativ kurzer Zeit schreibt.
Ich habe mich hier vom Klappentext direkt angesprochen gefühlt. Zwei Frauen aus Deutschland– Judith und Evelin - in der Mitte des Lebens, die gerade ihr Leben komplett neu sortieren müssen, und die unabhängig voneinander auf die gleiche Idee kommen und dieses neu-Sortieren und sich-Sammeln im kleinem schwedischen Ferienort tun, in dem beide viele glückliche Sommerferien in ihrer Kindheit verbracht haben. Und klar, die beiden kennen sich von früher, sie waren mal beste Freundinnen, bis sie sich total zerstritten haben und jahrzehntelang nichts mehr voneinander hörten….und nun zufällig wieder aufeinander treffen. Selbstredend gibt es hier auch viel aus der Vergangenheit zwischen den Frauen zu klären, logisch, da gibt der Plot so einiges her.
Die Regenschwimmerin allerdings ist Marga, die dritte weibliche Hauptfigur in diesem Roman. Marga ist Mitte 70, ebenfalls aus Deutschland, und sie ist schon in den 90ern auf die schwedische Insel nahe Stockholm ausgewandert. Marga ist schon seit Jahrzehnten dabei, sich neu zu sortieren, denn ursprünglich war das neue Leben in Schweden mit Tochter und Mann geplant, bis das Schicksal zugeschlagen hat und Marga ihre Kraft daraus zieht, im Regen zu schwimmen und der Natur zu trotzen. Die 3 Frauen finden sich – und sind sich unerwartet gegenseitig eine Stütze, Hilfe und Inspiration.
Mich hat das Buch komplett abgeholt. Vielleicht weil ich grob im selben Alter bin wie Evi und Judith, und die beiden mir ein wenig Identifikationspotential liefern. Ich fand es spannend, die beiden dabei zu begleiten, wie sie ihre Lebens- und Sinnkrisen meistern. Wie sie ihre Freundschaft wiederfinden. Wie sie mit ihrer familiären Vergangenheit umgehen. Wie sie wieder in die Zukunft schauen. Hat mir sehr gut gefallen; ich fand es richtig gut erzählt. Frau Fölck ist einfach eine wunderbare Autorin, sie hat eine tolle Erzählstimme. Unaufgeregt, aber nie langatmig. Flüssig geschrieben, bildhaft beschrieben, man war auf der schwedischen Insel komplett mit dabei, und sprachlich eloquent – hat für mich alles gepasst.
Ich glaube aber, dieses Buch hat ein spezielles Zielpublikum, wir haben hier zwar durchaus grosse Gefühle und grosse Themen (Freundschaft, Ehe, Familie, Lebensträume), aber ob sich die ganz jungen Leserinnen angesprochen fühlen, wage ich zu bezweifeln, ich denke mal, das ist eher ein Roman für Frauen am Mitte 40. Wobei ich denke, das ist eh die grosse Belletristik-Zielgruppe :-) Aber es geht hier auch speziell um zerbrochene Träume, um die großen Umbrüche im Leben, und wie man damit umgeht – also eher nichts für die NA-Fangemeinde um die 20 :-)) Aber dies nur mal nebenbei erwähnt.
Ich schließe mal ab: ich fand es toll und habe das Buch sehr gerne und sehr schnell gelesen, von mir ist das eine grosse Leseempfehlung!
Zwei alte Freundinnen, die sich Jahrzehnte lang nicht gesehen haben. Eine Frau, die zurückgezogen lebt und einen Schmerz nicht überwinden kann. Und ein Gast, der das Leben seiner Gastgeberin auf dem Kopf stellt. Das alles passiert in „Die Regenschwimmerin“.
Früher waren Judith und Evie beste Freundinnen. Doch inzwischen leben sie in zwei Welten: Judith verbringt ihr Leben in Hamburg mit Mann und (frisch ausgezogener) Tochter, während Evie hauptsächlich in der alten Heimat in Schweden lebt. Nach einem folgenschweren Streit fährt Judith in das Dorf ihrer Kindheit- und trifft dort auf mehr Herausforderungen als gedacht…
Romy Fölcks Roman lässt sich von Beginn an gut lesen. Das fängt bei der Sprache an. Authentisch, klar, dennoch gefühlvoll wird sowohl die Situation der Freundinnen damals und heute als auch die von Marga beschrieben. Dabei achtet die Autorin darauf, möglichst viele Einzelheiten (von geschlossenen Läden über ausfallende Buse bis zum Scham davor, den ersten Schritt zu machen) einzubauen. Besonders gelungen finde ich, dass einige Phrasen bewusst im Original bleiben- von schwedischen Sprüchen über englische Äußerungen ist viel dabei. Das Schwedische wird direkt ins Deutsche übersetzt, was den Sprüchen und Reimen eine Authentizität verleiht.
Auch die Charaktere sind realistisch dargestellt. Die erfolgreiche Verlagsmitarbeiterin Judith wollte ursprünglich selber Bücher schreiben und trauert quasi um ihre Chance, Evie nagt an den Verlust der Freundschaft und der Tatsache, dass sie bald für ihre Bilder zu einer Ausstellung soll und diese schlecht anderen erläutern kann und Marga möchte einfach ihre Ruhe, vor allem von Schwager Erwin. Hinzukommt jeweils die Enttäuschung, verletzte Gefühle und fehlende Stabilität- was bleibt, was geht, was ändert sich? All diese Themen sind für die Frauen sehr wichtig und jede einzelne setzt sich damit auseinander.
Geprägt ist der Roman zusätzlich von Schuld und Verzeihen. Judith fällt es schwer, einer Frau zu vergeben, die eine Affäre mit ihren Vater hatte. Ihrem eigenen Mann kann sie nicht verzeihen, dass er eine Affäre hat und sich entfremdet. Evie tut sich schwer damit, Judith zu vergeben, die einfach abgehauen war. Und Marga hat Stress mit ihrem Schwager, der das Haus verkaufen möchte. Insgesamt befinden sich alle Frauen in einem Strudel von Schuld, Vergeben und Verzeihen. Das ist aus meiner Sicht der zentrale Aspekt des eher ruhigen und nachdenklichen Romans: zu verdeutlichen, dass zu jeder Schuld jemand gehört, der Verzeihen kann. Romy Fölck gelingt es, diesen Konflikt exemplarisch darzustellen und den Prozess zu erörtern. Für mich eine klare Leseempfehlung für alle, die mit einem Konflikt, egal wie groß, zu kämpfen haben. Fünf Sterne.
Einst gingen Judith und Evi gemeinsam durch dick und dünn, bis ein Streit ihre Freundschaft unwiederbringlich trennte. Jahrzehnte später führen sie Schicksalsschläge ganz unabhängig voneinander auf die kleine Insel in Schweden, an den Ort ihrer Kindheit, zurück. Dort treffen sie nicht nur aufeinander, sondern auch auf die mittlerweile betagte Marga, die seinerzeit ein Schicksalsschlag nicht nur in die Abgeschiedenheit des Waldes führte, sondern auch bei Regen zum schwimmen in den See. Romy Fōlck erzählt in „Die Regenschwimmerin“ die berührende Geschichte dreier Frauen am Wendepunkt ihres Lebens. Sie erzählt von tiefer Verbundenheit, Freundschaft, Träumen, Neuanfängen, Stärke und von Trauer & Vergebung.
Zwar hatte ich von Romy Fölck bereits mehrfach gehört, doch ist „Die Regenschwimmerin“ mein erstes Buch der Autorin. Auch wenn es mir zunächst nicht ganz leicht gefallen ist in die Geschichte hineinzufinden, so hat mir ihr Schreibstil doch auf Anhieb sehr gut gefallen - ich würde ihn als sanft, unaufgeregt, gefühlvoll und dabei sehr authentisch beschreiben. Ebenso wie ihre Charaktere, auf deren Gefühlsleben ein besonderer Schwerpunkt gelegt wird und mit denen man sich sehr gut und innig verbinden kann. Unter anderem geht es in der Geschichte auch um die Neugestaltung von Lebensentwürfen, um das Umdenken, was mich persönlich ganz besonders erreicht hat und auch immernoch stark nachhallt. Darüber hinaus hat mir sehr gut gefallen, wie es der Autorin gelungen ist, die schwedische Atmosphäre einzufangen. Insbesondere ihre stimmungsvollen Naturbeschreibungen mochte ich unheimlich gerne. Da ich streckenweise das Buch aus der Hand gelegt und die Kopfhörer aufgesetzt habe, kann ich übrigens auch das, von Tessa Mittelstädt sehr emphatisch eingesprochene Hörbuch nur wärmstens empfehlen.
Fazit: Ein ebenso nachdenkliches und ruhiges, wie auch kraftvolles und mutmachendes Buch über die Höhen und Tiefen des Lebens. Eine ganz klare Leseempfehlung!
Was für ein wundervolles Buch! „Die Regenschwimmerin“ von Romy Fölck hat mich vom ersten Moment an begeistert und tief berührt. Es gibt Bücher, die liest man gerne, und dann gibt es diese ganz besonderen Geschichten, in denen man sich vollkommen verliert. Dieses Buch gehört für mich definitiv dazu! Judith, Evi und Marga sind drei Frauen, die ganz unterschiedliche Schicksale mit sich tragen und auf einer schwedischen Insel wieder zueinanderfinden. Es geht um Freundschaft, Verlust, verpasste Chancen, aber auch um Hoffnung, Vergebung und den Mut, noch einmal neu anzufangen. Was mich besonders begeistert hat, ist die unglaubliche Nähe, die ich zu den Protagonistinnen empfunden habe. Ich hatte das Gefühl, sie schon ewig zu kennen. Ich habe mit ihnen gelitten, gehofft, mich gefreut und hätte sie manchmal am liebsten einfach in den Arm genommen. Auch die Nebenfiguren sind so liebevoll und lebendig gezeichnet, dass sie mir wirklich alle ans Herz gewachsen sind. Und dann dieser Schreibstil! Romy Fölck hat eine ganz wunderbare Art zu erzählen. So einfühlsam, bildhaft und voller Atmosphäre, dass ich mich schon nach wenigen Seiten mitten in Schweden wiedergefunden habe. Ich konnte die Landschaft förmlich vor mir sehen, die Ruhe der Insel spüren und wäre am liebsten selbst dort geblieben. Ich konnte dieses Buch tatsächlich kaum aus der Hand legen. Einmal angefangen, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit diesen wunderbaren Frauen weitergeht. Gleichzeitig wollte ich aber auch gar nicht, dass die Geschichte endet. „Die Regenschwimmerin“ ist für mich ein absolutes Herzensbuch, das mich emotional vollkommen abgeholt hat. Es hat mich berührt, zum Nachdenken gebracht und mir unglaublich schöne Lesestunden geschenkt. Es war mein erstes Buch von Romy Fölck, aber ganz sicher nicht mein letztes. Ich möchte unbedingt mehr von dieser Autorin lesen! Von mir gibt es eine riesengroße Leseempfehlung und von Herzen fünf Sterne!
Judith, Evi und Marga - drei Frauen - drei Geschichten - eine Insel.
Judith, frisch getrennt von Ihrem Mann fährt auf die schwedische Insel Färingsö, ein Ort ihrer Kindheit. Erinnerungen werden wach, auch an ihre damals beste Freundin Evi. Völlig zerstritten haben sich die beiden Frauen nach ihrer Jugend und dem Abschied von der Insel nie wieder gesehen. Aber es wäre ja kein Buch geworden, wenn nicht Evi ausgerechnet zu dieser Zeit auch auf der Insel weilen würde, hadernd mit ihrer bis dahin sehr erfolgreichen Karriere als Malerin und fortschreitender Krankheit, die alles in Frage stellt.
Beide treffen immer wieder auf die Regenschwimmerin, Marga. Marga schwimmt immer bei Regen, lebt einsam und zurückgezogen in einer spartanischen Hütte und sucht immer wieder Gelegenheiten, ihrem verstorbenen Mann und ihrer verstorbenen Tochter nahe zu sein, ein Schicksalsschlag, von dem sie sich nie wieder erholt hat.
Die Lesenden erwartet hier wieder ein typischer Roman von Romy Fölck - atmosphärisch, herzerwärmend, man taucht einfach tief in die Geschichten ein und lässt sich von den Erlebnissen der drei Frauen mitreißen. Wer schon mal in Schweden war, hat zeitgleich plastische Bilder der Orte vor Augen und fühlt sich direkt dort hin gebeamt.
Mit nachvollziehbaren Sprüngen zwischen Vergangenheit und Gegenwart erfährt man nach und nach, was die drei Frauen umtreibt und welche Schicksalsschläge sie erlebt haben und warum sie da stehen, wo sie jetzt sind. Ein Roman, der zeigt, welche Auswirkungen die einzelnen Lebensgeschichten auf die Zukunft haben, auf den eigenen Charakter - und wie viel Heilung darin stecken kann, wenn man es denn zulässt. Es hallt nach, wenn man beginnt zur reflektieren, wie das Buch über das eigene Leben zum aktuellen Zeitpunkt wohl aussehen könnte. Ich habe mich in diesem Buch wunderbar verlieren können.
Eine kleine Insel in Schweden ist für drei Frauen der Zufluchtsort. Marga lebt schon lange hier, Judith kommt aus Hamburg nach einer Trennung und Evi hat gesundheitliche Probleme die ihr Leben als Künstlerin in Frage stellen. Vor Jahrzehnten waren die beiden Frauen schon öfter auf der Insel und beste Freundinnen bis sie sich gestritten haben. Was passiert wenn sie aufeinander treffen, finde sie in ihre alte Bindung zurück oder wird das Verhältnis noch kälter. Ich mag die Autorin und ihre Figuren, Menschen mit Ecken und Kannten, bereit wenn nötig für einen Neuanfang und ohne viel Gewese um die Vergangenheit. Hier ist es ein anderer Typ Mensch. Evi und Judith sind zwar erfolgreich in ihrem Beruf aber sie zweifeln im Privatleben an sich selber. Auf der einen Seite suchen sie häufig die Schuld für Fehler oder falsche Entscheidungen bei sich selbst, auf der anderen Seite hat aber der Andere Schuld weil er nichts gesagt hat oder zu wenig bzw. zu viel getan hat. Dieses Hin und Her hat die Dynamik der Geschichte für mich durcheinander gebracht. Auf welcher Seite stehe ich gerade, welche Meinung ist die Richtige, ich geriet genau wie die Protagonistinnen ins Strudeln. Ein neues Leseerlebnis das erstmal verarbeitet werden muss. Auch muss ich die neue Romy Fölck annehmen. Aus dem Bauch heraus würde ich erstmal sagen, die vorherigen Bücher haben mir besser gefallen. Dieses "Ach, dann habe ich ja doch nicht allein alles falsch gemacht, dieses Aufatmen passt für mich nicht zu erfolgreichen Frauen, die auf ihrem Weg schon augenblicklich erkannt haben das ihre Entscheidung nicht unbedingt gut war.
Durch die Programmvorschau des Verlages wurde ich auf das Buch „Die Regenschwimmerin“ von Romy Fölck, erschienen im Rowohlt Verlag, aufmerksam und wollte es unbedingt sofort nach Erscheinen lesen. Sofort zog mich die Autorin mit ihrem bildgewaltigen Schreibstil in den Bann der Geschichte rund um die 75-jährige Marga, Evi und Judith – zwei Frauen, die in der Mitte des Lebens verkraften müssen, dass sie gezwungen werden, andere Wege einzuschlagen. Nach und nach erfahre ich mehr über die drei Frauen und ihre Hintergrundgeschichten und tauche immer tiefer in deren Schicksale ein. Immer deutlicher wird, wie sehr diese drei Frauen sich gegenseitig Mut und Kraft geben, um neue Wege einzuschlagen. Mit der schwedischen Insel nahe Stockholm, den kleinen bunten Holzhäusern, dem Bootssteg und dem Wasser hat die Autorin das perfekte Setting für diesen Roman gewählt. Sensibel und einfühlsam behandelt sie Themen, die viele Menschen in diesem Alter beschäftigen, wie chronische Erkrankungen, Trennung, Scheidung sowie Trauerarbeit und Vereinsamung. Mit jeder Seite schloss ich Marga, Evi und Judith mehr in mein Herz; ich litt mit ihnen und hoffte, dass sie die Kraft für den Neuanfang finden würden. Es ist eine berührende Geschichte über die Macht der Freundschaft, über Veränderungen, die schmerzhaft sind, und über Neuanfänge. Am Ende habe ich einige Tränen vergossen, aber weshalb, soll hier nicht verraten werden, da ich niemanden spoilern möchte. Mir hat „Die Regenschwimmerin“ mit 4,5 von 5 Sternen warmherzige und wundervolle Lesestunden geschenkt, auch wenn es eine Geschichte ist, die langsamer erzählt ist.
Nach dem Ende ihrer fast zwanzigjährigen Ehe zieht es Judith auf eine schwedische Insel, auf der sie schon als Kind und Jugendliche viel Zeit verbrachte. Dort begegnet sie ihrer einst besten Freundin Evi, mit der sie seit einem Streit keinen Kontakt mehr hatte. Und dann ist da noch Marga, eine ältere Frau, die titelgebende Regenschwimmerin. Bei jedem Wetter zieht sie ihre Bahnen im Wasser; eine Konstante in ihrem Leben und auch für Judith und Evi. Drei Frauen mit drei ganz unterschiedlichen Geschichten. Und obwohl sie mir alle total unähnlich waren, ich weder ihr Alter noch ihre Lebenssituationen teile, fand ich es super spannend, sie dabei zu begleiten. Fast noch mehr als die Frauen selbst ist mir allerdings die Insel in Erinnerung geblieben. Wie eine vierte Protagonistin verbindet sie die unterschiedlichen Lebensgeschichten, die Figuren miteinander. Natur, Wetter, Atmosphäre – all das wirkt stellenweise wie ein Spiegelbild der inneren Verfassung von Judith, Evi und Marga. Und Nature Writing mag ich ja grundsätzlich besonders gerne :) Gehört habe ich das Hörbuch, gelesen von Tessa Mittelstaedt, die für mich zu den besten deutschen Hörbuchsprecherinnen gehört und deren Stimme wunderbar zu dem Roman passt (5 Sterne dafür!). Bis kurz vor Schluss war „Die Regenschwimmerin“ auf dem besten Weg, ein Jahreshighlight zu werden. Allerdings hat es mich gegen Ende ein bisschen verloren. Die zuvor durchaus realistisch wirkenden Konflikte lösten sich mir plötzlich zu schnell und beinahe zu perfekt auf. Das passte nicht so ganz zu der ansonsten so lebensnah erzählten Geschichte. Insgesamt aber ein Roman mit interessanten Figuren und vor allem einer wunderbaren schwedischen, rauen, Inselatmosphäre.
Die Geschichte "Die Regenschwimmerin" hallt noch lange in mir nach. Sie erzählt einen Auszug aus dem Leben dreier Frauen - zwei ehemaligen Freundinnen und einer älteren Frau. Die beiden Freundinnen haben sich als Jugendliche während des letzten Urlaubs auf einer schwedischen Insel dermaßen zerstritten, dass ihr Kontakt völlig abbrach. Doch beide sind nach einem Schicksalsschlag zurück auf ihre Urlaubsinsel gekommen. Da ist Judith, die nachdem ihr Mann sagte, dass er sich von ihr trennt, völlig verzweifelt von Hamburg nach Schweden aufgebrochen ist. Ihr Leben bestand bis zu diesem Zeitpunkt aus sehr viel Arbeit mit der sie sich eine tolle Karriere aufbauen konnte. Häufig die Familie - Mann und Tochter - aber zurückstecken musste. Und dann ist da Evi - eine etablierte Künstlerin, mit einem viel jüngeren Mann zusammen, die aufgrund einer Krankheit nicht mehr ihrem Beruf nachgehen kann. Und die dritte Frau im Bunde ist Marga, die nach einem fürchterlichen Schicksalsschlag in einem einsamen Häuschen mitten im Wald lebt. Während der Geschichte rücken die drei Frauen näher zusammen und die beiden Freundinnen suchen wieder den Weg zueinander.
Die Geschichte hat mich sehr berührt, denn nach einem Streit muss man häufig über seinen Schatten springen, auch wenn viel Zeit dazwischen liegt, wenn einem die Beziehung etwas bedeutet. Das Ende fand ich etwas zu kurz beschrieben, ich hätte gerne mehr über die Neuanfänge von Judith und Evi gelesen. Und Marga hätte ich so gewünscht, dass sie sich ihren letzten Wunsch noch erfüllen konnte. Unbedingt lesen.
Die drei Frauen Judith, Evi und Marga treffen auf einer kleinen Insel in den Stockholmer Schären aufeinander. Judith hat es aus Hamburg dorthin zurückgezogen, da ihr Mann sie nach zwanzig Jahren Ehe verlassen hat und sie einfach etwas Abstand und Ruhe braucht. Sie und Evi waren als Teenager gut befreundet, bis ihre Freundschaft ein jähes Ende fand. Nun kämpft Evi gegen eine Krankheit, die ihre Existenz als Künstlerin bedroht. Marga ist deutlich älter als die beiden und hat bereits vor dreißig Jahren ihren Mann und ihre Tochter bei einem Fährunglück verloren. Um irgendwie mit dem Leben wieder klar zu kommen, hat sie begonnen zu schwimmen und das bei jedem Wetter. Das Buch lebt von der Dynamik zwischen den Protagonistinnen. Jede von ihnen ist auf ihre eigene Art und Weise verletzt und steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Dabei ist Marga diejenige, die Judith und Evi vorlebt, dass aufgeben keine Option ist. Ich kannte bisher nur die Spannungsromane von Romy Fölck und war überrascht, wie anders dieses Buch ist. Es ist ruhig und atmosphärisch. Die Fäden zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart werden flüssig und ohne unnötiges Drama miteinander verwoben. Dabei fängt die Autorin die Kulisse der schwedischen Natur ein und malt Bilder vor das innere Auge ihrer LeserInnen. Es ist ein emotionaler Roman, mit dem mich die Autorin davon überzeugt hat, dass sie wesentlich mehr kann als Kriminalromane schreiben.
Manchmal braucht das Leben offenbar erst eine Trennung, eine schwedische Insel und eine Frau, die bei Regen freiwillig ihre Bahnen zieht, bevor man merkt, dass man selbst schon viel zu lange auf der Stelle schwimmt.
Judith kehrt nach Schweden zurück, an den Sehnsuchtsort ihrer Kindheit. Eigentlich soll dort Ruhe einkehren, doch mit Evi steht ausgerechnet ihre ehemalige beste Freundin vor ihr. Zwischen beiden liegt eine alte Geschichte, die längst nicht vergessen ist. Und dann ist da Marga, die bei Wind und Wetter schwimmt und trotz ihres eigenen Schicksals erstaunlich viel Kraft ausstrahlt.
Gerade Marga hat es mir angetan. Keine glattgebügelte Romanfigur, sondern eine Frau mit Ecken, Vergangenheit und ordentlich Lebenserfahrung. Ihre Geschichte verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe.
Romy Fölck erzählt ruhig und lässt ihren Figuren Zeit. Regen, Wasser, Insel und die schwedische Landschaft schaffen eine Atmosphäre, in der man sich wunderbar verlieren kann. Dabei geht es um Freundschaft, verpasste Chancen, alte Verletzungen und den Mut, noch einmal neu anzufangen.
Ganz ohne kleine Längen kommt die Geschichte nicht aus, aber dafür bekommt man drei Frauen, die einem nach und nach nahekommen. Ein gefühlvoller Roman mit viel Wärme, Hoffnung und Herz. Und spätestens bei Marga dachte ich: Vielleicht sollte man tatsächlich öfter ins kalte Wasser springen.
Das Cover des Buches lässt bereits auf einen verträumten Roman schließen - und genau diese Atmosphäre schafft Romy Fölck mit "Die Regenschwimmerin". Wir lernen drei starke Frauen kennen, deren Weg sie nach langer Zeit wieder zusammenführt und die erkennen, wie wichtig der Wert der Freundschaft ist.
Schauplatz des Romans ist Schweden. Und an dieser Stelle in Lob an die Autorin, die ein wunderbar wohliges Setting schafft, das sehr authentisch wirkt. Die Geschichte selbst wird aus den drei Frauenperspektiven - Judith, Evi und Marga - erzählt. Die stetigen Wechsel inklusive Zeitsprüngen mit Blick in die Vergangenheit machen das Buch sehr kurzweilig und ich hatte die 320 Seiten schnell durch. Besonders gefallen haben mir die Weisheiten auf Schwedisch und Deutsch am Ende eines jenen Kapitels, die wirklich immer hervorragend gepasst haben.
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass manche Zufälle etwas konstruiert wirkten. Dass bei allen drei Frauen zum gleichen Zeitpunkt so eklatante Veränderungen stattfinden und sie sich dann auch direkt in Schweden nach Jahrzehnten wieder treffen, war für mich so mancher Zufall zu viel.
Aber nichtsdestotrotz ein absoluter Wohlfühlroman, der hervorragend in die Herbstzeit passt und einen nach Schweden transportiert.
Die Regenschwimmerin ist ein sehr schöner Roman, voller emotionaler Tiefe und toll geschriebenen Charakteren. Besonders gut hat mir gefallen, dass es jeweils aus der Ich-Perspektive der drei Protagonistinnen verfasst ist und man sich absolut in deren jeweilige Lebenslage herein versetzen kann. Ein stilistisches Mittel, welches ich meistens nicht ganz so toll finde, hier jedoch passend und spannend verbaut wurde, ist, dass es durchaus einige Zeitsprünge beinhaltet, welche der Geschichte allerdings einiges an Tiefe schenkt. Marga, Evi und Judith stellen dabei drei spannende Hauptcharaktere da, welche starke und einzigartige Frauen verkörpern, die äußerst authentisch beschrieben werden. Schicksalsschläge, verbaute Chancen und das kleine Glück im Leben werden auf wunderschöne Art und Weise miteinander verbunden. Insgesamt also ein schöner Roman für alle, die eine schöne Geschichte über alte Freundschaften, Neuanfänge und ganz viel Gefühl lesen wollen.
Evi und Judith waren mal beste Freundinnen. Aber das sind schon viele Jahre her. Jetzt sind sie zufälligerweise zur gleichen Zeit auf der gleichen Insel in Schweden, dort wo ihr Freundschaft aufgehört hat. Gibt es noch eine Chance? Und wer ist die Regenschwimmerin?
Meine Meinung
Ich habe schon mehrere Bücher dieser Autorin gelesen, vor allem Krimis und mir gefällt ihr Schreibstil. Er liest sich leicht und flüssig und die Personen und Handlungen werden sehr gut erklärt und verständlich beschrieben. Die Personen kommen sympathisch und authentisch rüber.
Dies ist ein Roman der so normal aus dem Leben gegriffen daher kommt und jedem von uns passieren könnte. Ich bevorzuge zwar ihre Krimis, aber es lohnt sich definitiv, dieses Buch zu lesen. Eine angenehme Leselektüre von Anfang bis zum Schluss.
Die Regenschwimmerin von Romy Fölck ist ein ruhig und sorgfältig geschriebener Unterhaltungsroman über Freundschaft. Romy Fölcks Stärke ist das Entwerfen lebendiger, sympathischer Figuren. Das macht sie voller Empathie. Judith und Evi, die Freundinnen, die sich vor langer Zeit entzweit hatten, treffen sich wieder. Es ist eine zweite Chance für ihre Freundschaft. Meine Lieblingsfigur ist Marga, eine ältere Frau, die mit einem zahmen Fuchs in einer Hütte im Wald lebt.
Es sind reale Probleme, mit denen die Figuren fertig werden müssen: Verluste, Trennung und Entfremdung, zudem noch Krankheit. Das lässt einen als Leser nicht kalt.
Die ausführlichen Beschreibungen der landschaftlichen Umgebung in Schweden sind ein Trumpf des Romans und das wird auch gut eingesetzt, also nicht bloß eine Kulisse.