Was, wenn wir eines Tages feststellen, dass sich das politische Klima endgültig nach rechts verschoben hat? Dass Parteien, die früher als radikal galten, plötzlich in der Mitte angekommen sind oder sogar regieren. Dass Populismus nicht mehr nur Wahlkampfrhetorik ist, sondern Regierungsstrategie. Genau das passiert bereits in anderen Ländern – weltweit. Es ist also kein deutsches Einzelphänomen und folgt wiederkehrenden Mustern, die zeigen, wie Demokratien unter Druck geraten. Autoritäre Kräfte sind überall dort erfolgreich, wo Demokraten und Demokratinnen nicht rechtzeitig mit überzeugenden Zukunftsvisionen gegensteuern. Doch internationale Erfahrungen Wir können voneinander lernen, uns gegenseitig stärken und gemeinsam neue Wege finden. Politikaufklärerin und Bestsellerautorin Sally Lisa Starken zeigt anhand von drei Fallstudien – die USA als Beispiel für tiefe Spaltung und geschwächte Institutionen, Italien für die schleichende Normalisierung autoritärer Politik und Polen für den schwierigen, fragilen demokratischen Neuanfang – wie autoritäre Kräfte an die Macht kommen, welche Fehler Demokratien machen und welche Strategien tatsächlich helfen.
Ein, trotz der deprimierenden Thematik, hoffnungsvolles Buch, welches auf der einen Seite aufzeigt, wie weit der rechte Rand schon mitregiert, jedoch auf der anderen Seite klare Tipps gibt, was wir als Zivilgemeinschaft und die Partei machen können, um dafür zu sorgen, dass die Demokratie nicht weiter ausgehöhlt wird. Einfach geschrieben und wichtige Begriffe werden anfangs definiert, damit alle dieselben sprachlichen Voraussetzungen haben, um dieses Buch lesen und verstehen zu können. Jedoch hab ich persönlich nicht genügend Neues lernen können, um dem Buch fünf Sterne geben zu können.
„Wenn der rechte Rand regiert“ ist bereits das zweite Buch von Sally Lisa Starken, die hier auf Instagram sehr nahbar und sympathisch über politische Themen aufklärt. Die Journalistin hat sich zum Ziel gesetzt, über Rechtsextremismus aufzuklären und bereits ihr erstes Buch „Zu Besuch am rechten Rand“ hat mir sehr gut gefallen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ In ihrem aktuellen Buch geht die Autorin auf eine besondere Recherchereise. In den USA, Italien und Polen begegnet sie Menschen und spricht mit ihnen über die politischen Systeme in ihren Ländern. Dazu geht sie zum einen die historische Entwicklung durch und beschreibt die aktuelle politische Lage vor Ort. Besonders eindrücklich sind natürlich die Erlebnisse in den USA, von Trump-Rallys bis zur Trauerfeier für Charlie Kirk. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Wie kippen Demokratien? Was ist die Strategie der A*D? Ist Deutschland wirklich darauf vorbereitet, seine Demokratie zu verteidigen und zu erhalten? ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Was mir an beiden Büchern so gut gefallen hat, ist Sally Lisa Starkens Offenheit gegenüber Menschen, die rechts wählen. Ich finde es sehr beeindruckend, dass sie so unvoreingenommen in Gespräche geht und wirklich offen für den Austausch ist. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Ich kann „Wenn der rechte Rand regiert“ nur empfehlen. Ich hoffe sehr, dass es in ganz vielen Schulen besprochen wird. Ich halte die Inhalte für absolut wichtig und eigentlich müsste wirklich jede*r dieses Buch als Pflichtlektüre verschrieben bekommen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Definitiv ein Jahreshighlight für mich. Ich werde es noch ganz oft aus dem Regal ziehen und wieder reinschauen und an ganz viele Freund*innen und Bekannte weiterempfehlen! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 4,5/5 ⭐️
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Rezensionsexemplar I Vielen Dank, @penguinbuecher @sallylisastarken 💖
Wahrheit verliert ihre Zugkraft, wenn sie in einem Meer aus Halbwahrheiten, Skandalisierung und Ablenkung ertrinkt.
Was passiert, wenn der rechte Rand nicht mehr nur Opposition ist, sondern bereits die Strukturen unseres Alltags beeinflusst? Die Politikaufklärerin Sally Lisa Starken begibt sich in ihrem neuen Werk auf eine investigative Reise durch Demokratien, die ins Wanken geraten sind. Ihre beunruhigende Erkenntnis: Autoritäre Strukturen festigen sich nicht erst durch Wahlsiege. Sie wirken bereits viel früher – in unserer Sprache, in den täglichen Debatten und in einer schleichenden Verschiebung dessen, was als „normal“ gilt. Das Buch macht deutlich: Demokratie ist kein stabiler Besitzstand und kein Naturgesetz, sondern eine alltägliche Aufgabe, die ohne aktiven Schutz erodiert.
Das globale Playbook - Methoden der Erosion: Zwischen gezielter Verwirrung und radikaler Ausgrenzung
Starken analysiert messerscharf, wie autoritäre Kräfte weltweit nach einem ähnlichen Muster agieren. Ein zentrales Werkzeug ist das Prinzip „Flood the zone with shit“: Eine gezielte Überflutung des Diskurses mit Halbwahrheiten, bis die Fakten ihre Orientierungskraft verlieren. Politik wird so zum emotionalen Tauschgeschäft, bei dem es nicht mehr um Programme, sondern um das Gefühl der Zugehörigkeit geht. Besonders erschreckend ist der Blick in die USA. Starken beschreibt ein „Hochstapler-Christentum“, in den radikalen Forderungen religiös legitimiert werden. Hier zeigt sich eine massive sprachliche Enthemmung, die bis zur völligen Objektifizierung führt: „Frauen sind die Art von Menschen, aus denen Menschen herauskommen“, zitiert Starken eine Argumentation, die Frauen auf ihre biologische Funktion reduziert, um ihnen in der Folge das Wahlrecht abzusprechen.
Im Kontrast dazu steht Italien unter Giorgia Meloni. Hier agiert die „seriöse Populistin“ nicht laut, sondern betreibt eine schleichende Normalisierung postfaschistischer Narrative. Während Polen zeigt, wie mühsam der Weg zurück ist, macht Italien deutlich, dass die größte Gefahr in der „stillen Gewöhnung“ liegt. Die Zivilgesellschaft muss hier, so Starken, als „Frühwarnsystem der Demokratie“ fungieren, da sie das notwendige gesellschaftliche Gegengewicht bildet, wo Institutionen unter Druck geraten.
Auftrag an die Politik: Nahbarkeit statt moralischer Überlegenheit
Ein weiterer zentraler Punkt des Buches ist die Kritik an den demokratischen Parteien. Starken legt dar, dass moralische Überlegenheit kein politisches Konzept ist. Um den rechten Rand zu stoppen, müssen Parteien wieder nahbarer wirken und die realen, oft sozialen Ursachen von Ängsten anerkennen. Es reicht nicht, gegen etwas zu sein,; es braucht eine positive Zukunftsvision. Wer nur die Narrative der Rechten kopiert – etwa in der Migrationspolitik –, macht lediglich das Original attraktiver. Wissenschaftlich belegt, und doch von vielen Parteien ignoriert. Die Wende gelingt laut Starken nur durch eine konstruktive Lösungssuche, die soziale Gerechtigkeit und Sicherheit garantiert, statt nur auf Identitätsfragen zu reagieren und sich rechten Parteien anzunähern.
Analytischer Kompass und Weckruf
Das Werk besticht durch seine exzellente Struktur. Starken baut das komplexe Thema schrittweise auf, erklärt Fachbegriffe wie Nativismus, Autoritarismus und Populismus verständlich und bietet nach jedem Kapitel klare Fazits, eine “Was können wir daraus mitnehmen?”- und eine “Was müssen wir daraus lernen”-Sektion, die hilft die besprochenen Inhalte besser zu verstehen.
Ein besonderes Highlight des Buches ist das Modell „Alte Grenzen 2035: Wenn der rechte Rand die Zukunft prägt – Szenarien und Kipppunkte“. Die Autorin nutzt dieses Werkzeug, um die verschiedenen Stadien zwischen stabilen Demokratien und erstarkenden autoritären Kräften eindrucksvoll einzuordnen und verständlich vergleichbar zu machen. Das Modell fungiert als eine Art politisches Frühwarnsystem: Es zeigt präzise auf, wo sich die untersuchten Länder aktuell befinden und in welche Richtung sie sich entwickeln könnten.
Starken verdeutlicht damit die enorme Spannbreite der Bedrohung – von der diskursiven Dominanz in Deutschland, wo rechte Narrative bereits den öffentlichen Diskurs vor sich hertreiben, bis hin zum rasanten institutionellen Umbau. Demokratie als täglicher Auftrag “Wenn der rechte Rand regiert” ist eine Kombination aus erschreckender Analyse und praktischer Ermutigung. Es adressiert ein hochaktuelles Thema und verdeutlicht, dass eine wehrhafte Demokratie nicht auf den guten Willen der Akteure setzen darf, sondern Akteure braucht, die demokratische Normen aktiv einfordern.
Demokratie bewährt sich nicht im Sieg, sondern in ihrer Fähigkeit, nach jedem Rückschlag wieder aufzustehen!
Das Buch ist eine Einladung, die eigene „demokratische Kraft“ ernst zu nehmen. Man versteht eindrücklich: Es liegt an uns. Und bietet am Ende auch noch wertvolle Handlungstipps – vom Widerspruch im Alltag bis zum Engagement vor Ort. Wer verstehen will, wie das autoritäre Playbook funktioniert und warum die Zukunft kein Schicksal, sondern ein gestaltbarer Möglichkeitsraum ist, sollte dieses Werk als Kompass nutzen.
Wenn der rechte Rand regiert von Sally Lisa Starken erschien im Heyne Verlag. Das Hörbuch zum Buch wurde von der Autorin selbst für Der Audio Verlag eingelesen, was es für mich persönlich super authentisch gemacht hat. Es geht um die Demokratie unter anderem in den USA, Italien, Polen und Deutschland und inwiefern die Regierungsformen dort schon an einem Kipppunkt zum rechten Rand stehen. Außerdem betrachtet sie ganz konkret unseren Beitrag, den wir jetzt für unsere Zukunft leisten müssen, welche Strategien dabei hilfreich sein können und wie wir dem Populismus der Wahlkampfrhetorik widerstehen können.
Das Buch startet mit einer kurzen Betrachtung und Analyse der Ausgangslage und gibt einen Ausblick auf den Inhalt. Dabei geht es um die tiefe Spaltung in den USA, die schleichende Normalisierung autoritärer Politik in Italien und den fragilen Neuanfang der Demokratie in Polen. Das Ganze wird in Relation zu dem gesetzt, was in unserem eigenen Land passiert und welche Erkenntnisse wir aus den betrachteten Vergleichsländern ziehen können.
„Dieses Buch fragt: Welchen Weg nehmen wir? Den der Spaltung und autoritären Normalisierung oder den der mühsamen, aber möglichen Korrektur? Ich will Antworten suchen. Nicht um Angst zu schüren, sondern um sichtbar zu machen, was gefährdet ist und was noch möglich.“ Dabei wird am Ende des Buches ein Ausblick auf ein dystopisches und ein utopisches Szenario gegeben.
Sally Lisa Starken erzählt von ihrer Recherchereise zum Buch und den Begegnungen in den jeweiligen Ländern, die mich zum Teil sehr nachdenklich gestimmt und im Extremfall auch einfach sprachlos gemacht haben. Dabei ist sie nah am aktuellen Geschehen und war unter anderem auch bei der Trauerfeier von Charly Jackson. Alles rund um diese Person hat mich irgendwie an den Roman „Die Kinder von Eden“ von Ken Follett erinnert, auch wenn es im Roman für mich noch deutlich extremer ist.
Für mich waren die Berichte von ihrer USA-Reise nicht wirklich neu, denn sie decken sich sehr genau mit meiner eigenen Vorstellung. Ich kann mich noch gut an den Tag der ersten Wahl von Donald Trump erinnern. Wir waren zu der Zeit auf Kreuzfahrt unterwegs, auf dem Weg von Port Caneveral nach Miami. An allen Stationen zuvor hatten wir sehr viel Werbung für den Kandidaten gesehen. Als wir dann am Tag des Ergebnisses in Miami in einen Bus stiegen, entschuldigte sich der Reiseleiter auf Deutsch für seine Landsleute. Er konnte das Wahlergebnis 2017 einfach nicht glauben.
Eher erstaunt haben mich die Berichte aus Polen. Nicht wegen des Inhalts an sich, sondern weil das Land für mich persönlich bisher eher unter dem Radar lief. Da sind mir die Entwicklungen in Italien deutlich präsenter. Das bringt mich dazu, wieder mehr ein Auge und Ohr für Politik zu haben, nicht nur bei uns im Land, sondern auch darüber hinaus. In meiner Jugend war ich durchaus politisch aktiv und habe erlebt, wie Debatten im Landtag geführt werden und dass unsere Stimmen tatsächlich gehört wurden. Doch mit der Zeit ist dieses Interesse immer mehr der Resignation gewichen, was vermutlich ein generelles Problem geworden ist. Das führt mich zu dem letzten Satz im Buch.
„Lasst uns zusammen gut auf unsere Demokratie aufpassen.“ Interessierst du dich für die politische Lage in der Welt? Siehst du die Gefahren, die auf unsere Demokratie einwirken? Dann ist das Buch „Wenn der rechte Rand regiert“ von Sally Lisa Starken genau das Richtige für dich. Gespickt mit Erlebnisberichten aus ihrer Recherche gibt die Autorin einen sachlichen Einblick in die aktuelle Situation und deren Entwicklung. Außerdem zeigt sie auf, was möglich wäre, wenn wir nicht jetzt handeln. Am Ende findest du zudem alle Quellenangaben, sodass du dich selbst weiter informieren kannst. Für mich regt das Buch dazu an, die Augen und Ohren zu öffnen und bewusst wahrzunehmen, was um uns herum passiert und welchen Beitrag wir selbst leisten können, damit unsere Demokratie bestehen bleibt. Von mir gibt es eine ganz klare Lese- und Hörempfehlung.