Als im Jahr 2018 die 26-jährige Rechtsanwaltsgehilfin Hanna Richter als vermisst gemeldet wird, können am Tatort 13 Blutspuren gesichert werden. Zwölf davon werden dem Opfer zugeordnet, doch die 13. Probe – ein einzelner Blutstropfen – bringt die Ermittlungsarbeiten an einem bislang ungelösten Fall wieder in Bewegung. Über drei Jahrzehnte erstrecken sich grausame Todesfälle, deren Spuren immer wieder an einen Ort führen: NORDEN an der niederländischen Grenze. Auch Hannas Verschwinden scheint auf unheimliche Weise mit den Verbrechen in Verbindung zu stehen.
Fünf Jahre später hinterlässt der Fall der Hanna Richter noch immer mehr Fragen als Antworten. Bis jetzt. In Exklusivinterviews mit der damals ermittelnden Kriminalbeamtin (Jasmin Tabatabai), einer erfahrenen Kriminalreporterin (Brigitte Zeh), einer Überlebenden (Julia Riedler), dem Bruder der Toten (André Lewski) und dem forensischen Psychologen (Murali Perumal) wird Schicht für Schicht die Psyche eines schwer zu fassenden Serienmörders enthüllt. DIE TOTEN VON NORDEN ist eine Geschichte voller schockierender Wendungen, in der Wahrheit und Fiktion nah beieinander liegen.
DIE TOTEN VON NORDEN ist die erste improvisierte deutsche Audible-Produktion in Form eines fiktionalen True-Crime-Podcasts. Aufgenommen im gleichnamigen Küstenstädtchen ergründet dieses Audible Original die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, fesselt mit improvisierten Dialogen und besticht mit einer Authentizität, die man sonst nur aus realen Podcasts kennt.
"True Crime, aber eben Fake" – so beschreibt einer der Autoren diese Produktion, die man wohl am besten als fiktiven True-Crime-Podcast beschreiben könnte. Was "Die Toten von Norden" dabei besonders interessant macht, ist die Tatsache, dass die Sprecherinnen und Sprecher nur grobe Vorgaben zur Handlung und ihren jeweiligen Rollen bekamen und den Rest praktisch improvisieren mussten.
Dieses Konzept geht dabei voll auf, denn der Cast rund um das Aushängeschild Jasmin Tabatabai macht hier wirklich einen grandiosen Job und wirkt ungemein authentisch, egal ob als Kriminalbeamtin, Reporterin oder Tatverdächtiger. Die Dialoge und Interviews sind ungeschliffen und umgangssprachlich und erzeugen so wirklich ein Podcast-Feeling wie mit realen Personen.
Auch die Story um eine rätselhafte Serie von Todesfällen im ostfriesischen Norden ist spannend, aber nicht immer ganz geradlinig erzählt und wirkt dadurch manchmal etwas verwirrend. Dabei hätte die Geschichte auch gerne noch etwas mehr Nordsee-Atmosphäre haben können und auch das unnötig vag gehaltene Ende erscheint etwas befremdlich.
Trotzdem ist "Die Toten von Norden" ein spannendes und gut umgesetztes Hörspiel-Projekt, welches vor allem Fans von True-Crime-Podcasts begeistern dürfte – und mit knapp 3 Stunden auch eine angenehm knackige Länge hat.
Puh... Man merkt schon, das ist von Männern geschrieben worden. Der Umgang mit lesbischer Sexualität und mentalen Störungen ist echt fragwürdig. Aber ansonsten okay.