Diesmal ist es etwas anderes. Darauf hofft Ina jedes Mal, wenn sie sich verliebt. Doch es geht immer schief. Sie arbeitet in einem Tätowierstudio und wohnt mit ihrem Sohn Henry in der Siedlung »Am Kastanienbaum«, irgendwo mitten in einer großen Stadt. Dort gibt es noch mehr Menschen wie Ina, 1.583 genauer gesagt. Sie leben nah beisammen und bleiben doch allein. Da ist Herr Bello, der am liebsten im Faltenrock tanzt. Samy, der davon träumt, eine Ente zu streicheln. Und Frau Arslan, die Gedichte in Pralinenschachteln versteckt. Sie alle eint die Sehnsucht nach Glück und Verbundenheit. Eines Tages macht Baggerfahrer Paco eine schicksalhafte Eine Weltkriegsbombe liegt unter der Erde. Darauf geschieht in der Siedlung etwas Wundersames. Die Menschen kommen einander näher, als es möglich schien. Und Ina begegnet dem Mann, mit dem es etwas anderes ist.
Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, in diesem Hochhaus selbst ein- und auszugehen. Guten Morgen, schönes Wetter heute erzählt keine spektakuläre Geschichte – und genau das macht den Reiz des Romans aus.
Zu Beginn lernt man die Bewohnerinnen und Bewohner zunächst einzeln kennen. Nach und nach entstehen Verbindungen zwischen ihnen, kleine Überschneidungen und gemeinsame Momente, bis sich aus vielen einzelnen Geschichten ein stimmiges Gesamtbild entwickelt. Diesen Aufbau fand ich besonders gelungen.
Als ein Bombenfund die Evakuierung des Hauses notwendig macht, rückt die Hausgemeinschaft plötzlich enger zusammen. Gerade in dieser Ausnahmesituation zeigt sich, wie wichtig Mitmenschlichkeit, Offenheit und gegenseitige Unterstützung sein können. Die Begegnungen wirken dabei nie kitschig, sondern angenehm lebensnah.
Besonders gefallen hat mir die warme Atmosphäre, die sich durch den gesamten Roman zieht. Die Figuren haben ihre Eigenheiten und bringen ganz unterschiedliche Lebensgeschichten mit, wodurch das Hochhaus wie ein kleiner Mikrokosmos des Lebens wirkt.
Für mich war Guten Morgen, schönes Wetter heute eine herzerwärmende Geschichte, die zeigt, dass es oft die kleinen Begegnungen sind, die den größten Unterschied machen. Ein wunderbares Buch für zwischendurch, das mit viel Wärme und Menschlichkeit erzählt wird.
So heißt die Straße, in der viele Menschen leben. Irgendwo in einer großen Stadt.
Da ist Herr Bello, der eigentlich gar nicht so heißt und plötzlich merkt, dass er sich in schönen Kleidern und fließenden Stoffen wohlfühlt. Er vermisst seine Frau schmerzlich und fragt sich immer wieder, was die anderen wohl über ihn denken könnten…
Und da ist Ina mit ihrem Sohn Henry, der aus einem One-Night-Stand hervorgegangen ist. Henry wird bald 18 Jahre alt und möchte hinaus in die weite Welt. Doch seine größte Angst ist es, seiner Mutter davon zu erzählen. Kann Ina allein zurechtkommen, mit zwei Jobs und der Trauer um ihre vor Kurzem verstorbenen Eltern? Und dann kommt auch noch ein Geheimnis ans Licht, das alles auf den Kopf stellt…
Ist Frau Arslan, die gemeinsam mit ihrem Mann einen Lebensmittelladen führt, eigentlich noch glücklich? Und warum ruft eine ältere Dame jeden Abend in Hotels an und fragt nach Roland Kaiser?
Und was hat das alles mit einer Bombe zu tun?
Mein Fazit: Was für ein herrliches, kurzweiliges Buch für zwischendurch!
Ich habe die Bewohner*innen vom „Am Kastanienbaum“ unglaublich gern begleitet. Ihre Begegnungen und persönlichen Geschichten haben mich berührt, zum Schmunzeln gebracht und an manchen Stellen auch nachdenklich gestimmt.
Es ist ein Roman mitten aus dem Leben, voller alltäglicher Herausforderungen, die sich oft hinter verschlossenen Türen abspielen und doch so normal sind. Gerade das macht dieses Buch so besonders.
Wie all diese Geschichten miteinander verwoben sind und manchmal eben auch nicht, dürft ihr selbst entdecken.
LESEN!! Von der ersten Zeile an überzeugend, überraschend; die Protagonisten lassen nicht mehr los und man wünscht sich, das Buch würde nicht enden...Tut es leider, aber man trägt das Gelesene und Miterlebte mit sich!!!LESEN!!
Das war wieder eins dieser Bücher, die ich erst gar nicht lesen wollte, weil ich den Klappentext nicht soo ansprechend fand bzw dachte es wäre nichts für mich. Aber dann hab es einen buddyread und was soll ich sagen? Ich hab es wegesuchtet und absolut geliebt. Ich kann nicht mal sagen was genau aber es hat mich auf eine ganz besondere Art tief berührt. Ich mochte die Charaktere, wie sie zusammen gewachsen sind,selbst gewachsen sind. Mag sein, dass es teilweise überspitzt und unrealistisch ist aber das war auch nicht die Absicht, oder? Ein Buch voller Mitgefühl, Zuversicht, Zusammenhalt. Mir haben die diversen characters gefallen, ihre Eigenheiten und auch der "Bösewicht" war einfach großartig (weiser Mann voller Vorurteile und Hass, der sich bestätigt fühlt wenn er andere runter macht). Der Schreibstil war wahnsinnig angenehm, flüssig, gut verständlich aber nicht simpel, hat einen mitfühlen lassen. Toll waren die verschiedenen Perspektiven und besonders gut gefallen hat mir wie viele Dinge nur durch Details impliziert wurden aber man verstanden hat, was damit gesagt werden sollte. Das ist ein feelgood Buch, was ich aus vollem Herzen empfehlen kann und gleich an meine geliebte Schwiegermama weitergeben werde.
Guten Morgen, schönes Wetter heute – Tanja Kokoska
Wir befinden uns in der Siedlung „Am Kirschbaum“, in der 1.583 Menschen leben - irgendwo in einer großen Stadt. Eine der Menschen ist Ina, die tagsüber als Tätowiererin arbeitet und die Abende mit dem Zweitjob an der Hotelrezeption verbringt, um ihren Sohn Henry und sich über die Runden zu bringen. In Herzensangelegenheiten sieht‘s bei ihr mau aus, Henrys Vater hätte die große Liebe sein können, jedoch haben unglückliche Umstände dies verhindert und so muckelt sie sich mit Mut, dem Willen weiterzumachen, Humor und einem guten Musikgeschmack durchs Leben:
„Sie liebte Depeche Mode immer noch.“ (S.23)
In der Siedlung wohnen auch Frau Kaiser, deren Sohn Roland im fernen Japan lebt und die abends, um der Einsamkeit zu entfliehen und um mit jemandem zu reden, in Hotels anruft, und Herr Bello, der eigentlich anders heißt, aber das ist egal, denn auch er ist nach dem Tod seiner Frau allein: mit sich und mit dem Wunsch, in einem Faltenrock zu tanzen.
Bei Samy, dem Wirt der Gaststätte „Zum Plaudern“, drehen sich die Gedanken um Gesundheitsthemen und im Lebensmittelladen von Familie Arslan gibt es allerlei Geheimnisse.
Neu in der Siedlung ist Herr Krämer. Er ist in die Wohnung von Inas Eltern gezogen, alles andere als ein Sympathieträger und null kompatibel mit dem kleinen Mikrokosmos der Siedlung.
Sie alle haben ihren Alltag, ihre Sorgen, die glücklichen und die anderen Momente. Sie kennen einander nur wenig oder flüchtig – doch nach und nach passiert etwas in ihrem Leben. Dinge verändern sich. Dann findet der Baggerfahrer Paco bei Bauarbeiten eine Weltkriegsbombe, die Siedlung wird evakuiert und aus dieser Situation heraus entsteht eine besondere Situation, die die Menschen einander näherbringt.
„Man muss zusammenhalten, so schwer das fällt, denkt sie. Dieser Mann sieht aus, als verstünde er etwas davon. Und auch von geblümter Sehnsucht. Er hat so etwas im Blick.“ (S.87)
Geblümte Sehnsucht – ich liebe diese Formulierung. Bei den Menschen in der Geschichte gibt es sehr viel von dieser Sehnsucht, ebenso wie Geheimnisse, Wünsche und Träume, und Tanja Kokoska erzählt warmherzig und lebhaft davon. Ich könnte nicht einmal sagen, wer mir mehr ans Herz gewachsen ist: Frau Kaiser, die bezaubernde ältere, mitunter leicht vergessliche Dame, Herr Arslan, der sich morgens nach dem Besuch auf dem Großmarkt eine kleine, besondere Auszeit erlaubt, oder seine Frau, die Menschen mit Botschaften in Lebensmittelverpackungen glücklich machen möchte. Oder Ina, eine Protagonistin, die mir nicht nur aufgrund ihres großartigen Musikgeschmacks sympathisch ist.
„Ina mag Apfelkompott.“ Das klingt nach Liebe. Endlich einmal nach Liebe. (S40)
Mir hat der Ausflug in die Siedlung „Am Kirschbaum“ richtig gut gefallen, denn ich mag es, wie die Geschichten langsam ineinander übergehen, die Menschen einander näherkommen und zusammen weniger allein sind. Natürlich verrate ich nicht, ob sich bei Ina in Herzensdingen etwas ergibt… das müsst ihr schon selbst herausfinden.
Ein Zitat von „Element of Crime“, Depeche Mode und The Cure (ja, der beste aller Roberts kommt auch in dem Buch vor) und hin und wieder unnützes Wissen:
„In der Londoner U-Bahn bleiben jedes Jahr achtzigtausend Regenschirme liegen“, merkte Frau Arslan an. (S.36)
Die Kapitel haben schöne Überschriften, es werden Rilke-Gedichte versteckt und sich gemeinsam mutig gegen einen unangenehmen Menschen zur Wehr gesetzt. Einfach wunderbar.
„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist eine Geschichte, in der ich mich beim Lesen absolut zuhause und sehr wohl gefühlt habe. Die Charaktere sind mitten aus dem Leben gegriffen, ihre Geschichten ehrlich und nachvollziehbar.
Ina rennt aus dem Haus, fünf Minuten später, als sie wollte. Sie hetzt einmal um den Block, vorbei an der Obst- und Gemüseauslage der Arslans vor der Zweiundzwanzig. Entlang am Erdgeschoss von Frau Kaiser, die sich vor dem Kühlschrank bückt und die Butter nicht findet, in der Fünfundachtzig. Abgehetzt kommt sie auf dem Behandlungsstuhl ihres Zahnarztes zum Sitzen. Der Blick an die Decke zeigt ihr zwei planschende Delfine, die sich des Lebens freuen.
Ihr Sohn Henry hatte sie heute Morgen mit Kaffee und Müsli geweckt, sie an den Zahnarzt erinnert und daran, dass sie sich ausgiebig die Zähne putzen soll. Sie weiß, dass es umgekehrt sein sollte, aber sie liebt, wie er sich kümmert. Das wird schon bald vorbei sein, denn er schreibt seine letzte Abiturklausur. Schon bald wird er ausziehen und sie fürchtet sich vor dem Alleinsein.
Herr Bello aus der Sechsunddreißig schläft lieber länger, damit der Tag kürzer ist. Seine Frau ist schon vor einigen Jahren gegangen, Knoten in der Brust zu spät erkannt, ging dann ziemlich schnell. Er erwartet nichts mehr vom Leben, vertreibt sich die Zeit gerne mit Malen nach Zahlen, das entspannt ihn so schön.
Frau Kaiser ist seit zwanzig Jahren Witwe und darüber ist sie ganz froh. Ihr Mann war nicht immer nett zu ihr. Sie schaut am liebsten nach vorn. Das hat sie im Krieg gelernt, als sie mit ihrer Mutter flüchtete und eine Bombe ihr Haus traf. Schau nicht zurück, hatte die Mutter gesagt. Sie wohnt im Erdgeschoss und ist die einzige mit einem kleinen eingezäunten Garten, drei mal fünf Meter misst der. Dort blühen gerade Klatschmohn und Gänseblümchen und es brummt und summt, wie nirgends in der Siedlung „Am Kastanienbaum“.
Fazit: Tanja Kokoska, freischaffende Journalistin und Autorin, ist mit ihrem Debüt ein ungemein warmherziger Roman gelungen. Ihre Hauptprotagonistin ist alleinerziehende Mutter, die mehrere Jobs wuppt, um über die Runden zu kommen. Sie hat einen ungemein sympathischen Sohn, der den Vater vermisst, den er nie hatte. Sie leben in einer runtergerockten Siedlung, die einmal von amerikanischen Besatzern bewohnt war. In der näheren Nachbarschaft Ines lebt die türkische Familie Arslan, die einen kleinen Laden betreibt und ganz eigene Probleme hat. Die alte Frau Kaiser, die schlecht zu Fuß und vergesslich ist. Der Herr Bello, der Frauenkleider auch der feinen Stoffe wegen liebt und der Herr Thirugnanasampanthan, was niemand aussprechen kann und der deswegen Samy genannt wird. Er kommt aus Sri Lanka und betreibt die Gaststätte „Zum Plaudern“. In der Siedlung leben 1584 Menschen, die sich kaum begegnen. Jeder lebt sein eigenes Leben. Die Autorin erzählt die Geschichten von acht Menschen, lässt sie sich näherkommen und verbindet sie miteinander. Jede*r von ihnen ist ganz individuell gezeichnet, hat Bedürfnisse und Befürchtungen. In diesem Buch findet sich Toleranz, Zusammenhalt, Freundschaft und zarte Bande, die geknüpft werden, neben rechter Weltanschauung und dem Sterben und alles findet seinen richtigen Platz. Wundervolle Unterhaltung, regelrecht liebevoll. Der Schreibstil hat mich ein bisschen an das ebenfalls wundervolle Buch „Treppe aus Papier“ erinnert.
Klappentext: Diesmal ist es etwas anderes. Darauf hofft Ina jedes Mal, wenn sie sich verliebt. Doch es geht immer schief. Sie arbeitet in einem Tattoo-Studio und wohnt mit ihrem Sohn Henry in der Siedlung »Am Kastanienbaum«, irgendwo mitten in einer großen Stadt. Dort gibt es noch mehr Menschen wie Ina, 1.583 genauer gesagt. Sie leben nah beisammen und bleiben doch allein. Da ist Herr Bello, der am liebsten im Faltenrock tanzt. Samy, der davon träumt, eine Ente zu streicheln. Und Frau Arslan, die Gedichte in Pralinenschachteln versteckt. Sie alle eint die Sehnsucht nach Glück und Verbundenheit. Eines Tages macht Baggerfahrer Paco eine schicksalhafte Entdeckung: Eine Weltkriegsbombe liegt unter der Erde. Darauf geschieht in der Siedlung etwas Wundersames. Die Menschen kommen einander näher, als es möglich schien. Und Ina begegnet dem Mann, mit dem es etwas anderes ist.
„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist ein warmherziger Roman von Tanja Kokoska.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ina. Ina arbeitet in einem Hotel und in einem Tattoo-Studio und lebt mit ihrem 17-jährigen Sohn Henry zusammen. Ina lebt in einer Stadt mit 1.583 anderen Menschen. Doch sie fühlt sich allein, wie viele der anderen Menschen auch. Als bei Bauarbeiten eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden wird, müssen die Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Dabei werden die Menschen aufeinander aufmerksam, lernen sich kennen und rücken ein Stück enger zusammen.
Tanja Kokoska hat für diese Geschichte wunderbare Charaktere zum Leben erweckt. Außer Ina und ihrem Sohn Henry lernen die Leser*innen noch einige andere Charaktere besser kennen. Da sind Herr und Frau Arsalan, sie führen zusammen ein Lebensmittelgeschäft in der Siedlung. Frau Arsalan sehnt sich nach Glück, aber die Sorge um ihre Mutter, die in der Türkei zurückgeblieben ist, lässt sie nicht los.
Herr Bello war früher in einem Möbelhaus tätig, jetzt verbringt er seine Zeit mit Malen nach Zahlen oder tanzt im Faltenrock.
Samy führt die Gaststätte in der Siedlung. Er stammt aus Sri Lanka und auch er hat Träume. Gerne würde er einmal den Eiffelturm sehen oder eine Ente streicheln.
Auch die Witwe Frau Kaiser ist einsam. Ihr einziger Sohn lebt in Japan.
Ein bunter Reigen unterschiedlichster Protagonisten. Die sich näher kennenlernen und aufeinander aufmerksam werden. Tanja Kokoska gibt jedem der Charaktere eine eigene Persönlichkeit. Ich habe sie alle schnell in mein Herz geschlossen. So viele unterschiedliche Menschen, die eng beieinander leben und doch irgendwie allein sind. Es macht Freude mitzuerleben, wie die Menschen sich langsam besser kennenlernen und sich annähern.
Tanja Kokoska erzählt die Geschichte mit viel Gefühl und in einer ganz wunderbaren Sprache. Dabei ist der Schreibstil der Autorin flüssig und gut verständlich. Auf eine ganz wunderbare Weise verarbeitet die Autorin die Themen Einsamkeit, Freundschaft und Nachbarschaft. Das Buch hat mir beim Lesen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist ein Wohlfühlroman, den ich mit Freude gelesen habe.
Eine Bombe in einer Wohnhaussiedlung! Durch dieses Horrorszenario rücken die Menschen in „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ näher zusammen.
Über 1500 Menschen leben in der Siedlung „Am Kastanienbaum“. Die meisten leben isoliert vor sich hin. Als eine Bombe entdeckt wird, werden alle Bewohner in eine Turnhalle isoliert- und lernen sich so kennen…
Ich habe mit „Achtzehnter Stock“ und „Die Straße“ bereits ähnliche Bücher gerne gelesen. Für mich ist es faszinierend, wie die Menschen aneinander vorbei leben und das selbe Ereignis unterschiedlich erleben. Das erhoffte ich mir auch von diesem Buch und wurde nicht enttäuscht.
Im Zentrum des Romans stehen verschiedene Personengruppen. Zum Beispiel Herr Bello, der eine verborgene Leidenschaft hat. Ina und ihr Sohn Henry geben sich Mühe, den Alltag zwischen Arbeit und Schulabschluss hinzubekommen. Und das Ehepaar Aslan hat tiefe Träume. All sie treffen in der Siedlung aufeinander, wobei jeder seine subjektiven Erfahrungen berichtet.
Ich fand den Roman sehr unterhaltsam. Tanja Kokoska beschreibt anschaulich und detailliert, was hinter den Türen geschieht. Dabei achtet sie auf Stereotypen ebenso wie auf Individualisten. Musterschüler Henry zum Beispiel kümmert sich um eine junge Frau, die abgeschoben werden soll. Herr Bello tanzt im Faltenrock. Und Frau Aslan versteckt Gedichte. Das alles ist so typisch- untypisch, dass ich mich köstlich darüber amüsiert habe.
Unterstützt werden die unterhaltsamen Charaktere durch eine authentische Sprache, die direkt von der Straße kommen könnte. Ich hatte den Eindruck, die Gespräche könnten direkt um die Ecke stattfinden. Hinzukommt, dass Kokoska bildhaft und detailreich schreibt. So habe ich auch das Setting vor Augen.
Was das Buch jedoch von den ähnlichen Romanen abhebt, ist, dass es um das Schicksal der gesamten Siedlung geht und alle Charaktere zueinander finden- inklusive Henrys Vater, der am Ende des Romans von seinen Sohn erfährt. Dadurch gerät die Gruppe in den Fokus, wo vorher Individuen waren. Das ist für mich eine tolle Moral. Ich empfehle den Roman jeden, der in „Achtzehnter Stock“ und „Die Straße“ das Gruppengefühl und die entsprechende Moral vermisst hat. Aus meiner Sicht Fünf Sterne.
Die Siedlung „Am Kastanienbaum" klingt malerischer als sie ist. Kastanienbäume gibt es keine mehr, dafür 100 dreistöckige Mietshäuser, in denen früher amerikanische Soldaten wohnten, und heute 1.584 Menschen, die meist nichts voneinander wissen. Da ist Ina, die im Tattoostudio arbeitet, Skelette auf den Fingern tätowiert trägt und eine Lache hat, die Räume füllt. Samy, der sein Wissen ständig teilen muss („Wusstet ihr, dass …") und davon träumt, einen Berg zu besteigen oder einfach zu fliegen. Frau Kaiser, die immer nach vorne schaut. Herr Bello, der am liebsten Frauenkleider trägt und sich kaum aus dem Haus traut. Und noch einige mehr – alle auf der Suche nach Glück und Verbundenheit, alle irgendwie allein. Dann findet ein Baggerfahrer eine Weltkriegsbombe. Die Siedlung wird evakuiert, alle landen in einer Turnhalle – und auf einmal geschehen wundersame Dinge. Was diesen Roman besonders macht, ist schwer in Worte zu fassen. Eigentlich passiert nicht viel Spektakuläres. Und trotzdem: Ich habe das ganze Buch mit einem Lächeln gelesen. Das liegt vor allem an der Erzählerin, die von oben auf die Siedlung schaut, Verbindungen sieht, die den Figuren selbst verborgen bleiben, und dabei so zugewandt und freundlich erzählt, dass man jeden dieser Menschen sofort ins Herz schließt. Auch die, die man auf den ersten Blick vielleicht eher komisch findet. Gerade die. Das Buch spricht auch ernste Dinge an – Einsamkeit, Ausbeutung, das stille Verschwinden von Menschen in der Großstadt. Aber es tut das ohne Schwere. Kein Kitsch, kein falsches Happy End, aber irgendwie immer Hoffnung. Ein Wohlfühlroman im besten Sinne. „Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest" – dieses Gedicht, das im Buch eine zentrale Rolle spielt, trifft den Ton des Romans eigentlich ganz gut.
„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ heißt der neue Roman von Tanja Kokoska. In der Siedlung „Am Kastanienbaum“ leben 1.583 Menschen. Unter anderem Ina, mit ihrem fast erwachsenen Sohn Henry. Ina ist alleinerziehend und arbeitet stundenweise in einem Tattoo-Studio. Glück in der Liebe hat Ina nicht. Auch wenn sie bei jedem Neuen die Hoffnung hat, dass es diesmal anders ist. In der Siedlung leben die Menschen nah beieinander und sind doch allein. Da ist Herr Bello, der Nachbar von Inas verstorbenen Eltern, der gerne im Faltenrock tanzt. Oder Samy, der eine Gaststätte betreibt und gerne mal nach Paris möchte. Frau Arslan, die mit ihrem Mann ein Lebensmittelgeschäft führt, liebt Gedichte und versteckt diese auch gerne in Lebensmittelverpackungen. Sie alle haben noch Träume und sind auf der Suche nach Glück und Gemeinschaft. Eines Tages entdeckt der Baggerfahrer Paco auf der nahegelegenen Baustelle eine Weltkriegsbombe. Die Siedlung muss für die Entschärfung evakuiert werden. In diesen Stunden vor der Evakuierung passiert etwas Wundersames. Die Menschen passen aufeinander auf, rücken näher zusammen und entdecken ihre Gemeinschaft. Und Ina begegnet dem Mann, bei dem dann doch alles anders ist. Der Roman „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ erzählt von mancher Oberflächlichkeit bei Begegnungen und wie sehr wir die Aufmerksamkeit manchmal vermissen. Niemand möchte allein sein und gemeinsam kann man viele Hürden meistern. Die Geschichte um die Menschen der Siedlung liest sich leicht und zeigt uns deutlich, wie auch kleine Gesten Großes bewirken können. Sie lässt an das Gute im Menschen glauben und daran, dass man auch noch Träume haben darf. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen und auch die Protagonisten fand ich sympathisch und überzeugend. Ein Roman, bei dem man ab und zu schmunzelt und einfach Spaß beim Lesen hat.
Wie sähe die unser kleiner Ausschnitt der Welt von oben aus? Eine Frage die immer wieder für die Kastaniensiedlung auf eine besondere Art beantwortet wird. Es ist eine kleine Welt mit mehreren Hochhäusern. In denen Menschen wie Frau Kaiser, älter mit Demenz, Ina mit Henry fast 18 alleinerziehend, Herr Bello, verwitwet, sehr zurückhaltend, Familie Arslan betreuen einen kleinen Lebensmittelladen und wirken unglücklich, Samy, der Koch mit besonderen Herzenswünschen und Pedro, der Baggerfahrer der eine Bombe ausgräbt. Sie alle haben ihre Wünsche, Träume, Ängste und Hoffnungen. Wir dürfen daran teilhaben. Selten ist mir ein Buch untergekommen das solche Emotionen bei mir geweckt hat, dabei kam ich mir nicht wie ein Voyeur vor, denn diese Protagonisten haben mich ein Stück weit eingeladen an ihrem Leben teil zu haben. Ich durfte sie eine Zeitlang begleiten und sie kennenlernen, ihnen zustimmen, mit ihnen lachen und auch traurig sein. Ich habe erfahren das man Bilder oder Geräusche nicht mehr aus dem Kopf bekommt auch wenn sie schon Jahrzehnte darin wohnen, ich glaube das es stimmt denn sowas denkt sich keine Autorin aus, aber man kann sie mit einem anderen zudecken. Vor allem haben es mir aber die passenden Ausschnitte aus den Rilke Gedichten angetan. Wir haben sie vor Ewigkeiten in der Schule gelesen. Als sie hier angesprochen wurden, welche Wirkung sie auf die Menschen haben, kamen gute Erinnerungen daran hoch. Ich glaube kein Dichter kann Gefühle und Hoffnungen so schön beschreiben. Sie passten wunderschön in die Situation und haben am Ende Gutes bewirkt. Ein Buch das nachhält, weiter empfohlen wird und auch mehrmals gelesen. Danke an die Autorin.
In „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ von Tanja Kokoska begleiten wir die Bewohner einer großen Wohnsiedlung, deren Leben sich durch einen Bombenfund aus dem Zweiten Weltkrieg unerwartet miteinander verknüpft. Im Mittelpunkt steht zwar die alleinerziehende Ina, die sich neben ihrem Alltag im Tattoostudio nach einer erfüllten Beziehung sehnt. Erzählt wird jedoch nicht nur ihre Geschichte, sondern die vieler Menschen, die zwar Tür an Tür leben, sich bislang jedoch kaum kennen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass Tanja Kokoska den unterschiedlichsten Figuren und ihren Lebensgeschichten Raum gibt. Nach und nach lernen wir die Bewohner der Siedlung kennen, die mit ihren Eigenheiten und kleinen Marotten sehr lebendig wirken. Selbst die etwas skurrileren Charaktere bleiben dabei glaubwürdig und wachsen einem schnell ans Herz.
Der Roman lebt vor allem von seiner warmen, hoffnungsvollen Atmosphäre. Obwohl Themen wie Einsamkeit, Verlust oder die Sehnsucht nach Zugehörigkeit eine wichtige Rolle spielen, wirkt die Geschichte nie bedrückend. Stattdessen zeigt die Autorin auf sehr schöne Weise, wie aus zunächst fremden Nachbarn nach und nach eine Gemeinschaft entsteht.
Die Handlung verläuft insgesamt eher ruhig und episodenhaft. Große dramatische Wendungen stehen dabei weniger im Mittelpunkt als die vielen kleinen Begegnungen zwischen den Figuren. Gerade diese entschleunigte Erzählweise hat mir gut gefallen. Ernstere Themen werden mit einer angenehmen Leichtigkeit erzählt und immer wieder durch feinen, leisen Humor aufgelockert.
Fazit: „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist ein warmherziger Roman über Gemeinschaft und die kleinen Zufälle des Lebens, der vor allem durch seine liebenswerten Figuren überzeugt.
Eine Siedlung wie es sie in jeder größeren Stadt gibt. Anonymität und Menschen die einsam sind, obwohl sie es nicht müssten. Alltägliche Sorgen, Wünsche und Schicksale. In „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ erzählt Tanja Kokoska Geschichten von Menschen wie Dir und mir. Von Menschen wie Baggerfahrer Paco, Ina, Frau Arslan, Samy und Herrn Bello, die sich räumlich so nah und doch so fern sind, bis eine alte Weltkriegsbombe sie verbindet.
Es war weniger das Cover, als vielmehr die Beschreibung die mich sofort angesprochen und neugierig gemacht hat. Ein Roman der verspricht wieder an „das Gute im Menschen“ zu glauben - na wenn das mal keine hoch gesteckten Ziele sind! Menschen- und Lesemüde wie ich derzeit bin, habe ich mich da direkt mal für die Hörbuchversion entschieden, die übrigens von Ulrike Kriener richtig toll und absolut passend eingesprochen wurde. Ich habe mich von der ersten Silbe an „Am Kastanienbaum“ sehr wohl gefühlt und hatte auch keine Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Ganz im Gegenteil - der emphatische, warme Schreibstil und die liebenswerten, authentischen Protagonisten haben mich sofort abgeholt und mit in ihre Welt genommen. Eine Welt voller bedeutungsstarker Alltäglichkeiten, Gedanken, Einsamkeit und Sehnsüchte, denen sich Tanja Kokoska auf bemerkenswert einfühlsame, leichte und doch ehrliche Weise annimmt und Menschlichkeit einhaucht.
Fazit: Irgendwie war es Balsam für die Seele und ein Genuss diesem Hörbuch zu lauschen. „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist eine gleichermaßen unterhaltsame, wie schön erzählte, aktuelle und berührende Geschichte. Sie öffnet das Herz und regt ganz sicher auch zum nachdenken an. Auf jeden Fall sehr Lesens- oder auch Hörenswert!
Guten Morgen, schönes Wetter heute, von Tanja Kokoska
Cover: Viel zu grafisch, für diesen wunderbar warmen Roman. Wenn auch die vielen Wohnungen passen, denn im Buch geht es um viele Bewohnern einer Siedlung.
Inhalt und meine Meinung:
Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest. Und lass die jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken lässt .
Dieses wunderbare Gedicht spielt eine zentrale Rolle in diesem berührenden Roman. Wir sehen von oben auf eine x-beliebige Siedlung und ihre Bewohner. Sie leben nicht miteinander, sondern nebeneinander her. Jeder in seinem Alltagstrott und mit seinen eigenen Problemen beschäftigt. Mitten drin Ina und ihr Sohn Henry. Doch eines Tages gibt es einen Cut der sie zu einer Pause zwingt und das Schicksal in andere Bahnen lenkt.
Die Autorin erzählt in einer poetischen und wunderbar warmen Art die Geschichtete von vielen Menschen und wie es ausreichen kann wenn eine kleine Unterbrechung viele Steine ins Rollen bringt und sich das Leben von vielen auf einmal positiv ändert.
Autorin: Tanja Kokoska wurde 1971 in Frankfurt am Main geboren. Sie war viele Jahre Redakteurin der Frankfurter Rundschau. Inzwischen arbeitet sie als freischaffende Journalistin und Autorin, unter anderem für die Satireseite "Die Wahrheit" (taz). Sie lebt nach wie vor in Frankfurt.
Mein Fazit: Ein wunderbarer Roman, voller Emotionen und Wärme der die Hoffnung stärkt, dass das Leben sich immer wieder und jederzeit, zum besseren wenden kann ohne große Anstrengung und eigene dazutun. Ich habe jede Seite genossen. Von mir eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.
Ist in der Siedlung "Kastanienhof" eine Wohnung frei? Ich bin mir sicher, wenn ihr das Buch gelesen habt, stellt ihr die gleiche Frage.
Ich bin mit sämtlichen Ohrwürmern von Roland Kaiser infiziert worden. Das ist der älteren Dame Frau Kaiser geschuldet, die ihrem Sohn den Namen Roland gab. Verwechslungen sind vorprogrammiert.
Ich mochte die Menschen aus der Siedlung. Viele von ihnen haben sich untereinander erst kennengelernt, als sie ihre Wohnung verlassen mussten, weil in unmittelbarer Nähe der Baggerfahrer Paco auf eine Weltkriegsbombe stieß, die entschärft werden musste.
Auch in zwischenmenschlichen Beziehungen galt es, Bomben 💣 zu entschärfen. Da ist eine Frau, die sich darüber klarwerden muss, was sie eigentlich wirklich will. Eine Mutter erzählt ihrem Sohn, dass sie nun weiß, wo sein leiblicher Vater lebt. Ein Witwer frönt seiner Lust, Frauenkleider zu tragen. Der leise Mann wird lauter und bemerkt, wie gut sich das anfühlt.
Paco hofft auf mehr Beachtung bei seinen Mitmenschen, da er ja so einen abenteuerlichen Fund hatte.
Der flüssige Schreibstil bringt die Macken der Figuren sehr gut rüber. 1583 Menschen wohnen in der Siedlung; davon durfte ich ein paar wunderbare Freundschaften miterleben. Einige gab es schon, einige haben sich entwickelt. Das Thema "arbeiten ohne Arbeitserlaubnis" und die damit verbundene Ausnutzung junger Asiatinnen erleben wir in einem Nagelstudio. Ich habe ein Roboterhündchen erlebt, das ohne Vorwarnung pupst.
Eine Bombe 💣 hat dafür gesorgt, dass einsame Menschen sich näherkommenn. Ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen.
„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ von Tanja Kokoska ist ein Gesellschaftsroman, der die Lebensgeschichten verschiedener Menschen in einer Siedlung miteinander verknüpft. Der allwissende Erzähler gewährt Einblicke in ihre Gedanken, Wünsche und Sorgen und zeichnet so ein realistisches Bild unserer Gesellschaft.
Trotz dieses interessanten Ansatzes konnte mich der Roman nicht wirklich überzeugen. Die Handlung verläuft sehr ruhig und plätschert über weite Strecken vor sich hin ohne mich emotional zu berühren oder neue Perspektiven zu eröffnen.
Weniger gelungen fand ich auch die Namensgebung einiger Figuren (Herr Bello, Pitzi, Roland Kaiser), die auf mich teilweise etwas gekünstelt wirkte. Aber das ist natürlich Geschmacksache.
Auch manche Szenen erschienen mir wenig glaubwürdig, etwa als die Polizei mit Herrn Krämers Mutter telefoniert oder als ein Polizist für Ina ein Fotoalbum und Tampons aus ihrer Wohnung holen soll.
Gut gefallen hat mir dagegen Herr Garcias, der mit seinem Lebensmotto "Tu etwas aus vollem Herzen" mit großer Leidenschaft seinem Beruf als Baggerfahrer nachgeht. Außerdem gefiel mir Frau Arslan, die kleine Gedichte in ihrem Laden versteckt und damit anderen unbemerkt eine Freude bereitet. Auch Ina ist eine sympathische Figur, die ihr Leben allein meistern muss. Herr Krämer hingegen verkörpert den Typ Mensch, der ständig Unruhe stiftet, anderen auf die Nerven geht und damit ebenfalls sehr realistisch wirkt.
Insgesamt bildet der Roman den Alltag gewöhnlicher Menschen glaubwürdig ab. Für mich blieb die Geschichte jedoch zu ereignisarm.
Das Hardcover ist sehr hochwertig gestaltet, mit Lesebändchen und Schutzumschlag. Die Vorder- und Rückseite sind als bunte Hausfassade mit vielen einzelnen Wohnungen gestaltet. Vorne durch den Titel unterbrochen und hinten mit einer Inhaltszusammenfassung und zwei Zitaten. Auf der vorderen Klappe ist fast schon eine Art Leseprobe abgedruckt, auf der hinteren ein Autorinnen-Portrait.
Der Schauplatz der Geschichte ist die Siedlung “Am Kastanienbaum”. Dort leben 1583 Menschen, mehr oder weniger nebeneinander her. Als roten Faden würde ich jedoch Ina, alleinerziehende Mutter mit zwei Jobs und ihren fast 18 jährigen Sohn Henry bezeichnen. Nach und nach lernen wir auch noch ein paar weitere Bewohner der Siedlung kennen. Der Wendepunkt dieses nebeneinander her Lebens ist der Fund einer Weltkriegsbombe und die Evakuierung der Siedlung.
Mir hat das Buch gut gefallen, der Schreibstil ist mal was anderes. Die Geschichte wirkt im ersten Moment nicht zusammenhängend, ist sie aber dann doch. Sie springt zwischen den einzelnen Bewohnern der Siedlung hin und her, lässt uns einen Einblick in die verschiedenen Welten bekommen und führt am Ende alles zu einem guten Ende zusammen. Vielleicht sollten auch wir wieder mehr hinsehen, uns Dazusetzen und weniger nebeneinander her leben.
'Guten Morgen, schönes Wetter heute' - das ist nicht nur eine alltägliche Smalltalk-Floskel, ähnlich wie "Na, wie geht's?", sondern auch der Titel des Romans von Tanja Kokoska. Und genau dieses Buch möchte ich euch heute ans Herz legen. 😃
Die Geschichte spielt in einer Großstadtsiedlung, in der 1583 Menschen miteinander - oder vielleicht eher nebeneinander - leben. Wir begleiten einige von ihnen und erhalten Einblicke in ihre Sehnsüchte, Ängste, Hoffnungen und Träume. Dabei erzählt der Roman von den kleinen und großen Dingen des Lebens: davon, dass man manchmal mutig sein muss, loslassen sollte, genauer hinsehen darf und wie wichtig die kleinen Gesten sind, die unser Miteinander zusammenhalten.
Auf die einzelnen Figuren möchte ich gar nicht so sehr eingehen, denn der Klappentext verrät bereits ein wenig über sie. Aber eines muss ich unbedingt erwähnen: Ich fand alle Charaktere unglaublich lebendig und liebevoll gezeichnet. Jede einzelne Geschichte hatte ihren Reiz. Besonders berührt hat mich jedoch die Geschichte der Familie Arslan - warum, das dürft ihr gerne selbst herausfinden.
Dieses Buch verbindet Tiefgründigkeit mit einer wunderbaren Leichtigkeit und hat mir beim Lesen sehr viel Freude bereitet. Deshalb kann ich meine Empfehlung vom Anfang nur wiederholen: Lest es! Ich glaube, dass diese Geschichte viele Menschen begeistern wird. 📚✨️
So schön verspielt Ich weiß gar nicht, was das Interesse an diesem Buch bei mir stärker hervorgerufen hat - das wunderschöne Cover oder das Versprechen, dass das Buch den Glauben an das Gute im Menschen zurück gebe.
Im zweiten Punkt war ich skeptisch, klar, das Cover nimmt einem ja keiner mehr. Das Versprechen klingt sehr marketinglastig und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Fiktion so etwas einlösen kann.
Das Buch selbst hat indes auf jeden Fall eine sehr, sehr positive Haltung und überrascht immer wieder mit kleinen bezaubernden Ideen. Ideen, die Trost im Alltag spenden. Spielerische Einfälle, dem Leben zu begegnen. Spiele, die Beziehungen zwischen Menschen stiften.
Darin erinnert das Buch mich etwas an das Buch „Der Flügelschlag des Paarfalters“ des Wiener „Alltagspoeten“ Andreas Rainer, das ebenfalls Menschen auftreten lässt, die den Ernst des Lebens mit kleinen verspielten Marotten untergraben.
„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ gefällt mir noch etwas besser, das Buch ist wunderbar leicht, ohne die Mühsal des Lebens zu leugnen. Ich bin bezaubert.
Eine große Empfehlung, wenn eine Lektüre gesucht wird, die positive Vibes hinterlässt. Ganz ohne Kalenderspruchhaftigkeit und Kitsch. Nachteil: Ich würde jetzt gerne weiter lesen. Oder erbitte Teil II (pronto!).
Dieses Debüt hat mich von Anfang an begeistert! Schon das bunte, farbenfrohe Cover zieht einen magisch an und verspricht eine Lebendigkeit, die sich im Inneren der Geschichte absolut widerspiegelt. Der Roman nimmt uns mit in die Siedlung „Am Kastanienbaum“, wo wir abwechselnd die unterschiedlichsten Bewohner besuchen dürfen. Die Charaktere sind unglaublich liebevoll, facettenreich und nahbar gezeichnet: Da ist die tätowierte, alleinerziehende Mutter Ina mit ihrem Sohn Henry, der schrullige Herr Bello, ein schmetterlingsängstlicher Bösewicht und sogar ein Roboter namens Hanuta. Als die Siedlung wegen einer Bombenevakuierung plötzlich in einer Turnhalle zusammengewürfelt wird, sitzen alle im selben Boot. Aus der anfänglichen Anonymität entsteht eine wunderbare Dynamik, in der die Menschen aufeinander zugehen, Vorurteile abbauen und sich näherkommen. Der Schreibstil ist lebendig, bildhaft und voller Wärme. Die Autorin schafft eine perfekte Balance zwischen bewegenden Momenten und humorvollen Szenen. Gelegentlich wiederholen sich manche Charakterbeschreibungen (wie der ständige Vergleich von Herrn Bello mit einem alten Bundeskanzler) ein wenig zu oft, was dem Lesefluss aber kaum schadet.
In "Guten Morgen, schönes Wetter heute" geht es um die Bewohner der Siedlung "Am Kastanienbaum", die dicht nebeneinander und doch oft allein leben. Als eine Weltkriegsbombe unter der Erde entdeckt wird, bringt die ungewöhnliche Situation die Bewohner einander näher.
Die Geschichte hat mich ein wenig an "Die Straße" von Robert Seethaler erinnert. Während mir dessen Erzählweise allerdings etwas zu fragmentarisch war, hat Tanja Kokoska hier für mich die gelungenere Umsetzung gefunden: Man lernt die vielen Bewohner nach und nach kennen und baut eine Beziehung zu ihnen auf. Die Charaktere sind dabei vielfältig, teilweise skurril, gleichzeitig haben ihre Geschichten etwas warmherziges. Besonders Ina und Henry sind mir ans Herz gewachsen.
Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen. Ich habe zwar ein paar Seiten gebraucht, um richtig in die Geschichte hineinzufinden, danach wollte ich das Buch aber kaum noch aus der Hand legen. Einige Zufälle und Entwicklungen wirken bei genauerem Hinsehen vielleicht etwas konstruiert. Mit der rosaroten Brille hat das für mich aber wunderbar zu diesem besonderen Roman gepasst.
Alles in allem ein warmherziger Roman über Zusammenhalt und die kleinen Verbindungen im Leben, die so wertvoll sind.
Ein Buch über das Alleinsein inmitten von 1583 Menschen.
In der Straße ‚Am Kastanienbaum‘ leben Menschen wie Ina, die ihren Sohn Henry allein erzieht, Frau Kaiser, deren Sohn in Japan lebt, Herr Bello, dessen Frau gestorben ist, Samy, dem das Restaurant ‚Zum Plaudern‘ gehört, und die Familie Arslan, die einen türkischen Laden betreiben. Sie alle leben vor sich hin und kommen wenig miteinander in Kontakt. Das ändert sich, als aufgrund eines Bombenfunds die Straße evakuiert werden muss.
Tanja Kokoska hat einen Gesellschaftsroman voller Wärme und Menschenliebe geschrieben, der eine Welt beschreibt, in der wieder miteinander geredet wird, man einen toleranten und freundlichen Umgang pflegt und beschreibt, welch heilende Wirkung dies auf die Betroffenen hat. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, die Protagonisten waren mir von Anfang an sympathisch, sodass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Man fliegt nur so durch die Seiten.
Gerne empfehle ich dieses Wohlfühlbuch allen weiter, die in eine bessere Welt eintauchen wollen.
Mit der Siedlung am Kastanienbaum erschafft die Autorin einen Ort voller liebenswerter und authentischer Charaktere. Die Leserschaft begleitet die alleinerziehende Ina und ihren Sohn Henry, der nach dem Schulabschluss von einem Auslandsjahr träumt, sich jedoch nicht traut, seiner Mutter davon zu erzählen. Ebenso lernen wir Herrn Bello mit seiner neu entflammten Leidenschaft kennen, Frau und Herr Arslan, deren Lebensmittelgeschäft ebenso viel Raum einnimmt wie ihre Liebe zur Poesie, sowie Frau Kaiser, die sehnsüchtig auf den Besuch ihres Sohnes Roland wartet und stattdessen mit einer unerwarteten Wendung konfrontiert wird. Ergänzt wird das Figurenensemble durch Samy, den Betreiber der Gaststätte, Anh aus dem Nagelstudio und den Baggerfahrer Paco, dessen Entdeckung weitreichende Folgen hat. Durch die regelmäßigen Perspektivwechsel erhält man tiefe Einblicke in die Gedanken, Wünsche und Ängste der einzelnen Figuren. Nach und nach entsteht ein stimmiges Gesamtbild einer Nachbarschaft, in der ganz unterschiedliche Menschen leben, die trotz ihrer Verschiedenheit füreinander einstehen, wenn es darauf ankommt. Besonders gefallen hat mir die warme Wohlfühlatmosphäre, die Tanja Kokoska erschafft. Ihre Figuren wirken realistisch und echt – Menschen, wie man ihnen im Alltag tatsächlich begegnen könnte. Jeder einzelne Charakter trägt auf seine Weise zur Geschichte bei und macht den Roman zu einer berührenden Erzählung über Gemeinschaft, Zusammenhalt und Menschlichkeit. Ich konnte jeder Figur etwas abgewinnen und habe den Roman als echte Bereicherung empfunden. Für mich ist Guten Morgen, schönes Wetter heute eine klare Leseempfehlung.
Zum Inhalt: Eigentlich will Ina sich doch nur in den richtigen Mann verlieben, aber irgendwie geht das immer schief. Gemeinsam mit ihrem Sohn wohnt sie zusammen in einer Siedlung und arbeitet in einem Tattoo-Studio. Und in ihrer Umgebung gibt es viele Menschen wie sie. Sie wohnen zwar in der Nähe, aber sind doch allein. Doch dann geschieht etwas, was die Menschen in der Siedlung zusammen bringt. Meine Meinung: Was für ein warmherziger Roman. Es war schön, wie so langsam aus Fremden, die sich maximal gegrüßt haben, nach und nach Freunde werden. Klar, an der ein oder anderen Stelle waren die Zufälle, die dazu führten etwas arg konstruiert, nahm aber der Geschichte trotzdem nicht den Zauber. Vor allem werden viele auch ernste Themen aufgegriffen und auch gut geschildert, das hat mir gut gefallen. Es hinterlässt auch so ein Gefühl von, lass doch mal hinter die Fassade der anderen schauen. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich auch gut gelesen fand. Fazit: Warmherziger Roman
Einfach ein schönes Buch! - Manchmal kommt ein Buch genau zum richtigen Zeitpunkt. „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist für mich so ein Buch. Es hat mich auf eine ganz besondere Art berührt und mir gezeigt, wie schön eine Welt sein kann, wenn wir alle mit mehr Offenheit, Freundlichkeit und einem liebevollen Blick aufeinander zugehen würden.
Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, in eine kleine heile Welt einzutauchen. Nicht, weil dort alles perfekt ist, sondern weil die Menschlichkeit, die Wärme und die kleinen Gesten so viel Raum bekommen. Es ist eine Geschichte, die daran erinnert, dass ein Lächeln, ein nettes Wort oder ein offenes Ohr manchmal viel bewirken können.
Besonders gefallen hat mir die Sprache. Sie ist so warm, bildhaft und voller kleiner schöner Momente. Die Worte sind fast wie Blumen, die nach und nach aufblühen. Man fliegt durch die Seiten und möchte gar nicht, dass die Geschichte schon wieder vorbei ist.
Das bunte Cover ist sehr auffallend und ansprechend und der Titel verspricht einen Feel-Good-Roman. Man taucht gleich ein in das alltägliche Leben in der Siedlung am Kastanienweg. Dort treffen wir unter anderem auf Ina und ihren Sohn Henry, die nicht wissen, wer Henrys Vater ist, und den Neuzugang Herrn Krämer, der eine Vorliebe für blaue Nickipullover hat.
Tanja Kokoska lässt uns in ihrem Debütroman Einblick nehmen in die Gedankenwelt ihrer Charaktere. Leider muss ich sagen, dass diese für mich trotz allem nicht wirklich zugänglich wurden und die Autorin mich unterwegs verloren hat. Für mein Empfinden war das Buch zu kurz, um alle Beteiligten ausreichend zu beleuchten und blieb daher zu oberflächlich. Ja, am Ende wird der Leser mit dem guten Gefühl zurückgelassen, dass es immer einen Lichtstreif am Horizont gibt und Empowerment möglich ist, mir war das aber zu belanglos.
Dies ist eines dieser Bücher, wo mich das Cover bereits davon überzeugt hat, dass dieses Buch genau das Richtige für mich ist. Inhalt: Im Vordergrund dieser Geschichte stehen die Mieter der Kastanienbaum Siedlung, die eigentlich alle am liebsten für sich alleine bleiben. Doch dann passiert etwas Unerwartetes und die Mieter kommen sich untereinander etwas näher. Ich habe bei der Beschreibung zum Buch den Satz „Dieses Buch lässt Sie wieder an das Gute im Menschen glauben“ gelesen und finde, dass diese Aussage es auf den Punkt bringt. Die Autorin setzt sich perfekt mit dem Thema Einsamkeit auseinander und skizziert Charaktere mit Tiefe und Geschichte und Charakter.