Ein fulminanter historischer Roman – von der Sehnsucht nach grenzenloser Freiheit. Wortgewaltig, lebendig, unwiderstehlich. Irland, um 1700: Anne Bonny kommt als uneheliches Kind zur Welt und wird von ihrem Vater als Junge aufgezogen. Die Männerkleider verschaffen ihr Vorteile, aber Anne will sie selbst sein. Als junge Frau gilt sie als die »verlockendste und herausforderndste Schöne« von ganz Charles Towne. Doch »irgendeinen dieser gelackten Affen heiraten«? Nie im Leben! Zu groß ist Annes Hunger nach Freiheit, zu stark ihr Traum vom wilden Leben im sagenhaften Piratenreich »Libertalia«. Annes Herz entflammt für den Piratenkapitän James Bonny – sie brennt mit ihm durch und geht auf wüste Kaperfahrt durch die Karibik ...
Wir befinden uns in Irland um das 1700 Jahrhundert herum, als Anne Bonny geboren wurde. Sie ist ein uneheliches Kind und wird von ihrem Vater als Junge aufgezogen. Schnell begreift sie, dass die klassische Rollenverteilung ihr gehörig gegen den Strich geht und sie reißt aus, um als Pirat das Land »Libertalia« zu finden.
Ich habe dieses Buch gesehen und es war Liebe auf den ersten Blick. Das Buch hat mich förmlich angeschrien: “Nimm mich mit!” und ich habe es mitgenommen. Außerdem geht es hier um eine Piratengeschichte, also warum nicht. Ich war neugierig und die ersten 100 Seiten haben mich doch ganz gut gefesselt.
Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, bin ich (keine Ahnung mehr wie) auf eine Rezension gestoßen, die das Buch runtergemacht hat, weil der Feminismus auf die Nerven ging. Zu dem Zeitpunkt habe ich gedacht: “Komisch, ist doch gar nicht so schlimm.” Die nächsten zwei, zweieinhalb Monate habe ich das Buch dann nicht mehr angerührt, weil es irgendwo auf Seite 120 die Spannung und dadurch mich verloren hat.
Vor ein paar Tagen habe ich es noch einmal versucht und nach ein paar Seiten gedacht: “Geht ja.” und gelesen. Die letzten 100 Seiten waren aber eine Qual und ich konnte fast nicht mehr aufhören den Kopf zu schütteln. Selten hat mich eine Protagonistin so genervt.
!Achtung könnte Spoiler enthalten!
Zunächst war sie die geliebte Tochter, obwohl als Junge aufgezogen, wollten ihre Eltern sie in der Pubertät wieder umkrempeln und verheiraten. Sie stellt sich quer, soweit noch nachvollziehbar. Sie kritisiert aber nicht nur die Bekehrungsversuche ihrer Eltern, sondern auch den Umgang mit Sklaven. Gut, komm ich auch noch mit klar. Aber als sie dann zu einer wunderschönen jungen Frau heranreift, der die Männer reihenweise hinterstarren “und ich war mir sicher, dass er mir nachsah”, wird es skurril. Sie scheint keine Schwächen zu haben, sieht gut aus, kann kämpfen, verdreht den Männern reihenweise den Kopf, beherrscht einige medizinische Grundlagen, freundet sich mit jedem an, hat das Zeug zum Piratencapitain, … und kann sich selbst irgendwie immer aus einer misslichen Lage befreien oder wird befreit. Sie beschwert sich, wenn man(n) nicht nur ihr allein verfallen ist, vergnügt sich aber gern noch anderweitig. Genug zur Protagonistin, ich möchte euch ja nicht die ganze Spannung nehmen ;)
Die Handlung … Tja, vielleicht ganz nett, aber es gibt keinen Antagonisten – zumindest keinen, der unserer Protagonistin gefährlich werden könnte. Sie kann gut fechten und beherrscht auch Schusswaffen, mit denen sie im Duell immer als Siegerin hervorgeht. Und nein, sie ist so gnädig, wie kein Zweiter: Will im Duell keinen töten, beim Überfall kein Blut vergießen, wenn es dann doch passiert, hat sie es nicht gewollt. Und am Ende, als sie ihre Liebhaber verliert, bemitleidet sie sich selbst. Buhu! (Entschuldigt, wir sind schon wieder bei der Protagonistin!) Im Grunde plätschert die Handlung nur so dahin und wir wissen, auch die verzwickteste Lage ist nicht verzwickt genug, um der lieben Anne … ja was, gefährlich zu werden, sie schwer zu verletzen, den Leser gebannt innehalten zu lassen?
Dazu kommt, dass die Handlung für mich im letzten Drittel so vorausschaubar war. Ich habe gedacht, das kanns doch jetzt nicht sein, lass es bitte nicht passieren, das wäre zu viel des Guten (?). Aber nein, sie muss sich ja zufällig in jemanden verlieben, der sich dann auch als Mann verkleidet und ebenso wie sie eigentlich eine Frau ist. Natürlich kann auch diese Liebe nicht lange halten, denn diese andere Frau, fühlt sich zu einem Leben hingezogen, dass der guten Anne nicht passt und sie lässt sie (oh wie gnädig) mit ihrer neuen Liebschaft ziehen. (Daraufhin bemitleidet sie sich übrigens selbst)
Mir ist schon klar, dass Anne überleben muss, hat sie doch ein historisches Vorbild, das irgendwann spurlos verschwunden ist. Aber so? Ich finde es auch gut, wenn jemand mit seiner Geschichte die Augen öffnen will über Zustände, die echt nicht in Ordnung sind. Aber so viel? So belehrend? Das mag niemand! Ich hatte den Eindruck, dass Anne eher weniger ihrer Zeit gemäß, als eher unserer Zeit gemäß denkt. Das hat irgendwie nicht gepasst.
Die Bücher von Sarah Lark, die ich gelesen habe, behandeln auch die Sklaverei, gehen kritisch mit ihr um und prangern sie an, aber das passiert auf eine sanftere Art und eher nebenbei und nicht so, als würde man einen Brocken hingeworfen bekommen á la “Friss oder stirb”.
Ach, noch eine kurze Zwischenbemerkung, bevor es wieder positiver wird. Die Protagonistin ist perfekt und hat kaum Fehler, die ihr irgendwie im Weg stehen – und sie heißt Anne. Die Autorin Anna. Hm … Hätte ich nicht vor kurzem einen Artikel über Mary Sue gelesen, dann hätte ich jetzt wohl keinen passenden Ausdruck dafür gefunden. Und mir scheint er in Anbetracht dieser Tatsachen wirklich sehr passend.
Was allerdings wieder positiv anzumerken ist, ist der Schreibstil. Das Buch liest sich flüssig und wirklich schnell. 100 Seiten am Tag sind keine große Kunst, obwohl ich wirklich nicht schnell lese. Allerdings gab es eine Stelle, an der ich mich doch sehr veräppelt gefühlt habe, weil Annes Gedanken sich schon zu arg auf wenigen Seiten wiederholt haben.
Fazit: ♥/♥♥♥♥♥
Ich habe lange darüber nachgedacht, wie viele Herzchen ich diesem Buch geben möchte. Zwei erscheinen mir zu viel, eins etwas zu wenig, obwohl ich durch die letzten Seiten gehetzt bin und froh war, dass ich das Buch beendet hatte. Bleibe ich bei 1,5 Herzchen, möchte aber oben nicht aufrunden. Das Cover und die Idee sind auf jeden Fall ein Pluspunkt, wobei für mich leider die Protagonistin am meisten schwächelt, obwohl sie doch neben der Handlung erst einmal das wichtigste ist. Die Handlung ist irgendwie … ja, plätschernd, was vielleicht auch zum Thema passen mag, wir befinden uns den größten Teil auf offener See und den anderen auf Inseln.
Anne Bonnys Geschichte hat mich schon immer fasziniert, daher habe ich mich echt gefreut, dass es einen neuen Roman über sie und ihr Leben gibt. Ich wurde in keinster weise enttäuscht. Schon von Beginn an hat der Leser das Gefühl hautnah dabei zu sein und das Geschehen direkt mit zu erleben. Man leidet mit Anne, man fühlt sich glücklich wenn sie es ist. Ihre Reise über die Weltmeere ist gleichzeitig auch eine Reise zur Findung ihrer selbst. Die Geschichte der mutigen Piratin die sich gegen alle Konventionen wehrt und ihr Leben nach ihren Regeln bestimmt, brilliant erzählt. Für alle Piratenfans :) Daumen hoch.
Erster Satz: "Euer Mahl, Majestät" sagt Finch und wirft mir einen Kanten Brot vor die Füße, und den Napf mit dem brackigen Wasser stellt er daneben."
Das Buch ist im schlichten Grau gehalten und außer einem orange-goldenen Piratenschiff, zu dem viele dunkle Akzentlinien führen, die den Blick sofort auf sich ziehen, ist nichts zu sehen. Die schlichte Aufmachung gefällt mir aber trotzdem sehr, da man durch das Totenkopf-Zeichen auf der Flagge des Schiffes sofort erkennt, dass es sich um eine Piratengeschichte handelt.
Denn das ist „Das Herz von Libertalia“: ein spannender Piratenroman in dem durch das Leben von Anne Bonny die Individualität der Frauenrolle im Vordergrund steht und man zusammen mit Anne auf die rasante Reise auf der Suche nach "Libertalia" geht. Die Geschichte startet mit einer Rückblende und beginnt dann chronologisch. Anne- die Königin der Karibik, sitzt im Kerker von Spanish Town und wartet dort auf die Hinrichtung. Zwischen Fleckenfieber, Cholera und Tuberkulose blickt sie zurück auf ihr Leben. Sie erzählt von der großen Liebe ihrer Eltern und ihrer unbeschwerten Kindheit in Irland, wo sie zum ersten Mal von "Libertalia" hörte. Von diesem Tag an träumt Anne davon diesen wundervollen Ort, an dem jeder sein darf wie er ist und wo alle Menschen frei sind und in Frieden und Respekt miteinander leben, zu finden. Doch dann beschließt ihr Vater sie nach Cork zu holen. Als Junge verkleidet erhält sie dort Unterricht. Eine Weile funktioniert das gut, Anne fühlt sich frei, sie verbringt viel Zeit am Hafen und findet dort Freunde. Als ihr Vater sich beruflich verändern muss, verschlägt es die kleine Familie in die Neue Welt. In South Carolina wird von Anne verlangt eine brave Pflanzertochter zu werden. Sie soll Buttercremekleider und Perlenschühchen tragen, artig schreiten und knicksen, und sich den ganzen Tag mit langweiligen, geistlosen Dingen beschäftigen. Doch Anne hat das wilde Blut, sie lässt sich nicht zügeln, sie sehnt sich nach ihrer verlorenen Freiheit. Und das Schlimmste- Pflanzertöchter heiraten mit 16, in Anne sträubt sich alles dagegen und sie wählt einen anderen Weg: sie wird Piratin. Wird er sie nach Libertalia führen?Die Spannung baut sich zunächst langsam auf, während wir Annes Kindheit und Jugend erzählt bekommen, steigert sich dann aber zügig und gerade das Ende ist dann noch mal sehr packend.
"Erst hatte mich die Unruhe nur wie ein hungriges Kätzchen umschlichen, aber inzwischen fraß sie mich auf."
Die Story um Anne Bonny, die Königin der Karibik, wurde von Anna Kuschnarowa nicht bloß erfunden: sie hat alles, was über die Piratin Anne Bonny, die anfangs des 18. Jahrhunderts in Männerkleidung die Karibik unsicher machte, zusammengetragen und einige Lücken mit ihrer Fantasy gefüllt. So entstand dieser wunderbare, herzergreifende aber auch heftige Abenteuerroman, der absolut nichts schönt! Denn "Das Herz von Libertalia" ist weniger eine "echte" Piratengeschichte mit romantisierten Vorstellungen, als viel mehr eine realistische Darstellung des Lebens von Anne Bonny. Manche Szenen sind sehr brutal und rücksichtslos, sodass man fast nicht mehr weiterlesen will, doch das gehört auch dazu. Denn das Leben als gesetzloser Pirat auf hoher See war nicht leicht, genauso wenig wie das gesellschaftliche Leben der Auswanderer. Ob es sich um den Zwang zur Heirat handelt, die Rechtelosigkeit der Frauen, die Unverfrorenheit, mit der Piraten sich einfach nahmen, was ihnen gefiel, ohne Rücksicht auf menschliche Verluste - und die Endgültigkeit, mit der sie im Umkehrschluss letztlich am Galgen endeten. Dieser Roman bedient viele verschiedene Themen, und langweilig wurde es mir beim Lesen eigentlich nie. Annes Leben wird uns direkt aus der Ich-Perspektive berichtet, wodurch wir an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben konnten. Da sie sich eher wie ein Mann gibt, denkt sie eben auch wie einer und so ist sie mehr in sich gekehrt und macht viele Probleme nur mit sich selbst aus. Aufgrund der Perspektivenwahl ist der Leser aber zu jeder Zeit bestens informiert und verpasst nichts. Sie ist ein extrem starker und wilder Charakter der sich ständig in der Entwicklung befindet und sich durch schmerzvolle Erfahrungen ihren eigenen Weg sucht.
Der Schreibstil ist zwar dem Zeitalter angepasst - gerade in den Dialogen ist die Wortwahl oft sehr speziell - aber sonst herrlich unkompliziert gehalten, sodass man die Geschichte flüssig lesen kann.
Die Idee von "Libertalia", welches alle suchen, fand ich wirklich mega schön, wenn auch eine absolute Utopie. Dass Anne aber daran glaubt, an sich selbst, an andere Menschen, an die Freiheit, macht dieses Buch so besonders. Denn zwischen all den Kämpfen kommen auch leise Töne zum Vorschein. Werte wie Liebe, Freundschaft, Ehrlichkeit, Kameradschaft und die Suche nach dem wahren Selbst, stehen hier im Mittelpunkt!
„Libertalia ist ein Ort, an dem jeder so sein darf, wie er ist. Wo die Menschen frei sind und einander in Frieden und Respekt leben lassen.“
Fazit:
Insgesamt haben wir es mit einem packenden historischen Abenteuer zu tun, das so viel mehr als furchtlos Kämpfe zu bieten hat. Werte wie Liebe, Freundschaft, Ehrlichkeit und Kameradschaft stehen hier definitv im Vordergrund, trotzdem eher nichts für "zarte Seelchen"! Trotzdem: Kapert das Sofa und lest dieses Buch!
Oder ist Glück nicht ohnehin immer nur auf der Durchreise? Eine vergängliche, freudige Aufwallung, ein kurzer Sturm, auf den die lange Flaute des Alltäglichen folgt, so lange, bis sich irgendwann etwas Neues, ein neuer Sturm, am Horizont abzeichnet?
Ich war komplett überrascht als ich feststellte, dass ich knapp die erste Hälfte fast komplett am Stück durchlas. Ich war direkt in Annes Zeit zurückversetzt und fieberte mit ihren Erlebnissen mit. Gleich zu Beginn kommt direkt "Fluch der Karibik" Stimmung auf und ich war neugierig herauszufinden, wie Anne sich auf einem Piratenschiff wiederfindet. Doch leider zog sich das Buch im letzten Drittel sehr. Ich habe die Lust an der Geschichte verloren, da es irgendwann doch sehr eintönig wurde. Ihr außerordentlichen Talente konnte ich ihr irgendwann auch einfach nicht mehr abkaufen. Positiv überrascht war ich jedoch, dass Themen wie Menstruation, Sex, und sogar 'Freudenspender' offen angesprochen wurden.
Der Schreibstil der Autorin ließ sich jedoch sehr gut lesen, auch wenn ich es hasse, wenn in Büchern mehrere '?' oder '!' genutzt werden.
Piratenliteratur ist vielleicht nicht unbedingt mein Genre doch nachdem ich das Bild einer Statute Anne Bonny sah musste ich einfach mehr über sie herausfinden. Ich liebte den feministischen Unterton des Buches und Anne war wahrlich ein Charaktere mit dem man mit fieberte. Leider erhoffte ich mir mehr ihrer lesbischen Liebesbeziehung, welche entgegen meiner Erwartungen nicht wirklich im Mittelpunkt stand, sondern eher gegen Ende kurz vorkam. Doch ich feiere sie dennoch dafür, dass sie eine starke bisexuelle Piratin war. Mehr solcher Charaktere, vor allem in deutschen Büchern!
So unfassbar gut!!! Extrem gut, lustig und zum Nachdenken anregend geschrieben. Die Geschichte von Anne Bonny wird wahrlich gut und interessant erzählt und zeigt die Probleme und Schwierigkeiten der damaligen Zeit (auch für Frauen) eingängig und mit einem Hauch von Humor dar. Annie ist ein aufgeweckter und lebensliebender Mensch, der sich nach Freiheit sehnt. Nach Freiheit von der etablierten Gesellschaft und deren vorherrschendem Gesellschaftsbild. Sie durchlebt viele, zum Teil brenzlige Situationen, verliert aber nie den Mut und ihre Motivation aus den Augen. Ihre Begleitpersonen durch die Geschichte sind ebenfalls sehr ausdrucksstark und fesselnd. Gemeinsam suchen sie die Freiheit und ihr Schlupfloch, durch das sie aus der für sie übergreifenden und moralisch falsch handelnde Gesellschaft fliehen wollen! Kann ich jedem nur ans Herz legen!!
Die Königin der Karibik, Anne Bonny, erzählt im Rückblick ihr kurzes Leben als Piratin. Anne, die von 1790 bis 1820 gelebt haben soll, wird als Tochter eines Dienstmädchens und dessen Arbeitgeber in Cork geboren. Für die Erwachsenen ist es eine sehr bequeme Lösung, dass die kleine Anne bei Onkel Grandpa Jack aufwächst. Der rothaarige Wildfang hilft lieber dem Grandpa beim Schafehüten als den Frauen vorgezeichneten Weg als Hausfrau und Mutter einzuüben. Gemeinsam mit Jack hört sie das erste Seemannsgarn über Klabautermänner und Riesenkraken. Der mit Jack befreundete Hüter des Leuchtfeuers war sein Leben lang auf der Suche nach Libertalia, einer Piratenrepublik, in der alle Menschen gleich sind und einander respektieren.
Annes Vater lässt seine uneheliche Tochter in Jungenkleidern als John Dean von einem Hauslehrer unterrichten - ein gefährliches Spiel; denn offiziell ist er noch mit seiner ersten Frau verheiratet. Die noch immer nicht miteinander verheirateten Eltern wandern schließlich mit Anne nach Charles Towne in South Carolina aus, wo der Vater recht erfolgreich eine Plantage betreibt. Schon auf dem Schiff tritt Anne als Geschichtenerzähler „Johnny, the Yarn“ auf. Bei ihrer Ankunft in der Neuen Welt muss sie in den verhassten Mädchenkleidern von Bord gehen. Die Neunjährige wird mit dem realen und dem gesellschaftlichen Korsett in der besseren Gesellschaft der Plantagenbesitzer konfrontiert. Pflanzertöchter werden noch vor ihrem 16. Lebensjahr verheiratet. Beziehungen zwischen Männern und Frauen sind streng hierarchisch: in der Ehe, zwischen Freiern und Prostituierten und in der Gewalt, mit der Grundbesitzer sich ihre weiblichen Angestellten „nehmen“. Anne erlebt hautnah die Sklaverei auf den Plantagen. Der temperamentvolle kleine Vulkan bekommt mit 12 Jahren ein eigenes Pferd und – als Aufpasser - den Indianer Charley. Schließlich flüchtet Anne aus dem Korsett der Konventionen, indem sie mit dem dubiosen Geschäftspartner ihres Vaters James Bonny durchbrennt und in Männerkleidern als Schiffsjunge auf einem Piratenschiff anheuert. Falls ihr jemand zu nahe tritt, greift Anne zu Pistole oder Säbel. Mit inzwischen 17 Jahren spielt sie an Bord eine Hosenrolle, die aus verschiedenen Gründen nicht lange unentdeckt geblieben wäre.
Im Alter der Zielgruppe ab 14 Jahren hätte mich das Schicksal der historischen Personen Anne Bonny , Mary Read und Jack Rackham mit Sicherheit fasziniert, weil es zu der Zeit nach meinem Geschmack in der Jugendliteratur zu wenig Abenteuer für Frauen zu erleben gab. Als erwachsene Leserin sehe ich das Buch weniger euphorisch. Die Ichperspektive zwingt mich, allein Annes Blickwinkel zu folgen ohne die Sicht einer weiteren Erzählerstimme. Das Heranwachsen der Protagonistin bis zu ihrem Ausbruch aus dem Käfig ihres Frauenlebens wird recht gleichförmig erzählt, ohne dass Annes Entwicklung in ihrer Sprache oder ihren Urteilen deutlich geworden wäre. Die handwerkliche, seemännische Seite der Erzählung fällt für meinen Geschmack sehr knapp aus. Was Anne konkret beherrscht außer Säbel und Pistole, mit welchen Fertigkeiten sie an Bord vor den Augen erfahrener Seeleute bestehen kann, wird nur angedeutet. Die Sprunghaftigkeit, mit der sie sich aus den häuslichen Konventionen in eine unüberlegte Ehe mit einem Luftikus stürzt und ihr Wunsch nach Frauen- und Menschenrechten, fügen sich wunderbar zur Persönlichkeit einer noch sehr jungen Abenteurerin.
Trotz meiner Kritik an der Erzählperspektive haben mich Annes Weg der Rebellin gegen gesellschaftliche Konventionen und ihre Suche nach einem damals utopischen Lebensentwurf gut unterhalten. Zum Charme des Buches tragen besonders die liebenswerten Nebenfiguren Charley, Beth und Hawkings bei.
O yes yes yes... this book is absolutely fantastic and I loved it very much even so much that I am thinking of re-reading it.
It is about a woman who is forced by her father to wear boys clothes. It is about a woman who escapes her father to become a pirate. She goes through so much but she still maintain to be a woman.
Das Buch ist im schlichten Grau gehalten und auch auf dem Cover ist außer eines Piratenschiffs und der Schrift nicht viel zu sehen. Das Schiff glänzt Gold und es gehen Linien von ihm aus, die den Blick sofort auf sich ziehen. Auch sieht es so aus, als würde das Schiff auf den Betrachter zufahren. Mir gefällt das Cover trotz der schlichten Aufmachung sehr. Man sieht sofort, dass es sich um Piraten handeln muss.
Meine Meinung:
Das Herz von Libertalia ist ein richtig toller historischer Roman, bei dem man jedoch gar nicht merkt, dass viele der Figuren wirklich existiert haben. Man geht mit Anne auf eine rasante Reise auf der Suche nach "Libertalia" und befindet sich plötzlich in einem richtigen Piratenabenteuer. Anne selber ist eine wirklich starke Protagonistin. Sie setzt sich in einer Welt, die von Männern regiert wird durch und lässt sich nichts sagen, obwohl sie damit in der Gesellschaft aneckt. Wenn ihr etwas nicht gefällt, kämpft sie und wehrt sich dagegen. Anne jammert nicht, sondern handelt, was ihr an einigen Stellen auch so manches Problem beschert. Dann steht sie allerdings auch zu ihren falschen Entscheidungen und versucht, sie wieder gut zu machen. Das macht sie beim Leser sehr sympathisch. Wer hat schließlich nicht gern eine starke Protagonistin, die den Mund aufmacht, wenn es nötig ist und kämpfen kann, dennoch auch ihre weichen Seiten hat? Das große Thema dieses Buches ist die Suche nach Freiheit bzw. "Libertalia". Das setzt die Autorin so wahnsinnig gut um, dass man sich, sobald man angefangen hat, im Buch verliert und sich teilweise sogar selbst wie ein Pirat fühlt. Das Herz von Libertalia beginnt 20 Jahre nach dem eigentlichen Beginn der Geschichte und man fragt sich: Was ist passiert? Wie kommt Anne hier hin? Wie geht es aus? Durch Annes Erzählung ihrer eigenen Lebensgeschichte kann man sich als Leser gut in sie hineinversetzen und wird, wie schon gesagt, ins Geschehen gezogen. Dabei kommt die Spannung nicht zu kurz; durch die vielen Fragen, die man sich zu Beginn stellt, fängt es bereits besonders rasant an. Vereinzelte kleinere Höhepunkte halten dies über das ganze Buch hin, wobei die Geschichte bis zur letzten Seite stets unvorhersehbar bleibt. Im Anhang weist die Autorin noch darauf hin, dass, wie ich zu Anfang schon erwähnt habe, viele der Figuren wirklich existiert haben, bspw. die Protagonistin, deren Ende unbekannt ist, was ich besonders interessant finde. Auch Mary Read und Calico Jack Rackham hat es gegeben und "Libertalia" wird ebenfalls erwähnt. Dieser Wahrheitsgehalt macht die Geschichte im Rückblick nochmals spannender. Ich persönlich finde auch, dass Das Herz von Libertalia viele besonders schöne Textstellen hat. Am liebsten hätte ich die allesamt oben aufgeschrieben, aber ich habe (nach seeehr langer Überlegung) mal nur meine zwei Lieblingszitate ausgewählt. Allein wegen dieser Textstellen ist es das schon wert, das Buch zu lesen! :D
Fazit:
Ein supertolles Buch über ein Piratenabenteuer auf der Suche nach Freiheit, das mit einer megasympathischen Protagonistin - die es wirklich gegeben hat -, Spannung und vielen tollen Textstellen punktet. Für jeden, der Piraten mag und gerne träumt ein absolutes Must-Read! 5/5 Sterne.
Der Preis von Freiheit und die Flüchtigkeit des Glücks Das Leben der Anne Bonny
Ich war schob als kleines Mädchen begeistert von Piratengeschichten und vot allem fasziniert von Anne Bonny und Mary Read, die sich auf hoher See in einer Männerwelt behaupteten und noch berüchtigter und mutiger waren als so manch andere Piraten.
So musste ich also auch unbedingt dieses Buch haben und ich habe es keine Sekunde bereut. Es ist natürlich so, dass Anne Bonny ein ... sagen wir schwer zugänglicher Charakter ist. Sie ist zuweilen sehr harsch und hart, aber genauso muss sie sein, um das zu erreichen, was sie sich vor allem anderen ersehnt: Freiheit.
Obgleich ich sie also wohl nie als meine beste Freundin ausgesucht hätte, war ich einfach nur fasziniert davon, wie sie es schafft, sich in dieser harten Welt zu behaupten.
Einige Handlungsstränge sind vll ein wenig überzogen und vorhersehbar und die meisten Charaktere bleiben flüchtig, sodass man sich an nur wenig festklammern kann, aber genau das ist es, was auch die Geschichte am Ende aufzeigt: Das Glück ist ein flüchtiges Gefühl und Anne muss sich immer wieder neu aufraffen und erfahren, wieviel es kostet, absolut unabhängig und frei sein zu wollen.
Ein wundervolles Buch, das zwar grausam, aber auch hoffnungsvoll ist. Es erinnert mich an meine Anfänge mit den historischen Jugendromanen und hat mich oft gerührt und lächeln lassen.
So oder so ähnlich kann es ausgesehen haben, das Leben der Anne Bonny
Not a page turner, but a nice adaption of various pirate stories, compared with lovely characters and an intriguing storyline. Following Anne Bonny on her countless adventures, you experience another time, the old class system and the undying longing for freedom in a world where women are supposed to marry, bear children and do whatever their father/husband says. I definitely recommend this book to anyone interested in history and especially in pirate stories and strong females who fight for respect.