Ioanna ist eine unregistrierte Mutacja. Als Mutacja beherrscht sie besondere Kräfte wie Telekinese und sogar Manipulation, was nur wenige Mutacjas so kontrolliert entwickeln wie sie. Als Unregistrierte jedoch muss sie sich möglichst unauffällig verhalten, denn der Präsident der VEF (Vereinigten Europäischen Föderation) lässt die Fähigkeiten aller Mutacjas mit einem Medikament unterdrücken, um selbst, als normaler Mensch, die vollkommene Autorität zu behalten. Nur ein paar wenige, besonders fähige Mutacjas lässt Präsident Rikow für sich in einer Spezialeinheit Aufträge ausführen. Zu ihnen zählt Dominik, der wie ein Sohn für den Präsidenten ist und ihm dabei helfen soll, den Widerstand zu stürzen. Den Widerstand, für den Ioanna heimlich arbeitet …
„Mutacja - Unregistriert“ ist der erste Teil einer dystopischen Geschichte, von der ich aufrichtig gespannt bin, wie sie weitergehen wird. Die dystopische Welt und der politische Zustand, welchen Katja erschaffen hat, wirken alles andere als realitätsfern. Sie bilden somit einen soliden Rahmen, in den eine spannende Geschichte gebettet wurde, die in perfektem Tempo fließt. Katja hat sich Zeit genommen, ihren Leser:innen die Charaktere in unterschiedlichen Szenen vorzustellen und näher zu bringen, sodass sie in der Fantasie langsam Form annehmen und man sich wirklich für sie zu interessieren beginnt. Man wird hier nicht einfach in ein komplexes Geschehen und eine fremde Welt hineingeworfen, sondern sanft abgeholt und mitgetragen und das hat mir richtig gut gefallen! Über eine Geschichtsstunde, die im Regierungsgebäude abgehalten wird, erfährt man beispielsweise etwas über die Kontinente und Länder dieser Welt, was ich sehr klug eingefädelt fand. Ich finde es zudem unglaublich erfrischend, dass sich zwischen Protagonist und Protagonistin NICHT direkt eine klischeehafte Liebesgeschichte entwickelt (zumindest in Band 1, mal sehen wie es weitergeht), sondern dass es andere Kandidaten für beide Seiten gibt. Das hat der Geschichte viel Raum gegeben, sich zu entfalten und für Überraschung im Plot zu sorgen. In der Stadt Zadeje, dem Ort des Geschehens, werden die Sprachen der „alten Welt“ unter dem Regime nicht gerne gehört, Ioanna aber benutzt immer wieder tschechische Begriffe. Dieses sprachliche Element, welches ganz unterschwellig aber durchgehend in die Geschichte eingewoben wurde, erschafft meiner Meinung nach unheimlich viel Charakter und Wirkung. Katja‘s Schreibstil ist zugänglich und anregend. Alles in allem kann ich die noch wachsende Mutacja Reihe wärmstens empfehlen, als einen durchgehend spannenden Read, der weder zu viel verspricht, noch zu wenig liefert!