"Unruhen greifen von Polen auf Berlin über. Zwar sind die Politiker und Militärs in Ost und West bemüht, den Aufstand unter Kontrolle zu bringen, doch sie werden von den Ereignissen überrollt. Europa treibt binnen sechs Tagen in den Untergang, den niemand gewollt hat. Die den Krieg vorbereitet haben, kommen in ihm um; die ihn nicht gewollt haben, bezahlen ebenfalls mit ihrem Leben. In vierundzwanzig Stunden ist alles vorbei... Hans Hellmut Kirst hat in seinem Bericht von den letzten Tagen Europas ein Ereignis beschrieben, das nicht stattgefunden hat, aber täglich über uns hereinbrechen könnte: den Dritten Weltkrieg, einen gigantischen Atomschlag, der alles auslöscht, was der Mensch in Jahrhunderten geschaffen hat. Kirst hat sich dabei keinesfalls nur auf seine Phantasie verlassen. Die Beschreibung des militärisch-politischen Ablaufs und der atomaren Katastrophe entstand unter Mitarbeit anerkannter Experten."
A veteran from WW II, he wrote various novels focused on military life and the corruption in the army.
Hans Hellmut Kirst, der international erfolgreichste deutsche Autor der Nachkriegszeit, wurde am 5. Dezember 1914 in Osterode in Ostpreußen als Sohn eines Gendarmeriebeamten geboren. Von 1933 bis 1945 diente Kirst als Berufssoldat. Mit seiner später verfilmten Romantrilogie „08/15“, seinen Welterfolgen „Fabrik der Offiziere“ und „Die Nacht der Generäle“ fand Hans Hellmut Kirst auch literarisch große Anerkennung.
Ich befürchte, ich habe dieses seinerzeit aus konjunkturellen Gründen (Nato-Doppelbeschluss) vom Golddmann-Verlag wieder ausgebuddelte Relikt von Anno 1957 schon mal an einem Sonntagnachmittag in den Achtzigern überflogen und so wenig ernst genommen, dass ich es gleich wieder vergessen habe. Im Kontext Arno-Schmidtscher Atom-Endzeit-Phantasien (Schwarze Spiegel/KAFF) und ohne die Entrüstung von Anno 1983ff war die Lektüre nicht ganz so ärgerlich, trotzdem empfand ich die literarische Qualität noch jämmerlicher. Ohne Helden, die Nazis und andere Parteibonzen, Spieße mit Scheuklappen oder britische/sowjetische Lagerkommandeure das ein ums andere mal ins Bockshorn jagen können, ist Kirst einfach nicht in seinem Element. Sogar sein Händchen für deutsche Gemütlichkeit kann in diesem Weltuntergang in symbolträchtigen sechs Tagen kaum zum Tragen kommen. Auch die Szenen im Kanzleramt oder das Mit- und Gegeneinander der Besatzungsmächte ist ebenso steif und trocken wie die permanent eingestreuten Verlautbarungen. Hier kommt nirgends Satireverdacht auf, das Personal umfasst drei Freunde, den Superdiplomaten und Patrioten Michael Reimers, der Superunternehmer Wolf Beck und den Supererfinder Henry Engel, sowie den mit Reimers befreundeten CIA-Agenten Charly. Zur selben Handlungsebene gehören die Malerin Constance und die Innenarchitektin Ruth Winters. Die Künstlerin ist die Ex-Geliebte von Engels, wird am zweiten Tag von Beck geschieden und scheint ohne Support von Reimers praktisch entscheidungsunfähig bis zur Lebensuntauglichkeit. Zuletzt bringt sie immerhin die Energie auf, um aus der sicheren Schweiz zurück nach Deutschland zu fahren, um gemeinsam mit Engel, der doch ihre große Liebe ist, zur Asche eines einzigen Körpers zu verglühen. Die sinnliche und lebenspraktische Ruth hat sich den superreichen Unternehmer bereits gekapert, aber allerlei Altlasten in ihrer Vorgeschichte, die sie die meiste Zeit mehr beschweren als die Konsequenzen von Volksaufständen in der Zone. Nachdem sie ihrem Zukünftigen alles gebeichtet hat, wird sie zu seiner tatkräftigen rechten Hand und kann dem Pazifisten Henry sämtliche waffentauglichen Patente „abschwatzen“, die er den Amerikanern nicht für Geld und Sicherheit geben wollte. Engel schenkt ihr sogar seinen Platz im Rettungshubschrauber, trotzdem kommt nicht einmal sie mit dem Leben davon und seine Erfindungen gehen beim Absturz ebenfalls hops. Der Privatjet ihres Zukünftigen war schon vorher von den Sowjets abgeschossen worden. Michael Reimers, der zwischendrin mit seinem Freund Charly eine provisorische Gesamtdeutsche Regierung mit Sitz in Hannover gebildet hatte, um die Supermächte von ihren Bündnisverpflichtungen gegenüber ihren Marionettenregierungen zu befreien, lässt sich aus Liebe zu Europa von DDR-Soldaten erschießen. Charly, der sich rechtzeitig mit seiner vom stellvertretenden DDR-Ministerpräsidenten losgeeisten Flamme Gaby davon gemacht hat, geht mit seinem Kahn auf dem Mittellandkanal in Flammen auf. Die Haushälterin von Constanze bleibt mit ihrem Fluchtzug aus Berlin in der Pampa liegen und wird mit ihrer Tochter und deren Freund in ein ehemaliges KZ verfrachtet. Da führen sich die Atomwaisen aus der Zone gegenüber den Wessies so auf wie die Russen bei der Besetzung Deutschlands... und als sich Peterchen als Kavalier und Mann aufspielen will, ergeht es ihm nicht besser als den Vätern Anno 1945. Und dann gibt es noch ein Deutsch-Deutsches-Liebespaar, das sich mit dem Fahrrad entgegen radelt, verpasst und im Wohnort des anderen ankommt, um sich ausgerechnet dann wiederzufinden, als eine Atombombe über Nürnberg gezündet wird. Das sind die wesentlichen Handlungsstränge, die einander selten voran treiben und da die Abstände oft sehr groß sind, überblättert man am besten jeweils 30 bis 40 Seiten Ballast, um herauszufinden, wie Ruth mit dem zum Erpresser mutierten abservierten Liebhaber fertig wird oder auch nicht oder wie Doktor Reimers versucht, den Weltuntergang zu verhindern.
Man mag von Kirsts Kasernen-, Lager-, Nachkriegs- oder Ostpreußenschnurren halten, was man will, mag deren Rollenverteilung auch noch so schlicht und schwarz-weiß sein, in ihrer eigenen Liga funktionieren sie so gut wie Karl May. Aber über dieses überaus ernst gemeinte Buch ist nicht nur die Zeit hinweg gegangen, das Ding ist ein Rohrkrepierer, weil ohne den typsich Kirst'schen Humor, der ohnehin nur in einem eng umgrenzten Umfeld funktioniert, auch die anderen Charakterzüge auf der Strecke bleiben. Und so bevölkert er die deutsche Landkarte mit pausbäckigen Pappfiguren wie die immer ihrem Glück und zuletzt in ihr Verderben radelnde Maria oder lauter Supermännern auf ihrem Gebiet, am Ende trotzdem hops gehen, weil sie aus lauter Freundschaft zueinander nicht los kommen.
De vignettes over gewone mensen gevangen in een week van apocalyptische escalatie passen in de 1950's stijl van rampenfilms, maar deze personages liggen, in tegenstelling tot de hoge militairen of de gedoodverfde briljante wetenschapper, zover van het epicentrum dat de verhaallijn zich teveel richting de Zevende Dag moet haasten.
Disappointing. Some of the cardboard quality of the characterizations may lie with the translation/or nonetheless a book that purports to demonstrate how existing tensions in Europe could escalate into a nuclear war needs to be peopled by believable people who act in recognizably human ways else the entire point of the project fails.
I grew up during the Cold War, horribly fascinated by the apparent probability of nuclear holocaust. Kirst's novel, published in 1957, is a grimly plausible European perspective on how such a thing might come about.