Ein Sommer voller Freiheit zwischen Angst, Mut und Neubeginn
Das echte Leben ist eine herbe Enttäuschung. Leonie, genannt Leo, will sich nach der Schule kopfüber in die Freiheit stürzen und landet stattdessen auf dem Boden der Realität. Streit mit der Mutter, Strafanzeige gegen den Vater und Ferientage mit dem kleinen Bruder, statt ein Sommer mit Olli, der sie erst geküsst und dann sitzengelassen hat. Zum Glück gibt es Little Hollywood, die Videothek an der Ecke, deren einziger Nachteil Jo heißt, »Schnaps und Unfug« auf den Arm tätowiert hat und Leo jedes Mal zwingt, »Wahrheit oder Pflicht« zu spielen, obwohl sie sich doch nur in einen Film flüchten will.
Hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, sich ins Leben zu werfen und der Angst vor dem Absturz, beginnt für Leo ein unvergesslicher Sommer, in dem sie lernt, was es bedeutet, mutig zu sein.
Eine Hommage an die späten 90 Inga Hanka erzählt mit viel Charme in die Wochen des Lebens hinein, in denen gefühlt alles und nichts gleichzeitig passiert – die Wochen des letzten Sommers vor dem endgültigen Erwachsenwerden
Eine nostalgische Reise in die Vergangenheit, in den Sommer nach dem Abitur, in dem sich alles verändert. Ich war gespannt auf dieses Buch, schlussendlich konnte es mich aber nicht wirklich mitreißen.
Es ist eine gefühlvolle Geschichte über das Erwachsenwerden. Leonie war eine starke Protagonistin, die es nicht einfach hatte und ich habe gern aus ihrer Perspektive gelesen (gehört). Leider blieben die anderen Charaktere eher unscheinbar, was etwas schade war.
Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört, vorgetragen von Barbara Greshake. Sie war als Stimme von Leonie wunderbar anzuhören, aber abgesehen davon war mir das Hörbuch viel zu eintönig. Alle Charaktere wurden in derselben Stimmlage gelesen. Es wurde kein Unterschied gemacht, ob Leonie, ihre Mutter, ihr Bruder, Jo oder irgendeine andere Person gerade spricht. So kamen Emotionen beim Hören häufig nicht richtig rüber, was ich enttäuschend fand. Möglicherweise liegt der Grund dafür, dass es mir nur so mittelmäßig gut gefallen hat also mehr am Hörbuch, als an der eigentlichen Geschichte.
Alles in allem ein netter Sommerroman, der mich stellenweise gelangweilt hat.
Danke an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Der Roman „Little Hollywood“ von Inga Hanka ist ein klassischer Coming-of-Age-Roman, was mein Lieblingsgenre ist. Im Mittelpunkt steht Leonie, die gerade Abi gemacht hat. Sie hat Streit mit ihrer psychisch kranken Mutter, Probleme mit dem abwesenden Vater und muss dienVerantwortung für ihren kleinen Bruder Ben tragen. Die Videothek „Little Hollywood“ und ihr Mitarbeiter Jo werden für sie zu einem Rückzugsort.
Besonders gut gefallen hat mir die Stimmung des Romans. Diese letzten Wochen vor dem Erwachsenwerden sind sehr treffend eingefangen. Der Sommer fühlt sich beim Lesen richtig greifbar an: die Hitze, das Herumtreiben, das Gefühl von Übergang. Auch die vielen popkulturellen Details und Anspielungen auf die späten 90er (CDs, fehlende Handys etc.) tragen viel zur Atmosphäre bei.
Inhaltlich erfindet der Roman das Genre nicht neu, aber das ist hier auch gar nicht nötig. Mich hat die Mischung aus Leichtigkeit und Melancholie sehr angesprochen. Teilweise hat mich das Buch an Caroline Wahl erinnert - vor allem durch die Dynamik zwischen Leo und ihrem kleinen Bruder und die schwierige Familiensituation - und gleichzeitig an Benedict Wells durch die ruhige, leicht melancholische Grundstimmung und die popkulturellen Bezüge. Mir hat es ausgezeichnet gefallen!
4,5 ⭐️ - Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar! - “Little Hollywood” hat mich von Seite 1 in seinen Bann gezogen. In dem Coming-of-Age Roman geht es um Leonie, die ihr Abitur besteht und den Sommer nach dem Schulabschluss erlebt, der sowohl von Problemen und Enttäuschungen, als auch von Hoffnung und Leichtigkeit geprägt ist. Sie lebt in einer schwierigen Familiensituation und muss sich oft um ihren Bruder Ben kümmern, zu dem sie eine sehr innige Beziehung hat. Außerdem lernt sie Jo kennen, den sie bisher nur aus der Schule und Erzählungen ihrer Mitschüler:innen kannte. Und natürlich steht auch die große Frage offen: Was will ich machen? Wer will ich sein? - All diese Problematiken werden auf eine sensible, sehr gefühlvolle und detaillierte Art und Weise thematisiert. Inga Hanka schafft es, kleine und große Momente lebhaft einzufangen, und Gefühle spürbar zu machen. Mir haben besonders die vielen popkulturellen Referenzen zu Filmen und Songs der 80er und 90er gefallen, und diese Entschleunigung, die das Setting in einer “prädigitalen” Jugend mit sich bringt. Das Lesen hat wirklich großen Spaß gemacht! Auch wenn nicht durchgängig spannende Dinge passiert sind, war ich trotzdem von Anfang bis Ende a das Buch gefesselt. Gleichzeitig habe ich mir Zeit genommen, die Geschichte langsam zu lesen und die Stimmung nachzufühlen. Für mich ein (fast) perfekter Coming-of-Age Roman, den ich allen Leser:innen und Fans des Genres nur ans Herz legen kann 💌
Endlich Abi, endlich Sommer, endlich frei – jetzt kann das echte Leben beginnen. So zumindest hatte Leo sich das vorgestellt. Doch die Realität sieht anders aus: Ständig hat sie Streit mit ihrer Mutter, die nicht viel von Leos Träumen hält, und Olli, in den Leo heimlich verliebt ist, küsst auf einer Party eine andere. Einen Zufluchtsort findet Leo im „Little Hollywood“, einer Videothek, aus der sie sich einen Film nach dem anderen ausleiht. Und dann gibt es da noch Jo, der im „Little Hollywood“ arbeitet und Leo im Gegensatz zu allen anderen als einziger richtig zu verstehen scheint.
»Little Hollywood« hat mir krasse Jugend und Abi-Zeit Flashbacks gegeben: der Sommer danach, in dem man noch so viel Zeit hat, den man am See vertrödelt und in dem sich zum ersten Mal verknallt. Jungs, Partys, die ersten Erfahrungen mit Alkohol, das Gefühlschaos, die Schmetterlinge, aber auch die Unsicherheiten. Gleichzeitig geht es in dem Buch auch um ernstere Themen: Zukunftsängste, das Aufwachsen in einem instabilen Elternhaus und Freundschaften, die auseinander driften. Besonders schön fand ich auch all die popkulturellen Bezüge zu Filmen und Musik.
Eine super süße und ganz zarte Coming-of-Age-Geschichte mit viel Nostalgie, die ich vor allem Fans von »22 Bahnen« von Caro Wahl und »Himmel ohne Ende« von Julia Engelmann empfehlen würde. Verkriecht euch am besten mit einer Portion Popcorn im Bett und binget das Buch wie einen guten Teenie-Film (und danach binget ihr einen der vielen Teenie-Filme, die darin erwähnt werden).
In "Little Hollywood“ von Inga Hanka begleiten wir Leo, die gerade ihr Abitur gemacht hat und nun den letzten freien Sommer erlebt, bevor der Ernst des Lebens beginnt. Das Buch handelt von "typischen“ coming-of-age Themen, wie der ersten großen Liebe, Problemen mit den Eltern, Freundinnenschaften und Zukunftssorgen. Eine typische coming-of-age Geschichte also, die man schon hundertmal gelesen hat, oder? Auf keinen Fall.
Was dieses Buch vor allem für mich besonders gemacht hat, war die Nostalgie, die das Buch in mir ausgelöst hat. Denn der Roman spielt in den 1990er Jahren, und auch wenn ich selbst erst in den Neunzigern geboren wurde, gab es immer wieder Momente, die mich an meine eigene Kindheit, Jugend und vor allem die Abi-Phase erinnert haben. Allen voran natürlich das ‚Little Hollywood‘, die Videothek in Leos Kleinstadt, in der sie sich fast täglich aufhält und deren Filme ihr auch immer wieder als Realitätsflucht dienen. Aber auch so Kleinigkeiten wie das gemeinsame Lesen der Foto-Lovestory in der ‚Bravo‘ mit ihrer besten Freundin Karo, die gemischte Tüte im Freibad oder die Kleinstadt-Kirmes inkl. Kettenkarussell und Schießstand haben mich direkt nostalgisch gemacht.
Dadurch haben sich die Charaktere und ihre Welt auch so echt für mich angefühlt, dass ich mich sehr gut mit ihnen, vor allem mit Leo selbst, identifizieren konnte. Das Aufwachsen in einem zerbrochenen Elternhaus und die Geschwisterbeziehung zu ihrem kleinen Bruder Ben haben sich für mich sehr authentisch angefühlt. Vor allem der Aspekt wie nervig kleine Brüder sein können, aber dass man doch alles für sie tun würde und sie vor allem Unheil in der Welt beschützen möchte, hat mich sehr mitgenommen. Aber ebenso der Satz ihrer Mutter, als es um Leos Wunsch geht, Filmwissenschaften zu studieren („Solche Träume sind nichts für uns“, S.67) hat sehr in mir nachgehallt. Und auch die erzählte Liebesgeschichte war ebenso mitreißend, wie herzergreifend, sodass ich mich beim Lesen zwischen breitem Grinsen und herzhaftem Weinen alles miterlebt habe.
Das Buch hat es geschafft, all diese coming-of-age Themen in einen Kontext zu setzen, in dem sie mir weder kitschig noch überholt vorkamen, sondern einfach nur echt. Leo und die anderen Charaktere sind mir im Laufe des Romans so sehr ans Herz gewachsen, dass ich sie am Ende gar nicht loslassen wollte. „Little Hollywood“ ist ein sehr gefühlvoller und nostalgischer Debütroman, den ich nur jedem uneingeschränkt empfehlen kann! 🩵
4-5/5⭐️ Die letzte Klausur, nie wieder das Schulgebäude betreten, den Sommer am See verbringen, Filme in der lokalen Videothek ausleihen und die große Frage nach dem "Und was kommt jetzt?". "Little Hollywood" von Inga Hanka beschreibt das Lebensgefühl des Sommers nach dem Abitur im Jahr '99 - ein klassischer Coming-of-age Roman mit einer starken Protagonistin, die noch herausfinden muss, wie sie mit ihrer schwierigen Kindheit und den psychischen Problemen ihrer Mutter umgehen kann. Ganz nebenbei sind da dann auch noch der große Herzschmerz, sich verändernde Freundschaften und die wartenden Zukunftspläne. Nostalgisch, humorvoll und mit ganz viel Wärme erzählt Hanka diese Geschichte. Teilweise hätte ich mir zwar mehr Tiefe und eine stärkere Verbindung der Handlungsstränge gewünscht, aber durch die Nostalgie und die starken Gefühle verdient der Roman trotzdem 5 Sterne.
Ich bin generell kein großer Fan von Coming-of-Age-Romanen – daher sagt diese Bewertung vielleicht auch mehr über meinen Geschmack aus als über das Buch selbst. Das Cover hat mich sofort angesprochen, und ich hatte Lust auf ein leichtes Sommerbuch. Allerdings hat mich die Geschichte stellenweise zu sehr an 22 Bahnen erinnert, was mir persönlich etwas zu nah dran war. Zudem blieben mir einige Figuren zu schwammig und wenig greifbar. Dennoch ist das Buch schön geschrieben und insgesamt eine nette, leichte Geschichte.
Unterhaltsamer Sommerroman Mit "Little Hollywood" gelingt Inga Hanka ein großteils kurzweiliger Sommerroman, der vor allem durch seine starke und nostalgische Atmosphäre überzeugen kann. Hanka gelingt es, ihre Figuren allen voran, ihre Protagonistin Leonie klar und realistisch zu zeichnen. Die Handlung des Romans ist klassisch und weitgehend genreypisch. Schwächen bestehen zuweilen beim Pacing der Handlung. Insgesamt ist "Little Hollywood" ein unterhaltsamer Roman für alle, die noch einmal den Sommer des Jahres 1999 erleben wollen.
Ich glaube nicht das ich das Gefühl in Worte fassen kann dass mir dies Buch gegeben hat! Ich konnte die Vögel Zwitschern hören, die Sonne auf meinem Gesicht spüren und den Duft von altem Popcorn und dem staubigen alten Teppich richen. Alles was Inga Hanka geschrieben hat fühlt sich an als wäre es für mich. Alls hätte sie all meine Ängste Sorgen und Probleme des Erwachsenwerdens raus gesucht und sie nur für mich in eine wunderbare Geschichte verpackt. Jemanden wie Jo hätte ich auch in meinem Leben gebraucht! Mut, Liebe, Leben und der Duft von Sommer. Ich werde Littel Hollywood vermissen
Kurzmeinung: Ein warmer, nostalgischer Coming-of-Age-Roman mit viel 90er-Charme und authentischen Figuren.
Ich war zunächst hin- und hergerissen, ob ich den Roman „Little Hollywood“ wirklich lesen wollte. Ein Coming-of-Age-Roman – gibt es davon nicht schon genug? Was könnte mich an diesem noch überraschen oder berühren?
Aber es beginnt bereits mit dem Cover, es strahlt Wärme und Nostalgie aus und vermittelt, mit seiner Gestaltung, den Eindruck von Aufbruch, passend zu einer Geschichte über das Erwachsenwerden. Besonders die junge Frau auf dem Bild, die den Blick nicht zum Betrachter wendet, sondern fest in die Ferne schaut, weckte meine Neugier.
Und so tauchte ich in die Welt von Leonie – genannt Leo – ein. Es ist das Jahr 1999. Leo hat die letzten Abiturprüfungen hinter sich und blickt auf einen ganzen Sommer voller Möglichkeiten. In dieser Zeit des Umbruchs und der Neuanfänge, durchlebt sie ihre erste große Liebe, ringt mit Unsicherheiten, hat Ärger mit ihrem Vater und spürt, wie sie sich zunehmend von ihrer Mutter abnabelt. Zwischen all dem findet sie Halt und Rückzug in der Videothek „Little Hollywood“ und den dortigen Filmen. Hier arbeitet ihr Klassenkamerad Jo, der sie mit seinen Eigenheiten immer wieder verunsichert und herausfordert.
Als ich mich fragte, ob es wieder der typische Coming-of-Age-Roman werden würde, war ich nicht darauf vorbereitet, wie hervorragend die Autorin die Stimmung der 90er-Jahre und eines heißen Sommers einfangen kann. Der Schreibstil entführt mühelos in diese Zeit und überzeugt mit vielen liebevollen Details und Anspielungen auf die damalige Popkultur.
Aber der Roman „Little Hollywood“ ist mehr als das: Zwischen den Zeilen wird deutlich, dass Themenkomplexe rund um psychische Erkrankungen, toxische Beziehungen, Stalking und häusliche Gewalt in dieser Ära stigmatisiert und verschwiegen wurden. Dass diese Themen zwischen den Zeilen mitschwingen, hatte ich so nicht erwartet, genau das verleiht dem Roman für mich aber eine besondere Tiefe.
Die Figuren – allen voran Leo und Jo, aber auch die kleineren Nebenfiguren – sind auf ihre Weise liebenswürdig, auch wenn sie nicht viel Raum zur Entfaltung bekommen. Normalerweise stört mich das, doch hier finde ich es völlig in Ordnung, dass der Fokus so stark auf Leonie liegt.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Die komplexe Beziehung zwischen Leonie und ihrem Vater wird nur am Rande angerissen, ohne dass sie wirklich vertieft wird. Da hätte ich mir etwas mehr gewünscht, aber insgesamt ist das für mich ein kleiner Makel, den ich gern übersehe.
Für mich war „Little Hollywood“ mehr als nur ein Coming-of-Age-Roman. Es fühlte sich wie eine kleine Reise in die Vergangenheit an, die den Charme der 90er perfekt eingefangen hat und mich in Erinnerungen schwelgen ließ.
Eine klare Empfehlung für alle, die einen frischen Roman über das Erwachsenwerden lesen möchten – einen, der nicht mit düsteren Themen auftrumpft, sondern vor allem durch seine Leichtigkeit und liebevolle Nostalgie überzeugt. Und wer eine Affinität zu den 90er-Jahren und zur damaligen Popkultur hat, wird hier ohnehin auf seine Kosten kommen. ;-)
Eine 19-jährige Protagonistin zwischen Loslösen und Aufbruch Im Roman „Little Hollywood“ von Inga Hanka begleitet man die Protagonistin Leonie, kurz Leo genannt, zurück in die 1990er Jahre. Leo hat gerade ihre letzte Abiturklausur geschrieben und steht ihr gefühlt die ganze Welt offen, obwohl ihr Weg alles andere als frei ist. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem sieben Jahre jüngeren Bruder Ben in einer Zweizimmerwohnung in einer Kleinstadt. Der Vater entzieht sich seiner Verantwortung, auch beim Unterhalt für sie, weswegen die finanzielle Lage der Familie angespannt ist.
Dennoch ist es Leos großer Traum in das weiter entfernte Köln zu ziehen und dort zu studieren. Gleichzeitig zweifelt sie daran, überhaupt einen Studienplatz zu bekommen. Für den Fall, dass sie die Möglichkeit eines Studium bekäme, fürchtet sie den Trennungsschmerz ihrer Mutter und damit verbundene Probleme.
Glücklicherweise gibt es nicht nur ihre beste Freundin, sondern auch Klassenkameraden, mit denen sie Schwimmen geht und zu Feten. Mit einem von ihnen kann sie sich sogar eine feste Beziehung vorstellen. Besonders gerne leiht sie sich Filme in der Videothek aus, die dem Buch den Titel gibt. Dort arbeitet auch ihr Mitschüler Jo, von dem sie zwar nicht mal seinen vollständigen Vornamen kennt, mit dem sie aber so vertraut ist, dass sie sich jedes Mal auf sein Wahrheit oder Pflicht-Spiel einlässt.
Die Handlung erstreckt sich über die Monate von Mai bis September, in denen Leo wichtige Entscheidungen zu treffen hat, die ihr zukünftiges Leben prägen werden. Belastet wird sie von der familiären Situation. Mit ihren inzwischen neunzehn Jahren hat sie sich bisher immer den Ansprüchen ihrer Mutter gebeugt. Ihr ist bewusst, dass es nicht einfach sein wird, die nächsten Schritte allein zu gehen. Da sie bereits einige Zeit volljährig ist, fand ich es überraschend, wie wenig Freiraum sie sich bisher genommen hat.
Für Leo ist die Welt des Films eine Möglichkeit, sich der Realität zu entziehen. Die vielen Filmtitel und -zitate steigern die 1990er Atmosphäre der Geschichte noch weiter, allein das Benutzen von öffentlichen Fernsprechern zum Kontakt nach Hause habe ich vermisst. In Jo findet Leo einen ebenbürtigen Videokenner*in wie sie selbst eine ist. Das Wachsen ihrer Beziehung ist feinsinnig beschrieben und nachvollziehbar. Leos Bemühungen, richtige Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen, werden immer wieder vom schwierigen Verhältnis zu ihrem Vater überschattet.
Inga Hanka hat mit ihrem Roman „Little Hollywood“ eine Coming-Of-Age-Geschichte geschrieben, die das Flair der 1990er Jahre stimmungsvoll einfängt. Zwischen Loslösen und Aufbruch der Protagonistin Leo werden die Unsicherheiten des Erwachsenenwerdens ebenso spürbar wie ihre damit verbundene familiäre Abhängigkeit. Ein für jede und jeden schwierige Zeit, die hier realistisch dargestellt wird. Gerne empfehle ich das Buch weiter.
Wer erinnert sich nicht an den letzten Sommer nach der Schule? Der eine Lebensabschnitt endet, der nächste steht kurz bevor. Zwischen eine kurze Pause. Alles fühlt sich irgendwie besonders an. Groß. Bedeutsam. Und kann gleichzeitig auch ziemlich beängstigend wirken, man trifft immerhin Entscheidungen, die Auswirkungen auf das eigene Leben haben. Diesen Gefühlsmix hat Inga Hanka ganz toll in ihrem Buch beschrieben.
Leo hat ihr Abitur in der Tasche und kann sich - theoretisch - ihren Traum erfüllen und Drehbuchautorin werden. In der Praxis steht ihr aber die Angst um ihre Mutter und ihren kleinen Bruder im Weg. Und auch die Ängste ihrer Mutter. Leo hat als Kind häusliche Gewalt gegenüber ihrer Mutter erlebt und die anschließende hässliche Trennung der Eltern. Der Vater terrorisiert die Mutter und Leo anschließend. Die Auswirkungen verfolgen Leo danach ihr ganzes Leben lang. Die psychischen Probleme und Ängste der Mutter entwickeln in der nachfolgenden Zeit eine ganz eigene Dynamik und manifestieren sich in einer Menge Regeln, die auf die heranwachsende Leo immer erdrückender und einschränkender wirken. Sie rebelliert dagegen. Diese Szenen sind sehr gut geschrieben. Behutsam aber doch deutlich machend, wie genervt Leo ist, wie sehr sie die Verantwortung auch überfordert. Beim Lesen war ich immer wieder hin- und hergerissen. Ich konnte Leos Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung nachvollziehen, aber irgendwie auch die Sicherheitsängste der Mutter. Konflikte zwischen beiden bleiben da nicht aus. Aber es ist auch zu erkennen, dass Leo an und mit ihren Entscheidungen wächst, nicht nur rebelliert sondern auch reflektiert. Am Ende hatte ich schon das Gefühl, dass sich Mutter und Tochter auf einer anderen Ebene begegnen.
Es überwiegen aber die positiven Gefühle in dem Buch. Diese schöne Sommerstimmung versetzt einen in eine leichte Stimmung. Dazu kommt ein leichter und gut erzählender Stil. Die Videothek wird schnell zu einem Ort, der einem auch als Leser ans Herz wächst. Es liegt Aufbruch und Veränderung in der Luft und der gleichzeitige Wunsch, dass genau dieser Sommer doch bitte nie enden soll. Tolle Figuren, die lebendig wirken und die Eingängigkeit des Buches noch verstärken. In der Mitte hatte die Geschichte so einen kleinen Durchhänger und verliert sich ein bisschen ins Nichtige. Aber eine tolle Geschichte, die Erinnerungen hervorholt. Völlig egal, wie lange dieser einer letzte Sommer schon bei einem selbst zurückliegt.
Ich hatte kaum die ersten Seiten gelesen und war schon begeistert von der Stimmung, in die mich "Little Hollywood" versetzt hat. Außerdem war mir die Protagonistin Leonie direkt sympathisch. Leo steht kurz vor ihrem Schulabschluss und würde am liebsten zum Studieren nach Köln gehen. Doch ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen, fällt ihr schwer, da ihre Mutter immer wieder depressive Phasen hat und sie sich um ihren kleinen Bruder Ben kümmert. Und dann wäre da noch die Sache mit ihrem Vater sowie mit ihrem Freund Ollie... Es gibt also ziemlich viele Dinge, die Leo beschäftigen bzw. über die sie sich klar werden muss. Dabei begleiten wir Leo und fühlen mit ihr mit, da die Autorin Leo's Gedanken- und Gefühlswelt wirklich gut sowie nachvollziehbar dargestellt hat.
Am besten hat mir die Beziehung zwischen Leo und Jo gefallen, da sie sich schön nachvollziehbar entwickelt. Jo arbeitet in der Videothek Little Hollywood und Leo ist anfangs eher genervt von ihm, da er jedes Mal mit ihr Wahrheit oder Pflicht spielt. Doch sie lernt ihn besser kennen und die Zeit, die sie miteinander verbringen, nimmt zu. Er scheint der einzige zu sein, der sie wirklich wahrnimmt und sie zu verstehen scheint. Leider blieb Jo ein bisschen blass, was mich aber nicht so gestört hat. Dafür mochte ich die Leo und Jo Szenen zu sehr.
Die Geschichte konnte mich voll und ganz mitreißen und ich habe mich von ihr auch sehr gerne in die 90er Jahre entführen lassen. Allerdings muss ich sagen, dass es ein paar Aspekte gab, die meine Begeisterung etwas gedämpft haben. Ich fand es beispielsweise sehr schade, dass man wenig über Leonies Freundschaft zu Karo und Ollie erfahren hat. Ich habe mich immer wieder gefragt, warum sie sich noch mit den beiden trifft, obwohl es so scheint, als hätten sie nicht mehr viel gemeinsam. Auch hatte ich nicht den Eindruck, als wären die drei füreinander da. Naja und dann wäre da noch die ganze Vaterthematik, die ebenso nur angerissen und nicht wirklich vertieft wurde. Gleiches gilt für Leo's Mutter. Ich hätte gerne mehr Infos gehabt, um die Beziehung zwischen ihr und Leo besser verstehen zu können. Ja Leo's Mutter hat nicht alles richtig gemacht, aber manchmal fand ich Leo auch etwas grundlos fies ihr gegenüber.
Hätten diese Themen ein bisschen mehr Raum bekommen, hätte mir das Buch definitiv noch besser gefallen.
Die letzten Kapitel fand ich toll, da man gemerkt hat, dass sich Leo weiterentwickelt hat und bereit ist ihren Weg zu gehen.
„An meinem Fahrrad angekommen, werfe ich meine Tasche in den Korb und fahre los, die ersten Meter im Stehen, mit durchgedrückten Beinen und Fahrtwind im Gesicht.“
„Von außen betrachtet, hat meine Mutter alles im Griff, nur Ben und ich wissen, welchen Preis sie dafür zahlt. Dass sie alle paar Wochen explodiert, damit sie nicht implodieren muss, und dass sie danach manchmal tagelang nicht aus dem Bett aufstehen kann, nicht zum Essen, nicht zum Duschen, nicht einmal zum Putzen.“
✨Inhalt
Späte 90er Jahre: Leo hat endlich die Schule fertig und es soll ihr erster Sommer in unbeschwerter Freiheit werden. Leider kommt alles etwas anders. Ihr Schwarm Olli will doch nichts mit ihr zu tun haben und zuhause gibt es sehr viele Probleme. Leos Zuflucht: Die Videothek „Little Hollywood“ und ihr Kumpel Jo…
✨Meinung
Für alle Millennials ist das Buch ein Must-Read, ich sage es Euch so wie es ist. Ich habe schon einige Bücher gelesen, die versprochen hatten, mir den Vibe der 90er Jahre zu geben, aber noch niemand hat es auf eine Weise geschafft wie jetzt Inga Hanka. Ich hatte Gänsehaut und fühlte mich extrem zurückversetzt in eine Zeit, die man vermisst, aber nie wieder erleben kann. Die 90er kann man nicht erklären, aber die Autorin ist nah herangekommen. Lest es!
Die Coming of age Geschichte, bei der wir Leo und Jo begleiten hat mich auch berührt, wie könnte sie nicht?? Beide haben Elternteile verloren, auf unterschiedliche Art und Weise. Leos mom leidet an Depressionen, der Vater war gewalttätig. Leo und ihr kleiner Bruder haben Dinge mitgehört, die kein Kind (überhaupt niemand) jemals hören sollte.
Der Schreibstil ist locker und sehr angenehm, die Autorin beschreibt die Zeit, aber stets so nebenbei, ganz natürlich, „Show don’t tell“ ist nicht nur bei Fantasy wichtig und es klappt hier ganz hervorragend.
✨Fazit
Ich weiß nicht, ob ich aktuell extra sensibel bin oder ob es wirklich einfach klappt, sich die zu einem passenden Bücher etwas gründlicher auszusuchen. Jedenfalls hat auch dieses Buch mich zum Weinen gebracht. Aber hauptsächlich habe ich die Zeitreise genossen. Es war ganz wunderbar!
Zwei Tage habe ich gebraucht, weil ich wegen dem Leben nicht nur lesen konnte. Ansonsten hätte ich es wohl durchaus gar nicht erst wieder aus der Hand gelegt. Little Hollywood lässt den Leser an einem kleinen Ausschnitt, genauer an dem Ausschnitt zwischen Abitur und dem Beginn eines Studiums im Herbst danach, im Leben von Leo teilhaben. Es ist ein Sommer Ende der 90er. Für mich war es schön zu lesen, dass Emotionen, Geschehnisse und Erlebnisse mehr Zeit hatten einfach zu wirken oder eben auch einfach ausgehalten werden mussten und viel Zeit einfach zum Denken blieb. Eine ständige Verfügbarkeit gab es nicht. Die Erwartungshaltung hierfür eben auch nicht. Was dies aber für Ängste, Konsequenzen und Abwägungen auslösen kann, wird durch Leos familiäre Situation und deren Konflikte gut dargestellt.
Die verschiedenen Beziehungen von Leo zu Freunden und Familie zeigen dem Leser wie unterschiedlich der Umgang und die Erwartungshaltungen an das eigene Leben sein können. Die Vorstellungen wie man sein soll, kann oder muss sind facettenreich und man selbst weiß es doch eben auch nicht. Die Frage ist, ob man mutig sein kann und sich für sich selbst und seine Träume und Wünsche entscheidet, ohne zu wissen, ob es funktionieren wird.
Der Leser begleitet Leo einfach durch einen Sommer an dem sie sich für sich entscheidet. Klingt simpel. Leos Leben ist aber mit so vielen Emotionen und Gefühlen angereichert, dass man manchmal gar nicht weiß wie sie das aushalten kann. Mir hat dies besonders gefallen, weil es meiner Meinung nach sehr realitätsnah ist. Es ist ständig ein Haufen an Gefühlen vorhanden, der sich mal besser und mal schlechter ordnen lässt.
Mir hat das Lesen viel Freude bereitet. Ich musste lachen, zweifeln, schmunzeln, wütend schnauben, Tränen vergießen und manchmal wusste ich gar nicht wie Leo das alles unter einen Hut bringen kann und dabei auch noch entscheiden soll wie sie nun ihr Leben als Erwachsene leben soll, weil man ja eben mit dem Schulabschluss erwachsen ist. Leos Geschichte begann nicht mit dem Buch, doch sie endet ebenso wenig mit der letzten Seite. Als Leser kann man sie einfach einen kleinen Abschnitt begleiten.
Schon als ich das Cover gesehen habe, wusste ich, das Buch interessiert mich. Dann kamen die ersten Seiten und meine Begeisterung wuchs. Insbesondere die Art Gefühle und Geräusche zu beschreiben hat dafür gesorgt, dass die Geschichte vor meinen Augen zum Leben erwacht ist. Leo ist mir direkt ans Herz gewachsen und ihre Art ihren Weg zu gehen hat mich sehr berüht. Sie ist kein perfekter Mensch, gibt dies aber auch nicht vor, sie zeigt wie schwer und schön es sein kann eigene Wege zu entdecken. Die erste Beschreibung der Geschichte mag nicht so besonders scheinen, aber wenn man sich auf das Buch einlässt, sieht man, dass es doch noch ganz andere Ebenen hat und andere Aspekte erforscht. Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen sich an einigen stellen an eigene Erfahrungen und Gefühle erinnern werden. Ich empfele das Buch allen Menschen die Lust haben das Gefühl der unendlichen Möglichkeiten wieder zu entdecken, aber auch bereit sind sich mit den folgen von Gewalt auseinander zu setzen. Schon als ich das Cover gesehen habe, wusste ich, das Buch interessiert mich. Dann kamen die ersten Seiten und meine Begeisterung wuchs. Insbesondere die Art Gefühle und Geräusche zu beschreiben hat dafür gesorgt, dass die Geschichte vor meinen Augen zum Leben erwacht ist. Leo ist mir direkt ans Herz gewachsen und ihre Art ihren Weg zu gehen hat mich sehr berüht. Sie ist kein perfekter Mensch, gibt dies aber auch nicht vor, sie zeigt wie schwer und schön es sein kann eigene Wege zu entdecken. Die erste Beschreibung der Geschichte mag nicht so besonders scheinen, aber wenn man sich auf das Buch einlässt, sieht man, dass es doch noch ganz andere Ebenen hat und andere Aspekte erforscht. Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen sich an einigen stellen an eigene Erfahrungen und Gefühle erinnern werden. Ich empfele das Buch allen Menschen die Lust haben das Gefühl der unendlichen Möglichkeiten wieder zu entdecken, aber auch bereit sind sich mit den folgen von Gewalt auseinander zu setzen.
Ich habe das Buch gerade zugeklappt und da war dieses Gefühl, das noch nachhallt. Dieses „Was habe ich da gerade gelesen?“. Für mich ist es der intensivste Coming-of-Age-Roman, der mir je begegnet ist. Was für eine Wucht.
Sommer 1999: Leo lebt mit ihrer schwer erziehbaren Mutter und ihrem kleinen Bruder Hannes allein, seit ihr gewalttätiger Vater weg ist. Und eigentlich müsste dieser Sommer, mit ihrem bestandenen Abi, nach Freiheit schmecken, nach Aufbruch, nach einem neuen Kapitel. Aber nichts davon ist da. Stattdessen ist alles schwer. Alles eng. Alles bleibt, wie es immer war.
Kein Urlaub, weil das Geld fehlt. Eine Mutter, die sich verändert hat, auf eine Art, die nicht greifbar ist. Und dann auch noch Olli, der sie küsst – und kurz darauf eine andere. Es ist zu viel. Einfach zu viel.
Also trifft Leo eine Entscheidung: Sie zieht sich zurück. Ins Bett. In sich selbst. Vielleicht noch schnell die Bewerbung für Berlin fertig machen – der einzige Ausweg. Aber wie soll man gehen, wenn man nicht weiß, ob man gehen darf? Wenn man nicht weiß, was passiert, wenn man bleibt? Kann sie ihren kleinen Bruder zurücklassen? Und viel schlimmer: Kann sie ihre Mutter überhaupt mit ihren Bruder alleine lassen?
Dieser innere Konflikt zieht sich durch jede Seite. Er sitzt einem im Nacken. Er lässt einen nicht los.
Und dann ist da „Little Hollywood“. Diese Videothek. Dieser eine Ort, der sich anfühlt wie ein kurzes Durchatmen – und Jo. Und ab hier… müsst ihr selbst gehen. Selbst fühlen. Selbst aushalten.
Ich bin komplett in diese Geschichte hineingezogen worden. Habe mit Leo gehofft, gezweifelt, gelitten. Es gab Momente, die wehgetan haben, weil sie so ehrlich waren. So nah.
Ja, es hat mich ein wenig an „22 Bahnen“ erinnert – aber dieses hier trifft noch tiefer. Noch unmittelbarer.
Fazit: Ein Buch, das sich nicht nur einfach lesen lässt, sondern durch dich hindurchgeht. Zum Abtauchen, Durchsuchten, Inhalieren. Lest dieses Buch. Wirklich. Es hat eine riesige Leserschaft verdient. Ganz große Leseempfehlung! 5/5
Der Sommer nach dem Abi bedeutet für die meisten Freiheit. Für Leonie bedeutet er: im Café jobben, sich um ihren kleinen Bruder Ben kümmern, ihrer Mutter aus dem Weg gehen und täglich im Little Hollywood, einer Videothek, vorbeizuschauen. Dort arbeitet auch Jo, Leos Mitschüler und personifiziertes Mysterium. Durch ihre gemeinsame Leidenschft für Filme lernen die beiden sich immer besser kennen und schon bald gibt es für Leo einen weiteren Grund, um im Little Hollywood vorbeizuschauen.
Was mir richtig gut an dem Roman gefallen hat, war das Setting: Es ist eine Coming of Age-Geschichte, die im Sommer 1999 spielt. Das hat bei mir so viel Nostalgie ausgelöst, obwohl ich selbst 1998 geboren bin lol. Die flirrende Hitze gepaart mit der post-Abizeit, in der alles möglich scheint — dieses Gefühl vermittelt das Buch so gut!
Durch die Wohlfühlatmosphäre hat mich das Buch auch gut über die kleinen Störfaktoren hinwegsehen lassen, die ich beim Lesen hin und wieder hatte. Trotzdem möchte ich die hier nicht unerwähnt lassen. Leos und Jos zerrüttete Familien verleihen dem Text zwar mehr Tiefe, allerdings wurde mir die von Jo zu oberflächlich behandelt. Für mich blieb er der unnahbare Typ, der eine tragische Familiengeschichte hat, darauf seine Persönlichkeit aufbaut und sein Verhalten rechtfertigt (und sich dafür btw nie entschuldigt). Solche Charaktere geben mir leider nichts und lassen mich nur mit einem Augenrollen zurück. Mein zweiter Kritikpunkt: Der Umgang mit Leos Vater. Ich will hier nicht zu viel spoilern, aber so richtig verstanden, was da passiert, habe ich nicht.
Beides hat mir den Spaß beim Lesen stellenweise genommen, ich bin aber trotzdem durch die Seiten geflogen und mochte die ganzen Film-Referenzen. Außerdem hat mir das Buch extrem „22 Bahnen“ Vibes gegeben! Wer das also gern gelesen hat, wird auch „Little Hollywood“ mögen. :)
Ich liebe, liebe, liebe dieses Cover 💕 Der einfühlsame, schnörkellose, fast leise Schreibstil passt perfekt zu den Charakteren. Es handelt sich um eine ruhige Geschichte, die jedoch ausreicht, um ein wunderschönes, überzeugendes Gesamtbild entstehen zu lassen. Gefehlt hat mir, dass die Zeit nicht richtig benannt wurde. In den ersten Kapiteln hatte ich das Gefühl, es könnte genauso gut in unserer Gegenwart spielen. 1999 wurde mir erst richtig bewusst, weil im Kino Star Wars I lief. Besonders gut gefallen hat mir das Motiv der Kamera. Dass Jo aufgrund des vollen Filmes nur die allerwichtigsten und schönsten Momente auffangen kann, aber in dem Bewusstsein, sie später immer wieder hervorzuholen, also nicht endlose Handyordner hat wie heute, die dann keiner mehr anschaut. Die Aussöhnung mit seiner Familie und der verstorbenen Mutter durch das Entwickeln ihrer letzten Fotos war unglaublich bewegend ♡ Jos Figur und Vergangenheit waren komplex, tiefgründig, berührend und sind definitiv hängen geblieben. Leonie als 1er Schülerin erscheint zunächst als komplettes Gegenteil, ihre Rolle als Bezugsperson für den kleinen Bruder und die Furcht der Mutter vor ihrem g3walttätigen Ex-Mann bringen allerdings nochmal eine ganz andere, tiefgreifende und aufwühlende Seite zum Vorschein. Damit gehen wir beidseitig in eine Mental Health Richtung. Keiner von beiden kann seiner Situation entfliehen, sie gehen nur komplett unterschiedlich damit um, Rebellion vs Resignation. Die subtile Lovestory war authentisch und wunderschön ♡ Deswegen hat mich das Ende getroffen, obwohl beide den für sie richtigen Weg gegangen sind und sich gegenseitig den Mut dazu geschenkt haben. Verbunden durch die Annäherung in ihrem gemeinsamen lokalen Mittelpunkt, der Videothek Little Hollywood. Insgesamt hat mir der Roman richtig gut gefallen. Er ist atmosphärisch, tiefgründig und bleibt hängen. Leseempfehlung ♡
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In Little Hollywood begleitet man Leonie, genannt Leo, in einem Sommer direkt nach der Schulzeit – einer Zeit zwischen Aufbruch und Orientierungslosigkeit. Statt der erhofften Freiheit wird sie mit familiären Problemen, Liebeskummer und der Unsicherheit konfrontiert, wie ihr Leben eigentlich weitergehen soll. Zwischen Kleinstadtalltag, Videothek und innerem Chaos beginnt für sie eine Phase, in der sich alles verändert, auch wenn es sich zunächst gar nicht so anfühlt. Der Roman ist eine eher unaufgeregte Coming-of-Age-Geschichte, die nicht von großen Wendungen lebt, sondern von leisen Momenten und Stimmungen. Gerade das macht für mich einen großen Teil des Charmes aus. Die Geschichte fühlt sich sehr nahbar und real an – wie ein Sommer, den man selbst irgendwie kennt. Besonders gefallen hat mir der nostalgische 90er-Flair, der sich durch das gesamte Buch zieht. Die Atmosphäre ist sehr stimmig und weckt dieses Gefühl von „damals“, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Unterstützt wird das Ganze durch eine schöne, ruhige Sprache, die sich angenehm lesen lässt und einen sanft durch die Geschichte trägt. Die Figuren wirken authentisch und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Es geht viel um Selbstfindung, Beziehungen und die Frage, wohin der eigene Weg eigentlich führen soll. Dabei bleibt die Geschichte eher ruhig und zurückhaltend, was stellenweise auch dazu führt, dass sie sich ein wenig zieht. Es ist ein stimmiger, atmosphärischer Roman, den ich besonders Leser empfehlen würde, die genau solche leisen, charaktergetriebenen Coming-of-Age-Geschichten mögen. Ich würde auf jeden Fall noch mehr von der Autorin lesen – gerne auch mit etwas älteren Protagonist:innen.
Ein warmherziger, ehrlicher Roman über das Erwachsenwerden De Atmosphäre des Romans mit der Videothek als zentralem Angelpunkt, mit klassischen Filmtiteln, Kinos, DVDs, CDs voller Musik aus den 90-er Jahren, all das bereitet das passende Szenarium vor für die Abiturientin Leonie, hier kurz Leo. Zwischen den Monaten Mai und September entfaltet sich langsam ihr Erwachsen-werden inmitten reichlich vieler negativer wie positiver Momente und Lebensumstände. Die zwischenmenschlichen Beziehungen berühren mit Tiefgang, besonders die zarte Annäherung zwischen Leo und Jo. Aber auch das besondere Verhältnis zu ihrem jüngeren Bruder Ben gefällt. Für reichlich Dramatik sorgen die Eltern mit der sehr verängstigten, berufstätigen Mutter und dem bedrohlichen, wenn auch meist abwesenden Vater. Auf der Suche nach mehr Freiheit und weniger Ängsten findet Leo in der nahen Videothek als Rückzugsort nicht nur geliebte Klassiker-Filme mit Happy-End, sondern auch durch Jos besonderer Art liebevolle Momente im Spiel „Wahrheit oder Pflicht“ nebst Zitate-erraten. Dass sie Drehbuch oder Literarisches Schreiben in Köln studieren will, verwundert nicht. Tiefe Einblicke in ihr Gefühlsleben bieten z.B. auch die „Ein-Wort-Poesie“ Einträge in ihr Notizbuch oder die Details zu Jos Kamera mit den letzten noch verbliebenen Fotos. So wie sie schließlich einen sinnvollen Lebensplan für sich erstellt, gelingt es auch dem tief zerrissenen, provokanten Jo.
Ein gefühlvoller, tiefgründiger Sommerroman – in überzeugendem Schreibstil präsentiert.
Leo hat das Abi in der Tasche, und bevor sie ihren Traum von einem Drehbuch-Studium in Köln erfüllen will, liegt ein letzter Sommer zwischen Schülerin und Erwachsene vor ihr, der ganz anders verläuft, als sie zunächst gedacht hat. Chris, der sie geküsst hat, entpuppt sich als Niete, aber Außenseiter Jo scheint eh viel besser zu ihr zu passen. Dann ist da noch ihre Mutter, mit der sie zusammenarbeitet und die sie gerade so erträgt, doch ihr Bruder Ben ist ein Lichtblick. Und über allem schwebt ihr Vater Ahlo, der sich in ihr Leben zurückdrängt. "Little Hollywood" von Inga Hanka ist mein Überraschungsfund und ich lege es besonders allen Millennials ans Herz, denn es versetzte mich direkt in die letzten Jahre meiner Schulzeit – mit Videotheken, Telefonkarten und langen Sommernächten in denen man noch nicht weiß, was die Zukunft bringt. Leo ist wunderbar authentisch und liegt Inga Hanka sehr am Herzen, das spürt man mit jeder Silbe. Der Roman ist herzwärmend, in der Verbindung zwischen Leo und Ben, in den zarten Banden zu Jo, und gleichzeitig herzzerreißend, in den Dispute mit der Mutter, im zwangsläufigen Herzschmerz und der Abnabelung, die man sich so sehr herbeisehnt und die trotzdem so schmerzhaft ist. Für all das findet Inga Hanka die perfekten Worte, präzise, stimmig, und zu den genau passenden Zeitpunkten bildhaft. Nichts ist zu viel, nichts zu wenig. Längen gibt es keine und es hat für mich das richtige Gleichgewicht aus unaufgeregt und spannend. Ein wunderschöner Roman über das Erwachsenwerden und sich finden, der in die eigene Jugend zurückversetzt.
„Little Hollywood“ hatte mich eigentlich schon nach den ersten Seiten. 90er Jahre, Abitur, baden im See, Vorfreude auf das Leben. Genau diese Stimmung hat mich direkt abgeholt.
In der Geschichte geht es um Leo, die gerade ihr Abitur hinter sich gebracht hat und sich einfach nur noch auf ihre neue Freiheit freut. Doch natürlich kommt alles anders als gedacht. Olli, der sie vor Kurzem noch geküsst hat, lässt sie plötzlich sitzen, mit ihrer Mutter gibt es ständig Stress und irgendwie läuft nichts so, wie sie es sich vorgestellt hat. Einen kleinen Lichtblick gibt es aber. Das „Little Hollywood“, eine Videothek, in der Jo arbeitet und mit dem sie jedes Mal Wahrheit oder Pflicht spielen muss, selbst wenn sie sich nur einen Film ausleihen will. Dieser Sommer entwickelt sich für Leo zu einem echten Auf und Ab der Gefühle.
Mir hat dieses Buch richtig gut gefallen. Gerade wenn man die 90er Jahre selbst erlebt hat, kann man sich total gut in die Geschichte hineinfühlen. Es tauchen immer wieder Filme und Musik aus dieser Zeit auf, es gibt noch keine Handys und man muss ganz klassisch vom Festnetztelefon aus anrufen. Das hat bei mir sofort Nostalgie ausgelöst.
Auch die Charaktere fand ich sehr authentisch und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Der Schreibstil ist angenehm ruhig und lässt sich schön lesen, auch wenn sich die Geschichte an manchen Stellen etwas gezogen hat.
Trotzdem bin ich am Ende sehr zufrieden aus der Geschichte gegangen und habe das Buch wirklich gerne gelesen.
Wunderbare Zeitreise "Little Hollywood" von Inga Hanka habe ich sehr gerne gelesen. Es ist ein typischer Coming-of-Age-Roman und war für mich eine Zeitreise in die 90er Jahre. Der Zeitgeist wurde hier hauptsächlich durch Filmzitate und Musik eingefangen. Aber auch so wurde die Atmosphäre der Zeit der Schulabschlüsse und des Übergangs ins Erwachsenenleben gut eingefangen. Leo will studieren, einerseits, aber andrerseits hat sie eine Mutter, die alleine mit ihrem kleinen Bruder überfordert ist und einen Vater, der zwar ausgezogen ist, aber immer noch gewaltbereit in den Hinterköpfen wohnt. Leos Flucht ist eine Videothek an der Ecke, das »Little Hollywood«. Dort arbeitet Jo, den sie erst gar nicht versteht, der aber irgendwann ihr einziger Halt in der Realität ist. Die Protagonisten sind wunderbar gezeichnet, lebensecht und natürlich, der Zeitgeist kommt so gut rüber, man kann es fast fühlen und hören. Die Entwicklung, die Zweifel, das Hinterfragen, die erste Liebe, Aufbruch und Festhalten, das alles wird hier in wunderbare Worte gefasst, ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Für Fans von Filmen und Filmzitaten ist das Buch noch etwas tiefgehender, gerade das habe ich hier sehr geliebt. Mich hat nur das etwas zu sehr versöhnliche Ende hier etwas gestört, das für mich nicht ganz passen wollte.
Es sind die späten 90er und Leo hat gerade die Abiprüfungen hinter sich und einen langen Sommer vor sich. Neben dem schwierigen Alltag mit der Familie und dem ersten Verliebtsein drehen sich ihre Gedanken dabei hauptsächlich um die Frage: Und was kommt jetzt?
Als Kind der 80er gehöre ich wohl definitiv zur unmittelbaren Zielgruppe dieses Coming-of-Age-Romans, denn die vielen Erinnerungsdetails (von bestimmter Musik im Hintergrund bis hin zur Telefonzelle) sind bestimmt mit Bedacht platziert und haben so manches Mal ein „Ach Gott, stimmt, das gab’s damals!“ ausgelöst.
Große Spannung wird man hier vergebens suchen, aber die Autorin schafft es sehr gekonnt, dass man als Leser mit in diese heißen Sommertage und – dank Leos vielen Schwimmausflügen – in das kühle Wasser des Sees eintaucht. Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin diese wackelige Zeit zwischen dem Wunsch, sich zuhause wohlzufühlen und dazuzugehören, und dem dringenden Bedürfnis, auszubrechen und sich endlich abzunabeln.
Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, ein wenig Zeit an Leos Seite zu verbringen und ihre Entwicklung im Laufe des Sommers mitzuerleben. Ein richtig schönes Debüt, das ich gerne weiterempfehle.