Jump to ratings and reviews
Rate this book

Unerwünschte Töchter: Roman

Rate this book
»Miriam Carbe erzählt in einer bewegenden Familiengeschichte von einem ganzen Jahrhundert.« Mariana Leky

Die Familie eines deutschen Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit. Sie stammen aus dem Bildungsbürgertum Dresdens, die Männer und Väter fallen in den Weltkriegen. Zum schlimmsten Zerwürfnis kommt es nach der Übersiedlung in den Westen, als die hochintelligente, labile Enkelin Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will. Die Autorin selbst ist dieses Kind. Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar. Wer dieses Buch liest, begegnet sich selbst und den eigenen Familiengeschichten. Episch und epochal – ein Meisterwerk.

501 pages, Kindle Edition

Published May 28, 2026

Loading...
Loading...

About the author

Miriam Carbe

2 books

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
2 (15%)
4 stars
8 (61%)
3 stars
3 (23%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Wal.li.
2,646 reviews73 followers
May 30, 2026
Vier M

Margarethe wächst Anfang des zwanzigsten Jahrhundert in wohlbehüteten Verhältnissen auf. Die Dresdener Familie ist finanziell abgesichert. Doch in der Ehe der Eltern gibt es Risse. Ihre Tochter Marianne sucht die Liebe und fürchtet, dass sie nie den Richtigen treffen wird. Als es endlich einer sein soll, ist bereits der zweite Weltkrieg ausgebrochen und der Vater ihrer Tochter Monika fällt kurz vor Kriegsende. Die Frauen gehen in den Westen und landen im ostwestfälischen Herford. Sie tragen Geschichte in sich und bleiben drei Frauen, die auf sich gestellt sind. Schwierig wird es, als Monika während des Studiums einen Nigerianer kennenlernt und schwanger wird.

Vier Frauen, deren Vornamen mit dem Buchstaben M beginnen. Schweißt es sie zusammen? Irgendwie schon. Aber sie sind nicht immer einer Meinung. Manches Beste, dass gewollt wird, hat ein anderes Ergebnis. Wie in jeder Familie gibt es gute und schlechte Zeiten. Es gibt Verirrungen, die wohl der Zeit geschuldet sind. Leid, das unverschuldet ist. Wünsche, die so nicht in Erfüllung gehen. Miriam, die Vierte im Bunde, findet die Tagebücher ihrer Mutter, Großmutter und Urgroßmutter. Aus diesen Büchern liest sie Gedanken, die geschrieben anders formuliert wurden als die Frauen es erzählt haben, als sie es erlebt hat. Aus diesen vielschichtigen Informationen komponiert Miriam diesen Roman.

Die Geschichte eines Jahrhunderts, die Geschichte von vier unterschiedlichen Frauen, die doch Zusammenhalt verspüren. Sind sie wirklich unerwünscht? Immerhin sind sie da. Aber sie sind in schwierige Zeiten geboren. Man bekommt den Eindruck, dass sie um ihre Integrität kämpfen. Dass sie an der Zeit leiden. Intelligent, aber ein wenig schwermütig. Ein wenig mehr Fröhlichkeit würde man ihnen wünschen. Doch vielleicht wird das nicht so erinnert, vielleicht steht es nicht in den Tagebüchern. Allerdings sind diese schriftlichen Zeugnisse ein Schatz, aus dem ein beeindruckendes Buch entstanden ist. Vielleicht denkt man auch daran, was in der eigenen Familie erzählt wurde. Man empfindet es als schön, dass die Erinnerung der vier M bleicht und sich in einem sehr lesenswerten Roman präsentiert.

Die erste Aufmerksamkeit erregte allerdings das farblich wunderschön gestaltete Cover.

Profile Image for Sophia.
28 reviews
May 31, 2026
Vier Frauen, vier Generationen und ein ganzes Jahrhundert - sie alle versuchen auf ihre Art auszubrechen, sich abzukapseln und es anders zu machen als davor. Schmerzlich schön begleitet dieser Roman Einblicke in die Biografie der Autorin und erzählt, von den Frauen, die vor ihr da waren und dem Vorangegangenen.
Mich hat das Buch sehr gefesselt und auch wenn ich die erste Hälfte lieber mochte, hat mich das Band zwischen den einzelnen Frauen doch sehr bewegt. Ein Stammbaum oder eine Personenübersicht wäre ab und an nett gewesen :)
Profile Image for Magnolia .
643 reviews3 followers
May 28, 2026
Von Müttern und Töchtern – eine bewegende Familiengeschichte

Am Anfang ist es dieser Schrank, den Margarethe, Miriams Urgroßmutter, 1912 in Dresden fertigen ließ und der nun bei ihr, der Urenkelin, steht. In ihm finden sich viele Notiz- und Tagebücher sowie Erinnerungsskizzen von den Frauen ihrer Familie. Von Urgroßmutter Margarethe, von Großmutter Marianne und von Miriams Mutter Monika. Der älteste Eintrag stammt von 1908 - sie schrieben über ihr eigenes Leben und auch übereinander.

Nach dem Tod ihrer Mutter 2021 hat Miriam diese Erinnerungen geerbt, sie hat sie gesichtet und beschlossen, ihre Familiengeschichte niederzuschreiben. Es ist eine persönliche Geschichte geworden, geprägt vom zeitgeschichtlichen Hintergrund.

Der Roman beginnt um 1900, der Erste und der Zweite Weltkrieg nimmt ihnen ihre Männer, ihre Söhne und ihre Brüder. Der Nationalsozialismus ist allgegenwärtig, rassistisches Denken bleibt nicht aus, genau so sind es Standesdünkel. Sie ziehen oft um, gehen vor dem Bau der Mauer in den Westen, bei John F. Kennedys legendärem Staatsbesuch 1963 ist Monika in Berlin. Nicht unbedingt JFKs wegen, sie ist ja noch jung und verliebt ist sie auch. Dies ist ein kurzer Abriss dessen, was Miriam Carbe von ihnen zu berichten weiß, von den schicksalhaften Begegnungen und Begebenheiten, von ihrem Leben und ihren Lebensentwürfen und den Risiken, die auf die ein oder andere Weise jeder einzelne ausgesetzt ist.

„Unerwünschte Töchter“ waren sie alle, die Gründe dafür unterschiedlich. Literatur ist für sie existenziell, sie haben mit den politischen Unwägbarkeiten zu kämpfen, gesellschaftliche Konflikte bleiben nicht aus, so manch Identitätskrise ist zu bewältigen.

Die oben erwähnten Aufzeichnungen geben die Struktur dieses Romans vor, angereichert durch fiktionale Sequenzen. Es ist ein sehr intensiv erzähltes Buch geworden, festgehalten von der unehelich geborenen Miriam. Was noch nicht mal das Schlimmste war, denn ihr Vater ist Nigerianer- der eigentliche Schock für die Familie. Ihre Urgroßmutter Margarethe, die 96 Jahre alt werden durfte, hat von ihrer Existenz erst erfahren, als sie drei Jahre alt war.

Das Buch ist so viel mehr als „nur“ eine Familiengeschichte. Es dringt tief ein in die Geschehnisse dieser Zeit, vermittelt ein eindringliches Bild über mehr als ein Jahrhundert hinweg, aus Sicht der Frauen über vier Generationen. Zu jeder einzelnen dieser Frauen habe ich Zugang gefunden, wenngleich man den jeweiligen Zeitgeist deutlich spürt, was das Lesen nochmal ein Stück weit intensiver werden lässt. Ein Buch, das ich gerne gelesen habe, eine lesenswerte Geschichte, die ich nicht missen möchte.
207 reviews
May 28, 2026
Vier Frauen

Vier Generationen. Wiederkehrende Konflikte. Und generationsübergreifende Probleme. Das versucht Miriam Carbe in den autobiografischen Roman „Unerwünschte Töchter“ darzulegen.

In dem Roman erzählt Carbe von vier Generationen Frauen in ihrer Familie: Urgroßmutter Margarethe, Großmutter Marianne, Mutter Monika und ihre schließlich (Ur-) Enkelin Miriam. Es geht um finanzielle Nöte, (unfreiwillige) Trennungen, Betrug/ Verrat und psychische Belastungen. Carbe greift für ihren Roman auf Briefe, Tagebücher und Erzählungen zurück. Aber auch ihre eigenen Erlebnisse werden geschildert…

Ich finde die Idee verschiedene Generationen zu verknüpfen gut und spannend. Allerdings entsteht in vielen ähnlichen Büchern ein Konstrukt, dass vom Zusammenhang unlogisch und lückenhaft entsteht. Daher war ich neugierig, wie Carbe es macht.

Der Start mit Urgroßmutter Margarete ist etwas holprig. Viele Informationen fehlen, die Gefühle können nicht adäquat wiedergegeben werden (Gefühlskälte zu Kriegszeiten?) und die Beschreibungen sind dürftig.

Das bessert sich mit jeder Generation- Carbe versteht es, Details einzuarbeiten und Dinge detailliert zu beschreiben. Sei es eine Zugfahrt, die Läuse bei einer Freundin oder das vortreffliche Benehmen beim Arzt. Interessant ist dabei, wie sich die Probleme in jeder Generation ähnlich wiederholen. Dies nutzt Carbe als roten Faden, um durch das Buch zu führen.
Auch wenn der rote Faden gut durch das Buch führt, sind einige Szenen aus meiner Sicht zu lang gezogen und stören meinen Lesefluss, zum Beispiel die Diskussionen um Monikas Zukunftspläne. Anderes bleibt auf der Strecke und unklar (Welche Gefühle haben die früheren Generationen Frauen wirklich zueinander? Welche Rolle spielt zum Beispiel Irni?). Insgesamt hat mir der Roman aber gut gefallen und ich gebe vier Sterne.
Profile Image for Anne Dietrich.
222 reviews
Review of advance copy
May 16, 2026
Eine Familiengeschichte mit Tiefe

Ich lese sehr gerne Familiengeschichten, jede hat etwas Besonderes und gibt Einblicke in familiäre Bereiche, die ansonsten im Verborgenen bleiben.
In diesem Roman geht es um Margarethe, Marianne, Monika und Miriam. Die Protagonistinnen stammen aus vier Generationen.
1912 ließ die Urgroßmutter der Autorin einen Kirschholzschrank anfertigen. Dieser machte jeden Umzug mit und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Obwohl Miriam ihn zunächst nicht bei sich haben wollte, entschied sie sich dann doch anders. Zum Glück, denn dieser hatte für jede der Frauen eine andere Bedeutung und die Autorin entschied sich dafür in ihm die Tagebücher ihrer Urgroßmutter, Großmutter und Mutter aufzubewahren, die ihr als Grundlage für diesen Roman dienten.
Die Frauen ihrer Familie haben zwei Weltkriege erlebt und sie selbst wurde als schwarzes Kind in eine weiße Familie hineingeboren. Zur damaligen Zeit war das keine einfache Situation. Überhaupt hatten die Frauen kein leichtes Leben und es wird deutlich wie sehr es sie direkt und indirekt geprägt hat. Dadurch entsteht auch eine Menge Konfliktmaterial.
Die Autorin thematisiert so ziemlich alles, was in das damalige Zeitgeschehen passt, egal ob politisch, gesellschaftlich oder kulturell. Dadurch wird der Roman sehr vielschichtig, fordert aber auch beim Lesen. Wer anspruchsvolle Familiensagas mag, könnte an dem Buch gefallen finden.
Profile Image for Dimue Merle.
61 reviews
May 31, 2026
Auto-fiktional wird die Geschichte der Autorin erzählt. Margarete, welche den ersten Weltkrieg miterlebte und die Nachkriegszeit, ihre Tochter Marianne den zweiten Weltkrieg, Monika die 50er/60er und dann Miriam.

Es ist einer dieser Bücher, welche man immer überlegt, was ist real und was nicht. Es ist, dass ich dachte, oh, das war, aber nett. Oder oh, das habe ich so gar nicht gedacht und aber auch echt vieles, was ich hart fand. Vor allem diese Angst vor der Schande, diesen Zwang heiraten zu wollen und dann doch die Stärke zu haben alleinerziehend zu sein.

Die einerseits Bildungshöhen und dann doch wieder sich den Weg in die Gesellschaft kämpfend. Dänemark fand ich eine schöne Sequenz und auch wenn erzählt wurde, wie die Väter kennen gelernt wurde. Miriam, als farbiges Kind, welches zu Beginn nur durch göttliche Fügnis überlebte mit einer Mutter, welche selbst noch ein Kind war.

Es war traurig zu hören. Auch wie über die Nazizeit gesprochen wurde, ich weiß, es gehört zu unserer Geschichte, nur rumorte es doch in mir, weil man jetzt die Geschichten kennt von damals. Ich finde es ein wunderbares Buch um die Zeitgeschichte kennen zu lernen und ich bin sooo froh, jetzt zu leben.

Simone Kabst liest das Buch mit zum Teil Schalk in der Stimme und ich fand die Stimme angenehm anzuhören. Sie schaffte es, dass ich der Geschichte trotz der Zeitsprünge und zum Teil sehr sensiblen Themen gut folgen konnte.
12 reviews
May 28, 2026
„Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe ist eine bewegende Familiengeschichte über vier Generationen von Frauen, geprägt von Krieg, Verlust, Stärke und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Schon das Cover wirkt ruhig und zugleich melancholisch und passt wunderbar zur Stimmung des Buches. Der Schreibstil ist eindringlich, emotional und sehr bildhaft, sodass man tief in die Geschichte eintaucht und mit den Figuren mitfühlt.

Besonders beeindruckt hat mich, wie persönlich und gleichzeitig zeitgeschichtlich bedeutend die Erzählung ist. Die Konflikte zwischen Müttern und Töchtern wirken erschreckend echt und vertraut. Da es mein erstes Hörbuch war, war ich anfangs skeptisch. Vielleicht bin ich etwas altmodisch, denn ich dachte tatsächlich, man bekäme noch CDs oder ein richtiges Hörbuch zugeschickt – stattdessen gab es nur einen Link. Trotzdem wurde ich positiv überrascht: Die Vorleserin hat eine sehr angenehme, ruhige Stimme, die perfekt zur Geschichte passt und das Zuhören besonders angenehm macht.
Profile Image for Karola.
891 reviews7 followers
Review of advance copy received from NetGalley
May 27, 2026
Interessante Familienfakten
Von vier Frauen und deren Leben ab ca. 1912 handelt das Buch, zusammengetragen aus deren Tagebucheinträgen. Die anfängliche Abstammung der Urgroßmutter Margarethe aus bildungsbürgerlichem Hause in Dresden bis zur Autorin Miriam erzählt neben den finanziellen Hürden auch von der Hinwendung zu deutscher Literatur mit Goethe, Schiller, Richard Wagner bis zu Thomas Mann oder Grass. Gesundheitliche Themen wie geschlossene Tuberkulose, endogene Schizophrenie oder Schwermut mancher Familienmitglieder konkurrieren mit historischen Begebenheiten wie z. B. dem Nationalsozialismus mit Ahnenpass, Rassenvorurteilen oder dem Besuch J.F. Kennedys in Berlin. Thematisiert werden aber auch das Familienlaster „RAUCHEN“, der Standesdünkel, die Prüderie und die Ehrbarkeit der Frau. Der rote Faden zwischen den Frauen-Generationen mit den M-Vornamen ist leider nicht immer überschaubar gespannt. Ein Familienstammbaum wäre hier hilfreich.
Bewegte deutsche Geschichte!
210 reviews
Review of advance copy received from Storygraph
May 20, 2026
Last vergangener Generationen

Mit "Unerwünschte Töchter" hat Miriam Carbe einen bewegender und eindringlichen Roman geschrieben, der auch nach dem Lesen noch in Erinnerung bleibt. Auf Basis von Tagebücher ihrer Vorfahrinnen schreibt die Autorin ihre Familiengeschichte auf. Die Geschichte erzählt von Frauenleben zwischen Anpassung, Schmerz und dem Wunsch nach Selbstbestimmung – sensibel, ehrlich und atmosphärisch dicht geschrieben.

Der Schreibstil ist ruhig und zugleich kraftvoll. Gerade die feinen Beobachtungen und die intensive Atmosphäre machen den Roman besonders lesenswert.

Was mir in dem Buch etwas fehlt, ist der rote Faden zwischen den Personen/Generationen - das ist leider etwas verwirrend geworden und die Übersicht fehlt, beispielsweise ein abgebildeter Stammbaum hätte sehr geholfen.

Von mir gibt es eine Empfehlung - ein bewegendes Buch.
Profile Image for Christina.
8 reviews
Review of advance copy
May 20, 2026
Düstere Familiensaga über 4 Generationen mit dem Wunsch, endlich gesehen zu werden und gut genug zu sein. Das Cover verrät kaum etwas über die Geschichte, im Gegensatz dazu steht der ausdrucksstarke Titel. Fans von mehreren POVs sowie Rückblenden und Zeitsprüngen werden hierbei begeistert sein - sehr häufig springt das Buch zwischen den Generationen und zwischen der Art der Erzählweise. Obwohl alle Figuren aus ihrem vorbestimmten Leben ausbrechen wollen und rebellieren, fügen sie sich letztlich doch (mehr oder weniger) den Erwartungen ihrer Zeit. Der Schreibstil ist leider sehr sperrig, die Handlung wirkt stellenweise langatmig und bleibt trotz vieler (historischer) Ereignisse emotional oft eher oberflächlich. Empfehlen würde ich den Roman jedem, der ausführliche Familiengeschichten schätzt sowie sich für geschichtliches Leben in Deutschland in den letzten 100 Jahren interessiert.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews