Natürlich haben Männer Gefühle, oft sogar sehr viel verzweifeltere als Frauen, denn sie wissen gemeinhin nicht, wie sie ihnen Ausdruck verleihen sollen. Was sagen die Wortlosen, wenn ein Abschied ansteht? Von der Liebe. Vom Leben. Von Gewohnheiten. Um das herauszufinden, hat Sibylle Berg Abschiedsbriefe gesammelt und kommentiert, Briefe von Berühmtheiten und weniger Berühmten, von Lebendigen und Toten. Und eines hat sie dabei festgestellt: Egal ob sich der Mann von einer Liebe, einer Katze oder seinem Auto trennt – oftmals handelt er zuerst und denkt danach. Ihre Abschiedsbriefe verraten, was in ihnen vorgeht.
Sibylle Berg was born at and spent her childhood in Weimar where she also worked as a puppeteer until moving to the West in 1984. She studied briefly at the Dimitri theatre school in Ticino and then had various jobs. She began to write, published her first articles and reportage, and was a columnist for the "Zeit-Magazin". Her first book appeared in 1997, and other novels and stories followed. "Helges Leben" was her first play. Sibylle Berg lives in Zurich.
"Etwa in diesem Moment verstarb für mich die junge Frau, die ich geliebt hatte. Entehrt war sie bereits, denn andere hatten ihren Samen eingebracht und hatten ihren Körper berührt. Bis zum ersten Eindringen eines anderen war sie auf besondere Weise ein HEILIGTUM gewesen. Etwas Reines, nur mir Zugängliches, nur von mir Berührtes. Blieb mir nur noch zu ergründen, woran es gelegen hatte, dass es so weit kommen konnte."
I mean: ???????? I really had to read this with my own eyes
"Wollte nicht mehr mit Dir auf der Couch sitzen und das Gefühl haben, schon scheintot zu sein und nur noch für die Arbeit zu leben. Klar, ich hätte wieder die Energie aufbringen können, Dich zu packen und etwas zu unternehmen. Zu sehr mochte ich es jedoch, angetrieben zu werden und mich auf Entdeckungen einzulassen, die wir beide hätten nie machen können. Als du mal am Strand eingeschlafen bist, konnte ich ihr schreiben, wie es weitergeht. Wünschte jetzt noch, Du wärest aufgewacht, hättest mich dabei erwischt und ich hätte mich nicht noch feiger davonstehlen müssen."
Der hier ist ein gutes Beispiel für alle Briefe der "Normalos" in diesem Buch: Mimimi ich war total unglücklich, natürlich hätte ich was dagegen tun können aber wo is da der Spaß haha :/ ok hab dich jetzt verlassen hoffe du bist mir nicht böse xoxo P.S Hoffe dieser Brief verschafft dir Klarheit darüber, das ich tatsächlich das Erwachsene Crybaby war für das du mich vermutlich sowieso gehalten hättest aber he zumindest kann ich super deep wirken auf 2 A4 seiten ://
Fast 10 Jahre habe ich mich durch dieses Buch gequält... und ich würde gern einen 2. Stern geben, weil die Sammlung, abgesehen von den Normalo-Briefen, eigentlich ganz nett ist. Aber Nein. Ich hätt gern Schadensersatz für das was ich da lesen musste lol