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Was das Valley herschen nennt

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Die von Elon Musk ins Leben gerufene Abteilung für Regierungseffizienz, DOGE, war nur die Spitze des Eisbergs. In den letzten Jahren hat das Silicon Valley die Macht in den USA übernommen. Meta, Palantir & Co. bestimmen jetzt, wer reguliert, ja, wer regiert. Günstlinge der Tech-Milliardäre durchsetzen den Verwaltungsapparat. Energiepolitik wird fast nur noch für die Kryptobranche und KI-Startups gemacht. Und die anti-woke Agenda der Titanen münzt Trump eins zu eins in Dekrete um.

In Investorenmeetings und in Hörsälen, in Science-Fiction-Büchern, Fortpflanzungskliniken und in Sadomaso-Kellern spürt Adrian Daub dem nach, was für diese Konzerne, was für ihre Lenker, Dominanz bedeutet. Sie haben die Herrschaft an sich gerissen. Aber verstehen sie überhaupt, was herrschen ist?

213 pages, Paperback

Published March 23, 2026

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About the author

Adrian Daub

25 books78 followers

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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Steffi.
352 reviews337 followers
May 5, 2026
Adrian Daub - "Was das Valley herrschen lernt" (What the Valley Calls Governing) / 2026

As per usual with these kinds of books, it's a bit heavy on the cultural / political discourse analysis while I was expecting a bit more political economy (story of my life 🙄)

Granted, interesting read on how the Silicon Valley constructs myths around “disruption” and “innovation,” on the proto fascist, hyper masculinist ideological core of this industry and its billionaires who are increasingly taking over political power directly. The author has written extensively on the subject and if that is of interest, then this is a great book.

But the book pays comparatively less attention to the material structures that sustain and benefit from these narratives, such as:

* the role of financialization
* the embedding of tech within broader capital accumulation regimes, and
* the structural drivers of inequality (monopoly power, asset inflation etc)

As a result, the critique risks remaining at the level of discourse analysis without fully explaining why these narratives persist and who materially gains from them. A stronger integration of political economy would connect Silicon Valley’s “stories” more directly to capital flows, ownership structures, and distributional outcomes, grounding cultural critique in the dynamics of contemporary capitalism.

Fair enough, I would say exactly the same about any discourse/ cultural analysis because: Marx. I guess after David Harvey ❤️ it's impossible to enjoy any non-materialist analysis of what are most fundamentally capitalist phenomena.

The author does cite Quinn Slobodian who has written several most spectacular materialist historical analyses of neoliberal ideology in financialized capitalism etc. (and raised the bar on this). In his last highly recommended book he shows the ideological link between neoliberalism, racism, eugenics etc.

I guess, in the end, I am just not too interested in Silicon valley/ tech 'culture' in and for itself and only bought the book as it was mentioned in a podcast I love so it was a classic FOMO buy 🫣
Profile Image for Ole Liebl.
Author 2 books131 followers
May 10, 2026
Ich bin mir ehrlich gesagt unsicher, was ich von dem Buch halten soll. Auf der einen Seite mag ich Adrian Daubs Schreibstil. Das sind wunderbare Sätze. Das sind konzis formulierte Abschnitte. Da ist vieles drin, was ich in Essays mag. Wenn er manchmal etwas blumig formuliert, ist das in der Kürze erfrischend, wenn es aber auf 200 Seiten ausgestreckt wird, fangen die Probleme langsam an. In seinem Vorgängerbuch ging es ganz klar um die Ideologie des Silicon Valleys. Mit einem solchen Framing ist auch eine reine Diskurskritik oder eher eine ausführliche Beschreibung der Ideologie richtig und gut. In einem Buch aber, wo es konkret um Herrschaft geht, scheint es mir unangebracht, so sehr von materiellen Grundlagen abzusehen, wie es das aktuelle Buch tut.

Ich hätte mir gewünscht, dass auf die Rolle von Venture Capital, auf die ganz konkreten Verstrickungen des Militärs und auf geopolitische Implikationen mehr eingegangen wäre, nicht nur in Andeutungen, weil die Frage der Herrschaft (in ihren Grenzen und Möglichkeiten) sonst kaum zu beantworten ist. So bleibt "Was das Valley herrschen nennt" nur eine wunderbar geschriebene aber letztlich oberflächliche Betrachtung der Macht des Silicon Valley.

Mit oberflächlich meine ich nicht, dass die Beschreibungen, die Adrian Daub anstellt, nicht klug und interessant wären. Es fehlt ihnen aber einfach an einer zusätzlichen politökonomischen Tiefenstruktur. Falls er noch ein drittes Buch schreiben sollte was diesen Mangel nachholt, dann würde ich diesen Buch hier als Teil einer Trilogie sicher vier von fünf Sternen geben. So aber reicht es nur für drei.

Einen Stern muss ich leider abziehen, weil mir der rote Faden zu sehr gefehlt hat. Die Kapitel des Buches hätten wahrscheinlich in beliebiger Reihenfolge kombiniert werden können.
Profile Image for Tim.
204 reviews8 followers
April 18, 2026
Adrian Daub hat einen unverwechselbaren Stil: Er verbindet Beobachtungen von einzelnen Ereignissen und Anekdoten mit Analysen, die unter der Oberfläche schauen, und griffigen Bonmots. Auf Thesen oder politische Handlungsanleitungen lassen sich seine Texte nicht so leicht bringen und deshalb verzichte ich hier auch darauf. Die Stoßrichtung ist hinreichend klar: Vor dem Valley wird gewarnt. Das sind keine unbeholfene Nerds mit im Grunde guten Herz, sondern unreife Creeps mit bizarren Vorstellungen von Menschen, Ethik, Politik und Zukunft. Doch kann man zumindest etwas Lesegenuss dabei erleben, wenn die Narrative des Valley beschrieben und zerlegt werden.
Profile Image for Pascal Herm.
9 reviews1 follower
April 10, 2026
Ein entlarvendes Buch über das, was die Big Tech Bros (oder wie Adrian Daub sie nennt: Creeps) sich unter Regieren vorstellen. Es stutzt die Mächtigen zurück auf ihre Kleingeistigkeit und will uns klar machen, dass wir "alle Zaungäste eines würdelosen Altern" dieser Männercliquen sind. Besonders erhellende Momente gibt es, wenn Hegel und Kant zitiert werden :D

Das Buch beginnt beginnt mir der Feststellung, dass das ehemalige Kennzeichen des Silicon Valley uns Innovation und eine bessere Zukunft zu versprechen sich aufgelöst hat. "Das Überzeugungsvermögen ist verbraucht; das Vermögen ist geblieben". Die Versprechen, die das Silicon Valley macht, richten sich nicht mehr an uns. Ihr denken kreist nur um sich selbst. Ihr Herrschaftsmodus ist Dominanz. Die letzten Jahre haben verdeutlicht, dass das Silicon Valley an diskursiver Macht einbüßt und sichtbar wird, was schon immer hinter der Fassade war: Geld und Macht vergangener Generationen. Deswegen definiert Daub den Ort so: "Silicon Valley ist, wo uraltes Geld den Anstrich ewiger Jugend verpasst bekommt". Venture Capital als Fundament des Silicon Valley legt Geld an, das "dynastischen, manchmal gar feudalen Ursprungs" ist.

Das Valley will uns nicht regieren nur kontrollieren. Sie will eine Hierarchie verteidigen, das die eigenen Privilegien schützt. Das "Silicon Valley" hat seine Theorie der Herrschaft nie der eigenen Dominanz angepasst. Der Schleier des hippen Unternehmens mit flachen Hierarchien fällt und was bleibt ist eine "fragile und gerade deshalb dominante Männlichkeit". Diese Creeps haben jedoch nicht wirklich eine Theorie des Regierens. Ihr Verständnis davon leitet sich ab aus kleinkarätigen, selbstbezüglichen und provinzialistischen Übertragungen ihrer eigenen Erfahrungen und nahen Lebenswelt (Familie, Uni, YouTube, Autofahrt zur Arbeit) auf die Politik.

Der Sarkasmus und Humor dieses Buches lässt uns letzten Endes auf erbärmlich untertherapierte mittelalte Männer blicken. Doch sie können das tun weil ihre Dominanz tautologisch ist: sie dominieren, weil sie dominieren. Dann ist es egal wir lächerlich sie sich aufführen. Ihre Herrschaft besteht darin, dass sie sich würdelos, verantwortungslos und narzisstisch aufführen können, weil sie die dicksten Konten haben.

Sie verkaufen uns eine Zukunft, die unsere Vorstellungskraft verengt auf technische Fantasien und die davon abhängig sind, dass wir selber nicht ins hoffen kommen. Es ist eine "Krümmung des Fortschittsbegriffs": Ihr Blick nach Vorne legt die Zukunft nur selektiv frei. Es ist Zeit den Vorhang ganz aufzuziehen.
Profile Image for Lorenz Ruesch.
106 reviews
May 24, 2026
"Verantwortung ist Verantwortung für das Gegebene. Verantwortung für ein Wolkenkuckucksheim ist Narzissmus mit Umweg."
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