Eine Frau schweigt. Seit Stunden sitzt sie auf der Polizeiwache, nachdem ein junger Mann durch ihre Hand starb. Notwehr, sagen die Zeugen. Doch Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen, Koryphäe für Mikroexpressionen, spü Hier stimmt etwas nicht. Ihr Gegenüber hat sich jede verräterische Regung abtrainiert – bis sie erfährt, wer Marlene ist. Da huscht Furcht über ihr Gesicht.
Von der Drehbuchautorin des Films Frau ohne Namen, verfilmt mit Marleen Lohse
Zwei Frauen, deren eiserner Wille sich in nichts nachsteht, treffen hier aufeinander. Doch die Zeit tickt, denn ohne konkrete Beweise gegen die Unbekannte kann die Polizei sie nicht festhalten. Als Marlene auf eigene Faust ermittelt, wird sie in ein monströses Lügenkonstrukt gezerrt – und muss Die Grenze zwischen Täterin und Opfer ist schmaler als gedacht.
In diesem spannenden Ermittlungsthriller treffen zwei Frauen aufeinander, die bis zum Äußersten Für Fans von Melanie Raabe und Linus Geschke.
Die Prämisse des Buches, so pseudowissenschaftlich sie daherkommt, ist in jedem Fall unterhaltsam. Die Lüge in ihrem Gesicht hat das Kriterium der Unterhaltung erfüllt, aber nur, indem man beide Augen zudrückt.
Das größte Hindernis war eine wirklich unsympathische und anstrengende Protagonistin. Ihre Obsession ist vor allem zu Beginn nicht nachvollziehbar, auch wenn die Erzählung versucht sie zu begründen. Hier kommt eine naive, beschränkte Überzeugung zum Einsatz, die niemand im Alter über sechs Jahren vertreten würde - dass nicht nur jede Lüge schlecht ist, sondern auch jede Lüge gleich zu verurteilen ist. Dafür, dass dieses Denken die treibende Kraft hinter der Motivation und den Konflikten der Protagonistin ist wurde dies viel zu wenig hinterfragt oder aufgearbeitet. Es gibt am Ende eine kitschige Lektion zu lernen, aber ihre Taten, ihr massiv grenzüberschreitendes Verhalten, sowohl menschlicher als auch gesetzlicher Natur, ihr so oft despektierliches, selbstgerechtes und urteilendes Auftreten wird kaum reflektiert.
Weitere nur mäßig überzeugende Punkte sind, dass, bis auf den zentralen Auslöser, das Thema der Mikroexpressionen im Grunde nicht relevant für die Geschichte ist. Es handelt sich auch ehr um einen klassischen Ermittlungskrimi, als einen Thriller. Dessen Handlung vorhersehbar ist, während gleichzeitig die Entscheidungen der Hauptakteure wenig Sinn ergeben wird, würde man sie genauer betrachten.
Als Hörbuch kann man sich von der story ein paar Stunden berieseln lassen, aber was besseres zu finden wird nicht schwer sein.
Das Thema Mikroexpressionen ist total interessant. Direkt die ersten paar Seiten war ich total gebannt und wollte sehen, was Marlene alles aus dem Gesicht ablesen kann. In dem Fall, den ihr Ex ihr vorlegt, soll sie eine schweigende Frau zum Reden bringen, damit sie bestätigen kann aus Notwehr gehandelt zu haben. Ganz so leicht gestaltet sich dies aber nicht; die Frau schweigt weiter. Marlene wird immer obsessiver. Sie muss das Geheimnis entschlüsseln. Die Frau lügt ohne ein einziges Wort zu sagen. Aber außer ihr sieht das niemand!
Das zwanghafte Verhalten der Protagonistin ist schon anstrengend zu lesen. Gleichzeitig braucht es auch einer treibenden Kraft, um den Fall zu lösen. Als außenstehende Person wollte ich sie aber zur Ruhe zwingen, weil wer folgt fremden, potentiell gefährlichen Menschen einfach in eine Menschenleere Gegend ohne jemanden zu informieren? Marlene tut das. Dennoch: es fasziniert auch, wenn alle Charaktere ihre Probleme haben. Das gibt dem Buch mehr Kanten und aus diesem Grund habe ich es an einem weggelesen.
Definitiv eine Empfehlung. Es ist auch kein besonders gruseliger Krimi. Viel mehr ist es Charakterfokussiert. Das Hörbuch ist auch gut eingesprochen. Ich musste aber die Geschwindigkeit erhöhen.
Eine Frau sitzt stundenlang auf einer Polizeiwache, nachdem ein junger Mann durch ihre Hand gestorben ist. Alles deutet auf Notwehr hin, doch Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen ist überzeugt, dass etwas nicht stimmt. Als Expertin für Mikroexpressionen erkennt sie normalerweise kleinste verräterische Gesichtsausdrücke, doch ihre Gegenüber scheint jede Regung unter Kontrolle zu haben. Erst als die Unbekannte erfährt, wer Marlene ist, huscht Angst über ihr Gesicht. Marlene beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und gerät dabei in ein gefährliches Lügenkonstrukt, in dem die Grenzen zwischen Täterin und Opfer zunehmend verschwimmen.
Der Einstieg in diesen Thriller war wirklich packend und hat mich direkt neugierig gemacht. Besonders die Thematik rund um Mikroexpressionen fand ich spannend, denn wie zuverlässig lassen sich Lügen tatsächlich anhand kleinster Gesichtsregungen erkennen? Genau dieser Aspekt hat mich von Anfang an angesprochen. Leider konnte die Geschichte das hohe Niveau des Einstiegs für mich nicht über die gesamte Handlung hinweg halten. Nach dem spannenden Beginn ließ die Spannung zunehmend nach und einige Entwicklungen waren für mich relativ vorhersehbar. Dazu kamen Situationen, in denen ich das Verhalten der Figuren nur schwer nachvollziehen konnte. Auch mit Marlene hatte ich meine Schwierigkeiten. Sie war für mich keineswegs unsympathisch, blieb aber auf eine gewisse Weise distanziert und schwer greifbar, sodass ich keine wirkliche Verbindung zu ihr aufbauen konnte. Gegen Ende nimmt die Spannung zwar noch einmal etwas zu, doch leider konnte mich das nicht mehr vollständig überzeugen. Schade, denn die Grundidee hatte meiner Meinung nach wirklich Potenzial. Insgesamt ist es ein solider Thriller mit einer interessanten Thematik und einem starken Einstieg, der mich im weiteren Verlauf allerdings etwas verloren hat.
Spannung 10/10! Absehbar, aber trotzdem toll geschrieben. Aber warum gehen die weiblichen Heldinnen immer alleine auf Jagd in dunkle Keller und am Ende passiert ihnen doch nichts?:)
Packendes Katze-und-Maus-Spiel mit überraschendem Wendepunkt
Ein faszinierender Psychothriller rund um das Lesen von Mikroexpressionen, der mit seiner dichten Atmosphäre fesselt und im Finale auf einen sehr dynamischen, filmischen Showdown setzt.
Warum wollte ich dieses Buch unbedingt lesen? Als ich das Buch in der Hand hielt, war ich extrem gespannt auf die Story. Die Leseprobe hatte mich begeistert und das Thema rund um das Lesen von Mikroexpressionen ist ein Werkzeug, das mich schon lange fasziniert. Somit war für mich klar: Das wird eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Zudem liebe ich es, neue Autoren für mich zu entdecken. Dieser Thriller war somit nicht nur das Debüt der Autorin in diesem Genre, sondern auch meine persönliche Premiere mit ihren Büchern. Der Bucheinband im knalligen Rot funktioniert als Warnfarbe durchaus effektiv und hat meine Neugier sofort entfacht.
Worum geht’s? Eine junge Frau in Hamburg. Es ist Nacht, alles hat geschlossen und wirkt unheimlich. Ein Mann begegnet der Frau – und kurze Zeit später ist jemand tot. Die Ermittler sind sich einig: Nicht nur muss die Tat aufgeklärt werden, auch die Personalien der Frau müssen aufgenommen werden. Doch genau daran beißt sich Chefermittler Deniz die Zähne aus. Es gibt keine Möglichkeit herauszufinden, wer sie ist. Kurz bevor sie dem Haftrichter vorgeführt werden muss, beschließt er, sich Hilfe zu holen: Die Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen, eine Koryphäe für Mikroexpressionen. Sie ist sehr wahrscheinlich die Einzige, die Licht ins Dunkel bringen kann. Wer konnte ahnen, wie schnell sich alles Bewährte auf den Kopf stellen würde? Es türmen sich Fragen nach Ethik und menschlicher Manipulation auf, aber eines bleibt: Man weiß lange Zeit absolut nichts.
Meine Lesereise Gleich zu Beginn nimmt mich die Autorin mit. Ich finde mich in dunklen Ecken wieder, beobachte die Szene, verdaue den Schrecken und frage mich, was wohl hinter all dem steht. Denn mir ist sehr schnell klar, dass ich nicht vorhersehen kann, wohin diese Lesereise mich führen wird. Ein für mich hochinteressantes Detail liegt in der Vorstellung und Weiterentwicklung der Protagonisten. Alle drei sind für sich exzentrisch und für Außenstehende unberechenbar. Hier geht es nicht nur um die Menschen selbst, sondern um unsere Fähigkeit, menschliche Kommunikation zu lesen und zu interpretieren. Genau das wollte ich – und ich bekam es. Wie auf einem schwebender Teppich nimmt mich Marlenes Wissen und ihre Detailverliebtheit mit gutem Tempo mit. Ich fliege durch die Seiten und stelle fest: Mit jeder Seite weiß ich weniger und habe mehr Fragen. Dieser Zustand ist unerwartet gut und treibt meinen Lesefluss drastisch voran. Zwei Drittel des Buches waren für mich wie feinster Champagner. Im letzten Drittel verändert sich jedoch der erzählerische Fokus und ich erlebe einen harten Bruch. Obwohl sich die Ereignisse überschlagen, stehen nun die Protagonistinnen wie im grellen Scheinwerferlicht. Ihre Stärken und Schwächen vermischen sich miteinander. Es kommt zu einem Showdown, den ich in diesem Moment eher wie das bekannte Ende vieler Kriminalserien empfinde. Der psychologische Zauber, dem ich für so viele Seiten erlegen war, zog sich zurück. Stattdessen präsentierten sich die Antworten mit einem lauten Knall – ausgelöst durch das plötzliche, sehr konventionelle Eingreifen von außen –, der mich komplett aus der Geschichte riss. Das Mysterium rund um die menschliche Mimik wich einem flachen, allzu glatt definierten Ende. Als ich die letzte Seite gelesen hatte, waren zwar keine Fragen mehr offen, aber die Begeisterung war verflogen.
Fazit: Dieses Thriller-Debüt hat extrem hohes Potenzial. Die Wissenschaft rund um das unbewusste menschliche Kommunikationsverhalten und dessen Deutung wurde sehr spannend in die Story eingebaut. Einen großen Wermutstropfen bereitete mir jedoch das Finale. Hier verlor die Erzählung ihre psychologische Tiefe. Diese wurde durch actionreiche Szenen ausgewechselt, die in starkem Kontrast zu den vorherigen Seiten standen. Dieses literarische Ungleichgewicht hat meinen Gesamteindruck leider getrübt. Ich vergebe solide 3 Lesesterne, verbunden mit dem Wunsch nach mehr Büchern von dieser Autorin. Es wäre schön, wenn diese künftig ihre dramaturgisch herausfordernden Kernstorys konsequent zu Ende führen würden, ohne in die Klischees eines Vorabendkrimis abzudriften.
. Du suchst einen kurzweiligen Thriller, der dich daran erinnert, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint? Dann solltest du zu „Die Lüge in ihrem Gesicht“ greifen. Eine Geschichte über Täuschung, Wahrnehmung und die Masken, die wir tragen. Ein Thriller, nach dem du deinem Gegenüber vielleicht einen Moment länger ins Gesicht schauen wirst. 3,5/5 ⭐️
. Aber worum geht es genau… Eine Frau schweigt auf der Polizeiwache nach dem Tod eines jungen Mannes, der durch ihre Hand gestorben ist, angeblich war es Notwehr. Doch Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen, Expertin für Mikroexpressionen, spürt sofort… Hier stimmt etwas nicht. Die Unbekannte hat gelernt, jede verräterische Regung zu unterdrücken. Doch als sie erfährt, wer Marlene ist, huscht für einen Moment Angst über ihr Gesicht. Während die Zeit davonläuft und die Beweise fehlen, beginnt Marlene auf eigene Faust zu ermitteln…
. In „Die Lüge in ihrem Gesicht“ folgen wir Marlene durch die Geschichte und sind dabei ganz nah an ihren Gedanken. Wir erleben ihre Schachzüge aus nächster Nähe und bekommen einen guten Einblick in ihre ganz eigene Art zu denken und zu handeln. Gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, noch tiefer hinter ihre Fassade blicken zu können. Immer wieder blitzen kleine Fragmente aus ihrer Vergangenheit auf, doch konkrete Antworten bleiben aus. Ein wenig mehr über Marlene zu erfahren, hätte ihrer Figur für mich noch mehr Tiefe verliehen. Trotzdem war mir Marlene auf ihre ganz eigene Art sympathisch. Besonders ihr Talent, selbst kleinste Mikroexpressionen zu erkennen, fand ich großartig. Dieses Gespür hätte ich ehrlich gesagt auch gerne! Aber wer nicht? 😂 . Auch die übrigen Figuren haben mir gut gefallen. Sie wirken lebensecht, unperfekt und sind hier und da durchaus unsympathisch, eben genau so, wie man es sich von einem guten Thriller wünscht. . Die Geschichte startet direkt interessant und dank Keßels flüssigem Schreibstil fliegt man geradezu durch die Seiten. Dabei versprüht der Thriller für mich den Vibe einer richtig guten Folge des persönlichen Lieblingskrimis… unterhaltsam, spannend und angenehm leicht zu lesen. Etwa zur Mitte nimmt die Geschichte noch einmal deutlich an Fahrt auf. Gleichzeitig wurde für mich aber auch immer vorhersehbarer, wohin die Reise gehen würde. Die Auflösung konnte mich daher leider nicht mehr wirklich überraschen. Sie wirkte auf mich beinahe etwas zu plump und stellenweise sehr klischeehaft. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, gerade bei einem unterhaltsamen Thriller darf es auch einmal klassischer zugehen. Nach diesem starken Einstieg hatte ich mir allerdings einfach etwas mehr erhofft. . „Die Lüge in ihrem Gesicht“ punktet mit einer spannenden Idee, interessanten Figuren und einem wunderbar flüssigen Erzähltempo. Damit ist der Thriller bestens geeignet für ein paar unterhaltsame Lesestunden zwischendurch und vielleicht trifft er bei dir genau den richtigen Nerv. Bei mir hat er ihn leider nur knapp verfehlt.
Alles sieht nach Notwehr aus, als ein Mann eine Frau bedrängt und sie sich seiner erwehren muss, auch die Überwachungskamera zeugt genau davon. Ein gezielt gesetzter Handkantenschlag knockt ihn aus, er ist tot. Die herbeigerufenen Beamten bitten sie mitzukommen, sie leistet keinen Widerstand.
Und nun sitzt sie hier, im Vernehmungsraum, und sagt kein Wort. Die Pflichtverteidigerin bringt Marlene Nielsen, eine international anerkannte Koryphäe für Mikroexpressionen, ins Spiel. Sie liest Gesichter. Jede kleinste Regung sagt ihr, was dahinter steckt. Für sie zählt nur die Wahrheit, Lügen kann sie nicht ertragen. Weder beruflich noch privat.
Hauptkommissar Deniz Kurt muss diese schweigsame Verdächtige ohne konkrete Beweise gehen lassen. Ein Vorsatz, geschweige denn Mord, kann ihr nicht nachgewiesen werden. Marlene aber durchschaut dieses stumme Spiel der Namenlosen, sie spürt, dass hier etwas nicht stimmt.
Fasziniert lese ich von den Basisemotionen, die wir nicht steuern können, die in einem Bruchteil einer Sekunde mehr über uns verrät, als wir preisgeben wollen. Mit diesem Wissen folge ich Marlene, die sich nicht täuschen lässt, deren geschultes Auge jede Regung in Gesichtern liest, dabei aber die Kontrolle über ihr weiteres Leben zu verlieren scheint.
Dieses Buch beginnt sehr stark. Wir sind hautnah dabei, als mit Sven Osterloh – so heißt dieser Tote – das Spiel zwischen Lüge und Wahrheit seinen Anfang nimmt. Bald aber merke ich, wie mir Marlenes Verbissenheit mehr und mehr auf die Nerven geht. Und auch, wenn sie der Wahrheit verpflichtet ist, so sind ihre Alleingänge doch sehr kritisch zu bewerten. Zwischendurch ploppt ihr Kindheitstrauma auf, die Jagd weitet sich von Hamburg über die Grenze nach Dänemark aus, dabei geht es zuweilen ziemlich gnadenlos zur Sache. Ohne Rücksicht auf Verluste.
Die Story ist spannend, keine Frage. Genau so aber gleitet sie ab ins Abstruse. Wenn alles buchstäblich in Flammen steht, rennt doch jeder um sein Leben – möchte man meinen. Neben hochgefährlichen Alleingängen hat es den Anschein von Selbstjustiz, von Schuldumkehr und mangelnder Selbsteinschätzung.
„Die Lüge in ihrem Gesicht“ hat mich im Buch gehalten, das schon. Anne Keßels Schreibstil fesselt, die Charaktere werden zunehmend unsympathisch, was der Story nicht schaden muss. Die Handlung kippt jedoch immer mehr ins Unglaubhafte, die Trennlinien zwischen Täter und Opfer werden unscharf, die Figur Marlene handelt in ihrer Sturheit eher wirr denn rational. Das Ende dann ist mir zu sanft, die Thrillerelemente bleiben hier auf der Strecke.
Die Ausgangslage klang für mich richtig interessant: Eine Frau sitzt schweigend auf einer Polizeiwache, da die Polizisten an ihre Grenzen stoßen, wird Marlene Nielsen eine Verhaltenspsychologin die sich auf Mikroexpressionen spezialisiert hat hinzugezogen. Ich hatte mir davon einen spannenden Thriller mit vielen Wendungen erhofft, wurde letztendlich aber leider enttäuscht.
Die erste Hälfte ist für mich eher wie ein Krimi, in dem die Ermittlungsarbeit und das schrittweise Zusammensetzen der Ereignisse im Vordergrund stehen. Das war zwar durchaus interessant, allerdings fehlte mir die Spannung, die ich von einem Thriller erwartet hätte. Erst nach etwa der Hälfte kommen erste Thrillerelemente auf, für mein Geschmack aber leider viel zu spät. Dazu kommt, dass der Fall für mich bereits nach etwa 55 bis 60 Prozent weitgehend gelöst war. Was danach noch folgt, war für mich kaum spannend, denn die Geschichte zog sich zunehmend in die Länge und konnte mich kaum noch unterhalten.
Auch mit dem Erzählstil hatte ich meine Schwierigkeiten. wir erleben die Geschichte aus einer Erzählerperspektive, jedoch springt der Erzähler zwischendurch in verschiedenen Perspektiven hin und her, so dass wir mehr von der Geschichte aus mitbekommen. Aber genau das war für mich sehr verwirrend und hat dazu beigetragen, dass Ich der Geschichte oft nicht so gut folgen konnte. Außerdem gab es einige Szenen, in denen Hintergrundinformationen zur Vergangenheit der Protagonistin angedeutet wurden, ohne dass sich für mich daraus ein stimmiges Gesamtbild ergab. Statt neugierig zu machen, haben mich diese Einschübe eher aus der Geschichte gerissen. Hinzu kamen einige Logiklücken und Charaktere, denen es meiner Meinung nach an Tiefe fehlte.
Mit meiner Bewertung habe ich mich wirklich schwergetan, denn die Grundidee und insbesondere der Anfang konnten mich durchaus neugierig machen. Der Krimianteil hat mich zunächst noch unterhalten und sorgt letztendlich dafür, dass das Buch für mich nicht völlig gescheitert ist. Ich wollte eigentlich einen spannenden Thriller lesen, doch die Thrillerelemente setzen erst dann richtig ein, als der Fall für mich im Grunde schon gelöst war. Dadurch fehlte mir die Spannung, mitzurätseln, was als Nächstes passiert, da ich vieles bereits vorhersehen konnte.
Ich lese immer wieder gerne spannende Thriller die interessante Twists enthalten und mich mitreißen können. Genau so ein Buch ist auch "Die Lüge in ihrem Gesicht", die mit einer Geschichte aufwartet, die ich so noch nicht gelesen habe! Man weiss lange Zeit nie wer ist hier eigentlich "Der Gute" und wer "der Böse"?!
Eine Frau schweigt. Seit Stunden sitzt sie auf der Polizeiwache, nachdem ein junger Mann durch ihre Hand starb. Notwehr, sagen die Zeugen. Doch Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen, Koryphäe für Mikroexpressionen, spürt: Hier stimmt etwas nicht. Ihr Gegenüber hat sich jede verräterische Regung abtrainiert – bis sie erfährt, wer Marlene ist. Da huscht Furcht über ihr Gesicht. Zwei Frauen, deren eiserner Wille sich in nichts nachsteht, treffen hier aufeinander. Doch die Zeit tickt, denn ohne konkrete Beweise gegen die Unbekannte kann die Polizei sie nicht festhalten. Als Marlene auf eigene Faust ermittelt, wird sie in ein monströses Lügenkonstrukt gezerrt – und muss erkennen: Die Grenze zwischen Täterin und Opfer ist schmaler als gedacht.
Der Schreibstil ist wirklich toll, sehr angenehm zu lesen und leicht zu verstehen, dabei immer mitreißend und spannend. Durch die eher kurzen Kapitel verleitet das Buch dazu "nur noch ein weiteres Kapitel" lesen zu wollen und plötzlich ist man durch das halbe Buch durch.
Ich mochte es ausserdem sehr gerne durch das Buch mehr über den Bereich "Mikroexpressionen" zu erfahren. Ein total interessantes Thema das sehr interessant ist und über das ich bisher noch kaum gehört habe.
Ich mochte das Buch aber auch deshalb so gerne weil man immer wieder die Perspektive wechselt. Man denkt man leidet man hier mit der einen Person mit, mal mit der anderen und lange Zeit bin ich nicht dahinter gekommen was denn eigentlich Sache ist. Das hält das Tempo des Buches hoch und macht es sehr spannend und mitreißend.
Das Buch konnte mich sehr überraschen und begeistern. Es war voller spannender Twists, unerwarteter Geschichten und interessanten Charakteren. Ich kann diesen Thriller deshalb nur weiterempfehlen und gebe gern die volle Punktzahl.
Mit „Die Lüge in ihrem Gesicht“ hat Anne Kessel einen ungewöhnlichen und unglaublich interessanten Thriller geschaffen, der Spannung weniger durch nervenaufreibende Action oder Schockmomente erzeugt, sondern durch Wahrnehmung, Psychologie und die Frage, wie viel Wahrheit ein Gesicht tatsächlich verraten kann.
Das Thema Mikroexpressionen fand ich besonders spannend. Kann man einem Menschen tatsächlich ansehen, ob er lügt? Oder vielleicht sogar, ob er einen Mord begangen hat? Genau mit diesen Fragen spielt die Geschichte und hat mich damit immer wieder zum Nachdenken gebracht.
Im Mittelpunkt stehen zwei starke Frauen. Die Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen, Expertin für Mikroexpressionen, und eine unbekannte Frau, die in Notwehr einen Menschen getötet haben soll. Doch sie schweigt beharrlich. Kein Name, keine Aussage, keine Erklärung. Für Marlene steht fest, dass sie herausfinden muss, was wirklich passiert ist. Koste es, was es wolle.
Besonders fasziniert hat mich das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden Frauen. Die Geschichte wirft immer wieder neue Fragen auf und lässt einen selbst genau hinsehen. Jede noch so kleine Bewegung, jeder Blick und jede Reaktion bekommen plötzlich eine Bedeutung. Die psychologische Tiefe hat die Geschichte für mich zusätzlich besonders gemacht.
Ich habe das Buch abwechselnd gelesen und als Hörbuch gehört, was für mich wunderbar funktioniert hat. Die Sprecherin Verena Wolfien hat mir sehr gut gefallen. Sie hat eine angenehme Stimme und liest die Geschichte ruhig und gleichzeitig spannend. Ihre Art zu sprechen passt sehr gut zur Atmosphäre und hat das Hörerlebnis für mich schön abgerundet.
Fazit: „Die Lüge in ihrem Gesicht“ ist ein spannender und außergewöhnlicher Thriller, der vor allem mit psychologischer Tiefe und einem faszinierenden Thema punktet. Ein interessanter Thriller für alle, die Spannung ohne viel Action und mit einer ordentlichen Portion Psychologie mögen. Von mir gibt es 4 Sterne und eine klare Lese- und Hörempfehlung.
Zum Inhalt: Die Geschichte handelt vom Tod eines Mannes durch die Hand einer Frau. War es Mord oder Notwehr? Die Aussagen der Zeugen sagen ganz klar: Es war Notwehr. Die Täterin schweigt. Die Polizei zieht die renommierte Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen hinzu. Sie ist eine Koryphäe für Mikroexpressionen. Das heißt so viel wie, sie ist ein menschlicher Lügendetektor. Da die Polizei der Frau nichts nachweisen kann, wird sie freigelassen. Doch Marlene hat eine Regung in ihrem Gesicht wahrgenommen. Sie fängt an auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und findet sich bald in einem Lügenkonstrukt wieder.
„Die Lüge in ihrem Gesicht“ ist ein spannender Psychothriller von Anne Keßel.
Die Autorin hat interessante Protagonisten ins Leben gerufen. Marlene Nielsen ist Spezialistin für Mikroexpressionen. Das heißt, sie nimmt extrem kurze Regungen im Gesicht eines Menschen wahr, die außerhalb dessen Einflussbereich liegen und die wahren Gefühle zeigen.
Die Frau, durch die der Mann ums Leben kam, hat keinen Namen. Sie ist der perfekte Gegenpart zu Marlene. Durch ihr abtrainiertes Minenspiel und das geschickte Verstecken ihrer Emotionen bleibt sie lange Zeit ein undurchdringliches Rätsel.
Hauptkommissar Deniz Kurt ist der frühere Lebensgefährte von Marlene. Er hat Marlene zu diesem Fall hinzugezogen. Doch ist bei der Zusammenarbeit immer eine Spannung zu spüren.
Man spürt beim Lesen, dass Anne Keßels Drehbücher geschrieben hat. Ihr Schreibstil ist anschaulich und erzeugt schnell Bilder im Kopf. Die Perspektiven wechseln zwischen Marlene, der namenlosen Frau und dem Ermittler Deniz Kurt. Wobei Marlene den größeren Teil einnimmt. Die Autorin setzt statt auf Gewalt auf psychische Spannung. Die Atmosphäre ist bedrückend und sorgt für Gänsehautmomente. Die Rückblenden beantworten stückchenweise die Fragen, die in meinem Kopf schwirrten.
„Die Lüge in ihrem Gesicht“ ist ein spannender Psychothriller. Ich habe das Buch mit Freude und Spannung gelesen.
Bei einem nächtlichen Überfall tötet eine Frau ihren Angreifer scheinbar in Notwehr. Doch bei ihrer Vernehmung schweigt die Frau beharrlich und gibt ihre Identität nicht frei. Marlene Nielsen, eine Koryphäe im Bereich der Mikroexpression wird hinzugezogen. Marlene erkennt sofort an der Körpersprache, dass etwas nicht stimmt und sie eine Mörderin vor sich hat. Doch aus Mangel an Beweisen muss die Polizei die Unbekannte schließlich gehen lassen. Marlene ist fassungslos und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Das Thema Körpersprache bzw. Mikroexpression finde ich extrem spannend. Jemanden „Lesen“ zu können, nur durch genaueste Beobachtung erfordert sehr viel Übung. Zu Beginn des Buches wird auf dieses Thema auch intensiv eingegangen. Dabei lernt man gleichzeitig auch Marlene besser kennen, die eine starke Persönlichkeit besitzt. Als Marlene erkennt, dass eine Täterin ungesühnt entkommt, beginnt sie selbst nachzuforschen. Unterstützung bekommt sie dabei von Hauptkommissar Deniz Kurt mit dem sie einst liiert war. Erzählt wird hauptsächlich aus der Perspektive von Marlene und der Unbekannten. So kommt man der Geschichte, die hinter all dem steckt langsam näher. Gerade dieser Wechsel zwischen den beiden Perspektiven fand ich sehr gelungen. Denn ein und dieselbe Situation wird oft unterschiedlich wahrgenommen. Witzig fand ich dabei auch die gedanklichen Kommentare der beiden Frauen. Etwas schade war, dass sich das Thema Mikroexpression im Verlauf des Buches immer mehr verliert. Doch die Geschichte, die sich hinter all dem verbirgt, war sehr spannend erzählt. Beigetragen haben dazu auch die kurzen Kapitel und der gute Erzählstil der Autorin, die mit einigen Wendungen bei mir punkten konnte. Auch wenn das Ende ab einem gewissen Punkt vorhersehbar war, fühlte ich mich bestens unterhalten. Ein spannendes Buch, das sich fast in einem Rutsch weg lesen lässt. Das Thema Mikroexpression fand ich absolut spannend und hätte gerne noch mehr vertieft werden können.
Dieser Plot hat mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett in seinen Bann gezogen. Kaum war die Ausgangssituation geschaffen, hatte mich die Geschichte fest im Griff. Eine Frau schweigt eisern, während sich immer mehr Fragen auftürmen. War wirklich alles so, wie es auf den ersten Blick scheint? Ich habe von Anfang an gespürt, dass hier etwas gewaltig nicht zusammenpasst, und genau dieses Gefühl hat mich die ganze Zeit begleitet.
Marlene war für mich eine unglaublich starke Protagonistin. Ihre offene, direkte Art mochte ich sofort und ihre Fähigkeit, selbst kleinste Regungen in Gesichtern zu erkennen, fand ich absolut faszinierend. Ich habe sie dafür nicht nur bewundert, sondern sie fast ein bisschen beneidet. Je tiefer sie sich in den Fall verbissen hat, desto gefährlicher wurde es für sie, doch Aufgeben war für sie keine Option. Ihr Instinkt, ihr Misstrauen und ihr unerschütterlicher Wille trieben sie immer weiter an. Und mich gleich mit!
Der Schreibstil von Keßel ist flüssig, temporeich und voller unerwarteter Wendungen. Kaum dachte ich, ich hätte den Durchblick, wurde ich schon wieder in eine völlig andere Richtung geschickt. Insbesondere das Thema Mikroexpressionen hat mich begeistert. Die Autorin verwebt dieses spannende Fachgebiet so geschickt mit der Handlung, dass ich irgendwann selbst angefangen habe, jede noch so kleine Reaktion zu hinterfragen. Wahrheit und Lüge verschwammen zunehmend miteinander, sodass ich bis zum Schluss gerätselt habe, wem ich überhaupt noch trauen kann. Genau diese permanente Unsicherheit, gepaart mit der düsteren Atmosphäre und den raffinierten Twists, hat das Buch für mich zu einem echten Pageturner gemacht.
Fazit: Ein packender Thriller voller psychologischer Raffinesse, überraschender Wendungen und einer faszinierenden Protagonistin. Wer Geschichten liebt, die bis zur letzten Seite mit Wahrheit und Täuschung spielen, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.
„Die Lüge in ihrem Gesicht“ hat mich richtig gut unterhalten und war für mich vor allem eines: spannend! Im Mittelpunkt steht die Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen, die sich auf Mikroexpressionen spezialisiert hat – also auf winzige, oft unbewusste Regungen im Gesicht, die mehr verraten können als tausend Worte. Als eine junge Frau nach dem Tod eines Mannes auf der Polizeiwache sitzt und sich scheinbar völlig emotionslos gibt, ist Marlene sofort misstrauisch. Irgendetwas an ihrer Geschichte passt nicht. Als sie schließlich auf eigene Faust nachforscht, gerät sie immer tiefer in ein Geflecht aus Lügen und muss sich irgendwann fragen, wie eindeutig die Rollen von Täterin und Opfer wirklich sind.
Besonders faszinierend fand ich, dass menschliche Kommunikation hier selbst zum zentralen Thema wird. Was verraten wir, ohne es zu wollen? Kann man seine Körpersprache und Mimik tatsächlich so gut kontrollieren, dass andere Menschen nichts mehr erkennen können? Und was passiert, wenn jemand genau darauf spezialisiert ist, solche kleinsten Signale zu lesen? Diese Aspekte haben den Thriller für mich besonders interessant gemacht.
Ein paar kleinere Dinge haben mich allerdings gestört. In der Mitte hat sich die Geschichte für meinen Geschmack kurz etwas gezogen, bevor sie wieder richtig Fahrt aufgenommen hat. Und manchmal war es mir auch ein bisschen zu viel, dass Marlenes Partner Deniz ihr wirklich alles verzeiht. Das wirkte auf mich stellenweise nicht mehr ganz glaubwürdig.
Insgesamt hat mich der Thriller aber definitiv gepackt. Die Kombination aus psychologischer Spannung, Ermittlungsarbeit und dem ungewöhnlichen Blick auf menschliches Kommunikationsverhalten hat mir richtig gut gefallen. Ein paar kleine Schwächen gibt es, aber die spannende Geschichte und die interessante Grundidee haben für mich klar überwogen.
Das Cover von "Die Lüge in ihrem Gesicht" von Anne Keßel ist ein absoluter Eyecatcher. Weiße Schrift auf knallroten Untergrund, dazu ein tiefschwarzer Farbschnitt. Sehr gelungen! Ich bin sofort gut in die Geschichte reingekommen. Der Schreibstil ist leicht und temporeich. Die kurzen Kapitel lassen einem nur so über die Seiten fliegen. Vor allem Protagonistin Marlene Nielsen empfand ich mit ihrer spröden Art als eine sehr interessante Figur. Sie ist Expertin für Mikroexpressionen. Das sind kleinste Regungen im Gesicht, die die wahren Gefühle entlarven, egal ob und was gesprochen wird. Als eine Frau offenbar in Notwehr einen Mann tötet und danach nicht mal ihren Namen nennt, wird Marlene von ihrem Ex-Freund Deniz Kurt, dem ermittelnden Polizist, inoffiziell mit der Frau zusammen gebracht. Marlene ist sich schnell sicher: Das war keine Notwehr! Aus Mangel an Beweisen, kommt die Frau aber auf freien Fuß. Es scheint alles so eindeutig zu sein. Das kann Marlene, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlt, jedochnicht auf sich sitzen lassen. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und es beginnt ein spannendes Katz- und Mausspiel, in dem nach und nach sehr viele Geheimnisse ans Licht kommen. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite absolut fesselnd. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Das Thema Mikroexpressionen ist so interessant, dass ich ein wenig recherchiert habe und in ein absolutes rabbithole verschwunden bin. Unfassbar spannend! Eine absolute Leseempfehlung für alle Thriller Fans!
Marlene Nielsen ist Expertin für Mikroexpressionen und neben ihrer Lehrtätigkeit auch als Beraterin für die Polizei tätig. Diese ruft sie zu einem ungewöhnlichen Fall hinzu: eine junge Frau wurde auf den Hamburger Landungsbrücken überfallen und tötete ihren Angreifer in Notwehr. Seitdem schweigt das Opfer. Marlene soll die Frau zum Sprechen bringen. Doch sie erkennt: die Frau sagt durch ihr Schweigen viel mehr, als alle ahnen.
"Die Lüge in ihrem Gesicht" war mein erster Thriller von Anne Keßel und lässt mich unterhalten, aber auch amüsiert zurück. Die Autorin verbindet Psychologie, die Jagd nach der Wahrheit und Trauma ihrer Hauptfigur durchaus spannend, aber auch mit einigen zumindest fragwürdigen und unglaubwürdigen Handlungen.
Die Geschichte wird mit hohem Tempo erzählt und erhält mit der Hauptfigur Marlene Nielsen eine resolute und in absoluten Schwarz-Weiß-Denken gefangene Expertin. Marlene ist nicht durchweg sympathisch, was ich sehr angenehm fand. Allerdings ist sie auch nicht konsequent. Das hat mir sauer aufgestoßen, da Marlene an alle sehr hohe Standards anlegt. Da hätte ich mir mehr Tiefe oder ein anderes Verhalten gewünscht.
Der Thriller lebt von seinem Tempo und dieses soll auch so einige Lücken in der Story verschleiern. Diese Lücken habe ich zur Kenntnis genommen, mich aber dennoch der Unterhaltung hingegeben.
"Die Lüge in Ihrem Gesicht" hat mich grob gesagt leider enttäuscht. Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört. Die Hörbuchsprecherin Verena Wolfien hat die Geschichte gut vertont, das Hörbuch war angenehm zu hören. Der Klappentext der Geschichte klang sehr spannend und ich war gespannt auf die folgende Geschichte. Das Buch fängt direkt auch sehr stark an, das Thema Mimik wird spannend dargestellt. Marlene, unsere Protagonistin, ist Professorin und auf Mikroexpressionen, d.h. auf das Lesen von Mimik spezialisiert. Dieses Thema wird zu Beginn des Buches auch direkt thematisiert und macht Lust auf mehr. Leider muss ich sagen, dass das Thema im weiteren Verlauf des Buches eher weniger Raum einnimmt. Mir hätte es sehr gefallen, wenn das Thema mehr vorkommt und eine größere Rolle gespielt hätte. Das Tempo der Geschichte ist schnell nachlassend und entwickelt sich eher zu einem sehr ruhigen Thriller. Für mich war der Mittelteil der Geschichte leider etwas langweilig und es kommt wenig Spannung auf. Zum Ende hin baut sich ein wenig Spannung auf, jedoch konnte dies mich dann nicht mehr überzeugen. Wer eher ruhige, wenig aufregende Thriller mag, dem könnte das Buch gut gefallen. Wer jedoch ein Thriller mit vielen Twists, durchgehender Spannung und viel Überraschung erwartet, für den ist das Buch leider nichts.
Das Taschenbuch hat vorne und hinten Klappen, unter denen sich kleine, spannende Infos verbergen. Das Cover in rot-schwarz gehalten, mit weißer Schrift ist auch haptisch gut gemacht. Der schwarze Buchschnitt rundet das ganze Äußere stilvoll ab.
Die Geschichte ist absolut spannend. Schon auf den ersten Seiten werden wir Zeuge einer in Notwehr ausgeführten Tötung. Die “Täterin” soll von der Polizei verhört werden, doch sie spricht kein Wort. Wir wissen nicht, wer sie ist, was passiert ist, wird von Überwachungskameras und Zeugenaussagen belegt. Doch ist das, was wir sehen, wirklich das, was geschehen ist?
Wir begleiten Marlene, Uni Professorin und Psychologin mit dem Schwerpunkt Mikroexpressionen, bei ihren Ermittlungen und finden so heraus, was wirklich hinter diesem vermeintlich klaren Fall steckt.
Ich finde diesen Thriller absolut gelungen. Er ist wirklich spannend und ich konnte es nicht erwarten, meine Vermutungen bestätigt/widerlegt zu bekommen und die wirkliche Wahrheit zu erfahren. Trotz der ein oder anderen Länge zu Beginn lässt er einen am Ende mit einem guten Gefühl das Buch zuklappen.
Bereits der Prolog sorgt für Spannung. Eine unbekannte Frau tötet aus Notwehr ihren Angreifer. Sie wird von der Polizei mitgenommen, verweigert aber die Aussage. Sie schweigt. Die hinzugezogene Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen ist eine Expertin, wenn es um Mikroexpressionen geht, steht aber nun vor einer Herausforderung, da sich die Frau jede Mimik abtrainiert hat.
Thematisch hat mich dieser Thriller direkt angesprochen. Nonverbale Kommunikation, bestehend aus Mimik, Gestik, Proxemik, Körperhaltung und -bewegung, ist ein ausgesprochen interessantes Thema und hat mich direkt gereizt.
Die Handlung lebt von der Dynamik zwischen den beiden Protagonistinnen. Zwei starke Frauen, die beide nur schwer zu durchschauen sind.
Die Autorin lässt die Grenze zwischen Täter und Opfer verschwimmen. Der Verlauf von Marlenes privaten Ermittlungen war für mich absolut nicht vorherzusehen. Nichts ist so, wie ich zunächst angenommen hatte und ich musste meine Annahmen immer wieder revidieren.
Dieser Thriller kommt ganz ohne blutige Exzesse aus und überzeugt durch seine psychologische Spannung, dafür gibt es von mir 5 Sterne.
Spannende Idee, aber leider nicht ganz überzeugend
Der Einstieg in „Die Lüge in ihrem Gesicht“ hat mir richtig gut gefallen. Die Grundidee rund um Mikroexpressionen fand ich interessant und mal etwas anderes. Auch die Frage, wie viel man tatsächlich aus dem Gesicht eines Menschen lesen kann und ob sich Wahrheit und Lüge wirklich so eindeutig unterscheiden lassen, hat für mich einen spannenden Ansatz geboten.
Leider konnte das Buch dieses Niveau für mich nicht über die gesamte Geschichte halten. Nach dem starken Anfang hat die Spannung zunehmend nachgelassen und einige Entwicklungen waren für mich recht vorhersehbar. Dazu kamen immer wieder Situationen, bei denen ich das Verhalten der Figuren etwas schwer nachvollziehen konnte.
Mit Marlene bin ich ebenfalls nicht richtig warm geworden. Ihre sehr verbissene Art hat zwar gut zu ihrer Figur gepasst, war mir auf Dauer aber teilweise etwas anstrengend.
Der Schreibstil war angenehm und ließ sich gut lesen. Insgesamt hatte das Buch für mich einige interessante Ansätze, aber gerade als Thriller hätte ich mir mehr Spannung und etwas weniger vorhersehbare Entwicklungen gewünscht.
In Hamburg wird eine junge Frau von einem Mann angegriffen, handelt vermeintlich in Notwehr und der Mann stirbt. Die Frau äußert sich nicht, sie schweigt stundenlang und lässt keine Regung erkennen. Von der Tat gibt es lediglich ein Video einer Überwachungskamera, weshalb die Expertin für Mikroexpressionen, Marlene Nielsen, hinzugezogen wird. Als die Frau erfährt, wer Marlene Nielsen ist, erkennt diese für einen kurzen Augenblick Angst im Gesicht der jungen Frau. Das festigt ihren Eindruck, dass irgendwas an diesem Fall nicht stimmt und sie beginnt eigene Ermittlungen.
Anne Keßel hat mein Interesse bereits mit der Thematik zu Mikroexpressionen und dessen Verwendung innerhalb der Ermittlungen geweckt. Ihr packender Schreibstil, die Beschreibungen über die willensstarke Protagonistinnen und die Hintergrundinformationen der Frauen, die phasenweise eingestreut werden, haben dieses Interesse verstärkt und konnten mich begeistern. Ab einem gewissen Zeitpunkt im Buch war die Auflösung absehbar, was an Spannung jedoch keine Einbüßen bedeutet.
Ein spannender Thriller mit einem interessanten Ermittlungsansatz und starken Protagonistinnen!
Die Lüge in ihrem Gesicht hat mich vor allem wegen der Idee mit den Mikroexpressionen neugierig gemacht. Ich fand es richtig spannend, dass Marlene als Verhaltenspsychologin selbst kleinste Regungen im Gesicht lesen kann und dadurch Dinge bemerkt, die anderen komplett entgehen. Die Ausgangssituation hat mich direkt gepackt: Eine Frau tötet einen Mann, alle Zeugen sprechen von Notwehr, doch Marlene hat das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Dass die Verdächtige kaum eine Regung zeigt und offensichtlich gelernt hat, ihre Gefühle zu kontrollieren, macht das Ganze noch interessanter. Besonders mochte ich, dass der Thriller stark mit Wahrnehmung, Manipulation und der Frage spielt, wem man eigentlich glauben kann. Dadurch geht es nicht nur um die Aufklärung eines Falls, sondern auch um psychologische Spielchen und darum, wie leicht Menschen sich täuschen lassen. Zwischendurch war das Tempo für mich etwas ruhiger, aber insgesamt blieb die Geschichte spannend und hatte genug Wendungen, um mich bis zum Ende bei der Stange zu halten. Für mich ein interessanter Psychothriller mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur und einer Idee, die sich angenehm von klassischen Ermittlergeschichten abhebt.
Das Buch "die Lüge in ihrem Gesicht" hat mich total begeistert. Schon das Cover hat mich neugierig gemacht und der Farbschnitt passt super dazu. Die wechselnden POVs geben einen tollen Einblick in den Charakter und die Psyche der Protagonisten und lassen einen das Geschehen aus mehreren Perspektiven betrachten, wodurch man die Handlungen der Einzelnen sehr gut nachvollziehen kann. Die Marterie um die Mikroexpressionen finde ich super spannend und sehr toll eingebettet in die Geschichte. Das ist definitiv mal ein anderer Thriller, der mich mit ein paar unerwarteten Wendungen einige Male gut überrascht hat. Die Story lässt sich super flüssig lesen, es gibt keinen Spannungsabriss und Marlene ist einfach mega symphatisch. Für jeden, der schon die Serie "Lie to me" super fand, ist das Buch ein absoluter Muss. Aber auch für alle anderen Thriller-Begeisterten kann ich das Buch wärmsten empfehlen, da es durchweg spannend bleibt und von der Thematik her mal etwas anderes ist.
In dem Buch Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel geht es um eine Frau deren Identität und Vergangenheit keiner kennt und keiner verstehen mag. Sie sitzt in einem Verhörraum der Hamburger Polizei. Sie soll einen Mann getötet haben, aus Notwehr? Die Frau möchte sich zu diesen Ereignissen aber nicht äußern und schweigt beharrlich. Deswegen wird die Expertin Marlene Niesen dazu gerufen, diese ist die unschlagbare Expertin für Mikroexpressionen. Diese sieht Schuld und keine Unschuld in dem Gesicht der Frau als sie versucht mit ihr zu reden. Doch das interessiert niemanden so richtig, da es ein Video gibt was es als Notwehr zeigt. Deswegen wird die Frau freigesprochen, obwohl sie einen Mann getötet haben soll, laut Marlene. Deswegen heftet Marlene sich an ihre Fersen um die Wahrheit rauszufinden. Doch was ist die Wahrheit? Und wenn es keine Notwehr war, wieso wurde dann der Mann getötet? Ein sehr sehr spannendes Buch was mir sehr gut gefallen hat! Ich habe es in zwei Tagen verschlungen und konnte es nicht weglegen. Das Cover und der Schreibstil hat mich sofort angesprochen. :)
Stimmiger Thriller Die Lüge in ihrem Gesicht“ nimmt ein psychologisches Rätsel als Ausgangssituation, das eine versierte Psychologin vor immense Herausforderungen stellt. Sodann nimmt ein Versteckspiel um Wahrheit und Lüge(n) seinen Lauf.
Dies ist an sich nichts Ungewöhnliches in einem Thriller, durch die Unbedingtheit der Wissenschaftlerin Marlene, die jede Art von Lügen verbittert enttarnt, bekommt das Thema aber eine zusätzliche Meta-Ebene.
Der Plot entwickelt sich grenzüberschreitend zwischen Hamburg und Dänemark und hat einige Twists zu bieten. Und im Grunde auch eine moralische Fallgrube, die bis zuletzt nicht aufgeklärt wird. In gewisser Weise tritt die Frage von Schuld und Unschuld sogar hinter die von Wahrheit und Lüge zurück.
Das ist der philosophische Nebenschauplatz, denn im Wesentlichen ist „Die Lüge in ihrem Gesicht“ in meinen Augen ein gut konstruierter Thriller. Ich habe bei diesem Genre oft Störgefühle - zu blutig, zu kitschig, zu schlampig - hier jedoch fast keine. Ich habe die Lektüre eines Plots aus einem Guss genossen.
In dem Buch geht es um eine Frau eine Mann mit nur einem Schlag getötet hat. Zeugen behaupten, dass es Notwehr war, doch die Frau äußert sich nicht dazu und auch sonst spricht sie nicht. Deshalb holt sich die Polizei die Marlene zur Hilfe, welche Verhaltenspsychologin ist und auf Mikroexpressionen spezialisiert ist. Im Verlaufe der Geschichte, fängt Marlene an auf eigene Faust zu ermitteln und wird immer tiefer in den Fall gezogen.
Ich finde dieses Buch sehr besonders, da es sich stark von anderen Thrillern unterscheidet. Ich fand den Aspekt der Mikroexpressionen sehr interessant und habe das Gefühl, dass die Geschichte dadurch mehr tiefe bekommen hat. Marlene war eine sehr besondere Protagonistin, ich würde gerne mehr Geschichte mit ihr als Hauptfigur lesen.
Außerdem fand ich die Themen die behandelt wurden sehr wichtig und bewegend.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der mal einen etwas anderen psychologischen Thriller lesen will. Jedoch empfehle ich auch zuerst die Triggerwarnungen anzuschauen.
Das Buch hat mich von Anfang an gepackt und ich wollte immer wissen, wie es weitergeht. Besonders gut gefallen hat mir die Idee mit den Mikroexpressionen. Ich fand es total spannend, wie viel man angeblich an kleinen Gesichtsausdrücken erkennen kann – und gleichzeitig fragt man sich beim Lesen ständig, ob man den Personen wirklich trauen kann.
Marlene fand ich als Ermittlerin sehr interessant, vor allem weil sie nicht einfach nur den Fall abarbeitet, sondern auch ihre eigenen Zweifel und Gedanken mitbringt. Einige Wendungen haben mich wirklich überrascht, und mehr als einmal dachte ich, ich weiß, wie alles zusammenhängt, nur um dann doch wieder eines Besseren belehrt zu werden.
Auch das Cover gefällt mir richtig gut. In dem knalligen Rot wirkt es geheimnisvoll und passt meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte. Insgesamt ein spannender Thriller, den ich wirklich gerne gelesen habe und guten Gewissens weiterempfehlen kann.
Das rote Cover ist schon direkt ein Hingucker. Man ist von Anfang an richtig gefesselt in die Story und der Thriller ist wirklich gut geschrieben. Ich konnte ihn kaum weglegen und mich mit der Protagonistin nach kurzen Zweifeln sehr gut anfreunden. Marlene kann Menschen unglaublich gut lesen und wird daher von ihrem Ex zu Rate gezogen für einen schwierigen Fall. Ihr Ex Deniz ist außerdem Hauptkommissar und die beiden sind im Streit auseinandergegangen. Auch diese Nebenstory ist interessant. Doch hauptsächlich dreht es sich um einen verstrickten Mordfall und die schweigende Täterin. Hat sie wirklich in Notwehr gehandelt? Ihre Familientragödie liegt lange zurück und konnte nie überwunden werden. Der Schreibstil ist super und die Spannung bleibt bis zum Ende. Ich kann diesen Thriller ganz klar weiterempfehlen und würde gerne mehr von Anne Keßel lesen. Die Autorin kannte ich vorher noch nicht.
Dieser Thriller hat mich besonders durch die Thematik Mikroexpression begeistert.
Eine Frau tötet in Notwehr einen jungen Mann und schweigt. Marlene, Expertin für Mikroexpression, wird hinzugezogen um die Identität zu klären. Marlene macht aber eine Entdeckung und ermittelt auf eigene Faust.
Was da raus kommt hat mir Gänsehaut bereitet.
Für mich ein Thriller, der durch die Thematik und auch Geschichte begeistert hat. Der Schreibstil ist auch super.
Mit den Charakteren eine Verbindung herzustellen fiel mir allerdings etwas schwer. Gegen Ende hieß dann aber doch noch geklappt. Weiterhin hätte ich mir auch ein kleines bisschen mehr Tempo in der Geschichte gewünscht.