Manchmal muss man gegen den Strom schwimmen, um bei sich anzukommen
An einem heißen Sommertag strandet ein junger Mann bei der Fährfrau Sara Harmsen und bringt all ihre sorgsam errichteten Mauern ins Wanken. Ein Roman über alte Wunden und den Mut, sich wieder auf das Leben einzulassen.
Sara Harmsen betreibt eine kleine Fähre, die das Dorf Erlengrund mit dem Rest der Welt verbindet. Mit sieben Hühnern, drei Schafen und der Hündin Luna lebt sie in einem abgelegenen Haus am Fluss. Eines Tages taucht auf Saras Fähre ein junger Mann mit einer Kopfverletzung auf, Leon. Sara verarztet den jungen Mann und versteckt ihn bei sich. Dafür verlangt sie, dass er ihr bei den Arbeiten rund um ihr Haus hilft. Beim Scheren der Schafe, bei der Reparatur des Hühnerstalls und beim Sensen der Obstwiese kommen sich Sara und Leon zögerlich näher und bringen den Mut auf, sich ihren alten Wunden zu stellen. Und sie teilen ihre Liebe zur Natur und die Sorge um unseren Planeten. Als die beiden sich gegen eine geplante Brücke wenden, die Saras Fähre bedroht, sehen sie sich Anfeindungen und Übergriffen aus dem Dorf ausgesetzt. Und dann tritt auch noch der Fluss über die Ufer …
»Diese Zeit ruft nach Geschichten wie dieser. Stark und stärkend, voller Lust am Leben. Große Empfehlung!« Luisa Neubauer
Es gibt Bücher, bei denen gar nicht unbedingt die Handlung im Mittelpunkt steht, sondern das Gefühl, das sie mir beim Lesen vermitteln. Tage am Fluss war für mich genau so ein Buch. Ich habe mich unglaublich wohl in dieser Geschichte gefühlt und wollte gar nicht, dass sie zu Ende geht.
Der Fluss und die Natur schaffen eine ruhige, fast nostalgische Atmosphäre, in die ich komplett eintauchen konnte. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl, selbst ein Stück langsamer und ruhiger innerlich zu werden. Das Buch hat in mir eine Sehnsucht nach langen Sommertagen, Ruhe, aufs Wasser schauen und den kleinen Momenten geweckt, die im Alltag oft untergehen.
Besonders gefallen haben mir die Figuren. Sie wirken nicht außergewöhnlich, sondern einfach menschlich. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit und gerade deshalb konnte ich mich gut auf sie einlassen.
Auch Jochen Mariss’ Schreibstil hat mich überzeugt. Seine Sprache ist ruhig und bildhaft, ohne gekünstelt zu wirken. Manche Sätze musste ich zweimal lesen, weil sie so treffend waren.
Tage am Fluss ist eine Lektüre, die vor allem durch ihre Atmosphäre lebt. Kein lautes Buch, sondern eines, das einen für ein paar Stunden den Alltag vergessen lässt. Wichtige Themen wie Klimaschutz und Trauerbewältigung werden angesprochen und geben dem Plot deutlich Tiefe.
Sara Harmsen arbeitet in vierter Generation als Fährfrau und lebt mit einem halben Dutzend Schafen direkt an einer Flussschleife. Als an einem heißen Sommertag der junge Leon, verletzt und ohne einen Cent in der Tasche, auf ihrer Fähre strandet, dringen Konflikte der Außenwelt in Saras Idylle ein. Leon ist offenbar auf der Flucht, nachdem das Protestcamp zur Rettung eines Waldstücks vor der Abholzung geräumt worden ist. Sara, der mit fast 50 die körperliche Arbeit um Fähre, Haus und Brunnen zunehmend schwerer fällt, bietet Leon eher unwillig Unterkunft gegen Arbeitsleistung an. Ihr reparaturbedürftiges Haus ist eine einzige Zumutung; wenn man eine Sache repariert hat, lauert dahinter schon die nächste Katastrophe, stellt Leon bald fest. Während der Wasserspiegel des Flusses in der Hitze so weit sinkt, dass der Fährverkehr eingestellt werden muss, umkreisen sich mit großer Vorsicht die Einzelgängerin und der von der Polizei Gejagte. Beide sind aufeinander angewiesen, beide tragen die Last ihrer Vergangenheit und können sich nur schwer öffnen.
Seit sie von ihren Wanderjahren aus der Fremde heimgekehrt ist, hat Sara zurückgezogen gelebt und nur das Nötigste gesprochen. Leon stört ihre Routine, seine Anwesenheit demonstriert ihr jedoch, dass sie nicht mehr lange allein zurechtkommen wird. Die Fährfrau steckt zudem fest in einem Konflikt um den geplanten Brückenbau, für den ihr Land an der Flussbiegung benötigt wird. Der Bürgermeister und der Lehrer, der auf dem täglichen Arbeitsweg auf die pünktliche Abfahrt der Fähre angewiesen ist, vertreten das Brückenprojekt entschieden. Man fragt sich allerdings, ob die geplante Brücke den Ort nicht komplett vom Verkehr abhängen und zur Schlafstadt degradieren wird. Von alternativen Plänen um Radwanderwege, Tourismus und Nachhaltigkeit ist bisher nicht die Rede.
Fazit Auch wenn Sara in idyllischer Lage am Fluss lebt und arbeitet, ist Jochen Mariss Roman alles andere als leichte Sommerunterhaltung. Im Konflikt um die Waldbesetzung geht es ebenso gnadenlos zur Sache wie in der Auseinandersetzung um die Brückenplanung. Zartbesaiteten Gemütern rate ich von der Lektüre vorsichtshalber ab. Wen jedoch knorrige, einzelgängerische Charaktere fesseln können und wen Hund, Huhn und Schaf amüsieren, der/die sollte hier zugreifen.
Manchmal liest man ein Buch nicht wegen einer besonders spannenden Handlung oder überraschender Wendungen, sondern wegen eines Gefühls, das es in einem auslöst. Genau so ging es mir mit Tage am Fluss von Jochen Mariss. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl, langsamer zu werden und für einen Moment aus dem Alltag auszusteigen. Das Buch hat bei mir eine Sehnsucht geweckt, die ich nur schwer beschreiben kann – nach langen Sommertagen, nach Ruhe, nach Orten, an denen die Zeit nicht ständig davonrennt.
Die Geschichte lebt für mich vor allem von ihrer Atmosphäre. Der Fluss ist dabei viel mehr als nur ein Schauplatz; er wird fast zu einem Symbol für Erinnerungen, Veränderungen und die kleinen Momente, die man oft erst im Nachhinein zu schätzen weiß. Ohne auf konkrete Ereignisse einzugehen, weil ich niemandem etwas vorwegnehmen möchte, hat mich besonders beeindruckt, wie viele Gedanken und Gefühle das Buch zwischen den Zeilen transportiert. Es passiert nicht ständig etwas Spektakuläres, und genau das macht seinen Reiz aus.
Auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Jochen Mariss schreibt ruhig, poetisch und gleichzeitig so klar, dass man sich die beschriebenen Bilder sofort vorstellen kann. Manche Sätze wollte ich am liebsten noch einmal lesen, weil sie etwas ausgesprochen haben, das man selbst schon oft gefühlt, aber nie in Worte gefasst hat. Das Buch wirkt insgesamt sehr entschleunigt, was sicher nicht jedem gefallen wird, für mich aber perfekt zur Stimmung gepasst hat.
Die Figuren sind vielleicht nicht die Art von Charakteren, die durch große Dramatik auffallen, aber sie wirken glaubwürdig und menschlich. Ihre Gedanken und Gefühle erscheinen nachvollziehbar, wodurch man sich leicht auf sie einlassen kann. Besonders gelungen fand ich, dass das Buch seinen Leserinnen und Lesern Raum für eigene Gedanken lässt und nicht alles erklärt.
Auch die Gestaltung des Buches passt wunderbar zum Inhalt. Das Cover strahlt genau diese ruhige, fast nostalgische Stimmung aus, die sich durch die gesamte Geschichte zieht. Schon bevor man die erste Seite aufschlägt, bekommt man eine Ahnung davon, welche Atmosphäre einen erwartet.
Für mich war Tage am Fluss kein Buch, das man in erster Linie wegen der Handlung liest, sondern wegen des Gefühls, das es hinterlässt. Es hat mich nachdenklich gemacht und gleichzeitig eine angenehme Melancholie ausgelöst. Wer Geschichten mag, die nicht laut sein müssen, um etwas zu erzählen, und wer sich gern in besondere Stimmungen hineinziehen lässt, dem würde ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Für mich war es wie ein kurzer Ausflug an einen Ort, an den man nach dem Zuklappen des Buches noch einmal zurückkehren möchte.
Ich habe mich leider dazu enschieden, das Hörbuch nach ca. 50 % abzubrechen. Während die Story an sich sehr vielversprechend und nach einem angenehmen, sommerlichen Buch klang, hat mich der Schreibstil, die Charaktere und leider auch der Hörbuchsprecher nicht überzeugt.
- Der Roman ist stellenweise sehr detailfokussiert geschrieben und in den meisten Fällen, wie auch hier, macht das ein Buch für mich sehr langatmig. Ich muss beispielsweise nicht unbedingt lesen, wie der Protagonist Schritt für Schritt sein Frühstück zubereitet. Dabei fand ich zu Beginn die gemeinsamen und detaillierten Szenen der Hauptfiguren sehr interessant, da diese so grundverschieden wirken und ich war gespannt, wie sich die Beziehung der beiden entwickelt. - Und das führt auch direkt zum nächsten Punkt, der mir ein bisschen den Ick gegeben hat. Die Protagonistin Sara ist um die 60 und trifft auf den schätzungsweise Mitte 20 jährigen Leon. Dabei betont sie seit Beginn, wie sehr Leon sie an ihren Bruder erinnert. Umso merkwürdiger war es dann für mich zu lesen, dass der Autor eine Art romantisches Interesse zwischen den beiden anzudeuten versuchte (wie weit der Autor diesen Handlungsstrang in der 2. Hälfte des Buches treibt, kann ich nicht beurteilen) aber allein die Entscheidung, in so eine Richtung zu gehen war für mich in erster Linie unangenehm zu lesen. - Ein großer Fokus des Romans liegt auf den Themen Klima, Aktivismus, Nachhaltigkeit. Leon, der Teil einer Baumbesetzung war um deren Abholzung zu verhindern, versucht in den Austausch mit der eher pragmatischen Sara zu gehen, die ihren Hof samt Tieren und ihren Job als Fährfrau alleine schmeißt. Die Herangehensweise diese Themen zu behandeln fand ich dabei etwas platt bzw. liest es sich, als würde der Autor davon ausgehen, dass man sich noch keine Sekunde mit der Klimakrise beschäftigt hat. Für mich persönlich war das einfach zu plakativ. - Und der letzte Punkt, der mich nicht überzeugen konnte, war die Qualität des Hörbuchs sowie der männliche Hörbuchsprecher. (Wobei letzteres ein sehr individuelles Empfinden ist und ich daher gar nicht weiter darauf eingehen möchte.) Die Sequenzen des Hörbuchs waren sehr kurz und die Übergänge aber nicht fließend, was den Hörfluss extrem gestört hat. Es sind teilweise sehr lange Pausen, bis die nächste Sequenz startet, obwohl kein neues Kapitel beginnt, das eine solche Pause rechtfertigen würde.
Zusammenfassend hat mich weder die Story gepackt, noch haben mich die Charaktere emotional erreicht, weswegen ich kein wirkliches Interesse daran habe, das Buch noch zu beenden.
„Tage am Fluss“ von Jochen Mariss handelt von der Fährfrau Sara Harmsen, die auf einem gemütlichen Grundstück am Fluss mit ihren Schafen, Hühnern und ihrer Hündin Luna lebt, und damit wohl den Traum eines naturverbundenen, zurückgezogenen Lebens lebt. Allerdings ist ihr Glück durch den geplanten Bau einer Brücke, die ihre Fähre überflüssig machen würde, bedroht. Und dann strandet auch noch Leon bei ihr, der als Klimaaktivist eine Waldrodung verhindern wollte. Zunächst skeptisch beginnt sich Sara doch zunehmend Leon zu öffnen, und auch Leon rückt langsam mit der Wahrheit raus…
Das Buch hat mir aufgrund seiner Leichtigkeit trotz seiner teils schweren Themen sehr gut gefallen. Saras Leben mit ihren Tieren und der Natur wurde so atmosphärisch beschrieben, dass ich beim Lesen selbst den Geruch von frisch gebackenem Brot, geschorener Wolle und frisch gemähtem Gras in der Nase hatte. Die sommerliche Atmosphäre auf dem Land wurde wirklich perfekt eingefangen und lädt zum Träumen und Verweilen ein. Durch den einfachen Schreibstil fliegt man quasi nur so durch die Seiten, auch wenn man die Geschichte und diesen wunderschönen Ort gar nicht verlassen möchte.
Was mir außerdem gut gefallen hat, war der (mal mehr, mal weniger gut versteckte) Appell, sich endlich mal Klimathemen zuzuwenden, denn nicht nur Sara, deren Flussbett immer öfter so niedrig ist, dass sie ihre Fähre gar nicht erst übersetzen kann, und Leon, der sein Studium aufgrund der Zukunftslosigkeit der jüngeren Generationen an den Nagel gehängt hat, sind vom Klimawandel betroffen, sondern auch wir alle, die dieses Buch lesen. Neben Gesprächen zur Klimapolitik verhandelt das Buch aber, wie gesagt, auch schwierigere Themen, wie Tod, Verlust und Trauer, mit denen zwar sehr sanft und zart umgegangen wird, aber vor denen trotzdem gewarnt werden sollte, wenn man in der Hinsicht sensibel ist.
Womit ich überhaupt nichts anfangen konnte und was mich eher irritiert und verstört hat, war der Versuch des Autors, Sara und Leon miteinander anbandeln zu lassen, obwohl Sara selbst immer wieder betont, dass Leon ihr Sohn sein könnte. Nicht nur der Altersunterschied hat mich daran gestört, sondern auch dass es die Geschichte in keinster Weise bereichert hat.
Abgesehen davon mochte ich das Buch aber wirklich sehr und werde es wohl noch für längere Zeit mit einem warmen Gefühl in meinem Herzen tragen.
Inhalt und meine Meinung: Ein tolles Debüt, das Spaß macht es zu lesen und das auch zum Nachdenken anregt und nachwirken wird. Dieses Buch hat so unglaublich viele tolle und abwechslungsreiche Nuancen.
An einem heißen Sommertag treffen zwei ganz unterschiedliche Menschen aufeinander und unbewusst beeinflussen sie sich gegenseitig. Die fast fünfzigjährige Sarah. Eine eigenbrötlerische Frau die abgeschieden lebt und alleine für ihre Fähre verantwortlich ist, Ihr wird das Leben von einem Teil der Dorfbewohner schwer gemacht, die sich für eine Brücke einsetzten, die ihre Fähre überflüssig machen würde. Dann ist das der verletzte und geheimnisvolle dreißig Jahre jüngere Leon, der sich für die Umwelt einsetzt.
Es ist schön zu erleben wie die beiden verschlossenen Personen so langsam auftauen, Vertrauen zueinander fassen und so nach und nach die Hohen und Tiefen und ihre Ängste und Problemen aus ihrem Leben erzählen. Natürlich gehrt das nicht ohne Probleme und Rückschläge ab und ein Streit sowie eine Naturgewalt bringt beide in Lebensgefahr.
Am Ende finden beide ihren Platz und ein Spruch der oft im Buch zitiert wird schwebt mit einem Lächeln über dem ganzen Buch.
-Die Seele lüften, den Blick weiten
Der Schreibstil ist flüssig und sehr einfühlsam, man spürt auch die Sommerhitze beim Lesen und das Knistern und die Anspannung die Zeitweise in der Luft hängt.
Autor: Jochen Mariss, geboren 1955 in Köln, studierte Grafikdesign mit Schwerpunkt Fotografie in Bielefeld und war Mitbegründer des Verlags Grafik Werkstatt. Hier erschienen zahlreiche Gedichte und Fotografien von ihm, u. a. in Form von Foto-Text-Postkarten, und machten seinen Namen im deutschsprachigen Raum bekannt. Diese lyrischen Texte waren der Beginn seiner schriftstellerischen Arbeit, es folgten Kurzgeschichten und Kinderbücher. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Bielefeld. »Tage am Fluss« ist sein Romandebüt.
Mein Fazit: Ein toller Roman, der zu Nachdenken anregt und viel positive Energie freisetzt. Von mir hervorragende 5 Sterne.
Wo ein Fluss Geschichten erzählt Sara Harmsen lebt ein Leben, das ganz von ihrem kleinen Haus am Fluss, der Fähre und den täglichen Aufgaben geprägt ist. Vieles läuft nach festen Abläufen, bis eines Tages Leon verletzt bei ihr auftaucht. Mit ihm kommt langsam Bewegung in Saras gewohnten Alltag. Die beiden gehen vorsichtig miteinander um. Sara lässt nicht schnell jemanden an sich heran und auch Leon trägt Erlebnisse mit sich, über die er nicht sofort spricht. Zwischen den täglichen Arbeiten mit den Tieren, am Haus und an der Fähre lernen sie sich immer besser kennen. Sehr schön beschrieben ist das Leben am Fluss. Die Fähre, die Wiesen, die Tiere und die Natur gehören ganz selbstverständlich dazu. Ohne die Fähre wäre das Dorf schlechter erreichbar. Für Sara gehört sie ganz selbstverständlich zu ihrem Leben dazu und ist ein wichtiger Teil ihres Alltags. Die geplante Brücke sorgt im Dorf für Diskussionen. Nicht alle sehen darin eine Verbesserung und auch Sara kämpft darum, dass sich ihr vertrautes Leben nicht einfach verändert. Gerade weil beide Zeit brauchen, wirkt ihre Annäherung passend erzählt. Später sorgt auch das Hochwasser noch einmal für neue Situationen und bringt Bewegung in die Geschichte. Nicht jede Stelle hat gleich gut funktioniert. Einige Abschnitte hätten etwas mehr Tempo vertragen, denn manchmal nimmt sich der Roman sehr viel Zeit. Trotzdem bleibt die Entwicklung von Sara und Leon interessant. Viele schöne Momente entstehen in den alltäglichen Situationen. Das Leben am Fluss, die Tiere und die Natur begleiten Sara und Leon durch die Geschichte. Auch die Dinge, die beide aus ihrer Vergangenheit mitbringen, spielen immer wieder eine Rolle. Nach dem Ende bleiben vor allem die Bilder vom Fluss, der Fähre und dem Leben an diesem Ort im Kopf. Manche Passagen hätten etwas mehr Tempo vertragen, trotzdem passt die ruhige Erzählweise gut zu Sara und Leon. Ein Buch für alle, die gerne Geschichten über Menschen lesen, deren Leben sich langsam verändert. Vier Sterne passen deshalb gut zu diesem Roman.
Eine Fähre. Eine Umweltgruppe, die eine Brücke errichten möchte. Und ein mysteriöser Gast. Das alles ist die Grundlage für „Tage am Fluss“.
Sara Harmsen lebt mit ihren Tieren abgelegen in Erlengrund. Sie arbeitet als Fährfrau, wie ihr Vater vor ihr, hat allerdings mit dem Brückenbau zu kämpfen, der vermehrt gefordert wird. Eines Tages tritt der mysteriöse Leon in ihr routiniertes Leben- mit ihm einige Geheimnisse….
Zunächst einmal fällt das Setting auf. Eine Fähre, der dazugehörige Fluss inklusive Protestaktionen bezüglich einer Brücke sind sehr authentisch und treten zuhauf nicht nur in Deutschland auf. Jochen Mariss versteht es, dieses idyllische Setting- nebst seinem Untergang- authentisch zu übermitteln.
Ein entscheidender Faktor für die authentische Darstellung ist die Sprache im Roman. Der Autor bedient sich bildhafter sprachlicher Mittel wie Metaphern und Vergleichen, die mir die Szenen vor Augen führen. Hinzukommt, dass die Sprache auch abseits dieser Mittel bildhaft, detailreich und gefühlvoll ist. So erhalte ich als Leserin eine genaue Vorstellung der Szenen- seien es Saras Hühner oder die Erinnerung an ihre Familie.
Die beiden Protagonisten haben es mir zusätzlich leicht gemacht, das Buch zu mögen. Sowohl Sara als auch Leon sind Kämpfer und setzen sich für ihre Ideale ein. Durch die beiden werden Themen wie Klimaschutz, Erhalten von Natur oder Stadtplanung ruhig und bestimmt in das Buch eingebracht. Da in dem Fall der Fähre auch die Gegenseite zu Wort kommt (Niedrigwasser, Eis, Krankheit oder andere Umstände führen dazu, dass Fähren ausfallen können), habe ich einen guten Einblick in die Thematik.
Der ruhige und atmosphärische Roman versteht es, neben dem Unterhaltungswert auch durch die angesprochen wichtigen Themen zum Nachdenken zu bringen. Hierfür sind weder eine überladene Handlung noch übermäßig Drama nötig. Ich bin sehr zufrieden und gebe fünf Sterne.
Manchmal braucht es keinen großen Knall, sondern nur einen Fluss, eine alte Fähre und einen verletzten Fremden, der plötzlich vor einem steht. Genau mit dieser stillen Kraft hat mich Tage am Fluss erwischt.
Sara lebt abgeschieden mit ihren Tieren und hat sich ihr Leben so eingerichtet, dass ihr möglichst niemand zu nahe kommt. Verständlich, denn Mauern halten zwar nicht immer den Regen ab, aber wenigstens neugierige Menschen. Dann taucht Leon auf ihrer Fähre auf, verletzt, geheimnisvoll und offensichtlich nicht bereit, sofort wieder zu verschwinden.
Die Annäherung zwischen den beiden entwickelt sich angenehm langsam. Kein übertriebenes Herzklopfen nach drei Seiten, sondern vorsichtige Blicke, gemeinsame Arbeit und Gespräche, bei denen oft das Ungesagte am lautesten ist. Gerade diese leisen Momente haben mich berührt. Zwischen Schafen, Hühnerstall und Obstwiese wächst etwas, das beiden längst abhandengekommen ist: Vertrauen.
Dazu kommt die geplante Brücke, die Saras Fähre und ihre ganze Lebensweise bedroht. Der Konflikt zwischen Fortschritt, Naturschutz und dörflicher Gemeinschaft bringt Spannung in die ruhige Handlung. Stellenweise wird die Umweltbotschaft ziemlich deutlich serviert. Da dachte ich kurz: Alles klar, verstanden. Zum Glück bleibt die Geschichte trotzdem menschlich und kippt nicht in einen Vortrag.
Besonders stark fand ich die Atmosphäre. Beim Lesen hört man beinahe das Wasser, riecht die Wiese und möchte Luna hinter den Ohren kraulen. Der Fluss ist dabei mehr als eine schöne Kulisse. Er steht für Veränderung, Verlust und die Erkenntnis, dass Stillstand manchmal genauso gefährlich sein kann wie Hochwasser.
Ein warmherziger, nachdenklicher Roman über zweite Chancen, alte Verletzungen und zwei Menschen, die lernen, das Leben wieder hereinzulassen. Ruhig erzählt, naturverbunden und emotional, ohne unnötig kitschig zu werden.
Tage am Fluss“ von Jochen Mariss ist ein Buch, auf das man sich einlassen wollen muss. Wer einen rasanten Plot oder laute Pointen sucht, ist hier falsch. Stattdessen bietet das Werk eine wunderbare, fast schon meditative Auszeit vom hektischen Alltag ohne das Leben dort zu romantisieren.
Sarah Harmsen lebt alleine auf dem „Grünen Mond“ einer kleinen Halbinsel in Norddeutschland auf ihrem Hof mit ihren Tieren und hat sich gut eingerichtet alleine zu sein. Sie lebt von ihrem Fährbetrieb und mit der Natur, bis ein ungebetener Gast ihr Leben auf den Kopf stellt.
Mariss besticht vor allem durch seine feine, sehr bildhafte Sprache. Die Beschreibungen der Natur und der kleinen, scheinbar unbedeutenden Momente am Wasser haben eine ganz eigene Poesie. Man merkt beim Lesen förmlich, wie sich der eigene Puls verlangsamt. Ein kleiner Kritikpunkt: Ich brauchte ein wenig um mich auf die eher langsame Erzählart einzulassen. Aber dann hat es für mich den Zauber des Buches ausgemacht. Für das Buch sollte man nicht zu zartbesaitet sein, da das Leben auf dem Land alleine auf einem Bauernhof sich (für mich als Stadtkind) relativ realistisch anhört und wenig romantisiert wurde.
Ein großes Plus der Hörbuchfassung ist die Besetzung mit zwei verschiedenen Stimmen. Das Zusammenspiel der beiden Sprecher verleiht dem ohnehin schon atmosphärischen Text noch einmal mehr Tiefe und Facettenreichtum. Beide harmonieren wunderbar miteinander und fangen die ruhige, poetische Grundstimmung des Buches perfekt ein.
Fazit: „Tage am Fluss“ ist kein literarisches Actionfeuerwerk, sondern eine leise, feinsinnige Liebeserklärung an die Natur, die Entschleunigung und wie gefährdet unser Paradies ist: Wer ein (Hör-)Buch zum Durchatmen an einem sonnigen Nachmittag sucht, wird hier sehr angenehme Stunden verbringen!
Eine Geschichte mit Tiefgang Die Szenerien spielen rund um eine Waldbesetzung, sommerlichem Landleben, Brückenbau und Wassermangel bzw. Flusshochwasser. Der 30-jährige Mann Leon Ahlhausen taucht als verletzter Klimaschützer und Baumbesetzer nach polizeilicher Räumung des Uhlendorfer Forstes bei der 50-jährigen Hauptperson Sara Harmsen überraschend auf. Sie ist Fährfrau in x-Generation, lebt wie eine verbitterte Schrulle auf ihrem verwahrlosten Hof Grüner Mond nahe dem dörflichen Erlengrund bei Hamburg. Die Seele lüften, den Blick weiten und eine erstarkende Lust am Leben …das alles schafft die verbitterte, mit Schuldgefühlen geplagte Sarah nach wenigen Tagen des Zusammenseins mit Leon, der einfühlsam auch seine eigenen inneren Wunden und errichtete Mauern einzureißen vermag. Ihre gemeinsame Liebe zur Natur und wenige gemeinsame Tage am Fluss verhelfen beiden zu mutigem Erstarken und sinnvollem Ankämpfen gegen Existenz bedrohenden Autobahn- und Brückenbau vor Ort. Durch die Einbindung von Gedichten, z.B. von Brecht oder Erich Kästner, erhalten deren Gespräche mehr Tiefgang. Die Metapher des Weidenstocks, in die Mitte von Leons Leben in die Erde am Fluss gesteckt, wie eine Halt gebende Markierung zur Orientierung, dieses Bild gefällt. Wie die Strafverfolgung um den gewaltbereiten und von der Polizei gesuchten Aktivisten Leon ausgeht, bleibt offen. Mit weiteren Akteuren wie den kleinen Bruder Jan und den zugelaufenen Welpen Sansibar erhält der Roman auch entspannende Momente. Thematisiert werden auch Trauerbewältigung, Alkoholismus, häusliche Gewalt, diverse Rechtswidrigkeiten und das Leben am Fluss mit einer Gierseilfähre und der Gewalt des Wassers. Ein lesenswerter, Mut machender Roman!
Das Cover und die Inhaltsangabe versprachen einen stimmungsvollen, sommerlichen Wohlfühlroman. Für mich entwickelte sich Jochen Mariss' Roman jedoch zu einer eher vorhersehbaren Lektüre, die zwar immer wieder Tiefgang anstrebt, diesen letztlich aber nicht vollständig entfalten kann. Im Mittelpunkt steht Sara Harmsen, die als Fährfrau vom Erlengrund eine lange Familientradition fortführt. Doch ihre Fähre soll einer modernen Brücke weichen, die dem Ort wirtschaftlichen Aufschwung bringen soll. Als der junge Leon, der nach einer Waldbesetzung vor der Polizei flieht, in Saras Leben tritt, geraten ihre festgefahrenen Strukturen ins Wanken. Die Grundidee der Geschichte fand ich durchaus stimmig. Weniger überzeugen konnten mich jedoch die Figuren und ihre Entwicklung. Insbesondere Saras Verhalten wirkte auf mich nur schwer nachvollziehbar: Eine über Jahre zurückgezogen lebende, verschlossene Frau fasst innerhalb kürzester Zeit großes Vertrauen zu einem fremden jungen Mann und offenbart ihm ihre tiefsten persönlichen Traumata. Diese Entwicklung erschien mir zu abrupt und wenig glaubwürdig. Im weiteren Verlauf häufen sich ähnliche Situationen, wodurch die Handlung zunehmend konstruiert wirkte. Auch das sehr offensichtliche Foreshadowing nahm für mich einiges an Spannung vorweg. Positiv hervorzuheben ist hingegen der angenehme Schreibstil. Der Roman liest sich flüssig und zügig, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Wer eine unkomplizierte, leichte Sommerlektüre sucht und sich an einer vorhersehbaren Handlung nicht stört, könnte mit diesem Buch dennoch gut unterhalten werden.
Ich wollte dieses Buch wirklich lieber mögen, als ich es am Ende getan habe. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ebenso die ruhige, nachdenkliche Atmosphäre. Auch das Hörbuch ist insgesamt gelungen. Die Sprecherin hat mir persönlich etwas besser gefallen als der Sprecher, aber beide haben ihre Rollen überzeugend gelesen.
Besonders gefallen hat mir die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren. Sie entwickelt sich ruhig und glaubwürdig, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Gerade diese leisen Momente haben dem Roman für mich viel Charme verliehen.
Weniger abgeholt haben mich die gesellschaftlichen und ökologischen Themen, die immer wieder in die Handlung einfließen. Ich kann die dahinterstehende Botschaft durchaus nachvollziehen und halte sie auch für wichtig. Trotzdem habe ich gemerkt, dass ich solche Themen in Romanen einfach nicht besonders gerne lese. Das erinnerte mich stellenweise an Tatort-Folgen über Umweltverbrechen: wichtig, aber als Unterhaltung für mich eher nicht das, wonach ich suche.
Das ist letztlich eine Frage meines persönlichen Geschmacks und keine Kritik an der Qualität des Buches. Wer sich für solche Themen interessiert, wird mit diesem Roman vermutlich deutlich mehr anfangen können als ich. Mir sind vor allem der angenehme Schreibstil, die ruhige Atmosphäre und die Beziehung der beiden Protagonisten in Erinnerung geblieben.
Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar.
„Tage am Fluss“ ist der Debütroman des Autors Jochen Mariss.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die naturverbundene Fährfrau Sara Harmsen. Ihr Leben ist ruhig und zurückgezogen. Als ein junger Mann – Leon – mit einer Kopfverletzung bei ihr auftaucht, verarztet sie seine Wunden, nichts ahnend, dass dieser gesucht wird. Als Gegenleistung möchte sie, dass er ihr bei einigen Reparaturarbeiten hilft.
Sara und Leon sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Während Sara sehr heimatverbunden ist, hält es Leon nirgends. Aber sie haben auch eine wichtige Gemeinsamkeit: beide lieben die Natur und sorgen sich um unseren Planeten. Sie kommen sich langsam näher.
Der Schreibstil von Jochen Mariss ist ruhig, aber eindringlich und atmosphärisch. Er beschreibt seine Charaktere ebenso lebendig und authentisch wie die Umgebung. Ich hatte das Gefühl, alles direkt vor meinem inneren Auge zu haben und konnte die sommerliche Stimmung direkt spüren.
Obwohl sich das Buch schön liest und eine angenehme Sommerlektüre ist, macht es auch auf wichtige Themen aufmerksam, da es um den Klimawandel, Natur- und Klimaschutz geht. Es steckt eine Menge zwischen den Zeilen, was nachdenklich macht und dafür sorgt, dass mir dieses Debüt noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Das Buch hat mich von Anfang an neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Sara ist eine starke, aber auch sehr eigenwillige und dadurch ein Stück weit einsame Frau. Leon, der bei ihr Zuflucht sucht, nervt sie am Anfang, schafft es dann aber doch, ihre harte Schale zu durchbrechen. Beide haben ihre Geheimnisse, ihre Traumata, und nach und nach erfahren wir von beiden die ganze Geschichte - dramatisch, aber trotzdem unaufgeregt, dafür sehr eindringlich erzählt. Ein großes Thema in diesem Buch ist natürlich Saras Fährgeschäft, dass durch Pläne für den Bau einer Brücke gefährdet wird, auf Leons Seite ist es die radikale Art, für den Schutz der Wälder einzutreten. Aber auch die Familiengeschichte der beiden spielt eine elementare Rolle, und als beide Welten aufeinandertreffen, führt das sowohl zu Verständnis als auch Enttäuschung. Obwohl die beiden unterschiedlicher nicht sein könnten, haben sie letztlich doch so vieles gemeinsam, für das es sich zu kämpfen lohnt. Glücklicherweise hat der Autor es vermieden, eine große romantische Beziehung aufzubauschen, was dem Buch seine Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit geraubt hätte. Fazit: ein sehr berührendes Buch, das mich mitgerissen, deprimiert, aber auch sehr gut unterhalten hat.
Den Autor Jochen Mariss kenne ich schon seit Jahren durch seine Gedichte. Zudem mag ich auch die Grafik Werkstatt Bielefeld die er als Grafikdesigner mitgegründet hat. Tage am Fluss ist sein Debütroman. Die beiden Protagonisten Sara & Leon treffen zufällig aufeinander. Sara führt ein ruhiges, zurückgezogenes Leben als Fährfrau in einem kleinen Ort. Eines Tages trifft sie auf ihrer Fähre auf Leon. Von Anfang an spürte ich eine angenehme Sogwirkung bezüglich der Geschichte und auch des Schreibstils. Beide Figuren haben mit ihren jeweiligen Lebensthemen und manchmal auch mit ihren Charakterzügen zu tun, realistisch und authentisch. Es werden auch aktuelle Themen aufgegriffen wie die Klimakrise und die gesellschaftliche Verantwortung. Am meisten mochte ich die Verbindung zwischen Natur und Menschsein. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung. Ich hoffe, es wird noch weitere Romane von Jochen Mariss geben. Erschienen ist der Roman im Kiepenheuer & Witsch Verlag.
«Wie ein Rudel hungriger Wölfe krochen die Erinnerungen aus dem Unterholz des Vergessens und zeigten ihre spitzen Zähne.»
«Bücher waren wie ein Tor aus Papier, durch das ich für eine Weile in eine andere Welt gelangen konnte.»
Tage am Fluss – Jochen Mariss Sara Harmsen lebt sehr zurückgezogen als Fährfrau auf einem abgelegenen Hof am Fluss. Tiere mag sie lieber als Menschen – deshalb ist sie gar nicht begeistert als eines Tages ein verletzter junger Mann bei ihr auftaucht. Beide hüten ihre Geheimnisse, aber nach und nach bewegt Leon etwas in Sara. Dies ist ein recht ruhiger Roman. Atmosphärisch, genau beobachtend, mit tollen Naturbeschreibungen. Das einfache Leben, das die menschenscheue Fährfrau da führt, wird sehr detailliert und authentisch beschrieben. Auch Leon wird immer mehr in die tägliche Arbeit einbezogen. Ein Großteil der Handlung bezieht sich auf die Auflösung ihrer jeweiligen Vergangenheiten. Und dann ist da noch diese Brücke, die geplant ist und Saras Fähre ersetzen soll…. Ich persönlich wurde mit Leons Figur nicht ganz warm. Ein reicher Sprössling, mit stabilem Fallnetz, der sich für den Klimaschutz engagiert und dabei gerne mal über die Stränge schlägt. Das war so nicht ganz mein Thema, so wie es hier dargestellt wurde. Ansonsten mochte ich die Geschichte ganz gerne – angenehm vor sich hin plätschernd, wie der Fluss an dem sie spielt. 3 Sterne
Der Roman hat mich wirklich überrascht und sehr berührt! Es ist eines dieser Bücher, die sich gar nicht so leicht zusammenfassen lassen, weil sie von so vielen wichtigen Dingen gleichzeitig erzählen. Im Mittelpunkt steht Sara, eine eher zurückgezogene Fährfrau, die allein mit ihrem Hund und ihren Hühnern auf dem Land lebt und ihr ruhiges Leben eigentlich genauso mag, wie es ist.
Als jedoch der verletzte Leon in ihr Leben tritt, gerät dieses Gleichgewicht langsam ins Wanken. Besonders schön fand ich, wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt und wie vorsichtig sich beide annähern. Gleichzeitig beschäftigt sich das Buch aber auch mit Themen wie Natur- und Klimaschutz, dem Umgang mit unserer Umwelt und der Frage, wie wir leben möchten. Das alles wird sehr unaufgeregt und trotzdem eindringlich erzählt.
Der Schreibstil ist warm, ruhig und voller schöner Gedanken. Ich habe mir viele Zitate markiert und hatte das Gefühl, dass dieses Buch noch lange nachwirkt. Für mich ein wunderbarer Sommerroman mit viel Tiefe und einer Geschichte, die man nicht so schnell vergisst.
Tage am Fluss von Jochen Mariss ist ein ruhiger, atmosphärischer Roman, der sich wunderbar als Sommerlektüre eignet. Im Mittelpunkt steht Sara, die die Fähre ihres Heimatdorfes betreibt und plötzlich um ihre Zukunft bangen muss, als eine Brücke gebaut werden soll. Gleichzeitig bringt der verletzte Leon, der unerwartet in ihr Leben tritt, einiges durcheinander.
Besonders überzeugt hat mich die entspannte Stimmung des Buches. Die Naturbeschreibungen und das Leben am Fluss sind so anschaulich geschildert, dass man sich schnell in die Geschichte hineinversetzt fühlt. Dabei greift der Roman ganz nebenbei Themen wie Tradition, Umwelt und Veränderungen auf. Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und die behutsame Entwicklung der Beziehung zwischen Sara und Leon wirkt glaubwürdig. Wer eine ruhige Geschichte ohne viel Drama sucht, wird hier fündig.
Tage am Fluss ist ein gefühlvoller Roman, der zum Abschalten und Genießen einlädt.
Ich habe das Hörbuch richtig gern gehört. Es erzählt die Geschichte ganz ohne großes Drama und Hektik. Auch das Thema Klimaaktivismus hat seinen Platz in dem Hörbuch und das fand ich richtig gelungen. Es gehört ganz selbstverständlich zur Geschichte und verzichtet auf den belehrenden, erhobenen Zeigefinger. Mich hat es immer wieder zum Nachdenken angeregt, wie ich die Dinge sehe. Das Hörbuch war sehr gut eingesprochen und hat die ruhige, unaufgeregte Stimmung perfekt eingefangen. Ich habe wirklich gerne zugehört. Das Hörbuch besticht nicht durch Action oder Krawall, sondern durch die leisen Töne, die etwas in mir bewirkt haben. Ich hatte ein wirklich gutes Hörerlebnis und kann es allen empfehlen, die ruhige, sanfte Geschichten mögen.
Vielen Dank an den Argon Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
Tage am Fluss von Jochen Mariss gehört dank Netgalley Sara, Fährfrau in den 40ern, bietet in ihrem Dorf die einzige Möglichkeit direkt über den Fluss zu kommen. Daher ist die Idee einer Brücke für sie eine Bedrohung von Einnahme und Lebensstil. Leon lebt sein Leben unstrukturiert und mit dem derzeitigen Kerninhalt Protest gegen den Klimawandel. Als bei einer Baumbesetzung sein Handeln dazu führt, dass er polizeilich gesucht wird, flieht er verletzt über die Fähre. Er kommt erst für eine Nacht, dann für länger bei Sara unter und taut beim Leben auf dem „Grünen Mond“ auf. Diese Ausgangssituation wird begleitet von Rückblicken vor allem aus Saras Geschichte und dem langsamen Aufdecken der eigenen Geheimnisse der beiden. Das Erzähltempo ist langsam und das Hörbuch ist sehr angenehm zu hören. #KathrinliebtLesen #Bookstagram #Rezension #TageamFluss @JochenMariss #NetGalleyDE! #NetGalleyChallenge
Das Buch Tage am Fluss, hat mir gut gefallen. Eine Geschichte wie sie im echten Leben von statten gehen könnte.
In dem Buch bekommt man einen sehr guten Einblick in das Leben der Protagonistin, die zusammen mit ihren Tieren auf einem ruhigen Fleckchen Erde Namens Grüner Mond lebt und Arbeitet. Doch genau dieses bisher recht Beschauliche Leben gerät durch diverse Ereignisse ein wenig aus den Fugen, letztendlich fügt sich alles wie es vielleicht schon längst hätte sein sollen. Auf dem Weg dahin begleitet man die Protagonistin durch einige Teilweise schwere und traurige Momente. Aber auch die guten Momente kommen nicht zu kurz, ein bisschen ein auf und ab an Gefühlen, die man an manche Stellen gut mitfühlen kann.
Eine Geschichte für alle die ein Buch mögen in denen es viele verschiedene Emotionen und Gefühle gibt, die einem geradezu mitfühlen lassen. Mit Trauer, Freude, Wut, Ängsten und Hoffnung bekommt man hier einiges geboten. Dabei lässt sich das Buch, durch die Art wie der Autor einem die Geschichte präsentiert, sehr angenehm Lesen.