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Gib mir alles: Roman

256 pages, Kindle Edition

Published September 3, 2026

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Profile Image for Marie On.
Author 1 book3 followers
Review of advance copy received from Publisher
August 17, 2026
Workout, Podcast hören, Bett machen, duschen, Outfit finden, arbeiten, Ionas tägliche To-do-Liste ist lang. Zwischendurch News-Apps checken und die Überschriften inhalieren, E-Mails abarbeiten.

Sie wacht vor dem Wecker auf, starrt an die Decke, geht Konzepte und Analysen durch und manchmal stellt sie sich vor, wie sie Christians Gesicht eindrückt, um ihre konkurrenzmotivierte Hassliebe zu unterstreichen.

Tom hat ihr gestern nach 24 Uhr noch eine Anmerkung geschickt, um sie um 7:30 Uhr zu fragen, ob sie die schon umgesetzt hat und selbstverständlich hat sie die Umsetzung um 8:15 Uhr in die Cloud geladen. Im Büro ist sie vor Christian da und hat sich einen Fensterplatz ergattert. Bei seiner Ankunft trifft sein Blick sie von oben nach unten und gibt ihr das sichere Gefühl, für heute gewonnen zu haben. In der Küche setzt sie Kaffee auf. Der Geruch gefällt ihr besser als der Geschmack. Tom kommt rein. Er trägt heute Prada oder Brioni. In drei Stunden will er sich mit ihr bei den Aufzügen treffen, es könne wenige Minuten später werden. Sie ist etwas früher da und beobachtet die sich öffnenden und schließenden Türen. Die Blicke der Fahrgäste ruhen erwartungsvoll auf ihr. Sie schüttelt den Kopf und erntet freundliches Nicken. Das geht so zehn, zwanzig Minuten. Dann fragt eine Stimme hinter ihr: „Gehen wir?“, so als hätte er auf sie gewartet, nicht umgekehrt. Sie steuern die Kantinenschlange an, an die sie sich heute lieber nicht angestellt hätte. Adriana Ciobana steht auf ihrem Namensschild, die hatte erkennbar beobachtet, wie Ioana rumänisch mit ihrer Mutter telefoniert hatte, hoffentlich spricht sie sie jetzt nicht an.

Nachdem sie ihren Vitality-Salat gegessen haben, will Tom wissen, ob sie ihren Cappuccino draußen trinken wollen. Sie will und folgt ihm. Draußen halten sie ihre Gesichter in die Sonne. Tom mit selbsttönenden Brillengläsern für 700 € das Paar, sie mit zusammengekniffenen Augen. Er habe mit Andreas gesprochen. Iona kann das Pochen im Brustkorb nicht kontrollieren.

Hinter zusammengepressten Lippen schlägt sie schnell ein Kreuz mit der Zunge. Oberkiefer, Unterkiefer, linke Wange, rechte Wange. Gott ist immer bei dir, hatte ihre Mutter ihr erklärt. Seite 17

Fazit: Alexandra-Maria Pipos hat mit ihrem Debüt eine Protagonistin zu Wort kommen lassen, die sich zwischen ihrem Herkunftsland Rumänien und der deutschen Selbstoptimierungstendenz aufreibt. Sie ist ihrer Familie um einiges voraus, hat einen Wahnsinnsjob, in dem sie jederzeit verfügbar ist. Die Hierarchie und das Motto „Herrsche und Teile“ treiben sie zu Höchstleistungen. Dann stirbt ihr Großvater in Rumänien und zwingt sie zu einer kurzen beruflichen Auszeit, die unfreiwillig länger wird. Eine Zeit, in der sie gnadenlos die Felle davonschwimmen sieht. Dank der Autorin erlebe ich die Kultur eines Landes, von dem ich so gut wie nichts weiß. Ihre Familie besteht aus Gaunern, Trinkern und Verrätern. Der weibliche Teil frönt einem orthodoxen Glauben, der mit allerlei Ikonen und Bräuchen unterstrichen wird. (Unterhosen und Strümpfe auf links tragen hilft gegen Blasphemie und Verwünschungen). Die Autorin flechtet an einigen Kapitelanfängen als Heilige Verehrte ein, die tatsächlich zur Beschreibung der einflussreichsten Familienmitglieder dienen. Ein schönes Stilmittel. Bei aller Lockerheit im Sprachstil, den ich sehr unterhaltsam und authentisch finde, zeichnet sich im Hintergrund das düstere Bild eines vom Kommunismus gebeutelten Landes ab. Man spricht gerne und ausschweifend über die, die gestorben sind und das wirkt schon ziemlich morbide. Ich kann mir jetzt vorstellen, wie Graf Dracula in den Köpfen dieser melancholischen Menschen sein Unwesen treiben konnte. Ein überraschend unterhaltsamer Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.
42 reviews1 follower
Review of advance copy received from Publisher
August 10, 2026
Zwischen Selbstbestimmung und rumänischen Wurzeln

Im Buch "Gib mir alles" wird die Geschichte von Ioana (deutsch Johanna) erzählt, die als kleines Kind mit ihren Eltern aus Rumänien nach Deutschland eingewandert ist. Nach dem Jurastudium, das sie nach dem 1. Staatsexamen beendet, klettert sie bei einer Consultig Firma die Karriereleiter empor. Doch der Preis dafür ist viel Stress, lange Arbeitszeiten und Leistungsdruck. Zum Begräbnis ihres Großvaters fliegt sie nach Rumänien und wird dort mit ihren Verwandten, wenig Privatsphäre, der Totenwache für ihren Großvater und einer komplett anderen Kultur konfrontiert, die sie in ihrem Business- Leben in Deutschland schon längst vergessen hatte. Zwischen anstrengenden, gierigen Verwandten, die Ioana als Cash Cow melken, Kindheitserinnerungen und religiösen Bräuchen sowie jeder Menge Regeln und Aberglauben stellt sich Ioana zwischen Totenwache und Business Calls mit ihrem Chef und den Kollegen in Deutschland Fragen zur Herkunft, Identität, was wirklich im Leben zählt und wieviel Druck von allen Seiten man eigentlich aushalten kann.

Wow, was für ein furioses Debüt. Der Autorin gelingt es in einer klaren, lebendigem Sprache die Geschichte einer Einwanderin zu erzählen, die zwischen zwei Welten jonglieren muss. Einerseits der enorme Leistungsdruck und das Konkurrenzdenken in der Unternehmensberatung, der Anpassungsdruck, um in Deutschland dazuzugehören und bloß nicht aufzufallen, andererseits die vielen Ansprüche ihrer rumänischen Familie, die finanziell von ihr abhängig ist, die vielen rumänischen Traditionen und die Gottgläubigkeit. Dieser Spagat ist für Ioana sehr kräftezehrend und Ioanas Zerrissenheit stellt die Autorin hier hervorragend dar. Durch Ioanas Perspektive können wir tief in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen, was ich sehr spannend finde. Sehr interessant sind auch die vielen Kapitel aus Sicht der religiösen Ikonen, die bei den einzelnen Familienmitgliedern stehen und die Geschichte durch ihre eigenen Sichtweisen bereichern. In Ioana konnte ich mich sehr hineinfühlen, da meine Familiengeschichte auch Einwanderung beeinhaltet. Auch die anderen Charaktere wie Familienmitglieder und Consulting - Mitarbeiter waren facettenreich und fein gezeichnet. Die Geschichte ist von Beginn bis zum Ende wirklich sehr interessant sowie fesselnd und hat mich sehr berührt. Besonders toll fand ich, dass sich Ioana trotz der vielen Themen wie Trauer, schweren Schicksalen und Leistungsdruck mit denen sie konfrontiert wird, eine gewisse Ironie und Humor bewahrt hat, der im Roman immer wieder durchscheint.

Fazit: Für mich eine starke, emotionale Geschichte über Wurzeln, kulturelle Identität, familiäre Werte und Bindungen, die uns prägen und uns zu dem machen, was wir sind. Und wie es sich anfühlt, in seiner Lebensrealität zwei komplett unterschiedliche Welten zu vereinen und den Spagat zu schaffen, sich dabei nicht selbst zu verlieren.
Profile Image for kerstinsbooks.
233 reviews2 followers
September 3, 2026
Keine leichte Kost

Iona wurde in Rumänien geboren, lebt aber seit frühester Kindheit in ihrer Heimat Deutschland. Im Spagat zwischen der Erfüllung der Erwartungshaltungen der Familie, die besonderen Wert auf ihre Traditionen und ihren strengen Glauben legt und dem Versuch, sich aus eben diesem vorgefertigten Rollenbild freizustrampeln. um sich selbst zu verwirklichen, verausgabt sich Iona nach dem Jura-Studium in ihrem Job. Aufgewachsen unter finanziell schwierigen Bedingungen, mit unglücklichen Eltern und schlecht integriert in ein soziales Umfeld außerhalb der Familie treibt sie sich mit Job, Sport und Business-Podcast bis an die Grenzen ihrer Belastung, um diesem Ziel näherzukommen. Als jedoch der Großvater in Rumänien stirbt, muss Iona sich ihren Ursprüngen, denen sie lieber ausweicht, stellen…

Iona lebt rasant: Immer in Bewegung, versucht sie möglichst effektiv mit ihrer Zeit umzugehen und geht bei ihrem Versuch, sich von ihrer Familie zu emanzipieren gerade dieser aus dem Weg. Gleichzeitig möchte sie niemanden dieser Menschen enttäuschen, was zu einer Zerrissenheit führt, die kaum noch zu bewältigen ist und ihren Höhepunkt darin findet, dass Iona nach dem Todesfall ihre bisherigen Bemühungen akut stoppt und nach Rumänien reisen muss. Dort konfrontiert mit der bunten Familie, deren strengem Glauben, starren Vorstellungen von Rollenbildern und an der Grenze zur Armut und stellt sie sich in der Auseinandersetzung mit dieser vor allem sich selbst und hinterfragt ihr bisheriges Handeln und ihre Möglichkeiten.

Klug und emotional nimmt uns Pipos mit auf die Reise, erreicht mit der rasanten Schilderung des Alltags ihrer Protagonistin eine Identifikation mit dieser, so dass die Lektüre nicht nur die Hektik, sondern auch die Ambivalenz dieser Figur aufgreift. Mit geschickten, sehr ungewöhnlichen Perspektivwechseln aus einer höheren Ebene beobachten wir weitere Figuren und ihre Vergangenheiten, was zum Teil komplett neue Sichtweisen ermöglicht oder Bisherige verändert. An einem Wendepunkt nimmt selbst Iona eine höhere Ebene ein:
Hoch oben auf dem Turm im stillgelegten Freibad, mit ihren engsten Gefährten aus der Kindheit, dessen Höhe ihr als Kind Angst gemacht und den sie nun bezwungen hat, ändert sie den Blickwinkel. Das Freibad, der Turm, die Gefährten in ihrer Gesamtheit als Sinnbild für ihre Wurzeln: Von hier aus überschaut Iona die Stadt und die Vergangenheit – ihren gesamten Werdegang und es findet eine Wandlung im Inneren statt, der einige Entscheidungen folgen. Gerade in diesem Abschnitt steckte so viel Symbolkraft, dass es mich tief berührt und beeindruckt hat.

Des Weiteren gibt es berührende Metaphern und Wortspiele wie „Noch bevor ich die Erinnerung mit der Realität überschreiben konnte, […]“.

Insgesamt ein berührender, ungewöhnlicher, moderner und tiefgreifender Roman!
Profile Image for LeserinLu.
415 reviews55 followers
Review of advance copy
August 26, 2026
„Gib mir alles“ hat mich vor allem sprachlich ziemlich schnell für sich gewonnen. Alexandra-Maria Pipos schreibt locker und leicht, streut aber immer wieder interessante Sprachbilder ein. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen, weil der Roman dadurch angenehm zu lesen ist und trotzdem literarisch interessant ist. Im Mittelpunkt steht Ioana, die versucht, in allen Bereichen ihres Lebens perfekt zu funktionieren: im Job, in ihrer Familie und eigentlich auch in ihrem eigenen Leben. Sie arbeitet unermüdlich auf die nächste Karrierestufe hin und versucht gleichzeitig, die Erwartungen ihrer rumänischen Familie zu erfüllen. Als ihr Großvater stirbt und sie zur Beerdigung nach Rumänien reist, gerät dieses sorgfältig aufgebaute Leben zunehmend ins Wanken.

In Ioanas stressiges Arbeitsleben konnte ich mich ziemlich gut einfühlen. Gleichzeitig ist sie eine sehr einsame Figur. Ihre beruflichen Fähigkeiten nutzt sie auch, um Anerkennung und Zugehörigkeit zu bekommen und merkt dabei gar nicht, dass sie sich damit immer weiter von dem entfernt, was sie eigentlich braucht. Damit hat mich Ioana beim Lesen regelmäßig zur Weißglut getrieben. Sie lässt sich von praktisch allen ausnutzen und scheint kaum in der Lage zu sein, für sich selbst einzustehen. Auch in Rumänien ordnet sie sich den Bedürfnissen ihrer Familie unter. Sie versucht, es allen recht zu machen, und landet dadurch permanent zwischen den Stühlen. Weder in Deutschland noch in Rumänien scheint sie wirklich dazuzugehören. Das wird authentisch und lebendig beschrieben. Im Abschnitt über ihre Reise nach Rumänien mochte ich außerdem die Zweisprachigkeit in den Dialogen und die Beschreibungen der teilweise ziemlich absurden familiären Rituale. Dadurch bekommt der Roman eine ganz eigene Atmosphäre. Sehr kreativ fand ich außerdem die Kapitel aus der Perspektive von Ikonen. Sie wirken wie eine Art kommentierende Außenperspektive und ermöglichen einen zusätzlichen Blick auf Ioana und ihre Familie.

Insgesamt war „Gib mir alles“ für mich ein sehr unterhaltsamer und sprachlich schöner Roman über Leistungsdruck, familiäre Erwartungen, Migration und die schwierige Suche nach der eigenen Identität, den ich gerne gelesen habe. Die Autorin werde ich weiter verfolgen.
Profile Image for SometimesWonderland.
299 reviews2 followers
Review of advance copy received from Publisher
August 10, 2026
„Gib mir alles“ ist ein Roman über Druck im Berufsleben und innerhalb der Familie.

Die Familie von Johanna, eigentlich Ioana, hat den Weg nach Deutschland geschafft. Die Integration ist schwer, doch Ioana wächst mit dem Glauben auf, dass viel Fleiß zum Erfolg führt, und arbeitet dafür hart in einem Job, den sie sich als Kind wohl nie erträumt hätte. In einer von Männern dominierten Branche, in der alles ein Konkurrenzkampf ist. Die Darstellung wirkte authentisch und ich konnte Ioanas Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. Meine Erwartungen an den Klappentext wurden erfüllt. Doch in fast jedem Aspekt des Buches fehlte mir am Ende eine klare Botschaft.

Sobald Ioana mit ihrer Familie in der Heimat konfrontiert wird, merkt man, wie sich ihre Denkweise langsam verschiebt. Ob sich ihr Lebensstil dadurch ins Gesunde verändert, gleich bleibt oder sich sogar negativ entwickelt, bleibt offen. Ein offenes Ende wird mich vermutlich nie ganz erreichen, denn ich möchte etwas aus Büchern mitnehmen und nicht selbst die Botschaft zusammensetzen. Besonders enttäuschend fand ich, dass Ioana nicht für sich einsteht, als ihr Unrecht widerfährt, obwohl sie es beweisen könnte. Ein deutlicher Dämpfer für mich.

Der zweite Aspekt ist Ioanas Familie. Wir erleben Familiendynamiken, die geprägt sind von altbackenen und religiösen Denkweisen. Gerade die religiöse Fixierung zieht sich durch Ioanas Leben. Mehrere Interludes aus Sicht der sogenannten Ikone begleiten die Geschichte auf einzigartige Weise. Sie haben Ioana und ihre Familie über Generationen hinweg beobachtet und wissen vieles. Die Idee fand ich sehr gelungen.

Auch die Lebensgeschichten einzelner Familienmitglieder werden kurz beleuchtet und betreffen Ioana teilweise. Doch auch hier blieb für mich unklar, was sie daraus mitnimmt.

Insgesamt hatten alle Aspekte Potenzial. Erfolgsdruck, Druck als Immigrantin und familiärer Druck sind interessante Themen. Jedoch blieb das Potenzial hinter meiner Erwartung zurück. Positiv hervorzuheben sind die humorvolle, teils düstere Erzählweise und der flüssige Schreibstil.
Profile Image for Jasi.
486 reviews30 followers
Review of advance copy received from Publisher
August 27, 2026
Ioana ist mit ihren Eltern als Kind aus Rumänien nach Deutschland gezogen. Mittlerweile ist sie erwachsen und arbeitet als engagierte Senior Consulterin bei einer Marketingfirma. Hobbies und Freunde hat sie keine, dafür nimmt ihr Job viel zu viel Raum ein. Selbst ihre gemietete Wohnung ist noch so gut wie leer. Als unerwartet ihr Großvater stirbt, muss Ioana nach Rumänien reisen, um an der Beerdigung teilzunehmen. Dabei wird sie mit ihrer Herkunft, die sie in ihrem Leben in Deutschland immer zu verdrängen versucht, konfrontiert.

Das Buch hat mich überrascht, da die Autorin gleich zwei große Themen anspricht und trotzdem keines der beiden in ihrem Roman zu kurz kommt. Allen voran das Thema Heimat. Während dies für Ioana, die sich in Deutschland nur Johanna rufen lässt, ein rotes Tuch zu sein scheint, werden Herkunft und Traditionen von ihrer rumänischen Familie zelebriert. Man spürt, dass sie sich nicht mehr in ihrem Herkunftsland Zuhause fühlt, gleichzeitig in Deutschland aber das Gefühl, sich als "Person mit Migrationshintergrund" immer beweisen zu müssen. Dazu passend das Thema Karriere. Ioana ist extrem ehrgeizig und eine Ja-Sagerin. Ihr ist es wichtig, dass andere sehen, wie erfolgreich sie in ihrem Job ist und überschreitet dabei ihre eigenen Grenzen. Man kann ihr quasi über die Schultern schauen, wie sie ins Burnout schlittert. Beides Themen, die hochaktuell sind und mit der Protagonistin perfekt abgebildet wurden.

Ioana war mir zwar nicht immer sympathisch, aber als Figur war sie durchwegs authentisch und ihre Handlungen nachvollziehbar. Die Nebenfiguren, wie etwa ihre Cousine Luci, sind mir dagegen auch schon nafh wenigen Szenen and Herz gewachsen. Die Autorin schafft es jedenfalls sehr gut, den Figuren Leben einzuhauchen und hätte das Buch noch einige Seiten mehr gehabt, hätte ich das sehr begrüßt, da ich mich noch nicht von den Figuren verabschieden wollte.

Fazit: Ein spannend geschriebenes Buch, das mit interessanten Figuren und hochaktuellen Themen überzeugt.
Profile Image for Laura.
151 reviews3 followers
Review of advance copy received from Verlag
August 10, 2026
Dieses Buch ist dicht gepackt mit Gefühlen. Jede:r, der/die selbst mehreren Kulturen abgehört, wird die Gefühle kennen, die Ioana durchmacht, als sie in ihre zweite Kultur zurückkehrt um an der Beerdigung ihres Opas teilzunehmen. Alle, die das nicht kennen, werden sich trotzdem mitgenommen fühlen. Denn Alexandra-Maria Pipos schafft es, diese innere Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen so eindrücklich darzustellen, dass es unter die Haut geht. Ich spüre Ioanas Drang dazuzugehören und nicht zu wissen, wie man es anstellen soll. Ich spüre ihre abstumpfung weil ihr Job sie killt. Ich spüre das Gefühl, nie genug zu sein und doch immer mehr geben zu müssen. Nie in eine Kultur richtig zu gehören. Ich spüre die unfaire Behandlung in der Brust und trotzdem traut Alexandra-Maria Pipos uns zu, das auszuhalten ohne alles übererklären zu müssen und das finde ich heutzutage so selten.

Und darin liegt für mich die Kraft dieses Buches, die Sprache ist unaufgeregt aber wahnsinnig auf dem Punkt. Die Einschübe aus Sicht der Ikonen und Heiligen bringen dem Buch aber das besondere etwas, das woran man sich erinnert und vor allem eine Ebene, die Kultur deutlich macht, ohne dabei prätentiös zu werden. Und was vor allem geblieben ist: Ja, manches verstehen wir aus unserer deutschen Sicht nicht. Was aber zählt ist Gemeinschaft und ein Dorf an Menschen, das auf einen wartet, egal wie lange man wegwar. Dieses Gefühl von Community, auch wenn sie schwerfällt und man nicht immer einer Meinung ist, dringt für mich durch dieses Buch und gibt mir immer noch eine Gänsehaut.

Eine absolute Empfehlung für alle, die tief fühlen aber manchmal auch schmunzeln möchten. Die ihren Horizont erweitern und lernen wollen, die Welt durch andere Augen zu sehen - wortwörtlich
70 reviews
Review of advance copy
August 16, 2026
Dieser Debütroman war mitreißend und berührend. Die Protagonistin Ioana steht unter enormen Leistungsdruck durch die Arbeit und hat eigentlich keine freie Minute. Sie ist extrem ehrgeizig und diszipliniert, fast schon verbissen. Gleichzeitig muss sie sich auch um ihre Familie in Rumänien kümmern. Als ihr Großvater stirbt und sie für die Beerdigung nach Rumänien in die Heimat ihrer Eltern reisen muss, aber gleichzeitig auf der Arbeit nichts verpassen will, wird sie endgültig auf die Probe gestellt.
Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen, denn es ist sehr direkt und roh geschrieben, aber auch gefühlvoll. Man kann sich gut in Ioana hineinversetzen und mit ihr mitfühlen.
Die Beschreibungen der Familie in Rumänien sind auch sehr gelungen. Es wirkt alles authentisch und lebendig. Besonders an dem Roman ist, dass zwischendurch immer wieder auch aus der Perspektive von Ikonenfiguren erzählt wird, was mich am Anfang ein bisschen irritiert hat, dann aber doch die Geschichte gut ergänzt hat.
Der Roman spricht viele spannende Themen an, wie Migration, Identität, Aberglaube, Religion, familiäre Zerwürfnisse, Trauer, Krankheit und noch viel mehr, sodass eine wirklich tiefgründige und komplexe Geschichte erzählt wird, aber gleichzeitig war es ein bisschen zu viel für mich und man hätte sich vielleicht auf einige Aspekte mehr konzentrieren können.
Insgesamt hat der Roman mir gut gefallen und ich würde ihn auf jeden Fall weiterempfehlen.

Profile Image for Book Girl .
276 reviews2 followers
September 7, 2026
Gib mir alles habe ich von einer Bekannten zum Lesen bekommen. Von mir selbst aus hätte ich wahrscheinlich eher nicht zu dem Buch gegriffen, weil es einfach nicht so ganz meinem üblichen Genre entspricht.
Im Mittelpunkt steht Ioana, die in Deutschland lebt und in ihrem Job alles gibt, um endlich den nächsten Karriereschritt zu schaffen. Gleichzeitig versucht sie, den Erwartungen ihrer rumänischen Familie gerecht zu werden. Als ihr Großvater stirbt und sie für die Beerdigung nach Rumänien reist, wird sie immer stärker mit ihrer Herkunft und ihrer Familiengeschichte konfrontiert.
Die Themen fand ich durchaus interessant. Besonders der Gegensatz zwischen ihrem extrem leistungsorientierten Leben in Deutschland und ihrer Familie in Rumänien hat für mich gut funktioniert. Auch der Druck, ständig funktionieren und es allen recht machen zu müssen, kommt ziemlich deutlich rüber.
Trotzdem hat mich die Geschichte emotional nicht so richtig gepackt. Das lag für mich weniger daran, dass das Buch schlecht wäre, sondern einfach daran, dass diese Art von Familienroman nicht unbedingt mein Genre ist. Einige Stellen fand ich interessant, andere haben sich für mich etwas gezogen.
Insgesamt also durchaus ein gutes Buch mit wichtigen Themen rund um Familie, Herkunft, Erwartungen und Leistungsdruck. Für meinen persönlichen Geschmack war es aber einfach nicht ganz das Richtige.
Profile Image for rapunzel xxl.
263 reviews
Review of advance copy
August 12, 2026
Unglaublich realistisch

*Gib mir alles* ist ein Roman von Alexandra-Maria Pipos. Auf 272 Seiten erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die zwischen zwei Ländern und ihren inneren Konflikten hin- und hergerissen ist.

Ioana stammt aus Rumänien und lebt und arbeitet derzeit in Deutschland. Trotz des immensen Drucks in ihrem Job arbeitet sie unermüdlich an einem wichtigen Projekt und hofft, ihre Traumstelle als Projektmanagerin zu ergattern. Doch dann stirbt ihr Großvater, und sie muss zur Beerdigung in ihre rumänische Heimat zurückkehren. Selbst während der Beerdigung muss sie weiterarbeiten. Sie versucht, ihre Familie zu unterstützen, doch diese versteht ihre Bemühungen nicht. Der Druck von Familie und Karriere, das Aufeinanderprallen zweier Kulturen – all das zehrt an Ioana.

Dieses Buch ist außergewöhnlich gut geschrieben. Die Geschichte ist unglaublich realistisch, die Charaktere sind vielschichtig und ausgearbeitet, und Ioanas Leben ist nachvollziehbar, ihr Druck spürbar. Die Beschreibungen der Umgebung und ihrer Erinnerungen an ihre Heimat sind lebendig und detailliert. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd; ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen.
61 reviews
Review of advance copy
August 24, 2026
Ich bin ohne besondere Erwartungen an dieses Debüt von Alexandra-Maria Pipos gegangen. Doch bereits nach den ersten Kapiteln hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Pipos schafft es, eine sprachlich sehr tolle Geschichte zu entspinnen über das ewige Hamsterrad, kulturelle Unterschiede und die Familie.

Ioana, die nur für ihren Job, ihre To-Do-Listen und ihre Beförderung lebt, steht dabei im Mittelpunkt der Geschichte. Erst in ihrer Heimat in Rumänien, nach dem Tod ihres Großvaters kommt sie langsam ins Grübeln zwecks ihres Lebensstils.

Besonders gefallen hat mir die Authentizität der Geschichte. Der kulturelle Hintergrund wird sehr glaubwürdig beschrieben und ich konnte mich sehr gut in die Situationen hineinversetzen. Während die ersten Seiten des Buches noch eher leicht daherkommen, werden die Themen mit zunehmender Seitenzahl doch ernster. Die Grundstimmung ist generell eher melancholisch. Was mir gefallen hat, war der Einbau der "Ikonen" (= Kult- und Heiligenbilder der Ostkirchen), die aus ihrer Perspektive noch zusätzliches Wissen über die Familie erzählten und damit eine weitere spannende Perspektive darstellten.

Einzig mit dem Ende bin ich nicht ganz so glücklich. Für mich bleiben zu viele Fragen offen und ich hätte mir ein paar mehr Seiten gewünscht.
Profile Image for Anne Dietrich.
248 reviews
Review of advance copy
August 5, 2026
Aus dem Leben

Mich haben die ersten Seiten direkt mitgerissen. Der Job der Protagonistin Ioana ist fordernd und sie kann sich gedanklich nur schwer davon lösen. Gleichzeitig ist da ihre Familie, von der ein Teil noch in Rumänien lebt, während sie mit ihren Eltern ausgewandert ist. Nachdem ihr Großvater gestorben ist und die Beerdigung ansteht, zieht es sie zurück. Damit bricht sie aus ihrem bisherigen Leben aus und steckt stattdessen in einem Leben voller Familie und Erinnerungen.

Eigentlich ist mir das Leben von Ioana eher fremd. Da die Story aber aus ihrer Perspektive geschrieben ist, fiel es mir leicht, mich in die Gedanken und Gefühle der Protagonistin hineinzubegeben. Das Leben steckt voller Herausforderungen, wir müssen jeden Tag unzählige Entscheidungen treffen und genauso geht es auch Ioana. Gleichzeitig steckt sie im Alltagswahnsinn zwischen zwei Kulturen.
Diese Situation hat die Autorin gekonnt und unterhaltsam in Worte gepackt.
Damit zeichnet sie ein realistisches Bild ihrer Protagonistin, die zwischen Leistungswahnsinn und Selbstoptimierung und auch noch zwischen zwei Kulturen steht.
Ich habe das Buch gerne gelesen und es hat mich nachdenklich zurückgelassen.
81 reviews
Review of advance copy
August 23, 2026
Interessant und tiefgründig
Eine interessante und tiefgründige Story. Ganz anders, als ich es erwartet habe. Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht.
Es lässt sich dank des angenehmen Schreibstils leicht und flüssig lesen.
Auch das Cover ist interessant. Es wirkt irgendwie abstrakt, wie ein Gemälde. Sehr passend zu dem Inhalt des Buches.
Ioana ist eine spannende Persönlichkeit. Leistung ist für sie alles was zählt. Sie will endlich in der Karriereleiter nach oben. Hin- und hergerissen zwischen Job und Familie. Und was ist dabei mit ihr selbst? Sich selbst scheint sie dabei irgendwo verloren zu haben.
Als ihr Großvater plötzlich stirbt, reist sie zurück in ihre alte Heimat. Das führt sie an ihre Grenzen. Auf der einen Seite ist da ihre Familie, die so einige Eigenheiten mit sich bringt. Und auf der anderen Seite ist ihr Job, für den sie sich abrackert und unzählige Überstunden macht um endlich weiter zu kommen.
Doch in ihrer alten Heimat kommt vieles hoch und es wird einiges in ihr aufgerüttelt.
Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Es gibt viele Höhen und Tiefen. Ein Buch, dass es sich zu lesen lohnt.
29 reviews
Review of advance copy received from Author
August 27, 2026
Die Autorin schafft einen langsamen Einstieg in die Geschichte der Hautprotagonistin Ilona. Ilona ist als Kind nach Deutschland gekommen und hatte einen schwierigen Einstieg, sei es in der Schule oder beim Finden neuer Freunde.

Auf den nächsten Seiten zeigt sich jedoch, dass die Autorin versucht Spannung aufzubauen. Immer mehr kulturelle Beispiele und der Glauben an etwas spielen eine große Rolle. Auch das Leben von Ilona wird detailreicher beschrieben. Sie arbeitet hart, für einen Chef der toxisch erscheint und auch die Eltern von Ilona sind finanziell von ihr abhängig.

Als ihr Großvater in Rumänien verstirbt, macht sich Ilona in ihr Heimatland und wird mit alten Geschichten konfrontiert. Es scheint als würde sie ihren Lebensstil komplett überdenken.

Besonders hat mir an diesem Buch die melancholische Schreibweise gefallen. Besonders nicht hat mir hingegen das Ende gefallen - hier hatte ich mir eindeutig mehr gewünscht.
2,478 reviews14 followers
September 3, 2026
Zum Inhalt:
Ioana gibt alles in ihrem Job um auch endlich an den begehrten, höheren Posten zu kommen. Als dann ihr Großvater stirbt und sie deshalb zurück nach Rumänien muss, hat sie ein echtes Problem, steht der wichtige Pitch doch kurz bevor, glaubt aber sicher daran, beides zu schaffen. Vor Ort muss sie allerdings feststellen, dass das schwieriger ist als sie dachte.
Meine Meinung:
Mir hat an dem Buch sehr gut gefallen, dass diese Zerrissenheit zwischen Erwartungshaltung der Familie und Job extrem gut dargestellt wurde. Dazu entführt uns das Buch in eine Welt, in der vieles sehr viel anders ist als das bei uns so ist. Den Schreibstil fand ich sehr gut, ich bin förmlich durch das Buch geflogen. Irgendwie hat mich das Ende aber ein bisschen enttäuscht, denn irgendwie blieben Fragen offen, das hätte ich mir persönlich anders gewünscht. Insgesamt hat das Buch aber was.
Fazit:
Hat was
Profile Image for Lara.
189 reviews
Review of advance copy received from Publisher
August 5, 2026
Was für ein besonderes Buch. Im Mittelpunkt steht Ioana, die in einem Job mit enormem Leistungsdruck feststeckt. Auch ihr Privatleben ist von Selbstoptimierung geprägt: Sport, Business Podcast und wenige soziale Kontakte. Als sie überstürzt nach Rumänien reist, um ihrer Familie beizustehen, wird ihr Leben von jetzt auf gleich gezwungenermaßen entschleunigt. Auf einmal ist sie mit ihrer Kindheit, der großen Familie und dem Leben konfrontiert, dass sie als Kind in Rumänien zurückließ.

Besonders beeindruckt hat mich, wie eindringlich die Emotionen erzählt werden. Die Passagen über Ioanas Arbeitsalltag haben fast bei mir selbst Stress ausgelöst, während die Szenen mit ihrer Familie so einfühlsam und ehrlich sind, dass ich das Buch nur ungern aus der Hand gelegt habe. Ein wirklich berührender Roman über Liebe und die leise Rückkehr zu sich selbst.
183 reviews
Review of advance copy
August 6, 2026
So wie Johanna geht es vermutlich vielen Menschen, die als Nachfahren einer Auswanderer- oder Gastarbeitergeneration in Deutschland leben. Sie spüren die Zerrissenheit zwischen dem unruhigen, leistungsorientierten deutschen Leben und der Tradition ihres Heimatlandes.

Nach dem Tod Ihres Großvaters reist Johanna Hals über Kopf nach Rumänien. Ein wichtiges berufliches Projekt muss noch abgeschlossen werden. Doch sehr schnell wird klar, wie unterschiedlich das Leben in Deutschland zu dem rumänischen Alltag ist. Viele Traditionen sind ihr fremd...

Mich hat das Buch sehr berührt und ebenso begeistert. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist einfühlsam und nahbar, man kann die Zerrissenheit förmlich spüren und die Umgebung in der sich Johanna in Rumänien bewegt wird bildlich und greifbar.

Ich empfehle dieses tolle Buch gerne weiter.
Profile Image for Monja.
70 reviews
Review of advance copy received from Publisher
June 4, 2026
3,5☆
Profile Image for Tina.
28 reviews
Review of advance copy
August 18, 2026
"Gib mir alles" hat mich sehr gut unterhalten und hat Spaß gemacht zu lesen. Besonders die Figuren sind Alexandra-Maria Pipos hervorragend gelungen. Sie wirken authentisch, nahbar und so greifbar, dass ich mich schnell in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen konnte.

Der Roman liest sich durchweg flüssig. Die Geschichte entwickelt sich in einem angenehmen Tempo, ohne Längen, aber auch ohne gehetzt zu wirken. Alles fügt sich stimmig zusammen und die Handlung bleibt jederzeit nachvollziehbar.

Die innere Zerrissenheit der Protagonistin Ioana ist auf jeder Seite spürbar. Sie versucht, den Erwartungen ihrer rumänischen Familie gerecht zu werden, während sie gleichzeitig in Deutschland um Anerkennung, Erfolg und Zugehörigkeit kämpft. Sie opfert sich auf, um der einen Welt zu entfliehen und findet doch in der anderen nie wirklich ihren Platz. Diese Ambivalenz hat die Autorin so eindringlich beschrieben, dass sie an manchen Stellen richtig wehgetan hat. Genau das wollte sie vermutlich erreichen, und bei mir ist ihr das absolut gelungen.
Displaying 1 - 20 of 20 reviews