"Deadworld Isekai" ist definitiv ein faszinierender LitRPG-Fantasy-Roman. Während wir den Protagonisten Matt auf einen toten Planeten begleiten, lernen wir nach und nach die Spielmechaniken des Systems kennen, welches das Jenseits abbilden soll. Gleichzeitig erhalten wir erste Hinweise darauf, was mit der Welt Gaia geschehen ist, dass sowohl ihre gesamten Bewohner als auch die komplette Natur vernichtet wurden.
Als unterschwelliger Antagonist fungiert dabei die System-KI, die Matts Überleben auf der rauen Planetenoberfläche eigentlich unterstützen sollte, sich jedoch gegen ihn und seine Mentorin Lucy wendet.
Der Roman erinnert mit den Interaktionen zwischen den Figuren stark an die Dynamiken der Dungeon Crawler Carl-Reihe (allerdings ganz ohne die Gameshow-Elemente).
Ein fesselndes Rätsel um eine untergegangene Zivilisation
Besonders fasziniert hat mich an diesem Roman die mysteriöse Vorgeschichte von Gaia. Ich möchte nur zu gern herausfinden, was letztlich zum Untergang dieser fortschrittlichen Zivilisation geführt hat, wer oder was dahintersteckt und ob Matt es tatsächlich schaffen kann, den verwüsteten Planeten wieder bewohnbar zu machen.
Die Informationen, die wir im ersten Band zur Welt erhalten, sind jedoch wie feine Brotkrumen gestreut. Dadurch steht man selbst nach dem Ende des Buches noch vor einem großen Rätsel. Das sorgt aber genau dafür, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es im zweiten Teil weitergeht.
Verständlicher, aber spürbarer Mangel an Charaktertiefe
Einen Kritikpunkt, den ich in Rezensionen durchaus nachvollziehen kann und der mir beim Lesen selbst aufgefallen ist, betrifft Matt als Hauptfigur. Im Roman ist er primär mit dem nackten Überleben beschäftigt. Getrieben von Hunger und Durst kann er kaum klare Gedanken fassen, weshalb es logisch ist, dass er kaum Zeit an sein altes Leben verschwendet. Dadurch geht jedoch die wertvolle Chance verloren, Matt als eigenständigen Charakter wirklich tiefgreifend kennenzulernen. Wir erfahren fast nichts über seine Vergangenheit auf der Erde oder seine Persönlichkeitszüge. Zwar gibt es spätere Überlegungen dazu, wie Matt mit anderen Überlebenden interagieren sollte, die zeigen, dass er im Herzen kein schlechter Mensch ist, dennoch fehlt seinem Charakter in diesem Auftaktband noch die nötige Tiefe.
Fazit: Ich hoffe sehr, dass wir im nächsten Band nicht nur mehr über die Vergangenheit der Welt Gaia erfahren, sondern auch über Matt als Protagonisten selbst. Die Geschichte besitzt zweifellos großes Potenzial und eine extrem starke Prämisse, die im ersten Band allerdings noch nicht vollends ausgeschöpft wurde. Ein vielversprechender Start für alle Fans von düsteren Überlebens-LitRPGs!
Erst mal vornweg: für mich war es mein erstes Buch aus dem Genre LitRPG und für mich als nicht-Gamer völliges Neuland. Insofern fand ich den etwas langsamen Einstieg ganz gut um mich zu orientieren. Verständnisprobleme hatte ich keine und ich glaube ich habe nun Gefallen an dem Genre gefunden. Matt landet nach seinem Ableben auf dem unwirtlichen Planeten Gaia und geht seine Aufgabe in recht unüblicher Weise an. Recht chaotisch kämpf er sich durch die Einöde und richtig interessant fand ich es erst, als noch eine Figur dazu kommt. Die Beiden ergänzen sich gut und finden irgendwann einen Weg miteinander, was die Handlung witziger, humorvoller und auch tiefgründiger werden lässt. Zwischendrin war mir das von Dungeon zu Dungeon gehopst etwas zu lang, aber dafür kann man das Buch in dieser Phase auch mal weg legen und findet auch nach einer kleinen Lesepause wieder schnell rein (hatte zwischendrin zwei Tage keine Zeit zum Lesen was nicht an dem Buch lag;) Matt ist ein herrlich chaotischer Charakter, der versucht das Beste aus sich rauszuholen um schlicht und einfach zu überleben. Der zweite Charakter ist auch speziell und entwickelt sich aber im Laufe ganz gut. Ebenso wie Matt. Ich mochte das Setting und die mit einhergehende Atmosphäre gern und habe Matt keineswegs beneidet, Gaia ist mal wirklich trocken und voller Kreaturen. Das Ende ist richtig rasant, raffiniert und das Buch gewinnt hier noch an Tiefe. Wer also am Anfang etwas hängt, dranbleiben lohnt sich. Mir jedenfalls hat der Einstieg in diese Reihe gut gefallen und ich werde den nächsten Band sicher lesen.
Vielleicht tue ich dem Buch unrecht, aber für mich liest es sich einfach wie eine schlechte Kopie von Dungeon Crawler Carl. Ich finde es weniger witzig, weniger originell und die Spielattribute werden für rmeinen Geschmack nicht ausreichend erklärt. Passt leider überhaupt nicht!