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Ein Samstag im August

Familie ist eine Flickendecke - sie kratzt, und sie wärmt.

Elvira und Jobst sind auf der Heimreise aus dem Urlaub, als sie an einer Autobahnraststätte ein junges Pärchen kennenlernen, dessen Wagen liegengeblieben ist. Obwohl sich Elvira skeptisch zeigt, bietet Jobst den beiden an sie mitzunehmen – nicht ahnend, dass er und Elvira dadurch in ein Familiendrama hineingeraten, das ihre Ehe auf den Prüfstand stellen wird. Auch für Elviras Schwester ändert sich an diesem Wochenende im August alles, als ihre Mutter ein lange gehütetes Geheimnis lüftet. Und Kathi, Elviras Schwägerin, verliert in den nächsten Wochen nicht nur ihren Job, sondern auch die Geduld mit ihrer angeheirateten Familie. Im Verlauf eines Spätsommers sind die Frauen der Familie Wortmann dazu gezwungen, ihre Beziehungen neu zu vermessen. Und über der norddeutschen Tiefebene zieht ein Sturm auf, der alle Gewissheiten hinwegfegen wird.

248 pages, Kindle Edition

Published August 12, 2026

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About the author

Birgit Bachmann

9 books1 follower

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Detlef.
380 reviews4 followers
August 26, 2026
Der Roman »Ein Samstag im August« von Birgit Bachmann beschreibt das Schicksal einer Familie, deren stabil geglaubte Struktur innerhalb weniger Tage zerbricht. Im Zentrum steht die Familie Wortmann, die in einer norddeutschen Kleinstadt lebt und vor allem durch die vier Frauen Sigrid, Elvira, Mona und Kathi geprägt ist. Die Handlung verwebt verschiedene Lebensgeschichten zu einem komplexen Familienepos.

An einem Samstag im August geht es für Elvira und ihren Mann Jobst zurück von ihrem Urlaub. An einer Raststätte entlang der Autobahn begegnen sie einem jungen Paar, dessen Wagen defekt ist. Obwohl Elvira anfangs Zweifel hat, beschließt Jobst kurzerhand, den beiden zu helfen und sie mitzunehmen. Was als einfache Hilfsaktion beginnt, entwickelt sich bald zu einem unerwarteten Familiendrama und stellt schließlich auch ihre eigene Ehe auf die Probe.

Währenddessen wird innerhalb der Familie Wortmann eine bedeutende Wahrheit aufgedeckt: Die älteste Frau hat viele Jahre ein Geheimnis bewahrt. In ihrer frühen Ehe hatte sie eine Affäre mit einem anderen Mann, aus der ebenfalls ein Kind entstanden ist. Diese Offenbarung zwingt die Frauen dazu, ihre eigene Herkunft und die Familiengeschichte neu zu bewerten. Die Betroffenen müssen nun ihre Erinnerungen und die Beziehungen untereinander überdenken.

Im Zuge des familiären Durcheinanders verliert die Schwiegertochter ihren Job und gleichzeitig ihre Geduld mit ihrer Schwiegerfamilie. Auch sie sieht sich dadurch wachsenden Herausforderungen gegenüber. Die Schwierigkeiten der Familie Wortmann sind also nicht nur auf ein einzelnes Geheimnis beschränkt. Jede Frau befindet sich an einem entscheidenden Punkt in ihrem Leben und ist gezwungen, sich mit den Erwartungen auseinanderzusetzen, die von anderen an sie herangetragen werden.

Die Kapitel konzentrieren sich abwechselnd auf die einzelnen Mitglieder der Familie, wobei der Name der jeweiligen Figur als Überschrift dient und einen Hinweis darauf gibt. Birgit Bachmann nutzt eine multiperspektivische Erzählweise, wodurch verschiedene Familienmitglieder zu Wort kommen. Dies ermöglicht den Lesern, einer klaren Linie zu folgen. Zu Beginn des Romans gibt es jedoch eine Vielzahl von Figuren, deren Beziehungen zueinander nicht so klar sind, wie man erwarten könnte. Mit jedem weiteren Kapitel wird das Verständnis darüber, wer die Enkelin, die Tochter oder die Schwiegertochter von wem ist, allmählich deutlicher.

»Ein Samstag im August« thematisiert in erster Linie die Aspekte von Familie, Erinnerungen und die Bedeutung verdrängter Wahrheiten. Die Autorin zeigt, dass familiäre Bindungen sowohl Geborgenheit als auch eine gewisse Last mit sich bringen können. Eine Familie kann Trost spenden, aber auch verletzen. Der Roman bietet zahlreiche Szenen und Gedanken, sodass jeder Leser etwas Wiedererkennbares aus seiner eigenen Familie finden kann. Nur durch das Aussprechen der Wahrheit erhalten die Protagonisten die Chance, ihre Beziehungen neu zu definieren und nach vorn zu blicken.

Am Ende möchte der Leser erfahren, wie das Schicksal der verschiedenen Charaktere verläuft. Dabei gibt es sogar die ein oder andere unerwartete Wendung. Für diejenigen, die nicht nur Krimis, sondern auch moderne, dramatische Familiengeschichten schätzen, ist dieser Roman unbedingt lesenswert.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026
12 reviews
Review of advance copy
August 4, 2026
„Was für ein Familiensommer, dachte Elvira. Jeder Einzelne ein Flecken, zusammengesetzt aus Erinnerungen, Ängsten und Sehnsüchten. Kein Teil passte ans andere. Und doch waren da diese Fäden, die alle miteinander verbanden.“ (S. 241/242)

Die Geschichte beginnt an einem Samstag im August. Zuerst war ich tatsächlich etwas verwundert und habe mich gefragt, ob sich wohl das gesamte Buch an diesem einen Tag festhalten würde und wir diesen einfach aus verschiedenen Perspektiven und sehr detailliert erleben würden. Aber nein, es gibt Zeitsprünge. Und trotzdem kann man immer wieder zu diesem Samstag im August zurückkehren. Er wird zu einem Anker, einem Anhaltspunkt, einem Bezugspunkt, der sich durch die Geschichte zieht.
Im Buch lernen wir drei Geschwister kennen, und mit ihnen ihre Ehepartner, Kinder, ihre Mutter und noch viele weitere Menschen, die zur Familie Wortmann gehören. Dadurch bekommt man einen Einblick in ein ganz alltägliches Familienleben: echt, unverwaschen, nahbar und unverstellt.
Mit der Er-/Sie-Erzählperspektive hatte ich zu keiner Zeit zu kämpfen, obwohl ich mich damit normalerweise etwas schwertue. Der Schreibstil hatte mich dabei nämlich sofort im Bann. Besonders schön fand ich, wie sich die einzelnen Kapitel und Perspektiven immer wieder aufeinander beziehen. Erlebnisse und Erzählungen werden aufgegriffen, bekommen im weiteren Verlauf neue Zusammenhänge und auch die Figuren sind auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Die unterschiedlichen Perspektiven unterscheiden sich dabei allerdings nicht immer so deutlich voneinander, sodass ich anhand des Schreibstils in der Regel nicht hätte erkennen können, um welche Perspektive es sich gerade handelt.
Besonders eindrücklich an dieser Erzählweise ist die Aufgliederung der Familie, die nicht nur nicht nur aus einzelnen Figuren besteht. Dadurch erstellt sich beim Lesen mit jeder weiteren Perspektive ein immer vollständigeres Bild. Was bei der einen Person vielleicht wie eine beiläufige Entscheidung wirkt, bekommt aus einer anderen Sicht plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Nach und nach entsteht so ein Geflecht aus gemeinsamen Erinnerungen, unterschiedlichen Wahrnehmungen und ganz persönlichen Lebensgeschichten. Gerade dadurch wird deutlich, wie sehr wir von den Menschen geprägt werden, die uns begleiten und wie unterschiedlich ein und dieselbe Familie von ihren einzelnen Mitgliedern erlebt werden kann.
Dabei geht es nicht um das perfekte Familienleben, sondern gerade um all das, was sich hinter einer vermeintlich normalen Fassade verbirgt: stressige Alltage, unerfüllte Erwartungen, vergangene Wünsche und Träume, Neid und Vergleiche, aber auch Verständnis, Zusammenhalt und Rückhalt. Jeder der Charaktere trägt seine eigene Geschichte mit sich, wurde von anderen Erfahrungen geprägt und steht an einem anderen Punkt im Leben.
Die Autorin hat damit ein Gefüge aus tiefschichtigen Charakteren geschaffen, die sich anhand eines roten Fadens in der Geschichte entwickeln können und dem Leser zeigen, dass man in jedem Alter noch zu neuen Erkenntnissen gelangen und seinen Blick auf das Leben verändern kann.
Profile Image for Marie On.
Author 1 book3 followers
August 12, 2026
Elvira

Sie versuchte sich im Beifahrersitz zu entspannen und schloss kurz die Augen. Elvira konnte sich nicht erinnern, am Ende eines Urlaubs je eine so tiefe Müdigkeit verspürt zu haben. Während Jobst fuhr, erzählte er ihr irgendetwas. Sie hörte nicht zu, es interessierte sie nicht. An der nächsten Raststätte fuhr er raus und es nervte sie, dass er schon wieder Halt machte. Jobst ging zu den Toiletten und Elvira stellte sich in die Schlange bei den Backwaren. Als Jobst zurückkam, setzten sie sich mit Kaffee und Salamibrötchen nach draußen, wo es erstaunlich ruhig war.

Am Nebentisch saß ein Paar, das Elviras Aufmerksamkeit erregte. Wie seine Hände ihre umschlossen. Ihr kurzer, brauner Bob und der fast zu große Mund. Ihre Augen, die sich in seine bohrten. Schön musste das sein, wenn am Anfang die Narben, die wir tragen, noch nicht durchscheinen und es noch keine Gelegenheit gab, sich gegenseitig neue zuzufügen. Elvira beobachtete, wie sie das Tablett zusammenräumten und aufstanden. In Vorbeigehen lächelte der Bob Jobst an und warf Elvira einen spöttischen Blick zu. Elviras Gesicht fing Feuer. Sie schalt sich, weil sie die beiden so schamlos beobachtet hatte.

Sigrid

Sie putzt sich vom Erdgeschoss bis nach oben. Früher hatte sie es gehasst, mit drei Kindern und einem Mann, aber seit die Kinder aus dem Haus sind und Heinrich verstorben ist, beruhigt es sie. Wer hätte gedacht, dass sie einmal ganz alleine leben würde, andererseits erträgt sie auch keine Menschen um sich herum. Die Kinder sind alt geworden, gezeichnet. Die dunklen Locken ihres Sohnes ein paar dünnen, grauen Wellen gewichen, die er für ihren Geschmack viel zu lang trägt. Und Elvi mit ihren labberigen Oberteilen, darunter kein BH. Sigrid wird nie verstehen, wie man sich so gehen lassen kann. Nur Mona ist immer noch der Sonnenschein.

Fazit: Birgit Bachmann hat in ihrem Debütroman eine Familiengeschichte über mehrere Generationen erzählt. Elvira und Jobst fahren ein junges Paar zu einer Familienfeier, weil deren Wagen eine Panne hat. Sie werfen gezwungenermaßen einen Blick in die Familientragik der Frau und das bringt einen Stein ins Rollen, der ihre eigene Vergangenheit hinterfragt. Die Autorin zeigt ebenfalls Elviras Bruder und Schwester und deren Partner und Kinder. Elviras Mutter lüftet unfreiwillig ein Familiengeheimnis und stellt ihrer aller Beziehung auf den Prüfstand. Die Autorin entwickelt mit großer Sensibilität und Unaufgeregtheit ein Bild verschiedener Charaktere in ihrer Bedürftigkeit. Es geht um Eifersucht und Schuldzuweisungen und das Gefühl der Demütigung. Birgit Bachmann trennt die Beteiligten, lässt sie sich in Zankereien verlieren, allmählich Erkenntnisse sammeln, um sie am Ende wieder zu vereinen. Eine ruhige, versöhnliche Geschichte, die mich kapitelweise abwechselnd in die Gedanken der Frauen blicken lässt. Ich bin regelrecht eingetaucht in die Erzählung.
Profile Image for Elke Sonne.
632 reviews1 follower
August 31, 2026
Einblicke in eine Familie aus unterschiedlichen Perspektiven

„Ein Samstag im August“ ist das Debüt der Autorin Birgit Bachmann.

In dem Buch geht es um die Frauen der Familie Wortmann:
Elvira, die gerade mit ihrem Ehemann Jobst auf der Heimreise aus ihrem Urlaub ist,
Sigrid, Elviras 85-jährige Mutter,
Mona, Elviras Schwester,
Kathi, Elviras Schwägerin.
Jedes Familienmitglied hat sein eigenes Leben und damit auch sein eigenes Päckchen zu tragen.
An dem titelgebenden Samstag im August wird durch die Hilfsbereitschaft von Elvira und Jobst an der Autobahnraststätte die Dynamik, auf die sich die Handlung stützt, ins Rollen gebracht.
Sie nehmen ein Paar mit, dessen Auto liegengeblieben ist. Dadurch geraten sie ungewollt in dessen Konflikte und beginnen ihre eigenen zu hinterfragen. Elvira wird dadurch emotional so durcheinander gerüttelt, dass sich ihre Stimmung zu Hause auf den Rest der Familie überträgt. In dieser aufgewühlten Stimmung lüftet Sigrid ein jahrzehntelang gehütetes, schwerwiegendes Familiengeheimnis.

Birgit Bachmann hat die Ereignisse aus sieben wechselnden Perspektiven beschrieben, sodass man zunächst lauter lose Fäden erhält, die erst nach und nach miteinander verknüpft werden.
Ihr Schreibstil ist ruhig und bildhaft. Die Emotionen der Charaktere werden nicht immer ausformuliert, sondern stehen oft zwischen den Zeilen.
Die Handlung ist in kurze Kapitel unterteilt und liest sich dadurch flüssig und mühelos.

Dabei wird schnell deutlich, dass Ereignisse bis in die Gegenwart hineinwirken und Auswirkungen auf die gesamte Familie haben.

Im Grunde schreibt die Autorin über eine ganz normale Familie, in der es in der Vergangenheit Belastungen, Geheimnisse, Träume, den Wunsch nach Anerkennung gab und in der - bis zu diesem Samstag im August - einfach zu wenig miteinander geredet wurde.
Dabei wird uns deutlich vor Augen geführt, wie wenig wir die uns am nächsten stehenden Menschen kennen.

Ich habe diesen ruhigen Sommerroman, bei dem es unter der Oberfläche zu brodeln beginnt, gerne gelesen. Mir gefiel die Atmosphäre des norddeutschen Spätsommers und wie die Autorin den Vergleich von Familie und Flickendecke bildhaft zum Leben erweckt. Wer Bücher mit leisen Tönen mag, liegt hier richtig.
Profile Image for Sabine Winkler.
271 reviews1 follower
Review of advance copy
August 2, 2026
Familie Wortmann
Ein Wochenende lüftet Geheimnisse: die Vergangenheit eines junges Pärchens, dessen Wagen liegengeblieben ist und das daher von Elvira und Jobst auf der Heimreise aus dem Urlaub mitgenommen wird; die Beichte der Mutter am selben Tag , die das Leben von Elviras Schwester Mona verändert; und die Überlegungen von Elviras Schwägerin Kathi - über ihre Arbeit bei der Bank und über die angeheiratete Familie.
Der aufziehende Sturm über der norddeutschen Tiefebene ist bereits auf dem Cover mit den reifen Getreidefeldern zu sehen. Und dieser Sturm wütet auch in den Gefühlswelten der Protagonisten. Jedes der kurzen Kapitel ist abwechselnd aus der Sicht eines der Familienmitglieder verfasst und trägt als Titel deren Vornamen. Wobei die Gedanken der weiblichen „Wortmanns“ deutlich überwiegen.
Der leichte und sehr angenehme Schreibstil passt ausgezeichnet zu diesem Sommerroman. Die Geheimnisse, die hier ans Licht kommen, sind gewaltig. Trotzdem bleibt der Grundton der Geschichte immer ruhig. Nach und nach, ganz langsam, entblättern die Charaktere ihre Gedanken – sowohl über sich selbst, als auch andere Familienmitglieder betreffend. Man erfährt nicht von jeder und jedem Einzelnen die gesamte Lebensgeschichte und vieles bleibt im Ungewissen. Allerdings kann man vieles auch zwischen den Zeilen lesen. Und so entsteht Kapitel für Kapitel für die Lesenden ein glaubwürdiges Gesamtbild der Familie Wortmann. Die unausgesprochenen Gedanken und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit bringen Verschüttetes zutage und lassen auf diese Weise authentische Personen entstehen: Menschen, die einem jeden Tag begegnen könnten, oder die man vielleicht selbst in seiner eigenen Familie bereits gefunden hat.
Der Roman von Birgit Bachmann ist ein lesenswertes Erstlingswerk. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlt, aber insgesamt hat mich die Geschichte sehr gut abgeholt - und begeistert. Ein Buch, das man nicht so leicht weglegen kann.
850 reviews2 followers
Review of advance copy received from NetGalley
August 2, 2026
Eine Mitfahrgelegenheit, die alles verändert
Eine Begegnung an einer Raststätte verändert für mehrere Menschen vieles. Elvira und Jobst sind eigentlich auf dem Heimweg aus dem Urlaub, doch die Entscheidung, zwei Fremde mitzunehmen, bringt Dinge ans Licht, mit denen niemand gerechnet hat.
Auch in der Familie Wortmann bleibt nichts so, wie es vorher war. Alte Geschichten, unausgesprochene Gefühle und ein lange gehütetes Geheimnis sorgen dafür, dass sich die einzelnen Familienmitglieder neu mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen müssen.
Die Kapitel wechseln zwischen den verschiedenen Personen. Das hat mir geholfen, die einzelnen Figuren besser kennenzulernen. Jede trägt ihre eigenen Gedanken und Probleme mit sich herum. Beim Lesen wurde immer deutlicher, dass vieles miteinander verbunden ist und manche Entscheidungen erst verständlich werden, wenn man mehr über die Hintergründe erfährt.
Besonders die Frauen der Familie stehen im Mittelpunkt. Ihre unterschiedlichen Arten mit den Veränderungen umzugehen, fand ich interessant. Nicht jede Reaktion konnte ich sofort verstehen, aber gerade dadurch wirkten die Figuren nicht glatt oder perfekt.
Die Geschichte entwickelt sich ruhig und ohne unnötige Dramatik. Trotzdem wollte ich wissen, wie sich die verschiedenen Situationen weiterentwickeln und welche Auswirkungen die neuen Erkenntnisse auf die Familie haben.
Einige Figuren hätten für meinen Geschmack noch etwas mehr Raum bekommen dürfen. Manche Gedanken und Gefühle wären für mich noch spannend gewesen. Trotzdem hat mir die Art gefallen, wie die Autorin die verschiedenen Lebensgeschichten miteinander verbindet.
Nach dem Lesen blieb vor allem der Eindruck zurück, dass eine Familie oft viel mehr verbirgt, als von außen sichtbar ist. Auch wenn mich nicht jede Entwicklung vollkommen überzeugen konnte, habe ich die Geschichte gerne gelesen.
4 Sterne.
Profile Image for Book Girl .
290 reviews2 followers
August 24, 2026
Familiengeschichten und die Dynamiken innerhalb einer Familie finde ich immer besonders interessant. Ein Samstag im August hat mich deshalb schon mit seiner Grundidee angesprochen.
Alles beginnt eigentlich ganz harmlos. Elvira und Jobst sind auf dem Rückweg aus dem Urlaub und nehmen an einer Autobahnraststätte ein junges Paar mit, dessen Auto liegengeblieben ist. Diese zufällige Begegnung setzt jedoch etwas in Bewegung. Gleichzeitig kommt innerhalb von Elviras eigener Familie ein lange gehütetes Geheimnis ans Licht und auch bei ihrer Schwägerin Kathi läuft plötzlich einiges schief.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Dadurch bekommt man einen Einblick in ganz unterschiedliche Familienmitglieder und merkt schnell, dass jeder seine eigenen Sorgen, Verletzungen und Geheimnisse mit sich herumträgt. Niemand kennt die anderen so gut, wie er eigentlich glaubt.
Die Handlung ist eher ruhig und lebt weniger von großen dramatischen Ereignissen als von den Beziehungen zwischen den Figuren. Gerade die kleinen Konflikte, unausgesprochenen Dinge und unterschiedlichen Sichtweisen fand ich interessant. Manches hätte für mich allerdings noch etwas ausführlicher erzählt werden können und gerade zu Beginn musste ich mich bei den vielen Figuren erst orientieren.
Sehr passend fand ich auch das sommerliche Setting in der norddeutschen Tiefebene. Während sich innerhalb der Familie immer mehr zusammenbraut, zieht auch draußen langsam ein Sturm auf.
Insgesamt ist Ein Samstag im August eine interessante Familiengeschichte über Geheimnisse, alte Verletzungen und die Frage, wie gut wir eigentlich die Menschen kennen, die uns am nächsten stehen. Ein ruhiger Roman, der trotzdem einiges zum Nachdenken mitgibt.
Profile Image for Astrid.
366 reviews2 followers
Review of advance copy
August 2, 2026
Wenn ein Sturm aufzieht
Ein Samstag im August ist ein Roman, der sich mit den Auswirkungen der Ereignisse eines Samstagnachmittag auf die Familie Wortmann beschäftigt.
Ein leichter, nicht allzu tiefgehender Sommerroman, der die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven schildert. Der Schreibstil ist leicht, die Kapitel kurz und die Charaktere machen einen authentischen Eindruck.
Elvira und ihr Mann nehmen an einem Samstag ein junges Pärchen an der Raststätte mit. Dadurch wird ihre eigene Ehe unsanft durchgeschüttelt.
Elviras Mutter Sigrid lüftet ein gut gehütetes Geheimnis, Kathi, die Schwägerin, kämpft mit familiären Problemen rund um die eigene Familie.
Die angesprochenen Themen sind vielfältig: Mobbing, Missbrauch, Lügen, aber auch unerfüllte Träume, zerplatzte Hoffnungen. Manche Themen sind vielleicht eine Nummer zu groß, da ihnen nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet werden kann, aber insgesamt ein Abbild vom Thema Familie.
Die Handlung ist ruhig, erzählt wird ohne Hektik, wobei der Fokus hauptsächlich auf den Frauen liegt. Ein Kritikpunkt ist das Ende, bei dem wieder einmal alles gut wird. Leider ist das in der Realität meistens nicht so.
Gut gefallen hat mir das Cover. Ein warmer Sonnentag mit sich ankündigenden dunklen Wolken und Sturm. Also durchaus eine Parallele zum Inhalt des Buches.
Auch der Prolog, in dem die Familie sowohl positiv als auch negativ mit einer Flickendecke verglichen wird, ist gelungen.
Insgesamt ein Roman, der sich gut lesen ließ, der mich aber nicht vollständig überzeugen konnte.
72 reviews
Review of advance copy
August 3, 2026
"Ein Samstag im August" hat mich von Anfang an sehr gefesselt und ich habe es in nur zwei Tagen durchgelesen. Die sommerliche Atmosphäre in Norddeutschland hat mir gut gefallen. Die Geschichte wird durch unterschiedliche Familienmitglieder erzählt, hauptsächlich durch vier Frauen, und jeder hat seine eigenen Probleme, Geheimnisse und Streitigkeiten mit anderen Familienmitgliedern.
Der Schreibstil ist angenehm und ruhig. Am Anfang war ich mir noch ein bisschen unsicher, wo die Geschichte hingehen soll und ob es nicht zu viele unterschiedliche Figuren gibt, aber nach und nach baut sich ein klares Gesamtbild der Familie auf. Sehr interessant fand ich die Unterschiede zwischen der Selbstwahrnehmung und der Fremdwahrnehmung vieler Charaktere. Was mir auch gut gefallen hat war, wie viel auch zwischen den Zeilen stand und wie realistisch die Dynamiken in der Familie waren.

Insgesamt ein schöner, kurzer Roman für den Sommer, der sich mit tiefgründigen Themen beschäftigt und zum Nachdenken anregt
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