Für Daisy und Maya steht das Leben für Freiheit, Freundschaft und lange Nächte voller Möglichkeiten. Doch nach einem besonders bedauerlichen One-Night-Stand mit James, dem ungehobeltesten Typen aus ihrem Freundeskreis, der sogar stolz darauf ist, noch nie geweint zu haben, beginnt Daisy zu Warum gibt es so viele kluge, tolle Frauen - und so wenige passende Männer? Die Antwort heiß eine radikale Neuerfindung des Datings. Als erstes Versuchsobjekt dient James - eher Baustelle als idealer Partner, aber überraschend offen für Veränderungen. Nur dass Gefühle sich nicht optimieren lassen. Kann Daisy etwas Echtes zulassen - auch wenn es nicht perfekt ist?
“ihr kommt an und reißt meine mauern ein, ihr spioniert mich aus, und sobald ich mich sicher fühle, überlegt ihr es euch anders und seid weg.”
das projekt war eine geschichte, die stellenweise überraschend nah an meine eigenen gedanken und gefühle herankam. genau dadurch konnte mich der roman auf eine sehr persönliche art berühren.
daisy war für mich eine unglaublich spannende protagonistin. besonders ihre beobachtungen über sich selbst, aber auch über die männer in ihrem umfeld, fand ich oft sehr treffend. ihre gedanken haben sich authentisch angefühlt und der geschichte viel nahbarkeit verliehen.
vor allem die beziehung zwischen daisy und james habe ich sehr gerne verfolgt. beide wirken wie echte menschen mit ihren eigenen unsicherheiten, fehlern und widersprüchen. manchmal waren sie auch frustrierend, doch genau das hat ihre dynamik für mich so glaubwürdig gemacht. sie sind chaotisch, verletzlich und alles andere als perfekt; und genau darin liegt für mich der besondere reiz ihrer geschichte.
auch wenn sich der roman in der mitte stellenweise etwas gezogen hat, hatte ich insgesamt eine wirklich gute zeit beim lesen — gerade durch die nahbaren figuren und die authentischen zwischenmenschlichen beziehungen!
Zu Beginn habe ich etwas gebraucht, um mit der Geschichte und dem Stil warm zu werden. Gerade in den ersten Kapiteln hatte ich das Gefühl, der Schreibstil versucht anders, besonders und jung zu sein, Worte wie "keck", "urig" und "irre" anstelle von Beschreibungen wirkten dann eher deplatziert und komisch. Das hat sich zum Glück gelegt, vielleicht war da auch mehr die Übersetzung schuld. Hin und wieder gab es dann auch Momente, wo die Protagonistin sehr anti und urteilend gegenüber anderen Frauen war, wobei die Message eigentlich war, dass es viele tolle Frauen gibt, nur nicht genug tolle Männer. Insgesamt hat mir das Buch aber gefallen mit Idee und Entwicklung der Charaktere und Tiefe ihrer Gedanken, warum sie so sind wie sie sind und was sie geprägt hat.
Nachdem mir Love and Rent so gut gefallen hatte, ein Buch, das RomComs und klassische Rollenmuster so richtig schön auf den Kopf stellt, dachte ich, Das Projekt würde perfekt dazu passen. Leider konnte mich das Buch gar nicht überzeugen. Die Protagonistin fand ich total unsympathisch und völlig von sich selbst überzeugt. Da konnten die anderen Charaktere auch nichts mehr wett machen. Schade um die Zeit.
Das Projekt von Annie Lord ist definitiv keine klassische Romance. Denn Daisy und Maya sind enttäuscht und genervt von Männern, die alle nicht wirklich beziehungstauglich sind. Warum also nicht das, was ihnen zur Verfügung steht, umerziehen und das perfekte Boyfriend-Material kreieren? Das Paradebeispiel toxischer Männlichkeit und Daisys kürzlicher - da ist sie nicht wirklich stolz drauf - One-Night-Stand James ist dafür das perfekte Versuchsobjekt. Wird ihr Plan gelingen und können daraus echte Gefühle entstehen?
Lord greift in ihrem Roman die gesellschaftlich-feministische Debatte der Perspektive von hetero-Frauen in der Datingwelt auf, die sich gleichzeitig überspitzt und realitätsnah anfühlt. Denn Dating IST für Frauen ein ambivalentes Thema zwischen dem individuellen Bedürfnis nach Nähe und eben allem, was eine Partnerschaft mit sich bringt, aber auch der patriarchalen Sozialisierung und dem tatsächlichen Risiko, das von Männern gegenüber Frauen ausgeht. Angefangen bei sexistischen "Witzen" bis hin zu Femidiziden.
James ist natürlich nicht der ultimativ schlechte Mann, aber er hat seine Baustellen. Charmant und attraktiv genug für einen One-Night-Stand, für eine Beziehung aber unbrauchbar. Doch das Projekt fruchtet und James beginnt zu reflektieren und sich emotional zu öffnen. Seine Kehrtwende ist wirklich beachtlich - geradezu unrealistisch. Mir haben Zeit und tiefgehende Erklärungen gefehlt, trotzdem hat mir seine Entwicklung gut gefallen. Daisy habe ich unbeständiger wahrgenommen. Das Buch steckt voller Feminismus: Fakten und Überlegungen, die - in teilweise repetitiven und langatmigen - Gesprächen oder in Daisys Gedanken geäußert werden. Dabei hatte ich häufig das Gefühl, dass ihre Figur davon nichts verinnerlicht hat und zunehmend aus ihrer Rolle fällt. Ich konnte mich zum Teil so gut mit ihr identifizieren und habe im nächsten Moment den Kopf über ihr Verhalten geschüttelt. Während James immer greifbarer wurde, ist mir Daisy mehr und mehr entglitten.
Was als "radikale Neuerfindung des Datings" betitelt wird, ist meiner Meinung nach zu hoch gegriffen. Frauen, die Männer erst erziehen oder sich beim Scheitern daran mit einem Mann zufriedengeben, für den sie sich aufopfern, ist kein neues Phänomen, sondern vielmehr sehr verbreitet. Somit empfinde ich den verzweifelten Entschluss von Daisy und Maya auch nicht als feministisch und tue mich mit dem Ausgang der Geschichte etwas schwer. Das Ende kam mir zu schnell, zu oberflächlich und zu einfach gelöst. Es hat außerdem etwas Versöhnliches und Hoffnungsvolles, was möglicherweise als Handlungsempfehlung missverstanden werden könnte. Denn in der Realität würde ich von so einem Projekt dringend abraten. So könnte die Konsequenz, die sich aus dem frustrierenden Datingpool ergibt, beispielsweise der totale Verzicht auf hetero-Dating als radikaler, feministischer Ansatz sein. So ist zum Beispiel auch die 4B-Bewegung in Südkorea als Reaktion auf die sexistisch und patriarchal geprägte Gesellschaft entstanden. Denn sollten wir Männern nicht eine grundlegende Eigenständigkeit zugestehen, für sich selber zu sorgen und an ihrer emotionalen Reife zu arbeiten? Warum braucht es erst eine Frau, die einem Mann beibringen muss, kein Arschloch zu sein?
Das Projekt ist insgesamt hinter meine Erwartungen zurückgeblieben. Der Konflikt, der in dem Buch eröffnet wird, einen unfeministischen Ansatz unter feministischer Perspektive zu diskutieren, konnte für meinen Geschmack leider nicht hinreichend geklärt werden. Eine kritischere und tiefergreifendere Betrachtung, gerade zum Ende hin, wäre notwendig gewesen, um Lords Roman uneingeschränkt empfehlen zu können. Als Ausgangspunkt für einen feministischen Buchclub kann ich mir das Buch gut vorstellen, da es zum Nachdenken und Diskutieren anregt.
„Das Projekt“ von Annie Lord ist eine feministische RomCom, in der das eigentliche Ziel aber irgendwie verfehlt wurde. Daisy und Maya sind seit Jahren beste Freundinnen und leben in London. Beide haben Spaß und genießen ihr Leben, aber sie haben mit Mitte zwanzig auch noch nie eine wirklich ernsthafte und andauernde Beziehung geführt. Beide kommen zu dem Schluss, dass die Männer das eigentliche Problem sind. Vor allem, als Daisy ausgerechnet mit dem unterirdischsten Kerl aus ihrem Freundeskreis einen One-Night-Stand hat. James steht für so ziemlich alles, was Daisy verabscheut und ist für sie eine wandelnde Red Flag. Gemeinsam mit Maya reift der Plan, in einem Projekt James quasi umzuerziehen, damit er ein passender Partner für irgendeine Frau wird. Der Dienst für die Frauenwelt wird jedoch schwieriger, als Daisy ihre Gefühle für James nicht mehr leugnen kann.
Der Klappentext klang vielversprechend, aber ich weiß nicht so recht, ob mich die Umsetzung überzeugen kann. Eher nicht, denn leider vermittelt die Geschichte komplett die gegenteilige Botschaft. Ich bestreite nicht, dass Annie Lord gut schreiben und erzählen kann. Sie macht die Emotionen ihrer Charaktere greifbar und man kann sich durchaus in sie hineinversetzen. Gerade bei Daisy muss man sich aber fragen, ob man das tatsächlich will. Es wird ziemlich schnell klar, dass nicht James das eigentliche Problem ist, sondern Daisy. Während sich James nach gefühlt fünf Minuten Selbstreflektion als ein absolut sympathischer Kerl herausstellt, der eigentlich schon seit Jahren mit der ihm zugewiesenen Rolle im Freundeskreis kämpft, entpuppt sich Daisy als Ansammlung von Ängsten, Neurosen und Unsicherheiten und die echte Beziehungsunfähige hier. Es ist echt anstrengend, ihre inneren Monologe und die krampfigen Phrasen in den Gesprächen zwischen ihr und ihren Bekannten zu verfolgen. Jeder will wichtig, interessant und einzigartig wirken. Dabei ziehen alle nur eine Show ab. Daisy kompensiert das alles mit jeder Menge Alkohol und sollte lieber sich selbst zum Projekt machen. Ich bin absolute Feministin und ein Girl’s Girl. Und Daisy Lord trifft auch genau den richtigen Punkt, wenn sie toxische Strukturen und Rollenbilder klar und direkt benennt. Ich habe aber ein Problem mit den vielen Verallgemeinerungen, so dass alle Männer an den Pranger gestellt werden. Das ist schlicht falsch, genau wie das angebliche Umerziehen von James. Jemanden umzuerziehen, damit er meinem Idealbild entspricht, kann nicht richtig sein. Zumal niemand perfekt ist und jeder Ecken und Kanten besitzt. Ich bin hier echt unentschlossen, da Momente wie bei der Demo hundertprozentig unter die Haut gehen. Aber ich mochte Daisy so gar nicht, genau wie ihre Freunde, außer Maya. James ist auch eine Ausnahme, denn er ist am authentischsten.
Mein Fazit: Muss man ausprobieren, ob es einem gefällt.
Die Dating-Szene ist für Daisy und Maya alles andere als einfach. Um sich auf eine Beziehung einlassen zu können, braucht es Mut und Selbstbewusstsein, und kaum ist eine Hürde überwunden, folgt oft schon die nächste Enttäuschung. Kein Wunder also, dass die beiden ein Umdenken fordern, vor allem von den Männern. Ihr erstes „Projekt“: James, der unsensible Klischee-Mann aus ihrem Freundeskreis. Ausgerechnet mit ihm hat Daisy aus Frust etwas angefangen und versucht nun, ihn in einen einfühlsamen Mann zu verwandeln, der Frauen endlich so behandelt, wie sie es sich wünschen und verdienen.
Was zunächst als persönliches Experiment beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Herausforderung für alle Beteiligten. Während James langsam beginnt, seine festgefahrenen Ansichten zu hinterfragen, wird auch Daisy mit ihren eigenen Erwartungen und Überzeugungen konfrontiert.
Das Projekt erzählt von dem Versuch, einen Mann gezielt umzuerziehen, um traditionelle männliche Verhaltensmuster zu hinterfragen und die unterschiedlichen Sozialisierungsbedingungen von Frauen und Männern sichtbar zu machen. Die Grundidee ist spannend und verfolgt einen klar feministischen Ansatz, indem sie Geschlechterrollen und Machtverhältnisse thematisiert.
Leider bleibt der Roman für mich hinter diesem Anspruch zurück. Daisy und Maya sind so frustriert, dass sich diese Stimmung durch das gesamte Buch zieht und letztlich den Blick auf das eigentliche Thema verstellt. Zwar kann ich den feministischen Ansatz, unterschiedliche Sozialisierungen von Männern und Frauen sichtbar zu machen, gut nachvollziehen, doch wirkt er hier oft oberflächlich und teilweise sogar am Kern der Problematik vorbei erzählt. Schließlich kann die Lösung kaum darin bestehen, Männer einfach „umerziehen“ zu wollen, das erscheint letztlich ebenso pauschalisierend und wertend.
Auch die Figuren überzeugen mich nur bedingt. Während es James durchaus gelingt, sich allmählich vom klischeehaften Stereotyp zu lösen und echte Gefühle zuzulassen, machen die weiblichen Figuren hingegen einen Schritt rückwärts und hinterfragen oder reflektieren ihr eigenes Verhalten kaum. Dadurch reproduziert der Roman genau die vereinfachenden Gegensätze, die er eigentlich hinterfragen möchte. Die Geschichte verschenkt viel Potenzial und bleibt in ihrer Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen überraschend wenig differenziert.
Unterm Strich bin ich vermutlich inzwischen einfach nicht mehr die Zielgruppe für diese Art von Roman. Wer jedoch nach einer jugendlichen RomCom sucht, kommt hier vermutlich durchaus auf seine Kosten. Mich persönlich konnten weder die Geschichte noch ihre Botschaft wirklich erreichen. Die Grundidee fand ich zwar interessant, die Umsetzung konnte mich jedoch letztlich nicht überzeugen.
“James?” “Er ist das größte Opfer des Patriarchats von allen.“ 🏛️
Diese RomCom ist auf chaotische Weise perfekt. Sie ist witzig, unverblümt ehrlich, gesellschaftskritisch und bietet einen hohen Flirtfaktor.
Was dich erwartet:
🔨🗿 Boy-Project 🧲 Opposites Attract 💔 Unrequited Love 🇬🇧 Big City Vibe 🤫 One-Night-Stand to Lovers 👭 Found Family ⏳ Slow Burn
“Ich habe zu viel Angst, diese Frau zu sein. Die, die Männern hinterherstarrt, denen sie egal ist, die auf den großen Sinneswandel wartet.“
Daisy wünscht sich einen Freund, bei dem sie sein kann, wer sie ist. Aber irgendwie scheint es diesen Mann nicht zu geben. Entweder sind die guten Exemplare vergeben, oder die noch vorhandenen haben kein echtes Interesse, oder sie ghosten, um nicht zugeben zu müssen, dass sie nichts Ernsthaftes wollen.
In ihren Augen ist James genauso eine Red Flag, von der jede Frau Abstand halten sollte. Daisy ist selbst voll von Stereotypen, was ihn betrifft – ihre beste Freundin Maya wiederum hält ihn für den richtigen Kandidaten: Sie überredet Daisy, James zu einem Traummann zu modellieren, der empathisch auf die Wünsche einer Frau eingeht und ohne Scheu seine verletzliche Seite zeigt. So wird er zu ihrem Projekt.
Und was denkt James über den Plan der beiden?
Man könnte meinen, er lehnt ihn mit spöttischem Grinsen ab.
Und genau das tut er nicht.
O Mann, James. Wie habe ich den Kerl geliebt. Und das meine ich ohne eine Spur Sarkasmus. Er war wirklich alles, was Daisy in ihm sah. Ein taktloser, frecher Typ, der Frauen abschleppt und ohne schlechtes Gewissen fallenlässt. Er selbst hat seine Meinung über Daisy. Aber welche …? Nein, ich verrate nichts.
Diese RomCom ist so lustig und gleichzeitig tiefsinnig. Daisy und James haben mich so oft zum Lachen gebracht.
„Du hast es nicht gelesen, oder?“ „Ich habe ChatGPT um eine Zusammenfassung gebeten. Daisy, was ist mit dir?“ Ich muss schuldig wirken, denn James sagt: „Oh sch***, du auch.“
Es geht um Liebe, Freundschaft, Romantik und die Suche nach dem, was man im Leben wirklich will.
Annie Lord schreibt lebendig, schlagfertig und smart. Dazu passen wie das i-Tüpfelchen die spritzigen Dialoge.
Auch die Nebencharaktere passen in ihre Rollen und haben den Roman zu einem Erlebnis gemacht.
Ein kleiner sprachlicher Hinweis: Im Buch wird der Gender-Doppelpunkt genutzt (z. B. Mitbewohner:innen). Obwohl ich kein Freund des Genderns bin, hat es mich nicht gestört, weil es zur Geschichte passt, sparsam eingesetzt wurde und den Lesefluss nicht störte.
Den Roman in Worte zu fassen, fällt mir nicht leicht, weil ich ganze Seiten markiert habe und so unglaublich viel hängen geblieben ist. Je mehr ich gelesen habe, desto positiver hat mich die Story überrascht, bis ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Idee, einen Fckboy zum Feministen "umzuerziehen" klang für mich gleichermaßen spannend wie unglaubwürdig, doch genau wie die Protas wurde ich eines Besseren belehrt, denn trotz toxischer Rückschritte entwickelte sich James zu einem Bookboyfriend, den man nur lieben konnte - obwohl ich ihn zwischendrin genau so oft aufgeben wollte wie Daisy. Besonders spannend fand ich, dass diese gemerkt hat, dass die Probleme zwischen Mann und Frau nicht ausschließlich an Ersteren liegen, sondern dass auch sie an sich arbeiten muss und die Kommunikation von beiden Seiten ihre Schwachstellen hatte. Auch ist mir die Figurenkonstellation positiv im Gedächtnis geblieben - es gab wahnsinnig viele Figuren mit ganz unterschiedlichem Charakter, was besonders durch Mayas Hausparty auffiel, aber auch durch die primär männliche Freundesgruppe Daisys. Es war so schlimm, zu lesen, wie James gern ein anderer Mann gewesen wäre, von seinen Kumpels aber der toxische Pausenclown erwartet wurde. Sowohl er als auch Daisy haben eine riesige Charakterentwicklung hingelegt. Zudem werden viele relevante Themen behandelt: Feminismus, Mental Health, Social Media, Zugehörigigkeit, Identität uvm. Und wie tief es prägt, sich permanent auf Instagram mit den Zahlen und Bildern anderer zu vergleichen. Der Roman gibt einen tiefen Einblick darin, was Frauen glauben, dass andere - v.a. Männer - von ihnen erwarten. Es ist ein Plädoyer an Selbstbestimmung, besonders an Selbstliebe. Ich habe das Lesen genossen, es hat Spaß gemacht und gleichzeitig zum Nachdenken angeregt, das Buch ist reflektiert, aufklärend, einfühlsam und ehrlich. Eine große Leseempfehlung ♡
Im Mittelpunkt des Romans Das Projekt steht die 26jährige Daisy. Sie ist schon ihr Leben lang Single, schafft es nicht, vom Flirten und Daten zu einer festen Beziehung. Als sie mal wieder einen (für sie schrecklich peinlichen) One-Night-Stand mit dem unverbesserlichen James hinter sich gebracht hat, beschließt sie gemeinsam mit ihrer besten Freundin, James zu einem besseren Mann zu machen. Dieses titelgebende Projekt läuft allerdings ganz anders als Daisy erwartet hat - und was genau machen eigentlich ihre Gefühle gerade mit ihr?!
Daisy ist eine sehr sympathische und moderne Protagonistin. Sie lebt in London, hat eine beste Freundin, mehrere Freundesgruppen, einen Job, den sie nicht wirklich ernst nimmt oder mag und sie ist sehr unsicher und stellt sich ständig in Frage. In dieser Hinsicht ähnelt sie den Protagonistinnen der sogenannten Frauenromane, die ich in meinen 20ern gelesen habe, wie Bridget Jones und Co. Modern wird Daisy vor allem durch ihre sehr aktuellen Ansichten in Bezug auf Beziehungen. Diese vermittelt sie gemeinsam mit ihrer besten Freundin Maya durchaus erfolgreich an James.
Ich habe den Roman sehr gern und schnell gelesen. Das Setting in London gefiel mir sehr gut, die Figuren waren klar umrissen und greifbar, wenn auch manche ein bisschen klischeehaft geraten sind. James und Daisy haben mir aber sehr gefallen, die Chemie kam auf jeden Fall sehr gut rüber. Auch die Stellen am Schluss des Buches, als es auf das (nicht überraschende) Ende zuging, waren für mich sehr gut geschrieben, da ich Daisys Mutter sehr fühlen konnte.
Alles in allem eine gut lesbare, leichte Lektüre mit einer Message, die ich absolut mit trage und einem schönen und passenden Schluss. Klare Leseempfehlung!
Die Idee des Buches hat mich direkt abgeholt und ich war wahnsinnig gespannt drauf, was dabei rumkommt. Vermutlich habe ich mir so ein bisschen Romcom-Charme erhofft. Aber grade da- in Sachen Beziehung- hat mich das Buch dann irgendwie gar nicht abgeholt.
Ich find ja die Prämisse- so viele tolle Single-Frauen und leider so viele Single-Schwachmaten- sehr auf den Punkt gebracht. Da habe ich mit Maya und Daisy total mitgefühlt. Dating ist für Frauen heutzutage einfach Horror pur. Generell die feministischen Ausflüge des Textes, die Grundgedanken hinter Daisys und Majas Projekt fand ich eigentlich richtig cool. Nur hat das irgendwie nicht ausgereicht um mich nachhaltig zu fesseln.
Es wurde gefühlt jede Kleinigkeit tot seziert , eine jede Nuance einer (nicht erfolgten) Interaktion beleuchtet. Und James sollte bitte etwas sein, was er nicht ist. Aber ehrlicherweise gleichzeitig auch nicht zu gut und zu verfügbar für andere Frauen. Da fand ichs dann irgendwie schwierig und stellenweise schwierig den Irrungen und Wirrungen noch zu folgen
vielleicht liegt auch daran, dass ich mit Daisy nicht so richtig warm geworden bin, aber so 100% hats mich nicht abgeholt. Ich hatte hier einfach nicht so richtig den Drang weiterzulesen und hab mich eher durchgekämpft. Hat meinen Geschmack eher nicht so getroffen
Liebe und Beziehungen sind immer ein schwieriges Thema. Hier ist die Autorin dem Ganzen auf eine ungewöhnliche Weise nachgegangen. Daisy ist eine Protagonistin, die wirklich direkt aus dem Leben gegriffen ist. Ich hatte von Beginn an das Gefühl, sie zu kennen. Ihre Gedanken und Gefühle und die damit verbundenen Enttäuschungen, den Drang, etwas zu verändern, das alles konnte ich total nachvollziehen. Dabei steht im Grunde nur ein Gedanke im Vordergrund: Sie möchte nichts weiter, als geliebt zu werden. Gemeinsam mit ihrer Freundin Maya ruft sie das titelgebende Projekt ins Leben. Nach vielen Dates, die immer wieder in einer Enttäuschung endeten, wollen sie Männer so umerziehen, dass sie zum perfekten Partner werden. Annie Lord hat hier eine außergewöhnliche Liebesgeschichte verfasst, die immer wieder zwischen urkomischen, hoffnungsvollen und romantischen Momenten schwankt. Sie passt in kein Trope und genau das, macht sie in meinen Augen lesenswert, da es sich um etwas Neues, noch nicht Dagewesenes handelt, das erstaunt, verwundert und mitfühlen lässt. Für mich war es aus diesem Grund eine der besten Liebesgeschichten, die ich seit Langem gelesen habe.
Dieses Buch hat mir besonders gefallen, weil es die Herausforderungen des modernen Datings aus weiblicher Perspektive sehr treffend und mit viel Humor beleuchtet. Annie Lord schafft es, viele typische Situationen, Frustrationen und Widersprüche beim Kennenlernen aufzugreifen, ohne dabei nur mit dem Finger auf eine Seite zu zeigen.
Auch wenn die Idee rund um den Dating-Kurs für mich stellenweise etwas konstruiert wirkte, nimmt das der Geschichte nicht wirklich etwas von ihrer Wirkung. Viel wichtiger ist, welche Themen dadurch angesprochen werden: unterschiedliche Erwartungen von Frauen und Männern, Unsicherheiten, Kommunikation und die Frage, ob man Menschen überhaupt „optimieren“ kann oder ob Beziehungen gerade durch ihre Unvollkommenheiten funktionieren.
Besonders gut gefallen haben mir die Charaktere, weil niemand perfekt dargestellt wird. Jeder bringt eigene Fehler, Zweifel und blinde Flecken mit, wodurch die Figuren sehr menschlich und glaubwürdig wirken. Das macht die Entwicklung der Geschichte umso interessanter.
Neben den persönlichen Herausforderungen zeigt das Buch auch größere gesellschaftliche und strukturelle Probleme auf – allerdings eher subtil und ohne dass die Geschichte dadurch belehrend wirkt.