Das Cover:
Das Cover von Purple Clouds – Mistletoe passt perfekt in die Reihe und schreit förmlich nach Winter. Schon optisch bekommt man Lust auf kalte Tage, Schnee und eine Geschichte, in der Weihnachten eine größere Rolle spielt. Und der Zeichenstil ist mal wieder On Point, liebs.
Meine Meinung:
Ich mag die Purple Clouds-Reihe als Ganzes wirklich gerne und deshalb war für mich natürlich auch der vierte Band ein Muss. Diesmal stehen Bella Darling und Zac im Mittelpunkt und ihre Geschichte bringt wieder genau die Mischung mit, die ich an der Reihe mag: Romance, persönliche Entwicklung und Themen, die über die eigentliche Liebesgeschichte hinausgehen.
Allein diese Ausgangssituation fand ich schon ziemlich gut, weil beide mit einer völlig anderen Erwartung in dieses Treffen gehen. Dazu kommt, dass die beiden kurz darauf durch einen Schneesturm in eine ziemlich unfreiwillige Nähe gezwungen werden. Ausgerechnet jetzt müssen sie sich also miteinander auseinandersetzen.
Bella fand ich als Figur interessant, auch wenn ich nicht mit jeder ihrer Entscheidungen gleich gut klargekommen bin. Sie ist selbstbewusst und versucht, ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen ernst zu nehmen. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass sie sich emotional teilweise selbst im Weg steht.
Gerade ihre Entwicklung hat mir gefallen. Bella muss lernen, nicht nur darüber nachzudenken, was andere von ihr erwarten, sondern auch ehrlich mit sich selbst zu sein. Dabei geht es nicht darum, dass sie durch eine Beziehung „gerettet“ wird, sondern vielmehr darum, dass sie ihren eigenen Platz findet.
Zac hat mir dagegen ziemlich schnell gefallen. Er wirkt zunächst wie jemand, über den man sich sehr leicht ein falsches Bild machen kann. Genau das wird im Laufe der Geschichte immer wieder thematisiert. Hinter seiner eher kantigen Art steckt deutlich mehr und gerade seine Geschichte bringt einige der ernsteren Themen des Buches mit.
Besonders mochte ich, dass hier wieder feministische Themen und gesellschaftliche Erwartungen mit der Romance verbundem wurden. Die Liebesgeschichte steht nicht komplett für sich, sondern wird immer wieder mit Fragen nach Selbstbestimmung, Vorurteilen, Grenzen und dem Umgang miteinander verbunden.
Auch die Autismus-Repräsentation bekommt Raum und fügt sich für mich gut in die Geschichte ein. Ebenso werden weitere persönliche und familiäre Themen angesprochen, ohne dass die Romance dadurch komplett in den Hintergrund rückt.
Die Chemie zwischen Bella und Zac entwickelt sich dabei angenehm langsam. Besonders spannend fand ich, wie aus der anfänglichen Enttäuschung und den falschen Vorstellungen voneinander nach und nach eine echte Verbindung entsteht. Sie müssen erst einmal hinter ihre jeweiligen Vorurteile schauen, bevor sie erkennen können, was zwischen ihnen tatsächlich passiert.
Und dann wäre da natürlich noch das Weihnachtssetting. Für mich als Christmas Maus genau das Richtige.
Hier bekommt man definitiv Winter- und Weihnachtsstimmung: Schnee, Kälte, ein Schneesturm und diese erzwungene Nähe, die hervorragend zu einer romantischen Wintergeschichte passt. Es ist für mich allerdings weniger die klassische Weihnachtsromance mit permanentem Weihnachtszauber, sondern eher eine Romance, die in einem sehr winterlich-weihnachtlichen Setting spielt.
Besonders schön fand ich wieder die eingeschobenen Chats und Artikel aus Bellas Arbeit beim Purple Clouds Magazine. Das lockert die Handlung auf und passt gleichzeitig wunderbar zu ihrer Figur und zur gesamten Reihe.
Was ich an der Reihe generell liebe, ist dieses Gefühl einer Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig immer wieder auffängt. Auch wenn diesmal Bella und Zac im Mittelpunkt stehen, bleibt die Welt des Magazins präsent und sorgt dafür, dass sich der vierte Band wirklich wie ein Teil der Reihe anfühlt.
Der Schreibstil ist gewohnt angenehm und flüssig. Die Geschichte lässt sich leicht lesen, obwohl sie durchaus ernste Themen anspricht. Genau diese Mischung funktioniert für mich bei der Reihe sehr gut: Man bekommt eine Romance, aber eben nicht nur eine Romance.
Mein Fazit:
Purple Clouds – Mistletoe hat mir wieder gut gefallen. Bella und Zac bringen eine schöne Dynamik mit und ich mochte besonders, dass die Liebesgeschichte mit feministischen Themen, Selbstfindung und ernsteren persönlichen Themen verbunden wird.
Dazu kommen Schnee, Schneesturm und jede Menge winterliche Atmosphäre. Für mich eher Winterromance als klassische Weihnachtsromance, aber definitiv passend zur Jahreszeit.