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Kaskaden

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Ein großes neues Erzähltalent, das entdeckt werden will: Louise K. Böhms Debüt verhandelt Freundschaft und Herkunft, wie man es noch nicht gelesen hat.

Wenn Jojo ihre Herkunft einfach ausradieren könnte, würde sie es tun. Zwar hat sie das Vorstadtgrau weit hinter sich gelassen, doch an der Uni hat sie trotzdem ständig Angst, jemand könnte herausfinden, dass sie nicht hierhergehört. Einzig die Arbeit im Labor gibt ihr Halt. Als Jakob in ihr Leben tritt, findet Jojo zu einer neuen Leichtigkeit. Doch dann erhält sie ein Lebenszeichen ihrer ehemals besten Freundin, und plötzlich ist alles wieder da: die Jahre mit Yara, mit der sie mehr Zeit verbrachte als mit ihren eigenen Eltern. Die auf jeden Spruch eine Erwiderung parat hatte. Und die von einem Tag auf den anderen verschwand, obwohl sie doch gemeinsam ausbrechen wollten aus der Vorstadt.
Voller Klugheit und doch federleicht erzählt Louise K. Böhm die Geschichte einer tiefen Freundschaft. Ein elektrisierender Roman über Herkunft und Zugehörigkeit – mit zwei Heldinnen, die man nicht wieder vergisst.

289 pages, Kindle Edition

Published July 15, 2026

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About the author

Louise K. Böhm

1 book2 followers

Ratings & Reviews

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Community Reviews

5 stars
93 (40%)
4 stars
90 (38%)
3 stars
39 (16%)
2 stars
4 (1%)
1 star
5 (2%)
Displaying 1 - 30 of 51 reviews
Profile Image for Jill.
170 reviews207 followers
July 22, 2026
Wowi, das hab ich jetzt mal an einen Tag so weggesuchtet 🥺 was heißen muss: ich liebe es! Der Schreibstil ist so so toll, methaphorisch aber nicht auf so eine poetische Art und Weise, wenn das Sinn macht, sondern irgendwie auch einfach frech und wild. Genauso wie ich es liebe und es mir einfach Spaß macht. Ich liebe die Repräsentation, habe mich sehr oft gesehen und gehört gefühlt, hatte Spaß und wollte die ganze Zeit wissen: WAS ist passiert mit euch. Es hat sich so echt angefühlt, so wenig glatt gebügelt. Einfach toll.

(Ehrlicherweise muss ich aber sagen auf die letzten paar Zeilen hätte ich verzichten können 🫠)
(PS: hab das Buch kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, muss hier aber gar nix beschönigen)
Profile Image for Lena Königshofer.
14 reviews
July 28, 2026
Verstehe den Hype nicht so ganz. Der Schreibstil is wunderbar, total poetisch & ganz originell, das mag ich sehr an dem Buch.

Ich fand auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Herkunft / Identität sehr spannend, auch wenns oft schwer war.

Aber ich verstehe den Plot einfach nicht. Wie sich die Geschichte um Yara so aufgebauscht hat & im Endeffekt kaum etwas passiert ist? Und wie sich am Ende auf einmal alle Probleme so einfach gelöst haben? Das war mir zu simpel. Konnte oft die Charaktere und ihre Handlungen nicht nachvollziehen. Das Buch wurde mir auch als Geschichte mit "großen Plottwist" verkauft, den habe ich auch nicht erkannt.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Lukas.
43 reviews
May 31, 2026
4-4.5 ⭐️ welch sweete emotionale Reise in ein Studileben
Profile Image for Hanna.
675 reviews93 followers
July 23, 2026
Wahnsinnig eindringlich und nahbar erzählt die Autorin die Geschichte von Joy, genannt Jojo. Die Ich-Erzählerin studiert Molekularbiologie in einer kleinen - namenlosen - deutschen Stadt und schafft sich durch strenge Routinen und einem ausgeprägten Putz- und Hygienezwang eine Struktur, die ihr ein Gefühl der Kontrolle gibt. In ihrem inneren herrscht aber Chaos. Erst kürzlich von einer Beerdigung in der Vorstadt, wo sie aufgewachsen ist, zurückgekommen, kreisen ihre Gedanken primär um die DVD, die ihr die Mutter ihrer besten Freundin Yara nach der Beerdigung überreicht hat. Diese beste Freundin, mit der sie eine so intensive Beziehung hatte, dass sie an eine romantische Liebe herankam, hat den Kontakt zu Jojo abgebrochen und diese weiß nicht warum. Wie eine offene Wunde trägt Jojo den Verlust von Yaras Freundschaft mit sich herum. Als Jojo sich dann in den Tutor Jakob verliebt, der die dicke Mauer hinter der sich Jojo verschanzt aufzubrechen versucht, kehren bei ihr plötzlich lange verdränge Erinnerungen zurück.

Böhm hat ein außergewöhnliches Gespür für Figuren und deren Psychologie und verhandelt, ganz im nebenbei und ohne erhobenen Zeigefinger, klassistische und feministische Themen. Ich mochte auch sehr, wie freundschaftliche Beziehungen verhandelt wurden und wieviel Bedeutung ihnen, im Guten, wie auch im Schlechten zuerkannt wird. Jojo ist auch so toll vielschichtig, lässt sich nicht auf Stereotypen hinunterbrechen und hat trotz ihrer Schattenseiten, die wir ja alle in uns haben, genug Liebenswertigkeit, dass man als Leser:in gern an ihrer Seite ist.
Ich hab Kaskaden in einem Satz verschlungen, große Empfehlung.
18 reviews
July 27, 2026
Der Vergleich mit „22 Bahnen“ liegt auf der Hand, aber im Gegensatz zu Tilda, die sich durch Resilienz und Mitgefühl von anderen Romanfiguren abhebt, haben wir es in „Kaskaden“ mit der sehr selbstbezogenen und extrem labilen Jojo zu tun. Warum so viele Figuren ihre Nähe suchen, bleibt für mich ein unlösbares Rätsel. Auch als Leserin wollte ich ständig auf Distanz zu ihr gehen und lieber mit Melle abhängen. Trotzdem vier Sterne für den tollen Aufbau und den ganz speziellen Stil, der einfach gar nicht gekünstelt wirkt, sondern wirklich der authentischen Sprache einer Gen-Z-Autorin entspricht.
Profile Image for Tessa.
71 reviews1 follower
July 29, 2026
what a debut novel! read it in two sessions which says a lot - covers the topics of identity between classes, the chaos that is life in your early twenties and the grief of losing friendships, while also managing to bring in ocd representation. wasn’t the biggest fan of the main character but I also think that was never the goal :)
Profile Image for Valeska.
43 reviews4 followers
July 18, 2026
Mich hat „Kaskaden“ leider nicht so umgehauen. Es ist ein gut geschriebenes Buch und es geht um viel mehr als um Freundschaft: es geht um die Liebe zu sich selbst, um das Vertrauen in sich und in andere, um Loslassen, um Vergangenheitsarbeit und um die bittere Realität, in Armut aufgewachsen zu sein und für sein Studium zu kämpfen. An vielen Stellen wollte ich der Protagonistin Jojo mehr Mut und mehr Selbstbewusstsein wünschen, da sie sich selbst so viele Probleme einfach erspart hätte. Für mich hat sie sich zu viel um sich selbst gedreht und das konnte ich beim Lesen kaum „mit anschauen“.
An einigen Stellen ist die Geschichte für mich etwas zu konstruiert und auch das Ende ist wenig überraschend oder bewegend.
1 review
July 19, 2026
Das Buch hat mich angemessen aufgewühlt, erleichtert und frustriert. Ich mochte die ganzen Verweise auf aktuelle Popkultur, 'mein stures, dummes Herz', 'Keta und Krawall', 'ein alter Katy Perry Song' etc. Ich mochte den Schreibstil. Er passt zu dem, was erzählt werden möchte ist bildhaft, nie geschmückt mit zu vielen Metaphern, gut austariert und auf einfache Weise an den richtigen Stellen eindringlich. Ich habe an so vielen Stellen an meine eigene Jugend denken müssen, die teils derbe Schreibweise hat sich nie aufgesetzt angefühlt, hat in einem Rahmen mit Tabus gebrochen, den man sonst selten liest, nämlich auf alltägliche Ereignisse einer weiblichen Sichtweise bezogen. Immer wieder habe ich mich selbst ertappt gefühlt, weil sich alles so echt und intim und so nah an meiner eigenen Realität angefühlt hat, aufzuwachsen in schwierigen Verhältnissen und dann klarkommen.

Ich muss aber leider sagen, dass ich mir inhaltlich mehr erhofft hatte. Mehr Lesestoff, mehr Handlung, mehr ins Detail gehen, mehr Charaktertiefe, mehr, mehr, mehr. Für mich fehlte es hier an allen Ecken. Charaktere wie Jakob, Melle, Yara, Alexis waren in dem Rahmen, der ihnen gegeben wurde, zwar absolut in Ordnung und gut ausgearbeitet, aber sie kamen mir zu wenig vor, hatten mir zu wenig Einfluss. Ich finde die Sache zwischen Jojo und Jakob zudem unglaubwürdig. Er hat einfach entschieden, dass er sie gut findet, hinter ihre Fassade schauen möchte. Mit dem Klischee des unantastbaren Mannes wurde zwar gebrochen, aber es kam mir nicht realistisch vor. Ich konnte Jakob einfach nicht greifen, wieso er so vulnerabel war, es passte für mich nicht zusammen. Melle hat Jojo zu schnell verziehen, Jakob hat ihr zu schnell verziehen, alles einfach. Ich kam mit Jojos Art gut klar, hätte mir aber mehr realistische Aufarbeitung gewunschen, drei Schritte vor, zwei Schritte zurück. Nicht ein 'und jetzt macht Jojo den minimalen Aufwand und alles ist wieder gut'.

Das Buch ist vom Schreibstil, vom Dialog her so nah an der Realität, versucht so sehr, echte Erfahrungen abzubilden. Aber im Gegensatz dazu war mir der Inhalt einfach zu künstlich.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for charlotte.
8 reviews
August 4, 2026
Sowas von 5 ⭐️

„Wo lebt das vermissen, und muss vermissen immer schmerzhaft sein, geht es nicht auch schmerzlos.“
„Das was einen wirklich fickt, sind nicht die Erinnerungen oder das vermissen. Es ist das, was wäre, wenn.“
„Das alles. Völlig grundlos. Schon wieder. Wegen des Schief-in-mir-selbst-Fühlens“
„Wie viel leichter man sich plötzlich fühlen kann, wenn man Dinge teilt.“
Profile Image for Angie Pfeiffer.
71 reviews2 followers
June 13, 2026
Absolutes Highlight!

Ich habe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite geliebt und konnte es ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe mich so gesehen gefühlt in diesem Roman mit diesen Figuren, die so nah an der Realität dran sind und die großen und kleinen Probleme der 20er Jahre meistern müssen. Jojo ist eine sehr interessante Protagonistin, die es in ihrem bisherigen Leben nicht immer leicht hatte, den Sprung aus der Plattenbausiedlung an die uni geschafft hat und im Buch nicht nur mit ihren Unsicherheiten, sondern auch mit Nähe, Zwängen und ihren Gefühlen zu kämpfen hat. Die Dialoge der Figuren waren so wundervoll ehrlich und ungeschönt. Der Schreibstil der Autorin ist absolut fesselnd und unfassbar leicht zu folgen. Der Aufbau des Settings passt hervorragend zum Schreibstil und den Figuren.
Kaskaden ist ein gelungenes Debüt von Louise K. Böhm und ich bin schon sehr gespannt auf weitere Bücher von ihr. Ich empfehle dieses Buch allen, die etwas echtes und emotionales und etwas zum mitfiebern möchten. Eine fantastische Geschichte über die Zwanziger und dem Ausbrechen aus Routinen.
Profile Image for Anna Luca.
9 reviews2 followers
August 1, 2026
Habs verschlungen! So ein toller Schreibstil.
Profile Image for Merle.
6 reviews
July 17, 2026
Habe mich etwas zu oft in Jojo wiedergefunden.
Profile Image for Michelle.
598 reviews9 followers
Review of advance copy
July 1, 2026
Dieses Buch und ich, wir wurden einfach keine Freunde. Egal ob die Charaktere, die Geschichte oder der Schreibstil, einfach nichts davon konnte mich wirklich abholen.

Um ganz ehrlich zu sein habe ich Jojo als Charakter wirklich nicht leiden können und die Grundgeschichte an sich finde ich total nichtssagend und langweilig.

Dieses Buch war bisher mein größte Flop in diesem Jahr und ich kann jedem nur abraten dieses Buch zu lesen
Profile Image for Mia.
316 reviews1 follower
August 7, 2026
Hui ich glaube, dieses Buch zu bewerten, wird richtig schwierig für mich. Es folgt ein chaotischer Versuch, meine Gedanken dazu zu sammeln.

Da ist zunächst einmal die Tatsache, dass ich es aufgeschlagen und dann eigentlich in einem Rutsch durchgelesen habe, in jeder freien Minute, die ich an meinem letzten Tag vor dem Urlaub hatte, weil es mich so gepackt hat und ich unbedingt fertig werden und wissen wollte, wie es endet. Das ist ein großer Pluspunkt natürlich.
Ich mochte Jojo als Protagonistin auch, glaube ich, nicht weil sie mir unbedingt sympathisch war, sondern weil sie sich echt angefühlt hat, vielleicht sogar gerade darin, dass ich viele ihrer Handlungen und Empfindungen nicht nachvollziehen konnte?
Dazu schneidet das Buch super viele wichtige Themen an: Klasse, Armut (Kurze Side-Note: ich finde es ultra random, dass hier Reviews sagen, dieses Buch hätte große Ähnlichkeit mit 22 Bahnen? Bis auf die Tatsache, dass das Aufwachsen in Armut und die daraus resultierende kontinuierliche finanzielle Unsicherheit in beiden Büchern eine zentrale Rolle spielt (und bei 22 Bahnen meines Wissens nicht mal besonders gut dargestellt wird?) sehe ich tbh gar keine Parallelen und checke den Vergleich nicht wirklich), toxische Freundinnenschaften und verschwimmenden Grenzen, und die Schwierigkeit seine Themen und Bedürfnisse in Worte zu fassen, wenn die Vorbilder dazu fehlen.

Das klingt alles super, aber leider kommt für mich doch auch ein aber. Denn ich gehe auch irgendwie frustriert aus diesem Buch und leider nicht so ganz auf die gute Art, wie ich es manchmal liebe bei Büchern. Zuerst einmal hat sich für mich am Ende irgendwie alles zu schnell gelöst. Auch wenn es natürlich schön war, zu sehen, dass Jojo so ein rücksichtsvolles Umfeld hat, hat es für mich im ganzen Kontext wenig Sinn ergeben und war zu easy irgendwie, nachdem im Vorfeld alles extrem dramatisch und distanziert wirkte.

Ich fand die Beziehung zwischen Melle und Jojo toll, aber trotzdem habe ich das Gefühl Melle am Ende immer noch nicht richtig zu kennen und das ging mir bei den anderen Nebencharakteren leider ähnlich. Denn was sollte das alles mit Alexis? Das Buch spielt m.E. sehr stark damit, dass zwischen Jojo und ihr romantische Vibes sein könnten, nur um das Ganze dann einfach komplett fallen zu lassen und irgendwie in eine Eifersüchtelei um einen Typen umzudeuten?

Und damit wären wir bei Jakob, der für mich leider gar nicht zugänglich war. Es mag daran liegen, dass sich mir der Anreiz eines Mannes grundsätzlich kaum erschließt, aber irgendwie wurde mir bis zum Schluss nicht wirklich klar, was Jojo und ihn außer Limerenz und sexueller Anziehung verbunden hat (er weiß einen Großteil der Zeit überhaupt nichts über sie, von ihr erfährt man hauptsächlich, wie horny sie auf ihn ist und, dass sie sich auf eine für mich abstrakte und unzugängliche Art zu ihm hingezogen fühlt). All das wäre kein Problem für mich gewesen, wenn das Buch nicht am Ende plötzlich auf Krampf noch eine Lovestory der beiden forciert hätte, die für mich auf sehr wackeligen Beinen stand. Hab’s leider null gefühlt und unnötig gefunden (maybe I‘m too ace and gay for this, kein Plan).

Yara, Yara, Yara. So spannend und so undurchsichtig und ich mochte es gerne, aber bleibe am Ende mit vielen Fragen, die vielleicht auch ok sind, aber ich checke nicht, was so schlimm sein sollte an der Sache mit ihrem Bre, ich bin ehrlich. Ich finds irgendwie krass, wie viel Raum das am Ende hatte und dafür andere und meiner Meinung nach wichtigere Themen, wie der sexuelle Übergriff durch ihn, Jojos Zwangsstörung und ihre Queerness überhaupt nicht vertieft wurden?

Gerade letztere, warum war das nicht mehr Thema?? Ich bin wirklich null der Ansicht, dass alles bis ins kleinste Detail erklärt werden sollte in Büchern, aber dafür, wie zentral die queeren Tendenzen und ja auch queeren Erfahrungen in der Beziehung der beiden Freundinnen sowie die explizite Lesbenfeindlichkeit, mit der sie deswegen konfrontiert wurden, für das dramatische Ende ihrer Freundinnenschaft waren, fehlte mir hier einfach eine vertieftere Auseinandersetzung damit. Von mir aus hätte dafür gerne der ganze Jakob Plot gestrichen werden und zum Beispiel anhand Jojos Beziehungen zu Melle und Alexis das Thema Freund*innenschaft und Queerness und die Verschränkungen davon thematisiert werden können (could again be a personal preference tho). Vielleicht wollte das Buch hier auch einfach bisschen zu viel und konnte dann nicht allem gerecht werden oder ich interpretiere zu viel in alles rein, keine Ahnung.

Ich könnte noch lange weiterschreiben, weil hier offensichtlich viele Gedanken herumspringen gerade, was ja auch gut ist, aber vielleicht mache ich an dieser Stelle erstmal einen Punkt und sage nur noch kurz zum Schreibstil, dass ich ihn generell sehr mochte, aber teilweise auch etwas gewollt fand und bisschen zu metaphernlastig für eine Ich-Erzählerinnen-Perspektive (weil let‘s be real, wer denkt wirklich so?).

Wie nun bewerten, ich habe keine Ahnung. Von der Suspense und den Themen und den Gedanken, die es ausgelöst hat, schwanke ich zwischen vier und fünf Sternen, aber das unbefriedigte Gefühl und die Kritikpunkte, die ich erläutert habe, hinterlassen eher ein Gefühl von 3 bis 4 mit Tendenz zur 3, obwohl ich das Buch auf jeden Fall empfehlen und gerne drüber diskutieren würde. Vielleicht einfach nicht ganz mein Buch, aber trotzdem sehr lesenswert, also sage ich 3,5 und gebe glaube ich drei Sterne, weil es ehrlicher meinen Empfindungen entspricht, auch wenn ich sehr checke, warum es für viele Menschen absolut ein five-Star-Read sein wird!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for mira.
2 reviews
August 3, 2026
boah, ich weiß nicht. fand's schon fesselnd und teilweise hat mich die sprache sehr abgeholt, aber oft war ich auch genervt, weil es entweder dauerhaft die gleiche satzstruktur war oder zu überfüllt von metaphern. die protagonistin hat mich sehr doll genervt und ich fand es irgendwie nervig, wie der konflikt aufgearbeitet wurde. und keine ahnung, vielleicht bin das wieder ich, aber ich fand's null schlimm, was die protagonistin getan hat und weswegen sie sich selbst so lange gequält hat, also für sie war es ja ein richtiges trauma mit verdrängung und allem und das hab ich ehrlich nicht gecheckt. auch dass yara deswegen den kontakt abgebrochen hat und sich legit nie wieder gemeldet hat?? fand auch gar nicht schlüssig, wie die protagonistin zu alexis steht, also für mich klang das zwischendurch schon so, als würde sie sie auf romantischer ebene interessant finden und dann wurde das nur so halb thematisiert. und ich fand es anstrengend, wie viel englisch mit drin war, auch wenn es dadurch vielleicht realistischer war, und wie teilweise auf krampf (fand ich) politische probleme thematisiert wurden. mich hat das buch an vielen stellen sauer gemacht und ich weiß auch nicht, wie ich die darstellung von armut fand, aber trotzdem hat es mich sehr mitgenommen und die autorin hat eine welt gebaut, in die ich richtig eingetaucht bin (und dabei spaß hatte) mit charakteren, die sich echt angefühlt haben.
Profile Image for Xenia Beitz.
28 reviews2 followers
August 2, 2026
Louise ist easy in die Liste meiner liebsten Autorinnen gewandert. Ihr Schreiben, eine Mischung aus deep, klar und peotisch habe ich noch nie so gelesen. In die Geschichte von Jojo, ihr Festhalten an Yara, das Verschließen vor Jakob, melle und Alexis bin ich direkt eingetaucht, konnte jojo manchmal so gut verstehen. Louise verwebt Ungleichheit, Armut, zwischenmenschliche Beziehungen und wie es ist, als junge Frau in unser Gesellschaft zu (über-)leben so geschickt zusammen, dass ich mich stoppen musste, das Buch nicht direkt zu verschlingen. Weil ich jetzt traurig bin, dass es vorbei ist und ich Jakob vermisse! Und die Freundinnenschaft zwischen den Girls nicht nur Jojo trägt. Mein liebstes Zitat neben der Wilden Hühner Referenz ›Weil in der BRAVO in jedem zweiten Artikel stand, wir sollen mysteriös wirken, sonst bleiben wir nicht interessant. Weil Leonardo di Caprio seine Frauen aussortiert, wenn sie 25 werden. Weil ich jeden Morgen eine Tarntracht anlege. Weil ich mit 16 gelernt habe, dass 'nicht so wie die anderen Mädchen ' ein Kompliment sein soll.‹
Profile Image for suin.
51 reviews10 followers
July 30, 2026
woahh so ein starkes (und so so wichtiges) debüt?! ich kann gar nicht sagen, ob ich das buch verschlungen habe oder das buch mich.. jojo und ihre (un)ausgesprochenen gedanken werden mich jedenfalls noch eine ganze weile begleiten <3
10 reviews
August 1, 2026
Ich hab wirklich jede Seite verschlungen und geliebt ❤️‍🔥
28 reviews
July 27, 2026
4.5⭐️
Chli wie 22 Bahnen vo de idee her findi aber chli meh relatable
Profile Image for Kleinebuecherwelt.
258 reviews8 followers
August 2, 2026
Kaskaden ist ein wirklich starkes Debüt, das sich alles andere wie eins liest. Man merkt, dass die Autorin ihr Handwerk versteht und dieses Buch auf viel Schreiberfahrung beruht. Auch am Aufbau der Geschichte ist das erkennbar, weil sich hier wirklich Gedanken darüber gemacht wurde, wie man das Buch einleitet, für Spannungsmomente und ein rundes Ende sorgt. Den Schluss habe ich geliebt, weil er so genial und gut durchdacht gelöst wurde. Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil, der gut zur Atmosphäre und Hauptfigur passt. Manche Passagen haben etwas aufgesetzt auf mich gewirkt und so, als ob die Autorin unbedingt bestimmte Ansichten in diesen loswerden wollte, obwohl sie nicht natürlich in der Situation wirken, aber das hat den Lesefluss nicht gestört. Es betrifft nämlich nur wenige Momente. Eine Sache, die mir am besten gefallen hat, ist dass sich das Buch nicht in der Liebesgeschichte zwischen Jojo und Jakob verliert. Stattdessen spielt diese durchgehend nur eine Nebenrolle neben dem Thema Freundschaft und Jojos persönlicher Entwicklung, die maßgeblich durch andere Dinge vorangetrieben wird.
Ihre Schulfreundin Yara, zu der sie keinen Kontakt mehr hat, ist wie ein Schatten durchgehend präsent. Der Autorin ist es wirklich gut gelungen zu beschreiben, was für einen Einfluss der Verlust dieser Freundschaft auf Jojo hat. Hier wirkt auch nichts aufgesetzt, sondern alles sehr nah am echten Leben. Besonders deutlich wird, wie sehr sie einfach ihre Kindheit geprägt hat. Daher konnte ich Jojos Schmerz und Probleme damit, neuen Menschen zu vertrauen, nachvollziehen. Heraussticht hier auch wie lebensnah die Autorin das Aufwachsen in den 2010erJahren beschreibt.
Jojo kommt im Gegensatz zu den meisten ihrer Kommilitonen aus keinem akademischen Elternhaus und ich finde es wird sehr gut gezeigt, wie sie es dadurch zum Teil schwerer im Studium hat und unter was für einem finanziellen Druck sie im Vergleich zu den anderen steht. Ich habe erwartet, dass diese Thematik mehr im Mittelpunkt steht, finde es rückblickend aber gut, dass Jojo nicht nur darüber definiert wird. Was ich jedoch erwähnen muss, ist, dass sich Jojo im Zeitraum des Buchs in einer Ausnahmesituation befindet, weil sie monatelang auf ihren Bafög-Bescheid warten muss. Hier hat es sich die Autorin etwas einfach gemacht, weil natürlich klar ist, dass sie in dieser Zeit unter mehr Druck und finanziellen Problemen steht, als den Monaten, in denen sie das Bafög normal ausgezahlt bekommt. Vor allem, weil sich vermuten lässt, dass sie den Höchstsatz erhält und in einer kostengünstigeren Stadt lebt. Vielleicht werden Nicht-Betroffenen dadurch die Schwierigkeiten aber klarer, vor denen Studenten aus finanziell schwächer aufgestellten Familien stehen.
Auffällig sind auch die Parallelen zu 22 Bahnen, z.B. bzgl. der Studiengänge, finanziellen Aspekte und Erzählart. Anfangs habe ich etwas gebraucht, um Kaskaden getrennt betrachten zu können, aber mit der Zeit stechen dann zum Glück mehr die Alleinstellungsmerkmale heraus und wird deutlich, dass man sich nur an dem Erfolg des anderes Buchs anreihen wollte.
Insgesamt hat mir Kaskaden somit gut gefallen und gerade für ein Debüt ist es lobenswert und weckt das Interesse für Lese-Nachschub der Autorin. Jojos Geschichte beweist nämlich schon, was für ein Talent in ihr steckt. Das einzige, das mir etwas gefehlt hat, ist die Tiefe - vor allem bei den sensiblen Themen, da mir das Buch insgesamt etwas zu oberflächlich war. Es liest sich oft so, als ob mehr von oben herab beschrieben wird, statt wirklich in das Innenleben der Figuren zu tauchen. Hier hatte ich den Eindruck, dass die Wirkung der Geschichte als Gesamtwerk stärker im Fokus stand, statt sich zu trauen, mehr in die Charaktere zu schauen und dadurch etwas Chaos bezüglich der Gesamtwirkung zu riskieren.

Fazit: Ein starkes Debüt, das einen nicht mehr loslässt.
Profile Image for SometimesWonderland.
290 reviews2 followers
Review of advance copy
June 19, 2026
Nach der Schule beginnt das Studium. Partys, erste Freiheiten, große Gefühle, Enttäuschungen. Viele Probleme treten zum ersten Mal ins eigene Leben und müssen bewältigt werden. Mitten in diesem Chaos steht Joy, die von allen nur Jojo genannt wird. Von Freude ist bei ihr nämlich wenig übrig. Bis heute leidet sie unter dem Ausgang ihrer ersten großen Liebe, ihre Sauberkeitszwänge bestimmen ihren Alltag und obwohl sie Mikrobiologie studiert, gelingt es ihr kaum, die Kontrolle über ihre Ängste zu halten. Dazu kommen finanzielle Sorgen.

Die LeserInnen begleiten Jojo intensiv durch diese schwierige Lebensphase. Dabei zeigt sie eine junge Frau, die versucht, ihren Problemen ständig auszuweichen. Normalerweise tue ich mich mit solchen Figuren schwer. Verdrängung ist für mich oft frustrierend zu lesen. Dennoch funktionierte es hier überraschend gut, weil Jojos Gedankenwelt so nachvollziehbar dargestellt wird.

Der Schreibstil erinnerte mich stellenweise an Julia Engelmann. Die Sprache ist bildhaft, poetisch und nah an moderner Lyrik. Gerade zu Beginn war mir das fast etwas zu viel. Die langen, verschachtelten Sätze verlangsamten meinen Lesefluss. Mit der Zeit entwickelte die Erzählweise jedoch einen besonderen Sog. Die sprachlichen Bilder passten perfekt zu dem Gedankenkarussell, das viele Menschen Anfang zwanzig kennen dürften.

Nach und nach erfahren wir mehr über Jojos familiären Hintergrund. Lange bleiben die Ursachen vieler Ängste jedoch im Verborgenen. Erst gegen Ende wird deutlich, wie stark bestimmte Erfahrungen sie geprägt haben. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Vor allem die Hintergründe ihrer Zwänge sowie mögliche Wege im Umgang damit hätten mehr Raum bekommen dürfen.

Gleichzeitig mochte ich, dass der Roman keine einfachen Antworten liefert. Nicht jede Wunde heilt sofort und nicht jedes Problem verschwindet nach einer Erkenntnis. Gerade dadurch wirkt Jojos Entwicklung glaubwürdig.

Insgesamt eine emotionale, sprachgewaltige Geschichte über das Erwachsenwerden, psychische Belastungen und die Schwierigkeit, sich den eigenen Dämonen zu stellen. Die Aufarbeitung zum Ende hin gelingt und rundet den Roman stimmig ab.
Profile Image for Katrin.
90 reviews6 followers
Review of advance copy
July 1, 2026
„Sie sind ja so lebendig. Sie sind ja so glücklich. Vielleicht hätte ich auch eine von ihnen sein können, wenn die Dinge nicht so gekommen wären, wie sie gekommen sind.“ (S.20)

"Kaskaden" von Louise K. Böhm hat mich eiskalt erwischt. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Buch mich so umhauen und zu einem neuen Highlight für mich werden würde!

Der Roman handelt von Jojo, die es aus ihrer Vorstadt heraus an die Uni geschafft hat, um Naturwissenschaft zu studieren. Ihre Tage verbringt sie am liebsten im Labor und hält dabei alle um sich auf Abstand: ihre Mitstudierenden, mit denen sie sowieso nichts anfangen kann, aber auch ihre Mitbewohnerin Melle, die ihr trotzdem versucht eine gute Freundin zu sein und eigentlich auch Jakob, Jojos neuer Tutor, von dem sie sich aber auch nicht ganz lossagen kann. Denn was Jojo nicht in ihrer Vorstadt zurückgelassen hat, sind ihre Verlustängste, ausgelöst von ihren Gedanken, die nur um eins kreisen: ihre ehemalige beste Freundin Yara, mit der die Grenzen zwischen Freundschaft und Beziehung in ihrer gemeinsam verbrachten Jugend immer wieder zu verrutschen drohten, bis Yara plötzlich den Kontakt zu ihr abbrach.

"Kaskaden“ hat mich nicht nur mitfühlen lassen mit Jojo, in vielem habe ich mich auch selbst wiedergefunden und verstanden gefühlt. Auch wenn das Buch nicht mein erster (coming of age?) Roman war, der von einer Protagonistin handelt, die sich nirgendwo wirklich zugehörig fühlt, die sich selbst irgendwie finden muss und gleichzeitig permanente (Geld-)Sorgen hat, war „Kaskaden“ für mich ganz besonders. Vielleicht lag es an der Sprache und dem Schreibstil, durch den sich die Geschichte nicht nur flüssig lesen hat, sondern auch direkt in mein Herz getroffen hat. Vielleicht lag es auch an den popkulturellen Bezügen, die genau meiner bubble als Teenager und Erstsemester entsprachen.

Jedenfalls hat mich dieses Buch mitgerissen, emotional aufgewühlt, wütend, glücklich, traurig gemacht – und das ist so ungefähr alles, was ich mir von einem guten Buch wünsche.

P.S.: Der letzte Satz des Romans war persönlich. 💔
Profile Image for Fiona.
179 reviews53 followers
July 25, 2026
Jojo ist gut im Verdrängen – oder zumindest wäre sie es gern. Dann würde sie ihre Zeit vor dem Studium, ihre Herkunft und Yara, ihre frühere beste Freundin, die ihr so nah war wie sonst niemand auf der Welt, ganz einfach vergessen und neu anfangen. Der Umzug in die Stadt und das Masterstudium sind ihre Chance – doch die Erinnerungen und das Gefühl, nicht hierher zu passen, lassen sie nicht los. Ein wenig Ordnung in
all ihr Chaos bringen lediglich die Arbeit im Labor und ihre Mitbewohnerin Melle. Und dann ist da Jakob, der neue Tutor, der eine willkommene Ablenkung für Jojo ist. Aber das wird alles unwichtig, als ein plötzliches Lebenszeichen von Yara Jojo dazu zwingt, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.

»Weil es macht ja nichts, wo wir herkommen, sondern es macht was, wo wir hingehen.« (S. 279)

Stimmt das? Wie sehr bestimmen Herkunft und Vergangenheit unsere Entscheidungen im Jetzt? Was kann man ablegen, was ist für immer Teil von uns? Diesen Fragen hat sich Louise K. Böhm in ihrem Debüt gewidmet. Neben Zugehörigkeit und Herkunft geht es in dem Roman auch um Freundschaft, Familie, Armut und soziale Ungerechtigkeit. »Kaskaden« ist wie die große, erwachsenere & düsterere Version von »22 Bahnen«. Und wisst ihr noch die Serie DRUCK bzw. SKAM? Ähnliche Vibes hat mir »Kaskaden« beim Lesen gegeben. Hab’s also geliebt! Jojos Geschichte ist bleischwer und federleicht zugleich. So ein tolles Debüt! Ich freue mich auf alles, was noch von der Autorin kommt.❤️

Lies dieses Buch unbedingt, wenn dir eins der folgenden Bücher gefallen hat:
- »22 Bahnen« von Caro Wahl
- »Liebewesen« von Caro Schmitt
- »Wenn wir lächeln« von Mascha Unterlehberg
Profile Image for AsClearAsDay.
19 reviews
July 29, 2026
Ich glaube, ich bin zu alt dafür.
Eine Rezension trug die Überschrift "Wie 22 Bahnen, nur besser". Ehrlich gesagt, finde ich 22 Bahnen eindeutig besser.
Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass die Überdramatisierung von Jojos Gedanken und Verhalten eine triftigen Grund bekommt. Das, was letztendlich der Grund ist, war für mich persönlich absolut ernüchternd. Vielleicht bin ich etwas anderes gewöhnt, ehrlich gesagt hätte ich auf sowas wie in "Sommer der schafenden Hunde" gehofft. Dieses Reinsteigern in die Beziehung zu einer Person, die nicht funktioniert hat, in den Grund dafür, der (meiner Meinung nach) viel zu heftig dramatisiert wird, dieses Aufbauschen und Jojos krankhaftes Verhalten haben mich extrem genervt, weil es für mich einfach keine Gründe waren, die solch ein Verhalten erklären, geschweige denn auslösen. Sorry, aber da muss mir jemand mit was Krasserem kommen.
Das Denglisch und geMause und der Stil generell haben mir auch nicht zugesagt. Lustig fand ich, dass Jojo von Mädchen erzählte, die alle gleich aussehen, während ich in der Autorin beobachte, wie auch sie aussieht und schreibt wie alle anderen ihres Faches. Mit kleinen Ausnahmen, wie eben Caroline Wahl.
Positiv hervorheben möchte ich queere Themen.
Der Rest war eher anstrengend, die Sätze wirkten so halb angefangen, abgebrochen, die Metaphern waren okay aber zu viel. Ich habe keine Lust mehr auf Romane von weiblichen cis Frauen Mitte zwanzig, die eigentlich nur über sich selbst schreiben, was der Grund dafür ist, dass sich alles so ähnelt.
239 reviews
July 26, 2026
Jojo und Yara

Studieren ist meist kostspielig. Wenn man keine Unterstützung erhält, kann es zu finanziellen Engpässen kommen. So auch bei Jojo in „Kaskaden“.

Jojo wartet seit längerem auf ihren Bafög Bescheid. Sie lässt sich nicht anmerken, dass aktuell weder Lebensmittel noch Lehrbuch deins sind. In dieser schwierigen Phase meldet sich ihre beste Freundin wieder, die einst abgehauen war…

Ich kann Jojos Situation verstehen. Auch wenn mein Studium ein Jahrzehnt zurückliegt, erinnere ich mich noch an finanzielle Engpässe- vor allem, wenn die Nebenkostenabrechnung anstand. Und wer hatte damals nicht den einen Mitschüler, der plötzlich weg war? Bei der Thematik werden Erinnerungen wach und ich bin voll im Thema.

Die Sprache, welche die Autorin anwendet, ist geschickt gewählt. Der innere Konflikt von Jojo, ihre Eltern um Geld zu bitten, ist zwischen uns Zeilen zu erkennen. Auch ihre Bedenken bezüglich des Videos sind realistisch dargestellt. Insgesamt passt die Sprache zur Thematik und das Buch ist flüssig lesbar.

Was mich allerdings genervt hat ist die Protagonistin. Jojo dreht sich quasi im Kreis und es ist schwer zu erkennen, was ihre wahren Gefühle sind. Sie teilt sich mir als Leserin nur oberflächlich mit und ich würde mich interessieren, wie es ihr im Bezug auf die Freundschaft mit Yara wirklich geht. Schade- an dieser Protagonistin geht viel Potential verloren. So bekommt der Roman vier Sterne
Profile Image for Rosetheline.
150 reviews13 followers
August 6, 2026
Verarbeitung des Verlusts einer tiefen Verbindung

In Louise K. Böhms "Kaskaden" geht es um Jojo, die mittlerweile im Master Molekularbiologie studiert und versucht, ihre prekäre Herkunft aus einer tristen Hochhaussiedlung hinter sich zu lassen. Damals gab es da noch Yara, ihre beste Freundin, mit der sie jetzt allerdings keinen Kontakt mehr hat. Doch diese tiefe Verbindung holt sie nach dem Tod von Yaras Vater ein. Voller Spannung, Yara vielleicht wieder zu sehen, muss Jojo enttäuscht feststellen, dass diese selbst zur Beerdigung ihres Vaters nicht gekommen ist. Nur eine DVD, die Jojo von Yaras Mutter bekommt, bringt Yara wieder in ihr Leben.
Dabei muss sich Jojo wieder der Vergangenheit stellen, denn die DVD weckt alte Erinnerungen auf.

Böhms Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und ich wurde regelrecht in einen Sog gezogen. Themen, die im Buch vorkommen, wie z.B. Klassismus, Zwangsstörung, das Loslassen von Freundschaften sowie das Einordnen von queer/platonischen Gefühlen griffen hier sehr gut ineinander. Auch die Liebesgeschichte mit Jakob passte gut ohne dabei den Mittelpunkt einzunehmen.

Alles in Allem hat mir "Kaskaden" gut gefallen. Trotzdem fehlte mir das gewisse Etwas, weshalb ich keine 5 Sterne vergeben kann. Ich kann es dennoch uneingeschränkt weiterempfehlen.
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39 reviews
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June 1, 2026
Was für ein intensives und berührendes Debüt! Luise K. Böhm hat mit „Kaskaden“ einen emotionalen und tiefgründigen Roman über Freundschaft, Herkunft, Klassenscham und das Erwachsenwerden geschrieben. Im Mittelpunkt steht Jojo, die ihre plötzlich verschwundene beste Freundin Yara schmerzhaft vermisst und sich in einer völlig neuen, wohlhabenden Welt zurechtfinden muss. Die Autorin erzählt Jojos Geschichte mit einer enormen sprachlichen Sensibilität – rau, ehrlich und absolut unverkitscht.
Der Schreibstil ist sehr poetisch, aber direkt und kommt völlig ohne ablenkenden Schnickschnack aus. Nach einem etwas komplexeren Einstieg entfaltet die Geschichte schnell einen unglaublichen Sog. Jojos innere Zerrissenheit und ihre mentale Entwicklung sind dabei so nahbar beschrieben, dass man jede Emotion selbst mitspürt. Schöne, nostalgische Details wie die Erwähnung von Pimkie oder den Wilden Hühnern wecken zudem eigene Erinnerungen beim Lesen.
Zusammenfassend ist „Kaskaden“ ein kluger, extrem mitreißender Roman, den man problemlos an einem Tag durchsuchtet. Das versöhnliche und berührende Ende hallt noch lange nach. Für mich ist es eines der stärksten Debüts seit Langem und eine absolute Leseempfehlung!
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