In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Bettina Tietjen von der Demenzerkrankung ihres Vaters, vom ersten „Tüdeln“ bis zur totalen Orientierungslosigkeit. Offen und liebevoll beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen, und die vielen komischen Momente, in denen sie trotz allem herzhaft zusammen lachen konnten. Bettina Tietjen musste lernen, dass Demenz ein Zustand ist, der ganz allmählich von einem vertrauten Menschen Besitz ergreift. Zuerst merkt man es nicht, dann will man es nicht wahrhaben. Schließlich muss man lernen, es zu akzeptieren. Denn trotz aller Herausforderungen ist Bettina Tietjen überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein.
Mit “Unter Tränen gelacht – die Demenz, mein Vater und ich” ist Bettina Tietjen ein sehr persönliches und emotionales Buch gelungen, das weder von der medizinische Seite noch ausschließlich vom Schmerz des Abschieds erzählt, sondern von Lebensfreude, menschlicher Wärme und heiteren Stunden berichtet. Für mich war es mehr ein Buch, das Kraft macht und den Blick für die schönen kleinen Momente im Alltag schärft, als ein Buch über Demenz. Ich kann es daher auch Leuten empfehlen, die wie ich keinen persönlichen Bezug zu dieser Krankheit haben.
Schönes und sehr persönliches Buch, das Frau Tietjen da über ihren Vater geschrieben hat. Manchmal hat man allerdings den Eindruck, dass das Buch mehr als Selbsttherapie gedacht ist. Wer demente Angehörige hat, wird da sicherlich Einiges wieder erkennen.