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Wo die Toten sprechen: Roman - Nach »Winterbergs letzte Reise« der neue große Roman des Kultschriftstellers.
Lorenzo, Caspar und Miss Detroit sind unterwegs im alten Saab. Drei Freunde, irgendwo zwischen Lebensmitte und Lebensmüdigkeit. Ihr die Friedhöfe Mitteleuropas. Während sich Lorenzo durch Bücher frisst und versucht, eine Doktorarbeit über die toten europäischen Dichter zu schreiben, träumt Miss Detroit hinter dem Lenkrad davon, Friedhofsbotanikerin zu werden und durch die Blumen mit den Toten zu sprechen. Und der fast blinde Caspar denkt an seinen Vater im Böhmischen Paradies, dessen verstorbene Freunde noch immer durch seine Stammkneipe geistern. Mit jedem gefahrenen Kilometer rücken die drei näher aneinander und hören die Stimmen der Toten von Grab zu Grab Wovon sprechen sie, wenn man ihnen zuhört? Und wem hört man besser nicht zu? Als sie auf einem Berliner Friedhof plündernden Reichsbürgern zuvorkommen und die Knochen eines NS-Verbrechers entwenden, beginnt eine absurde Verfolgungsjagd entlang der Grenzen der europäischen Mitte.Ein temporeicher Roman voller lakonischem Jaroslav Rudiš bricht auf zu einer rasanten Odyssee und erzählt von Freundschaft, Vergänglichkeit und davon, was uns in Europa zusammenhält.
241 pages, Kindle Edition
Published August 26, 2026
About the author
Jaroslav Rudiš
58 books204 followersVyrostl v Lomnici nad Popelkou. Navštěvoval gymnázium v Turnově, po něm vystudoval Pedagogickou fakultu Technické univerzity v Liberci (obor němčina – dějepis). Dále studoval v Praze a Curychu. V letech 2001 až 2002 pobýval v Berlíně, kde obdržel novinářské stipendium na Svobodné univerzitě.
Pracoval jako učitel, DJ, manažer punkové skupiny, hotelový portýr a naposledy jako novinář v deníku Právo. Nyní je spisovatelem na volné noze. Příležitostně vystupuje se skupinami U-Bahn a The Bombers, píše také písňové texty (mj. pro skupiny Umakart a Lety mimo). S básníkem a prozaikem Igorem Malijevským pořádá v pražském Divadle Archa každý měsíc literární kabaret EKG.
Prvotina Nebe pod Berlínem (2002) ho proslavila. Kniha získala Cenu Jiřího Ortena a byla také oceněna jako Nejkrásnější kniha roku. Román byl přeložen do pěti jazyků.
Vydal také trilogii komiksů Alois Nebel (spolu s kreslířem Jaromírem 99, tj. Jaromírem Švejdíkem, Bílý Potok, Hlavní nádraží a Zlaté Hory, 2003–2005) o česko-německém výpravčím vlaků, sloužícím na malé stanici v Sudetech.
Pracoval jako učitel, DJ, manažer punkové skupiny, hotelový portýr a naposledy jako novinář v deníku Právo. Nyní je spisovatelem na volné noze. Příležitostně vystupuje se skupinami U-Bahn a The Bombers, píše také písňové texty (mj. pro skupiny Umakart a Lety mimo). S básníkem a prozaikem Igorem Malijevským pořádá v pražském Divadle Archa každý měsíc literární kabaret EKG.
Prvotina Nebe pod Berlínem (2002) ho proslavila. Kniha získala Cenu Jiřího Ortena a byla také oceněna jako Nejkrásnější kniha roku. Román byl přeložen do pěti jazyků.
Vydal také trilogii komiksů Alois Nebel (spolu s kreslířem Jaromírem 99, tj. Jaromírem Švejdíkem, Bílý Potok, Hlavní nádraží a Zlaté Hory, 2003–2005) o česko-německém výpravčím vlaků, sloužícím na malé stanici v Sudetech.
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September 22, 2026
Caspar schaute dem Zug nach, in dem Hanah saß. Sie wollten ein paar gemeinsame Tage in Venedig verbringen. Warum er nie etwas sage, wollte Hanah wissen, bevor sie endgültig im Zug verschwand. Darauf sagte er nichts. Er ging zurück ins Hotel am Canale Grande, checkte aus, nahm den Zug, stieg nach drei Bahnhöfen wieder aus, wechselte das Gleis und nahm den Zug zurück. Er checkte am Canale Grande wieder ein, betrat sein Zimmer, zog die Vorhänge zu, sich aus und legte sich in die Badewanne.
Miss Detroit hatte ihren Vater beerdigt. In eine kleine Urne war er entschwunden, wie es sein Wunsch gewesen war. Jetzt steht sie in seiner Werkstatt direkt neben dem Friedhof, sie wird eine Fahrt mit dem weißen Saab, dem Sarg machen müssen. Sie wird einige Friedhöfe anfahren, dort übernachten und mit den Toten sprechen. Miss Detroit bindet ihre langen schwarzen Haare zu einem Zopf, kontrolliert ihre schwarz lackierten Fingernägel, zieht ihr weites schwarzes Kleid über und schlüpft in die schwarzen Doc Martens. Sie legt eine der Kassetten ihres Vaters ein, lauscht The Cures „Its Friday I´m in Love“ und braust los.
Lorenzo ist klein, sein kompakter Körper mit Buchstaben übersät. Seit seinem Literaturstudium hat er sich zur Aufgabe gemacht, die Bücher all der toten Dichter zu lesen und dann aufzufressen. Ein Akt wider das Vergessen und eine Ehrenrettung vor den Kreuzspinnen, die dazu neigen, Bücher zu verbrennen. Fast das ganze Jahr über besucht er die toten Dichter, nächtigt auf deren Gräbern und unterhält sich mit ihnen und wenn er traurig oder freudig erregt ist, dann heult er wie ein Wolf. Wie im wirklichen Leben sind ihm einige Schreiber sympathischer als andere.
Fazit: Der Schriftsteller, Dramatiker und Musiker Jaroslav Rudiš erzählt die Geschichte von drei (depressiven?) Persönlichkeiten, die sich zufällig auf einem Friedhof treffen und sich unvermeidlich zueinander hingezogen fühlen. In Miss Detroits Saab fahren sie durch Europa, hören die Indipendent-Kassetten von Miss Detroits Vater und philosophieren. Caspar betrauert seine Ehe, Miss Detroit ihren toten Vater und Lorenzo den Verlust seiner Oma, die im Böhmischen Paradies geblieben ist. Die Geschichte ist, durch die Stilrichtung magische Realität, einigermaßen verwirrend. Der Autor bringt verschiedene Themen ein. Die Dichter, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen, als wichtiges kulturelles Gut, ein paar Neonazis, ein bisschen Theresienstadt und drei überdurchschnittlich verrückte Hauptdarsteller. Und das ist auch schon mein Problem. Mein autistisches Gehirn versteht keinen magischen Realismus. Hier ist alles erlaubt, kann aus dem Hut gezaubert und durcheinandergerüttelt werden. Ich kann mich an nichts orientieren, was Struktur, Stringenz oder Wahrheitsgehalt angeht, da kann aber der Autor nichts dafür. Wenn ich einen roten Faden gefunden habe, dann beschreibt Jaroslav Rudiš am ehesten das Thema Freundschaft. Für alle, die Saša Stanišic lieben.
Miss Detroit hatte ihren Vater beerdigt. In eine kleine Urne war er entschwunden, wie es sein Wunsch gewesen war. Jetzt steht sie in seiner Werkstatt direkt neben dem Friedhof, sie wird eine Fahrt mit dem weißen Saab, dem Sarg machen müssen. Sie wird einige Friedhöfe anfahren, dort übernachten und mit den Toten sprechen. Miss Detroit bindet ihre langen schwarzen Haare zu einem Zopf, kontrolliert ihre schwarz lackierten Fingernägel, zieht ihr weites schwarzes Kleid über und schlüpft in die schwarzen Doc Martens. Sie legt eine der Kassetten ihres Vaters ein, lauscht The Cures „Its Friday I´m in Love“ und braust los.
Lorenzo ist klein, sein kompakter Körper mit Buchstaben übersät. Seit seinem Literaturstudium hat er sich zur Aufgabe gemacht, die Bücher all der toten Dichter zu lesen und dann aufzufressen. Ein Akt wider das Vergessen und eine Ehrenrettung vor den Kreuzspinnen, die dazu neigen, Bücher zu verbrennen. Fast das ganze Jahr über besucht er die toten Dichter, nächtigt auf deren Gräbern und unterhält sich mit ihnen und wenn er traurig oder freudig erregt ist, dann heult er wie ein Wolf. Wie im wirklichen Leben sind ihm einige Schreiber sympathischer als andere.
Fazit: Der Schriftsteller, Dramatiker und Musiker Jaroslav Rudiš erzählt die Geschichte von drei (depressiven?) Persönlichkeiten, die sich zufällig auf einem Friedhof treffen und sich unvermeidlich zueinander hingezogen fühlen. In Miss Detroits Saab fahren sie durch Europa, hören die Indipendent-Kassetten von Miss Detroits Vater und philosophieren. Caspar betrauert seine Ehe, Miss Detroit ihren toten Vater und Lorenzo den Verlust seiner Oma, die im Böhmischen Paradies geblieben ist. Die Geschichte ist, durch die Stilrichtung magische Realität, einigermaßen verwirrend. Der Autor bringt verschiedene Themen ein. Die Dichter, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen, als wichtiges kulturelles Gut, ein paar Neonazis, ein bisschen Theresienstadt und drei überdurchschnittlich verrückte Hauptdarsteller. Und das ist auch schon mein Problem. Mein autistisches Gehirn versteht keinen magischen Realismus. Hier ist alles erlaubt, kann aus dem Hut gezaubert und durcheinandergerüttelt werden. Ich kann mich an nichts orientieren, was Struktur, Stringenz oder Wahrheitsgehalt angeht, da kann aber der Autor nichts dafür. Wenn ich einen roten Faden gefunden habe, dann beschreibt Jaroslav Rudiš am ehesten das Thema Freundschaft. Für alle, die Saša Stanišic lieben.
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