Es kommt eher selten vor, dass ein Buch für die Uni wirklich nützlich ist und einem gefällt. Dieses Buch ist tatsächlich eines von dieser seltenen Sorte.
Wer schon immer wissen wollte, was es mit einer Interpretation auf sich hat, welche Möglichkeiten es gibt und welche verschiedenen Ansätze es gibt, der wird hier fündig.
Dieses Buch ist streckenweise wirklich eine Enthüllung.
Vieles davon hat man ja sowohl in der Schule als auch in der Vorlesung mehrfach gehört. Danach noch einmal in der Übung und in Seminaren. Wirklich verstanden hat man vor allem Genette und die Stilfiguren danach häufig immer noch nicht.
Dieses Buch ist eines jener Lehrwerke, die man liest und die man danach verstanden hat. Die Fakten und Informationen der letzten Semester beginnen während des Lesens mit einander in Kontakt zu treten und sich zu verbinden. Ähnlich habe ich das so bisher nur beim Campbell der Bibel der Biologie erlebt. Genau wie beim Campbell gibt es auch in diesem Buch Schaubilder und Tabellen, die praktisch ganze Kapitel oder große Teile davon letztendlich auf kleinstem Raum logisch zusammenfassen.
Fast alle Bereiche, die im Studium abgedeckt werden in Literary Studies sind hier abgedeckt (nur Film kommt etwas arg kurz). Es hat also einen Grund, warum das Buch in Staatsexamenskolloquien als Lehrbuch verwendet wird. Hätte ich es nur schon im ersten Semester gelesen.
Vor allem die Schaubilder sind auch später im Unterricht noch einsetzbar. Warum soll man es den SuS unnötig schwer machen, wenn man ihnen schon in der Oberstufe diese einsichtigen, selbsterklärenden Grafiken geben kann bzw. mit ihnen gemeinsam diese Grafiken entwickeln kann.
Fazit: Eines der wenigen Bücher im Anglistikstudium, die man im ersten Semester kaufen sollte und wie eine Bibel behandeln sollte. Mehrfaches Lesen ist sicherlich streckenweise auch nützlich.