In Who Counts? Diane M. Nelson explores the social life of numbers, teasing out the myriad roles math plays in Guatemalan state violence, economic exploitation, and disenfranchisement, as well as in Mayan revitalization and grassroots environmental struggles. In the aftermath of thirty-six years of civil war, to count—both numerically and in the sense of having value—is a contested and qualitative practice of complex calculations encompassing war losses, migration, debt, and competing understandings of progress. Nelson makes broad connections among seemingly divergent phenomena, such as debates over reparations for genocide victims, Ponzi schemes, and antimining movements. Challenging the presumed objectivity of Western mathematics, Nelson shows how it flattens social complexity and becomes a raced, classed, and gendered skill that colonial powers considered beyond the grasp of indigenous peoples. Yet the Classic Maya are famous for the precision of their mathematics, including conceptualizing zero long before Europeans. Nelson shows how Guatemala's indigenous population is increasingly returning to Mayan numeracy to critique systemic inequalities with the goal of being counted—in every sense of the word.
Diane M. Nelson untersucht in Who Counts? das soziale Leben von Zahlen und die Rolle der Mathematik in den Nachwirkungen des Völkermords in Guatemala. Zählen – sowohl im numerischen Sinn als auch im Sinne von „etwas wert sein“ – erweist sich dabei als umkämpfte Praxis, sei es bei der Erfassung von Kriegsverlusten, Schulden oder Fragen der Wiedergutmachung. Nelson zeigt, wie die vermeintliche Objektivität westlicher Mathematik soziale Komplexität häufig glättet und so zu einem Instrument kolonialer Macht werden kann, das indigene Gemeinschaften ausschließt. Zugleich erinnert sie daran, dass die klassischen Maya lange vor der europäischen Expansion über hochentwickelte mathematische Konzepte wie die Null verfügten. Das Buch zeichnet nach, wie indigene Akteurinnen und Akteure heute an diese numerischen Traditionen anknüpfen, um systemische Ungleichheiten zu kritisieren – und um in jeder Hinsicht des Wortes wieder „gezählt“ zu werden. Nelson demontiert den Mythos der Mathematik als unschuldiges Naturgesetz und zeigt sie stattdessen als scharfes Instrument, das im Nachkriegs-Guatemala darüber entscheidet, welche Leben statistisch erfasst werden – und welche im „Rauschen“ bürokratischer Verfahren verschwinden. Sie macht deutlich, dass die Rückbesinnung auf die mathematische Brillanz der Maya kein nostalgischer Blick zurück ist, sondern ein zutiefst politischer Akt: Wer über Null und Zahl verfügt, beansprucht die Deutungshoheit über den eigenen Wert – gegen ein System, das indigene Körper allzu oft auf bloße Kostenfaktoren reduziert. Ein kurzer Impuls dazu: Es ist eine bittere Ironie der Geschichte: Ein Volk, das die Null entwickelte, als Europa noch mit den Fingern zählte, wird heute von einer westlich geprägten „Objektivität“ klein gerechnet. Nelson erinnert daran, dass Mathematik niemals neutral ist – sie wirkt entweder als Käfig, der Marginalisierung verfestigt, oder als Werkzeug der Befreiung, mit dem sich die offenen Rechnungen der Vergangenheit endlich anders bilanzieren lassen.
I was really excited about this and the concept was fascinating in looking at the application of numbers in terms of who is counted and who does the counting. But I kept losing track of the point; the book can't quite seem to decide what it's goal is and what issues are the focus. Also I expected this to be more about genocide and less rambling about accounting theory and Mayan zero.