Berlin 2035. Der digitale Megakonzern Logos hat die Welt in einen rundum komfortablen und sicheren Ort verwandelt. Nicht nur dank der allgegenwärtigen Kameras, Drohnen und eines Super-Internets, sondern vor allem durch die Slaves: persönliche Hologramm-Avatare, die das Leben jedes Menschen rund um die Uhr begleiten, betreuen, organisieren - und dabei alles über ihre Besitzer wissen. Auch Ben vertraut voll auf Sakar, seinen virtuellen Freund am Handgelenk. Doch nur so lange, bis er an die mysteriöse Organisation der "Falschen Freunde" gerät und sich in einem Gespinst von Lügen und Täuschungen wiederfindet.
1,5 Sterne Die Geschichte an sich klang interessant, die Durchführung war... Naja. Alles war irgendwie seltsam und durch komische Einwürfe wurde die Geschichte dann immer noch unterbrochen, wenn man es tatsächlich mal schafte, in einen Lesefluss zu kommen. Vielleicht bin ich auch einfach zu alt für so ein Buch, denn immerhin ist die Hauptfigur auch erst 15. Und erzählt teilweise wie jemand weit jüngeres.
Zitat: „Eigentlich beginnt damit die Geschichte. Sie beginnt mit Misstrauen. Mit einer abgelegenen Straße. Und mit Kameras.“ (S.21)
Inhalt: In Berlin im Jahr 2035 sind die elektronischen Helfer nicht mehr wegzudenken. So gut wie jeder Mensch hat ein E-brace am Handgelenk. Ebenso gehören die vielen Kameras und Drohnen zum Alltag. Die Kriminalitätsrate ist hierdurch deutlich gesunken. Seit vor Jahren die virtuellen Slaves, im E-brace enthaltene personalisierte Avatare, vom Konzern Logos eingeführt wurden, ist eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Menschen gewährleistet. Das nicht so Offensichtliche ist jedoch, dass den Slaves damit auch sämtliches Wissen über ihre Besitzer zugänglich wird.
Ben vertraut seinem Slave Sakar. Von frühester Kindheit an ist dieser sein Begleiter. Doch plötzlich entdeckt Ben eine neue Eigenschaft an Sakar, die offensichtlich nicht alle Slaves beherrschen. Kurze Zeit später gerät er an Jan aus der geheimen Organisation der „Falschen Freunde“. Ben vertraut den Informationen, die er von Jan erhält und bringt ein großes Opfer, um den „Falschen Freunden“ beitreten zu können. Doch plötzlich findet er sich in einem Geflecht aus Tricks, Lügen und falschen Spielen wieder und ist damit in großer Gefahr.
Meinung: Schon der Klappentext von „Deleted“ klang für mich nach einer interessanten Geschichte. Umso mehr habe ich mich gefreut, als das Buch endlich bei mir eingetroffen ist. Damit war klar, dass ich es als nächstes lesen würde.
Gleich zu Beginn konnte ich bemerken, dass mich hier sicherlich keine typische Erzählung erwarten würde. Die in drei Teile gegliederte Geschichte beginnt nämlich letztendlich schon mit einem möglichen Ergebnis. Nun war ich natürlich neugierig, welchen Weg Margit Ruile sich ausgedacht hat, um zu diesem Endpunkt zu kommen. Interessant für mich war aber auch, ob ich wirklich an dieser Stelle landen würde oder eventuell doch noch etwas anderes geschieht. Ich war also auf jeden Fall bereit, mich hier überraschen zu lassen.
So traf ich auf den folgenden Seiten nun auf Ben. Ich erfuhr, zu welchem Zeitpunkt er Sakar, seinen virtuellen Helfer, erhalten hat und einige weitere Kleinigkeiten aus seinem Leben. Ben half mir, mich nach und nach in seiner Welt im Jahr 2035 zurechtzufinden. Sein größter Wunsch, oder besser gesagt der Wunsch seiner Mutter, ist es, an der Akademie aufgenommen zu werden. Doch hierzu ist es nicht nur notwendig, entsprechende schulische Leistungen vorweisen zu können. Nein, auch die Benotung im Sozialverhalten ist enorm wichtig. Und hier hatte Ben bisher immer etwas Probleme, da er eher in die Kategorie Einzelgänger gehört.
Unbewusst eröffnet sich ihm ein Weg, seinem Ziel näherzukommen. Natürlich ist dieser Weg nicht legal. Ben hat im Nachhinein ein wirklich mieses Gefühl. Wenn jemand davon erfährt, geraten Bens Ziele deutlich in Gefahr. Das wollen sich scheinbar die „Falschen Freunde“ zu Nutze machen. Wie aus dem Nichts taucht eines Tages Jan auf und gibt Ben verblüffende Informationen. Hat Ben denn überhaupt eine Wahl?
Der Schreibstil der Autorin war für mich angenehm zu lesen. Die grundsätzlich gewählte Vergangenheitsform aus der Sicht von Ben wird immer wieder mit Passagen aus seiner Gegenwart ergänzt. Hierdurch kommt man zu dem gewollten Eindruck, dass man eine Geschichte im Tagebuchstil liest. Wie ich später erfahren habe, war der Plot ursprünglich als Drehbuch geplant und erst im Nachhinein als Roman aufbereitet worden.
Margit Ruile zeichnet eine beklemmende zukünftige Welt voller Überwachung und falschen Tatsachen. Erschreckend fand ich bei diesem Szenario ebenfalls, dass eindeutige Ansätze und Hinweise zu bereits heutigen technischen Möglichkeiten glaubhaft dargestellt werden. Die aktuelle Markteinführung eines am Handgelenk befindlichen (virtuellen) Helfers dürfte uns allen ja in Erinnerung sein. Die Rechercheergebnisse der Autorin zu den möglichen Entwicklungen der heutigen Technologie sind aus meiner Sicht definitiv nachvollziehbar und nicht von der Hand zu weisen. Denn auch heute schon sind unsere Daten bei vielen Firmen heiß begehrt.
Die Charaktere insgesamt kamen mir in „Deleted“ allerdings ein wenig zu kurz. Ich habe nicht viele Informationen über sie erhalten, insofern ging mir so manche Handlung letztendlich auch nicht so nah. Hier fühlte ich mich irgendwie nicht aufgenommen, als stiller Betrachter der Handlungen. Manche Szenen wirkten auf mich teilweise etwas hakend und sprunghaft. Auch wenn durchweg eine fesselnde Anspannung zu spüren war, hatte ich immer wieder das Gefühl nicht ganz abgerundeter Handlungen. Dennoch hätte ich das Buch in keiner Sekunde zur Seite legen wollen.
Ob das Ende nun tatsächlich der Version vor der eigentlichen Geschichte entspricht, muss nun wohl jeder selbst für sich herausfinden. Ich für meinen Teil kann mich nun zufrieden von dieser Geschichte verabschieden und das Buch ins Regal stellen.
Urteil: In „Deleted“ wurde ich mit einem Zukunftsszenario konfrontiert, wie es beklemmender und erschreckender kaum sein kann. Die Autorin hat es geschafft, dass ich mich sogar beim Lesen ständig beobachtet fühlte. Meine Lesestunden im Jahr 2035 sind mir auf jeden Fall knappe 4 Bücher wert.
Für alle, die sich von übermächtigen Gegnern nicht einschüchtern lassen, Gefahren auch in der Zukunft bestehen können und Gesellschaftssysteme nicht gedankenlos akzeptieren wollen.
"Deleted" ist eine packende und auch Angst einflößende Dystopie, die zum Nachdenken anregt.
Ben und seine Familie führen ein normales Leben, zumindest so normal, wie es 2034 in Berlin sein kann. Im Alltag wird fast jeder Mensch von einem Slave unterstützt, einer Hologramm-Figur, die beim Lernen hilft, Dinge recherchiert, Termine plant und immer da ist, wenn man jemanden benötigt. Bens Slave Sakar ist besonders. Er hat sogar Zugriff auf die Kameras in der Stadt, was sehr sonderbar ist. Als Ben durch eine Kamera etwas ungewöhnliches entdeckt, gerät er an eine Organisation, die sich die "Falschen Freunde" nennt. Um der Gruppe beizutreten, soll Ben Sakar löschen. Schweren Herzens entscheidet sich Ben dafür. Kurz darauf wird er an der Akademie aufgenommen, an der nur hochintelligente Jugendliche unterrichtet werden. Dort trifft er auf Lennart, Jonas und Zoe. Doch etwas scheint nicht zu stimmen. Alles ist so geheimnisvoll und mysteriös. Vor allem als Jonas nach einer Diskussion im Unterricht plötzlich verschwindet, fragt Ben sich, wer die Guten und wer die Bösen sind und vor allem, wem kann er noch trauen?
Das Cover zeigt das Gesicht eines Jugendlichen. Auf der linken Seite ist es normal zu erkennen, auf der rechten Seite wirkt es verzerrt, als würde man gerade ein Bild auf dem Computer löschen.
Ben ist anfangs ein ganz normaler Junge. Doch mit Beginn der Geschichte schlittert er in eine Welt, in der nichts ist, wie es scheint. Seine Gedanken und Gefühle sind zwiegespalten, er ist hin und hergerissen. Er durchlebt eine Achterbahn der Gefühle. Ben ist mutig und wächst über sich hinaus.
Sakar ist ein außergewöhnlicher Slave. Er ist unnahbar und tut nicht unbedingt immer das, was er offiziell soll, was ihn sehr interessant macht. Sakar hat auch seine witzigen Seiten, obwohl man ihm dies nicht zutraut.
Zoe ist absolut perfekt. Sie macht alles richtig, sagt immer das Richtige und kann mit jeder Situation umgehen. Das ist zumindest das, was sie nach außen hin ausstrahlt.
Lennart ist sehr schwer einzuschätzen. Man kann ihn in keine Schublade stecken und in manchen Momenten kann er einem sogar Angst machen.
Jonas ist schlau und scheut sich nicht vor unangenehmen Diskussionen. Er wirkt sehr zurückhaltend aber doch sehr freundlich.
Spannend, geheimnisvoll und fulminant. "Deleted" ist eine Geschichte, die man meiner Meinung nach unbedingt gelesen haben sollte. Die Story ist so interessant und nervenaufreibend. Ich hoffe nur, dass sich unsere Welt nicht so entwickeln wird, aber das Buch ist so realistisch geschrieben, dass ich es mir vorstellen könnte.
Ich fand das Buch wirklich schrecklich. Es hat ganz gut angefangen, der Klappentext hat mein Interesse geweckt und ich war eigentlich auch gut im Lesefluss. Nach einigen Seiten aber wurde die Geschichte immer langweiliger. Es zog sich so hinaus und ich hatte gar keine Motivation es zu lesen, musste mich richtig dazu zwingen dieses Buch zu beenden. Keine Empfehlung!
Schon nach wenigen Minuten war ich mitten in diesem schon ziemlich beängstigenden Szenario gefangen und stellte mir vor, wie ich mich fühlen würde, wären 24h am Tag Kameralinsen auf mich gerichtet – selbst in meinen eigenen vier Wänden! Man stelle sich einmal vor, man würde auf Schritt und Tritt verfolgt werden, während gleichzeitig Sensoren jede Bewegung, jeden Herzschlag und jedes Unwohlsein aufzeichnen und bewerten würden. Ich könnte nachts nicht mehr ruhig schlafen.
Nicht anders geht es Ben, der seinen persönlichen Holo zunächst als Freund betrachtet. Immerhin trägt er ihn von Kindesbeinen an bei sich, oder vielmehr hautnah an sich. Diese kleine Maschine im Taschenformat weiß alles über den Jungen, doch wie geht sie mit den Daten um? Das ist die Frage, der wir in »Deleted. Traue niemandem« auf den Grund gehen.
Allerdings muss ich sagen, dass mir manche Entscheidungsfindungen des Protagonisten ein wenig zu schnell vonstatten ging. Mir erschloss sich stellenweise nicht, warum Ben zeitweise zwar durchaus logisch, aber übereilt und unüberlegt handelte.
Margit Ruile überzeugte mit ihrer farbenfrohen Art zu schreiben und entführte mich in eine düstere Zukunft mitten in Berlin – eine Zukunft, die gar nicht so abwegig erscheint. Ich wurde sehr gut unterhalten, blieb aber auch ein wenig nachdenklich zurück. Ein wirklich spannender Zukunftsthriller aber mir fehlte etwas. Das Ende lässt mir zu viele Fragen offen.
In einer nahen Zukunft werden die Menschen von Slaves unterhalten, unterstützt, überwacht. Diese digitalen Figuren, die jeder aus einem Armband heraus projizieren kann, erfassen jedes Telefonat, jeden Schritt, jede Körperfunktion. Doch es gibt eine Gruppe, die aus der digitalen Überwachung ausbrechen will. Diese Dystopie wirkt ganz realistisch, schließlich kennen wir bereits Fitnesstracker und virtuelle Helferlein; noch dazu spielt der Roman in Deutschland. Besonders ist außerdem die Darstellung des Ich-Erzählers Ben, der handschriftlich die vergangenen Entwicklungen für die Nachwelt festhält. Auf diesem Weg spricht er den Leser direkt an und erklärt ihm Technologien seiner Zeit für den zukünftigen Leser. So entsteht eine spannende Geschichte, die ruhig noch hätte fortgeführt werden können. "Deleted" begleitet jugendliche Protagonisten, ist aber auch für Erwachsene eine unterhaltsame Lektüre, die anregt, darüber nachzudenken, wie viel wir von uns preisgeben wollen.